Die Forschungsstelle Leichte Sprache in Südamerika: Barrierefreie Kommunikation in Kolumbien
Montag, 22. Dezember 2025 - 14:19 UhrDie Forschungsstelle Leichte Sprache stärkt in Kolumbien die Barrierefreie Kommunikation und setzt neue Impulse für internationale Kooperationen.
Vom 15. bis 17. Oktober 2025 fand in Barranquilla (Kolumbien) das VII. Internationale Kolloquium des Kolumbianischen Verbands für Übersetzerinnen, Terminologinnen und Dolmetscher*innen statt. Die Forschungsstelle Leichte Sprache war mit einem Beitrag zur Barrierefreien Kommunikation vertreten.
Die Forschung zu Leichter Sprache und Barrierefreier Kommunikation wächst international stetig. Seit mehreren Jahren kooperieren wir mit Forschungsgruppen aus Spanien, Italien, Finnland, Schweden, der Türkei, Lettland und anderen Ländern. Nun hat unsere Arbeit den Atlantik überquert: In Barranquilla, Kolumbien, nahmen wir am VII. Internationalen Kolloquium des Kolumbianischen Verbands für Übersetzer*innen, Terminolog*innen und Dolmetscher*innen an der Universidad del Norte teil. Das zentrale Thema der Tagung lautete „Die Rolle von Sprachexpertinnen in Zeiten der Künstlichen Intelligenz“. Fragen der Barrierefreien Kommunikation und der Ansprache vulnerabler Zielgruppen spielten dabei eine wichtige Rolle. Wir waren als Fachexpert*innen eingeladen und haben durch Vorträge und Diskussionsbeiträge aktiv mitgewirkt.
In Kolumbien wächst die Förderung Barrierefreier Kommunikation auf verschiedenen Ebenen. Auf nationaler Ebene gibt es rechtliche Initiativen, um die kolumbianische Gebärdensprache und Einfache Sprache (lenguaje claro) in der öffentlichen Kommunikation zu verankern. Auch die Professionalisierung in der Ausbildung von Übersetzer*innen und Dolmetscher*innen schreitet voran. Die Universidad del Norte als Gastgeberin des Kolloquiums arbeitet beispielsweise aktuell daran, Barrierefreie Kommunikation in ihre Studienprogramme zu integrieren. Zudem entstehen spannende Forschungsprojekte, etwa zur Entwicklung eines KI-gestützten Übersetzungstools für Gesundheitskommunikation in Einfacher Sprache für indigene Bevölkerungsgruppen der karibischen Region. Solche Ansätze sind für unsere Arbeit äußerst bereichernd und stärken die internationale Zusammenarbeit.
Das Kolloquium bot uns die Gelegenheit, Forschungsergebnisse und theoretische Grundlagen unserer Arbeit in Hildesheim und Barranquilla miteinander zu teilen. In anschließenden Gesprächen diskutierten wir die Übertragbarkeit unserer Ansätze auf die jeweiligen Kontexte und legten neue Kooperationspfade zwischen Deutschland und Kolumbien fest. Seien Sie also nicht überrascht, wenn Sie bald mehr über unsere Projekte in Südamerika in einem der kommenden Newsletter lesen.