"Der Autor ist tot, der einsame und stille Leser vielleicht auch…", so beginnt das Jahrbuch der Internationalen Buchwissenschaftlichen Gesellschaft 2020 mit dem Titel "Im digitalen Jenseits der Literatur".
Lesen im digitalen Raum ist tatsächlich nicht nur super praktisch, es hat das Potential inklusiv, produktiv und partizipativ zu sein. Aber wie? Wie gestaltet man digitale Leseprozesse für verschiedene Kontexte, Gruppen und Lesestoffe sinnvoll?

Nachdem wir in den vergangenen Semestern gezwungenermaßen viele Erfahrungen mit digitalisierten Lese- und Verstehensprozessen gesammelt haben, wollen wir diese nun systematisch zusammenbinden, theoretisch erweitern und wenn möglich: neu denken. Doch wir gehen auch in die Praxis. Wir lesen selbst - sozial und social, kollektiv und kollaborativ, close, deep, speed und distance -, wir erkunden, wie die verschiedene Modi digitalen Lesens unser Textverständnis formen. Begleitend schauen wir uns Fachtexte aus der Leseforschung an und entwickeln schließlich eigene Vermittlungskonzepte für das "digitale Jenseits der Literatur".

Und was lesen wir? Den gegenwärtigsten Roman, das spannendste Sachbuch, das umstrittenste Feuilleton: Die Titel ermitteln wir zu Beginn des Semesters basisdemokratisch.