Übersetzen als Überwindung von Kommunikationsbarrieren: Ein wissenschaftlicher Beitrag von Silvia Hansen-Schirra und Christiane Maaß

Mittwoch, 16. Oktober 2019 um 15:23 Uhr

Die Professorinnen Silvia Hansen-Schirra (Mainz/Germersheim) und Christiane Maaß (Hildesheim) haben jüngst einen programmatischen Aufsatz veröffentlicht, in dem sie die Übersetzungswissenschaft als Fach in ein neues Licht setzen.

Traditionell gilt die interlinguale, intrasemiotische Übersetzung als Standard. Sie stand bisher in der Erforschung der Translation im Vordergrund und auch der Markt wird durch diese Brille wahrgenommen. Allerdings sehen wir uns hier einschneidenden Veränderungen gegenüber: Die Übersetzungswissenschaft interessiert sich für Phänomene wie die Audiodeskription, bei der die Bildsprache des Films in Worte gefasst und folglich nicht zwischen verschiedenen Sprachen, sondern unterschiedlichen Arten von Ausdrucksmöglichkeiten übersetzt wird. Auch die Übersetzung in Leichte Sprache, die dem Bereich der Barrierefreien Kommunikation zuzurechnen ist, ist inzwischen zum Forschungsgegenstand geworden. Diese Formen und weitere mehr haben inzwischen auch einen Markt ausgeprägt, auf dem ÜbersetzerInnen tätig sind. Die Autorinnen schlagen deshalb vor, Übersetzen nicht mehr im engeren Sinne als Transfer von Inhalten von einer Sprache in eine andere, sondern in einem weiteren Sinne als Überwindung von Kommunikationsbarrieren zu verstehen. Damit werden alle aktuell am Markt praktizierten, aber auch in der Forschung thematisierten Formen der Übersetzung abgebildet. Der Aufsatz enthält eine Darstellung dieses neuen Ansatzes, in dem auch die Leichte-Sprache-Übersetzung als Teil der Übersetzung und als Gegenstand der Übersetzungswissenschaft gefasst wird.

Sie können ihn hier im Volltext nachlesen.