„Was geht in Hildesheim?“ ist die Frage, der ich aus einer nicht-kommerziellen Perspektive nachgehen möchte. Auf der Suche nach kostenfreien Sommeraktivitäten in Hildesheim habe ich die geheimen (und nicht so geheimen) Schätze von Studierenden gesammelt und für euch getestet. Für einen schönen Sommer für alle!
Nach langer Zeit Online-Uni und pandemiebedingten Beschränkungen blüht Hildesheim diesen Sommer wieder auf.
Doch als Studierende*r stellt sich in den Semesterferien schnell die Frage: Was nun? Natürlich gibt es schöne Cafés und Eisdielen und sogar gleich zwei Freibäder in der Stadt, aber was ist mit Orten, an denen man keinen Eintritt zahlen und nichts konsumieren muss? Mit der Mission Langeweile keine Chance zu geben und gleichzeitig mein Konto nicht zu überziehen, habe ich mich auf die Suche nach den Lieblingsorten von anderen Studierenden gemacht. Dafür habe ich einige Kommiliton*innen auf dem Campusfest befragt und die Empfehlungen selber ausprobiert. Ich nehme euch in diesem Beitrag mit auf eine kleine Reise durch Hildesheim und Umgebung.

Das kühle Nass um die Ecke: Tonkuhle Blauer Kamp
Dass die Tonkuhle in diesem Beitrag Erwähnung finden würde, war wahrscheinlich von Beginn an klar, aber der eigentliche Tipp ist es, morgens früh an die Tonkuhle zu fahren. So lässt es sich nach ein paar kurzen Runden wunderbar in den Tag starten, denn das Wasser ist in der Frühe auch noch ein bisschen erfrischender.
Mein persönlicher Bonus: zu der Uhrzeit sind unter der Woche kaum andere Leute am See und ihr kriegt garantiert einen guten Spot.
(Wer die Enten in der Tonkuhle schon beim Namen kennt und sich nach einem größeren Nass sehnt, sollte bis zum Ende lesen!)
Zurück in die Kindheit: Spielen auf dem Schulhof
Mitten in der Oststadt, auf dem Schulhof der Elisabethschule ist der perfekte Ort für ein paar Runden Tischtennis. Also schnappt euch eure liebsten Freund*innen und Gegner*innen und eure Kellen, und ab an die Moltkestraße Ecke Goethestraße.
Hier gibt es zwei Tischtennisplatten mit der Möglichkeit relativ ungestört zu spielen. Nach Schulschluss ist es dort Montag bis Samstag bis 20 Uhr gestattet die Fläche zu nutzen. Denkt aber bei eurem Besuch daran, dass ihr auf einem Schulhof seid!


Stöbern und lesen? Das geht hier!
Ist es euch mal überall draußen zu heiß (oder auch an Regentagen) lohnt sich ein Ausflug in die Stadtbibliothek. Zwischen Schuhstraße und Marktplatz gibt es hier ein breites Angebot an Spielen, Büchern, Zeitschriften aber auch frei nutzbare Computer. Vielleicht sucht ihr aber auch nach einem stillen Ort für die Arbeit an der ein oder anderen Uni-Abgabe?
Im sogenannten „Lerngarten“ im hinteren Teil der Bibliothek ist hierfür Platz und ihr spart euch den Weg auf die Marienburger Höhe.
Die Stadtbibliothek ist schön hell und hat viele gemütliche Ecken, an denen es sich in Ruhe durch die Medien eurer Wahl blättern lässt.
Montags bleibt sie verschlossen aber Dienstags bis Freitags ist die Stadtbibliothek von 10:30 Uhr bis 18 Uhr offen und Samstags von 10 Uhr bis 13 Uhr.
Hildesheims versteckter Schatz: der Rosengarten
Der Rosengarten, auch bekannt als Magdalenengarten ist ein historischer Garten im Herzen Hildesheims. Empfohlen wurde er mir nicht zuletzt auf Grund seiner unglaublichen Blütenpracht. Die Wege des Rosengartens führen durch verschiedene kleinere Gärten und bieten einen mit Rollstuhl zugänglichen Rückzugsort unweit der Michaeliskirche. Die Idylle lädt zu Spaziergängen oder kleinen Picknicks (ohne Grill! – man beachte die Gartenordnung) ein.
Ein Besuch ist bis September zwischen 8 Uhr und 20 Uhr möglich, danach lohnt es sich in jedem Fall noch eine kleine Runde im Liebesgrund zu drehen.

Für entspannte Abende mit Aussicht: die Bank am Wald
Um einen netten Sommerabend ausklingen zu lassen, kann ich diesen Lieblingsort einer Kommilitonin wärmstens weiterempfehlen: die Bank am Wald auf dem Galgenberg hinter der Uni. Nur 15 Gehminuten vom Hauptcampus aus, lässt sich hier der Sonnenuntergang über Hildesheim bewundern.
Den Weg findet ihr, wenn ihr vom Sportgebäude auf dem Hauptcampus aus geradeaus hochlauft. Für längere Abende empfehle ich eine Decke und ein Getränk eurer Wahl mitzunehmen.
Urlaubsfeeling im Hildesheimer Land: der Giftener See
Wie versprochen, habe ich noch einen weiteren See ausgecheckt – den Giftener See in Sarstedt.
Mit dem Semesterticket ist Sarstedt eine Station von Hildesheim Hauptbahnhof entfernt, und den See erreicht ihr nach einem dreißig minütigen Spaziergang. (Alternativ gibt es auch einen Bus in Sarstedt der nach Giften fährt.) Wer es flexibel mag, kann aber auch eine circa 50-minütige Fahrradtour von Hildesheim aus unternehmen, denn es lohnt sich:
Feiner Kiesstrand und klares Wasser erwarten uns am Giftener See. Auf einer Fläche fast zehnmal so groß wie die Tonkuhle! Hier gibt es sogar gleich zwei frei nutzbare Grillstellen. Durch die etwas aufwendigere Anfahrt würde ich den See als ein Tagesausflugsziel empfehlen, denn einmal angekommen, möchte man kaum wieder weg.
Mir ist noch wichtig zu erwähnen, dass für all diese Orte selbstverständlich gilt: Lasst keinen Müll hinter euch liegen und nehmt auf andere Menschen Rücksicht!
Eine Struktur, die mir nicht direkt empfohlen wurde, möchte ich dennoch erwähnen: das Faserwerk am Ottoplatz. Dort gibt es in regelmäßigen Abständen zum Beispiel eine kostenfreie, offene Nähwerkstatt oder Workshops auf Spendenbasis. Es lohnt, sich einen Überblick zu verschaffen um keine Veranstaltung im Faserwerk mehr zu verpassen.
All das, und noch viel mehr: ein kleiner Ausblick
„Was würde ich mir wünschen? Naja generally mehr kostenfreie Freizeitangebote […] Ich glaube auch einfach, ich würde mir wünschen, dass es mehr Orte in der Innenstadt gibt, wo man einfach abhängen kann. Ich finde, dass über Corona so voll klar geworden ist, dass die Innenstädte krass auf Konsum ausgelegt sind. Und ich glaub ich würd mir generell so mehr Infrastruktur, Bänke und Plätze und sowas wünschen, wo man einfach hingehen kann und abhängen kann. “
Janina Lassmann im Rahmen der Befragung
Abschließend lässt sich sagen: In Hildesheim geht einiges! Durch den Austausch mit anderen Studierenden habe ich neue Orte kennenlernen dürfen, die ich den Sommer über schätzen und lieben möchte. Ich lade euch herzlich dazu ein, mir dem nach zu tun, und euch auf eure eigene Reise durch Hildesheim zu begeben.
Mir scheint mehr Bewusstsein in der Stadtgemeinschaft für Aspekte zugänglicher Infrastruktur im Stadtraum aufzukommen. Dennoch mangelt es an vielen Stellen, wie alle der befragten Studierenden mir mitteilten, immer noch an ausreichend Möglichkeiten zum Entspannen im öffentlichen Raum. Wie seht ihr die Lage in Hildesheim?
An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Kommiliton*innen bedanken, die ihre liebsten kostenfreien Freizeittipps mit mir geteilt haben. Weitere Empfehlungen in den Kommentaren sind sehr willkommen!