CLALS 2025 Conferência Latino-Americana de Linguagem Simples: Erste Konferenz zu Leichter Sprache in Lateinamerika
Montag, 22. Dezember 2025 - 14:22 UhrCLALS 2025 in Rio: Erste lateinamerikanische Konferenz mit Fokus auf Leichte Sprache - ein neuer Impuls für kognitive Barrierefreiheit.
Die erste CLALS-Konferenz (Conferência Latino-Americana de Linguagem Simples) fand am 29. und 30. Oktober 2025 im Centre Rio de Janeiro statt und versammelte rund 500 Teilnehmende aus Lateinamerika, Europa und Australien. Bislang stand in Lateinamerika vor allem die Einfache Sprache (Plain Language) im Fokus. Diese Tagung zeigt eine neue Fokussierung auf: der Leichten Sprache eine sichtbare Plattform zu geben. Das Programm vereinte wissenschaftliche Fachvorträge mit Berichten aus der Praxis und programmatischen Entwürfen aus verschiedenen lateinamerikanischen Ländern und Regionen.
Das Fachprogramm umfasste neun thematisch fokussierte Panels, Debatten und Workshops zu Linguistik, partizipativer Validierung, visuellem Design, KI-Anwendungen sowie rechtlichen und bildungspolitischen Rahmenbedingungen. Panel 1 adressierte linguistische Grundlagen sowie Theorie- und Entwicklungslinien von Leichter Sprache. Panel 2 und nachfolgende interaktive Formate gaben praktischen Projekten Raum: partizipative Validierung, Qualifizierung von Prüfgruppen, Gestaltung und Layout, audiovisuelle Übersetzung in mehrsprachigen Kontexten, Beispiele guter Praxis und die entsprechenden politischen Rahmensetzungen in verschiedenen Ländern Lateinamerikas.
Für die Forschung zu Leichter Sprache war insbesondere Panel 4 zur Verbindung von Künstlicher Intelligenz, digitaler Barrierefreiheit und (teil-)automatisierten Verfahren der Textvereinfachung von Bedeutung. Panel 6 fokussierte rechtliche und politikbezogene Fragen von Barrierefreiheit und zeigte, wie Leichte Sprache und verwandte Formate in Gesetzgebung und verwaltungsbezogene Kommunikation in Lateinamerika aktuell integriert werden. Die Beiträge zeigten auf, wie sich der lateinamerikanische Diskurs um die Leichte Sprache in die internationale Forschung und Praxis der Leichten Sprache einfügt. Dabei wurde Leichte Sprache zwar in den Kontext von Kommunikationsbehinderung gestellt. Andere Anwendungsformen betrafen aber auch den Einsatz von Leichter Sprache in mehrsprachigen Kontexten, beispielsweise mit indigenen Sprachen.
Die Direktorin der Forschungsstelle Leichte Sprache, Prof. Dr. Chris Maaß, war geladener Gast der Tagung. Sie trug einen Plenarvortrag sowie einen Vortrag im KI-Panel bei. Darüber hinaus bestritt sie ein Debate Panel zusammen mit Ulla Bohmann (Schweden) und Cathy Basterfield (Australien). Ebenso als Plenarredner geladen war der Geschäftsführer der Forschungsstelle, Dr. Sergio Hernández Garrido, der an der Forschungsstelle angesiedelte Projekte zu KI und Leichter Sprache vorstellte.
Die Konferenz schloss mit der konstitutiven Sitzung der “Red Latinoamericana de Lectura Fácil” und der Verabschiedung einer Deklaration, die zentrale Anliegen zur Stärkung kognitiver Barrierefreiheit in Lateinamerika bündelt. Damit markiert CELLAS 2025 einen wichtigen Referenzpunkt für die institutionelle Verankerung von Leichter Sprache in der Region und für die zukünftige transnationale Vernetzung.