Ein philosophisches Projekt zum Therapie- und Meditationsboom der 68er

Den Körper erleben

Bei der Kontaktimprovisation geht es um ein spielerisches Erleben des eigenen und des anderen Körpers. Wo hört meiner auf, wo fängt deiner an?

Die Kontrolle abgeben

Auch das intuitive Spüren wird bei der Contact Improvisation spielerisch geübt. Gibt ein Partner, wie auf diesem Bild hier, den Impuls sich nach vorn zu beugen, versucht der andere sich vertrauensvoll im Fluß der Bewegung nach hinten zu  lehnen.

dem gewicht nachgeben

…bis man sich schließlich so weit zurückgelehnt hat, dass man langsam die Kontrolle über den eigenen Körper abgeben kann. Eine Grundspannung bleibt aber auch in der Rolle des Fliegenden erhalten.

in der höhe schweben

Für einen kurzen Moment nun lastet das gesamte Körpergewicht des Fliegers auf dem Körper des Tragenden… Solange, bis schließlich einer der beiden wieder den Impuls gibt, sich in eine neue Richtung zu bewegen, um einen neu entworfenen Tanz entstehen zu lassen.

Den Körper erleben

Bei der Kontaktimprovisation geht es um ein spielerisches Erleben des eigenen und des anderen Körpers. Wo hört meiner auf, wo fängt deiner an?

Die Kontrolle abgeben

Auch das intuitive Spüren wird bei der Contact Improvisation spielerisch geübt. Gibt ein Partner, wie auf diesem Bild hier, den Impuls sich nach vorn zu beugen, versucht der andere sich vertrauensvoll im Fluss der Bewegung nach hinten zu lehnen.

dem gewicht nachgeben

…bis man sich schließlich so weit zurückgelehnt hat, dass man langsam die Kontrolle über den eigenen Körper abgeben kann. Eine Grundspannung bleibt aber auch in der Rolle des Fliegenden erhalten.

in der höhe schweben

Für einen kurzen Moment nun lastet das gesamte Körpergewicht des Fliegers auf dem Körper des Tragenden. Solange, bis schließlich einer der beiden wieder den Impuls gibt, sich in eine neue Richtung zu bewegen, um einen neu entworfenen Tanz entstehen zu lassen.
Ich betrete einen lichtdurchfluteten Raum im oberen Stockwerk des Bleistiftgebäudes. Eine kleine Gruppe Studierende sitzt dort in einem Halbkreis um ein Mädchen herum, welches einen Vortrag über eine Körpertherapie aus den 68ern hält. Die Atmosphäre ist locker und leicht, jeder sitzt oder liegt bequem auf kleinen Teppichen, Kissen oder Decken. Als irgendwann das Referat und die anschließende Diskussion enden, soll das eben theoretisch Erlernte gleich in die Praxis umgesetzt werden. Jemand sorgt für Atmosphäre und fächert Räucherstäbchenduft in den Raum, entspannende Mantra-Musik wird angeschaltet, fröhlich werden Behälter mit Olivenöl verteilt. Paare finden sich und wechseln sich schließlich mit dem Ausprobieren der soeben beschriebenen Massage ab. So in der Art läuft das hier öfters. Man liest Texte v.a. über die Encounter-Traditionen, diskutiert und probiert aus, was es auszuprobieren gibt. An einer schmalen langen Tafel wurden Sachen notiert, die praktiziert werden sollen. Das Stichwort Meditation fällt sehr oft. “Wir machen auch jeden Morgen vor einer Sitzung eine kurze Meditation, was immer sehr schön ist.”, sagt eine Gruppenteilnehmerin.
In einem kurzen Gespräch mit dem Leiter der Gruppe, Rolf Elberfeld, frage ich erneut, was genau gemacht wird. “Wir sind hier so das Hippie-Projekt in diesem Sommersemester. Wir haben schon zum Soundtrack von Hair getanzt, und z.B. in kleinen Partnerübungen versucht, uns an die Frage ‘Wer bist du?’ heranzutasten, indem jeder in ein paar Minuten einem Gegenüber erzählt hat, wer er eigentlich ist. Contact Improvisation haben wir ebenfalls mal ausprobiert. Manche Übungen werden schon intensiver, aber das schweißt die Gruppe auch zusammen.” Man könnte meinen das Projekt sei eher ein Selbsterfahrungskurs, aber neben Freude am Ausprobieren ist auch das kritische Betrachten der Texte und des Therapiebooms der 68er im Allgemeinen unerlässlich.
Und, hat sich da schon etwas im Alltag verändert? “Ja, auf jeden Fall”, meint eine Teilnehmerin. “Beim Warten an der Supermarktkasse bin ich zum Beispiel schon viel entspannter als noch zu Beginn des Semesters.”