Neue Publikation zur Leichten Sprache in der medizinischen Kommunikation

Dienstag, 11. April 2017 um 11:00 Uhr

Eine angemessene und transparente Kommunikation zwischen Patient und Arzt ist die Voraussetzung für selbstbestimmte, informierte Entscheidungen in Bezug auf die eigene Gesundheit. Dennoch ist sie längst nicht selbstverständlich. In ihrer neuen Publikation „Leichte Sprache: Verständlichkeit ermöglicht Gesundheitskompetenz“ geben Prof. Dr. Christiane Maaß und Isabel Rink einen Einblick in die Potentiale von Leichter Sprache in der Patientenkommunikation.

Viele Schwierigkeiten beim Gespräch mit dem Arzt sind oft darin begründet, dass es sich um eine Form der Experten-Laien-Kommunikation handelt. Patienten sind in der Regel Laien, die über weniger Fachwissen verfügen als das medizinische Personal, deren Kommunikationsroutine hingegen von Fachvokabular geprägt ist. In der Kommunikationssituation zwischen Patient und Arzt kann es leicht zu Verständnisproblemen kommen. Wenn es jedoch um die eigene Gesundheit und eventuelle Behandlungsrisiken geht, können Missverständnisse fatal sein und schränken ein selbstbestimmtes Handeln in diesem sensiblen Bereich ein. Um Entscheidungen über eine medizinische Behandlung treffen zu können, muss der Patient alle nötigen Informationen bekommen und verstanden haben.

Christiane Maaß und Isabel Rink zeigen in ihrem neuen Aufsatz die Möglichkeiten der Leichte Sprache auf, Patienten mit Leseeinschränkungen ein angemessenes Informationsangebot zur Verfügung zu stellen. Mit Hilfe von Informationsbroschüren in Leichter Sprache ließen sich etwa bereits vor dem Beratungstermin beim Arzt eigenständig Informationen über Krankheit, Behandlungsmethoden und Risiken einholen. Auch mit den relevanten Fachbegriffen könnten sich Betroffene im Vorfeld vertraut machen. Im persönlichen Gespräch werden diese dann möglicherweise schneller erkannt und auch besser verstanden.

Eine andere vorgeschlagene Strategie der Sprachwissenschaftlerinnen ist ein Kartensystem mit Textbausteinen in Leichter Sprache, welches auch in der mündlichen Kommunikation zwischen Arzt und Patient eingesetzt werden kann.

Zur vollständigen Publikation geht es hier.


Prof. Dr. Christiane Maaß und Isabel Rink.