Weibliche Sexualität

Im Projektraum im Bleistiftgebäude treffe ich Anna, Judit und Ronja, drei Teilnehmerinnen des Projekts “Weibliche Sexualität”. Eine halbe Stunde lang sprechen wir über die Raumgestaltung, Arbeitsstrukturen, Formate und Inhalte. Hier gibt es lebendige Eindrücke aus dem Gespräch.

Die Gruppe hat Fragen zusammengetragen, die sie sich vor und während des Projekts gestellt hat, die aufgekommen sind, die diskutiert wurden, die vielleicht noch offen bleiben und die sie mit anderen teilen wollen.

Auseinandersetzung

Was bedeutet „weiblich“ bzw. „Frau“?

Können wir von einem einheitlichen_verbindenden Subjekt „Frauen“ sprechen?

Inwieweit bestätigen wir damit binäres Denken und wenden Ausschlussmechanismen an? Analog gefragt: Was bedeutet „männlich“?

Was ist mit dem „feministischen Erbe“ aus den 1968ern passiert?

Hatte dieses „blinde Flecken“? z.B. einen noch nicht so geschärften Blick auf Heteronormativität?

Was bedeutet weibliche Sexualität im Jahr 2018?

Inszenierung

Wie werden „Frauenbilder“ inszeniert und idealisiert?

Wie kann ein weiblich eingelesener Körper mehr sein als nur ein Objekt?

Wie können wir mit weiblich eingelesenen Körpern szenisch_performativ arbeiten ohne Klischees und Bilder der symbolischen Ebene zu reproduzieren?

Haben unsere Körper_unsere Leiber ein Gedächtnis?

Wie gehen wir mit Blicken und Erwartungen um?

Wie blicken wir und was erwarten wir?

Aufklärung

Wie kann „gelingende“ sexuelle Aufklärung geschehen?

Wie können wir Begehren artikulieren?

Was bereitet Lust?

Welche Formen von Begehren kennen wir (nicht)?

Wie können wir weiter fantasieren?

Wie gehen wir mit Scham um?

 

Diskurs

Kann es eine internationale „Frauensolidarität“ geben?

Wo verstecken sich postkoloniale Strukturen im Feminismus?

Ist Verhütung „Frauensache“ bzw. nur eine Angelegenheit für die gebärfähigen Personen?

Wann reproduzieren Fragen Machtgefälle?

Wie ist die „Rolle“ der „Frau“ im Kapitalismus?

Wie wollen wir Beziehungen leben und gestalten?

Wie gehen wir mit Diskriminierung und sexualisierter Gewalt um?

Welche Rolle spielen Pornografie und Sexarbeit im Feld der „weiblichen Sexualität“?

 

Ein Beitrag von Katharina Landwehr