Ein Beitrag von Johanna Faber
Winterdepression
Die Bäume werden kahl. Die Tage werden düsterer und mit ihnen unsere Stimmung.
Und dann geht ein Licht auf.
Wie funktioniert Lichttherapie?
Definition
Winterblues
Symptome
Ursachen
Behandlung
Erfahrungen
Definition
Wie der Name schon sagt, ist die Winterdepression eine Art von Depression, die in den kälteren Jahreszeiten auftritt. Eine Ursache für eine Winterdepression, auch saisonal abhängige Depression (SAD) genannt, ist ein ausgeprägter Lichtmangel in Herbst und Winter. Der Mangel an Licht durch die verminderte Sonneneinstrahlung führt zu einer Störung des biologischen Tagesrhythmus.
Weitere Ursachen sind dieselben wie bei jeder depressiven Verstimmung:
- Genetische Veranlagungen
- Hormonelles Ungleichgewicht
- Stress
- Fehlende soziale Kontakte
- Medikamente
Die Winterdepression wird zu den rezidivierenden depressiven Störungen gezählt, also zu den in Abständen wiederkehrenden Krankheitsbildern. Man redet von einer Winterdepression, wenn in der kälteren Jahreszeit vermehrt und langanhaltende Gefühle von Niedergeschlagenheit, Lustlosigkeit und/oder Traurigkeit verspürt werden, die in der wärmeren Jahreszeit nicht auftreten. Diese saisonal abhängigen Depressionen sind jedoch meist weniger schwer ausgeprägt und weniger häufig als andere depressive Störungen. Etwa eine von zehn im Winter diagnostizierten Depressionen ist eine Winterdepression.
Winterblues
Der Winterblues ist zwar auch eine saisonal abhängige depressive Verstimmung, hat in der Regel jedoch eine weniger starke Wirkung auf die Betroffenen und gilt als subsyndromale SAD (s-SAD).
Symptome
Die Symptome können den Symptomen einer „regulären“ Depression ähneln, sind aber oft weniger stark ausgeprägt.
Ebenso können atypische Symptome auftreten. Während klassische depressive Verstimmungen von Appetitlosigkeit und Schlafstörungen geprägt sind, treten bei der saisonal abhängigen Depression vermehrt Heißhunger und ein übermäßiges Schlafbedürfnis auf.
extreme Erschöpftheit
Hoffnungslosigkeit
tiefe Traurigkeit
innere Leere
Antriebslosigkeit
Einsamkeit
Ursachen
Das sogenannte „Glückshormon“ Serotonin wirkt entspannend und stimmungshebend. Es wird durch Sonnenlicht gebildet, daher bedeutet eine verringerte Tageslichtzufuhr einen verringerten Serotoninwert.
Das sogenannte „Schlafhormon“ Melatonin wird durch die Abwesenheit von Tageslicht produziert. Es reguliert den Schlaf und die Hormonzyklen. Eine zu hohe Menge an Melatonin führt demnach auch tagsüber zu Erschöpfung und Antriebslosigkeit.
Durch weniger lichtempfängliche Sehzellen wird zu wenig Licht aufgenommen und es kann nicht die richtige Menge Serotonin und Melatonin produziert werden.
behandlungsmöglichkeiten
Eine bewährte Methode ist die Lichttherapie mit künstlichen Lichtquellen mit einem tagesähnlichen Lichtspektrum.
Die Anwendung erfolgt am Morgen, am besten gleich nach dem Aufstehen, da ab diesem Zeitpunkt für einen positiven Effekt die Produktion von Melatonin zurückgefahren werden sollte. Die höchste Wirksamkeit konnte mithilfe einer Lampe mit einer Stärke von 10.000 Lux erzielt werden, die für 30 Minuten mit einem Abstand von einem Meter auf die Netzhaut wirkt. (Zum Vergleich: Eine normale Zimmerhelligkeit beträgt zwischen 300 und 500 Lux.)
Bei täglichen Sitzungen dauert es nur wenige Tage, bis der positive Effekt einsetzt.
Nebenwirkungen treten selten auf, wenn, dann vor allem in Form von Kopfschmerzen oder Augenreizungen. Vorsicht ist bei Patient*innen mit Augenkrankheiten oder Hautkrankheiten geboten.
Für diese Therapie kommt kein UV-Licht zum Einsatz. Das hat den Vorteil, dass keine gesundheitlichen Risiken wie Hautkrebs entstehen, allerdings entsteht auch kein Vitamin D, da für die Synthese von Vitamin D ultraviolettes Licht (UV-A) benötigt wird.
Einem Vitamin-D-Mangel kann durch die Einnahme von Präparaten vorgebeugt werden. Die Bildung von Vitamin D erfolgt vor allem durch die UV-Strahlen im Sonnenlicht. Eine Vitamin-D-reiche Ernährung deckt den Bedarf nur zum Teil.
Johanniskraut wird zum einen gegen depressive Verstimmungen eingesetzt, da es stimmungsaufhellend wirkt. Zum anderen steigert es die Lichtempfindlichkeit, so dass das Auge mehr Licht aufnehmen kann.
Bewegung führt zu einer besseren Durchblutung, welche wiederum zu einer höheren Ausschüttung von Endorphinen führt.
Sport fördert darüber hinaus die Produktion des Neurotransmitters Dopamin im Gehirn.
Eine psychologische Therapie kann genau wie bei „klassischen“ Depressionen eine Hilfe sein.
Erfahrungen von Studierenden über den Einfluss von Depressionen auf den Alltag
„Ich schiebe Dinge vor mir her und erledige sie nicht so, wie ich sie normalerweise ausführen würde, mit weniger Motivation und Begeisterung für Dinge, die mich eigentlich interessieren.“
„Erstaunlicherweise habe ich trotzdem alle Leistungen geschafft. Liegt vielleicht daran, dass die Uni keine Anwesenheitspflicht hat und oft sehr kulant gegenüber Studis ist.“
„Mein Alltag besteht in depressiven Phasen aus dem Versuch so viel „Self-Care“ zu betreiben wie möglich und sich nicht dem Drang hinzugeben, den ganzen Tag im Bett zu liegen und nichts zu machen. Ich bin aber auch schon seit Jahren betroffen, deswegen weiß ich, wie ich damit leben kann.“
„Morgens fällt es mir schwer, aufzustehen, Aufgaben zu erledigen, etc., verfalle schnell in Grübeleien und negative Stimmung.“
„Ich habe weniger Credits gemacht.“
Hilfe
Das Studentenwerk OstNiedersachsen bietet kurzzeitige psychologische Beratung für alle Studierende der Hildesheimer Hochschulen kostenlos und ohne ärztliche Überweisung an.zur Website