#LSBarrfrei: Kommunikative Barrierefreiheit im Studium
Das Projekt ist Teil des Projektschwerpunkts Barrierefreie Hochschule der Forschungsstelle Leichte Sprache. Hier geht es zur Übersichtsseite: Universität Hildesheim | Fachbereich 3: Sprach- und Informationswissenschaften | Institut für Übersetzungswissenschaft & Fachkommunikation | Projektschwerpunkt Barrierefreie Hochschule
Hintergrund und Relevanz
Kommunikative Barrierefreiheit gewinnt angesichts aktueller gesellschaftlicher und rechtlicher Entwicklungen an Bedeutung und wird durch den European Accessibility Act künftig weiter gestärkt. Hochschulen stellen jedoch mit Blick auf bauliche Gegebenheiten und vor allem bezüglich der Kommunikation nach wie vor Barrieren für Studierende mit unterschiedlichen Behinderungen dar.
Zielsetzung des Projekts
Das Projekt „Kommunikative Barrierefreiheit im Studium“ zielt darauf ab, den Zugang zu universitären Studieninhalten sprachlich, medial und konzeptionell barrierearm zu gestalten. Exemplarisch werden im Modul „Leichte Sprache“ des Masterstudiengangs Barrierefreie Kommunikation innovative Lösungen erarbeitet, die für eine diverse Studierendenschaft nutzbar sind. Diese Lösungen sollen im Unterricht direkt einsetzbar sein. Sie sollen darüber hinaus als Blaupause für weitere Materialien dienen.
Umsetzung und Maßnahmen
Im Projekt werden Lehrmaterialien für das Modul „Leichte Sprache“ gezielt so überarbeitet, dass sie inklusiv für taube, hör- und sehbeeinträchtigte sowie chronisch erkrankte Studierende gestaltet werden. Zu den Maßnahmen zählen:
- Anpassung und Optimierung von PowerPoint-Präsentationen
- Entwicklung barrierefreier Advanced Organizer
- Erstellung und Evaluation von Mustermaterialien in unterschiedlichen Formaten (Untertitel, Audiodeskriptionen, Voiceover)
- Bereitstellung von Prüftexten und Leitfäden als Open Educational Resources
Online-Tagung
Am 18. Juni 2021 veranstaltete die Forschungsstelle Leichte Sprache (Uni Hildesheim) eine Online-Tagung zu kommunikativer Barrierefreiheit im Studium. Zunächst sprachen verschiedene Expert(inn)en zum Thema Kommunikationsbarrieren im Studium. Es folgte eine Podiumsdiskussion, u.a. unter Beteiligung des Bundesbehindertenbeauftragten Jürgen Dusel und Vertretern des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur. Im Anschluss ging es um die konkreten Handlungsfelder "Studieren mit Sehbehinderung" und "Studieren mit Hörbehinderung". Dabei stellten die Projektmitarbeitenden Materialien aus dem Projekt "Kommunikative Barrierefreiheit im Studium" vor. Abschließend war das Publikum zum Austausch eingeladen.
Leitfaden und Transfer
Auf Basis der Projektergebnisse wurde ein ausführlicher Leitfaden entwickelt, der als Orientierung zur barrierefreien Gestaltung von Hochschullehre dient und sowohl in digitaler als auch gedruckter Form vorliegt. Ziel ist es, Lehrende und Institutionen bei der barrierearmen Umsetzung von Studieninhalten zu unterstützen.
Sie finden den Leitfaden in elektronischer Form hier: Barrierefreie Hochschullehre – Ein Leitfaden für die Online-Lehre
Projektteam und Förderung
Das Projekt wurde unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. habil. Christiane Maaß und Dr. Isabel Rink durchgeführt. Aus dem Projekt finanzierte Stellenanteile hatten Sabrina Januzik und Alina Saul inne. Zum Team gehörten ebenfalls (in alphabetischer Reihenfolge): Dr. Sarah Ahrens, Dr. Sergio Hernández Garrido, Katja Fischer, Elena Husel, Lena König, Prof. Dr. Laura M. Maaß, Laura Marmit, Sandra Pilz, Anna-Lena Stein. Input erhielten wir darüber hinaus von Dr. Marc Ruhlandt und Isabel C. M. Lohrengel.
Die Finanzierung in den Jahren 2021 und 2022 erfolgte durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur im Rahmen der Ausschreibung „Innovation plus (2021-22)“, Fördernummer 112. Antragstellerinnen sind Prof. Dr. habil. Christiane Maaß und Dr. Isabel Rink. Dr. Sergio Hernández Garrido und Prof. Dr. Laura Marie Maaß waren an der Antragstellung beteiligt.
Deliverables und Weiterführung des Themas
Nach 2 Jahren der intensiven Zusammenarbeit, des Austauschs mit Expert(inn)en und der ständigen Weiterentwicklung ist das Projekt nun abgeschlossen. Hier stellen wir Ihnen die Projektergebnisse vor und bedanken uns herzlich bei allen Beteiligten für die konstruktive Zusammenarbeit! Am Beispiel des Moduls 2 im Master Barrierefreie Kommunikation wollten wir exemplarisch aufzeigen, wie Hochschullehre barrierefrei, d.h. zugänglich, gestaltet werden kann.
Entstanden sind Mustermaterialien entlang des Moduls 2 Leichte Sprache, die in verschiedenen Formaten vorgehalten werden. So können Studierende individuell das Format wählen, das den eigenen Bedarfen am besten entspricht, darunter:
- Deutsche Gebärdensprache und Untertitel (mp4)
- Video mit Audiospur und Untertitel (mp4)
- Powerpoint-Präsentation mit Voiceover (pptx)
- Sprechertext zum Video (word)
Das Mustermaterial wird von einem How-to "Barrierefreie Hochschullehre – Ein Leitfaden für die Online-Lehre" begleitet, das als Online-Material, barrierefreies PDF und als gedruckte Broschüre vorliegt. Sämtliche Materialien sind auch auf dem OER-Portal (Open Educational Resources) hinterlegt. Das Portal stellt kostenlos und frei verfügbar Bildungsmaterialien für die Hochschullehre zur Verfügung, in unterschiedlichster medialer Art.
Sie können den Leitfaden so zitieren:
- Maaß, Christiane Maaß/Rink, Isabel/Ahrens, Sarah/Fischer, Katja/Husel, Elena/Januzik, Sabrina/König, Lena/Maaß, Laura Marie/Marmit, Laura/Pilz, Sandra/Saul, Alina/Stein, Anna-Lena (2022): Barrierefreie Hochschullehre. Ein Leitfaden für die Online-Lehre. Hildesheim: Forschungsstelle Leichte Sprache.
Die Projektergebnisse stehen der Öffentlichkeit als Open Educational Resources zur Verfügung. So wird auch eine nachhaltige Nutzung und Weiterentwicklung der Materialien ermöglicht. Die Projektergebnisse werden im Projekt NESIS – Netzwerk- und Servicestelle Inklusiv Studieren in Niedersachsen weiterentwickelt. Hier geht es zu diesem Projekt.
Forschungsstelle Leichte Sprache
Lübecker Str. 3
31141 Hildesheim
Direktorin
Prof. Dr. Christiane Maaß
Geschäftsführer
Sergio Hernández Garrido
Kontakt: