Universität Hildesheim - Meldungen - Forschungsstelle 'Leichte Sprache' https://www.uni-hildesheim.de/ Meldungen der Universität Hildesheim - Forschungsstelle 'Leichte Sprache' de-de Stiftung Universität Hildesheim Thu, 21 Nov 2019 04:36:00 +0100 Thu, 21 Nov 2019 04:36:00 +0100 TYPO3 EXT:news news-9458 Wed, 16 Oct 2019 15:30:00 +0200 LEICHT NEU - Newsletter der Forschungsstelle Leichte Sprache https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/leicht-neu/ Was tut sich aktuell rund um das Thema Leichte Sprache? Was gibt es Neues von der Forschungsstelle? Und was sind eigentlich die Regeln der Leichten Sprache? Antworten auf diese und weitere Fragen finden Sie regelmäßig im Newsletter LEICHT NEU. Viel Spaß beim Lesen!  

Mit herzlichen Grüßen

Ihre Forschungsstelle Leichte Sprache

Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation

Universität Hildesheim

Kontakt: leichte.sprache(at)uni-hildesheim.de

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Leichte Sprache
news-17609 Wed, 16 Oct 2019 15:23:22 +0200 Übersetzen als Überwindung von Kommunikationsbarrieren: Ein wissenschaftlicher Beitrag von Silvia Hansen-Schirra und Christiane Maaß https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/uebersetzen-a/ Die Professorinnen Silvia Hansen-Schirra (Mainz/Germersheim) und Christiane Maaß (Hildesheim) haben jüngst einen programmatischen Aufsatz veröffentlicht, in dem sie die Übersetzungswissenschaft als Fach in ein neues Licht setzen. Traditionell gilt die interlinguale, intrasemiotische Übersetzung als Standard. Sie stand bisher in der Erforschung der Translation im Vordergrund und auch der Markt wird durch diese Brille wahrgenommen. Allerdings sehen wir uns hier einschneidenden Veränderungen gegenüber: Die Übersetzungswissenschaft interessiert sich für Phänomene wie die Audiodeskription, bei der die Bildsprache des Films in Worte gefasst und folglich nicht zwischen verschiedenen Sprachen, sondern unterschiedlichen Arten von Ausdrucksmöglichkeiten übersetzt wird. Auch die Übersetzung in Leichte Sprache, die dem Bereich der Barrierefreien Kommunikation zuzurechnen ist, ist inzwischen zum Forschungsgegenstand geworden. Diese Formen und weitere mehr haben inzwischen auch einen Markt ausgeprägt, auf dem ÜbersetzerInnen tätig sind. Die Autorinnen schlagen deshalb vor, Übersetzen nicht mehr im engeren Sinne als Transfer von Inhalten von einer Sprache in eine andere, sondern in einem weiteren Sinne als Überwindung von Kommunikationsbarrieren zu verstehen. Damit werden alle aktuell am Markt praktizierten, aber auch in der Forschung thematisierten Formen der Übersetzung abgebildet. Der Aufsatz enthält eine Darstellung dieses neuen Ansatzes, in dem auch die Leichte-Sprache-Übersetzung als Teil der Übersetzung und als Gegenstand der Übersetzungswissenschaft gefasst wird.

Sie können ihn hier im Volltext nachlesen.

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Leichte Sprache
news-17608 Wed, 16 Oct 2019 15:17:36 +0200 Ein Jahr im Master „Barrierefreie Kommunikation“ https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/ein-jahr-im/ Mittlerweile ist ein Jahr vergangen, seit es den Master Barrierefreie Kommunikation gibt. Was sich seit der Tagung im letzten Oktober getan hat und wie die ersten 12 Monate Studium verliefen, erzählen zwei Studentinnen des ersten Jahrgangs. Alles begann mit der Tagung „Barrierefreie Kommunikation“ vom 18. bis 20. Oktober 2018: Wir saßen als kleiner Haufen Studentinnen in Mitten eines Fachpublikums. Viele von uns sahen zum ersten Mal ihre zukünftigen Dozierenden. Frau Maaß begrüßte alle Anwesenden in Leichter Sprache mit „Liebe alle“ und beschrieb ihr Aussehen im Stil einer Audiodeskription. Vor ihr saßen zwei Gebärdensprachdolmetscherinnen, hinter ihr hing eine große Leinwand für die Schriftverdolmetschung und neben ihr war auf einer kleineren Leinwand die eigentliche Präsentation zu sehen. Während der Tagung wurde das gerade erschienene, rote „Handbuch Barrierefreie Kommunikation“ präsentiert und zu unserem Erstaunen stellten fast alle AutorInnen ihren Beitrag kurz persönlich vor. Es schien als wären sie sehr erfreut, ihre Forschung endlich unter dem Dach der Barrierefreiheit zu bündeln und zusammenzuarbeiten. Dabei fielen des Öfteren mit Blick in unsere Richtung die Worte: „Es gibt noch so viel zu erforschen. Das können die neuen Studierenden jetzt machen!“ Beflügelt von dem Elan der Vortragenden starteten wir in unser erstes Mastersemester.                                                                                      

Seitdem ist nun ein Jahr vergangen: Ein Jahr mit zwei Semestern, einer Exkursionswoche, einigen Klausuren, Referaten, Hausarbeiten, Poster-Präsentationen, Blockwochenenden und Gastvorträgen. Außerdem ein Frühstück, um die Studierenden des Sommersemesters zu begrüßen, zwei Semester­rückblicke und viele Aha-Momenten. Unser Studiengang vereint mittlerweile Personen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen, Vorwissensbeständen und Wohnorten. Die meisten Vollzeitstudentinnen sind direkt nach dem Bachelorabschluss nach Hildesheim gezogen, während ein Großteil der Teilzeitstudentinnen zu den Seminaren und Vorlesungen pendelt. Doch was manchmal eine gewisse organisatorische Kreativität erfordert, ist auf der anderen Seite eine riesige Bereicherung: Egal, ob wir uns im Beruf mit Barrierefreiheit oder in der Bachelorarbeit mit Verständlichkeit beschäftigt haben, lernen wir im Studium und voneinander ständig neue Perspektiven und Blickwinkel kennen. Dadurch, dass sich das Feld Barrierefreie Kommunikation gerade erst manifestiert, können wir ohne Konkurrenzkämpfe unseren Interessen nachgehen und uns gegenseitig unterstützen und voneinander lernen.

 

Womit haben wir uns im Studium bislang beschäftigt?

In dem Jahr konnten wir viele verschiedene Vorlesungen, Seminare und Übungen besuchen, die sich mit unterschiedlichen Bereichen der barrierefreien Kommunikation beschäftigen. Am Anfang des Studiums hatten wir vor allem grundlegende Veranstaltungen. Dabei haben uns die Vorlesungen zur „Leichten Sprache“ und zur „Verständlichkeitsforschung“ auf ein fundiertes sprachwissenschaftliches Level gehoben und das notwendige theoretische Wissen vermittelt. Auf diesen Grundlagen aufbauend besuchten wir dann im Sommersemester spezifischere Seminare, die sich mit einzelnen Themen und der Anwendung des Gelernten befassten. So haben sich im Projektseminar Leichte Sprache viele von uns an ihre ersten Übersetzungen in Leichter Sprache gewagt und für die Fachtagung „Kultur inklusiv!“ die Abstracts der Vortragenden in diese übersetzt. Bei diesem Gruppen­projekt wurde uns dann klar, was alle ÜbersetzerInnen längst wissen:

            Erstens: Jeder hat seine eigene Art etwas zu übersetzen.

            Zweitens: Es ist eine große Herausforderung leichte, einheitliche   und qualitativ hochwertige Texte zu produzieren.

Ähnliches mussten wir auch bei der Optimierung einer Bedienungsanleitung und mit Bezug auf die ersten Terminologiearbeiten feststellen…

Neben den eher sprachwissenschaftlichen Veranstaltungen besuchten wir außerdem Seminare und Übungen aus den Bereichen Pädagogik und Psychologie. Im Wintersemester beschäftigten wir uns mit den Grundlagen Unterstützer Kommunikation und der Verwendung einer Eye-Tracking-Brille. Im Sommersemester bekamen wir dann die Chance zwei Praxisprojekte mit der Diakonie Himmelsthür in Hildesheim durchzuführen. In dem Seminar aus dem Bereich Pädagogik machten wir uns nach drei Hospitationen in einer Tagesförderstätte an die Erarbeitung von so genannten „Mehr-Sinn-Geschichten“; Geschichten, die durch die Einbeziehung aller Sinne z. B. für Menschen mit schweren Behinderungen erfahrbar gemacht werden sollen (s. Abb. 1 und 2). Am Ende des Semesters führten wir diese Geschichten mit den Beschäftigten der Diakonie in einem extra dafür gestalteten Raum an der Universität Hildesheim durch. Für uns war das eine tolle Erfahrung, weil wir kreativ sein konnten und Berührungsängste abbauten. In dem Praxisprojekt aus dem Bereich Psychologie besuchten wir Beschäftige in ihren Wohngruppen, um gemeinsam mit ihnen zu erproben, inwiefern und ob eine Eye-Tracking-Brille zu einer verbesserten Kommunikation beitragen kann. Dabei stellten wir den BetreuerInnen und den Beschäftigten die Brille zunächst vor und versuchten dann die Kommunikation auszuweiten.

Schließlich waren die Gebärdensprachkurse noch ein Highlight des letzten Jahres. Wir hoffen, wir kommen nicht aus der Übung!

Was die Themen von Prüfungen in Form von Hausarbeiten oder Poster-Präsentationen angeht, sind wir weitestgehend frei. Dadurch hat jede von uns die Chance selbstständig mehr über bestimmte Themen zu erfahren und eigene Schwerpunkte im Studium zu setzen. Es entstanden so zum Beispiel ein Kuchenrezept in Leichter Sprache, eine Optimierung der Text-Bild-Bezüge in einer medizinischen Broschüre oder die Analyse eines Ablehnungsbescheides (s. Abb. 3).

 

Was hat sich sonst noch in dem Jahr getan?

Da gibt es eine ganze Menge zu sagen: Zunächst ist da die Wahrnehmung von Bekannten, FreundInnen und unseren Familien: Ihre anfängliche Skepsis gegenüber diesem neuen Studiengang hat sich in reges Interesse verwandelt. Nicht selten bekommt man eine Mail à la „Guck mal, die haben auch Texte in Leichter Sprache“ oder „Hey, wir haben dir einen Zeitungsartikel ausgeschnitten, da gibt es eine Fortbildung in Gebärdensprache für ärztliches Fachpersonal“. Die zweite Veränderung betrifft unseren universitären und beruflichen Werdegang: Wir trauten unseren Augen nicht, als uns die erste Stellenausschreibung erreichte, in der explizit der Master Barrierefreie Kommunikation als Voraussetzung genannt wurde. Das macht Mut! Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass nun auch einige Vorlesungen aufgezeichnet werden. Wenn jetzt im Winter der Zug wieder öfter Verspätung hat, können sich die PendlerInnen die Inhalte problemlos unterwegs ansehen oder -hören.

Auch die Forschung im letzten Jahr stand nicht still: Wir durften zum einen an einer weiteren Tagung mit einer Abordnung aus Finnland und aus Mainz-Germersheim teilnehmen und  bekamen außerdem die Chance, die Disputation zur Erlangung des Doktorgrades von Frau Isabel Rink hautnah mitzuerleben.

 

Kurz: Das Schönste an unserem Studium ist, dass unser Elan quasi exponentiell anwächst. Wir sind froh und stolz dabei zu sein und haben Lust die Barrierefreiheit in der Sprache weiter voranzubringen. Wir sind gespannt auf alles, was noch kommt und grüßen alle, die wir auf der Tagung oder danach in einem Gastvortrag kennengelernt haben und die diesen Newsletter lesen.
Ihre Marie Leusder und Elena Husel

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Leichte Sprache
news-17603 Wed, 16 Oct 2019 14:59:40 +0200 Die FLS in Helsinki https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/die-fls-in-h/ Im September machten sich sechs MitarbeiterInnen der Forschungsstelle Leichte Sprache auf die Reise nach Helsinki. Grund dafür war die Klaara Conference on Easy-to-read Language Research am 19. und 20. September. Die Klaara Conference wurde nach einer Begrüßung durch die beiden Veranstalterinnen Camilla Lindholm und Ulla Vanhatalo eröffnet durch Berichte über Erfahrungen mit vereinfachter Sprache im Alltag: Mehrere NutzerInnen berichteten, dass diese für sie eine wichtige Hilfe beim Lesen verschiedener Textsorten, wie beispielsweise tagesaktuellen Nachrichten oder Bedienungsanleitungen, ist und gleichzeitig auch das Erlernen einer Fremdsprache erleichtert.

Keynote Speaker war die Direktorin der Forschungsstelle Leichte Sprache, Christiane Maaß, die die Entwicklung und Forschung von Leichter Sprache in Deutschland vorstellte. Wie ein Paar Schuhe immer aus zwei einzelnen Schuhen besteht, gehören auch zur Leichten Sprache zwei Bestandteile: die text- und die rezipientenorientierte Perspektive. Ein Text muss also auffindbar, wahrnehmbar, verständlich, verknüpfungsfähig und handlungsorientierend sein, damit er von der Leserschaft aufgefunden, wahrgenommen, verstanden und behalten werden kann und so eine Handlung ermöglicht. Nach dem Mittagessen konnten die TeilnehmerInnen dann zwischen verschiedenen Vorträgen und Workshops wählen. Sergio Hernández Garrido und Loraine Keller, beide von der Forschungsstelle Leichte Sprache, stellten in einem Kurzvortrag die Forschungsstelle und deren Projekte vor.

Insgesamt war die Tagung eine tolle Möglichkeit, um sich über Leichte und Einfache Sprache auszutauschen und internationale Kontakte zu knüpfen. Im Rahmen des Besuchs in Helsinki war die Forschungsstelle zudem im „Selkokeskus“ eingeladen, dem Finnischen Zentrum für Leichte Sprache (s. Abb. 1). Dort bekamen unsere MitarbeiterInnen Einblick in die verschiedenen Bereiche, in denen Leichte Sprache in Finnland Anwendung findet und sie wurden durch die Büroräume geführt, um die Arbeit vor Ort näher kennenzulernen. Natürlich durfte Sightseeing in Helsinki nicht fehlen. Nach einem Tag, an dem die FLS die Stadt auf eigene Faust erkunden konnte, zeigte ihnen Leealaura Leskelä, zu der durch die Zusammenarbeit ein enger Kontakt besteht, die schönsten Ecken Helsinkis. Highlights waren die Zentralbibliothek mit der Abteilung für finnische Literatur in Leichter Sprache sowie der Dom am Senatsplatz. Überdies war die Forschungsstelle Gast im Kunstmuseum Ateneum. Dort bekamen die MitarbeiterInnen einen Einblick in die Arbeit im Projekt Barrierefreiheit im Museum.

Von ihrer Reise nach Helsinki nehmen die MitarbeiterInnen viele tolle Eindrücke mit und sagen „nähdään“ – Bis bald!

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Leichte Sprache
news-17602 Wed, 16 Oct 2019 14:57:47 +0200 Fachtagung „Kultur inklusiv – Netzwerken! Partizipieren! Bilden!“ https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/fachtagung-5/ Vom 13. bis 15. September fand im Roemer-Pelizaeus Museum in Hildesheim die Fachtagung „Kultur inklusiv“ statt. In vielen Vorträgen erhielten die Teilnehmenden spannende Informationen und Anregungen zu inklusiver Kulturarbeit in Museen sowie Einblick in die wissenschaftliche Arbeit an Hochschulen und Universitäten. Ein Highlight der öffentlichen Auftaktveranstaltung am Freitag war ein Vortrag von Raúl Krauthausen. Der Aktivist und Mitbegründer des Vereins „Sozialhelden“ erzählte vom alltäglichen Umgang mit Menschen mit Behinderung und zeigte, dass auf dem Weg zur vollständigen Teilhabe noch viel zu tun ist. Seiner Ansicht nach sollten Inklusion und Barrierefreiheit die Regel sein und nicht nur zu besonderen Anlässen auf der Agenda stehen. Und noch wichtiger: Menschen ohne Behinderung hätten das Recht, Alltag, Kultur und Freizeit mit Menschen mit Behinderung gemeinsam zu erleben. Die weiteren Vorträge unterteilten sich thematisch in die Bereiche „Netzwerken“, „Partizipieren“ und „Bilden“ und umfassten verschiedene Stimmen aus der Praxis, Projektideen und Möglichkeiten der Vernetzung. Es ging um die Entwicklung von Netzwerken und die Frage, woher der Wille nach Veränderung des Status quo kommt: Von uns allen, den Menschen im Land, die für ein Thema brennen und anpacken wollen. Es ging auch um den Begriff „Inklusion“ und die Perspektive, dass der Weg das Ziel ist. Eine ganz andere Sichtweise lieferte Benjamin Rowles, der Themen der LGBTIQ-Community in den Fokus rückte und aufzeigte, dass hier noch sehr wenig Angebote in der Kulturvermittlung stattfinden.

Der Sonntag stand schließlich ganz im Zeichen der Universitäten und Hochschulen. Prof. Dr. Musenberg und Dr. Ruhlandt von der Universität Hildesheim hielten einen Vortrag, in dem es um den Umgang der Universitäten mit Menschen mit Behinderung ging. Prof. Tiedeken von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg stellte seine Dissertation zur inklusiven Musikpädagogik vor und zeigte die vielen Widersprüche der inklusiven Praxis auf.

Die Forschungsstelle Leichte Sprache war am Samstag und Sonntag mit einem Informationsstand auf der Tagung vertreten und informierte Interessierte über die Leichte Sprache und die eigene Arbeit.

Studierende des Masterstudiengangs Barrierefreie Kommunikation übersetzten im Rahmen des Projektseminars Leichte Sprache unter der Leitung von Dr. Isabel Rink die Tagungshefte in Leichte Sprache. Cornelia Schwarzer, Studentin des ersten Jahres, sagt: „Das war unser erstes Projekt zur Übersetzung in Leichte Sprache. Mir hat daran besonders gefallen, hinterher die Vorträge zu hören, in die man sich durch die Übersetzung schon reingelesen hatte.“

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Leichte Sprache
news-17195 Thu, 18 Jul 2019 10:00:00 +0200 3. Schweizer Konferenz Barrierefreie Kommunikation an der ZHAW in Winterthur https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/3-schweizer/ Das Projekt «Konzept und Umsetzung eines Schweizer Zentrums für Barrierefreie Kommunikation» unter der Leitung von Prof. Dr. Susanne Jekat lädt am 5. und 6. Juni 2020 zur 3. Schweizer Konferenz Barrierefreie Kommunikation an der ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Winterthur ein. Diese gemeinsam mit der Universität Genf veranstaltete internationale Konferenz bildet den Abschluss einer dreiteiligen Konferenzreihe, die im Rahmen des vom Schweizerischen Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation geförderten Projektes durchgeführt wird. Zur Teilnahme und Einreichung von Beiträgen sind alle ForscherInnen im Bereich Barrierefreie Kommunikation, aber auch VertreterInnen der Zielgruppen und Zielgruppenverbände sowie AnbieterInnen von Dienstleistungen zur Barrierefreien Kommunikation herzlich eingeladen.

Zentrale Themen der 3. internationalen Konferenz sind der Zugang zum Studium für Studierende mit Behinderungen sowie die Standardisierung von Methoden und Produkten, die durch Forschung und praktische Lösungen aus den Bereichen

·        Audiodeskription/Audioeinführung

·        Leichte Sprache, Einfache Sprache und Bürgernahe Sprache

·        Schriftdolmetschen/Live-Untertitelung

·        Web Accessibility

·        Gebärdensprachdolmetschen

·        Community Interpreting

unterstützt werden.

Mehr Informationen finden Sie ab Anfang September 2019 auf der Website des Schweizer Zentrums für Barrierefreie Kommunikation.

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Leichte Sprache
news-17194 Thu, 18 Jul 2019 09:50:00 +0200 Zu Gast beim Informationsforum „Leichte Sprache in der Wissenschaft“ in Mainz https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/zu-gast-beim/ Am 27. Juni 2019 war die Forschungsstelle Leichte Sprache zu Gast beim Informationsforum „Leichte Sprache in der Wissenschaft“ im Landesmuseum in Mainz. Gastgeber war das Graduiertenkolleg „Einfach komplex!“ um Prof. Dr. Silvia Hansen-Schirra und Prof. Dr. Arne Nagels von der Universität Mainz/Germersheim. Nach der Eröffnung des Informationsforums durch die Leitung des Graduiertenkollegs referierte die Direktorin der Forschungsstelle Leichte Sprache, Prof. Dr. Christiane Maaß, über das Thema „Leichte Sprache als Provokation und Stigma“. Dabei ging sie auf Beispiele aus der Presse ein, in denen behauptet wird, Leichte Sprache führe zu einer Verschlechterung des Deutschen und der Bildungssprache insgesamt. In ihrem Vortrag hob Christiane Maaß hervor, wie wichtig qualitativ hochwertige Übersetzungen sind, die nur durch die Professionalisierung erzielt werden können: „Gut gemeint, ist nicht gut genug“, so Maaß.

Anschließend bestand die Möglichkeit, Fragen zu stellen oder von eigenen Erfahrungen zu berichten. Teilgenommen haben nicht nur Studierende der Universität Mainz, sondern auch MitarbeiterInnen aus Leichte-Sprache-Büros, ÜbersetzerInnen und andere Interessierte.

Im Anschluss an die Eröffnung konnte man sich das weitere Programm frei zusammenstellen. Mitarbeiterinnen der Universität Mainz/Germersheim stellten Eye-Tracker und EEG-Methode vor, die sie in der empirischen Forschung einsetzen. Mit dieser beschäftigt sich das Graduiertenkolleg „Einfach komplex!“, das in Poster-Sessions die jeweiligen Dissertationsthemen vorstellte. Ziel des Kollegs ist es, die Leichte-Sprache-Regeln, die bisher bereits auf sprachwissenschaftlicher Ebene untersucht sind, empirisch zu überprüfen und weiterzuentwickeln. So wird beispielsweise die Syntax und hier die Auflösung von Kausalsätzen in der Leichten Sprache anhand einer fMRT-Studie untersucht. Ein anderes Dissertationsprojekt hat die optische Gliederung von komplexen Wörtern in Leichter Sprache im Fokus. Hierzu werden Blickbewegungen anhand eines Eye-Tracking-Geräts aufgezeichnet. Die Doktorandinnen stellten ihren Forschungsstand und bisherige Ergebnisse vor, wozu Interessierte jederzeit Fragen stellen konnten.

Gerade das Konzept der individuellen Gestaltung des Nachmittags durch Posterpräsentationen hat uns sehr gut gefallen. Zwischendurch bestand natürlich immer auch die Möglichkeit, sich bei Kaffee und Keksen auszutauschen und sich zu vernetzen. 

Wir haben uns sehr gefreut, dass wir beim Informationsforum zur Leichten Sprache dabei sein durften und danken dem Graduiertenkolleg herzlich für die Einladung! Wir freuen uns über die Zusammenarbeit mit der Universität Mainz/Germersheim und hoffen auf ein baldiges Wiedersehen :)

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Leichte Sprache
news-17193 Thu, 18 Jul 2019 09:40:00 +0200 Die Forschungsstelle in Stockholm: Besuch der internationalen Tagung „Media for All 8“ und des zweiten EASIT Multiplier Events https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/die-forschun-4/ Vom 16. bis zum 21. Juni 2019 waren zwei unserer Mitarbeiter in Stockholm, um dort an zwei internationalen Tagungen teilzunehmen: der achten Media for All Conference und dem zweiten EASIT Multiplier Event. Media for All stand in diesem Jahr unter dem Motto „complex understandings“; die Tagung fand auf dem Campus der Universität Stockholm statt. Zwei Tage lang kamen über 400 Personen aus der ganzen Welt zusammen, um gemeinsam über audiovisuelle Übersetzungen und Zugänglichkeit in den unterschiedlichen Medien zu diskutieren und sich auszutauschen. 

Bei der Tagung standen drei große Themenfelder im Fokus: die Barrierefreiheit in einer durch neue Technologien immer komplexer werdenden Medienwelt, die Beachtung der Bedürfnisse und Wünsche unterschiedlicher Zielgruppen und die Erforschung dieser Bedarfe durch Methoden wie beispielsweise das Eyetracking und EEG. In den Vorträgen und Präsentationen haben die Leichte und Einfache Sprache zwar kaum Beachtung gefunden, aber es ist umso deutlicher geworden, welchen hohen Stellenwert das Mitdenken von (sprachlicher) Barrierefreiheit hat, und wie wichtig die Forschung zu den Bedürfnissen der AdressatInnen ist. Zu unserem Erfreuen sind das auch alles Inhalte des Hildesheimer Masterstudiengangs Barrierefreie Kommunikation.

 

Das zweite EASIT Multiplier Event hat am 20. Juni in den Räumen des Schwedischen Instituts für Standardisierung stattgefunden und wurde vom EASIT-Projektpartner Dyslexiförbundet organisiert, einem Verband, der sich für Personen mit Lese- und Rechenschwierigkeiten einsetzt. Zu dem Treffen kamen KooperationspartnerInnen, StakeholderInnen, ExpertInnen und Interessierte zusammen, um sich über leicht verständliche Sprache (Leichte und Einfache Sprache) in den audiovisuellen Medien auszutauschen.

Neben der Vorstellung des EASIT Projekts wurden vor allem die Ergebnisse aus der nun abgeschlossenen zweiten Phase (IO2) sowie der aktuelle Stand der dritten Phase (IO3) mit den Teilnehmenden geteilt. Bei den Ergebnissen aus der zweiten Phase des Projekts (IO2)  handelt es sich um Empfehlungen für die Anwendung von leicht verständlicher Sprache in audiovisuellen Angeboten, genauer gesagt in audiovisuellen Nachrichten, Untertiteln und Audiodeskriptionen. Dazu wurden spezifische Kriterien entwickelt, die Sie hier abrufen können.

In der dritten Phase (IO3) geht es nun darum, Skill Cards zu entwickeln, die festlegen, welche Fähigkeiten Personen haben sollen,

·       die leicht verständliche audiovisuelle Texte schreiben

·       und die leicht verständliche Sprache in den drei oben genannten Angeboten anwenden.

Dazu wurden die bis zu diesem Zeitpunkt entwickelten Skill Cards besprochen und die Teilnehmenden wurden aufgefordert, Kritik und Vorschläge zu dem Modell hervorzubringen. Zusätzlich gab es neben den Vorträgen über das EASIT Projekt auch Vorträge von Personen aus der Praxis. So hat Åsa Wengelin, Professorin für schwedische Sprache von der Universität Göteborg, einen Vortrag darüber gehalten, was man in Bezug auf Einfache und Leichte Sprache aus der linguistischen Forschung lernen kann und Mikael Hellman, ein audiovisueller Übersetzer aus Malmö, hat eine Möglichkeit vorgestellt, wie Videos so gestaltet werden können, dass sie für alle Menschen zugänglich sind. Stefan Johansson und Ester Hedberg haben in ihrem Vortrag die Ergebnisse ihres „The understandable Text project“ vorgestellt: Darin haben sie mit 500 TeilnehmerInnen mittels Eyetracking Texte auf Verständlichkeit geprüft und sind  auf 19 wichtige Aspekte gestoßen, die Textverständlichkeit beeinflussen. Den Abschluss des zweiten Multiplier Events bildete schließlich eine Diskussionsrunde.

Wenn Sie gerne weitere Informationen über das EASIT Multiplier Event in Stockholm haben möchten, finden Sie hier das Programm und die Präsentationen zum Herunterladen.

Wir laden Sie außerdem herzlich ein, sich schon einmal den 13. Februar 2020 freizuhalten: An diesem Tag findet das dritte Multiplier Event statt und Gastgeber ist dieses Mal die Universität Hildesheim.

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Leichte Sprache
news-16491 Mon, 08 Apr 2019 19:30:00 +0200 Impulsvortrag bei der Hildesheimer Stadtverwaltung https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/impulsvortra/ Am 27. Februar war die Forschungsstelle Leichte Sprache zu Gast bei der Hildesheimer Stadtverwaltung, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in das Thema Leichte Sprache einzuführen. Die Stadt Hildesheim will Inklusion vorantreiben. Um diesem Ziel einen Schritt näher zu kommen und Inklusionsprozesse in Gang zu setzen, hat die Verwaltung ein Projekt an den Start gebracht, das unter anderem die interne Sensibilisierung für Inklusion und Barrierefreiheit in all ihren Facetten im Fokus hat. Ein wichtiger Aspekt dabei ist auch die Abschaffung kommunikativer Barrieren. Kommunale Verwaltungen stehen im ständigen Kontakt zu den Menschen in der Gemeinde. Die gelungene Kommunikation kann nicht nur im Sinne einer Dienstleistungsverwaltung als kundenfreundlicher Service angesehen werden. Sie ist vielmehr die Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe auf kommunaler Ebene und gleichzeitig die Bedingung dafür, dass Bürgerinnen und Bürger selbstbestimmt und aufgeklärt Rechte wahrnehmen und Pflichten nachkommen können. 

Dabei kann Leichte Sprache helfen. Welche Potentiale sie speziell für den administrativen Bereich der kommunalen Verwaltung bietet, wollte die Stadt Hildesheim von der Forschungsstelle Leichte Sprache wissen. Am 27. Februar waren wir deshalb vor Ort, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zweier ausgewählter Fachbereiche mit starkem Kundenkontakt das Konzept der Leichten Sprache vorzustellen. Wo liegen die Tücken der Verwaltungssprache? Warum sind Formulare schwer verständlich? Und wie kann die kommunikative Kluft zwischen Experte(n) und Laie(n) durch konzeptionell vereinfachte Sprache aufgehoben werden? Diese und weitere Fragen haben wir in den beiden aufeinanderfolgenden Impulsveranstaltungen diskutiert und an konkreten Textbeispielen veranschaulicht. Aktiv werden durften die Teilnehmenden dann auch. Anhand der eigenen Texte, entnommen z. B. vom städtischen Internetauftritt, wurden grundlegende Verständnishürden herausgearbeitet und vereinfacht.

Wir haben uns sehr gefreut, dass wir der Stadt Hildesheim wiederholt in ihrem Bestreben, eine inklusionssensible Verwaltung zu etablieren, unterstützen konnten und sind sehr gespannt auf die weiteren Entwicklungen. Bereits im letzten Jahr haben wir in unseren Newsletter über das Inklusionsprojekt der Stadt Hildesheim berichtet. Hier gelangen Sie zum Artikel.

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Leichte Sprache
news-16494 Mon, 08 Apr 2019 18:24:57 +0200 Das EASIT-Multiplier-Event in München als erfolgreicher Auftakt https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/das-easit-mu/ Am 7. März 2019 hat das erste EASIT-Multiplier-Event beim SDI München stattgefunden. KooperationspartnerInnen, StakeholderInnen und ExpertInnen aus Forschung und Praxis kamen zusammen, um sich über leicht verständliche Sprache (Leichte und Einfache Sprache) in den audiovisuellen Medien auszutauschen. Die Forschungsstelle Leichte Sprache war dabei. Die Forschungsstelle Leichte Sprache ist seit September letzten Jahres im Projekt „Easy Access for Social Inclusion Training“ (EASIT) involviert. Dieses Drittmittelprojekt, das von dem europäischen Förderprogramm Erasmus+ unterstützt wird, befasst sich mit der Umsetzung von leicht verständlicher Sprache in den audiovisuellen Medien. Dabei ist die zweite Phase (IO2) gerade angelaufen, nachdem die erste Projektphase (IO1) vor kurzem abgeschlossen wurde. Beim EASIT-Multiplier-Event in München wurden nun die ersten Ergebnisse des Projektes vorgestellt.

In der ersten Projektphase haben die Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartner innerhalb ihrer Länder eine Online-Umfrage durchgeführt. Ziel dieser Umfrage war es zu ermitteln, wie es gegenwärtig um die Ausbildung und Praxis leicht verständlicher Sprache in Europa bestellt ist. Die Befragung ergab unter anderem, dass Leichte Sprache in Europa eine weitere Verbreitung als Einfache Sprache aufweist. So fokussiert zum Beispiel das Training, das hauptsächlich in Workshops stattfindet, primär Leichte Sprache. Die Endergebnisse der Umfrage wurden bereits zusammengefasst und werden in Kürze auf der EASIT-Homepage veröffentlicht werden.

Expertinnen und Experten der Barrierefreien Kommunikation und audiovisueller Medien waren beim ersten EASIT-Multiplier-Event in München ebenfalls dabei und haben die Gelegenheit genutzt, ihre aktuellen Forschungsprojekte zu präsentieren. Frau Prof. Dr. Silvia Hansen-Schirra von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz stellte in diesem Rahmen ihre Eye-Tracking-Studie zum Thema Leichte Sprache in Untertiteln vor. Im Anschluss hielt Herr Prof. Dr. Carlo Eugeni von der Scuola Superiore per Mediatori Linguistici (SSML) in Pisa einen Vortrag über die Anwendung von Leichter Sprache in der Live-Untertitelung. Bei den Zuhörerinnen und Zuhörern im Saal handelte es sich um Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Ländern Europas, die in Diskussionsrunden ihre Meinungen und Vorschläge zum Projekt mit uns geteilt haben.

Hier finden sie weitere Informationen zum EASIT-Multiplier-Event in München sowie das Programm und die Präsentationen zum Herunterladen.

Wir laden Sie herzlich zum zweiten EASIT-Multiplier-Event am 20. Juni 2019 in Stockholm ein! Das Programm finden Sie hier. Die Teilnahme ist kostenlos, allerdings ist eine Anmeldung erforderlich. Wir freuen uns auf Sie. :-)

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Leichte Sprache
news-16493 Mon, 08 Apr 2019 18:24:07 +0200 Fachtagung der AEWB „Sprache ohne Hürden! Leichte Sprache in Betrieb und Kommune“ https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/fachtagung-d/ Am 20. März 2019 waren Mitarbeiterinnen der Forschungsstelle Leichte Sprache bei der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) in Hannover zu Besuch. Grund dafür war die Tagung „Sprachen ohne Hürden! Leichte Sprache in Betrieb und Kommunen“, die zum wiederholten Male von der Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung (AEWB) ausgerichtet wurde. Den wissenschaftlichen Input der Tagung gab Hauptreferent Prof. Dr. Xavier M. H. Moonen von der Universität Amsterdam. Mit seinem Vortrag „Es funktioniert – Wie die ‚Sprache für alle‘ erfolgreich in den Niederlanden eingeführt wird“ gab er wichtige Einblicke in die niederländische Forschungsarbeit zur „Taal voor allemaal“ (Sprache für alle).

Im Gegensatz zu Deutschland gibt es in den Niederlanden bislang keine gesetzliche Verankerung der Leichten Sprache. Somit haben selbst Menschen mit diagnostizierter Behinderung keinen Anspruch auf vereinfachte Texte. Aber die fehlende Rechtsgrundlage habe laut Prof. Dr. Moonen auch Vorteile, denn sie mache den Umgang mit Leichter Sprache unvoreingenommener und das sich öffnende Forschungsfeld freier und experimenteller.

Zu Moonens heterogener Zielgruppe gehören Menschen mit niedrigem Bildungsstand, Menschen mit Lernschwierigkeiten, Menschen mit Migrationshintergrund, gering literalisierte Menschen und Menschen, die aus anderen Gründen Schwierigkeiten beim Lesen oder auch Probleme beim Erinnern und Verarbeiten von Informationen haben. Besonderes Augenmerk richtete Prof. Moonen auf die niederländische Behördenkommunikation: Eine Umfrage ergab, dass die an den Bürger adressierten Behördentexte vom Großteil der Menschen – unabhängig von einer Beeinträchtigung – nicht verstanden werden. Rund 75 % des Textangebotes der Behörden verlangt nach den Maßstäben des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER) das höchste Sprachniveau (C2). Verstanden werden diese Texte allerdings nur von rund 15 % der Leserinnen und Leser. Der Handlungsbedarf ist also groß und dringend.

Im Anschluss an den Vortrag erhielt Shpresa Matoshi aus dem Büro für Leichte Sprache und Barrierefreiheit in Osnabrück das Wort. Frau Matoshi ist Prüferin für Leichte-Sprache-Texte und selbst auf eben diese angewiesen. Sie berichtete von den zahlreichen Alltagssituationen, die für sie ohne vereinfachte Texte nicht zu bewältigen sind und veranschaulichte damit den gesellschaftlichen Bedarf der Leichten Sprache.

Einblicke in die Praxis und erfolgreiche Beispiele Leichter Sprache in der Arbeitswelt haben die Tagungsgäste in rotierenden Impulsrunden erhalten, welche die drei Handlungsfelder Betrieb, Kommune und Gewerkschaft abdeckten. Anschließend führten Monika Nölting, Vorsitzende des Beirates für Menschen mit Behinderungen in der Stadt Northeim, und Oliver Venzke, Leiter der Abteilung Bildung der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, ein Interventionsgespräch vor dem Plenum über den Umgang mit Widerständen bei der Implementierung von Leichter Sprache.

Zum Ende der Tagung gab es noch einen Ausblick über Pläne und Visionen der AEWB. Im Fokus des Interesses steht dabei vor allem die Wirkungsforschung, die sich erst jetzt mit einer merklich wachsenden Verbreitung und Diversität von Leichte-Sprache-Texten auf den Weg machen kann, aussagekräftige empirische Erkenntnisse zu liefern.

Die Forschungsstelle Leichte Sprache bedankt sich herzlich bei der AEWB und allen Mitwirkenden für einen spannenden Tag mit interessanten neuen Einblicken in das Handlungsfeld der Leichten Sprache. Es freut uns sehr, dass immer mehr Akteure und Multiplikatoren das Feld betreten.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Tagung der AEWB.

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Leichte Sprache
news-16492 Mon, 08 Apr 2019 18:23:15 +0200 Die Forschungsstelle zu Gast beim NDR https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/die-forschun-3/ Ende März war die Forschungsstelle Leichte Sprache zu Gast beim NDR in Hamburg. In einem spannenden neuen Projekt soll eine Variante der Tagesschau in Einfacher Sprache entstehen. „Es ist 20 Uhr, hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der Tagesschau.“ Für viele Menschen gehören diese Worte zum allabendlichen Programm. Was passiert gerade in Deutschland und der Welt? Welche neuen Entwicklungen gibt es beim Brexit? In nur 15 Minuten erhalten die Zuschauerinnen und Zuschauer die wichtigsten Informationen des Tages.

Doch betrachtet man die Sendung aus sprachlicher Sicht, kann sie Menschen vor große Barrieren stellen: Lange Sätze und komplizierte grammatikalische Konstruktionen sollen Sachverhalte darstellen, die auch inhaltlich nicht immer leicht zu durchdringen sind. Es braucht teilweise auch einiges Vorwissen, um die aktuellen Nachrichten vollständig einordnen zu können.

In einem gemeinsamen Projekt des NDR und der Forschungsstelle Leichte Sprache soll es deshalb darum gehen, die Tagesschau für alle in Einfacher Sprache aufzubereiten. Ziel ist es, die Nachrichten für alle Menschen besser verständlich zu machen.

Zu einem ersten Ideenaustausch war die FLS zusammen mit einigen Studierenden der Universität Hildesheim beim NDR in Hamburg zu Gast. Beispielhaft wurde eine Ausgabe der Tagesschau in eine einfachere Sprachform gebracht und dann auch direkt mit Sprecherin Stella Jürgensen und Sprecher Tarek Youzbachi aufgenommen. Dabei war vor allem interessant zu sehen, dass bestimmte Formulierungen nur als geschriebener Text funktionieren, in mündlicher Form jedoch nicht. Dies kann insbesondere bei der Nutzung von Pronomen wie „ich“ und „wir“ zu Problemen führen, wenn der Urheber der Aussage nicht eindeutig ist.

In der Diskussion zeigte sich schließlich die große Motivation für das Projekt, bei dem aber noch viele Fragen offen bleiben: Soll die Version in Einfacher Sprache sehr nah am bestehenden Tagesschau-Format bleiben und z. B. auf das vorhandene Bildmaterial zurückgreifen oder lässt man der neuen Version mehr Raum sich zu entfalten? Wie können die Informationen trotz Vereinfachung redaktionell korrekt bleiben? Und wie soll mit O-Tönen von PolitikerInnen, ExpertInnen usw. umgegangen werden?

Diese und weitere Überlegungen werden nun weiter verfolgt. Es bleibt auf jeden Fall spannend!

Hier finden Sie Informationen zu den barrierefreien Angeboten des NDR und der ARD.

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Leichte Sprache
news-16040 Wed, 23 Jan 2019 11:03:46 +0100 Januar 2019: Die FLS wird fünf https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/januar-2019/ Am 5. Dezember 2013 erhielt Christiane Maaß, damals Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation, ein offizielles Schreiben des Präsidenten der Stiftung Universität Hildesheim, Herrn Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich, aus dem hier zitiert wird: „Sehr geehrte, liebe Frau Maaß, ich freue mich Ihnen mitteilen zu können, dass das Präsidium beschlossen hat, die Einrichtung einer Forschungsstelle „Leichte Sprache“ … zu fördern.“ Als Startpunkt ist der 1. Januar 2014 angegeben. Damit ist die Forschungsstelle Leichte Sprache in diesem Januar 5 Jahre alt geworden. Dies ist der Anlass für eine kleine Erinnerung an einige Highlights mit vielen Bildern: -          2014: Abschluss des ersten Abschnitts des Projekts „Leichte Sprache in der niedersächsischen Justiz“

-          2014: erster Workshop Leichte Sprache in Hildesheim

-          2015: „Leichte Sprache – Das Regelbuch“ erscheint

-          2015-2017: Projekt mit dem NDR: „NiLS – Nachrichten in Leichter Sprache“

-          2016: Verständliche Spieleanleitungen

-          2016: Veröffentlichung der Duden-Bände

-          2017: Die Forschungsstelle gewinnt den Science Slam!

-          2017: Tagung Leichte Sprache in Politik und Medien: Die Situation in Deutschland in Finnland

-          2018: Handbuch Barrierefreie Kommunikation

-          2018: Der Studiengang „Barrierefreie Kommunikation“ startet mit einer Tagung

-          2018: Zusammenarbeit mit der Stadt Hildesheim

-          2018: Das Projekt EASIT startet

-          2019: Isabel Rink reicht zum fünften Geburtstag der Forschungsstelle ihre Dissertationsschrift ein :-)

Dazwischen gab es noch sehr viel kleinere und größere Events, viele Highlights und Feiern, viele Aufträge und Workshops in unterschiedlichen Settings und Formaten. Jetzt zeichnet sich aus, dass die Forschung zur Barrierefreien Kommunikation international wird: Die Zusammenarbeit mit Spanien und Finnland intensiviert sich. Eine ganze Reihe von Mitarbeiterinnen sind inzwischen Ehemalige, die ihren Weg gehen und an unterschiedlichen Stellen an der Barrierefreiheit der Gesellschaft mitwirken: Vielen Dank, Christiane Z., Katrin, Laura, Maria, Noor, Alisha, Larissa, Finja S. (hoffentlich haben wir niemanden vergessen). Wir bedanken uns sehr herzlich bei allen Partnern und Weggefährten für die Zusammenarbeit und freuen uns auf Weiteres.

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Leichte Sprache
news-15844 Tue, 04 Dec 2018 16:40:09 +0100 Die Forschungsstelle Leichte Sprache wird international https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/die-forschun/ Die Forschungstätigkeiten der Forschungsstelle Leichte Sprache im Bereich Barrierefreie Kommunikation internationalisieren sich. Im Rahmen eines europaweiten Projekts wird ein Curriculum entwickelt, das Texter(innen) und Übersetzer(innen) in Europa akademisch im Verfassen von leicht verständlichen Inhalten schulen soll. Seit die Forschungsstelle Leichte Sprache im Jahr 2014 ins Leben gerufen wurde, hat diese unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Christiane Maaß die Forschung in der Barrierefreien Kommunikation – insbesondere im Feld der Leichten Sprache – bedeutsam vorangetrieben. Zu diesen Themen hat die Forschungsstelle in den vergangenen Jahren zahlreiche Publikationen vorgelegt, wie etwa die im Duden-Verlag veröffentlichten Bände zur Leichten Sprache (Bredel/Maaß) sowie den Sammelband Barrierefreie Kommunikation (Maaß/Rink), der im Oktober dieses Jahres publiziert wurde. Darüber hinaus beschäftigt sie sich seit ihrer Gründung intensiv mit der Weiterbildung von Leichte-Sprache-Übersetzer(innen). Nun wird die Forschungsstelle Leichte Sprache international: Seit dem 1. September 2018 wirkt sie an einem europaweiten Projekt mit, das EASIT heißt. Dank ihrer Erfahrung ist die Forschungsstelle mit der Entwicklung eines Curriculums betraut worden, das Texter(innen) und Übersetzer(innen) in Leichte Sprache europaweit trainieren soll.

Das Projekt EASIT (Easy Access for Social Inclusion Training) zielt auf die Definition und gesellschaftliche Anerkennung des Berufsprofils von Experten für leicht verständliche Inhalte. Um dieses Ziel zu erreichen, muss das Projekt ein umfassendes Curriculum für die Ausbildung von Expertinnen und Experten für leicht verständliche Inhalte in Europa entwickeln. In diesem Kontext wird Leichte Sprache auch in audiovisuellen Angeboten berücksichtigt, was für die Barrierefreie Kommunikation eine Innovation darstellt, denn bisher wurde in der Forschung und im Training hauptsächlich Leichte Sprache in Printtexten thematisiert. Für dieses innovative Curriculum ist die Forschungsstelle zuständig.

Die Laufzeit des Projekts, das von der Universitat Autònoma de Barcelona (Spanien) geleitet wird, ist auf drei Jahre bis 2021 festgelegt. Weitere Kooperationspartner neben der Stiftung Universität Hildesheim sind die Università degli Studi di Trieste (Italien), die Universidade de Vigo (Spain), das Rundfunknetz RTV Slovenija (Slowenien), das SDI München an der Hochschule für Angewandte Sprachen (Deutschland) und die Nutzerverbände Zavod RISA (Slowenien) und Dyslexiförbundet (Schweden).

Mehr Informationen zum Projekt können Sie auf der Internetseite von EASIT finden. Gerne können Sie auch den Projektmanager für Hildesheim, Sergio Hernández Garrido, kontaktieren: hernande(at)uni-hildesheim.de.

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Leichte Sprache
news-15843 Tue, 04 Dec 2018 16:39:23 +0100 Ein Rückblick auf die Fachtagung Barrierefreie Kommunikation in Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/ein-rueckblic/ Vom 18. bis zum 20. Oktober 2018 fand an der Universität Hildesheim die internationale Fachtagung Barrierefreie Kommunikation statt. Schrift-, Gebärden- und Flüsterdolmetscher(innen) sorgten für einen barrierefreien Zugang zu den gesprochenen Inhalten für den heterogenen Teilnehmerkreis. Anlass der Tagung war die Eröffnung des neuen und deutschlandweit einzigartigen Masterstudiengangs Barrierefreie Kommunikation, der im Oktober 2018 an den Start gegangen ist und seine Studierenden zu Expert(inn)en der verschiedenen Spielarten im Feld der Barrierefreien Kommunikation ausbildet.

Auch wenn einzelne Aspekte von Kommunikationsbarrieren und deren Abbau bereits etablierte Forschungsgegenstände sind, hat deren Verknüpfung zu einem eigenen Forschungszweig gerade erst begonnen. Das dreitägige Programm der Tagung zeigte einen Ausschnitt davon, wie groß das Handlungs- und Forschungsfeld ist und wie viele Akteurinnen und Akteure von der Vernetzung profitieren können. Dabei wurde das breite Themenfeld aus den verschiedenen Blickwinkeln von Wissenschaft, Empowerment, Politik, Behörden und Medien beleuchtet.

Eröffnet wurde die Tagung vom Dekan des Fachbereichs Sprach- und Informationswissenschaften, Prof. Dr. Ulrich Heid, sowie von der Beauftragten für Menschen mit Behinderung des Landes Niedersachsen, Petra Wontorra.

In einschlägigen Keynotes referierten verschiedene Akteure des Feldes über die Bedeutung von Kommunikation für gesellschaftliche Teilhabe sowie über die komplexen Bedingungen von Sprach- und Kommunikationsgestaltung und gaben Einblicke in ihre Arbeits- und Forschungsbereiche. Zu den Vortragenden gehörten Dr. Volker Sieger (Bundesfachstelle Barrierefreiheit), Dr. Antje Baumann (Bundesjustizministerium), Prof. Dr. Anna Matamala (Universität Barcelona), Prof. Dr. Ursula Christmann (Universität Heidelberg) sowie Dr. Ulla Vanhatalo und Dr. Camilla Lindholm (Universität Helsinki).

Für einen regen Austausch der Teilnehmer(innen) sorgten die Plenarrunden. Vor und mit dem Publikum diskutierten Praktiker(innen) und Wissenschaftler(innen) über die Kommunikationsbarrieren der unterschiedlichen Zielgruppen, über Lösungsansätze zur Überwindung der Barrieren, über den aktuellen Forschungsstand sowie über den notwendigen Wandel in der Gesellschaft.

Einblicke in die Praxis barrierefreier Kommunikationsgestaltung ermöglichte das Workshopangebot: Während der gehörlose Gebärdensprachdozent Jörg Apel seine Workshopteilnehmer(innen) erste Erfahrungen mit der deutschen Gebärdensprache sammeln ließ, zeigte Diplom-Juristin Nicola Pridik Interessierten das Potential der Visualisierung von Rechtsgegenständen durch Sketchnotes. Kerstin Alexander und Cordula Wünsche vom Kompetenzzentrum Informationswissenschaften in Merseburg fokussierten in ihrem Workshop „Type & Bild“ die Bedeutung des Layouts von Leichte-Sprache-Texten.

Ein extra Slot der Tagung widmete sich den Kommunikationstechnologien. Mit Communication Lab, Verba Voice und Inkl. Design präsentierten sich drei erfolgreiche Dienstleister, die durch moderne technische Lösungen zielgruppenspezifische Produkte auf dem wachsenden Markt der Barrierefreien Kommunikation anbieten.

Im Rahmen der Fachtagung wurde vom Dudenverlag zum ersten Mal der Leichte-Sprache-Preis verliehen. In Zusammenarbeit mit der Forschungsstelle Leichte Sprache hatte die Dudenredaktion erstmals einen Leichte-Sprache-Preis für die beste Fachübersetzung in Leichte Sprache ausgeschrieben. Der mit 1.500 Euro dotierte Preis ging an den freien Übersetzer Mark Harenberg für seine Übersetzung der NDR-Datenschutzerklärung. Die Entscheidung über den Preisträger wurde von einer Fachjury sowie der Expertengruppe der Lebenshilfe Braunschweig getroffen.

Ein weiteres Highlight war die Präsentation des im Herbst bei Frank & Timme erschienenen Handbuchs Barrierefreie Kommunikation, herausgegeben von Prof. Dr. Christiane Maaß und Isabel Rink (Forschungsstelle Leichte Sprache). Das knapp 800 Seiten umfassende Werk betrachtet die Forschung zur Barrierefreien Kommunikation aus ihren verschiedenen Perspektiven. In 32 wissenschaftlichen Aufsätzen umreißt es den gegenwärtigen Stand der Forschung und macht Desiderate sichtbar. Neben dem wissenschaftlichen Schwerpunkt beinhaltet es auch einen Praxisteil, welcher sowohl Produzent(inn)en als auch Nutzer(innen) Barrierefreier Kommunikation zu Wort kommen lässt. Zahlreiche Beiträger(innen) waren auf der Tagung anwesend und haben ihre Aufsätze vorgestellt.

Wir haben die Tagung als einen großen Erfolg wahrgenommen und bedanken uns herzlich bei den Beiträger(inne)n, Gästen und allen weiteren Mitwirkenden, die geholfen haben, dieses bislang einzigartige Format möglich zu machen. Wir hoffen, dass es künftig viele weitere solcher Veranstaltungen geben wird, die den Diskurs vorantreiben und eine engere Vernetzung sowohl der einzelnen Disziplinen als auch zwischen Wissenschaft und Praxis bewirken.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Fachtagung Barrierefreie Kommunikation. Auch eine barrierefreie Version des Tagungsheftes sowie Informationen in Leichter Sprache stehen zur Verfügung.

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Leichte Sprache
news-15838 Tue, 04 Dec 2018 16:38:39 +0100 Die FLS zu Besuch auf der GAL 2018 https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/die-fls-zu-b/ Die Gesellschaft für Angewandte Linguistik (GAL) e.V. ist eine der größten und ältesten sprachwissenschaftlichen Fachgesellschaften im deutschsprachigen Raum. In diesem Jahr fand die GAL-Tagung vom 11. bis zum 14. September an der Universität Duisburg-Essen statt und auch die Forschungsstelle war mit von der Partie. Die Forschungsstelle Leichte Sprache hatte auf dem diesjährigen Kongress der Gesellschaft für Angewandte Linguistik (GAL) an der Universität Duisburg-Essen gleich mehrere Anlässe zur Freude: Die GAL feierte das 50. Jubiläum ihrer Gründung und das Rahmenthema des Kongresses „Sprachen – Kommunikation – Öffentlichkeit“ stand dieses Jahr ganz im Zeichen der Erforschung und Optimierung von Kommunikationsprozessen im Alltag und in professionellen Anwendungsfeldern. In diesem Bestreben fanden die Forschungsstelle und die GAL zusammen.

Neben den Keynote-Vorträgen, einer Posterausstellung und vielen weiteren thematischen Sitzungen aus den verschiedenen Sektionen der GAL fand am Donnerstag und Freitag (13./14. September) auch ein Symposium zum Thema „Was ist leicht, was ist schwer zu lesen und zu verstehen? – Interdisziplinäre Perspektiven, Methoden, Desiderate“ unter Moderation von Bettina Bock (Universität zu Köln) und Sandra Pappert (Universität Heidelberg) statt. Dabei gab es neben Vorträgen zu Lesbarkeit und Verständlichkeit im Bereich des Lesenlernens in der Schule am Donnerstag auch die Präsentationen zur Leichten Sprache am Freitag: Silvia Hansen-Schirra und Silke Gutermuth von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz stellten dazu u. a. ihre Rezeptionsstudie mit verschiedenen Adressatengruppen vor und auch die Forschungsstelle Leichte Sprache der Universität Hildesheim durfte unter dem Titel „Barrieren und Kompensationsstrategien: Fachexterne Kommunikation mittels Leichter Sprache“ ihre Forschungsergebnisse präsentieren. Christiane Maaß und Isabel Rink konnten unterschiedliche Barrieretypen aufzeigen, die insbesondere in anspruchsvollen Texten des juristisch-administrativen Bereichs für die Leserschaft bestehen, und im Anschluss daran Kompensationsstrategien bei der sprachlichen, konzeptuellen und medialen Aufbereitung von Texten vorstellen, die den Zugang zu den Inhalten für ein breites Publikum ermöglichen.

Ein Highlight auf der GAL-Tagung stellte für die Forschungsstelle die Präsentation des frisch gedruckten Handbuchs „Barrierefreie Kommunikation“ dar, das seit Oktober dieses Jahres beim Verlag Frank & Timme erhältlich ist. Darin stellen neben den Herausgeberinnen Christiane Maaß und Isabel Rink viele weitere Forscher(innen), aber auch Beiträger(innen) aus der Praxis ihre Ergebnisse und Erfahrungen im Bereich der Barrierefreien Kommunikation vor.

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Leichte Sprache
news-15837 Tue, 04 Dec 2018 16:37:20 +0100 Handbuch Barrierefreie Kommunikation erschienen https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/handbuch-bar/ Im Oktober erschien das Handbuch Barrierefreie Kommunikation. Herausgeberinnen sind Christiane Maaß und Isabel Rink von der Forschungsstelle Leichte Sprache. Das 800 Seiten starke Buch versammelt Beiträge über das ganze Feld der Barrierefreien Kommunikation. Insgesamt haben über 50 Autorinnen und Autoren am Handbuch mitgewirkt. Die Forschung zur Barrierefreien Kommunikation ist teilweise schon lange etabliert wie etwa die Verständlichkeitsforschung; teilweise ist sie konsolidiert wie etwa die Forschung zum Gebärdensprachdolmetschen oder zur Audiodeskription. Teilweise ist sie neu, wie die Forschung zur Leichten Sprache. Aber es gab bisher noch kein Handbuch zur Barrierefreien Kommunikation, sie wurde nicht als gemeinsames Forschungsfeld wahrgenommen. Dieses Desiderat wird mit dem vorliegenden Band erfüllt.

Kommunikationsbarrieren sind dabei nicht unbedingt mit Behinderung assoziiert. Es kann sehr unterschiedliche Gründe geben, warum Texte Barrieren für die Leserschaft darstellen.

-        Wenn sie in einer Sprache gehalten sind, die die Adressat(inn)en nicht verstehen.

-        Wenn sie über einen Sinneskanal wahrgenommen werden müssen, der den Adressat(inn)en nicht zur Verfügung steht

-        Wenn sie für die Nutzer(innen) zu fachlich und schwer sind.

Zur Überwindung aller dieser Barrieren haben sich in der Vergangenheit Mittel und Wege herausgebildet, die auch in der Forschung wahrgenommen und teilweise weiterentwickelt worden sind und werden. Diese werden im Handbuch umfassend vorgestellt und theoretisiert.

Das Handbuch Barrierefreie Kommunikation ist in vier thematische Bereiche gegliedert:

1)      Anforderungen an Wahrnehmbarkeit und Verständlichkeit

2)      Formen der Barrierefreien Kommunikation

3)      Mediale Bereiche und Textsorten

4)      Stimmen aus der Praxis

Teil 1: Anforderungen an Wahrnehmbarkeit und Verständlichkeit

Im ersten Teil des Handbuchs sind Beiträge versammelt, die Anforderungen an Texte und Kommunikationsbereiche beschreiben, die für Barrierefreiheit gegeben sein müssen. Barrierefreie Texte müssen auffindbar sein. Sie müssen wahrnehmbar und verständlich sein. Sie dürfen nicht zu viel Neues einführen und müssen sich mit dem Vorwissen verknüpfen lassen. Sie müssen akzeptabel sein. Dann kann man sie in seinen Texthorizont einpassen und auf ihrer Grundlage handeln. Dass wir von „barrierefrei“ sprechen, suggeriert, dass Texte auch Barrieren darstellen. Hierzu gibt es inzwischen eine Rechtslage, die Barrierefreiheit in der Kommunikation definiert und der Gesellschaft auch entsprechende Vorschriften macht.

Teil 2: Formen der Barrierefreien Kommunikation

Der zweite Teil des Handbuchs stellt das zur Verfügung stehende Instrumentarium der Barrierefreien Kommunikation vor mit Artikeln u. a. über

-        Leichte Sprache

-        Schriftdolmetschen

-        Apparategestützte und Unterstützte Kommunikation

-        Gebärdensprachdolmetschen.

Teil 3: Mediale Bereiche und Textsorten

Der nächste Abschnitt des Handbuchs zeigt exemplarisch, wo Barrierefreie Kommunikation aktuell zum Einsatz kommt, welche Textsorten, welche thematischen Bereiche und welche technologischen Lösungen es gibt. Dieser Teil ist, obwohl der größte Einzelbereich des Handbuchs, exemplarisch, da das Feld inzwischen vielfältig ausdifferenziert ist. Hier finden sich folgende Themen:

-        Die Möglichkeiten für den Einsatz von Sprachtechnologie in der Hörgeschädigten-Untertitelung und Audiodeskription

-        Audiodeskription und Audioeinführungen

-        Visualisierung von Rechtskommunikation

-        Barrierefreies Webdesign und Mensch-Maschine Interaktion

-        Alternativtexte und technologiegestützte Kommunikation bei Beeinträchtigung des Sehens

-        Computer Aided Translation Tools in der Barrierefreien Kommunikation

Ebenfalls in diesem Teil enthalten sind einige Beiträge zu unterschiedlichen Gesellschafts- und Diskursbereichen, in denen Barrierefreie Kommunikation zum Einsatz kommt:

-        Barrierefreies und inklusives Theater und Museum

-        Barrierefreie Verwaltung

-        Texte der medizinischen, juristischen und technischen Fachkommunikation als Barrieren und Ansätze zu deren Überwindung

Teil 4: Stimmen aus der Praxis

Wir haben in das Handbuch auch eine Rubrik „Stimmen aus der Praxis“ mit einbezogen. Hier berichten Praktikerinnen und Praktiker sowie Nutzerinnen und Nutzer über ihren Umgang mit und ihre Erstellung von Barrierefreier Kommunikation. Viele davon in Doppelfunktion. Man darf nicht vergessen, dass Barrierefreie Kommunikation ein Praxisfeld ist, sie existiert bereits in der Praxis. Die Wissenschaft muss das zur Kenntnis nehmen und das Handbuch möchte hierzu einen Beitrag leisten.

Das Handbuch Barrierefreie Kommunikation können Sie für 49,90 Euro beim Verlag Frank & Timme bestellen.

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Leichte Sprache
news-15463 Thu, 13 Sep 2018 19:30:00 +0200 Handbuch Barrierefreie Kommunikation erscheint im Herbst bei Frank & Timme https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/handbuch-bar-1/ Im Herbst 2018 erscheint im Verlag Frank & Timme das 800seitige „Handbuch Barrierefreie Kommunikation“ zum Preis von knapp 50 Euro. Herausgeberinnen sind Christiane Maaß und Isabel Rink. Durch Behinderungen, Erkrankungen, divergierende Bildungschancen oder eingreifende Lebensereignisse haben Menschen höchst unterschiedliche Bedarfe, wie Texte bzw. Kommunikationsbeiträge im weitesten Sinne für sie aufbereitet werden müssen, damit sie ihren individuellen Anforderungen und Zugangsvoraussetzungen entsprechen. Das Handbuch gibt einen Überblick über die wissenschaftliche Forschung zum Gesamtfeld der Barrierefreien Kommunikation und vermittelt darüber hinaus Einblicke in die aktuelle Praxis aus der Perspektive von NutzerInnen und ProduzentInnen Barrierefreier Kommunikation.

Das Handbuch gliedert sich in vier Teile:

1.      Teil „Anforderungen an Wahrnehmbarkeit und Verständlichkeit“

Hier wird u. a. auf die unterschiedlichen Arten von Kommunikationsbarrieren sowie auf die aktuelle rechtliche Lage eingegangen. Die AutorInnen stellen den Stand der Forschung vor in den Bereichen

-        barrierefreies Grafikdesign,

-        Verständlichkeit und

-        zu den unterschiedlichen Behinderungsarten (Seh- und Hörbehinderung, geistige Behinderung).

2.      Teil „Formen der Barrierefreien Kommunikation“

Dieser Teil ist den unterschiedlichen Arten der Barrierefreien Kommunikation gewidmet und es gibt u. a. Artikel über

-        Leichte Sprache,

-        Schriftdolmetschen,

-        Untertitel für Hörgeschädigte,

-        Unterstützte und Apparategestützte Kommunikation,

-        Gebärdensprachdolmetschen und

-        Community Interpreting.

3.      Teil „Mediale Bereiche und Textsorten“

In diesem Teil werden zahlreiche konkrete Realisationsweisen und Aspekte der Barrierefreien Kommunikation vorgestellt, u. a.

-        barrierefreies Webdesign,

-        der Einsatz von Sprachtechnologie sowie

-        Schreib- und Übersetzungswerkzeugen in der Barrierefreien Kommunikation,

-        Audiodeskription und Audioeinführung,

-        Visualisierung rechtlicher Inhalte.

Außerdem finden sich hier Artikel über unterschiedliche Bereiche, in denen Barrierefreie Kommunikation zum Einsatz kommt:

-        Barrierefreies Museum sowie

-        medizinische, technische und juristisch-administrative Kommunikation.

4.      Teil „Stimmen aus der Praxis“

In diesem Teil kommen PraktikerInnen und NutzerInnen Barrierefreier Kommunikation zu Wort und erläutern, wie sie Barrierefreie Kommunikation nutzen und zur Anwendung bringen, in welchen Bereichen sich diese bereits gut etabliert hat und wo noch Verbesserungsbedarf besteht.

Das Handbuch Barrierefreie Kommunikation wird auf der Tagung „Barrierefreie Kommunikation“ am 18. Oktober 2018 an der Universität Hildesheim vorgestellt und es kann ab Oktober 2018 unter diesem Link käuflich erworben werden: www.frank-timme.de.

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Leichte Sprache
news-15464 Thu, 13 Sep 2018 16:01:00 +0200 Schriftdolmetschen kennenlernen am Sprachen & Dolmetscher Institut München https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/schriftdolme/ Schriftdolmetschen ist in Zeiten der Förderung von Inklusion und barrierefreier Kommunikation ein sinnvoller und stark nachgefragter Beruf. Die Universität Hildesheim und das SDI München als Ausbilder von Schriftdolmetschern sind Kooperationspartner. Schriftdolmetschen ist Bestandteil des Masterstudiengangs Barrierefreie Kommunikation am Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation. Die Expertise für das Kompaktseminar zur Einführung in das Schriftdolmetschen hat sich das Institut beim Bildungsnetzwerk SDI München geholt, das Schriftdolmetscher in einer berufsbegleitenden Weiterbildung ausbildet.

SchriftdolmetscherInnen wandeln das gesprochene Wort mit einem Spracherkennungsprogramm oder über die Tastatur nahezu in Echtzeit in Schrift um. Für diese Ausprägung des Simultandolmetschens bringen ÜbersetzerInnen, DolmetscherInnen und ExpertInnen für Leichte Sprache beste Voraussetzungen mit. So hat sich ein junges und sinnvolles Berufsfeld etabliert: SchülerInnen mit Hörschädigung erzielen wesentlich bessere Schulnoten, wenn sie den Unterricht mithilfe des Transkripts der SchriftdolmetscherInnen auf ihrem Tablet mitverfolgen können. SchriftdolmetscherInnen sorgen auch am Arbeitsplatz, bei Konferenzen, im Gerichtssaal und im Gesundheitswesen für barrierefreie Kommunikation.

Die nächste berufsbegleitende Weiterbildung am SDI München mit seinen Partnern beginnt Mitte Oktober 2018, Anmeldungen sind noch möglich. Die Ausbildung selbst ist inklusiv: Sehbehinderte und sehende Personen tauchen gemeinsam in die Welt der Hörbehinderten ein. An 22 Präsenztagen, in praktischem Unterricht und durch selbstgesteuertes Lernen erwerben die TeilnehmerInnen die für den Beruf erforderlichen Fähigkeiten und Kenntnisse. Es gibt diverse Fördermöglichkeiten für die Weiterbildung.

Sie interessieren sich für eine Weiterbildung am SDI München? Dann schreiben Sie an folgende Kontaktadresse: seminare(at)sdi-muenchen.de. Weitere Informationen zum Thema Schriftdolmetschen finden Sie unter: www.sdi-muenchen.de/schriftdolmetschen.

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Leichte Sprache
news-15465 Thu, 13 Sep 2018 14:57:33 +0200 Eine neu erschienene Brustkrebs-Broschüre in Leichter Sprache ermöglicht mehr Selbstbestimmung bei Gesundheitsfragen https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/eine-neu-ers/ Eine neue Broschüre in Leichter Sprache gibt einen Überblick über das Thema Brustkrebs. Die Leserinnen und Leser können sich hier über das Krankheitsbild, Präventionsmöglichkeiten, den Ablauf der Therapie sowie über die Nachsorge informieren. Die Motivation der Herausgeberin und Verfasserin: eine Möglichkeit für Frauen mit Lern- und Verstehensschwierigkeiten zu bieten, sich selbständig Wissen zum Thema Brustkrebs anzueignen und so mehr Selbstbestimmung bei Entscheidungen über die eigene Gesundheit zu erlangen. Die Broschüre trägt das Siegel „Leichte Sprache“. Die Broschüre „Brust-krebs – Informationen in Leichter Sprache“ informiert über die wichtigsten Aspekte der häufigsten Krebsart bei Frauen. Neben der Beschreibung des Krankheitsbildes und Erläuterungen zu Diagnose, Therapie und Nachsorge ist das Thema Prävention ein wichtiger Fokus: Welche Risiken gibt es für die Entstehung von Brustkrebs? Warum ist die Selbstuntersuchung der Brust so wichtig? Warum sollte man regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen gehen, und was macht die Frauenärztin bzw. der Frauenarzt dabei? Da Bilder für Publikationen in Leichter Sprache eine wichtige Rolle spielen, veranschaulichen eigens angefertigte Illustrationen relevante Sachverhalte.

Vor allem im Bereich der Gesundheitskommunikation gibt es bis dato nur wenige Texte in Leichter Sprache. Das macht es für Menschen mit Lern- und Verstehensschwierigkeiten schwer, sich eigenständig über gesundheitsrelevante Themen zu informieren. Dabei sind Kenntnisse über Krankheiten, Präventionsmöglichkeiten, Therapien etc. wichtig, um selbst Entscheidungen über die eigene Gesundheit und das eigene körperliche Wohlergehen zu treffen – und nicht allein davon abhängig zu sein, was die Ärztin oder der Arzt sagt.

Ein weiterer Nutzen von Texten zu Gesundheitsthemen in Leichter Sprache: Die Leserinnen und Leser können sich auch mit wichtigen Fachbegriffen vertraut machen. Beim Arzttermin werden die Themen dann ggf. besser verstanden. Die Verständigung zwischen Patienten und Ärzten wird verbessert – vorausgesetzt, Ärztinnen und Ärzte stellen sich auch in der mündlichen Kommunikation darauf ein. Davon können letztlich auch die Mediziner profitieren: Informierte Patientinnen und Patienten und eine „funktionierende“ Arzt-Patienten-Kommunikation erleichtern den Ablauf der Therapie und sichern so deren Erfolg.

Herausgeberin und Verfasserin der Broschüre ist Bettina Neugebauer. Sie arbeitet als freie Texterin und Redakteurin in Berlin. Der Fokus ihrer Arbeit ist die Patientenkommunikation und Leichte Sprache. Die eigens für die Broschüre angefertigten Illustrationen stammen aus der Feder der Berliner Grafikerin Susanne Liebsch. Inhaltlich geprüft wurde die Brustkrebs-Broschüre von einer Berliner Frauenärztin. Zudem erhielt die Broschüre das Siegel „Leichte Sprache“, nachdem die Verständlichkeit und die Einhaltung des Regelwerks für Leichte Sprache durch die Prüferinnen des Büros für Leichte Sprache der AWO in Berlin sichergestellt wurden.

Sie können die Broschüre bei Bettina Neugebauer mit einer Nachricht an post(at)wort-und-wuerze.de für 9,50 € (inkl. MwSt., zzgl. Versand) bestellen.

Die Herausgeberin und die Grafikerin haben sich dafür entschieden, die Bilder auch für andere Publikationen zur Verfügung zu stellen. Die Illustrationen können für 23,80 € pro Bild (inkl. MwSt.) bestellt werden. Der Preis beinhaltet uneingeschränkte Nutzungsrechte, die erforderliche Copyright-Angabe lautet: © Susanne Liebsch / Bettina Neugebauer. Bei Interesse schicken Sie eine E-Mail an post(at)wort-und-wuerze.de.

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Leichte Sprache
news-15466 Thu, 13 Sep 2018 11:03:00 +0200 Einblicke in den Arbeitsalltag der Forschungsstelle Leichte Sprache – ein Interview mit Praktikantin Janina Kröger https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/einblicke-in/ Die Forschungsstelle Leichte Sprache bietet u. a. Studierenden der Studiengänge IKÜ, MuM und SuT die Möglichkeit, ein Praktikum bei der Forschungsstelle Leichte Sprache zu absolvieren. Janina Kröger ist Studentin der Universität Hildesheim und seit Mai 2018 an der Forschungsstelle Leichte Sprache als Praktikantin beschäftigt. In einem Interview gibt sie Einblicke in ihren Arbeitsalltag und die verschiedenen Projekte, an denen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der FLS zurzeit arbeiten. 1.      Was studierst du und wo kommst du her?

Ich komme ursprünglich aus einem kleinen Dorf südlich von Hamburg und bin für mein BA-Studium Internationale Kommunikation und Übersetzen im Jahr 2013 nach Hildesheim gezogen. Mittlerweile studiere ich den Master Medientext und Medienübersetzung im 2. Semester.

2.      Wie bist du auf die FLS aufmerksam geworden?

Auf die Forschungsstelle bin ich durch Prof. Dr. Christiane Maaß aufmerksam geworden. Ich hatte während meines Bachelorstudiums ein Seminar bei ihr und dort erklärte sie in Grundzügen die Leichte Sprache und erzählte auch von der Forschungsstelle. Das hat mein Interesse geweckt und als mir klar wurde, dass ich in diesem Bereich gerne aktiv sein möchte, hat sie mich auf die Möglichkeit eines Praktikums in der FLS aufmerksam gemacht.

3.      Wie lange dauert dein Praktikum?

Mein Praktikum geht 20 Wochen. Ich habe Ende Mai angefangen und werde bis Anfang Oktober dabei sein.

4.      Was machst du in der FLS?

Meine Aufgaben in der FLS sind vielfältig. So arbeite ich z. B. an PowerPoint Präsentationen für die Lehre im neuen Masterstudiengang Barrierefreie Kommunikation, aktualisiere den Pressespiegel auf unserer Homepage und bereite die Tagung Barrierefreie Kommunikation vom 18. bis 20. Oktober mit vor. Dafür durfte ich einen Text in Leichte Sprache übersetzen, der auch auf der Homepage veröffentlicht wurde. Außerdem gestalte ich das Tagungsheft mit. Eine weitere spannende Aufgabe ist die Veröffentlichung von Abschlussarbeiten, die zum Thema Barrierefreiheit entstanden sind. Dafür darf ich diese Arbeiten lesen, was sehr spannend ist und viel Spaß macht.

5.      Wie gefällt dir dein Praktikum?

Mein Praktikum gefällt mir sehr gut. Ich habe das Gefühl, viel in die Arbeit der FLS eingebunden zu werden und wurde von allen sehr herzlich aufgenommen. Ich darf sehr eigenständig arbeiten, die Kolleginnen und Kollegen haben aber immer ein offenes Ohr, wenn es irgendwo hakt.

6.      Wie geht es nach dem Praktikum für dich weiter?

Ich erhoffe mir, längerfristig in der FLS bleiben zu dürfen. Ich werde mein Studium fortsetzen und der Leichten Sprache auf jeden Fall erhalten bleiben. Das ist ein super spannendes Feld, das sich gerade in der Entwicklung befindet und es ist mir ein großes Anliegen, dass die Leichte Sprache ihren Weg in den Alltag der Menschen findet. Ich möchte nicht nur meinen Beitrag dazu leisten, dass Leichte-Sprache-Übersetzungen und Texte in Leichter Sprache entstehen, sondern möchte auch, dass Leichte Sprache mehr Menschen begeistert. Denn wünschen wir uns nicht alle leicht verständlichere Texte, wenn wir mal wieder einen Antrag ausfüllen müssen oder uns über ein komplexes Thema informieren wollen?

7.      Was war die größte Herausforderung während des Praktikums?

Die größte Herausforderung war für mich einen Leichte-Sprache-Text über die neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) zu schreiben. Dafür musste ich mich erst einmal gründlich über das Thema informieren und die Strukturen dahinter versuchen zu verstehen, damit ich den Inhalt auch in Leichter Sprache ausdrücken kann. Selbst Informationen über juristische Fachtexte sind in der Standardsprache schon sehr komplex und drücken sich oft über Konstruktionen aus, die den genauen Inhalt verschleiern. Ein juristisches Thema so zu durchdringen, dass man es in Leichter Sprache erklären kann, ist eine große Herausforderung.

8.      Würdest du das Praktikum bei der FLS weiterempfehlen?

Auf jeden Fall!

Sie interessieren sich für die Möglichkeit, ein Praktikum bei der Forschungsstelle Leichte Sprache zu absolvieren? Dann melden Sie sich einfach bei uns: leichte.sprache(at)uni-hildesheim.de.

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Leichte Sprache
news-15019 Thu, 12 Jul 2018 19:00:00 +0200 Verlängerung der Bewerbungsfrist: Bewerben Sie sich jetzt für den neuen Masterstudiengang Barrierefreie Kommunikation an der Universität Hildesheim! https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/verlaengerung/ Die Bewerbungsfrist wurde verlängert: Bis zum 1. September 2018 können Sie sich noch für den neuen Masterstudiengang Barrierefreie Kommunikation bewerben, um ab Oktober 2018 unter anderem in den Bereichen barrierefreie Rechts- und Online-Kommunikation, Leichte Sprache und Gebärdensprache ausgebildet zu werden. Mit dem Studiengang Barrierefreie Kommunikation soll neben Vollzeitstudierenden auch berufstätigen Personen die Möglichkeit geboten werden, sich neben dem Beruf weiterzuqualifizieren. Aus diesem Grund wurde der Studiengang so konzipiert, dass dieser auf Wunsch auch in Teilzeit studiert werden kann, wobei die Anwesenheit dann auf ein bis maximal zwei Tagen pro Woche begrenzt ist.

Das Curriculum des Studiengangs ist interdisziplinär ausgerichtet: Neben dem Bereich Angewandte Erziehungswissenschaft stellt auch die Psychologie einen wichtigen Schwerpunkt dar. Des Weiteren lernen die Studierenden zwei Semester Gebärdensprache. Dieses Seminar wird von gehörlosen Gebärdensprachdozierenden durchgeführt. Durch die Kooperation der Universität Hildesheim mit der Diakonie Himmelsthür haben die Studierenden zudem die Möglichkeit, mit Personen mit unterschiedlichen (auch mehrfachen) Behinderungen zusammenzuarbeiten und somit ein Bewusstsein dafür aufzubauen, wie man sich auf kommunikative Bedürfnisse verschiedener Personen einstellt.

Um sich bewerben zu können, wird ein Bachelorabschluss oder ein diesem gleichwertiger Abschluss in einem fachlich geeigneten vorangegangenen Studium ODER ein Hochschulabschluss beliebiger Ausrichtung und eine mindestens dreijährige einschlägige berufliche Praxis benötigt. Die Bewerbung erfolgt über das Bewerbungsportal der Universität Hildesheim. Klicken Sie hier, um direkt zum Portal zu gelangen. Nach einer Registrierung können Sie Ihre Bewerbung ausfüllen und die erforderlichen Unterlagen einreichen. Dazu zählen neben Zeugnissen und Nachweisen in beglaubigter Form ein tabellarischer Lebenslauf sowie ein 1-2seitiges Motivationsschreiben, das Ihr Interesse begründet. Gegebenenfalls kann zudem ein Transcript of records angehängt werden.

Sie haben individuelle Fragen zu Inhalten des Studiengangs oder zum Bewerbungsprozess? Dann hilft Ihnen die Studienberatung gerne weiter. Senden Sie einfach eine E-Mail an masterbk(at)uni-hildesheim.de.

Alle wichtigen Informationen zum Studiengang und zur Anmeldung sowie den aktuellen Studiengangsflyer finden Sie hier: https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/ma-barrierefreie-kommunikation/.

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Leichte Sprache
news-15020 Thu, 12 Jul 2018 18:00:00 +0200 Inklusionssensible Verwaltung – die FLS zu Gast bei der Stadt Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/inklusionsse/ Am 2. Mai 2018 war die Forschungsstelle Leichte Sprache zu Gast bei der Stadt Hildesheim, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hildesheimer Stadtverwaltung über die Möglichkeiten Leichter Sprache im Verwaltungskontext zu informieren. Die Stadt Hildesheim hat es sich zum Ziel gemacht, Inklusion als einen Leitgedanken in der gesamten Verwaltung zu etablieren und bestehende Barrieren für alle Bürgerinnen und Bürger abzubauen. Dafür hat die Stabsstelle Demografie und Inklusion ein Projekt auf den Weg gebracht, welches einen nachhaltigen Inklusionsprozess auslösen soll. Neben Aspekten wie baulichen und infrastrukturellen Barrieren stehen auch die Barrieren der Verwaltungssprache im Fokus.

Mit einleitenden Worten des Oberbürgermeisters Dr. Ingo Meyer fand Anfang Mai in feierlicher Atmosphäre im Ratssaal des historischen Rathauses die offizielle Auftaktveranstaltung des Projekts „Inklusionssensible Verwaltung – Eine Verwaltung für Alle“ statt. Der Teilnehmerkreis bestand überwiegend aus Verwaltungsmitarbeiterinnen und -mitarbeitern, die sich im Rahmen der Veranstaltung sowohl dem Projekt als auch den Themen Inklusion und Barrierefreiheit im Allgemeinen annähern konnten. Das Programm der Veranstaltung war vielfältig. Im Zentrum standen einschlägige Fachvorträge. Der Referent für Inklusion von Menschen mit Behinderungen des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Frank Straßburger, präsentierte in seinem Vortrag den aktuellen Landesaktionsplan für Inklusion mit seinen zwölf Handlungsfeldern und über 200 Maßnahmen. Auch die Leiterin der Forschungsstelle Leichte Sprache, Prof. Dr. Christiane Maaß, war unter den Referierenden. In ihrem Vortrag verdeutlichte sie die zahlreichen Tücken der Verwaltungssprache, die – nicht nur für Menschen mit Behinderung – regelmäßig zur unüberwindbaren Hürde wird und damit die Teilhabe am Leben in und mit der Kommune  deutlich erschwert. Gerade für kommunale Stellen, die dem Bürger in Bezug auf die örtlichen Alltagsangelegenheiten am nächsten stehen und ständig mit diesem kommunizieren, steckt ein kaum zu überschätzendes Potenzial in der Leichten Sprache als Instrument der barrierefreien Kommunikation.

Neben den Fachvorträgen informierten auch Vertreterinnen und Vertreter der lokalen Behindertenverbände aus der Praxis an Infotischen über die unterschiedlichen Barrieren im Alltag vieler Menschen, darunter der Gehörlosenverband Niedersachen e.V., der Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen e.V., die Diakonie Himmelsthür und auch die Forschungsstelle Leichte Sprache. Als Partner auf kommunaler Ebene war die Fachstelle Inklusion des Landkreis Hildesheims anwesend und stellte die Anfang des Jahres fertiggestellten Handlungsempfehlungen des „Bündnis für Inklusion“ vor. Als besonderes Highlight konnten die Teilnehmenden einen Alterssimulationsanzug ausprobieren und hautnah erfahren, welche Ausmaße Mobilitätseinschränkungen im Alter haben können.

Die Veranstaltung war ein gelungener Auftakt eines vielversprechenden Projekts. Sie hat gezeigt, wie groß, vielschichtig und dringend der Handlungsbedarf ist und gleichzeitig viele Impulse für Lösungsansätze geliefert. Wir freuen uns auf die weitere Kooperation mit der Stadt Hildesheim und wünschen dem Projekt viel Erfolg!

Hier geht’s zum Pressebericht der Stadt Hildesheim.

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Leichte Sprache
news-15021 Thu, 12 Jul 2018 17:45:00 +0200 Ein Rückblick auf drei erfolgreiche Workshoptage https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/ein-rueckblic-1/ Auch in diesem Jahr hat das Team der Forschungsstelle Leichte Sprache wieder zu einem Grundlagen-Workshop eingeladen, der erstmalig durch einen Praxis-Workshop zum angeleiteten Übersetzen eigener Texte ergänzt wurde. Wir blicken zurück auf einen produktiven Austausch rund um das Thema Leichte Sprache. Vom 30. Mai bis zum 1. Juni 2018 fanden sich wieder viele Interessierte aus den unterschiedlichsten Berufsfeldern an der Universität Hildesheim ein, um an den diesjährigen Workshops zum Thema Leichte Sprache teilzunehmen. Angeboten wurden zum einen der bereits etablierte Grundlagenworkshop „Leichte Sprache: Die Regeln und ihre Anwendung“ sowie ein eintägiger Praxisworkshop für Fortgeschrittene.

Da es in diesem Jahr besonders viele Anmeldungen zum Hauptworkshop gab, wurden den Teilnehmern zwei Parallelgruppen angeboten, in denen die Direktorin der Forschungsstelle Leichte Sprache, Prof. Dr. Christiane Maaß, Geschäftsführerin Isabel Rink sowie die Mitarbeiterinnen Marieke Einheuser und Loraine Keller in Theorie und Praxis der Leichten Sprache einführten. Im Rahmen des Workshops lernten die Teilnehmenden die wissenschaftlich fundierten Regeln der Forschungsstelle Leichte Sprache auf Wort-, Satz- und Textebene kennen, um im Anschluss die praktische Umsetzung dieser zu üben. Zusätzlich wurde allen Interessierten ein kurzer Einblick in die Verständlichkeitssoftware „TextLab“ geboten. In diesem Jahr konnten für die Workshops zum ersten Mal die Räumlichkeiten des neugebauten Forums am Hauptcampus der Universität Hildesheim genutzt werden.

Die Mehrheit der Teilnehmenden des Grundlagenworkshops hatte sich ebenfalls zum anschließenden Praxisworkshop angemeldet, der am 1. Juni stattfand. Die Gruppe wurde durch einige bereits bekannte Gesichter ergänzt, die bereits in den vergangenen Jahren am Grundlagenworkshop teilgenommen hatten. Für diesen Workshop konnten die Teilnehmenden im Voraus Texte einreichen, die sie unter Anleitung übersetzen wollten. Diese wurden von den Mitarbeiterinnen der Forschungsstelle geprüft und vorbereitet. Das Ergebnis war eine bunte Mischung unterschiedlicher Textsorten mit verschiedensten Thematiken. Zu Beginn des Workshoptags klärte Isabel Rink über den unterschiedlichen Umgang mit Informations- und Interaktionstexten im rechtlich-administrativen Bereich auf und legte den Fokus auf die Textebene und speziell die Funktionalität der Textsorten in der konkreten Zielsituation. Auch der Medialität der Texte wurde ein besonderer Stellenwert eingeräumt. Daraufhin konnten sich die Teilnehmenden in kleinen Gruppen selbst an das Übersetzen der mitgebrachten Texte machen. Während draußen das Wetter zwischen strahlendem Sonnenschein und dunklen Gewitterwolken wechselte, standen Isabel Rink, Marieke Einheuser und Finja Rathjens den Teilnehmern unterstützend zur Seite. Nach regen Diskussionen in den Übersetzungsgruppen konnten am Ende des Tages umfassende Ergebnisse vorgestellt werden, aus denen die Teilnehmenden wertvolle Anregungen für ihre eigene Übersetzungsarbeit mitnehmen konnten.

Das Team der Forschungsstelle Leichte Sprache blickt auf drei produktive Tage zurück, die sowohl für die Teilnehmenden als auch für die Durchführenden sehr lehrreich waren.

Auch im kommenden Jahr wird die Forschungsstelle wieder verschiedene Workshops anbieten. Über Termin, Programm und Formalitäten der Anmeldung werden wir Sie rechtzeitig informieren.

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Leichte Sprache
news-15022 Thu, 12 Jul 2018 17:44:00 +0200 Braunschweig: Erste städtische Gedenktafel in Leichter Sprache https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/braunschweig/ In Braunschweig wurde eine ganz besondere Gedenktafel der Öffentlichkeit übergeben: Es ist die erste städtische Informationstafel in Braunschweig, die auf der einen Seite mit einem Text in Standardsprache und auf der anderen Seite mit einem Text in Leichter Sprache versehen ist. Den Text in Leichter Sprache hat der Verbund Leichte Sprache Braunschweig erstellt. Die BLIK-Gedenktafel wurde der Öffentlichkeit im Rahmen einer Feierstunde zur Einweihung eines Mahnmals übergeben. BLIK-Tafeln sind Schilder des Braunschweiger Leit- und Informationssystems BLIK und beschreiben besondere Orte oder Persönlichkeiten. Das Mahnmal, das am 31. Mai 2018 eingeweiht wurde, erinnert an 27 NS-„Euthanasie“-Opfer, die zwischen 1940 und 1942 auf einem Urnenfeld des Braunschweiger Stadtfriedhofs an der Helmstedter Straße anonym beigesetzt wurden.

Während der NS-„Euthanasie“ wurden insbesondere auch Menschen mit geistigen und seelischen Beeinträchtigungen als „unwertes Leben“ ermordet. Heute gibt es die UN-Behindertenrechtskonvention, die das Recht dieser Menschen auf umfassende gesellschaftliche und kommunikative Teilhabe festschreibt. Leichte Sprache ist dafür ein Schlüssel. Daher wurde die BLIK-Tafel nicht nur in komplexer Standardsprache formuliert, sondern ihr Inhalt vor allem – aber nicht nur – für diese Zielgruppe leicht verständlich zugänglich gemacht. Die Tafel in Leichter Sprache achtet damit auch gerade die Personengruppe, die letztlich von der „Euthanasie“ betroffen war. Bettina Mikhail und Martin Markwort vom Verbund Leichte Sprache Braunschweig haben den Text in Leichter Sprache ehrenamtlich erstellt und möchten damit ein Zeichen für leicht verständliche Sprache in Braunschweig setzen.

Aus dem ehemaligen Freistaat Braunschweig wurden von 1940 bis 1941 Hunderte von Menschen in Tötungsanstalten abtransportiert und Opfer der „Euthanasie“-Aktion der Nationalsozialisten. Von vielen Ermordeten sind Verbleib und Grablage unklar oder unbekannt. Manche Urnen wurden nicht nach Braunschweig geschickt, andere wurden vermutlich in Familiengräbern bestattet. Die 27 NS-„Euthanasie“-Opfer, die auf dem Urnenfeld anonym bestattet wurden, sind jedoch namentlich bekannt. Die Namen der Ermordeten wurden den Friedhofsunterlagen entnommen und sind in der Gedenkstätte Friedenskapelle an der Helmstedter Straße in der „Totenklage“ verzeichnet. Seit mehr als 75 Jahren erinnerte nichts an sie, nun sind ihre Namen auf dem Mahnmal, einer Glasstele, zu lesen.

Unter den 27 Namen der Opfer auf der Stele steht der Satz „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist.“ Noch immer wird in Fachkreisen die Frage diskutiert, ob man die Namen der Opfer der NS-„Euthanasie“ öffentlich nennen soll. Insofern ist die Namensnennung auf dieser Stele ein wichtiges Zeichen, sagt Julia Gilfert, stellvertretende Vorsitzende des Förderkreises der Berliner Gedenkstätte T4. Julia Gilfert hielt bei der Einweihung des Mahnmals den Festvortrag. Namen – Worte – Sprache. Sie benennen die Wirklichkeit und sollen für alle verständlich sein. Darum, so Bettina Mikhail, gibt es eine Gedenktafel in Leichter Sprache, damit auch Menschen, die nicht gut lesen können, vom Schicksal der Opfer erfahren und dieses nicht in Vergessenheit gerät.

Mehr über den Verbund Leichte Sprache Braunschweig erfahren Sie hier. Auf der Homepage des Verbunds finden Sie auch einen ausführlichen Beitrag über das Mahnmal und die Gedenktafel. Das Mahnmal wurde als historischer Ort in die virtuelle Sammlung des Berliner Gedenkorts T4 aufgenommen und wird hier vorgestellt.

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Leichte Sprache
news-15023 Thu, 12 Jul 2018 17:24:00 +0200 Tagung Barrierefreie Kommunikation – Das Highlight zur Eröffnung unseres neuen Masterstudiengangs https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/tagung-barri/ Die Stiftung Universität Hildesheim bietet ab dem Wintersemester 2018 den im deutschsprachigen Raum ersten Masterstudiengang Barrierefreie Kommunikation an. Anlässlich der Eröffnung des neuen M.A. findet vom 18. bis 20. Oktober 2018 eine gleichnamige Tagung statt. Es ist wieder soweit: Unsere nächste Tagung steht vor der Tür. Die Forschungsstelle Leichte Sprache veranstaltet vom 18. bis 20. Oktober 2018 die Tagung Barrierefreie Kommunikation zu einem besonderen Anlass: Ab diesem Jahr kann der neue Master-of-Arts-Studiengang Barrierefreie Kommunikation an der SUH studiert werden. Während der drei Veranstaltungstage werden nationale und internationale Experten u. a. aus den Bereichen Wissenschaft, Politik und der Behindertenarbeit durch Vorträge und interaktive Workshops zeigen, welche Strategien zur Überwindung bzw. Eindämmung von kommunikativen Barrieren eingesetzt werden können. Die Tagung bietet dadurch für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine gute Gelegenheit, um tiefer in die Welt der barrierefreien Kommunikation einzutauchen und Kontakte mit Fachpersonen aus unterschiedlichen Feldern zu knüpfen.

Die Maßnahmen zur Ermöglichung einer barrierefreien Kommunikation werden im Rahmen der Tagung nicht nur besprochen, sondern können hautnah erlebt werden, da die Veranstaltung selbst so barrierefrei wie möglich gestaltet ist. Alle Beiträge werden in Leichte Sprache verdolmetscht und zusätzlich dazu per Schrift- und Gebärdensprach­verdolmetschung zugänglich gemacht. Zu diesem Zweck wird der genutzte Raum mit einer FM-Anlage ausgestattet. Auf diese Weise wird einem breiten Personenkreis die Teilnahme an der Tagung ermöglicht und den zukünftigen Masterstudierenden ein Einblick in die Barrierefreiheit gewährt.

Höhepunkte des ersten Veranstaltungstags sind die Verleihung des Leichte-Sprache-Preises für die beste Fachübersetzung durch die Duden-Redaktion sowie die Präsentation des von Prof. Dr. Christiane Maaß und Isabel Rink herausgegebenen Handbuchs Barrierefreie Kommunikation, das parallel zur Tagung bei dem Verlag Frank & Timme erscheint. In diesem Werk werden fast 40 Beiträge aus Forschung und Praxis versammelt. Viele der Beiträgerinnen und Beiträger werden bei der Tagung anwesend sein und über ihre Disziplin berichten. Der mit 1 500 Euro dotierte Leichte-Sprache-Preis wird von der Duden-Redaktion gestiftet und zusammen mit der Forschungsstelle Leichte Sprache und der Lebenshilfe Braunschweig an eine hervorragende Fachübersetzung in Leichter Sprache verliehen. Mehr Informationen zum Preis finden Sie unter https://www.duden.de/leichte-sprache-preis.

Die Tagung findet vom 18. bis 20. Oktober 2018 in der Aula (Raum L 131) im Altbau des Bühler Campus (Lübecker Straße 3, 31141 Hildesheim) statt.

Die Teilnehmerzahl ist auf 100 Personen beschränkt. Zum Anmeldeformular klicken Sie bitte hier. Die Forschungsstelle Leichte Sprache freut sich auf Ihre Anmeldung!

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Leichte Sprache
news-14757 Wed, 16 May 2018 19:00:00 +0200 Leichte-Sprache-Workshop: Wenige Plätze frei https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/leichte-spra-1/ In knapp zwei Wochen ist es wieder so weit: Am 30. Mai geht der Workshop „Leichte Sprache – Die Regeln und ihre Anwendung“ in die nächste Runde. Dieses Jahr wird zum ersten Mal auch ein zusätzlicher Praxisworkshop angeboten. Sichern Sie sich jetzt noch schnell einen Platz! In diesem Jahr bietet die Forschungsstelle Leichte Sprache neben dem regulären Workshop zum ersten Mal auch einen Praxisworkshop für Fortgeschrittene an. Aufgrund der großen Nachfrage haben wir die Anzahl der Plätze erhöht und bieten nun parallele Workshop-Gruppen an. Verpassen Sie nicht Ihre Chance, sich jetzt noch schnell einen Platz zu sichern!

Der Workshop „Leichte Sprache – Die Regeln und ihre Anwendung“ wird am 30. und 31. Mai 2018 stattfinden und richtet sich an Einsteiger sowie Fortgeschrittene, die sich für das Übersetzen in Leichte Sprache interessieren. Im Rahmen des Workshops lernen die TeilnehmerInnen die wissenschaftlich fundierten Regeln der Forschungsstelle Leichte Sprache auf Wort-, Satz- und Textebene kennen. Nach einer theoretischen Einführung werden spezifische Strategien zur Umsetzung der Regeln geübt: Was macht man mit dem Genitiv? Wie ist mit Negationen, Passivkonstruktionen oder Konjunktiven umzugehen?

Das Highlight in diesem Jahr: Zusätzlich zum regulär stattfindenden Workshop wird am 1. Juni 2018 erstmalig der Praxisworkshop „Leichte Sprache für Fortgeschrittene: Textarbeit“ angeboten. Der Praxisworkshop setzt eine vorherige Teilnahme an einem unserer Standardworkshops voraus und richtet sich an Fortgeschrittene, die die Textarbeit an verschiedenen Textsorten unterschiedlicher Komplexität vertiefen möchten.

Der Praxisworkshop bietet den TeilnehmerInnen die Chance, an eigenen Projekten zu arbeiten und individuelle Fragestellungen vorzutragen. Daneben stellt auch die Forschungsstelle Leichte Sprache Übungsmaterial zur Verfügung. Während des siebenstündigen Workshops wird der Umgang mit unterschiedlichen Textsorten beleuchtet, wobei der Fokus auf der Textebene und der Funktionalität der Textsorten in der konkreten Zielsituation liegt. Außerdem wird auch die Medialität der Zieltexte eine besondere Rolle spielen.

Beide Workshops bieten Gelegenheit für Diskussion, Erfahrungsaustausch und Vernetzung mit anderen Interessierten. Auch individuelle Fragen zum Thema Leichte Sprache beantworten wir Ihnen in diesem Rahmen gerne.

Weitere Informationen zum Workshop und zur Anmeldung finden Sie hier.

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Leichte Sprache
news-14786 Wed, 16 May 2018 18:08:00 +0200 Die Bunte Bande – barrierefrei und inklusiv https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/die-bunte-ba/ Wie wäre das? Alle Kinder können das gleiche Buch lesen. Langsamleser, Bücherwürmer, Kinder mit Lernschwierigkeiten, sehbehinderte Kinder, blinde Kinder, gehörlose Kinder, alle Kinder. Es gibt keinen Sonderweg mehr, keine Sonderausgaben. Mit dem Kinderbuch „Die Bunte Bande“, welches von der Aktion Mensch und dem Carlsen Verlag kürzlich herausgegeben wurde, ist das erste weitestgehend inklusive Kinderbuch im deutschsprachigen Raum erschienen. Das Büro „inkl. Design“ aus Berlin hat sich auf wegweisende Projekte wie dieses spezialisiert. Ein Buch ohne Barrieren, das niemanden ausschließt und allen seine Geschichte erzählt? Was bisher nicht möglich schien, hat die „inkl. Design – Agentur für inklusive Gestaltung“ geschafft. „Die Bunte Bande – Das gestohlene Fahrrad“, so heißt das von Corinna Fuchs, Uli Velte und Igor Dolinger im Auftrag der Aktion Mensch entwickelte Buch. Es erzählt von einem Abenteuer der Freunde Tessa, Tom, Henry, Leo und Jule. Sie helfen ihrem Freund Ben. Ihm wurde das Fahrrad gestohlen und seine Familie hat zu wenig Geld für ein neues. Doch die „Bunte Bande“ lässt sich etwas einfallen. Nicht nur inhaltlich vermittelt die Kinderbuchreihe, dass Vielfalt uns alle weiter bringt, sondern auch in der Umsetzung. Alle wichtigen Inhalte des Bandes wurden von „inkl. Design“ inklusiv konzipiert und gestaltet.

So gibt es Leichte Sprache, Alltagssprache und Brailleschrift in einem Band. Zusammen mit Partnern in Verlag und Druckerei sowie dem Büro für Leichte Sprache „leicht ist klar“, ist ein Buch entstanden, das es so vorher noch nie gab. Auf die Seiten in Alltagssprache sind Braille-Punkte aufgedruckt, die mit einem neuartigen Verfahren aufgebracht wurden. Die Schrift auf den Seiten ist zudem sehr groß. So können auch sehbehinderte Kinder den Text gut lesen. Auf jeweils zwei solcher Seiten folgt eine Wiederholung in Leichter Sprache. Diese Seiten sind hellblau, am Rand leicht hervorstehend und gesondert gekennzeichnet. Auf diese Weise sind sie schnell und einfach zu finden. Und niemand kommt durcheinander. Das ermöglicht es allen, trotz unterschiedlicher Lesefähigkeit die neue Geschichte der Freunde zu lesen – am besten gemeinsam.

Das Büro „inkl. Design“ hat sich zum Ziel gesetzt, Design und Barrierefreiheit professionell miteinander zu verbinden. Sein Motto: „Design wird für Menschen gemacht. Für alle Menschen.“ Deshalb wurde vor drei Jahren die Agentur für inklusive Gestaltung gegründet. Projekte und Arbeit sind „bunt und mitten aus dem Leben“, wie die Agenturmitarbeiter selbst sagen. Dabei geht es um barrierefreie Bücher und Orientierungssysteme, inklusive Museumsgestaltung, Beratung sowie diverse andere Gestaltungsprojekte. Dabei hat die junge Agentur schon Einiges vorzuweisen. Dazu gehört der national und international prämierte Gemäldeführer „Das Goldene Zeitalter“ für das Staatliche Museum Schwerin. Mit diesem wurden hohe Maßstäbe in Sachen „Bücher für alle“ geschaffen. Für dasselbe Museum entwarf „inkl. Design“ einen Erlebnisraum für Kunst, in dem Kinder selbst zu Künstlern werden können. Für die Universität Rostock entwickelte die Agentur ein barrierefreies Wegeleitsystem, für die Stadt Grevesmühlen den barrierefreien Bürgerbahnhof. Mehrere inklusive Museumsprojekte befinden sich in der Planung bzw. Umsetzung.

Der Agentur geht es aber nicht nur um professionelles Design. Ihre Mitarbeitenden verbinden kreative Arbeit mit sozialem Handeln: „Deshalb arbeiten wir mit Leidenschaft nach Feierabend ehrenamtlich weiter“, berichten sie über sich selbst. Und zwar im Verein „Andere Augen e.V. “, der sich dafür engagiert, den Inklusionsgedanken ganz praktisch in die Öffentlichkeit zu tragen – in Deutschland und international.

Das Buch „Die Bunte Bande - Das gestohlene Fahrrad“ können Sie für 24 Euro bei der Aktion Mensch bestellen.

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Leichte Sprache
news-14787 Wed, 16 May 2018 17:10:00 +0200 Gremienwahlen im Bistum Hildesheim: Internetauftritt in Leichter Sprache https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/gremienwahle/ Am 11. November 2018 finden im Bistum Hildesheim die Gremienwahlen statt. In Zusammenarbeit mit der Forschungsstelle Leichte Sprache und der Bernward Mediengesellschaft hat das Bistum Hildesheim jetzt umfassende Informationen zu den Wahlen in Leichter Sprache veröffentlicht. Ein eigener Internetauftritt parallel zum standardsprachlichen Angebot liefert dabei leicht verständliche Texte rund um das Thema Gremienwahlen. Die Forschungsstelle Leichte Sprache arbeitet in Kooperation mit lokalen, regionalen und bundesweiten Institutionen aus verschiedenen Branchen, die das Leichte-Sprache-Angebot weiter voranbringen wollen. Mit dem Bistum Hildesheim haben wir nun einen neuen wichtigen Partner aus der Region an unserer Seite, der die Bedeutung von barrierefreier Textgestaltung erkannt hat.

Wahlen spielen nicht nur in der Politik eine große Rolle. Auch in kirchlichen Gemeinschaften geht es darum, Menschen in die Entscheidungsprozesse einzubeziehen und so ein lebendiges und kooperatives Gemeindeleben zu verwirklichen. Die Wahlen der Gemeindegremien in den Bistümern sind deshalb ein wichtiges Partizipationsinstrument der Katholischen Kirche. Sie geben Menschen die Möglichkeit, ihr Gemeindeleben sowohl indirekt als auch aktiv mitzugestalten. Um möglichst alle Mitglieder seiner Kirchengemeinden über die Wahlen und ihre Bedeutung zu informieren, ist das Bistum Hildesheim einen großen Schritt in Richtung barrierefreie Informationsgestaltung gegangen. Zusätzlich zur standardsprachlichen Homepage www.ich-glaub-ich-waehl.de wurde ein eigener Leichte-Sprache-Auftritt entwickelt, der seit Anfang Mai Leser in Leichter Sprache über die Gremienwahlen informiert. In Zusammenarbeit mit der Forschungsstelle Leichte Sprache sind dafür insgesamt sieben Texte entstanden. Die Texte liefern wichtige Informationen für potentielle Wähler und Kandidaten. Eine besondere Verständnisstütze ist dabei auch das integrierte Wörterbuch in Leichter Sprache. Es liefert umfassende Erklärungen von komplexen Konzepten und zentralen Begriffen aus dem kirchlichen Sprachgebrauch, auch über das Thema „Gremienwahlen“ hinaus.

Wir bedanken uns für diesen spannenden Auftrag und freuen uns auf weitere Projekte mit dem Bistum Hildesheim und der Bernward Mediengesellschaft.

Hier geht‘s zum Leichte-Sprache-Angebot vom Bistum Hildesheim.

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Leichte Sprache
news-14788 Wed, 16 May 2018 16:11:00 +0200 An der Universität Hildesheim kann bald der neue Masterstudiengang „Barrierefreie Kommunikation“ studiert werden: Bewerben Sie sich jetzt! https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/an-der-unive/ Barrierefreiheit ist eine Thematik, die in der Gesellschaft in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus des Interesses gerückt ist. Um nun auch die Professionalisierung in diesem Bereich voranzutreiben, hat die Universität Hildesheim den Masterstudiengang „Barrierefreie Kommunikation“ entwickelt, der ab dem Wintersemester 2018/2019 studiert werden kann. Die Bewerbungsfrist endet am 15. Juli 2018. Der Studiengang M.A. BK vermittelt wissenschaftlich fundierte Kenntnisse und Fähigkeiten für eine Expertentätigkeit im Bereich barrierefreie Kommunikation und richtet sich an Personen aus den verschiedensten Fachbereichen, die dazu beitragen wollen, Kommunikationsbarrieren in unterschiedlichen Handlungsfeldern einzudämmen. Die Zulassungsvoraussetzung stellt dabei ein Bachelorabschluss oder ein diesem gleichwertiger Abschluss in einem fachlich geeigneten vorangegangenen Studium ODER ein Hochschulabschluss beliebiger Ausrichtung und eine mindestens dreijährige einschlägige berufliche Praxis dar. Die Studiendauer beträgt vier Semester, wobei der Studiengang nicht nur in Voll-, sondern auch in Teilzeit studiert werden kann.

Um den Studierenden einen umfassenden Überblick über das Feld der barrierefreien Kommunikation zu geben, werden u.a. folgende Module angeboten:

·        Grundlagen der barrierefreien Kommunikation

·        Leichte Sprache

·        Kommunikative Inklusion in Erziehung und Bildung

·        Deaf Studies/Gebärdensprache

·        Verständlichkeit und Fachkommunikation

·        Barrierefreie Rechtskommunikation

·        Kommunikative Inklusion von Personen mit Sehschädigung

·        Barrierefreie Online-Kommunikation

·        Kommunikative Inklusion von Personen mit Hörschädigung

Im Rahmen des Studiengangs BK werden die Studierenden intensiv mit der primären Adressatenschaft von Texten der barrierefreien Kommunikation zusammenarbeiten, sodass sie eine vertiefte Kompetenz bei der Erarbeitung situationsangemessener und multicodaler Texte erwerben können. Einen weiteren Schwerpunkt der projektorientierten und toolgestützten Lehre stellt hier die Ausbildung im Umgang mit der entsprechenden Software dar.

Die beruflichen Optionen im Bereich der barrierefreien Kommunikation sind breit gefächert: AbsolventInnen des Studiengangs können beispielsweise als Mittler für Personen mit Kommunikationseinschränkungen fungieren oder ihren Platz in Übersetzungsbüros für Leichte Sprache, Ministerien, Organisationen oder Unternehmen und Einrichtungen der Gesundheitspflege finden. Daneben bietet sich auch die Option einer freiberuflichen Tätigkeit im Bereich der barrierefreien Kommunikation.

Alle wichtigen Informationen zum Studiengang und zur Anmeldung sowie den aktuellen Studiengangsflyer finden Sie hier: https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/ma-barrierefreie-kommunikation/. Ihre Bewerbungsunterlagen (Zeugnisse und Nachweise in beglaubigter Form, tabellarischer Lebenslauf, 1-2seitiges Motivationsschreiben, ggf. Transcript of records) können Sie bis zum 15. Juli 2018 bei der Universität einreichen.

Sollten Sie weitere Fragen haben oder eine Studienberatung wünschen, können Sie sich auch gerne persönlich an uns wenden; senden Sie zu diesem Zweck einfach eine E-Mail an masterbk(at)uni-hildesheim.de.

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Leichte Sprache
news-14588 Wed, 28 Mar 2018 17:05:56 +0200 „Rosa Parks: Eine Frau mit Mut“ – Neues Buch in Leichter Sprache https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/rosa-parks/ Als Rosa Parks sich 1955 weigerte, ihren Sitzplatz im Bus für einen weißen Fahrgast aufzugeben, wurde sie zur Heldin der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Ihre Geschichte wird nun im ersten Werk einer neuen Buchreihe zum Thema Menschenrechte der BUXUS STIFTUNG GmbH erstmals in Leichter Sprache erzählt. Menschrechte: Diesem Thema widmet sich die Buchreihe „Fritz Bauer Bibliothek für Erinnerung und Menschenrechte“ der BUXUS STIFTUNG GmbH und erzählt die Geschichten inspirierender Frauen und Männer in Leichter und Einfacher Sprache. „Rosa Parks: Eine Frau mit Mut“, am 01. Februar 2018 erschienen, stellt einen sehr passenden Auftakt zu dieser neuen Reihe dar. Geschrieben von Bettina Mikhail, Dipl.-Fachübersetzerin, und gestaltet von Martin Markwort, Dipl.-Designer, entstammt das Buch dem Verbund Leichte Sprache Braunschweig.

Auf 80 Seiten wird die Geschichte von Rosa Parks und dem Busboykott von Montgomery/Alabama in Leichter Sprache erzählt. Der Text wird durch eine übersichtliche Anordnung auf Doppelseiten und zahlreiche Illustrationen visuell unterstützt. Als erstes historisch-politisches Werk folgt es den aktuellen wissenschaftlich fundierten Regeln der Forschungsstelle Leichte Sprache. So eignet es sich besonders gut für Menschen mit eingeschränkter Lesekompetenz. Neben der Schriftversion steht das Buch auf der Website der BUXUS STIFTUNG GmbH auch als Hörversion zur Verfügung. Der Code für die Hörversion ist im Buch enthalten. So bieten sich verschiedene Möglichkeiten der Rezeption: lesend, hörend, kombiniert lesend/hörend oder vorgelesen. Neben der Selbstrezeption bietet sich das Buch auch als Lehrmittel in Lesegruppen, Schulen oder inklusiven Bildungseinrichtungen an.

Lese- und Hörproben sowie alle wichtigen Informationen über das Buch und zur Bestellung finden Sie auf der Website der BUXUS STIFTUNG GmbH.

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Leichte Sprache
news-14587 Wed, 28 Mar 2018 17:04:55 +0200 Mediopunkt macht Karriere: „Mein Sommer mit Mucks“ in Einfacher Sprache https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/mediopunkt-m/ Die Verlagsgruppe Beltz hat erstmals ein Kinderbuch in Einfache Sprache übertragen. Damit lange und schwer verständliche Wörter besser lesbar werden, setzte der Verlag auf den Mediopunkt. Die Idee: Ein Buch in Einfacher Sprache mit verringertem Umfang, zugeschnitten auf Kinder mit geringeren Lesefähigkeiten oder Deutschkenntnissen. So erhalten auch diese Mädchen und Jungen einen Einstieg in die Welt der Kinderliteratur. Lehrern steht als Schullektüre neben dem Originalwerk eine einfachere Variante zur Verfügung. „Mein Sommer mit Mucks“ ist das erste Buch dieser Art von der Verlagsgruppe Beltz für den inklusiven Unterricht, für Förderschulen und fürs Lese-Training in Lerntherapien. Und es ist das erste dieser Art, bei dem der Mediopunkt verwendet wurde.

„Beltz hat sich für einfache Sprache entschieden“, erklärt Yvette Wagner. Die freie Journalistin und Expertin für Textverständlichkeit, Einfache und Leichte Sprache hat das Originalwerk übertragen. „Ich freue mich, dass die Verlagsgruppe meiner Empfehlung gefolgt ist, mit dem Mediopunkt und nicht mit dem Bindestrich für bessere Lesbarkeit zu sorgen.“ Vom Mediopunkt und seinen Vorteilen ist sie überzeugt. „Es wäre fatal, wenn Kinder Wörter lesen, bei denen der Bindestrich regelwidrig verwendet wird und sie sich falsche Wortbilder einprägen.“

Drei Kinder mit Lese-Rechtschreib-Schwäche waren als Prüfleser im Einsatz. „Bei Wörtern mit mehr als 11 Buchstaben, aber auch bei unbekannten Wörtern haben sie ganz klar vom Mediopunkt profitiert“, sagt Wagner weiter. Durch den Mediopunkt wurden Wörter, die nicht häufig benutzt werden (Absteh·ohren, Pommes·essen ) oder solche mit Konsonantenfolgen (Kopf·sprung) für die Prüfkinder viel besser lesbar. Praktisch bewährt hat sich auch das Darstellen von Silben bei sehr schwierigen Wörtern (Apo·the·ke·rin, Ma·the·ma·ti·ker, An·dro·me·da-Nebel).

Alle Informationen zur Autorin finden Sie hier.

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Leichte Sprache
news-14583 Wed, 28 Mar 2018 17:01:48 +0200 Die Forschungsstelle Leichte Sprache im NDR Kulturjournal https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/die-forschun-1/ Nachdem das Kamerateam des NDR der Forschungsstelle Leichte Sprache im vergangenen Jahr einen Besuch in Hildesheim abgestattet hatte, wurde der hieraus hervorgegangene Bericht am 05. Februar 2018 um 22.45 Uhr im NDR Kulturjournal ausgestrahlt. Im Beitrag wird vor allem auf die Notwendigkeit einer verständlicheren Form von Sprache im kulturellen Bereich aufmerksam gemacht, die in Zukunft mehr Menschen den Zugriff auf Literatur ermöglichen soll. Allein in Deutschland gibt es über 20 Millionen Menschen, die aufgrund verschiedenster Einschränkungen nur auf Literatur zugreifen können, wenn diese in Leichter oder Einfacher Sprache geschrieben ist. Ein solches Angebot muss nach und nach geschaffen werden. Einen Anfang hat der Schriftsteller Kristof Magnusson gemacht, indem er einen Kriminalroman in Einfacher Sprache geschrieben hat und so erwachsenen LeserInnen eine Lektüre an die Hand gibt, die ihren Interessen entspricht. Daneben bietet auch der Verlag „Spaß am Lesen“ verständlichere Übersetzungen von Literaturklassikern in Einfacher Sprache an. Die Werke in Einfacher Sprache sind hierbei komplexer als Texte in Leichter Sprache, da in dieser Varietät beispielsweise auch Nebensätze zugelassen sind. Neben Romanen erstreckt sich das Literaturangebot inzwischen bis hin zu Märchen, die in Leichter Sprache rezipiert werden können.

In Hildesheim hat das Kamerateam des NDR die bisher einzige Forschungsstelle für Leichte Sprache im deutschsprachigen Raum besucht und Interviews mit Direktorin Prof. Dr. Christiane Maaß und Mitarbeiterin Alisha Rogotzki geführt. Die Mitarbeiterinnen der Forschungsstelle sehen sich in ihrem täglichen Arbeitsleben mit der Herausforderung konfrontiert, komplexe Gegenstände mit einfachen sprachlichen Mitteln darzustellen, was sich vor allem bei Behördentexten als besonders schwierig darstellt. Dabei handelt es sich aber seit Anfang des Jahres um eine neue Notwendigkeit, da Bundesbehörden ihre Texte durch die 2016 verabschiedete Novelle des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) nun auch in Leichter Sprache anbieten müssen. Von dieser Gesetzesänderung kann ein großer Personenkreis profitieren, der über die eigentlich anvisierten Menschen mit geistiger Behinderung hinausgeht. Prof. Dr. Christiane Maaß weist darauf hin, dass für die Erstellung solcher Texte ausgebildete ÜbersetzerInnen dringend gebraucht werden. Interessierten wird ab dem Wintersemester 2018 die Möglichkeit geboten, den Studiengang „Barrierefreie Kommunikation“ in Hildesheim zu studieren.

Dass es sich bei den neuen Angeboten in Einfacher und Leichter Sprache um einen kulturellen Verfall handle, weist Magnusson entschieden zurück. Vielmehr stellten diese eine Erweiterung des kulturellen Spektrums dar, die Literatur für einen neuen Personenkreis überhaupt erst zugänglich mache. Der Beitrag schließt mit einiger wichtigen Aussage: Die Teilhabe am kulturellen Leben muss als Menschenrecht angesehen werden.

Hier finden Sie den ganzen Beitrag zum Nachlesen oder Nachschauen.

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Leichte Sprache
news-14379 Tue, 30 Jan 2018 13:46:13 +0100 Leichte-Sprache-Workshop: Erstmaliger Praxisworkshop https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/leichte-spra-2/ Bald ist es wieder Zeit für unseren regelmäßig wiederkehrenden Leichte-Sprache-Workshop! Dieses Jahr können Interessierte aus allen Bereichen am 30. und 31. Mai im Rahmen des Workshops „Leichte Sprache: Die Regeln und ihre Anwendung“ alles über Leichte Sprache lernen. Noch sind einige Plätze frei. Erstmalig wird es auch einen zusätzlichen Praxisworkshop geben, in dem die TeilnehmerInnen ihre Textarbeit vertiefen können. Der Praxisworkshop „Leichte Sprache für Fortgeschrittene: Textarbeit“ findet am 1. Juni statt. Wie immer richtet sich der Workshop an Einsteiger sowie Fortgeschrittene auf dem Gebiet der Leichten Sprache. Das Highlight in diesem Jahr: Zusätzlich zum regulär stattfindenden Workshop wird am folgenden Tag erstmalig ein Praxisworkshop angeboten. Der Praxisworkshop setzt eine vorherige Teilnahme an einem unserer Standardworkshops voraus und richtet sich an Fortgeschrittene, die die Textarbeit an verschiedenen Textsorten vertiefen möchten.

Der Praxisworkshop „Leichte Sprache für Fortgeschrittene: Textarbeit“ bietet den TeilnehmerInnen die Chance, an eigenen Projekten zu arbeiten und Fragestellungen vorzutragen. Daneben stellt auch die Forschungsstelle Leichte Sprache Material zur Verfügung, an dem die Regeln der Leichten Sprache geübt werden können. Es wird der Umgang mit unterschiedlichen Textsorten beleuchtet, wobei der Fokus auf der Textebene und der Funktionalität der Textsorten in der konkreten Zielsituation liegt. Außerdem wird auch die Medialität der Zieltexte betrachtet.

Beide Workshops bieten Gelegenheit für Diskussion, Erfahrungsaustausch und Vernetzung mit anderen Leichte-Sprache-Interessierten. Auch individuelle Fragen zum Thema Leichte Sprache beantworten wir Ihnen in diesem Rahmen gerne.

Weitere Informationen finden Sie hier.

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Leichte Sprache
news-14378 Tue, 30 Jan 2018 13:45:03 +0100 WDR Jahresrückblick 2017: Eine Kooperation mit der Forschungsstelle Leichte Sprache https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/wdr-jahresrue/ Was ist in Nordrhein-Westfalen passiert? Der WDR blickt auf die wichtigsten Geschehnisse aus 2017 zurück – und zwar in Leichter Sprache. In Kooperation mit der Forschungsstelle entstand der Jahresrückblick 2017, der jetzt im Leichte-Sprache-Angebot des WDR online zu finden ist. Studierende der Universität Hildesheim waren maßgeblich an der Erstellung der Texte beteiligt. Das Leichte-Sprache-Angebot in Deutschland ist um ein qualitativ hochwertiges Projekt reicher: den Jahresrückblick 2017 in Leichter Sprache. Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit der Forschungsstelle Leichte Sprache durchgeführt. Zu jedem Monat wurden bis zu vier Nachrichten aus NRW in Leichte Sprache übersetzt: Von der Auszeichnung Essens als Grüne Hauptstadt Europas im Januar, über den BVB Pokalsieg im Mai bis hin zum heftigen Schneefall am zweiten Advent – der WDR berichtet von den wichtigsten und interessantesten Geschehnissen des vergangenen Jahres in leicht verständlichem Deutsch sowohl schriftlich als auch mit Audiospur. Und alles mit dem Prüfsiegel der Forschungsstelle Leichte Sprache.

Die Kooperation zwischen WDR und Forschungsstelle diente nicht nur der Erweiterung des Leichte-Sprache-Angebots, sondern auch der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses der barrierefreien Kommunikation: So haben 34 Masterstudierende der Universität Hildesheim im Rahmen des Kurses „Kommunikation mit und Orientierung von Menschen mit Sinnesbehinderung“ die Leichte-Sprache-Texte erstellt.  Es wurde somit ein weiterer Schritt in Richtung Professionalisierung und Akademisierung von Leichter Sprache gemacht.

Den Jahresrückblick 2017 finden Sie im Leichte-Sprache-Angebot des WDR.

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Leichte Sprache
news-13486 Tue, 30 Jan 2018 13:43:07 +0100 Christiane Maaß spricht auf der linkon-Tagung – Focus online berichtet https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/christiane-m/ Am 16. Januar war Prof. Dr. Christiane Maaß zum Gastvortrag auf die studentische Tagung „linkon“ in Münster eingeladen, die Studierende selbst organisieren und durchführen. Sie übernehmen auch die Pressearbeit und die war in diesem Jahr besonders erfolgreich: der Focus berichtete online. Der Münsteraner Leichte-Sprache-Vortrag lief unter dem Titel „Leichte Sprache als gesellschaftliche Herausforderung“ und hatte einen besonderen Schwerpunkt: Nach einer allgemeinen Vorstellung der Leichten Sprache ging Christiane Maaß auf Leichte Sprache als Provokation und Stigma ein. Nicht zuletzt in skeptischen Presseveröffentlichungen ist zu beobachten, dass sich viele Menschen durch Leichte Sprache provoziert fühlen: Ist das noch ordentliches Deutsch? Sehen bald alle Texte so aus? Müssten sich nicht eher die Leser anstrengen, als dass man die Texte „nach unten“ anpasst? Die Direktorin der Forschungsstelle Leichte Sprache erklärte mit Ansätzen der sozialpsychologischen Stereotypforschung, wie es zu verachtenden Vorurteilen gegenüber der Leichten Sprache kommt, und was man dagegen tun kann. Leichte Sprache zu benötigen kann die Leserschaft stigmatisieren. Mit der sozialwissenschaftlichen Stigma-Theorie kann man nachvollziehen, wieso dies der Fall ist und wodurch sich das Stigma vergrößert. Man kann jedoch auch aufzeigen, wie man aus dem Teufelskreis ausbrechen kann und zu einer Aufwertung des Konzepts der Leichten Sprache gelangt. Wer mehr wissen möchte: Der Grundlagenband des Dudens Leichte Sprache widmet sich diesem Thema ausführlich (Bredel/Maaß 2016: Leichte Sprache. Theoretische Grundlagen, Orientierung für die Praxis, Berlin: Duden, S. 45-56).

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Leichte Sprache
news-13487 Tue, 30 Jan 2018 13:41:11 +0100 Inklusionstage 2017: Christiane Maaß auf dem Podium https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/inklusionsta/ In jedem Jahr richtet das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) die Inklusionstage aus. Am 4. und 5. Dezember war es wieder einmal soweit: mehr als 700 VertreterInnen des Empowerment, der Sozial- und Wohlfahrtsverbände, der Medien, der Politik und Verwaltung, aber auch der Wissenschaft kamen nach Berlin, darunter mehr als 100 internationale TeilnehmerInnen. Im Fokus der Veranstaltung stand die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention weltweit und natürlich besonders in Deutschland. Besonders beeindruckend war der Auftritt der äthiopischen Menschenrechtsaktivistin Yetnebersh Nigussie, die 2017 den alternativen Nobelpreis erhalten hat. Sie sprach über die doppelte Diskriminierung von Frauen mit Behinderungen. Aufrüttelnd war auch die Rede von Prof. Theresia Degener, Vorsitzende des UN-Fachausschusses für die Behindertenrechtskonvention, die sehr deutlich darauf hinwies, dass Deutschland bei allem Erreichten in Sachen Inklusion noch einen weiten Weg vor sich hat. Zum Programm der Inklusionstage gehörte auch eine Podiumsdiskussion „Leichte Sprache - Möglichkeiten und Grenzen“: Hier debattierten Prof. Dr. Christiane Maaß, Uschi Heerdegen-Wessel, NDR, und Marion Klanke, Leiterin des Büros für Leichte Sprache der Lebenshilfe Bremen darüber, wie sich die Leichte Sprache in den kommenden Jahren weiter entwickeln kann.

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Leichte Sprache
news-14249 Fri, 22 Dec 2017 14:06:58 +0100 Jahresrückblick der FLS https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/jahresrueckbl/ Nur noch wenige Tage bis Weihnachten! Die Forschungsstelle Leichte Sprache wünscht Ihnen und Ihren Familien frohe Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2018. Wir blicken auf ein erfolgreiches Jahr zurück: Unsere Highlights aus diesem Jahr haben wir in einem Jahresrückblick zusammengefasst. Damit verabschieden wir uns in die Weihnachtsferien und sagen: „Tschüss, bis nächstes Jahr!“ 2017: Die Highlights!

16. Januar:

Diskussionsabend in Berlin: "Verständliche Sprache in der Justiz - Widerspruch oder Notwendigkeit" - mehr Infos

19.-20. Januar:

Legistik-Tagung Berlin - mehr Infos

10. Februar:

Isabel Rink erhält Preis für hervorragende Lehre - mehr Infos

29.-30. März:

Workshop "Leichte Sprache: Die Regeln und ihre Anwendung" - mehr Infos

11. April:

Neue Publikation zu Leichter Sprache in der medizinischen Kommunikation - mehr Infos

02. Mai:

Juristische Texte in Leichter Sprache - die FLS im Interview mit Nicola Pridik - mehr Infos

03. Mai:

Informationen zur NRW-Landtagswahl in Leichter Sprache - mehr Infos

22.-23. Mai:

Leichte-Sprache-Workshop im Bistum Hildesheim - mehr Infos

09. August:

Leichte Sprache in der Kritik - Die FLS nimmt Stellung zum FAZ-Artikel - mehr Infos

04. September:

Neues Leichte-Sprache-Angebot zur Bundestagswahl vom WDR

21.-23. September:

11th PLAIN Conference in Graz

05.-06. Oktober:

Leichte-Sprache-Workshop der FLS - mehr Infos

14.-15. Oktober:

BDÜ-Fachkonferenz - mehr Infos

07. November:

FLS siegt beim Science Slam - mehr Infos

09. November:

Tagung "Leichte Sprache in Politik und Medien - Die Situation in Deutschland und Finnland" - mehr Infos

04.-05. Dezember:

Inklusionstage in Berlin

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Leichte Sprache
news-5723 Wed, 29 Nov 2017 13:48:16 +0100 Weihnachtlicher Countdown auf Facebook: Duden zu gewinnen https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/weihnachtlic/ Die dicken Pullis sind hervorgekramt, die ersten Geschenke gekauft und in den Straßen strahlt bereits die Weihnachtsbeleuchtung: Der Weihnachts-Countdown läuft. Auch dieses Jahr hat sich die Forschungsstelle Leichte Sprache wieder etwas ganz Besonderes für Sie ausgedacht und 24 zauberhafte Türchen vorbereitet, um Sie in festliche Stimmung zu bringen. Wie haben wir uns als Kinder in der Weihnachtszeit darauf gefreut, jeden Morgen das nächste Türchen vom Adventskalender öffnen zu dürfen. Um Sie wieder in diese glückliche Zeit zu versetzen, hat sich die Forschungsstelle Leichte Sprache auch in diesem Jahr 24 tolle Überraschungen überlegt. Auf unserer Facebook-Seite erwartet Sie ab dem 1. Dezember jeden Tag ein neuer, weihnachtlicher Post rund um Leichte Sprache und Weihnachten. Als besonderes Extra haben Sie außerdem die Chance den Duden Leichte Sprache zu gewinnen.

Abonnieren Sie unsere Facebook-Seite und lassen Sie sich von unseren festlichen Posts in Weihnachtsstimmung bringen. Verpassen Sie nicht die Chance auf ein zusätzliches Weihnachtsgeschenk und machen Sie mit bei unserem Gewinnspiel.

Alle Infos zum Gewinnspiel und unserem Adventskalender finden Sie auf Facebook.

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Leichte Sprache
news-6523 Wed, 29 Nov 2017 13:46:13 +0100 Christiane Maaß bei der BDÜ-Fachkonferenz „Sprache und Recht“ https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/christiane-m-1/ Mitte Oktober fand die Fachkonferenz "Sprache und Recht" des Bundesverbands der Dolmetscher und Übersetzer e.V. in Hannover statt. Diesjähriges Thema war "Übersetzer und Dolmetscher: Mittler zwischen Sprachen und Rechtssystemen". Auch die Leiterin der Forschungsstelle Leichte Sprache Prof. Dr. Christiane Maaß sprach bei der Tagung. Bereits zum 6. Mal führte der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) am 14. und 15. Oktober in Hannover die Fachkonferenz „Sprache und Recht“ durch. Die Konferenz bot ein reiches Programm: 60 Vorträge zu unterschiedlichen Themen des Rechtsübersetzens in nur zwei Tagen. Möglich wurde dies durch eine Aufteilung in sechs Sektionen, in denen das Programm parallel lief. Eröffnet wurde die Tagung von der Staatssekretärin des Niedersächsischen Justizministeriums, Frau Stefanie Otte. In ihrem Grußwort ging sie ausführlich auf das Projekt „Leichte Sprache in der Niedersächsischen Justiz“ ein, das Justizministerium und Forschungsstelle Leichte Sprache gemeinsam durchgeführt haben. Sie stellte auch heraus, dass in den Augen des Justizministeriums das Übersetzen rechtlich-administrativer Texte in Leichter Sprache aktuell eine der drängendsten Herausforderungen des Rechtsübersetzens ist. Entsprechend gut gefüllt war dann der Vortragsraum: mehr als 200 der 450 Teilnehmenden erschienen zu Christiane Maaß‘ Vortrag „Übersetzung von Rechtstexten in Leichte Sprache“. An den Vortrag schloss sich eine intensive Diskussion an, aus der deutlich wurde, dass viele Rechtsübersetzer ein neues Feld für sich entdecken. Als Profis für Rechtstexte bringen sie hier wichtige Voraussetzungen mit, brauchen allerdings einen soliden Einstieg in die Leichte Sprache. Der BDÜ hat diesen Bedarf erkannt und lotet aktuell mit uns Möglichkeiten aus, wie eine Zertifizierung gestaltet werden kann. Wir bleiben dran!

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Leichte Sprache
news-6562 Wed, 29 Nov 2017 13:43:13 +0100 Rückblick auf die Tagung: „Leichte Sprache in Politik und Medien: Die Situation in Deutschland und Finnland.“ https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/rueckblick-au/ Die Forschungsstelle Leichte Sprache hat Anfang des Monats zu einem Erfahrungsaustausch eingeladen. VertreterInnen aus Forschung, Politik und Medien beleuchteten Leichte Sprache im Spiegel derzeitiger gesellschaftlicher Prozesse. Darüber hinaus hat die Veranstaltung die Möglichkeit zu Diskussion, Austausch und Vernetzung geboten. Wie sieht es momentan mit der Leichten Sprache in Politik, Forschung und Medien aus? Und wie ist die derzeitige Situation in Finnland? Diesen Fragen ging die Tagung „Leichte Sprache in Politik und Medien: Die Situation in Deutschland und Finnland“ am 9. November 2017 auf den Grund. Dabei durften wir viele Gäste bei uns an der Universität Hildesheim begrüßen. Unter den Gästen waren zahlreiche VertreterInnen aus Forschung, Politik und Medien, die über den derzeitigen Stand in ihrem Bereich berichteten. Während die Direktorin der Forschungsstelle Leichte Sprache, Prof. Dr. Christiane Maaß, sich zur rechtlichen Lage und dem aktuellen Stand in Deutschland äußerte, berichtete unser Ehrengast und Direktorin des finnischen Instituts für Leichte Sprache, Leealaura Leskelä, über die praktische Arbeit mit Leichter Sprache in Finnland. Auch die Vertreterinnen der barrierefreien Angebote des NDR und WDR, Uschi Heerdegen-Wessel und Angelika Plank, haben über den Stand der Dinge, das Erreichte, zukünftige Aufgaben und den Redaktionsalltag berichtet. Im Rahmen weiterer Vorträge wurde die Perspektive der AdressatInnen in den Vordergrund gestellt und auch Rechtstexte als Barriere wurden kritisch beleuchtet. Darüber hinaus hat die Tagung zu mehreren regen Diskussionsrunden eingeladen, bei denen sich auch die ZuhörerInnen äußerten. So konnten in gemeinsamer Runde Meinungen, Erfahrungen und Kritik ausgetauscht und diskutiert werden.

Wir bedanken uns herzlich bei allen ReferentInnen und TeilnehmerInnen und hoffen auf ein baldiges Wiedersehen! Weitere Informationen und die Dokumentation zur Tagung finden auf unserer Homepage.

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Leichte Sprache
news-6563 Wed, 29 Nov 2017 13:40:45 +0100 Die Forschungsstelle siegt beim 3. Science Slam der Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/die-forschun-2/ Dass Rap und Sprachwissenschaft gut zusammen passen, zeigt Prof. Dr. Christiane Maaß mit ihrem Auftritt beim 3. Science Slam der Universität Hildesheim. Am 7. November stellte sie sich der Konkurrenz aus drei weiteren Fachbereichen und brachte dem Publikum näher, warum Leichte Sprache unbedingt in der deutschen Rechtssprache Einzug halten muss. „And now let the show begin!“ erscheint auf einer großen Leinwand im Audimax der Universität Hildesheim und kurz darauf ertönt die berühmte Stimme Michael Buffers im bis auf den letzten Platz besetzten Saal: „Let’s get ready to rumble!“. Die ersten Takte von Bushidos Lied „Alles wird gut“ erklingen. Christiane Maaß greift zum Pult, streift ein weißes T-Shirt mit der Aufschrift „Barrierefreie Kommunikation – Check it out!“ über, legt eine glänzende Goldkette um den Hals und setzt eine Cap auf. Das Publikum klatscht und pfeift begeistert. Mit der Unterstützung ihrer Mitarbeiterinnen überzeugt Maaß‘ Sprechgesang die ZuschauerInnen in den nachfolgenden Minuten davon, dass Leichte Sprache das komplizierte Beamtendeutsch für jeden verständlich machen kann.

Maaß‘ Rap bildet den krönenden Abschluss eines Vortrags, in dem die Professorin an konkreten Beispielen aufzeigt, wie Leichte Sprache die Rechtssprache reformieren kann, indem schwierige Fachbegriffe und Schachtelsätze durch einfache Wörter und klare Satzstrukturen ersetzt werden. Um diese Herausforderung erfolgreich meistern zu können, werden dringend akademisch ausgebildete ÜbersetzerInnen benötigt, die über das erforderliche juristische Hintergrundwissen verfügen. In diesem Zuge macht die Übersetzungswissenschaftlerin auf den Masterstudiengang „Barrierefreie Kommunikation“ aufmerksam, der ab dem Wintersemester 2018 an der Universität Hildesheim studiert werden kann. Maaß‘ Auftritt kommt beim Publikum gut an. Doch auch ihre Konkurrenz hat einiges zu bieten. In diesem Jahr traten neben Maaß drei weitere Teilnehmer aus den Bereichen Philosophie, Geographie und Politikwissenschaft in den Wettbewerb ein, den der Vizepräsident für Stiftungsentwicklung Prof. Dr. Martin Schreiner zu Anfang als „wissenschaftliches Kurzvortragsturnier“ beschreibt. Mit einem Schallpegelmesser wird anhand des Applauses des Publikums im Anschluss an die Vorträge der Gewinner ermittelt. Es gibt ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Christiane Maaß und Geograph André Kirchner. Letztendlich gewinnt die Forschungsstelle Leichte Sprache mit einem knappen Vorsprung. Alle TeilnehmerInnen bekommen einen gläsernen Pokal überreicht. Ein unterhaltsamer und lehrreicher Abend endet mit Konfetti auf der Bühne und bunten Heliumballons an der Decke des Audimax. Wir freuen uns schon auf den nächsten Science Slam am 6. November 2018!

Alle Informationen zum Studiengang „Barrierefreie Kommunikation“ finden Sie übrigens auf unserer Homepage. Check it out!

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Leichte Sprache
news-14007 Wed, 11 Oct 2017 12:35:29 +0200 Landtagswahl in Niedersachsen: Der NDR informiert in Leichter Sprache https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/landtagswahl/ Nach der Wahl ist vor der Wahl: Am 15. Oktober wählt Niedersachsen einen neuen Landtag. Das hat der NDR zum Anlass genommen und erstmals Wahlseiten in Leichter Sprache aufgesetzt, die über Hintergründe und Abläufe informieren. Auch Nachrichten zum Thema – etwa zum Fernsehduell vom 10. Oktober – werden dem Nutzer angeboten. Die Bundestagswahl ist noch nicht einmal einen Monat her, da darf ein Teil der Deutschen erneut zur Wahlurne schreiten. Am 15. Oktober sind rund 6 Millionen wahlberechtigte Niedersachsen dazu aufgerufen, ihre Stimme für einen neuen Landtag abzugeben. Aber nicht für alle Wähler ist eine politische Mitbestimmung möglich. Der Wahlvorgang kann unter anderem dann zur Barriere werden, wenn eine geringe Lesekompetenz dazu führt, dass Informationen rund um die Wahl nicht hinreichend erschlossen werden können. Eine gleichberechtigte Teilhabe ist z. B. ausgeschlossen, wenn sich der Wähler fragt, wie oder wen man eigentlich wählen kann.

Um hier Partizipation und Chancengleichheit herzustellen, hält der NDR neben dem Standardangebot auch Wahlseiten in Leichter Sprache vor. So informiert die Rundfunkanstalt über die Hintergründe der Niedersachsenwahl und den Wahlvorgang an sich. Außerdem bindet der NDR Texte ein, die zum Teil aus dem Projekt „Nachrichten in Leichter Sprache“ stammen und aktuelle Informationen liefern. Jeder Text ist zudem als Audio abrufbar.

Neben den Wahlseiten bietet der NDR auch wöchentliche Nachrichten aus Norddeutschland sowie Märchen in Leichter Sprache an. Darüber hinaus gibt es Informationsseiten für Geflüchtete in Leichter Sprache.

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Leichte Sprache
news-14006 Wed, 11 Oct 2017 12:30:53 +0200 Leichte Sprache in Politik und Medien: Die Situation in Deutschland und Finnland. https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/leichte-spra-3/ Die Forschungsstelle Leichte Sprache lädt kommenden Monat zu einem Erfahrungsaustausch ein: Vertreter aus Forschung, Politik und Medien beleuchten Leichte Sprache im Spiegel derzeitiger gesellschaftlicher Prozesse. Die Veranstaltung bietet die Möglichkeit zu Diskussion, Austausch und Vernetzung. Wie sieht es momentan mit der Leichten Sprache in Politik, Forschung und Medien aus? Und wie ist die derzeitige Situation in Finnland? Diesen Fragen geht die Tagung „Leichte Sprache in Politik und Medien: Die Situation in Deutschland und Finnland“ am 9. November 2017 auf den Grund. Zahlreiche Vertreter aus Forschung, Politik und Medien berichten über den derzeitigen Stand in ihren Bereichen. Darunter die Direktorin der Forschungsstelle Leichte Sprache, Frau Prof. Dr. Christiane Maaß, die sich zur rechtlichen Lage und dem aktuellen Stand in Deutschland äußert und die Direktorin des finnischen Instituts für Leichte Sprache, Leealaura Leskelä, die über die praktische Arbeit mit Leichter Sprache in Finnland berichtet. Auch die Leiterinnen der barrierefreien Angebote  NDR und des WDR, Uschi Heerdegen-Wessel und Angelika Plank, berichten über den Stand der Dinge, das Erreichte und geben Ausblick auf zukünftige Aufgaben. Weitere Vertreter aus der Politik sprechen z. B. über die Perspektiven der Adressaten oder die Barrieren in Rechtstexten. Darüber hinaus lädt die Tagung zu mehreren Diskussionsrunden ein, an denen sich auch die Zuhörer aktiv beteiligen können. Gemeinsam können Meinungen, Erfahrungen und mögliche Kritik ausgetauscht und diskutiert werden.

Weitere Informationen zur Tagung finden Sie auf unserer Homepage. Das Programm können Sie hier einsehen.

Bei Interesse an der Tagung können Sie Ihre Anmeldung an Larissa Pehle richten (pehlel@uni-hildesheim.de). Die Tagung findet am 9. November 2017 am Bühler Campus der Universität Hildesheim im Raum L131 statt. Beginn ist um 11 Uhr.

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Leichte Sprache
news-13270 Wed, 11 Oct 2017 12:28:07 +0200 Rückblick auf einen tollen Workshop https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/rueckblick-au-1/ Turbulente und aufregende Tage liegen hinter der Forschungsstelle Leichte Sprache. Anlässlich unseres regelmäßig stattfindenden Workshop-Angebots durften wir am 5. und 6. Oktober wieder viele Gäste aus ganz Deutschland bei uns an der Universität in Hildesheim begrüßen. Leichte Sprache ist ein aufstrebendes Feld, sowohl in der Wissenschaft als auch in der Praxis. Wie viele motivierte Menschen es gibt, die sich für die Leichte Sprache interessieren, zeigt sich jedes Mal aufs Neue in unseren Workshops, bei denen wir zweimal jährlich externe Interessierte in Hildesheim zu Gast haben. Auch in unserem Herbst-Workshop Anfang des Monats sorgte die bunt gemischte Gruppe für erhellende Diskussionen und einen wertvollen Erfahrungsaustausch zwischen Wissenschaft und den unterschiedlichen Praxisfeldern. Vertreten waren unter anderem Bereiche wie medizinische Linguistik, Sprachtherapie, Alphabetisierung, Übersetzen und Dolmetschen, Rechtskommunikation sowie viele weitere interessante Berufsfelder, in denen sich Leichte Sprache immer stärker als relevantes Instrument zum Barriereabbau erweist. Ganz besonders freuten wir uns über die harmonische und lockere Atmosphäre, die angesichts der zahlreichen theoretischen Grundlagen des Hauptworkshops nicht immer selbstverständlich ist.

Auch unser Zusatzworkshop „Leichte Sprache: aktuelle Fragen, Antworten und Desiderate", der im Anschluss an den Hauptworkshop stattfand, war ein voller Erfolg, wenngleich Xavier auch uns ein paar Striche durch die Rechnung machte. So mussten leider einige Teilnehmer aufgrund der zahlreichen Ausfälle im Bahnverkehr vorzeitig abreisen. Gesprächsstoff für Diskussionen und spannende Einblicke in unterschiedliche Praxisprojekte gab es trotzdem ausreichend.

Im Frühjahr 2018 wird es den nächsten Grundlagenworkshop der Forschungsstelle Leichte Sprache geben. Aufgrund der hohen Nachfrage und des Wunsches vieler Teilnehmer, am Ball zu bleiben und sich weiter zu qualifizieren, planen wir außerdem auch einen gesonderten Praxisworkshop, der sich auf die vertiefende Anwendung der Regeln anhand verschiedener Textsorten richten wird. Gespannt und voll motiviert blicken wir also ins kommende Frühjahr und freuen uns sowohl auf neue als auch bekannte Gesichter.

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Leichte Sprache
news-13298 Wed, 11 Oct 2017 12:25:57 +0200 Masterstudiengang Barrierefreie Kommunikation https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/masterstudie-1/ Bald startet der neue Masterstudiengang Barrierefreie Kommunikation (M.A. BK) an der Universität Hildesheim. Neben verschiedenen Ausprägungen der Barrierefreien Kommunikation wird insbesondere das Übersetzen in Leichte Sprache einen Schwerpunkt in diesem zweijährigen Master darstellen. Der Masterstudiengang Barrierefreie Kommunikation startet zum Wintersemester 2018/19 und kann sowohl in Voll- als auch in Teilzeit studiert werden.  In vier Semestern werden den Studierenden wissenschaftlich fundierte Kenntnisse und Fähigkeiten für eine Expertentätigkeit im Bereich Barrierefreie Kommunikation vermittelt. Besonderer Schwerpunkt des Studiengangs wird die Fachübersetzung in Leichte Sprache sein. Daneben bekommen die Studierenden in Kursen zu Gebärdensprache, Audiodeskription, Untertitelung für Hörgeschädigte oder Schriftdolmetschen einen umfassenden Überblick über das Feld der Barrierefreien Kommunikation. 

Mithilfe einer projektorientierten und toolgestützten Lehre sollen die Studierenden eine vertiefte Kompetenz bei der Erarbeitung von fachlich geprägten Texten für Menschen mit Kommunikationseinschränkungen erwerben. Durch ein 6-wöchiges Pflichtpraktikum erhalten die Studierenden zudem die Chance, ihr Wissen praktisch anzuwenden und sich mit der Adressatenschaft vertraut zu machen. Darüber hinaus werden Kenntnisse und Fertigkeiten in der softwaregestützten Textproduktion, Textredaktion und -bearbeitung vermittelt. So eröffnen sich den Absolventen Tätigkeiten als Übersetzer im Bereich der konzeptuellen und medialen Aufbereitung von Kommunikationsmaterial, als Mittler für Personen mit Kommunikationseinschränkungen, als Freiberufler im Bereich der Barrierefreien Kommunikation sowie in Übersetzungsbüros oder Behörden.

Der Bereich der Barrierefreien Kommunikation gewinnt immer mehr an Wichtigkeit. Aus diesem Grund ist eine Professionalisierung auf diesem Gebiet von enormer Relevanz für unsere Gesellschaft. Der Studiengang Barrierefreie Kommunikation stellt in diesem Zusammenhang einen äußerst wichtigen nächsten Schritt dar.

Wenn Sie Interesse am Studiengang haben oder eine Studienberatung wünschen, können Sie sich direkt an Ihre Ansprechpartnerinnen Prof. Dr. Christiane Maaß und Isabel Rink wenden. Weitere Informationen zum Masterstudiengang Barrierefreie Kommunikation finden Sie auf unserer Homepage. Den Flyer zum Studiengang finden Sie hier.

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Leichte Sprache
news-13299 Wed, 11 Oct 2017 12:16:36 +0200 Butenunbinnen.de – Internetseite jetzt (auch) in Leichter Sprache https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/butenunbinne/ Im Rahmen eines Relaunchs setzt die Bremer Fernsehsendung buten un binnen der Rundfunkanstalt Radio Bremen mehr auf Barrierefreiheit. Gemäß der BITV 2.0 sind ab sofort auch Texte in Leichter Sprache auf der Internetseite verfügbar, die von Mitarbeiterinnen der Forschungsstelle Leichte Sprache übersetzt wurden. „Wie finde ich auf einer Internetseite ein bestimmtes Thema?“ und „Wie funktioniert eigentlich die Navigation?“ Das sind Fragen, die man sich als Nutzer stellt, wenn man eine neue Internetseite besucht. Webseiten können auf den ersten Blick oftmals unübersichtlich erscheinen, was sich jedoch im Nachhinein als unkompliziert darstellt. Dafür muss sich der Nutzer aber in kurzer Zeit einen Überblick der Seite und ihrer Funktionen verschaffen können. Dies kann Menschen mit Lernschwierigkeiten Probleme bereiten. So kann nicht unbedingt vorausgesetzt werden, dass Menschen mit einer eingeschränkten Lesekompetenz z. B. Informationen zu Wetter und Verkehr oder die Suchfunktion schnell auffinden und verstehen können.

Gemäß der BITV 2.0 (Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung) sollen Startseiten eines Internetangebots Informationen und Hinweise zum Inhalt und der Navigation in Leichter Sprache oder Gebärdensprache bereitstellen. Diese Standards sind vor allem von Bundesbehörden anzuwenden. Doch nach und nach ziehen auch Rundfunkanstalten nach und legen großen Wert auf Barrierefreiheit.

In diesem Rahmen hat die Forschungsstelle Leichte Sprache jetzt Texte der von Radio Bremen produzierten Fernsehsendung buten un binnen auf ihrer Internetseite butenunbinnen.de übersetzt. So sind Texte zum Inhalt und zur Navigation der Internetseite in Leichter Sprache gemäß der BITV 2.0 entstanden. Darüber hinaus wurden Infotexte über weitere barrierefreie Möglichkeiten auf der Internetseite, wie z. B. Nachrichten aus Bremen in Gebärdensprache, in Leichte Sprache übersetzt. Das ermöglicht dem Nutzer ab sofort ein zielgerichtetes Suchen auf der Internetseite und erleichtert zudem den Umgang mit dieser.

Sie möchten mehr über die Fernsehsendung erfahren oder die Angebote in Leichter Sprache einsehen? Hier finden Sie weitere Informationen über die barrierefreien Angebote von butenunbinnen.de.

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Leichte Sprache
news-12975 Wed, 09 Aug 2017 09:09:46 +0200 Zusatzworkshop: „Leichte Sprache: aktuelle Fragen, Antworten und Desiderate" https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/zusatzworksh/ Am 6. Oktober von 14 - 18 Uhr plant die Forschungsstelle Leichte Sprache im Anschluss an das regulär stattfindende Workshopangebot „Leichte Sprache: Die Regeln und ihre Anwendung“ erneut einen unabhängigen Zusatzworkshop. Diesmal möchten wir die Zeit nutzen, um mit den Teilnehmern über ihre laufenden, abgeschlossenen oder auch geplanten Leichte-Sprache-Projekte zu sprechen. Ziel ist es, konkrete Probleme zu analysieren und die jeweiligen Projekte durch geeignete Lösungsmöglichkeiten voranzutreiben. Leichte Sprache ist noch immer ein junges Feld, sowohl aus wissenschaftlicher Perspektive als auch in der Praxis. Der Forschungsbedarf ist hoch und fehlende Standards erschweren die Textpraxis. Trotzdem befassen sich neben den etablierten Institutionen auch immer mehr außenstehende Akteure sowie Privatleute in unterschiedlichen Kontexten mit Leichter Sprache und entwickeln Angebote. Das ist sehr erfreulich, denn umso mehr Angebote und Anbieter es in dem Bereich gibt, desto besser lässt sich Leichte Sprache auch wissenschaftlich untersuchen und ihre Umsetzung mit Blick auf die individuellen Belange der zahlreichen unterschiedlichen Zielgruppen standardisieren. Der ständige Austausch zwischen Praxis und Wissenschaft ist somit von besonderer Bedeutung. Diesem Austausch möchten wir im Rahmen des Sonderworkshops „Leichte Sprache: aktuelle Fragen, Antworten und Desiderate" Raum geben. Es handelt sich dabei um einen separaten Zusatzworkshop, der unabhängig vom regulären Hauptworkshop „Leichte Sprache: Die Regeln und ihre Anwendung“ gebucht werden kann. Der vierstündige Zusatzworkshop richtet sich an alle, die mit Leichter Sprache arbeiten und konkrete oder auch allgemeine Fragen zur Praxis haben. Der gemeinsame Austausch soll vor allem Mitwirkenden an Leichte-Sprache-Projekten dienen, um konkrete Probleme aufzugreifen und geeignete Lösungsstrategien zu diskutieren. Die Fragestellungen können unterschiedliche Aspekte thematisieren, beispielsweise

  • den Umgang mit einzelnen sprachlichen Phänomenen,
  • den Umgang mit bestimmten Textsorten,
  • besondere Belange einzelner Zielgruppen,
  • Allgemeines zur Auftragsarbeit,
  • usw.

Zusammen wollen wir uns den verschiedenen Herausforderungen der Leichten Sprache stellen und Schwierigkeiten aus dem Weg räumen. Aus organisatorischen Gründen und um einen lösungsorientierten Austausch zu gewährleisten, bitten wir alle TeilnehmerInnen des Zusatzworkshops, eine Beschreibung ihres jeweiligen Leichte-Sprache-Projekts bzw. des Projektvorhabens zusammen mit dem sich daraus ergebenden Klärungsbedarf bis spätestens zum 15. September bei der Forschungsstelle Leichte Sprache einzureichen (Mail an rogotz@uni-hildesheim.de). Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir komplexe Problemstellungen ohne Anmeldung und entsprechende Vorbereitungszeit ggf. nicht hinreichend behandeln können.

Wir freuen uns auf Ihre Projekte und einen fruchtbaren Erfahrungsaustausch.

Informationen zu Terminen, Teilnahmekosten und Anmeldeformalitäten finden Sie hier.

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Leichte Sprache
news-12977 Wed, 09 Aug 2017 09:05:00 +0200 Leichte Sprache in der Kritik – was wir dem FAZ-Artikel entgegenhalten https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/leichte-spra-4/ Die FAZ hat sich in einem Artikel der Leichten Sprache gewidmet. Am 28.07.2017 erschienen, setzt sich dieser außerordentlich kritisch mit Konzept und Umsetzung von Leichter Sprache auseinander. Viele im Artikel aufgeführten Kritikpunkte begleiten die Forschungsstelle Leichte Sprache seit Beginn ihrer Arbeit. Wir möchten den Artikel zum Anlass nehmen, erneut Stellung zu beziehen und haben einige Statements aufgegriffen. „Doch das hehre Ziel, Nachrichten verständlich zu machen, hat auch immer mit dem Verdacht zu kämpfen, diese zu infantilisieren und Leser für dumm zu verkaufen.“

Da man in der breiten Öffentlichkeit leicht verständliche Texte vor allem über Angebote für Kinder wahrnimmt und verständlichkeitsoptimierte Angebote für andere Personenkreise eher weniger präsent sind, liegt der Vergleich zu “Kindersprache” nahe. Die Unterschiede zwischen Texten für Kinder und „guten“ Leichte-Sprache-Texten sind jedoch enorm. Aspekte wie Textsorten, Informationsauswahl und Leseransprache stellen beispielsweise markante Unterschiede dar. Ein verwandtes Problem ist die Kritik der Stigmatisierung oder der Herablassung. Dies ist aber kein prinzipielles, der Leichten Sprache innewohnendes Problem, sondern liegt in der Hand des Übersetzers bzw. der Übersetzerin. Deshalb ist es wichtig, seine Zielgruppe präsent zu haben, bei der Erstellung der Texte auf korrekte Anredeformen zu achten und stigmatisierende Formulierungen wie „das schwere Wort dafür ist…“ zu vermeiden. Es gibt eine Reihe von Negativbeispielen, die immer wieder gerne im Diskurs aufgegriffen werden. Aber die Existenz von missglückten Leichte-Sprache-Texten kann nicht als Argument gegen das Konzept als Ganzes herangezogen werden. Andernfalls ließe sich so logischerweise auch gegen alle anderen “Varietäten” der deutschen Sprache argumentieren.

 

„Wäre es nicht besser, die Lesekompetenz zu stärken, statt komplexe Texte zu demontieren?“

Das ist ein nobles und unterstützenswertes Ziel. Es verfehlt leider einen großen Teil unserer Zielgruppe(n). Wir sprechen zum Beispiel von PatientInnen mit dauerhafter Aphasie, prälingual gehörlosen Menschen, Autisten oder demenzkranken Menschen, um nur einen kleinen Teil der relevanten Diagnosen zu nennen. Nicht alle Menschen können eine Leseschwäche überwinden. Gerade sie haben ein Recht auf für sie verständliche Texte. Anders ist es zum Beispiel bei Deutschlernern, Legasthenikern oder funktionalen Analphabeten. Bei angemessener Förderung werden diese Zielgruppen zwangsläufig der Leichten Sprache „entwachsen“.

Trotzdem können auch sie zeitweise von ihr profitieren. Leichte Sprache kann eine Brückenfunktion einnehmen, ungeübte LeserInnen an schriftliche Texte heranführen und eine Leseroutine stärken. Sie unterstützt damit viel wahrscheinlicher einen Lernprozess, anstatt diesen zu bremsen.

 

„Gibt es eine Grenze für Komplexitätsreduktion? Ist dem Zielpublikum gedient, wenn man Inhalte über Gebühr simplifiziert?“

Diese Befürchtung ist eine ernstzunehmende Kritik: Leichte-Sprache-Texte sind reduziert, sowohl in Bezug auf die sprachliche Komplexität als auch hinsichtlich ihres Informationsgehalts. Leichte-Sprache-ÜbersetzerInnen wissen, dass die Selektion von Informationen unumgänglich ist. Sie stehen vor der Frage, welche Informationen relevant sind und wie diese sprachlich vereinfacht werden können, um einen für die Zielgruppe funktionierenden Text zu schaffen. Aus der Perspektive geübter LeserInnen sind Leichte-Sprache-Texte befremdlich. Sie sind nicht eloquent, nicht ästhetisch und in vielen Fällen auch weniger präzise im Vergleich zum standardsprachlichen Ausgangstext. Und dennoch: Durch Leichte Sprache können wesentliche Informationen vermittelt werden. Was wesentlich und relevant, irreführend oder vielleicht auch verzerrend ist, liegt dabei immer in der subjektiven Beurteilung des Übersetzers. Dieser muss sich seiner Verantwortung bewusst sein. Im Übrigen ist dies ein ganz klassisches Übersetzungsproblem, mit dem auch FremdsprachenübersetzerInnen konfrontiert sind. Und auch journalistische Texte sind trotz Objektivitätsanspruch doch immer das Ergebnis der subjektiven Informationsselektion und Darstellungsweise des Journalisten.

 

„Traut man der Leserschaft nichts mehr zu?”

Diese Frage ist – kurz gesagt – irrelevant. Es ist ein nachweislicher Fakt, dass ein nicht geringer Teil der Bevölkerung aus unterschiedlichen Gründen an standard- und fachsprachlichen Texten scheitert. Diese Tatsache hat nichts mit subjektiven Vermutungen zu tun. Es gibt Menschen, die permanent auf die Hilfe Dritter angewiesen sind, wenn es um schriftsprachliche Kommunikation geht. Die Forderung nach einer verständlichen Informationsaufbereitung für diese Menschen ist ebenso berechtigt und angebracht, wie die nach der Erhaltung gesellschaftlicher Standards und angemessenen Förderungsmaßnahmen zur Überwindung von Leseschwächen. Diese unterschiedlichen Forderungen konkurrieren auch gar nicht miteinander. Leichte Sprache richtet sich weder an den durchschnittlichen FAZ-Leser noch ist es ihre Intention, “Lesefaulen” das Leben bequemer zu machen. Vielmehr bietet sie vielen Menschen den einzigen Zugang zur Textwelt und damit die Chance, eigenständig und selbstbestimmt Informationen aus Texten zu ziehen. Jeder, der sich von Leichter Sprache unterfordert fühlt, kann, soll und wird ein für sich angemessenes, standardsprachliches Angebot nutzen. Ein Aspekt scheint leider immer wieder missverstanden zu werden: Leichte Sprache ist kein Ersatz, sondern ein zusätzliches Angebot für spezifische Zielgruppen.

Den ganzen FAZ-Artikel zum Nachlesen finden Sie hier.

Sie möchten mehr darüber erfahren, welche typischen Kritikpunkte es zum Thema Leichte Sprache gibt und wie die Forschungsstelle Leichte Sprache dazu steht? In den FAQs auf unserer Website geben wir Antworten auf die häufigsten Fragen und Vorurteile.

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Leichte Sprache
news-13687 Wed, 09 Aug 2017 08:26:00 +0200 NRW Landtagswahl: WDR veröffentlicht Wahlseiten in Leichter Sprache https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/nrw-landtags/ Anlässlich der NRW-Landtagswahl im vergangenen Mai hat der Westdeutsche Rundfunk (WDR) ein umfassendes Informationsangebot in Leichter Sprache entwickelt und im Vorfeld der Wahl online zur Verfügung gestellt. Auch Mitarbeiter der Forschungsstelle Leichte Sprache haben als Prüfer und Übersetzer an dem Projekt mitgewirkt. Wahlen sind eines der bedeutendsten Instrumente unserer Demokratie und das zentrale Mittel für politische Partizipation. Doch sie erfordern nicht nur eine intensive Auseinandersetzung mit der Thematik, sondern setzen auch einiges an Wissen voraus. Für Menschen mit Leseeinschränkung wird die sprachliche Gestaltung der üblichen Informationsquellen in Zeitung, Internet und Fernsehen dabei oft zur Kommunikationsbarriere. Der WDR hat deshalb ein Aufklärungsprojekt gestartet und Wahlseiten in Leichter Sprache verfasst. In insgesamt neun Beiträgen können sich LeserInnen umfassend informieren und Antworten auf sowohl allgemeine als auch konkrete Fragen zur Landtagswahl, zum Wahlverfahren und zur neuen Regierung erhalten.

Hier gelangen Sie zu den einzelnen Texten:

Auch nach der Wahl ermöglicht das Angebot Menschen mit eingeschränkter Lesekompetenz, die bislang kaum oder gar keine Erfahrung mit Wahlen gemacht haben, sich dem Thema anzunähern. Handlungsanleitungen geben Schritt für Schritt Hilfe beim Ablauf des Wahlvorgangs, sowohl im Wahllokal als auch bei der Briefwahl. Zusätzlich bieten die Texte auch Ansprechpartner und Kontaktinformationen für weitere Aufklärung und Hilfestellung sowie Erläuterungen des Wahlsystems.

Mit dem letzten Text zur neuen NRW-Regierung ist das Projekt „Landtagswahl in Leichter Sprache“ vorerst abgeschlossen. Die Inhalte der Wahlseiten sind aber auch langfristig interessant und wertvoll, sind sie doch bislang immer noch eine der wenigen barrierefrei zugänglichen Informationsquellen zum Thema. Neben der Umsetzung in Leichter Sprache lassen sich die Beiträge auch als Audioversion sowie als Gebärdensprachvideo abspielen.

Wir hoffen, dass künftig noch mehr öffentlich-rechtliche Informationsanbieter politische Aufklärung in Leichter Sprache ermöglichen und damit einen Beitrag zur Sicherstellung von politischer Partizipation für möglichst viele Menschen leisten.

Zur Übersicht der WDR-Wahlseiten in Leichter Sprache geht es hier.

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Leichte Sprache
news-13689 Wed, 09 Aug 2017 07:38:00 +0200 Informationen zur Bundestagswahl in Leichter Sprache https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/informatione-2/ In unseren Workshops lernen wir ständig motivierte Menschen kennen, die Leichte Sprache voranbringen möchten und spannende Projekte planen. Natürlich freuen wir uns besonders, wenn wir miterleben dürfen, wie diese Projekte zum Leben erwachen und realisiert werden. Björn Knutzen-Rühl hat bereits mehrfach an unseren Workshops teilgenommen und sich in unterschiedlichen Kontexten der Leichten Sprache gewidmet. In unserem aktuellen Newsletter berichtet er persönlich über seine Arbeit und seine Motivation in Bezug auf Leichte Sprache sowie über sein neustes Leichte-Sprache-Projekt. Zum ersten Mal in Kontakt mit der Leichten Sprache kam ich zur Bundestagswahl 2009. Zu dieser Zeit hatten die meisten chancenreichen Parteien erstmals ein Programm in Leichter Sprache vorliegen. Vier Jahre später erlebte ich im Wahlkampf für die Piratenpartei selbst, wie beliebt diese Wahlprogramme über Bildungs- und Schichtgrenzen hinweg waren.

In den folgenden Jahren übersetzte ich für die Bremer Lebenshilfe auch selbst Texte in Leichte Sprache. Meistens handelte es sich um Informationsbroschüren. Thematisch ging es um Dinge, die für die Bewältigung des Alltags unerlässlich sind. Die Aufträge erfolgten auch häufig durch sozial engagierte Vereine. Außerdem vermittelte ich als Dozent Lehrkräften und Verwaltungsbeamten die Leichte Sprache. Der Bereich aber, wo wichtige Entscheidungen für und über die Menschen getroffen werden, blieb vielen sprachlich verschlossen. Das verwundert. Immerhin gab es in den vergangenen Jahren in Wirtschaft und in Politik einen regelrechten Hype um Informationsfreiheit und politische Transparenz. Dazu gehörte für mich immer schon, dass Politik in jeder Hinsicht verständlich sein sollte.

Und mit den Medien, mit Zeitungen, Fernsehsendern, Radio und Internet, gibt es einen gesellschaftlichen Bereich, zu dessen Funktionen seit je her die Vermittlung politischer Entscheidungen gehört.

Als Dozent und Übersetzer für Leichte Sprache bin ich natürlich immer an entsprechende Aufträge gebunden gewesen. Mein eigenes Angebot unter Leichtschalter.de ist das sprachliche Gegenstück zum Lichtschalter. Für viele Menschen ist eine zu komplizierte Sprache wie eine unbekannte Wohnung ohne Licht. Man kommt herein und stößt sich zunächst einmal den Fuß. Bis dann irgendwann der Lichtschalter gefunden ist – oder der eine nette Mensch, der das Gesagte einfacher formuliert –, hat man sich bereits mehrfach verletzt. Mit dem Leichtschalter will ich Texte auf klar und verständlich schalten.

Bis heute sind Vereine aus vielen Bereichen sehr interessiert an Übersetzungen. Und Lehrkräfte lassen sich weiterhin fortbilden. Tatsächlich fehlt es aber markant an Aufträgen aus dem journalistischen Bereich und das Interesse ist sehr ungleich verteilt. Wo die Augsburger Allgemeine einen eigenen Bereich für die Leichte Sprache hat, mangelt es daran beim Flensburger Tageblatt meines Wissens vollständig – ein Süd-Nord-Gefälle der anderen Art. 

In den vergangenen Jahren und Monaten erkannten dann immer mehr Redaktionen, dass auch die vereinfachte Aufbereitung von Informationen zu ihren Aufgaben gehört. Lange Zeit aber handelte es sich überwiegend – und durchaus zu Recht – um alltägliche Nachrichten. Sobald es um die große Politik ging, fehlte es an Artikeln in Leichter Sprache, wobei es im Bereich der Einfachen Sprache etwas besser aussah.

Zu Beginn dieses Jahres wollte ich diesen Mangel nicht mehr hinnehmen und gründete ein Nachrichtenportal zur diesjährigen Bundestagswahl. Zentral war für mich dabei die Zugänglichkeit. So gibt es über den Text hinaus durch Bilder und die Seitennavigation eine möglichst einfache Orientierung. Die Themenwahl erfolgt immer mit dem Fokus auf die Bundestagswahl. Hierbei zeigt sich, dass die Nachrichtenvielfalt pro Woche eigentlich begrenzt ist. Vielfach behandeln Medien dieselben Themen oder greifen unterschiedliche Aspekte eines Themas auf. Sehr selten scheinen unterdessen Nachrichten zur Bundestagswahl mit Blick beispielsweise auf den Pflegebereich. Womöglich erwartet die Zielgruppe auch gar nicht mehr viel von der Politik. Das kann ein Grund dafür sein, dass die Rückmeldungen zur Seite eher gering ausfallen. Einzelne Dienstleisterinnen und Dienstleister aus der Branche loben das Projekt zwar in den höchsten Tönen. Trotz des Hinweises auf der Seite selbst, finden sich aber kaum Menschen, die sich ehrenamtlich an der Nachrichtenproduktion beteiligen wollen.

Die Bundestagswahl wird jedenfalls erneut richtungsweisend für die Politik der kommenden Jahre sein. Deshalb sollten sich möglichst alle Menschen über die Vorstellungen der Parteien informieren können. Natürlich handelt es sich bei der Bundestagswahl auch um ein mediales Großereignis. Meine Hoffnung ist also auch, dass im Zuge dessen mehr über die Leichte Sprache gesprochen wird.

Schon jetzt reden mehr Menschen über die Leichte Sprache. Und wenn sich nur eine Handvoll Menschen durch die Artikel auf meiner Seite besser informiert fühlt, hat sich die wöchentliche Arbeit gelohnt. Jetzt muss es weitergehen und noch mehr Redaktionen müssen sich ihrer Verantwortung für einen inklusiven Journalismus bewusst werden. Jede Übersetzung, jede Beratung und Fortbildung sind Schritte in die richtige Richtung.

Hier gelangen Sie zum Projekt zur Bundestagswahl.

Weitere Informationen über die Arbeit von Björn Knutzen-Rühl finden Sie hier.

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Leichte Sprache
news-13431 Wed, 07 Jun 2017 13:34:00 +0200 „Leichte Sprache: Die Regeln und ihre Anwendung“ – Workshops im Herbst https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/leichte-spr/ Vom 05. bis 06. Oktober 2017 bietet die Forschungsstelle Leichte Sprache der Universität Hildesheim wieder einen Workshop rund um das Thema Leichte Sprache an. Der Workshop richtet sich an Einsteiger und alle Leichte-Sprache-Interessierten. Am 06. Oktober findet zudem ein Zusatzworkshop statt, der ein Forum für Probleme und Fragen im Rahmen eigener Projekte bietet, aber auch Raum für Austausch lässt. Der Workshop richtet sich sowohl an Neulinge als auch Fortgeschrittene und bietet eine Einführung in Leichte Sprache, die den TeilnehmerInnen die Grundlage für die eigene übersetzerische Tätigkeit ermöglicht. Der 1,5-tägige Hauptworkshop behandelt die wissenschaftlich fundierten Regeln der Leichten Sprache und vertieft deren Anwendung in verschiedenen Praxisübungen. Die TeilnehmerInnen bekommen so einen umfassenden Einblick in die Methodik des Übersetzens in Leichte Sprache und Antworten auf Fragestellungen, denen man sich im Übersetzungsalltag gegenübersieht. Darüber hinaus bietet der Workshop Gelegenheit für Diskussion, Erfahrungsaustausch und Vernetzung mit anderen Interessierten.

Der Zusatzworkshop „Leichte Sprache: aktuelle Fragen, Antworten und Desiderate“ findet im Anschluss an den Hauptworkshop statt. Er soll den Teilnehmenden Antworten auf Fragen eigener Projekte, aber auch allgemeiner Art liefern sowie dringende Desiderate aufzeigen.

Beide Workshops können sowohl zusammen als auch getrennt besucht werden.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Homepage: https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/workshops/

Sie wollen sich anmelden? Dann schreiben Sie uns eine E-Mail: leichte.sprache(at)uni-hildeheim.de

 

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Leichte Sprache
news-13429 Wed, 07 Jun 2017 12:23:00 +0200 Juristische Texte in Leichter Sprache – die Forschungsstelle Leichte Sprache im Interview mit Nicola Pridik https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/juristische/ Juristische Texte sind häufig nicht nur inhaltlich, sondern auch sprachlich sehr komplex. Das Verständnis wird für Laien zu einer großen Herausforderung und Menschen, die eine eingeschränkte Lesekompetenz besitzen, bleibt der Zugang zu juristischen Texten meist gänzlich verwehrt. Diesem Kommunikationsproblem ist sich auch die Juristin und Sozialarbeiterin Nicola Pridik bewusst, die sich die klare Kommunikation von Recht deshalb zur beruflichen Aufgabe gemacht hat. Wir stellen Ihre Arbeit vor. Um eine verständliche Rechtskommunikation zu ermöglichen, setzt Nicola Pridik auf Grafik- und Textdienstleistungen, die JuristInnen und Unternehmen dabei unterstützen, anderen Menschen Inhalte verständlich zu vermitteln. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Rechtsvisualisierung in Form von Schaubildern, Sketchnotes und PowerPoint-Präsentationen. Hinzu kommt das Lektorat juristischer Texte.

Seit einiger Zeit beschäftigt sich Nicola Pridik auch mit Leichter Sprache und der Frage, wie juristische Schaubilder für Leichte-Sprache-Texte aussehen könnten. Dies ist ihr erstes juristisches Schaubild in Leichter Sprache:

 

© Nicola Pridik

 Auch in ihrem Blog publiziert sie neuerdings Beiträge zum Thema. Ausdrücklich erwähnt sei der sehr gelungene Beitrag „7 Dinge, die Sie über Leichte Sprache wissen sollten“.

Hier geht’s zum Beitrag.

Im März 2017 hat Nicola Pridik an unserem Workshop „Leichte Sprache: Die Regeln und ihre Anwendung“ teilgenommen. Im Zuge des Workshops entstand ein enger Austausch zwischen ihr und der Forschungsstelle Leichte Sprache. Für einen Blogbeitrag zum Thema „Übersetzen juristischer Texte in Leichte Sprache“ führte sie ein Interview mit zwei unserer Mitarbeiterinnen. Isabel Rink, Geschäftsführerin der Forschungsstelle Leichte Sprache, und Marieke Einheuser, Leichte-Sprache-Übersetzerin, geben darin Antworten auf folgende Fragen: Für wen und warum ist Leichte Sprache gerade in der Rechtskommunikation wichtig? Welche Schwierigkeiten gibt es? Und wo liegen die Grenzen der Übersetzung?

Zum Interview geht’s hier.

Mit ihrer Arbeit und ihrem Engagement leistet Nicola Pridik einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung und Bewusstseinsbildung im Bereich der barrierefreien Rechtskommunikation. Wir finden das großartig und wünschen ihr weiterhin viel Erfolg.

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Leichte Sprache
news-13430 Wed, 07 Jun 2017 07:21:00 +0200 Rückblick: Leichte-Sprache-Workshop mit der Bernward Mediengesellschaft und der Stiftung Kath. Behindertenhilfe im Bistum Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/rueckblick-l-1/ Am 22. und 23. Mai waren wir „zu Gast“ im wunderschönen Tagungshaus des Bistums Hildesheim. Im idyllischen Ambiente des Priesterseminars durften wir zusammen mit MitarbeiterInnen der Bernward Mediengesellschaft sowie der Stiftung Kath. Behindertenhilfe der Caritas den Grundstein für hoffentlich viele künftige Leichte-Sprache-Projekte „Made in Hildesheim“ legen. Bei dem 1,5-tägigen Workshop haben wir den TeilnehmerInnen nicht nur die Bedeutung der Leichten Sprache im Rahmen einer barrierefreien Gesellschaft näherbringen dürfen, sondern auch erste Grundlagen und Strategien für die Praxis der Texterstellung und Übersetzung vermittelt. Durchgeführt wurde der Workshop von Isabel Rink, der Geschäftsführerin der Forschungsstelle Leichte Sprache, und ihrer Mitarbeiterin Marieke Einheuser. Die 21 motivierten TeilnehmerInnen setzten sich zusammen aus MitarbeiterInnen der Bernward Mediengesellschaft sowie aus verschiedenen Einrichtungen der Stiftung Kath. Behindertenhilfe. Die bunte Mischung aus verschiedenen Bereichen (Behindertenarbeit, Medien, Presse und Öffentlichkeitsarbeit) erwies sich auch bei diesem Workshop wieder als überaus wertvoll und ließ uns zahlreiche neue Einblicke mit nach Hause nehmen.

Angestoßen wurde der Workshop durch die Initiative der Bernward Mediengesellschaft, bei der wir bereits im November 2016 zu einem „Runden Tisch“ geladen waren. Zusammen mit der Geschäftsführung der Stiftung Kath. Behindertenhilfe entstand die Idee einer gemeinsamen Leichte-Sprache-Redaktion.

Die Forschungsstelle Leichte Sprache freut sich sehr, nun den ersten großen Schritt in Richtung eigenständige Textproduktion begleitet haben zu dürfen und somit Teil des vorbildhaften Projektes zu sein.

Das 1,5-tägige Programm war vielfältig. Neben der gesellschaftlichen Relevanz von Leichter Sprache, ihren Adressaten und ihrer rechtlichen Verankerung in Deutschland haben wir uns mit den Regeln und ihrer Anwendung auseinandergesetzt. Um den TeilnehmerInnen erste Strategien für die Übersetzungsarbeit an die Hand zu geben, wurden die Theorieblöcke von vielen praktischen Übungsphasen begleitet.

Für uns war der Workshop ein voller Erfolg und eine tolle Erfahrung. Wir blicken gespannt auf die weitere Entwicklung des Projekts und wünschen allen Beteiligten weiterhin viel Freude und Erfolg mit Leichter Sprache.

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Leichte Sprache
news-13428 Wed, 07 Jun 2017 07:20:00 +0200 Einzigartiges Lehrmaterial in vereinfachter Sprache: „Mein Ordner Leben und Arbeit“ https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/einzigartige/ „Mein Ordner Leben und Arbeit“ – kurz OLA – von der LSJ Sachsen e.V. ist ein Lern- und Arbeitsinstrument in vereinfachter Sprache. Das Portfolio richtet sich an SchülerInnen mit sonderpädagogischen Förderbedarf im Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung. Damit stellt der Ordner im Bereich der Sonderpädagogik ein Novum dar. Die Landesarbeitsstelle Schule-Jugendhilfe Sachsen e.V. (LSJ) ist ein gemeinnütziger Verein mit MitarbeiterInnen aus (Sozial)-Pädagogik, Soziologie, Erziehungs- und Gesundheitswissenschaft. Zu den Arbeitsschwerpunkten zählen Berufsorientierung, Gesundheitsförderung und Schulentwicklung in Sachsen. In einem Projekt mit drei Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung wurde das Portfolio entwickelt und erprobt. Da für SchülerInnen mit geistiger Behinderung kaum Lehrmaterial vorhanden ist, wünschten sich die Pädagogen eine Zusammenstellung individuell nutzbarer Arbeits- und Informationsblättern speziell für ihre Zielgruppe. Der OLA wird mittlerweile an zahlreichen Förderschulen in Sachsen und vereinzelt bereits auch in anderen Bundesländern genutzt.

Das Material ist in seiner Form einzigartig und unterstützt SchülerInnen in der Berufsorientierung und Lebensplanung. Damit können Themen und Inhalte an den Schulen systematisch bearbeitet werden. Der OLA beinhaltet eine Sammlung von Arbeitsblättern in vereinfachter Sprache – neben kurzen Sätzen und der Trennung komplexer Wörter durch Bindestriche, fördert auch eine visuelle Unterstützung des Textes durch Bilder das Verständnis für die SchülerInnen. Mit Hilfe des Lehrpersonals bearbeiten sie Themen in verschiedenen Bereichen wie „Meine Familie und ich“, „Meine Arbeit“ oder „Meine Helfer und meine Kontakte“. Dadurch sollen die SchülerInnen sich selbst einschätzen und ihre Interessen und Praxiserfahrungen reflektieren lernen, um schließlich ihren Weg ins Erwachsenenleben zu finden. Gleichzeitig erleichtert der OLA die Prozessbegleitung durch Pädagogen und Eltern.

Weitere Informationen zum Ordner finden Sie auf der Website der LSJ Sachsen e.V. unter www.lsj-sachsen.de.

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Leichte Sprache
news-13278 Tue, 11 Apr 2017 12:01:00 +0200 Rückblick: Workshop „Leichte Sprache: Die Regeln und ihre Anwendung“ https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/rueckblick-w-1/ Auch in diesem Frühjahr hat das Team der Forschungsstelle Leichte Sprache wieder zu einem zweitägigen Workshop eingeladen, der erstmalig durch einen Zusatz-Workshop zum Übersetzen von Fachtextsorten ergänzt wurde. Der NDR begleitete Teile des Workshops mit der Kamera. Am 29. und 30. März fanden sich wieder viele Interessierte aus den unterschiedlichsten Berufsfeldern an der Universität Hildesheim ein, um am Workshop „Leichte Sprache: Die Regeln und ihre Anwendung“ teilzunehmen. Der zwei Mal jährlich stattfindende Workshop zeichnet sich durch eine Mischung von Theorieeinheiten, praxisnahen Übungsphasen und aufschlussreichen Diskussionsrunden aus.

Die Leiterin der Forschungsstelle Leichte Sprache, Prof. Dr. Christiane Maaß, sowie die Mitarbeiterinnen Alisha Rogotzki und Marieke Einheuser führten die Teilnehmer während der zwei Workshoptage in Theorie und Praxis der Leichten Sprache ein. Vier große Blöcke prägen das Programm: Neben Grundlagen zur Entstehung, Entwicklung und Definition von Leichter Sprache werden auch die rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland sowie die Adressaten von Leichter Sprache beleuchtet. Der mit Abstand größte Block befasst sich mit den Regeln und der konkreten Übersetzungspraxis. Besonders spannend war auch diesmal wieder die Zusammensetzung der TeilnehmerInnen, die aus unterschiedlicher Motivation heraus angereist waren. JuristInnen, RedakteurInnen, Praktizierende aus der Behindertenarbeit, Privatpersonen -  die Mischung war bunt und entsprechend aufschlussreich und spannend waren die Diskussionen.

Im Zusatzworkshop am Donnerstagnachmittag begrüßte die Forschungsstelle Dr. habil. Benedikt Lutz von der Donau-Universität Krems als Gastreferenten.  Der wissenschaftliche Mitarbeiter im Zentrum für Kognition, Information und Management gab einen Einblick in die Optimierung von Fachtexten im Rahmen der Verständlichkeitsforschung und zeigte dabei bestehende Potentiale sowie Grenzen der Optimierung auf. Ergänzend dazu gingen Prof. Dr. Christiane Maaß und Isabel Rink auf die besondere Relevanz der Übersetzung von Fachtexten in Leichte Sprache ein. Anhand von Beispielen, u. a. aus der Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Justizministerium, wurden Herausforderungen sowie Lösungsstrategien auf Wort-, Satz- und Textebene betrachtet.

Ein kleines Highlight für alle Beteiligten war das Filmteam des NDR, welches am Nachmittag Teile des Workshops sowie das wöchentliche NDR-Nachrichtenprojekt der Forschungsstelle filmisch begleitete. Der Termin der Ausstrahlung wird noch bekannt gegeben.

Auch im kommenden Herbst wird die Forschungsstelle wieder einen Workshop anbieten. Über Termin, Programm und Formalitäten der Anmeldung informieren wir Sie rechtzeitig. 

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Leichte Sprache
news-13279 Tue, 11 Apr 2017 11:00:00 +0200 Neue Publikation zur Leichten Sprache in der medizinischen Kommunikation https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/neue-publika-3/ Eine angemessene und transparente Kommunikation zwischen Patient und Arzt ist die Voraussetzung für selbstbestimmte, informierte Entscheidungen in Bezug auf die eigene Gesundheit. Dennoch ist sie längst nicht selbstverständlich. In ihrer neuen Publikation „Leichte Sprache: Verständlichkeit ermöglicht Gesundheitskompetenz“ geben Prof. Dr. Christiane Maaß und Isabel Rink einen Einblick in die Potentiale von Leichter Sprache in der Patientenkommunikation. Viele Schwierigkeiten beim Gespräch mit dem Arzt sind oft darin begründet, dass es sich um eine Form der Experten-Laien-Kommunikation handelt. Patienten sind in der Regel Laien, die über weniger Fachwissen verfügen als das medizinische Personal, deren Kommunikationsroutine hingegen von Fachvokabular geprägt ist. In der Kommunikationssituation zwischen Patient und Arzt kann es leicht zu Verständnisproblemen kommen. Wenn es jedoch um die eigene Gesundheit und eventuelle Behandlungsrisiken geht, können Missverständnisse fatal sein und schränken ein selbstbestimmtes Handeln in diesem sensiblen Bereich ein. Um Entscheidungen über eine medizinische Behandlung treffen zu können, muss der Patient alle nötigen Informationen bekommen und verstanden haben.

Christiane Maaß und Isabel Rink zeigen in ihrem neuen Aufsatz die Möglichkeiten der Leichte Sprache auf, Patienten mit Leseeinschränkungen ein angemessenes Informationsangebot zur Verfügung zu stellen. Mit Hilfe von Informationsbroschüren in Leichter Sprache ließen sich etwa bereits vor dem Beratungstermin beim Arzt eigenständig Informationen über Krankheit, Behandlungsmethoden und Risiken einholen. Auch mit den relevanten Fachbegriffen könnten sich Betroffene im Vorfeld vertraut machen. Im persönlichen Gespräch werden diese dann möglicherweise schneller erkannt und auch besser verstanden.

Eine andere vorgeschlagene Strategie der Sprachwissenschaftlerinnen ist ein Kartensystem mit Textbausteinen in Leichter Sprache, welches auch in der mündlichen Kommunikation zwischen Arzt und Patient eingesetzt werden kann.

Zur vollständigen Publikation geht es hier.

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Leichte Sprache
news-13280 Tue, 11 Apr 2017 10:10:00 +0200 Verlagsgründung im März: neuer Fachverlag für Publikationen in Leichter Sprache https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/verlagsgruend/ Sabine Muhl ist Literatur- und Medienwissenschaftlerin auf inklusionsorientierter Mission: Literatur in Leichter Sprache. Dafür gründete sie sogar ihren eigenen Verlag. Während unseres Workshops Ende März, an dem sie teilgenommen hatte, durften wir bereits einiges erfahren. Nun berichtet sie auch in unserem Newsletter über Motivation und Zielsetzung ihres spannenden Projekts. Ende März habe ich in Hamburg als Selfpublisherin einen Kleinstverlag gegründet: smm Leichte Sprache Verlag UG (haftungsb.). Mich beschäftigte die Frage: Was und wie lesen Menschen mit körperlich wie geistig eingeschränkten Kompetenzen?

Gerade in unserer von Schriftsprache so geprägten Kultur wird jemand ohne Lesekompetenzen nicht wirklich teilhaben können, so meine Annahme. Ein Leben ohne Bücher kann ich mir nicht vorstellen und ich würde gern mehr Menschen zum Umgang mit Büchern bewegen.

Gebrauchstexte wie Behördenbescheide, Werkstattverträge, Buspläne – praktisch kaum ein Text ist barrierearm oder gar barrierefrei. Und ich spreche hier noch nicht von Unterhaltung oder didaktisch besser aufbereiteten Unterrichtsmaterialien für den DaZ-Bereich (Deutsch als Zweitsprache).  Doch ich bin überzeugt: Es geht auch anders.

Seit einiger Zeit beschäftigt mich das Thema Inklusion, vor allem die globale Frage: Wie ist umfassendere Teilhabe für benachteiligte bzw. eingeschränkte Menschen möglich?

Kaum jemand weiß, dass nur bei 5% aller Menschen mit Behinderung(en), diese bereits von Geburt an bestehen. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass 95% die Behinderung erst im Laufe ihres Lebens erwerben. Jeden kann es treffen, ob durch einen Unfall, Krankheit oder im Alter. Als Betroffener von Aphasie oder Demenz wäre ich froh, trotz der Einschränkung noch selbstbestimmt lesen zu können.

Als Literatur- und Medienwissenschaftlerin hat sich für mich die Verbindung von Inklusion und Literatur ergeben. Ich wünsche mir eine stärkere Verbreitung von Publikationen in Leichter und Einfacher Sprache.  Es gibt zwar einen Fachverlag in Münster, der innerhalb weniger Jahre Bücher in Einfacher Sprache etabliert hat. Einen Fachverlag für Texte in Leichter Sprache habe ich bislang nicht gefunden. Ich habe letztes Jahr einen populären Kinderbuchklassiker übersetzt und vergeblich einen Verlag für die Veröffentlichung gesucht. Daher nun die Neugründung. Publikumsverlage für standardsprachliche Werke scheuen den Aufwand, den die neuen Vertriebsstrukturen für diese „Nischenprodukte“ aber notwendig machen. Die Zielgruppen für Texte in Leichter Sprache haben eben wenig Zugang zu den Verkaufsstätten wie etwa stationärem Buchhandel oder Online-Shops. Denn auch mit Blick auf ein barrierefreies Online-Shopping muss noch einiges passieren.

Sowohl die Politik als auch der Rest des gesellschaftlichen Lebens stehen in Deutschland noch am Anfang dieser neuen Bewegung. Andere Länder, vor allem in Skandinavien, sind da viel weiter, obwohl die (Absatz-) Märkte dort kleiner sind. Mir geht es nicht vorrangig um wirtschaftlichen Erfolg - das wäre natürlich wunderbar, aber mich treibt die Vision nach mehr Teilhabe an. Dafür investiere ich meine Zeit - neben Beruf, Pflege und Ehrenämtern. Das Erscheinen der Erstauflage meiner Übersetzung eines Kinderbuchklassikers werde ich dann hoffentlich in einigen Wochen bekanntgeben können.

Follow me on twitter: @20inklusion16

Ein ausführliches Interview mit Sabine Muhl finden Sie hier.

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Leichte Sprache
news-13021 Fri, 10 Feb 2017 10:47:00 +0100 Workshop „Leichte Sprache: Die Regeln und ihre Anwendung“ https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/workshop-le-3/ Auch 2017 können sich Interessierte aus allen Bereichen an der Universität Hildesheim im Übersetzen in Leichte Sprache schulen lassen. Die Forschungsstelle Leichte Sprache bietet am 29. und 30. März den Workshop „Leichte Sprache - Die Regeln und ihre Anwendung“ an. Wenige Plätze sind noch frei. In einem weiteren Workshop haben die Teilnehmer_innen zusätzlich die Möglichkeit, Einblicke in das Übersetzen von Fachtextsorten zu gewinnen. Der Workshop richtet sich an Einsteiger sowie Fortgeschrittene, die auf dem Gebiet der Leichten Sprache unterwegs sind oder sein möchten. Das Besondere: Im Anschluss an das Standardprogramm findet erstmals ein Zusatzworkshop statt, in dem der Fokus speziell auf Fachtextsorten gelegt wird. Der Zusatzworkshop ist optional und kann von den Workshop-Teilnehmer_innen kostenfrei dazu gebucht werden. Wer nur den Zusatzworkshop besuchen möchte, zahlt eine Gebühr von 40 Euro.

Das 2-tägige Programm gibt Ihnen einen umfassenden Einblick in Leichte Sprache und liefert Antworten auf vielseitige Fragen, mit denen Leichte-Sprache-Übersetzer_innen konfrontiert werden. Die Referentinnen Prof. Dr. Christiane Maaß und Marieke Einheuser führen in die wissenschaftlich fundierten Leichte-Sprache-Regeln ein, welche die Teilnehmer_innen in den vorgesehenen Praxiseinheiten üben und festigen.

Im Zusatz-Workshop „Leichte Sprache: Fachtextsorten als besondere Herausforderung“ werden neben einer Einführung in das Thema Verständlichkeit gemeinsam Strategien zum Umgang mit spezifischen Anforderungen von fachlichen Texten – u. a. Fachterminologien im juristisch-administrativen Bereich – erarbeitet und diskutiert.

Beide Workshops bieten Gelegenheit für Diskussion, Erfahrungsaustausch und Vernetzung mit anderen Interessierten. Auch individuelle Fragen zum Thema Leichte Sprache beantworten wir Ihnen in diesem Rahmen gerne.

Weitere Informationen finden Sie hier.

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Leichte Sprache
news-12990 Fri, 10 Feb 2017 10:45:00 +0100 Leichte-Sprache-Seminar: Isabel Rink erhält Preis für hervorragende Lehre https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/leichte-spra-5/ Jedes Jahr verleiht die Universität Hildesheim Auszeichnungen für hervorragende Leistungen in den Bereichen Forschung, Lehre und Service. Mit ihrem praxisnahen Seminar „Kommunikation und Orientierung von Menschen mit Sinnesbehinderung“ überzeugte die Dozentin und Geschäftsführerin der Forschungsstelle Leichte Sprache, Isabel Rink, ihre Studierenden von der gesellschaftlichen Relevanz Leichter Sprache und verdiente sich damit den diesjährigen Lehrpreis. Problemlos zu kommunizieren ist für die meisten Menschen selbstverständlich, leider jedoch nicht für alle. Barrieren gibt es viele, unter anderem etwa die sprachliche Komplexität vieler Texte. Diese Hürde besteht zum Beispiel für Menschen mit der Sinnesbehinderung „prälinguale Hörschädigung“ – eine Zielgruppe, die üblicherweise in dem Seminar „Kommunikation und Orientierung von Menschen mit Sinnesbehinderung“ eine besondere Beachtung findet. Aber Leichte Sprache kann noch mehr. Welche gesellschaftlich relevante Funktion sie auch im Hinblick auf andere Zielgruppen einnehmen kann, durften Isabel Rinks Studierende anhand eines Praxisprojektes erfahren. In Zusammenarbeit mit dem NDR erstellten die Seminarteilnehmer_innen einen länderspezifischen „Flüchtlingsguide“ mit Informationen, die für Asylsuchende in Norddeutschland von Bedeutung sind. Beantwortet wurden u. a. elementare Fragen wie „Wo stelle ich einen Asylantrag?“, „Wo kann ich Deutsch lernen“ oder „Wo bekomme ich Kleidung?“. Entstanden ist eine einzigartige Informationsplattform, die als orientierungsgebende Anlaufstelle dient und Transparenz in den komplexen und zum Teil chaotischen Prozess der Asylantragstellungen bringen soll.

Auch für die Studierenden war die Veröffentlichung ihrer Texte etwas Besonderes. Der Praxisbezug durch die Arbeit mit dem NDR schaffte reale Bedingungen und damit auch einzigartige Lernerfahrungen. Die eingegangenen Nominierungen der Studierenden überzeugten schließlich auch die aus Vertretern_innen der vier Fachbereiche bestehende Jury und so durfte sich Isabel Rink neben der Urkunde auch über ein Preisgeld von 1.500 Euro freuen. Die Forschungsstelle Leichte Sprache freut sich sehr über die Signalwirkung der Auszeichnung. Sie würdigt das außerordentliche Engagement von Isabel Rink für eine barrierefreie Kommunikation und setzt gleichzeitig ein Zeichen für die Bedeutung einer flächendeckenden Professionalisierung und Nachwuchsqualifizierung im Bereich Leichte Sprache.

Weitere Informationen zur Auszeichnung finden Sie hier.
Zum NDR-Flüchtlingsguide geht’s hier.

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Leichte Sprache
news-12989 Fri, 10 Feb 2017 10:44:00 +0100 Professionalisierung von Leichte-Sprache-Übersetzung: Übersetzerverbände reagieren https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/professional/ Leichte Sprache ist seit 2016 im novellierten Behindertengleichstellungsgesetz verankert – nun geht es in der Debatte längst nicht mehr nur um das „ob“, sondern vor allem um das „wie“. Damit Leichte Sprache in Texten der Bundesbehörden flächendeckend eingesetzt werden kann, müssen sich die in diesem Spezialgebiet bereits tätigen Übersetzer_innen professionalisieren. Auch die Qualifikationswege müssen geregelt werden, um eine gute Qualität der Texte zu garantieren. Nun reagieren auch die Übersetzerverbände auf den steigenden Bedarf. Die Forschungsstelle Leichte Sprache setzt sich seit ihrer Gründung 2014 dafür ein, dass die Qualität der Leichte-Sprache-Texte steigt. Aktuell gibt es leider viele mangelhafte Texte in Leichter Sprache und das ist ein doppeltes Problem: Zum einen lösen schlechte Texte den Informationsanspruch der Leser_innen nicht ein. Zum anderen aber untergraben sie das Ansehen der Leichten Sprache in der Gesellschaft. Kritiker schließen häufig von schlechten Texten umstandslos darauf, dass Leichte Sprache insgesamt als Konzept nicht funktioniert. Ein Radiobeitrag von SWR 2 Forum zeigt diese Problematik. Im Beitrag debattiert Prof. Dr. Christiane Maaß, mit zwei Kritikern der Leichten Sprache: Martin Doerry, ehemaliger stellvertretender Chefredakteur des Spiegels, und Prof. Bettina Zurstrassen, Professorin für Soziologie an der Universität Bielefeld.

Bereits seit einiger Zeit führt die Forschungsstelle Leichte Sprache intensive Gespräche mit den Verbandsspitzen des BDÜ (Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V.) sowie des ADÜ Nord (Assoziierte Dolmetscher und Übersetzer in Norddeutschland e.V.). Ziel ist es, die Verbände zu motivieren, sich für das Übersetzen in Leichte Sprache zu öffnen. Für die Leichte Sprache ist das wichtig, denn bei der Professionalisierung dieser speziellen Art der Übersetzung spielen die Verbände eine Schlüsselrolle. Umso erfreulicher ist es, dass sich beide Verbände offen für die intralinguale Übersetzung zeigen. So beleuchten sie zum Beispiel das Thema in ihren Verbandsmedien (ADÜ Nord Mitteilungen vom Dezember 2016, BDÜ-Fachzeitschrift MDÜ 2/17). Zudem wird Leichte Sprache bei den ADÜ-Nord-Tagen im Mai und auf der BDÜ-Fachkonferenz „Sprache und Recht“ im Oktober 2017 mit Fachbeiträgen vorgestellt.

Der BDÜ signalisiert, Leichte Sprache als Zusatzqualifikation bei seinen Mitgliedern zu fördern und zu unterstützen. Auch waren u. a. zwei Mitglieder des BDÜ-Bundesvorstands bei der Informationsveranstaltung „Verständliche Sprache in der Justiz – Widerspruch oder Notwendigkeit?“ am 16.1. in Berlin, über die wir ebenfalls im Newsletter berichten, anwesend und brachten sich mit großem Interesse in die Diskussion ein. Die Forschungsstelle Leichte Sprache ist sehr froh über die vielversprechenden Entwicklungen und die Wertschätzung seitens der Verbände. Die notwendige Professionalisierung der Leichte-Sprache-Übersetzung kann nicht an den Berufsverbänden vorbei geschehen. Professionalisierung ist jedoch geboten, denn das Übersetzen von Rechtstexten in Leichte Sprache, wie jetzt vom Gesetz vorgeschrieben, ist alles andere als eine leichte Sache.

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Leichte Sprache
news-12988 Fri, 10 Feb 2017 10:33:00 +0100 Christiane Maaß diskutiert in Berlin über die Notwendigkeit von verständlicher Sprache in der Justiz https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/christiane-m-2/ Am 16. Januar luden die Niedersächsische Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz und Staatssekretär Michael Rüter zu einem Diskussionsabend mit dem Thema "Verständliche Sprache in der Justiz – Widerspruch oder Notwendigkeit?" ein. Unter den Experten_innen der Runde befand sich auch Prof. Dr. Christiane Maaß, Leiterin der Forschungsstelle Leichte Sprache. Das Interesse am Thema war groß und so fanden sich in der niedersächsischen Landesvertretung in Berlin rund 160 Teilnehmende aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft, aber auch Vertreter von Interessenverbänden wie dem Bundesverband der Dolmetscher_innen und Übersetzer_innen sowie von Behindertenverbänden zusammen. Neben Prof. Dr. Christiane Maaß waren auch Gabriele Lösekrug-Möller, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Dr. Anikar Haseloff, Geschäftsführer H&H Communication Lab (Ulm), Stefan Hesse, Direktor des Amtsgerichts Hildesheim sowie Rainer Petzold, Präsident Niedersächsischen Landesjustizprüfungsamt, als Experten geladen.

Das Besondere der Veranstaltung war das außergewöhnliche Diskussionsformat. Nach kurzen Einführungen der Gastgeber_innen ging es für die Mitwirkenden nämlich ab ins „Goldfischglas". Die Expert_innen nahmen auf Sesseln in der Mitte Platz, während sich das Publikum im Kreis um die Diskutanten versammelte. Der letzte Sessel blieb frei und wurde abwechselnd mit Freiwilligen aus dem Publikum besetzt, die sich so mit eigenen Fragen und Anregungen an der Diskussion beteiligen konnten. Das „Fish Bowl“- Prinzip stellt sicher, dass die Expert_innen wirklich auf die Fragen des Publikums eingehen und nicht vorrangig ihre eigenen Schwerpunkte setzen. Inhaltlich drehte sich die Diskussion rund um die Umsetzbarkeit von juristischen Inhalten in Leichter Sprache und um die rechtlichen Fragen, die damit verbunden sind. Christiane Maaß berichtete über die Erfahrungen des Modellprojekts der Forschungsstelle Leichte Sprache "Leichte Sprache in der Niedersächsischen Justiz".

Auch die FAZ berichtete. Hier geht’s zum Artikel.

Weitere Informationen zum Projekt „Leichte Sprache in der Niedersächsischen Justiz“ finden Sie hier.

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Leichte Sprache
news-12987 Fri, 10 Feb 2017 10:31:00 +0100 Legistik-Tagung in Berlin: Leichte Sprache für eine verständliche Rechtssetzung https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/legistik-tag/ Am 19. und 20. Januar fand in der Bundesvertretung des Landes Nordrhein-Westfalen die Tagung „Legistik“ statt, auf der es um gute und vor allem verständliche Rechtssetzung ging. Die Leiterin der Forschungsstelle Leichte Sprache war mit einem Plenarvortrag mit dem Titel „Kompliziertes Recht – Leichte Sprache. Wie verständlich kann Recht sein?“ dabei. Was macht eine gute Rechtssetzung aus? Auf der Legistik-Tagung in Berlin waren sich die Experten_innen einig: Neben einer präzisen Kostenplanung gehören vor allem auch eine verständliche Sprache und eine klare, sparsame Gestaltung von Normtexten zu den Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. Denn die Tagung zeigte einmal mehr, wie weit die Sprache des Rechts von der Alltagskommunikation entfernt ist. In den Fachvorträgen wurden zwei Wege aus dem Dilemma skizziert: Einerseits können Rechtstexte schon von vornherein verständlicher werden, wenn beim Verfassen das Wissen über Verständlichkeit angewendet, die Bürger_innen angemessen angesprochen und Formulare bürgernäher gestaltet würden. Dieser Weg könnte von den Juristen_innen selbst beschritten werden, indem diese beispielsweise durch Schulungen unterstützt und sensibilisiert würden. Ein vielversprechender Ansatz wäre auch die Integration von Inhalten der Verständlichkeitsforschung in die Jura-Studiengänge, wie es in der Schweiz beispielsweise bereits der Fall ist. Gleichzeitig könnten juristische Fachtexte aber auch durch Übersetzungen in Leichte Sprache ergänzt werden. Diese Übersetzungen sind zwar aufgrund der extremen Eingriffe in die Textbeschaffenheit nicht rechtsgültig, würden jedoch Leser_innen mit Defiziten in der Lesekompetenz immerhin über den Inhalt der komplexen Rechtstexte informieren und somit eine eigenständige Orientierung ermöglichen, die bislang undenkbar ist. Das Übersetzen in Leichte Sprache erfordert allerdings ein hohes Maß an Fachwissen und Übersetzerpraxis, um eine durchgängige und gleichbleibende Qualität der Texte zu gewährleisten. Diese Aufgabe passt deshalb nicht mehr in den Kompetenzbereich der Juristen_innen, sondern eröffnet ein neues Aufgabenfeld für Sprachexperten_innen und Übersetzer_innen.

Einen Bericht über die Tagung finden Sie auf der Homepage des Nordrheinwestfälischen Justizministeriums.

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Leichte Sprache
news-12792 Wed, 07 Dec 2016 12:54:00 +0100 Märchen in Leichter Sprache beim NDR und mehr https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/maerchen-in-l/ Es ist soweit: Passend zur vorweihnachtlichen Adventszeit veröffentlicht der NDR im Dezember Märchen in Leichter Sprache – und erweitert damit sein barrierefreies Angebot endlich offiziell. Die Märchenübersetzungen stammen von Studierenden der Universität Hildesheim, die diese im Rahmen eines Seminars und in Zusammenarbeit mit der Forschungsstelle übersetzt haben. Der NDR und die Forschungsstelle arbeiten bereits seit über einem Jahr zusammen und haben in diesem Zeitraum mehrere Leichte-Sprache-Projekte realisieren können. Barrierefreie Angebote sind seit Jahren ein fester Bestandteil beim Norddeutschen Rundfunk: Untertitel im Fernsehprogramm, Hörfilme oder Videos in Gebärdensprache schaffen für Menschen mit Hör- und Sehbehinderung einen barrierefreien Zugang zu Information und Unterhaltung. Das soll auch Menschen ermöglicht werden, die nicht so gut lesen können. Deshalb wurde das bisherige barrierefreie Angebot um Leichte Sprache erweitert, sodass es bereits seit Oktober 2015 wöchentlich auch „Nachrichten in Leichter Sprache“ beim NDR gibt. Dies wird nun – endlich – ab Dezember offiziell beworben. In diesem Rahmen werden die Märchen in Leichter Sprache veröffentlicht.

Die Märchen wurden von Studierenden des Masterstudiengangs Medientext und Medienübersetzung bereits im Wintersemester 2014/15 verfasst und in diesem Sommer für die Veröffentlichung von der Forschungsstelle auf Richtigkeit geprüft. „Der Froschkönig“ und „Rotkäppchen“ sind nur zwei der bisher vierzehn Märchen. Der NDR hat die Geschichten in einem digitalen Märchenbuch multimodal aufbereitet: Neben dem Text und den Bildern werden die Geschichten in Gebärdensprach-Videos nacherzählt, außerdem kann man sich die Märchen vorlesen lassen. Wir finden: Barrierefreier geht’s kaum.

Daneben bietet der NDR auch eine Reihe weiterer Angebote in Leichter Sprache an. Hierzu zählen die bereits genannten „Nachrichten in Leichter Sprache“ – kurz NILS. Wöchentlich werden sieben Nachrichten aus Norddeutschland von den NDR-Redakteuren in Leichte Sprache verfasst und von den Mitarbeiterinnen der Forschungsstelle Leichte Sprache geprüft. Die Nachrichten decken verschiedene Themenfelder ab, wie z. B. Sport, Unterhaltung oder Politik. Flankiert werden die Nachrichten im kommenden Jahr von einer Hintergrundplattform, die in Form eines Glossars schwierige Wörter in Leichter Sprache erklärt oder Sachverhalte, die sich über einen bestimmten Zeitraum entwickeln, in der Zusammenschau darstellen. Sie ermöglicht auch ungeübten Lesern eine Kontextualisierung der Meldungen.

Ein weiteres Angebot ist die Flüchtlingsplattform. Diese wurde im Wintersemester 2015/16 ebenfalls von Studierenden in Zusammenarbeit mit der FLS erarbeitet. Die Plattform richtet sich an geflüchtete Menschen sowie an Berufsrollenträger, wie z. B. Erstaufnahmeeinrichtungen. Diese finden hier Antworten auf Fragen, wie zum Beispiel „Wie finde ich Arbeit in Deutschland?“ oder „Wie finde ich eine Wohnung?“. Da ein Großteil der Flüchtlinge bei ihrer Ankunft in Deutschland nur wenige Deutschkenntnisse aufweisen wird, ist eine Plattform ohne sprachliche Barrieren sehr hilfreich für eine selbstständige Informationsentnahme und Orientierung. Die vereinfachte Struktur ermöglicht es Übersetzungsprogrammen wie „Google Translate“ die Inhalte möglichst äquivalent in die Zielsprache zu übertragen und ist somit auch ohne jegliche Deutschkenntnisse nützlich.

Wir freuen uns, dass nach über einem Jahr der „Zusammenarbeit im Hintergrund“ diese Angebote – allen voran die Märchen – nun offiziell Teil des barrierefreien Angebots sind und hoffen, dass insbesondere die Erzählungen im Rahmen der Weihnachtszeit Anklang finden und weitere Projekte folgen. Sie finden hier die Märchen.

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Leichte Sprache
news-12791 Wed, 07 Dec 2016 12:47:00 +0100 Workshop „Leichte Sprache: Die Regeln und ihre Anwendung“ https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/workshop-le-1/ Am 29. und 30. März 2017 findet an der Universität Hildesheim der Workshop „Leichte Sprache - Die Regeln und ihre Anwendung“ der Forschungsstelle Leichte Sprache statt. Der Workshop richtet sich an Einsteiger sowie Fortgeschrittene, die auf dem Gebiet der Leichten Sprache unterwegs sind oder sein möchten. Außerdem wird erstmals im Rahmen eines Zusatzworkshops der Fokus auf Fachtextsorten gelegt, der optional und kostenfrei dazu gebucht werden kann. Der 2-tägige Workshop gibt Ihnen einen umfassenden Einblick in Leichte Sprache und liefert Antworten auf Fragestellungen, denen man sich im Übersetzungsalltag gegenübersieht. Die Referentinnen Prof. Dr. Christiane Maaß und Isabel Rink stellen Ihnen die wissenschaftlich fundierten Leichte-Sprache-Regeln vor und üben diese im Rahmen von Praxiseinheiten.

Erstmalig wird am 30. März 2017 ein Zusatz-Workshop mit dem Thema „Leichte Sprache: Fachtextsorten als besondere Herausforderung“ angeboten. Diesen zweiten Workshop können Sie kostenfrei dazu buchen. Neben einem allgemeinen Einblick in die übersetzerische Praxis werden gemeinsam Strategien zum Umgang mit spezifischen Anforderungen von fachlichen Texten – u. a. Fachterminologien im juristisch-administrativen Bereich – erarbeitet und diskutiert.

Beide Workshops bieten zudem Gelegenheit für Diskussion, Erfahrungsaustausch und Vernetzung mit anderen Interessierten. Auch individuelle Fragen zum Thema Leichte Sprache beantworten wir Ihnen in diesem Rahmen gerne.

Weitere Informationen finden Sie hier.

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Leichte Sprache
news-12790 Wed, 07 Dec 2016 12:44:00 +0100 Tolle Preise und Adventszauber auf Facebook https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/tolle-preise/ Die Abende werden länger, die Temperaturen kühler und in den Straßen strahlt bereits die Weihnachtsbeleuchtung: Nur noch wenige Tage bis Weihnachten. Die Forschungsstelle Leichte Sprache ist bereits festlich gestimmt und hat sich dieses Jahr etwas ganz Besonderes für Sie ausgedacht. Zur Weihnachtszeit gehört einfach ein Adventskalender! Freuen Sie sich diesen Dezember auf tolle Überraschungen von der Forschungsstelle Leichte Sprache. Auf unserer Facebook-Seite erwartet Sie seit dem 1. Dezember jeden Tag ein neuer weihnachtlicher Post rund um Leichte Sprache und Weihnachten. Außerdem haben Sie die Chance, die drei Duden-Bände - Leichte Sprache, Ratgeber Leichte Sprache und das Arbeitsbuch Leichte Sprache - oder einen 50 € Rabatt-Gutschein auf unseren Leichte-Sprache-Workshop im März 2017 zu gewinnen.

Abonnieren Sie unsere Facebook-Seite und lassen Sie sich mit täglichen Überraschungen von uns in Weihnachtsstimmung bringen. Machen Sie mit bei unserem Gewinnspiel und vielleicht finden Sie dieses Jahr tolle Geschenke zum Thema Leichte Sprache unter Ihrem Weihnachtsbaum.

Für mehr Infos zum Gewinnspiel und unserem Adventskalender besuchen Sie uns auf Facebook.

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Leichte Sprache
news-12789 Wed, 07 Dec 2016 12:42:00 +0100 Vortrag „Leichte Sprache in der Bewährungshilfe“ – die FLS war zu Gast beim Verein Förderung der Bewährungshilfe in Hessen e.V. https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/vortrag-lei/ Am 24. November richtete der Verein Förderung der Bewährungshilfe in Hessen e.V. eine Fachtagung zum Thema „Sprachliche Grenzen überwinden - Kommunikation in Justiz, Bewährungs- und Straffälligenhilfe ermöglichen und verbessern“ in Frankfurt a. M. aus. Der Vortrag der Forschungsstelle Leichte Sprache bildete einen der zwei Schwerpunkte. Seit über 60 Jahren engagiert sich der Fbh e.V. für eine rehabilitierende – statt separierende – Straffälligenförderung durch Bewährungshilfe. Mit verschiedenen Angeboten in den Bereichen Psychotherapie, Beratung, ehrenamtliche Betreuung, gewaltfreie Konfliktlösung, kulturelle Partizipation und soziale Integration schafft der Verein Ansatzpunkte für eine erfolgreiche und nachhaltige Rehabilitation von Menschen, die straffällig geworden sind. Sprachbarrieren stellen auch in der Bewährungshilfe eine besondere Herausforderung dar. Verstehen und Verständlichkeit sind Grundvoraussetzungen für das Gelingen von Integration und Rehabilitation. Die Bewährungshilfe steht im Bereich Kommunikation vor zwei Problemen. Unter den Straffälligen sind Menschen mit Defiziten in der Lese- und Schreibkompetenz überrepräsentiert. Die Defizite beruhen dabei sowohl auf Migrationshintergründen als auch auf kognitiven Einschränkungen der Betroffenen. Gleichzeitig werden aber genau diese Menschen mit besonders komplexen und schwerverständlichen Texten des Justizapparats konfrontiert. Wer seine Rechte, Pflichten und Möglichkeiten nicht versteht, hat jedoch kaum Chancen auf eine erfolgreiche (Wieder-)Eingliederung in die Gesellschaft.

Mit der Fachtagung am 24. November thematisierte der Verein Förderung der Bewährungshilfe in Hessen e.V. die Kommunikationsprobleme in der Bewährungshilfe und zeigte mit den beiden Fachvorträgen zwei Lösungsansätze auf.

Im ersten Vortrag stellte Dr. Peter Merschitz – CTO bei der SAVD Videodolmetschen GmbH, Wien – die Möglichkeiten des Dolmetschens per Videoschaltung sowie die damit verbundenen technischen und praktischen Voraussetzungen vor. Sandra Friedmann, Juristin und Vollzugsleiterin des Medizinzentrums der JVA Frankfurt I, berichtete von den Erfahrungen in der Umsetzung. 

Der zweite Schwerpunkt der Fachtagung lag auf Leichter Sprache. In ihrer Einführung in die Thematik sensibilisierte Isabel Rink – Geschäftsführerin der Forschungsstelle Leichte Sprache – die teilnehmenden Vertreter aus Bewährungshilfe, Justiz, Wissenschaft und Öffentlichkeit für die Bedeutung des Konzepts als Instrument und Voraussetzung gesellschaftlicher Teilhabe. Definition, Adressaten, Ursprung, rechtliche Verankerung und die Regeln Leichter Sprache wurden im ersten Teil des Vortrags anschaulich skizziert. Im Anschluss konnten sich die Teilnehmer selbst bei einer praktischen Übung zur Übersetzung in Leichte Sprache ausprobieren. Der Fokus der zweiten Vortragshälfte lag auf dem Pilotprojekt der FLS zusammen mit dem Niedersächsischen Justizministerium. Im Rahmen des Pilotprojektes „Leichte Sprache in der niedersächsischen Justiz“ hat die FLS bereits wertvolle Erfahrungen und Erkenntnisse für die Textarbeit mit justiziablen Behördentexten erwerben können und u. a. Formulartexte wie den Antrag auf Prozesskostenhilfe mit einer Ausfüllhilfe in Leichter Sprache bestückt.

Mehr Informationen zur Fachtagung und zum Verein Förderung der Bewährungshilfe in Hessen e.V. finden Sie hier.

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Leichte Sprache
news-12786 Wed, 07 Dec 2016 12:40:00 +0100 Rückblick: Fachtagung in Hannover https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/rueckblick-f/ „Damit wir uns besser verstehen: Mit „Leichter Sprache“ mehr Beteiligung ermöglichen“ – das war der Leitgedanke der Fachtagung zu Leichter Sprache, die am 16.11.2016 in Hannover stattfand. Initiator war die Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung. Mit über 100 Teilnehmern aus Politik, Wirtschaft, Verbänden und Gewerkschaften zeigte sich deutlich: Eine vereinfachte Sprache wird dringend und vor allem in vielen Bereichen gebraucht. Leichte Sprache ist schon seit längerer Zeit ein – teilweise brisantes und vieldiskutiertes – Thema in der Gesellschaft. Im Fokus der Diskussionen steht aber meistens die Ablehnung oder zumindest die kritische Einstellung gegenüber dem Konzept. Dabei wird allzu leicht übersehen, welches Potenzial Leichte Sprache aufweist. Die Fachtagung „Damit wir uns besser verstehen: Mit Leichter Sprache mehr Beteiligung ermöglichen!“ der Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung, die am 16.11.2016 in Hannover stattfand, schob die Bedenken beiseite und zeigte: Wir brauchen Leichte Sprache.

Die Veranstaltung wurde mit einleitenden Worten von den Organisatoren eröffnet, die mit Berichten aus der Praxis und dem Verweis auf die hohe Zahl von Menschen mit Leseschwierigkeiten in Deutschland den Zuhörern eine Kontextualisierung lieferten. Als erste Referentin berichtete dann Gabriele Lösekrug-Möller, parlamentarische Staatssekretärin des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales sowie Schirmherrin der Tagung, über den Abbau sprachlicher Barrieren im Behördenbereich. Vor dem Hintergrund der Gesetzesnovelle des BGG nimmt diese alle Bundesbehörden in die Pflicht und schreibt zum Beispiel vor, dass ab dem Jahr 2018 Behördenbescheide in Leichter Sprache vorzuliegen haben. Dass dies zu begrüßen ist, steht außer Frage, doch zugleich kritisierte Lösekrug-Möller, dass die Wirtschaft weiterhin von einer „Leichte-Sprache-Pflicht“ befreit ist, obwohl es sich damit um einen Bereich handele, der viel näher an der Lebenswelt der Zielgruppe von Leichter Sprache sei und genau deshalb von größerer Bedeutung für diese ist.

Die weiteren Vorträge gingen auf die Rahmenbedingungen von Leichter Sprache ein und diskutierten ihr Potenzial für Weiterbildung und Arbeit. So ist zum Beispiel Leichte Sprache zunehmend ein interessantes Kommunikationsinstrument für Betriebsräte, um bei Problemfällen im Unternehmen das Verständnis zu sichern, aber auch in Sachen Integration kann das Konzept eine wichtige Rolle spielen.

Nach der Mittagspause wurde es praktisch; In Lerncafés haben Verlage, Institutionen sowie Übersetzungsbüros ihre Produkte und Arbeit vorgestellt. Der 1-stündige Programmpunkt bot darüber hinaus Gelegenheit zum Austausch mit dem Publikum. Auch die Forschungsstelle Leichte Sprache stellte sich und ihre Leichte-Sprache-Materialien vor.

Den Abschluss der Fachtagung bildete der Vortrag von Ulla Bohmann. Die Schwedin berichtete über das Konzept in ihrem Land. Im Gegensatz zu Deutschland ist Leichte Sprache in Schweden seit Jahrzehnten etabliert und gesetzlich verankert. Das spiegelt sich auch in zahlreichen Angeboten wider: So gibt es unter anderem eine Tageszeitung in Leichter Sprache, auch werden Gesetzestexte mit Zusammenfassungen in Leichter Sprache flankiert und die Zahl übersetzter bzw. eigens in Leichter Sprache verfasster Romane geht über die 1 000 hinaus. Auch sieht sich das Konzept weniger Kritikern gegenüber als es hier in Deutschland der Fall ist; es wird vielmehr akzeptiert.

Der Fachtag bot alles in allem einen Einblick in Leichte Sprache für Interessierte und zeigte deren Einsatzmöglichkeiten auf. Der Bericht von Ulla Bohmann macht Hoffnung, dass Leichte Sprache auch in Deutschland eine solche Entwicklung erleben wird.

Weitere Informationen finden Sie hier.

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Leichte Sprache
news-12536 Mon, 17 Oct 2016 09:45:00 +0200 Ab November erhältlich: „Ratgeber Leichte Sprache“ und „Arbeitsbuch Leichte Sprache“ https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/ab-november/ Es ist soweit: Der „Ratgeber Leichte Sprache“ und das „Arbeitsbuch Leichte Sprache“ sind ab November im Handel. Beide Bücher stammen von den Hildesheimer Professorinnen Ursula Bredel und Christiane Maaß. Sowohl der Ratgeber als auch das Arbeitsbuch bieten Hilfestellungen in Übersetzungsfragen und sind damit für die Praxis bestimmt. Der Ratgeber und das Arbeitsbuch sind, anders als das „Handbuch Leichte Sprache“, das im Frühling 2016 beim Dudenverlag erschienen ist, praktisch orientiert. Diese Ausrichtung der Bücher verbinden die Autorinnen Ursula Bredel und Christiane Maaß jedoch mit einem ausführlichen wissenschaftlichen Hintergrund. Damit gelingt eine erstmalige Auseinandersetzung mit Leichter Sprache.

Der „Ratgeber Leichte Sprache“ beleuchtet inhaltlich u. a. die Entstehung von Leichter Sprache und geht auf die heterogene Adressatenschaft ein. Des Weiteren werden die Regeln umfassend erläutert und Strategien aufgezeigt, die beim Produzieren von Leichte-Sprache-Texten Anwendung finden. Das „Arbeitsbuch Leichte Sprache“ ergänzt den Ratgeber um praktische Übungen dieser Regeln und gibt seinen LeserInnen Lösungsvorschläge an die Hand. Damit ist das Buch für das Selbststudium geeignet, wodurch die LeserInnen ihre eigenen Kompetenzen erweitern und verbessern können.

Das Arbeitsbuch und der Ratgeber sind ab November erhältlich.

Sie können das „Arbeitsbuch Leichte Sprache“ zum Beispiel hier vorbestellen. Den „Ratgeber Leichte Sprache“ finden Sie hier.

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Leichte Sprache
news-12537 Mon, 17 Oct 2016 09:44:00 +0200 2. Opferhilfekongress der Stiftung Opferhilfe Niedersachsen https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/2-opferhilf/ Am 7. September 2016 feierte die Stiftung Opferhilfe Niedersachsen ihr 15-jähriges Bestehen, in dessen Rahmen auch der 2. Opferhilfekongress stattfand. Rund 300 TeilnehmerInnen aus unterschiedlichen Fachrichtungen kamen in Hannover zusammen und nahmen an einem vielfältigen Angebot aus Vorträgen und Workshops teil. Auch die Leiterin der Forschungsstelle Leichte Sprache, Prof. Dr. Christiane Maaß, trug mit einem Workshop zu dem interdisziplinären Programm bei. Jeder Mensch kann Opfer einer Straftat werden. Die Stiftung Opferhilfe Niedersachsen arbeitet deswegen mit dem Ziel, das Bewusstsein und das Verantwortungsgefühl jedes Einzelnen dafür zu stärken, dass Menschen, die Opfer von Straftaten geworden sind, die nötige Unterstützung zur Wahrung ihrer Interessen erhalten. Die jährlich steigende Nachfrage zeigt, dass der Ausbau von kostenfreien und niedrigschwelligen Betreuungs- und Beratungsangeboten notwendig ist. Insgesamt haben zwischen 2002 und 2014 fast 18.700 Opfer die Leistungen der Stiftung in Anspruch genommen. Zentrale Aspekte der Opferhilfe stellen dabei Information, Betreuung und finanzielle Leistungen dar. Des Weiteren unterstützt die Stiftung auch andere Einrichtungen bei der Umsetzung von Opferhilfe-Projekten. Für eine Gestaltung der Hilfsangebote im Sinne der Opfer, müssen diese nicht nur im Fokus der Arbeit stehen, sondern maßgeblich an ihr beteiligt werden. Entsprechend dieser Forderung stand der 2. Opferhilfekongress unter dem Motto „Neue Wege. Gemeinsam“.

Grußworte zum Veranstaltungsauftakt sprach die Niedersächsische Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz. Sie betonte die unermüdliche Arbeit der Stiftung, welche sich in den vergangenen 15 Jahren mit Fachlichkeit und Engagement für die Verbesserung von Opferhilfe und Opferschutz eingesetzt habe. Im Hauptvortrag rekapitulierte Sybille Rothkegel, Vorstandsvorsitzende des Instituts für Opferschutz im Strafverfahren e.V., die Entwicklung von Opferhilfe und Opferschutz in den letzten Jahrzehnten und zeigte Meilensteine und Paradigmenwechsel auf. Gleichzeitig wies sie aber auch auf neue Herausforderungen wie die „Flüchtlingskrise“ oder den Nachholbedarf im Bereich „Gewalt gegen Männer und Jungen“ hin.

Die anschließenden Vorträge und Workshops luden zum fachübergreifenden Austausch zwischen den VertreterInnen aus Justiz, Polizei, Beratung, Therapie, Medizin, Bildung und vielen weiteren Bereichen ein. Diskussionsschwerpunkte waren dabei:

·         Neuer Umgang mit Opfern

·         Fremdenfeindliche und rechtsradikale Gewalt

·         Cybercrime

·         Barrierefreie Opferhilfe und interkulturelle Kompetenz

·         Alternative Hilfen und Unterstützung

·         Gewalt gegen Männer und Jungen

Der Workshop zur Leichten Sprache von Prof. Dr. Christiane Maaß leistet einen Beitrag zur barrierefreien Opferhilfe. In ihrem Workshop informierte die Hildesheimer Professorin über das Konzept sowie seine Potenziale in der Kommunikation. Die Zuhörer gewannen nicht nur einen Einblick in Leichte Sprache, sondern wurden auf die Schwierigkeiten in der deutschen Sprache aufmerksam gemacht, die zu Verständnisproblemen führen – und somit einer erfolgreichen Beratung im Wege stehen können. Die rege Diskussion im Anschluss zeigte, dass der Abbau von sprachlichen Problemen großen Anklang bei den Zuhörern fand und dringend weiterverfolgt werden muss.

Der Fachtag bot den Anwesenden eine Plattform zum Informationsaustausch und der Vernetzung sowie zur Formulierung neuer Fragestellungen. Damit war er von großer Bedeutung für die künftige Gestaltung und Weiterentwicklung von Opferhilfe und Opferschutz.

Informationen zur Stiftung Opferhilfe Niedersachsen finden Sie hier.

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Leichte Sprache
news-12538 Mon, 17 Oct 2016 09:42:00 +0200 Rückblick: Workshop „Leichte Sprache: Die Regeln und Ihre Anwendung“ https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/rueckblick-w/ Im September fanden sich interessierte TeilnehmerInnen am Sprachencampus der Stiftung Universität Hildesheim ein. In einem 2-tägigen Workshop erhielten sie eine umfassende Einführung in Leichte Sprache, die von praktischen Übungen und vielen Diskussionen begleitet wurde. Am 19. und 20. September 2016 hat die Forschungsstelle Leichte Sprache unter der Leitung von Prof. Dr. Christiane Maaß und Isabel Rink den Workshop „Leichte Sprache: Die Regeln und ihre Anwendung“ durchgeführt. Dabei wurden Theorie und Praxis vereint.

Zunächst behandelte der 2-tägige Workshop das Thema „Was ist Leichte Sprache?“ und welche Adressaten hat sie? Darüber hinaus wurden der Ursprung und die rechtliche Verankerung besprochen und die Leichte-Sprache-Regeln auf wissenschaftlicher Grundlage behandelt. Es wurden insbesondere Probleme im Umgang mit den Personalpronomen, dem Genitiv, den Tempusformen, den Satzgefügen und der Verneinung besprochen. In begleitenden Übungen gewannen die TeilnehmerInnen einen Einblick in die übersetzerische Praxis und übten mit dem erworbenen Wissen das selbstständige Produzieren von Leichte-Sprache-Texten.

Der Workshop bot Raum für Diskussionen und widmete sich den individuellen Fragen der TeilnehmerInnen, die unter anderem auf den Einsatz von Leichter Sprache in der Schule abzielten oder einzelne Zielgruppen des Konzepts umfassten. Dies war den unterschiedlichen beruflichen Hintergründen der Teilnehmenden geschuldet, die somit den Workshop mit einem fachübergreifenden Meinungsaustausch zur Leichten Sprache bereicherten und weitere Impulse für die Forschung aufzeigten.

Der nächste Workshop der Forschungsstelle Leichte Sprache wird im Frühjahr 2017 in Hildesheim stattfinden.

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Leichte Sprache
news-12539 Mon, 17 Oct 2016 09:40:00 +0200 Webinare zu Leichter Sprache https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/webinare-zu/ Die Forschungsstelle Leichte Sprache möchte ihr Angebot erweitern: Neben den Workshops sollen künftig auch Webinare eine Einführung in Leichte Sprache bieten, Regeln vorstellen und besprechen sowie praktische Übungen ermöglichen. Um das Angebot Ihren Wünschen anzupassen, bittet die Forschungsstelle um Ihre Unterstützung bei der Themenfindung. Wer schon einmal einen Text in Leichte Sprache übersetzt hat, weiß um die Schwierigkeit, einen Sachverhalt mit den Regeln der Leichten Sprache zu vermitteln. Das 2-Tempussystem, der nicht vorhandene Genitiv oder die eine-Information-pro-Satz-Regel sind u. a. Prinzipien – und vermeintlich auch die Hürden. Hinzu kommt der Text an sich: Wie strukturiere ich die Informationen, was muss erklärt werden, wie verbinde ich überhaupt die einzelnen Segmente so, dass es einen in sich schlüssigen Text ergibt?

Diese und weitere Probleme will die Forschungsstelle künftig im Rahmen eines Webinar-Angebots angehen. Dabei haben TeilnehmerInnen die Möglichkeit, vom eigenen PC aus mehr über Leichte Sprache zu erfahren. Im virtuellen Seminarraum werden so interaktiv konkrete Fragestellungen aufgezeigt und Lösungswege besprochen. Das Angebot richtet sich sowohl an Interessierte, die schon zuvor – ob beruflich oder privat – mit Leichter Sprache in Kontakt gekommen sind, als auch an Neueinsteiger.

Damit wir den Start unseres neuen Projekts auf Ihre persönlichen Wünsche abstimmen können, bitten wir Sie um Themenvorschläge, z. B.:

·         Wie gehe ich mit Metaphern in Leichter Sprache um?

·         Welchen Regeln folgt die Einfache Sprache?

·         Oder welche Regeln gilt es auf Wortebene zu beachten?

Senden Sie uns einfach eine E-Mail mit Ihrer Idee an: leichte.sprache(at)uni-hildesheim.de

Wir freuen uns über Ihre Anregungen.

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Leichte Sprache
news-12348 Tue, 30 Aug 2016 14:32:00 +0200 Noch freie Plätze im Workshop „Leichte Sprache: Die Regeln und ihre Anwendung“ https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/noch-freie-p/ Am 19. und 20. September bietet die Forschungsstelle Leichte Sprache unter der Leitung von Prof. Dr. Christiane Maaß und Isabel Rink den Workshop „Leichte Sprache: Die Regeln und ihre Anwendung“ an. Kurzentschlossene können sich gerne noch anmelden. Weitere Infos zum Workshop finden Sie hier.

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Leichte Sprache
news-12347 Tue, 30 Aug 2016 14:31:00 +0200 Barrierefreier Journalistenservice während der Paralympics – Forschungsstelle Leichte Sprache ist Kooperationspartner https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/barrierefrei-2/ Vom 7. – 18. September finden in Rio de Janeiro, Brasilien, die 15. Paralympischen Spiele statt. Im Rahmen eines bislang einzigartigen Projektes wird sich die Forschungsstelle Leichte Sprache zusammen mit Aktion Mensch und VerbaVoice für eine barrierefreie Berichterstattung einsetzen. Ziel der Kooperation ist es, Journalisten eine schnelle Übersetzung ihrer Berichte in unterschiedliche barrierefreie Formate anzubieten. Eine spezielle Online-Plattform wird dies möglich machen. Die Paralympischen Spiele haben längst bewiesen, dass Hochleistungssport und Behinderung sich nicht widersprechen. Alle vier Jahre bringen die Spiele Athleten mit Behinderung aus unterschiedlichen Nationen zusammen. Damit sind die Paralympics eine Institution der Inklusion und der Barrierefreiheit. Eine umfassende barrierefreie Gestaltung der Spiele aber geht über die Grenzen der Sportstätten hinaus: So ist die mediale Aufmerksamkeit für die Paralympics in den letzten Jahren stark gewachsen und zahlreiche Menschen – mit und ohne Behinderung – verfolgen die Wettkämpfe mit Begeisterung. Damit ist auch der Bedarf an barrierefreier Berichterstattung gestiegen.

Der geplante Übersetzungsservice richtet sich sowohl an akkreditierte Journalisten vor Ort wie auch an Redaktionen in Deutschland. Mittels einer eigens dafür konzipierten Online-Plattform können Journalisten und Redakteure für ihre Texte und Videobeiträge unterschiedliche Übersetzungsleistungen buchen und zum Beispiel Audiodeskriptionen, Untertitel oder Gebärdensprachvideos anfordern. Um eine möglichst aktuelle barrierefreie Berichterstattung zu gewährleisten, werden Übersetzer der verschiedenen Disziplinen während der Paralympischen Spiele vom 07. – 18. September täglich im Einsatz sein. Auch die Forschungsstelle Leichte Sprache wird sich an dem Projekt beteiligen und Übersetzungen von Texten und Voice Overs in Leichter Sprache zur Verfügung stellen.

Für die technische Umsetzung des Projektes sorgt der Münchner Technologie- und Dienstleistungsanbieter VerbaVoice. Das Unternehmen aus Bayern entwickelt bereits seit 2009 Technologien für eine internetbasierte barrierefreie Kommunikation und ist spezialisiert auf die Bereiche inklusive Bildung, barrierefreie Events und politische Veranstaltungen.

Der Barrierefreie Journalistenservice ist ein bislang einzigartiges Projekt und somit ein bedeutender Schritt im Inklusionsprozess. Die Forschungsstelle Leichte Sprache freut sich, im Rahmen dieser Kooperation einen Beitrag zu einer weitreichenden barrierefreien Gestaltung der Paralympics zu leisten.

Weitere Informationen zum Übersetzungsservice finden Sie hier.

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Leichte Sprache
news-12345 Tue, 30 Aug 2016 14:30:00 +0200 „Maria in der Hängematte“ - SPIEGEL-Artikel über Leichte Sprache erschienen https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/maria-in-de/ Das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL hat in seiner 29. Ausgabe von 2016 einen dreiseitigen Artikel über Leichte Sprache veröffentlicht. Auch die Leiterin der Forschungsstelle Leichte Sprache, Prof. Dr. Christiane Maaß, wird im Beitrag zitiert. Mit kritischem Blick skizziert der SPIEGEL-Artikel „Maria in der Hängematte“ die kontroverse Debatte um die Idee und den Gebrauch von Leichter Sprache. Experten, sowohl aus sozialem wie universitärem Bereich, schätzen die potentielle Zielgruppe von Leichter Sprache als groß und heterogen ein – und somit als durchaus komplex. Umso erfreulicher scheint die zunehmende Verbreitung und Institutionalisierung Leichter Sprache seit den Beschlüssen der UN-Behindertenrechtskonvention von 2008 und der Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV) von 2011. Aber das rasante Tempo, in dem sich der „Trend“ ausbreitet, wird nicht nur von grundsätzlichen Gegnern der Leichten Sprache skeptisch betrachtet. Vor allem Ökonomisierung und Instrumentalisierung für finanzielle und politische Zwecke sowie eine mangelnde fachliche Auseinandersetzung bei der Texterstellung sind bedenkliche Entwicklungen, die auch Verfechter der Leichten Sprache beobachten.

Zur kostenpflichtigen Online-Version der SPIEGEL-Ausgabe gelangen Sie hier.

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Leichte Sprache
news-12343 Tue, 30 Aug 2016 13:00:00 +0200 Symposium zur Barrierefreiheit audiovisueller Medien https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/symposium-zu/ Am 29. und 30. Juni 2016 fand beim Bayerischen Rundfunk in München das Symposium „Audiovisuelle Medien barrierefrei – Besserer Zugang zu Bild Ton und Information für alle Menschen“ statt. Ausrichter des Symposiums waren die ARD.ZDF medienakademie und das Institut für Rundfunktechnik (IRT). Die Forschungsstelle Leichte Sprache war vor Ort und hat sich über die Innovationen im Bereich der medialen Barrierefreiheit informiert. Der Bedarf an Barrierefreiheit in den Medien findet zunehmend Anklang in der Gesellschaft und wird entsprechend auch von den Medieninstitutionen beachtet. Dafür sorgt einerseits die Notwendigkeit, die umfänglichen medialen Angebote für unsere Informationsgesellschaft im Zuge von gesetzlich gestützten Inklusionsforderungen nachzurüsten und für Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen zugänglich zu machen. Andererseits wächst der Bedarf an barrierefreien Angeboten auch mit einer immer älter werdenden Gesellschaft. Um den Zugang zu ihren Produkten allen Menschen zu ermöglichen, stehen Medienproduzenten und -anbieter vor der gewaltigen Herausforderung, eine Vielzahl von Beeinträchtigungen zu kompensieren – von physischen und mentalen über altersbedingten bis hin zu sozialen Einschränkungen.

Das Symposium thematisierte die mitunter gegenläufigen Anforderungen der Zielgruppen und nahm Bestandsaufnahmen der gegenwärtigen barrierefreien Angebote und Technologien vor. Dabei zeigte sich: Technisch ist bereits vieles möglich und befindet sich im Ausbau, von (Live-)Untertitelung über Audiodeskription bis hin zur Übersetzung ganzer Medienevents in Gebärdensprache. Erfreulich ist dabei vor allem die immer ausdifferenziertere Betrachtung einzelner Zielgruppen und ihrer Bedürfnisse. In vielen Bereichen wird außerdem intensiv geforscht und entwickelt, etwa im Bereich der Sprachverständlichkeit im Fernsehen oder zur synthetischen Erzeugung von Gebärdensprache. Ein Schwerpunkt des Symposiums lag in den Bereichen der mobilen Kommunikation und Technologie: Welche Barrieren, aber vor allem auch welche Möglichkeiten bieten mobile Endgeräte? Nicht bloß inklusiv, sondern auch modern gedachte Antworten auf diese Frage bieten beispielsweise Apps, mit denen sich von Smartphone und Tablet aus Untertitel und Audiodeskriptionen abspielen lassen.

Mit Frau Heerdegen-Wessel war auch der NDR vertreten, der in Kooperation mit der Forschungsstelle Leichte Sprache als einzige Landesrundfunkanstalt bundesweit Nachrichten in Leichter Sprache anbietet.

Weitere Informationen zum Symposium finden Sie hier.

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news-12339 Tue, 30 Aug 2016 12:42:00 +0200 Saarländischer Rundfunk: Nachrichten in Einfacher Sprache https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/saarlaendisch/ Der Saarländische Rundfunk (SR) bietet seit Juni 2016 Nachrichten in Einfacher Sprache zum Lesen und Anhören an. Das Ziel dieser Texte ist es – wie auch bei Leichter Sprache – komplexe Sachverhalte einfach und verständlich auszudrücken, um Menschen, die Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache haben, den Zugang zu Informationen zu erleichtern. Das Angebot erstreckt sich auf vier Themenbereiche: Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport. Bekanntermaßen ist Lesen in unserer Gesellschaft eine notwendige Fähigkeit, um sich als Einzelner am gesellschaftlichen Leben zu beteiligen. Aber nicht jeder kann sich der umfangreichen Informationen bedienen. Zum Beispiel haben Menschen mit Hörschädigung oder geringen Deutschkenntnissen oft Schwierigkeiten Nachrichtentexte zu verstehen, da diese nicht selten zahlreiche Hürden wie z. B. schwierige Wörter oder zu komplexe Satzstrukturen aufweisen, gefolgt von einer hohen Informationsdichte. Um allen einen angemessenen Zugang zu Informationen zu ermöglichen, veröffentlicht der SR seit kurzem Nachrichten in Einfacher Sprache.

Einfache und Leichte Sprache verfolgen das gleiche Ziel: die Vereinfachung von Texten, um damit einen barrierefreien Zugang zu Informationen zu ermöglichen. Jedoch unterscheiden sich beide Ansätze durch unterschiedliche Strategien. Während Leichter Sprache nämlich ein Regelwerk zugrunde liegt, das eine Orientierung bietet, ist dies bei Einfacher Sprache nicht der Fall. Hier ist für jeden Text eine Neuaushandlung von vereinfachenden Strategien nötig. Zum Beispiel: Benutze ich Pronomen oder doch nicht? Verwende ich den Genitiv oder doch lieber komplexe Wörter?

Bei Einfacher Sprache handelt es sich um ein variables System, bei dem die Texte durch Anwendung ausgewählter Regeln, die den Erfordernissen der Zielgruppen entsprechen, angepasst werden. Aufgrund unterschiedlicher Umsetzungsmöglichkeiten ergeben sich auch wesentliche Unterschiede bezüglich Aufbau und Konzeption von Texten in Einfacher und Leichter Sprache. So sind z. B. Texte in Einfacher Sprache Fließtexte, während Leichte- Sprache-Texte eher als Listen gelten.

Nach eigenen Angaben möchte der SR mit seinem Projekt „Nachrichten in Einfacher Sprache“ Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen, Lese- und Lernschwierigkeiten, Hörbehinderung sowie Deutschlerner ansprechen. Laut der SR-Nachrichtenredakteurin Brigitte Henkes seien die folgenden Regeln für Nachrichtenredakteuren am wichtigsten: kurze Sätze, Vermeidung von Relativsatzkonstruktionen, Vermeidung von Fremdwörtern, einfache und anschauliche Erklärung der Nachrichten. Zusätzlich hat der Nutzer die Möglichkeit, schwierige Wörter und Sachverhalte in einem Glossar nachzulesen. Erwähnenswert ist auch die Tatsache, dass der Nutzer die Nachrichten nicht nur lesen, sondern sich auch anhören kann.

Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

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news-12156 Mon, 18 Jul 2016 10:27:00 +0200 Workshop „Leichte Sprache: Die Regeln und ihre Anwendung“ https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/workshop-le-2/ Am 19. und 20. September 2016 bietet die Forschungsstelle Leichte Sprache den Workshop „Leichte Sprache: Die Regeln und ihre Anwendung“ an. Der Workshop richtet sich sowohl an Einsteiger als auch an Fortgeschrittene. Natürlich sind auch Interessierte herzlich eingeladen. Wieso ist der Genitiv schwer? Welche Schwierigkeiten stellen eigentlich Satzgefüge dar? Und wie begegnet man solchen sprachlichen Hürden in Leichter Sprache? Diese und viele weitere Probleme werden in dem 2-tägigen Workshop der Forschungsstelle Leichte Sprache thematisiert. Auf wissenschaftlicher Grundlage stellen wir die Leichte-Sprache-Regeln vor und üben gemeinsam die praktische Umsetzung. Sie erhalten damit einen umfassenden Einblick, der auf das eigene Produzieren von Texten in Leichter Sprache zielt.

Daneben widmen wir uns auch den Rahmenbedingungen von Leichter Sprache und klären unter anderem Fragen wie: An wen richtet sie sich? Und was sind die gesetzlichen Grundlagen? Der Workshop bietet auch die Gelegenheit für Diskussionen und Erfahrungsaustausch mit anderen Interessierten und die Beantwortung Ihrer individuellen Fragen zum Thema Leichte Sprache. 

Die Anmeldung und weitere Informationen finden Sie hier.

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news-9459 Mon, 18 Jul 2016 10:26:00 +0200 Tagungsband „Barrierefreie Kommunikation – Perspektiven aus Theorie und Praxis" erschienen https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/tagungsband/ Im Juli ist der Tagungsband „Barrierefreie Kommunikation – Perspektiven aus Theorie und Praxis“ erschienen. Herausgeberin ist die Hildesheimer Professorin für Transmediale Übersetzung, Frau Nathalie Mälzer. Der Band fasst die Beiträge der Tagung "Barrierefreie Kommunikation in interdisziplinärer Perspektive" zusammen, die im Oktober 2015 an der Universität Hildesheim stattfand. Auch die Forschungsstelle Leichte Sprache ist mit zwei Beiträgen vertreten. Barrierefreiheit und Inklusion sind Schlagwörter im gesellschaftlichen Diskurs. Sie sind nicht nur Teil politischer Diskussionen und anstehender Gesetzesänderungen, sondern werden auch in der Wissenschaft verstärkt thematisiert. Insbesondere gehören hierzu die Fragen nach den Bedürfnissen der Zielgruppen, von welchen Barrieren überhaupt die Rede ist und wie diese abgebaut werden können. In diesen Rahmen fügt sich auch der Tagungsband ein, der sich der barrierefreien Kommunikation widmet.

Auf 322 Seiten präsentieren die Autoren Ansätze und aktuelle Forschungsfragen um Audiodeskription, Untertitelung und auch Leichte Sprache. Dabei geht es zum Beispiel um die Verständlichkeit allgemein oder die Reflexion von barrierefreien Konzepten wie der Theaterübertitelung.

Mit zwei Beiträgen melden sich auch unsere Mitarbeiterinnen der Forschungsstelle Leichte Sprache zu Wort: Isabel Rink berichtet aus ihrem Dissertationsprojekt über die Übersetzung juristischer Fachtexte in Leichte Sprache, die im Rahmen des Pilotprojekts „Leichte Sprache in der Niedersächsische Justiz“ realisiert worden sind. Katrin Lang und Prof. Christiane Maaß stellen zusammen mit Prof. Ursula Bredel erste Ergebnisse zur empirischen Überprüfbarkeit der Leichten-Sprache-Regeln am Beispiel der Negation vor.

Ein weiterer Beitrag zur Leichten Sprache stammt von Bettina Bock und Daisy Lange. Er behandelt die gegenseitige Abgrenzung der Begriffe „Leichte“ und „Einfache Sprache“.

Die Beiträge verdeutlichen, dass Leichte Sprache fester Bestandteil der barrierefreien Kommunikation geworden ist und dass diese wissenschaftliche Perspektive gewinnbringend für die weitere Entwicklung ist.

Der Tagungsband ist im Verlag Frank & Timme in der Reihe „Kommunikation-Partizipation-Inklusion“ erschienen. Sie können den Band hier erwerben.

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Leichte Sprache
news-12154 Mon, 18 Jul 2016 10:23:00 +0200 Scan2Read-App von Loycos https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/scan2read-ap/ Scan2Read ist die erste inklusive Vorlese-App. Entwickelt wurde sie von Loycos, der österreichischen Agentur für barrierefreie Kommunikation. Mithilfe von QR-Codes kann der Benutzer sich Informationen vorlesen lassen. Unter anderem sind diese Informationen auch in Leichter Sprache. Das Smartphone ist im Alltag ein unverzichtbarer Begleiter für den Großteil der Bevölkerung hierzulande geworden, vereint es doch zahlreiche unterstützende Funktionen und erleichtert uns mit Apps das Leben. Auch in Sachen Barrierefreiheit ist es für viele Menschen nicht mehr wegzudenken: So erleichtern bestimmte Apps zum Beispiel durch Sprachsteuerung die Bedienung des Smartphones oder sie zeigen barrierefreie Wegbeschreibungen an. In diesem Rahmen birgt auch Leichte Sprache ein gewisses Potenzial – gerade in Bezug auf die Informationszugänglichkeit über das Smartphone.

Das haben auch die Mitarbeiter von Loycos erkannt und mit Scan2Read eine Vorlese-App entwickelt, die den Zugang zu Informationen für Menschen mit Beeinträchtigungen erleichtert. Das Prinzip ist einfach: Nach der Installation, kann der Benutzer spezielle Scan2Read-QR-Codes einscannen und sich die hinterlegten Informationen vorlesen lassen. Daneben besteht auch die Möglichkeit, sich die Informationen, wenn vorhanden, in Leichter-Sprache oder als Video in Gebärdensprache anzeigen zu lassen. Durch diese multifunktionale Ausrichtung profitieren somit nicht nur Menschen mit Lernschwierigkeiten und geringen Lesekenntnissen, sondern auch Menschen mit Sehbehinderung und Hörgeschädigte.

Um auf die Informationen zugreifen zu können, müssen Unternehmen oder Institutionen die Inhalte selber erstellen und hochladen. Die App generiert dann den QR-Code, der so für die barrierefreie Informationsverbreitung genutzt werden kann. Eine Verwendung ist beispielsweise auf Flyern oder Gebrauchsanweisungen denkbar.

Scan2Read ist kostenlos und kann über den Apple- oder Google-Play-Store heruntergeladen werden.

Die Forschungsstelle Leichte Sprache gratuliert zu diesem inklusiven Meilenstein.

Weitere Informationen zur App finden Sie hier.

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news-11511 Tue, 07 Jun 2016 13:13:00 +0200 Sommerschule Barrierefreie Kommunikation in Winterthur https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/sommerschule/ Vom 18. bis 22. Juli können sich Interessierte an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) im Bereich Barrierefreie Kommunikation weiterbilden. Von Leichte Sprache bis Schriftdolmetschen wird einiges geboten. Die Fachstelle Computerlinguistik am Departement für Angewandte Linguistik der ZHAW Winterthur bietet für Studierende und auch Externe im Juli eine 5-tägige Sommerschule an. An jedem Tag steht dabei ein anderes Anwendungsgebiet der Barrierefreien Kommunikation im Fokus. Neben der Vermittlung von Übersetzungskompetenzen für Leichte Sprache und dem Einsatz übersetzerischer Hilfsmittel werden auch Methoden, Werkzeuge und theoretische Konzepte zu Schriftdolmetschen, Respeaking, Audiodeskription und der Erstellung barrierefreier Webseiten vermittelt. Das Programm besteht dabei jeweils abwechselnd aus Kontaktunterricht und praktischen Aufgaben im Selbststudium. So haben die Teilnehmenden hier die einmalige Gelegenheit, praxisrelevante Software für die Produktion barrierefreier Angebote unter professioneller Anleitung kennenzulernen und anzuwenden.

Die Anmeldung und weitere Informationen finden Sie hier.

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news-11949 Tue, 07 Jun 2016 13:11:00 +0200 Rückblick: Leichte-Sprache-Tagung an der Universität Leipzig https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/rueckblick-l/ Im April fand an der Universität Leipzig unter der Leitung von Dr. Bettina M. Bock, Daisy Lange und Prof. Dr. Ulla Fix die bislang erste Tagung zum Thema Leichte Sprache statt. Es versammelten sich zahlreiche Vertreter/-innen aus der Praxis sowie verschiedensten wissenschaftlichen Disziplinen zu einem bislang einmaligen und fruchtbaren Austausch. Unter dem Titel „Leichte Sprache im Spiegel theoretischer und angewandter Forschung“ luden die Veranstalterinnen vom Institut für Germanistik der Universität Leipzig vom 13. bis 15. April zu einem abwechslungsreichen Programm mit interdisziplinärer und internationaler Beteiligung. Ihrer Einladung folgten zahlreiche Wissenschaftler/-innen aus Psychologie, Soziologie, Kommunikationsdesign und vor allem der Sprachwissenschaft (Sprachdidaktik, Sprachkritik, Übersetzungswissenschaft, Rechtslinguistik, Medienlinguistik, etc.). Auch Praktiker/-innen aus der Textoptimierung sowie dem Bereich der Betreuung von Menschen mit Behinderung und Gäste aus Schweden, Finnland, Österreich und der Schweiz gaben Einblicke in ihre Arbeit.

Es ergaben sich rege Diskussionen um grundlegende Fragen wie zum Beispiel: Wie müssen die Regeln Leichter Sprache je nach Zielgruppe aussehen und mit welchen Methoden lässt sich dies bestimmen? Inwiefern müssen die Adressaten in die Textproduktion einbezogen werden? Wie ist die Außenwirkung Leichter Sprache und wie kann sie verbessert werden? Müssen wir verstärkt auf ein nach Schwierigkeitsgraden gestaffeltes Angebot setzen oder kann „eine Leichte Sprache für alle“ genügen? Dient Leichte Sprache wirklich der Inklusion oder birgt sie gar Exklusionspotenzial? Können auch literarische Texte uneingeschränkt in Leichte Sprache übersetzt werden?

Auch die Universität Hildesheim mit der Forschungsstelle Leichte Sprache war in Form eines Beitrages von Prof. Dr. Christiane Maaß und Prof. Dr. Ursula Bredel zum Einsatz des Mediopunktes vertreten. Sie zeigten auf, wie die optische Trennung von Wörtern ab drei Silben durch den Mediopunkt statt durch den Bindestrich zur Verminderung der Stigmatisierung der Leichte-Sprache-Adressaten beitragen kann (Fahr-Zeuge vs. Fahr∙zeuge).

Es wurde deutlich, dass die noch sehr junge Leichte-Sprache-Forschung aus einem großen Reservoir an Erkenntnissen aus verschiedensten Disziplinen schöpfen kann. So waren sich alle Beteiligten einig, dass der interdisziplinäre Austausch für die Weiterentwicklung und Professionalisierung Leichter Sprache sehr wichtig ist. Die Tagung bot für diesen Austausch die ideale Plattform. So sprachen Expert/-innen aus dem Kommunikationsdesign zur Optimierung der visuellen Gestaltung von Leichte-Sprache-Texten, während man aus Richtung der Psychologie auf wertvolle Erkenntnisse aus dem Bereich der Verständlichkeitsforschung verwies und von Seiten der Praxis Impulse für die Professionalisierung der Übersetzungsarbeit setzte, um nur einige wenige Beispiele zu nennen. Auch weiterer Forschungsbedarf konnte zur Genüge aufgezeigt werden (z.B. empirische Studien mit verschiedenen Zielgruppen zur Überprüfung bestehender Regeln), sodass man der Zukunft der Leichte-Sprache-Forschung gespannt entgegenblicken darf.

Die einzelnen Beiträge werden in einem Tagungsband publiziert. Ein ausführlicherer Bericht zur Tagung wird außerdem in der nächsten Ausgabe von Didaktik Deutsch (Heft 41) erscheinen.

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news-11950 Tue, 07 Jun 2016 13:10:00 +0200 Forschungsstelle Leichte Sprache vergibt Promotionsstipendium https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/forschungsst/ Mit Unterstützung des Präsidiums wurde nun zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses an der Forschungsstelle Leichte Sprache der Universität Hildesheim zum ersten Mal ein Stipendium für eine Promotion im Bereich Leichte Sprache eingerichtet. Neben der wissenschaftlichen Fundierung und Weiterentwicklung Leichter Sprache hat sich die Forschungsstelle unter der Leitung von Prof. Dr. Christiane Maaß auch die Ausbildung des Leichte-Sprache-Nachwuchses zur Aufgabe gemacht. Beide Ziele zugleich wurden nun in Form eines Stipendiums zur Förderung eines Promotionsprojektes an der Universität Hildesheim umgesetzt. Im Rahmen einer im besten Sinne anwendungsorientierten Forschung wird die Stipendiatin in ihrer Doktorarbeit Leichte-Sprache-Übersetzungen auf den Internetseiten verschiedener Behörden analysieren und Verbesserungspotenzial aufzeigen. Wir sind gespannt auf die Ergebnisse und wünschen gutes Gelingen!

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news-11504 Mon, 14 Mar 2016 10:29:00 +0100 Handbuch Leichte Sprache beim Duden erschienen https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/handbuch-lei/ Seit Kurzem ist es im Handel erhältlich: Das Handbuch „Leichte Sprache – Theoretische Grundlagen ∙ Orientierung für die Praxis“ der Hildesheimer Professorinnen Ursula Bredel und Christiane Maaß. Damit ist ein wichtiger Schritt auf dem Wege der wissenschaftlichen Fundierung Leichter Sprache getan. 560 Seiten stark ist das Grundlagenwerk zu Leichter Sprache, das Anfang März beim Dudenverlag erschienen ist. Es stammt aus der Feder der Deutschdidaktikerin und Leichte-Sprache-Expertin Ursula Bredel und der Übersetzungswissenschaftlerin, Medienlinguistin und Leiterin der Forschungsstelle Leichte Sprache Christiane Maaß von der Universität Hildesheim.

Das in zwei Großkapitel unterteilte Handbuch richtet sich an alle, die sich mit Leichter Sprache beschäftigen – aus Wissenschaft und auch Praxis. Im ersten Teil des Buches erfolgen eine umfassende Definition sowie eine wissenschaftliche und gesellschaftliche Einordnung der Leichten Sprache. Dabei gehen die Autorinnen unter anderem auf die Entwicklung und bisherige Regulierung Leichter Sprache, das Profil der Adressatenschaft, die Grundlagen von Verstehen und Verständlichkeit sowie die übersetzungswissenschaftliche Perspektive ein. Im zweiten Großkapitel steht die Struktur Leichter Sprache im Fokus. Nach dem Motto „Vom Kleinen zum Großen“ werden von der Zeichen- bis zur Textebene die bislang vorhandenen Regeln Leichter Sprache geprüft, modifiziert und präzisiert. Am Ende geben die Autorinnen eine Zusammenschau der Funktionen und Prinzipien Leichter Sprache, zeigen Forschungsdesiderate auf und machen Vorschläge für die Gestaltung anderer komplexitätsreduzierter Sprachformen wie zum Beispiel die „einfache Sprache“.

Bestellen können Sie „Leichte Sprache – Theoretische Grundlagen ∙ Orientierung für die Praxis“ zum Beispiel hier.

Derzeit in Arbeit sind außerdem ein Ratgeber und ein Arbeitsbuch für Leichte Sprache; beide bieten weitere Hilfestellungen für die Praxis und werden ebenfalls noch in diesem Jahr beim Dudenverlag erscheinen.

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Leichte Sprache
news-11530 Mon, 14 Mar 2016 10:28:00 +0100 Leichte Sprache in der Schule – Forschungsstelle schult niedersächsische Lehrkräfte beim Landesforum Medienberatung https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/leichte-spra/ Im Februar lud das Niedersächsische Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ) Hildesheim zum Landesforum Medienberatung nach Braunschweig. Unter dem Motto „Digital Deutsch lernen“ führte die Forschungsstelle Leichte Sprache verschiedene Workshops zum Einsatz Leichter Sprache im Unterricht durch. In ihrer Eigenschaft als Medienberater(innen) für niedersächsische Schulen trafen sich kürzlich drei Tage lang Lehrer(innen) zur Fortbildung und Qualitätsoptimierung in Sachen digitale Medien. Im Schwerpunkt „Digital Deutsch Lernen“ wurde am zweiten Tag der Veranstaltung der Einsatz digitaler Medien in der Sprachbildung thematisiert. Gerade angesichts der enormen Aufgabe von Inklusion und der Integration von Schüler(inne)n ohne Deutschkenntnisse kann der Einsatz Leichter Sprache für Lehrer(innen) und Schüler(innen) ein wichtiges Hilfsmittel auf dem Weg zu Chancengleichheit oder dem Erlernen des Deutschen als Zweitsprache sein. Nach dem Einstiegsvortrag von Professorin Christiane Maaß „Leichte Sprache als Weg zur Teilhabe“ konnten die Teilnehmenden in verschiedenen Workshops neben dem hauseigenen NLQ-Projekt „Digital Deutsch lernen“ auch die Möglichkeiten des Einsatzes Leichter Sprache im Unterricht kennenlernen.

Fast das gesamte Team der Forschungsstelle Leichte Sprache war vertreten und bearbeitete in vier thematisch abgegrenzten Workshops mit den Teilnehmenden die Fragen: Wie kann man im Kontakt mit Schüler(innen) ohne Deutschkenntnisse Translator-Apps so nutzen, dass sie brauchbare Übersetzungen erzielen? Wie kann man sprachliche Hürden in Mathematikaufgaben abbauen, ohne dabei fachliche Vereinfachungen vorzunehmen? Wo können in Schulbuchtexten Verstehensprobleme auftauchen und wie kann man das besser machen? Wo findet man bereits Texte in Leichter Sprache online und woran erkennt man, ob sie von guter Qualität sind? 
Im Austausch mit den Lehrkräften konnte außerdem auch das Team der Forschungsstelle wertvolle Einblicke in den schulischen Alltag und die praktischen Herausforderungen im Umgang mit nichtmuttersprachlichen oder wenig texterfahrenen Schüler(innen) gewinnen.

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Leichte Sprache
news-11529 Mon, 14 Mar 2016 10:27:00 +0100 Behindertengleichstellungsgesetz erweitert: Verstärkter Einsatz von Leichter Sprache in der Verwaltung https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/behinderteng/ Mit Blick auf die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) wurde das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) überarbeitet. Der im Januar beschlossene Gesetzesentwurf sieht ab 2018 auch das Recht auf Übersetzungen von Bescheiden und Vordrucken in Leichter Sprache vor. Wie eine Evaluation im Rahmen des Nationalen Aktionsplans zur Umsetzung der UN-BRK ergab, ist das Ausmaß der Anwendung und Wirkung des bisherigen BGG noch nicht befriedigend. Um die Rechte von Menschen mit Behinderung und ihre Gleichstellung weiter zu stärken, wurde nun ein Gesetzesentwurf zur Erweiterung des BGG beschlossen, der gleich mehrere Punkte umfasst: Neben der Anpassung des Behindertenbegriffs im Sinne der UN-BRK ‒ weg von einer defizitorientierten Auffassung ‒ und der Errichtung einer Bundesfachstelle für Barrierefreiheit, werden nun unter anderem auch kommunikative Barrieren verstärkt in den Blick genommen.

Während bislang im BGG Barrierefreiheit zwar definiert und auch auf „Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen“ bezogen wurde, jedoch genaue Vorgaben zur Herstellung von Barrierefreiheit fehlten, wird es nun konkret. So sind Menschen mit geistiger Behinderung ab 2018 berechtigt, sich Bescheide, Vordrucke und andere wichtige Texte von Behörden in verständlicher Form mündlich erklären zu lassen oder eine kostenfreie schriftliche Übersetzung in Leichter Sprache zu erhalten. Die Verwaltung nimmt sich also selbst in die Pflicht. So müssen nun schnellstmöglich für Bundesbehörden und Sozialleistungsträger (z.B. Krankenkassen) Textbausteine und Mustererläuterungen in Leichter Sprache entstehen, die den Mitarbeiter(inne)n an die Hand gegeben werden können. Auch der Einsatz von Gebärdensprache wird mit dem Gesetzesentwurf weiter gestärkt. Bundesministerin für Arbeit und Soziales Andrea Nahles bezeichnete die Novellierung des BGG als „wichtigen Schritt hin zu einer inklusiven Gesellschaft“.

Den Gesetzesentwurf und weitere Infos dazu finden Sie hier.

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news-11528 Mon, 14 Mar 2016 10:25:00 +0100 Für Kurzentschlossene: Noch freie Plätze im Leichte-Sprache-Workshop https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/fuer-kurzents/ Am 8. April bietet die Forschungsstelle Leichte Sprache in Hildesheim wieder einen Workshop für Einsteiger an. Wer interessiert ist, kann sich jetzt noch schnell einen Platz sichern. Weitere Infos zum Workshop finden Sie hier.

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Leichte Sprache
news-11104 Fri, 18 Dec 2015 09:35:00 +0100 Workshop in Hildesheim: Leichte Sprache für Einsteiger https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/workshop-in-1/ Am 8. April 2016 lädt die Forschungsstelle Leichte Sprache wieder Interessierte und Einsteiger zum Workshop nach Hildesheim ein. Alle, die lernen möchten, Texte in Leichter Sprache zu schreiben, sind herzlich willkommen! Auch im Jahr 2016 bietet die Forschungsstelle Leichte Sprache den Einsteiger-Workshop „Praxis trifft Wissenschaft“ an. Einen Tag lang setzen wir uns intensiv mit den Regeln Leichter Sprache auseinander und gehen grundlegenden Fragen nach wie zum Beispiel: Für wen ist Leichte Sprache überhaupt? Was sind die gesetzlichen Grundlagen? Kann man Leichte Sprache auch sprechen? Und, gibt es einen Unterschied zwischen Leichter und Einfacher Sprache? Gemeinsam üben wir unter anderem das Auflösen von Satzgefügen, das Ersetzen von Personalpronomen oder wie man Sätze möglichst verständlich verneint.  Darüber hinaus bietet der Workshop eine Gelegenheit für Diskussionen und Erfahrungsaustausch mit anderen Interessierten und die Beantwortung Ihrer individuellen Fragen zum Thema Leichte Sprache.

Weitere Informationen zum Workshop finden Sie hier.

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Leichte Sprache
news-9961 Fri, 18 Dec 2015 09:30:00 +0100 „Die Verständlichkeit des Rechts“: Prof. Dr. Christiane Maaß zu Gast im Bundeskanzleramt https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/die-verstaen/ Im Rahmen eines Fachforums sprach die Leiterin der Forschungsstelle Leichte Sprache in Berlin über die Möglichkeiten zur Verbesserung der Verständlichkeit in der Verwaltungskommunikation. Unter dem Motto „Die Verständlichkeit des Rechts“ lud die Geschäftsstelle Bürokratieabbau im Oktober zu einem Fachforum ins Bundeskanzleramt ein. Das Fachforum widmete sich unter anderem der Lebenslagenbefragung des Statistischen Bundesamts. Sie hat erbracht, dass die Bürgerinnen und Bürger mit der öffentlichen Verwaltung insgesamt sehr zufrieden sind und viel Vertrauen in die Institutionen haben, dass sie aber durchweg die mangelnde Verständlichkeit der Verwaltungskommunikation beklagen. Es ging also um die Frage: Kann Verwaltungskommunikation verständlicher werden und wenn ja – wie?

Echtes „Amtsdeutsch“ ist für alle, die keine Verwaltungs- oder Rechtsexperten sind, häufig tatsächlich unverständlich. Es ist eine Fachsprache für die Kommunikation unter Experten und dies hat gute Gründe. Problematisch wird es allerdings, wenn die Behörden die Bürger in diesem rechtssprachlichen Deutsch ansprechen. Hier müssen Kommunikationsformen gefunden werden, die dem Verstehen der Nicht-Experten angepasst sind. Solche Bestrebungen gibt es seit vielen Jahren, wie beispielsweise die Bemühungen um „bürgernahe“ Amtssprache. Mit der Bemühung um Inklusion wird nun eine neue Qualität erreicht. So besteht der Anspruch, dass Sprache auch bei fachlichen Gegenständen noch viel verständlicher, geradezu barrierefrei sein soll.

Hier setzt die Arbeit der Forschungsstelle Leichte Sprache an, die unter anderem der Frage nachgeht, wie Fachtexte, zum Beispiel Verwaltungsdeutsch, in Leichte Sprache gebracht werden können. So ist das Einhalten des ausdifferenzierten Leichte-Sprache-Regelsets auf Zeichen-, Wort- und Satzebene nur ein Schritt auf dem Weg zu „leichten Texten“. Noch vor der sprachlichen Umsetzung müssen nämlich Entscheidungen darüber getroffen werden, welche Informationen für das Textthema relevant sind und wie sie im Text entfaltet werden. Diese Entscheidungen auf Textebene sind meist nur in enger Zusammenarbeit mit den fachlichen Experten möglich, die idealerweise den gesamten Übersetzungsprozess begleiten. Nur so kann ein optimales Ergebnis erzielt werden, das maximale Verständlichkeit und inhaltliche Korrektheit vereint.

Die Botschaft von Prof. Dr. Christiane Maaß in Berlin ist deutlich: Eine verständliche Rechtskommunikation ist möglich. Dies zeigen auch die erfolgreich abgeschlossenen sowie die laufenden Projekte der Forschungsstelle Leichte Sprache mit dem Niedersächsischen Justizministerium. Nun kommt es vor allem darauf an, dass die Verwaltung für das Thema weiter sensibilisiert wird und sich aktiv dafür einsetzt, von den Bürgerinnen und Bürgern verstanden zu werden.

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Leichte Sprache
news-11100 Fri, 18 Dec 2015 09:20:00 +0100 Leichte Sprache als Bedrohung für den Standard? https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/leichte-spra-6/ Für viele gilt sie als Mittel zur Schaffung gleichberechtigter Teilhabe und Selbstbestimmung. Doch es gibt auch kritische Stimmen, nach deren Ansicht Leichte Sprache vom Niedergang des Deutschen zeugt. Auch die Forschungsstelle setzt sich mit den Vorbehalten und Bedenken zu Leichter Sprache auseinander. Ob im Netz, auf öffentlichen Veranstaltungen zum Thema oder in diversen Zeitungsartikeln ‒ es werden nicht nur positive Meinungen zu Leichter Sprache geäußert. Das erlebt auch die Forschungsstelle Leichte Sprache regelmäßig. So wird die vereinfachte Sprachform als peinlich und entwürdigend für die Zielgruppe gesehen, oder als Zeichen dafür, dass man die Bildungsstandards in Deutschland immer weiter herabsetze. Häufig wird in diesem Zusammenhang auch die Sorge darüber laut, Leichte Sprache könne die deutsche Standardvarietät und die Fachsprachen negativ beeinflussen. Dies mag auf teilweise offensive Forderungen mancher Vertreter von Menschen mit Behinderung zurückgehen, standardsprachliche Kommunikation durch Leichte Sprache zu ersetzen.

Die Forschungsstelle Leichte Sprache hingegen plädiert dafür, je nach Situation und beteiligten Kommunikationspartnern eine angemessene Kommunikationsform zu wählen. Experten beispielsweise sollen und müssen sich untereinander auf eine hinreichend differenzierte und komplexe Art und Weise über fachliche Inhalte austauschen. Dies ist das Ergebnis eines langen und erfolgreichen Entwicklungsprozesses hin zu einer hoch technisierten und wissenschaftlich ausdifferenzierten Gesellschaft. Auch standardsprachliche Texte sollen durch Leichte Sprache keineswegs ersetzt werden, vielmehr schlägt Leichte Sprache von ihnen ausgehend die Brücke zu den Menschen, denen weite Teile der Schriftlichkeit andernfalls nicht zugänglich wären. Nach Auffassung der Forschungsstelle Leichte Sprache sind Texte in Leichter Sprache ein Informationsangebot über bestehende (standard- oder fachsprachliche) Texte und sollen ergänzend zu ihnen hinzutreten. Diese Funktion des Leichte-Sprache-Textes kann im jeweiligen Text auch explizit formuliert werden, um die Akzeptanz Leichter Sprache bei den Leserinnen und Lesern zu steigern. Für manche Leichte-Sprache-Leserinnen und -Leser stellt die Möglichkeit auf beide Textvarianten zuzugreifen gegebenenfalls einen Anreiz dar, langfristig auch schwerere Texte lesen zu können, wodurch zudem deren Bildungsniveau nicht gesenkt, sondern gesteigert wird.

Betrachtet man also Leichte Sprache als „Zusatzangebot“, ist die Sorge, sie verdränge andere Sprachformen des Deutschen, gänzlich unbegründet. Es würde wohl auch niemand auf die Idee kommen, Rollstuhlrampen als gesundheitsgefährdend zu kritisieren, weil sie möglicherweise dazu führen, dass die Menschen zu träge werden, Treppen zu steigen.

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Leichte Sprache
news-11099 Fri, 18 Dec 2015 09:10:00 +0100 Adventsschmaus in Leichter Sprache https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/adventsschma/ Schottische Ingwerkekse leicht gemacht. Hier finden Sie das leckere Rezept. Guten Appetit! Um das Rezept zu sehen, klicken Sie auf die Datei unten.

 

Übersetzung in Leichte Sprache: Alina Kuck und Agnieszka Przybyla-Wilkin

Layout und Gestaltung: Meike Knoop

(Studierende im Masterstudiengang Medientext und Medienübersetzung an der Uni Hildesheim)

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Leichte Sprache
news-10587 Fri, 11 Sep 2015 13:19:00 +0200 Leichte-Sprache-Workshop – noch freie Plätze https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/leichte-spra-7/ Wie bereits im vergangenen Newsletter angekündigt, findet im Oktober wieder der Einsteigerworkshop „Praxis trifft Wissenschaft“ der Forschungsstelle Leichte Sprache statt. Für Kurzentschlossene bietet sich jetzt noch die Gelegenheit sich anzumelden. Infos zum Workshop und zur Anmeldung finden Sie hier.

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Leichte Sprache
news-10586 Fri, 11 Sep 2015 13:17:00 +0200 Welttag der Alphabetisierung – Prof. Dr. Christiane Maaß im Radiointerview https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/welttag-der/ Anlässlich des Welttages der Alphabetisierung am 8. September stellte Prof. Dr. Christiane Maaß, Leiterin der Forschungsstelle, im Bayerischen Rundfunk das Konzept der Leichten Sprache vor. Noch immer ist es in vielen Regionen der Welt ein Privileg, lesen und schreiben zu lernen. Nach Angaben der UNESCO gibt es weltweit 774 Millionen Analphabeten. Um auf diesen Missstand hinzuweisen,  rief die UNESCO den Welttag der Alphabetisierung ins Leben, an dem jährlich auf weltweite Projekte zur Förderung des Lesens und Schreibens aufmerksam gemacht wird. Auch in Deutschland ist die Zahl derer, die nur unzureichend lesen und schreiben können, höher als viele vermuten würden. Leichte Sprache kann ein Hilfsmittel sein, um Nichtlesern den Einstieg in die Schriftsprache zu erleichtern. Im Radiointerview mit dem Sender BR 2 erklärt Prof. Dr. Christiane Maaß, dass Leichte Sprache allerdings nicht nur den Menschen zugutekommt, die besondere Probleme mit schriftlichen Texten haben. Als Zusatzangebot zu den üblichen Texten kann sie im besten Fall so eingesetzt werden, dass jeder Leser und jede Leserin sich frei zwischen beiden Versionen entscheiden kann – so wie im Falle der Erbrechtsbroschüre des Niedersächsischen Justizministeriums, die den standardsprachlichen Text und die Leichte-Sprache-Übersetzung in einem Heft vereint. Das ganze Interview mit Frau Prof. Maaß finden Sie hier.

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Leichte Sprache
news-10584 Fri, 11 Sep 2015 13:12:00 +0200 Leichte Sprache in Spielanleitungen https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/leichte-spra-8/ Die Forschungsstelle Leichte Sprache ist mit verschiedensten Fachrichtungen vernetzt. So ist sie im Juni schon zum zweiten Mal der Einladung der Spieleverlage e.V. nach Göttingen gefolgt, um in Theorie und Praxis die Einsatzmöglichkeiten Leichter Sprache in Spielanleitungen aufzuzeigen. Mit dem Ziel Brettspiele attraktiver zu gestalten, treffen sich jährlich Redakteure verschiedener Spieleverlage sowie freie Autoren und Illustratoren in Göttingen. Neben Spielregeln werden bei den Treffen auch verwandte Themen in den Blick genommen. Da nur mit verständlichen Spieleanleitungen auch wirklich Spielspaß aufkommen kann und die Verständlichkeit damit eine Voraussetzung für die erfolgreiche Vermarktung eines Spiels ist, sind Ideen für die Verbesserung der Anleitungen stets willkommen. Wie bereits im vergangenen Jahr waren auch bei diesem Treffen Isabel Rink und Prof. Dr. Christiane Maaß von der Forschungsstelle als Referentinnen geladen und erklärten den Teilnehmenden die Grundlagen verständlicher Texte. Anhand von Praxisbeispielen aus verschiedenen Anleitungen veranschaulichten sie den Bedarf an sprachlicher Vereinfachung und einem stimmigen inhaltlichen Aufbau. Vor allem bei Spielen für Kinder kann eine zusätzliche Anleitung in Leichter Sprache durchaus in Erwägung gezogen werden. Doch auch wer keine komplette Leichte-Sprache-Anleitung erstellen möchte, kann von den Vereinfachungsstrategien und Prinzipien Leichter Sprache profitieren.

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Leichte Sprache
news-10331 Sun, 12 Jul 2015 13:29:00 +0200 Leichte-Sprache-Workshop im Oktober 2015 https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/leichte-spra-9/ Im Herbst dieses Jahres möchte die Forschungsstelle unter anderem wieder den Workshop „Praxis trifft Wissenschaft“ anbieten. Der Workshop richtet sich vorwiegend an Leichte-Sprache-Übersetzerinnen und Übersetzer, aber auch alle anderen Interessierten sind natürlich herzlich willkommen. Der Workshop gibt einen Überblick über die bisherigen Leichte-Sprache-Regeln und stellt sie nach wissenschaftlichen Kriterien auf den Prüfstand. Wir widmen uns der Frage, welchen sprachlichen Problemen man sich beim Übersetzen in Leichte Sprache stellen muss und zeigen gezielt Lösungsmöglichkeiten auf. Dabei besprechen wir zum Beispiel ausführlich, wie man in Leichter Sprache Satzgefüge auflösen, möglichst verständlich verneinen oder Personalpronomen ersetzen kann. Auch für Diskussionen und Erfahrungsaustausch wird es ausreichend Raum geben.

Der Workshop findet am Donnerstag, den 22. Oktober 2015 von 09 bis 18 Uhr im Hotel Bürgermeisterkapelle in Hildesheim statt. Im Anschluss bietet sich außerdem die Möglichkeit, die dreitägige Tagung „Barrierefreie Kommunikation in interdisziplinärer Perspektive“ an der Universität Hildesheim zu besuchen. Weitere Infos zu unseren Workshops und zur Anmeldung finden Sie hier.

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Leichte Sprache
news-10339 Sun, 12 Jul 2015 13:28:00 +0200 Tagung „Barrierefreie Kommunikation in interdisziplinärer Perspektive“ an der Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/tagung-barr/ Vom 23. bis 25. Oktober 2015 lädt die Universität Hildesheim zu einer Tagung ein. Auf dem Programm: Barrierefreie Kommunikation. Unter der Leitung von Prof. Dr. Nathalie Mälzer werden u.a. verschiedene Möglichkeiten der Textproduktion und Übersetzung vorgestellt, mit denen Kommunikationsbarrieren überwunden werden können – natürlich auch Leichte Sprache. Texte und Medienprodukte für Menschen mit Einschränkungen zugänglich zu machen, ist die Domäne der Barrierefreien Kommunikation. Neben der Leichten Sprache gehören auch Varianten wie die Über- und Untertitelung für Gehörlose, die Audiodeskription für Sehgeschädigte und Blinde sowie im weiteren Sinne auch die Optimierung von Fachkommunikation oder Experten-Laien-Kommunikation zu diesem Feld. All dies wird im Rahmen der Tagung von unterschiedlichsten Fachleuten aus transdisziplinärer Perspektive beleuchtet und auf eine gemeinsame theoretische Grundlage gestellt. Auch Mitglieder der Forschungsstelle Leichte Sprache werden mit Vorträgen vertreten sein. Weitere Infos zur Tagung finden Sie hier.

Interessierte haben außerdem die Möglichkeit, direkt im Vorfeld der Tagung am Workshop der Forschungsstelle Leichte Sprache in Hildesheim teilzunehmen.

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Leichte Sprache
news-10340 Sun, 12 Jul 2015 13:22:00 +0200 Forschungsstelle Leichte Sprache im Radiointerview https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/forschungsst-1/ Im Mai war die Forschungsstelle zu Gast in der NDR 1 Radiosendung „Die Plattenkiste“ und stellte ihre Arbeit vor. Trotz zunehmender Wichtigkeit ist das Thema Leichte Sprache noch längst nicht jedem in der breiten Bevölkerung bekannt. Die Forschungsstelle Leichte Sprache setzt sich für die Verbreitung und Anerkennung des Konzeptes ein und sucht deshalb immer wieder den Weg in die Öffentlichkeit. Im vergangenen Mai besuchten daher Prof. Dr. Christiane Maaß, Leiterin der Forschungsstelle, sowie Dr. Christiane Zehrer und Isabel Rink das NDR 1 Studio in Hannover und stellten sich im Interview den Fragen von Moderatorin Martina Gilica. Begeisterte Zuschriften und die rundum positive Resonanz bestätigen uns, dass der Wunsch nach klarer und verständlicher Kommunikation kein Phänomen am Rande der Gesellschaft darstellt. Die Mitschnitte zum Interview finden Sie hier.

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Leichte Sprache
news-10341 Sun, 12 Jul 2015 13:22:00 +0200 Ein voller Erfolg: Broschüre zum Erbrecht in Leichter Sprache https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/ein-voller-e/ Eine Broschüre in Leichter Sprache vereinfacht das Verständnis. Das Landesjustizministerium hat eine solche Broschüre zum Thema Erbrecht vorgestellt. Sie war im Nu vergriffen. Besonders juristische Texte sind komplex und schwer zu verstehen. Im Rahmen eines Pilotprojekts haben Studierende des Moduls „Barrierefreie Kommunikation” der Universität Hildesheim Texte in Leichter Sprache erstellt und so gemeinsam mit dem niedersächsischen Justizministerium dieses Verständnisproblem gelöst.

Im Erbfall seine Rechte nicht zu kennen, kann ernste Konsequenzen haben. Leichte Sprache hilft dieses Problem zu überwinden, auch wenn es beim ersten Lesen ungewohnt erscheinen mag:

Das Gesetz sagt:

„Ihre Familie erbt.

Und Ihr Ehe∙partner erbt.

Ihr Ehe∙partner ist nämlich auch Familie.“

Das Wort erben bedeutet:

Ihre Familie bekommt die Sachen von Ihnen.

Und Ihre Familie bekommt das Geld von Ihnen.

Die Sachen von Ihnen werden gerecht aufgeteilt.

Und das Geld von Ihnen wird gerecht aufgeteilt.

Wichtig!

Sie möchten die gesetzliche Erb∙folge nicht.

Sie möchten nämlich selbst über Ihr Erbe entscheiden.

Dann schreiben Sie ein Testament.

Die ersten 30.000 Exemplare der Leichte-Sprache-Broschüre waren in kürzester Zeit vergriffen. Der große Anklang spiegelt den Erfolg des Hildesheimer Projektes wider und verdeutlicht, dass es großen Bedarf an leicht verständlichen Texten gibt.

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Leichte Sprache
news-9955 Wed, 29 Apr 2015 10:25:00 +0200 NDR Thementag Alphabetisierung am 30. April – die Forschungsstelle wirkt mit https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/ndr-thementa/ Am Donnerstag, den 30. April, wird sich beim NDR in Radio und Fernsehen alles um das Thema Lesen und Schreiben drehen. Dafür hat die Forschungsstelle Leichte Sprache im Vorfeld Texte in Leichter Sprache für den Online-Auftritt des NDR erstellt und optimiert. Prof. Dr. Christiane Maaß, Leiterin der Forschungsstelle, erklärte außerdem in einem Interview, was Leichte Sprache ist und warum sie uns alle angeht. Im Bemühen um Inklusion und Teilhabe startete der NDR das Projekt „Barrierefreier Rundfunk“ und baut sein Angebot für Menschen mit Behinderung immer weiter aus. Dafür setzt man inzwischen neben Audiodeskriptionen für Sehgeschädigte, der Untertitelung für Hörgeschädigte und Gebärdensprachfilmen auch auf Leichte Sprache. Zudem wird es am Thementag Alphabetisierung am 30. April zahlreiche Radio- und Fernsehbeiträge zu barrierefreier Kommunikation geben. Die Beiträge beantworten Fragen wie: Warum können in unserer Gesellschaft viele Menschen nicht richtig lesen und schreiben? Wer sind  diese Menschen? Und wie kann man ihnen helfen? Auf der Internetseite des NDR gibt es schon jetzt zahlreiche Infos zum Alphabetisierungstag – auch in Leichter Sprache. Diese Texte wurden mitunter von der Forschungsstelle Leichte Sprache optimiert oder übersetzt. Die entsprechenden Texte sind durch das Siegel „Leichte Sprache wissenschaftlich geprüft“ ausgewiesen. Sie sind auch als Audiodatei zum Anhören verfügbar. Außerdem sprach die Leiterin der Forschungsstelle, Prof. Dr. Christiane Maaß, in einem Interview mit dem NDR darüber, was Leichte Sprache ist und welchen Stellenwert sie für den Inklusionsprozess und die Alphabetisierung von Menschen mit einer Leseschwäche haben kann. Das Interview und eine Leichte-Sprache-Übersetzung davon findet sich ebenfalls auf der Internetseite des NDR: http://www.ndr.de/alphabetisierung/index.html

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Leichte Sprache
news-9953 Wed, 29 Apr 2015 10:04:00 +0200 Neue Prüfsiegel der Forschungsstelle Leichte Sprache https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/neue-pruefsie/ Neben Übersetzungen und Fortbildungen für unterschiedliche Zielgruppen überprüft und zertifiziert die Forschungsstelle Leichte-Sprache-Texte externer Anbieter. Nach erfolgreicher Korrektur dürfen die Texte mit einem der Siegel „Leichte Sprache wissenschaftlich geprüft“ oder „Verständlichkeit wissenschaftlich geprüft“ ausgewiesen werden. Der Braunschweiger Diplom-Designer Martin Markwort hat die Siegel für uns überarbeitet. Damit erhält die Forschungsstelle ein professionelles Markenzeichen. Wir von der Forschungsstelle Leichte Sprache führen nicht nur Übersetzungen in Leichte Sprache durch, sondern prüfen und korrigieren auch Ihre Texte gemäß unseren Standards. Alle Texte, die von uns einer eingehenden Prüfung unterzogen und nach den Leichte-Sprache-Regeln der Forschungsstelle überarbeitet wurden, dürfen das Label „Leichte Sprache wissenschaftlich geprüft“ tragen. Die Qualität der Leichte-Sprache-Texte ist so für alle Interessierten leicht erkennbar.

Gleiches gilt für das Prüfsiegel „Verständlichkeit wissenschaftlich geprüft“, das wir für Texte vergeben, die nach objektiven sprachlichen Kriterien verständlich und eindeutig formuliert sind. Sie bieten eine barrierearme Alternative zu den maximal verständlichen Leichte-Sprache-Texten und werden von uns als Texte in „verständlicher Sprache“ bezeichnet.

Unsere neuen Prüfsiegel „Leichte Sprache wissenschaftlich geprüft“ und „Verständlichkeit wissenschaftlich geprüft“ stammen aus der Hand des Diplom-Designers Martin Markwort aus Braunschweig.

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Leichte Sprache
news-9951 Wed, 29 Apr 2015 09:46:00 +0200 Reger Austausch in Leichte-Sprache-Workshops https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/reger-austau/ Auch im Februar und März 2015 hat die Forschungsstelle Leichte Sprache wieder verschiedene Workshops für Übersetzerinnen und Übersetzer von Leichter Sprache angeboten. In angenehmer Atmosphäre bearbeiteten wir verschiedene Aspekte des Themas und wurden von unseren engagierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern mit positiven Rückmeldungen belohnt. Nach unseren Einsteiger-Workshops im vergangenen Jahr richteten wir in unseren diesjährigen Hildesheimer Workshops im März das Augenmerk auf die Vertiefung verschiedener Themen. So befassten wir uns im Workshop „Status der Regelwerke - Praxis trifft Wissenschaft“ mit den bisherigen Leichte-Sprache-Regeln aus übersetzungs- und sprachwissenschaftlicher Perspektive und übten gemeinsam beispielsweise den Umgang mit verschiedenen Satzgefügen, dem Genitiv oder Personalpronomina in Leichter Sprache. Im Workshop „Bildlichkeit“ widmeten wir uns neben der verständnisstützenden Visualisierung von schwierigen Inhalten in Leichte-Sprache-Texten mit Hilfe von Graphiken, Fotos, Piktogrammen, etc. auch dem Thema Metaphern in Leichter Sprache. Im Workshop „Software für Leichte-Sprache-ÜbersetzerInnen“ übten wir im Computerpool der Uni Hildesheim, wie man Software zur Überprüfung von Textverständlichkeit einsetzt.
Darüber hinaus stellten wir abermals erfreut fest, dass unsere Workshops auch immer ein willkommener Anlass für Austausch und Diskussionen sind, was auch die Arbeit der Forschungsstelle sehr bereichert. Auf diese Weise erfahren wir von verschiedenen Projekten der Workshop-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer. So werden unsere Workshops zur Plattform für Vernetzung und Zusammenarbeit. An dieser Stelle möchten wir uns bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern noch einmal ganz herzlich für ihre vielfältigen Beiträge und Anregungen bedanken!

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Leichte Sprache
news-9457 Wed, 21 Jan 2015 19:46:00 +0100 Workshops Leichte Sprache – Noch freie Plätze https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/workshops-le/ Wer Interesse hat, sich im Bereich Leichte Sprache weiterzubilden, bekommt hierfür im kommenden Februar und März in Hildesheim die Gelegenheit! Egal ob Sie sich zunächst über die Grundlagen Leichter Sprache informieren möchten, Ihr Basiswissen vertiefen wollen, oder schon als Übersetzer oder Übersetzerin tätig sind: Die Forschungsstelle Leichte Sprache bietet verschiedene Workshops an, die Sie je nach Kenntnisstand oder Interesse frei auswählen und kombinieren können. Aufgrund der positiven Resonanz zu den vergangenen Workshops wurden weitere Veranstaltungen konzipiert, die sich mit verschiedenen Facetten des Themas Leichte Sprache befassen. Beginnend mit dem Workshop Leichte Sprache kennen lernen über Status der Regelwerke - Praxis trifft Wissenschaft I+II bis hin zu den Workshops Bildlichkeit und Software für Leichte-Sprache-ÜbersetzerInnen nehmen wir unter anderem die Regeln Leichter Sprache in den Blick, behandeln den Umgang mit verschiedenen Zeitformen und Textsorten oder stellen Hilfsmittel für das Übersetzen vor. Darüber hinaus bieten die Workshops stets eine Plattform für Diskussionen und Erfahrungsaustausch mit anderen Interessierten auf dem Gebiet und die Bearbeitung Ihrer individuellen Fragen zum Thema Leichte Sprache.

Weitere Informationen zu unseren Workshops finden Sie hier.

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Leichte Sprache
news-9456 Wed, 21 Jan 2015 19:33:00 +0100 Neuerscheinung: Regelbuch Leichte Sprache von Prof. Dr. Christiane Maaß https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/neuerscheinu-2/ Gerade ist „Leichte Sprache. Das Regelbuch“ von Prof. Dr. Christiane Maaß erschienen. Dieses soll einen Beitrag dazu leisten, dass durch einen hohen professionellen Standard von Leichte-Sprache-Übersetzungen ein barrierefreier Informationszugang gewährleistet wird. Die Forschungsstelle Leichte Sprache hat sich in den vergangenen 2 Jahren intensiv mit bestehenden Handreichungen und Regeln zur Leichten Sprache auseinandergesetzt. Das neue Regelbuch, das Professorin Dr. Christiane Maaß, Leiterin der Forschungsstelle, nun publiziert hat, stellt die Früchte dieser Arbeit an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis vor. Maaß beleuchtet detailliert die bestehenden Regeln aus sprach- und übersetzungswissenschaftlicher Perspektive, präzisiert die bisherigen Empfehlungen, erweitert sie und formuliert neue. Wer selbst Texte in Leichter Sprache produzieren möchte, hat mit „Leichte Sprache. Das Regelbuch“ erstmals ein aus wissenschaftlicher Expertise gewonnenes Hilfsmittel an der Hand.

Hier kann das Regelbuch bestellt werden. Es bildet den ersten Band in der Reihe „Barrierefreie Kommunikation“ im Lit-Verlag, die von der Forschungsstelle Leichte Sprache herausgegeben wird.

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Leichte Sprache
news-9305 Mon, 22 Dec 2014 16:37:00 +0100 LEICHT NEU - Weihnachtsausgabe des Newsletters der Forschungsstelle Leichte Sprache https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/leicht-neu-1/ Die Forschungsstelle Leichte Sprache wünscht Ihnen fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Wir bedanken uns für Ihr Interesse und verabschieden uns in die besinnliche Zeit der Lieder und Geschichten. Auch wir möchten Sie mit dieser Weihnachtsausgabe unseres Newsletters beschenken und senden Ihnen ein Märchen in Leichter Sprache. Die Idee hierfür stammt von Sylvia Beckers, die dazu an der Uni Hildesheim eine Masterarbeit verfasst hat.

Und hier unser Weihnachtsgeschenk an Sie: Rotkäppchen in Leichter Sprache.

Mit besten Grüßen

 

Ihre Forschungsstelle Leichte Sprache

Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation

Universität Hildesheim

 

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Leichte Sprache
news-9306 Mon, 22 Dec 2014 16:30:00 +0100 Einfach märchenhaft: „Die Sterntaler“ in Leichter Sprache https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/einfach-maerc/ In ihrer Masterarbeit widmet sich Sylvia Beckers der Übersetzung von Märchen in Leichte Sprache. Damit möchte sie der Nachfrage nach einem barrierefreien Zugang zu Kulturgütern entgegenkommen. Behörden sind bereits gesetzlich verpflichtet, Informationen in Leichter Sprache zugänglich zu machen. Leider ist der Gebrauch Leichter Sprache bislang fast ausschließlich auf die Informationsvermittlung beschränkt. Doch erschweren Leseschwierigkeiten auch in anderen Lebensbereichen die Teilhabe. So gehören Märchen für die meisten Menschen wie selbstverständlich zum Alltag – nicht so für Hörgeschädigte.

Um auch ihnen – und anderen Menschen mit Leseschwierigkeiten – den Zugang zu ermöglichen, hat die Studentin Sylvia Beckers in ihrer Masterarbeit im Hildesheimer Studiengang Medientext und Medienübersetzung „Die Sterntaler“ in Leichte Sprache übertragen. Um zu einem möglichst gut lesbaren Text zu kommen, greift sie auf Worthäufigkeitslisten zurück. Zudem setzt sie gezielt Illustrationen ein, die die Worte veranschaulichend begleiten. Hörgeschädigte Schüler haben das Ergebnis anschließend gelesen und konnten das Märchen verstehen.

Märchen in der Originalfassung zu lesen fällt Hörgeschädigten nämlich enorm schwer, denn die Schriftsprache baut auf der Lautsprache auf. Daher ist die Lesekompetenz bei Hörgeschädigten häufig weniger ausgeprägt als bei Hörenden. Für das Lesen von Märchen in der Originalfassung reicht sie dann nicht aus.

Auch kommen Hörgeschädigte im Kindesalter nicht unbedingt mit Märchen in Berührung. Die meisten hörgeschädigten Kinder haben hörende Eltern und die Gebärdensprachkenntnisse sind auf beiden Seiten zunächst oft sehr gering. Komplexe Inhalte wie Märchen können so weder erzählt noch verstanden werden.

Märchenhaft klingen „Die Sterntaler“ in Leichter Sprache übrigens immer noch, wie Sie hier nachlesen können.

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Leichte Sprache
news-9310 Mon, 22 Dec 2014 16:28:00 +0100 Rotkäppchen in Leichter Sprache https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/rotkaeppchen/ Dieses Märchen wurde eigens für den Weihnachtsnewsletter von der Forschungsstelle Leichte Sprache der Uni Hildesheim übersetzt. Ein Märchen ist eine sehr alte Geschichte.

Dieses Märchen heißt: Rot·käppchen.

Das Märchen geht so:

 

Rot·käppchen ist ein Mädchen.

Rot·käppchen hat immer ein rotes Käppchen auf.

Ein Käppchen ist eine kleine Mütze.

 

Rot·käppchen hat eine Oma.

Die Oma von Rot∙käppchen wohnt mitten im Wald.

Jetzt ist die Oma von Rot·käppchen krank.

Rot·käppchen soll der Oma Essen bringen.

Die Mutter von Rot·käppchen sagt:

„Im Wald ist es gefährlich.

Bleibe also auf dem Weg.“

 

Rot·käppchen geht los.

Im Wald trifft Rot·käppchen den Wolf.

Der Wolf ist ein böses Tier.

Und der Wolf ist sehr hungrig.

Der Wolf fragt Rot·käppchen:

„Wohin gehst du?“

Rot·käppchen sagt:

„Ich gehe zu meiner Oma.

Die Oma ist krank.

Ich bringe der Oma Essen.“

 

Der Wolf denkt:

„Ich fresse die Oma.

Und ich fresse Rot·käppchen.“

Der Wolf sagt:

„Bringe der Oma Blumen mit.

Hier auf der Wiese im Wald gibt es Blumen.“

Rot·käppchen geht vom Weg ab.

Und Rot·käppchen geht auf die Wiese zu den Blumen.

 

Jetzt läuft der Wolf zur Oma.

Der Wolf klopft an die Tür.

Die Oma denkt:

„Das ist mein Rot·käppchen.“

Die Oma ruft:

„Komm herein.“

Der Wolf geht in das Haus.

Dort liegt die kranke Oma im Bett.

Die Oma hat eine Mütze auf.

 

Der Wolf frisst die Oma.

Dann setzt der Wolf die Mütze von der Oma auf.

Und legt sich ins Bett.

 

Jetzt kommt Rot·käppchen.

Die Tür vom Haus ist offen.

Rot∙käppchen hat Angst.

Rot·käppchen geht langsam ins Haus.

Rot·käppchen sieht das Bett.

Und Rot·käppchen sieht die Mütze.

Rot·käppchen denkt:

„Ist das meine Oma?

Die Oma sieht so anders aus.“

 

Rot·käppchen fragt:

„Warum hast du so große Ohren?“

Der Wolf antwortet:

„So kann ich dich besser hören.“

Rot·käppchen fragt:

„Warum hast du so große Augen?“

Der Wolf antwortet:

„So kann ich dich besser sehen.“

Rot·käppchen fragt:

„Warum hast du so einen großen Mund?“

Der Wolf antwortet:

„So kann ich dich besser fressen.“

Und der Wolf frisst Rot·käppchen.

 

Zum Glück kommt ein Jäger am Haus vorbei.

Der Jäger sieht den Wolf.

Der Jäger tötet den Wolf.

Und  schneidet den Bauch vom Wolf auf.

Rot·käppchen und die Oma kommen aus dem Bauch heraus.

Es geht beiden gut.

Alle leben noch viele Jahre.

 

Das war das Märchen von Rot·käppchen.

 

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Leichte Sprache
news-9223 Mon, 01 Dec 2014 10:33:00 +0100 LEICHT NEU - Newsletter der Forschungsstelle Leichte Sprache https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/leicht-neu-2/ Lassen sich Fachtexte in Leichte Sprache übersetzen? Warum sind manche Texte überhaupt so schwer? Und was sind eigentlich die Regeln der Leichten Sprache? Antworten auf diese und weitere Fragen finden Sie regelmäßig im Newsletter zum Thema Leichte Sprache der Universität Hildesheim. „Kann man das nicht einfacher sagen?!“, das hat sicher jeder schon einmal gedacht, der einen Rentenbescheid, ein Schreiben vom BAföG-Amt oder einen Gesetzestext vor sich hatte. Doch was sich für geübte Leserinnen und Leser schon als lästig bis problematisch darstellt, hindert ganze Bevölkerungsgruppen regelrecht an der gesellschaftlichen Teilhabe, am selbstbestimmten Leben oder sogar an der Inanspruchnahme ihrer Rechte. Betroffen sind beispielsweise Menschen mit Lernschwierigkeiten oder Demenz, Aphasiker, Gehörlose oder funktionale Analphabeten, die einer Studie zufolge in Deutschland mit ca. 7,5 Mio. Betroffenen zu Buche schlagen.
Die Stimmen, die für eine Absenkung sprachlicher Barrieren plädieren, werden nicht zuletzt seit Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention im Jahr 2008 immer lauter. Ein wichtiges Instrument zur Schaffung verständlicher Texte ist die Leichte Sprache, die derzeit in den Bemühungen um Inklusion und Barrierefreiheit deutschlandweit an Bedeutung gewinnt.

Die Forschungsstelle Leichte Sprache der Universität Hildesheim beschäftigt sich intensiv mit barrierefreier Kommunikation innerhalb und außerhalb des Internets. Ihre Aufgabe besteht darin, die Varietät Leichte Sprache weiter zu normieren, über verschiedene Projekte ihre Einsatzmöglichkeiten auszudehnen und sowohl in der universitären Lehre als auch in Workshops für Externe das gesammelte Know-how weiterzugeben.

In unserem Newsletter informieren wir Sie ab jetzt regelmäßig über die aktuellen Entwicklungen der Forschungsstelle, Veranstaltungen, Workshops und Veröffentlichungen zum Thema Leichte Sprache und wünschen Ihnen viel Freude damit.

Mit besten Grüßen
Ihre Forschungsstelle Leichte Sprache

Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation
Universität Hildesheim

Kontakt: leichte.sprache(at)uni-hildesheim.de

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Leichte Sprache
news-9222 Mon, 01 Dec 2014 10:31:00 +0100 Leichte Sprache leicht gemacht: Neue Workshops an der Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/leichte-spra-10/ Leichte Sprache ermöglicht Menschen mit Sinnesbehinderungen oder wenig Leseerfahrung einen leichteren Zugang zu Informationen. Dazu müssen schwierige Texte verständlich aufbereitet werden. Die Forschungsstelle Leichte Sprache der Universität Hildesheim vermittelt dieses Wissen in verschiedenen Workshops. Vom 3. bis 5.Oktober 2014 bot die Forschungsstelle Leichte Sprache der Universität Hildesheim ihren zweiten zertifizieren Workshop zum Thema Leichte Sprache an. Im Hotel Bürgermeisterkapelle in Hildesheim stellte Frau Maaß z.B. deren Ursprung, Adressaten und die verwendeten Regeln vor.

Aufgrund der positiven Resonanz bietet die Forschungsstelle erneut einen Workshop an, zu dem bereits eine Vielzahl von Anmeldungen verbucht werden konnte. Es sind noch Plätze frei. Weitere Informationen finden Sie hier.

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Leichte Sprache
news-9220 Mon, 01 Dec 2014 10:30:00 +0100 Forschungsstelle Leichte Sprache zu Gast in Berlin https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/forschungsst-2/ Am 08. Oktober 2014 lud das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) zur Veranstaltung „MACHT POLITIK SPRACHE...verständlich?“ nach Berlin ein. Prof. Dr. Christiane Maaß, Leiterin der Forschungsstelle Leichte Sprache, berichtete in einem Kurzvortrag, wie Sprache in Gesetzen und Amtsschreiben verständlich gemacht werden kann. Anschließend nahm sie mit anderen Expertinnen an einer Podiumsdiskussion teil. Bei der Veranstaltung des BMJV im vergangenen Oktober waren neben Prof. Dr. Maaß auch andere Expertinnen geladen, die sich mit der Problematik unverständlicher Amts- und Rechtstexte auseinandersetzen. So befasst sich Sandra Grohmann, Richterin am Kammergericht Berlin, mit der Frage, ob wir Dolmetscher für Amts- und Gerichtsdeutsch benötigen. Stephanie Thieme, Leiterin des Redaktionsstabs Rechtssprache beim BMJV, berichtete darüber, wie sich Gesetze verständlicher ausdrücken lassen.

Die Veranstaltung fand im Rahmen der Initiative Deutsch 3.0 statt, eines Projekts des Goethe-Instituts in Zusammenarbeit mit dem Duden-Verlag und weiteren Partnern. Weiterführende Informationen finden Sie auf den Webseiten des BMJV sowie des Goethe-Instituts.

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Leichte Sprache
news-9218 Mon, 01 Dec 2014 10:28:00 +0100 Barrierefreie Rechtstexte – Leichte Sprache ein Fall für die Behörden https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/news/artikel/artikel/barrierefrei-3/ Die Forschungsstelle Leichte Sprache befasst sich unter anderem damit, wie Menschen mit Leseschwierigkeiten der Zugang zu behördlichen Schreiben oder Gesetzestexten erleichtert werden kann. Dies schilderte auch Prof. Dr. Christiane Maaß, Leiterin der Forschungsstelle, in ihrem Kurzvortrag bei der Veranstaltung „MACHT POLITIK SPRACHE ... verständlich?“ im Oktober in Berlin. „Leichte Sprache entfaltet in ihrer Geradlinigkeit manchmal eine ganze eigene Poesie und Eindringlichkeit, weil sie das Wesentliche so schön auf den Punkt bringt.“ – Christiane Maaß.
Im Rahmen einer Diskussion im Bundesministerium für Justiz und für Verbraucherschutz forderte die Professorin Christiane Maaß, dass die Sprache der Justiz auch für Nicht-Fachleute verständlich gemacht werden sollte. Wie leicht solche Texte missverstanden werden können und welche weitreichenden Folgen dies nach sich zieht, zeigt Maaß am Beispiel eines ausgewählten Formulars des niedersächsischen Justizministeriums „Anregung zur Einrichtung einer Betreuung“. Formulierungen  wie „Entscheidung über die Unterbringung“ sind nicht für jeden nachvollziehbar. Durch Ankreuzen dieses Falles überträgt eine Person weitgehende Entscheidungsgewalt auf eine andere Person. Im Falle einer Demenz oder eines Unfalles entscheidet diese Person dann über die mögliche Einweisung in eine geschlossene Einrichtung.

Leichte Sprache hilft hier Missverständnisse zu vermeiden indem sie Sachverhalte konkret benennt und  damit leichter nachvollziehbar macht.
So erklärt das Formular in Leichter Sprache: „Der Betroffene braucht eine geschlossene Unterbringung. Zum Beispiel in einem Kranken∙haus. Bei einer geschlossenen Unterbringung muss der Betroffene im Kranken∙haus bleiben. Der Betroffene kann nicht weg.“

Derartige Übersetzungen zu erstellen lernen auch die Studierenden des Masterstudienganges „Medientext und Medienübersetzen“ an der Universität Hildesheim im Schwerpunkt  „Barrierefreie Kommunikation“. In Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Justizministerium und dem Amtsgericht Hildesheim wurden Informationsbroschüren zu Erbrecht und Vorsorgevollmacht in Leichte Sprache übersetzt und entsprechende Formulare mit Erläuterungen in Leichte Sprache versehen. Denn wer diese nicht versteht, fühlt sich oftmals ausgeschlossen und kann nicht selbständig handeln. Mit einer niedersachsenweiten Verbreitung dieser Broschüren wird somit ein vereinfachter Zugang zu Themen der Justiz gewährleistet, der für viele Menschen unumgänglich ist.

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