Symposium zur Barrierefreiheit audiovisueller Medien

Dienstag, 30. August 2016 um 13:00 Uhr

Am 29. und 30. Juni 2016 fand beim Bayerischen Rundfunk in München das Symposium „Audiovisuelle Medien barrierefrei – Besserer Zugang zu Bild Ton und Information für alle Menschen“ statt. Ausrichter des Symposiums waren die ARD.ZDF medienakademie und das Institut für Rundfunktechnik (IRT). Die Forschungsstelle Leichte Sprache war vor Ort und hat sich über die Innovationen im Bereich der medialen Barrierefreiheit informiert.

Der Bedarf an Barrierefreiheit in den Medien findet zunehmend Anklang in der Gesellschaft und wird entsprechend auch von den Medieninstitutionen beachtet. Dafür sorgt einerseits die Notwendigkeit, die umfänglichen medialen Angebote für unsere Informationsgesellschaft im Zuge von gesetzlich gestützten Inklusionsforderungen nachzurüsten und für Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen zugänglich zu machen. Andererseits wächst der Bedarf an barrierefreien Angeboten auch mit einer immer älter werdenden Gesellschaft. Um den Zugang zu ihren Produkten allen Menschen zu ermöglichen, stehen Medienproduzenten und -anbieter vor der gewaltigen Herausforderung, eine Vielzahl von Beeinträchtigungen zu kompensieren – von physischen und mentalen über altersbedingten bis hin zu sozialen Einschränkungen.

Das Symposium thematisierte die mitunter gegenläufigen Anforderungen der Zielgruppen und nahm Bestandsaufnahmen der gegenwärtigen barrierefreien Angebote und Technologien vor. Dabei zeigte sich: Technisch ist bereits vieles möglich und befindet sich im Ausbau, von (Live-)Untertitelung über Audiodeskription bis hin zur Übersetzung ganzer Medienevents in Gebärdensprache. Erfreulich ist dabei vor allem die immer ausdifferenziertere Betrachtung einzelner Zielgruppen und ihrer Bedürfnisse. In vielen Bereichen wird außerdem intensiv geforscht und entwickelt, etwa im Bereich der Sprachverständlichkeit im Fernsehen oder zur synthetischen Erzeugung von Gebärdensprache. Ein Schwerpunkt des Symposiums lag in den Bereichen der mobilen Kommunikation und Technologie: Welche Barrieren, aber vor allem auch welche Möglichkeiten bieten mobile Endgeräte? Nicht bloß inklusiv, sondern auch modern gedachte Antworten auf diese Frage bieten beispielsweise Apps, mit denen sich von Smartphone und Tablet aus Untertitel und Audiodeskriptionen abspielen lassen.

Mit Frau Heerdegen-Wessel war auch der NDR vertreten, der in Kooperation mit der Forschungsstelle Leichte Sprache als einzige Landesrundfunkanstalt bundesweit Nachrichten in Leichter Sprache anbietet.

Weitere Informationen zum Symposium finden Sie hier.