Flüssig bleiben: Wie finanziert ihr euer Studium?

Stipendien, BAföG, Studienkredite: Wer studiert, muss sich zwangsläufig mit der Studienfinanzierung auseinandersetzen. Wir haben drei Personen gefragt, wie sie ihr Studium finanzieren und wo dabei die Vor- und Nachteile liegen.

Julia Marx

Julia Marx studiert Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis im zehnten Semester. Neben dem Studium Praxiserfahrung in einem Job zu sammeln, kann sie jedem nur empfehlen – auch wenn es zuweilen anstrengend sein kann, Job und Studium miteinander zu vereinen.

Nitya Julia Pages

Nitya Pages studiert PKI im Master und befindet sich derzeit im zweiten Semester. Über die Möglichkeit, sich mit dem BAföG zu finanzieren, ist sie froh, obwohl die Antragsstellung zuweilen Probleme bereitet.

Annemarie Gareis

Anna studiert im vierten Semester Kulturvermittlung und befindet sich momentan in Portugal. Für die Möglichkeit, Auslands-BAföG in Anspruch zu nehmen, ist sie sehr dankbar.

Flüssig bleiben: Wie finanziert ihr euer Studium?

JULIA MARX

finanziert sich ihr Studium selbst

Julia Marx studiert Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis im zehnten Semester. Neben dem Studium Praxiserfahrung in einem Job zu sammeln, kann sie jedem nur empfehlen – auch wenn es zuweilen anstrengend sein kann, Job und Studium miteinander zu vereinen.

Wie finanzierst du dir dein Studium?

Ich habe vor meinem Studium viele Jahre gearbeitet und lebe derzeit vor allem von Rücklagen, die ich mir währenddessen schaffen konnte. Außerdem arbeite ich in unregelmäßigen Abständen weiter in meinem alten Job als freie Grafikerin, entwerfe Logos für Start-up Unternehmen, gestalte Flyer oder Package Design. Ich führe darüber nicht Buch, aber da kommen so etwa 30 Stunden im Monat zusammen.

Wie wirkt sich der Job auf dein Studium und deine Einstellung zum Studium aus?

Der Job ist eine willkommene Abwechslung. Doof ist es natürlich, wenn alles auf einmal kommt und die Zeit nicht reicht – das kann dann manchmal ganz schön stressig werden. Aber das kommt zum Glück nicht so häufig vor.

Welche Vor- und Nachteile ergeben sich für dich dadurch, dass du nebenbei jobbst?

Ich war immer froh über die Entscheidung, den Job nicht komplett an den Nagel zu hängen, weil er mir ein zweites Standbein ermöglicht. Außerdem ist der Praxiskontakt zuweilen gut, um aus dem Elfenbeinturm Domäne mal hinaus zu kommen. Die Kuwis sind ja doch eher “vergeistigt”. Manchmal war ich traurig, wenn ich ein größeres Projekt im Job absagen musste, weil die Zeit nicht reicht. Dabei schwang dann auch die Angst mit, zu oft “Nein” zum Kunden sagen zu müssen und ihn dadurch zu verlieren. Aber ich habe mich immer fürs Studium entschieden. Und es kommen auch immer neue Kunden.

Inwiefern können dein Job und dein Studium voneinander profitieren?

Ab und zu gab es schon einige Schnittmengen. Zum Beispiel habe ich mal an einem Seminar im Roemer- und Pelizaeus-Museum teilgenommen, bei dem wir die Ausstellung ergänzen sollten. Da hatte ich einen Vorteil, weil ich es aus meinem Job gewohnt bin, visuell zu denken. Umgekehrt habe ich im Studium viel geschrieben; das half mir bei manchen Kundenaufträgen, da man es als Grafikerin immer mit Bild und Text zu tun hat. Durch das Studium habe ich eine neue Sichtweise auf Texte erhalten, die letztendlich auch den Kunden zugutekommt.

Was würdest du anderen Studierenden raten, die sich in einer ähnlichen Situation befinden?

Neben dem Studium zu jobben ist immer ein Gewinn. Manchmal träumt man zwar davon, einfach frei von allen Belastungen studieren zu können, aber die Praxiserfahrung lohnt sich. Auch, wenn es ab und zu mühsam und anstrengend sein kann, würde ich es jedem empfehlen. Vieles kann man nicht in der Uni lernen und auch in der Bewerbung kann man später durch seine Praxiserfahrung profitieren. Deshalb: Macht es, auch auf die Gefahr hin, dass ihr dadurch ein Semester länger braucht.

Ein Beitrag von Kristel Döhring

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