Inklusionssensible Verwaltung – die FLS zu Gast bei der Stadt Hildesheim

Donnerstag, 12. Juli 2018 um 18:00 Uhr

Am 2. Mai 2018 war die Forschungsstelle Leichte Sprache zu Gast bei der Stadt Hildesheim, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hildesheimer Stadtverwaltung über die Möglichkeiten Leichter Sprache im Verwaltungskontext zu informieren.

Die Stadt Hildesheim hat es sich zum Ziel gemacht, Inklusion als einen Leitgedanken in der gesamten Verwaltung zu etablieren und bestehende Barrieren für alle Bürgerinnen und Bürger abzubauen. Dafür hat die Stabsstelle Demografie und Inklusion ein Projekt auf den Weg gebracht, welches einen nachhaltigen Inklusionsprozess auslösen soll. Neben Aspekten wie baulichen und infrastrukturellen Barrieren stehen auch die Barrieren der Verwaltungssprache im Fokus.

Mit einleitenden Worten des Oberbürgermeisters Dr. Ingo Meyer fand Anfang Mai in feierlicher Atmosphäre im Ratssaal des historischen Rathauses die offizielle Auftaktveranstaltung des Projekts „Inklusionssensible Verwaltung – Eine Verwaltung für Alle“ statt. Der Teilnehmerkreis bestand überwiegend aus Verwaltungsmitarbeiterinnen und -mitarbeitern, die sich im Rahmen der Veranstaltung sowohl dem Projekt als auch den Themen Inklusion und Barrierefreiheit im Allgemeinen annähern konnten. Das Programm der Veranstaltung war vielfältig. Im Zentrum standen einschlägige Fachvorträge. Der Referent für Inklusion von Menschen mit Behinderungen des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Frank Straßburger, präsentierte in seinem Vortrag den aktuellen Landesaktionsplan für Inklusion mit seinen zwölf Handlungsfeldern und über 200 Maßnahmen. Auch die Leiterin der Forschungsstelle Leichte Sprache, Prof. Dr. Christiane Maaß, war unter den Referierenden. In ihrem Vortrag verdeutlichte sie die zahlreichen Tücken der Verwaltungssprache, die – nicht nur für Menschen mit Behinderung – regelmäßig zur unüberwindbaren Hürde wird und damit die Teilhabe am Leben in und mit der Kommune  deutlich erschwert. Gerade für kommunale Stellen, die dem Bürger in Bezug auf die örtlichen Alltagsangelegenheiten am nächsten stehen und ständig mit diesem kommunizieren, steckt ein kaum zu überschätzendes Potenzial in der Leichten Sprache als Instrument der barrierefreien Kommunikation.

Neben den Fachvorträgen informierten auch Vertreterinnen und Vertreter der lokalen Behindertenverbände aus der Praxis an Infotischen über die unterschiedlichen Barrieren im Alltag vieler Menschen, darunter der Gehörlosenverband Niedersachen e.V., der Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen e.V., die Diakonie Himmelsthür und auch die Forschungsstelle Leichte Sprache. Als Partner auf kommunaler Ebene war die Fachstelle Inklusion des Landkreis Hildesheims anwesend und stellte die Anfang des Jahres fertiggestellten Handlungsempfehlungen des „Bündnis für Inklusion“ vor. Als besonderes Highlight konnten die Teilnehmenden einen Alterssimulationsanzug ausprobieren und hautnah erfahren, welche Ausmaße Mobilitätseinschränkungen im Alter haben können.

Die Veranstaltung war ein gelungener Auftakt eines vielversprechenden Projekts. Sie hat gezeigt, wie groß, vielschichtig und dringend der Handlungsbedarf ist und gleichzeitig viele Impulse für Lösungsansätze geliefert. Wir freuen uns auf die weitere Kooperation mit der Stadt Hildesheim und wünschen dem Projekt viel Erfolg!

Hier geht’s zum Pressebericht der Stadt Hildesheim.


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