Die unabhängige Initiative und Bewegung “Support Art Workers” wurde aufgrund der Covid-19 Pandemie Anfang Mai 2020 in Griechenland von einer Gruppe Kulturschaffenden in Athen ins Leben gerufen. So wie in vielen anderen Ländern ist die Zukunft von Kulturschaffenden ungewiss und die Folgen der Krise dramatisch. Da der Premierminister Griechenlands zu Beginn der Krise äußerte, dass es nicht sicher sei, ob in den kommenden Monaten kulturelle Veranstaltungen stattfinden könnten und Kulturschaffenden keinerlei Unterstützung vom Staat zugesichert wurde, begann die “Support Art Workers” Bewegung mit der Gründung einer Gruppe auf Facebook, um sich Gehör zu verschaffen. So verbreitete sie sich schnell über soziale Medien und erhielt innerhalb von drei Tagen eine Fülle an Unterstützung von Tausenden von Menschen.

Ihre Forderungen umfassen sowohl Maßnahmen, die sofort umgesetzt werden sollen, als auch solche, die Kulturschaffende in Griechenland schon seit Jahrzehnten beschäftigen: Eine gesetzliche Existenzsicherung und Anerkennung des Rechts auf Arbeit. Dies bewirkte zum ersten Mal seit Jahren eine öffentliche Debatte mit Kulturschaffenden aus vielen verschiedenen Sektoren, die sich jedoch an einer gemeinsamen Philosophie orientieren, um der Komplexität der Arbeitsverhältnisse im Kultursektor entgegen zu treten. In kürzester Zeit änderten viele Menschen ihre Profilfotos und wurden über die Initiative dazu aufgefordert, ein Foto eines Kulturraums oder einer Institution mit dem Logo der Initiative zu machen und dieses unter #supportartworkers zu veröffentlichen. Ziel war es, den reichen kulturellen Charakter der Stadt Athens und des gesamten Landes mit Theatern, Kinos, Galerien, Museen, Ateliers, Studios und jedem anderen Ort, an dem Kultur sich entfaltet, sichtbar zu machen. Auf diese Weise sollte auf die dringende Notwendigkeit aufmerksam gemacht werden, dass diese Räume und ihre Akteure und Akteurinnen weiterhin existieren müssen.

Ein beeindruckendes Ereignis war die Demonstration am 7. Mai in Athen, bei der 200 Kulturschaffende mit Schildern den Begriff “Support Art Workers / Support All Workers” formierten. Am selben Tag fanden in ganz Griechenland Mobilisierungen künstlerischer Vereinigungen statt, die den 7. Mai zum Tag des kulturellen Handelns erklärten. Am Syntagma Platz, vor dem griechischen Parlament in Athen, trugen Demonstranten und Demonstrantinnen eine riesige Marionette. Schätzungsweise 20.000 Menschen nahmen mit Transparenten und Bannern an dieser Demonstration teil und hielten sich dennoch an die Kontaktbeschränkungen und Abstandsregelungen. Die Zukunft Kulturschaffender ist weltweit ungewiss. Die Akteure und Akteurinnen der “Support Art Workers” Initiative in Griechenland zeigen mit beispielhaften, solidarischen Aktionen, dass Kunst und Kultur nur mit Hilfe des Staates geschützt werden und weiterleben kann. 

Ein Beitrag von Sarit Streicher 

         

Bilder der Demonstration am 07. Mai vor dem Syntagma-Platz in Athen. Quelle: Support ART Workers / Anastasia Giannaki

Das folgende Video zeigt die Aktion der “Support ART Workers” Bewegung unter der Akropolis.

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