Was gab es noch mal? Alle Semes­ter­pro­jekte auf einen Blick!

von | Mai 26, 2022

Momentan wird auf der Domäne im Small­talk oft der einfache Weg gewählt: „In welchem Projekt­se­mester bist du eigent­lich?“ – „In keinem“, müssen sicher viele antworten. Die anderen werden die Titel ihrer jewei­ligen Projekte sagen und schließ­lich die Gegen­frage „Und du?“ stellen. So drehen sich die Gespräche immer weiter im Kreis.
Um diesen Small­talk mit Infos unter­legen zu können, hat die Kultur­blog-Redak­tion hier alle Projekte vom Projekt­se­mester mit dem Motto „Mind The Gap“ mit kurzen Beschrei­bungen gesam­melt. Damit man nicht mehr mit „Aha“ antworten muss, sondern selbst­be­wusst „Achso, das!“ sagen kann, oder, wenn man in keinem Projekt­se­mester ist, dem Small­talk mit einer schnellen Lüge besser auswei­chen kann.

Fangen wir an mit dem Thea­ter­pro­jekt „Freitag/Robinson“ von Dr. Martina Groß und Prof. Dr. Jens Roselt. Im Mittel­punkt steht der Roman Robinson Crusoe von 1719. Dort krönt sich Crusoe direkt zum Herrn der Insel und nennt die erste Person einfach „Freitag“. Laut der Kurs­be­schrei­bung soll im Werk alles hinter­fragt werden: Was versucht der Autor zu sagen? Inwie­fern ist es für die Zuschauer*innen heut­zu­tage noch inter­es­sant? Was genau daraus entstehen wird, ist der Beschrei­bung nicht zu entnehmen.

Ganz im Gegen­teil zum Doppel­pro­jekt „THE GAP IS OUR STAGE“! von Dr. Ekate­rina Sophia Trachsel, Dr. Anna Wieczorek und Jule Kerk. Aufge­teilt in „Szen­o­grafie der Lücke“ und „Figuren des Zwischen“. Dabei geht es um alle Acts, die im D sind: Halb­zeit­auf­tritte oder Perfor­mances. Gäste werden einge­laden und Themen wie Revue, Side­show, Zirkus und Varieté werden betrachtet. Der „Szen­o­grafie der Lücke“-Teil macht selbst­er­klä­rend die Szen­o­grafie und der „Figuren des Zwischen“-Teil erar­beitet die Figuren.

Bleiben wir also beim Szeni­schen, beim Theater. Das Projekt: „Brid­ging the Mind(z) – Theater, leichte Sprache und seine kriti­schen Freund*innen“ von Isabel Schwenk und Steven Solbrig entsteht in Koope­ra­tion mit dem „Theater in leichter Sprache“ vom Theater für Nieder­sachsen (tfn). Dabei werden Posi­tionen zur leichten Sprache im szeni­schen Spiel erar­beitet. Es gibt zwei Gruppen. Eine, die auftritt und Szeni­sches erar­beitet, die zweite, die dies dokumentiert.

Auftreten kann man auch im Projekt „Hildes­heim Calling (eine Webserie)“ von Philo­mena Petzen­hammer und Dr. Thomas Klupp. Dabei soll eine drei bis sechs teilige Webserie zum studen­ti­schen Alltag entstehen. Dieses ist den meisten Leser*innen dieser Zusam­men­fas­sung wahr­schein­lich sowieso bekannt.

Den gera­dezu gegen­tei­ligen Ansatz hat das Projekt „Ich möchte einen Film über etwas machen, das nichts mit mir zu tun hat“ von Eva Könne­mann. Grob geht es darum, ein Thema zu suchen, was möglichst weit von der eigenen Welt entfernt ist. Diesem soll sich dann thema­tisch ange­nä­hert werden und ein Film/Dokumentation darüber entstehen.

Beim Film­se­minar „Den Zeit­sprung filmen: Rück­blicke“ von Anne Küper und Marcel-André geht es um das filmi­sche Zurück­bli­cken, wobei die Vergan­gen­heit nicht als stabiles Element wahr­ge­nommen werden soll. Dafür sollen Minia­turen erstellt werden. Einen theo­re­ti­schen Unterbau gibt es natür­lich auch.

Ein weiteres Film­pro­jekt ist auch der Kurs: „Blind Spots in der Nach­bar­schaft (Repor­tage als Prinzip)“ von Ute Adamc­zewski. Selbst im beschau­li­chen Hildes­heim gibt es manche Viertel, die wir einfach nicht kennen. Lösung: Eine Repor­tage darüber machen. Genau das ist das Ziel des Seminars.

Kommen wir vom Bewegt­bild zum Steh­bild. Das Projekt „How to draw a horse?“ von Jan Schön­felder, Sara Stehr und Carlotta von Heabler behan­delt die bereits genannte Frage: Wie malt man ein Pferd? Wie hat man Pferde gemalt, bevor es die Foto­gra­phie gab? Am Ende gibt es eine Ausstel­lung und die wird sicher­lich beant­worten: Wie malen die Studie­renden ein Pferd?

Das Projekt „The Photo­gra­phic Gap“ von Dr. Torsten Scheid, Christin Müller und Sophie Thun findet in Koope­ra­tion mit der und in Hinblick auf die Ausstel­lung „Sophie Thun – Selbst­aus­löser“ (AT) statt. „Eine markante Trenn­linie in der Foto­gra­phie­ge­schichte verläuft zwischen der (hege­mo­nialen) Kame­ra­fo­to­grafie und den (eher mari­gi­na­li­sierten) kame­ra­losen Tech­niken, zwischen produk­tiven und repro­duk­tiven Tradi­tionen.“, erklärt der Text im LSF. Daran soll auch weiter geforscht werden, eigene Fotos geschossen und am Ende ausge­stellt werden.

Nun kommen wir in die komplett bild­losen Ebenen, beim Projekt Lücken hören: Ein kollek­tiver Audiowalk“ von Meret Buch­holz und Char­lotte Schön­nagel, ment­o­riert von Prof. Dr. Stefan Kran­ken­hagen. Das Projekt bleibt dem Motto des Projekt­se­mes­ters treu und will sich mit „Lücken“ beschäf­tigen. Diese Lücken sollen hörbar gemacht werden und auf einem Audiowalk präsen­tiert werden.

Nun kommen wir zu „Forever Young – ein Requiem“ von Prof. Dr. Matthias Rebstock, welches eben­falls auditiv funk­tio­niert. Nur eben mit Musik. Im Projekt sollen das Leben und Sterben in der Musik­ge­schichte behan­delt werden und schluss­end­lich in einem „gig theater“ (ein szeni­scher Lieder­abend) mit Cover­songs, eigenen Songs und so weiter präsen­tiert werden.

Ähnlich wie bei „La Paloma – Heimweh nach Amerika“ von Prof. Dr. Johannes Salim Ismaiel-Wendt und Matthias Müller. Dort soll am Ende auch Musik gespielt werden, getrom­melt werden und Ähnli­ches. Alter­na­tiver Titel­vor­schlag der Dozenten: „Der wilde, wilde Westen fängt gleich hinter Hamburg an“, denn im Projekt dreht sich alles um die USA und die Trans­at­lan­tik­fan­ta­sien der Deutschen.

Das Projekt „…inbet­ween…“ von Jan Hellwig weiß genau, was in „The Gap“, dem Projekt­se­mes­ter­motto, steckt: nämlich der Under­ground. Deswegen gibt es Under­ground­Ses­sions: „Mit Fokus auf der Erkun­dung dieser diver­sity dimen­sions wollen wir hier mit Gedanken, Klängen, Sprache, Texten und Bildern impro­vi­sieren“, wie der Ankün­di­gungs­text beschreibt. Am Ende sollen Live-Perfor­mances, womög­lich eine Doku darüber entstehen und Alles, was den Studie­renden einfällt.

Während dieser Kurs das Motto des Projekt­se­mes­ters nur anschneidet, gibt es auch einen ganz anderen Fall. Das Projekt „Clow­nerie der Lücke“ von Prof. Dr. Katrin Wille behan­delt nämlich ziem­lich genau das Motto: „Mind the Gap“. Doch was ist das eigent­lich für eine Tätig­keit? Wie achtet man auf die Lücke? Eine Tätig­keit soll das insbe­son­dere machen: die Clow­nerie, welcher das Projekt gewidmet wird.

Im Projekt „Heimat/-los“ von Natalie Digel und Sophie Randow wird sich mit der eigenen Heimat der Teil­neh­menden beschäf­tigt. Die Heimat als sicherer Ort oder eben als Problem­zone. Dazu werden lite­ra­ri­sche Werke und Ähnli­ches ange­schaut und verarbeitet.

„Origi­nal­ko­pien oder: die Lücke in der Popkultur“ von Prof. Dr. Stefan Kran­ken­hagen und Sophie Blomen beschäf­tigt sich mit dem Verhältnis von Original, Kopie, Origi­nal­kopie, oder was ist es denn jetzt wirk­lich? Memes und insge­samt die Sozialen Medien haben diese Fragen aufge­weicht und genau da setzt das Projekt an und erschafft eigene Kopien oder Origi­nale. Origi­nal­ko­pien, eben.

Bei „surplus oder 2+2=7“ von Martin Dege geht es hingegen nur um Origi­nale: selbst erstellte bildende Kunst­werke. Die Frage des Projekts lautet: Wie kann man gemeinsam bildende Kunst erstellen? Um diese schwere Frage zu beant­worten reisen die Teil­neh­menden unter anderem für fünf Tage zur Docu­menta nach Kassel.

Wegfahren gehört für das Projekt „Hohle Grund 2 – ein Dorf schreiben“ von Dr. Guido Graf und Prof. Dr. Anette Pehnt zum Alltag. Schließ­lich braucht das Dorf Wallen­s­tedt (grob 20 km entfernt, bei Gronau) zu ihrem 1000-jährigen Bestehen Stadt- genau genommen Dorfschreiber*innen. Dabei treffen Studie­rende auf Einhei­mi­sche und schreiben hinterher natür­lich alles auf.

Irgendwie um das Schreiben geht‘s auch bei „Schreiben auf KI“ von Prof. Dr. Dagmara Kraus und Jenifer Becker. Nur, dass man selbst nicht schreibt. Jarvis, Word­tune, Ai Writer sind alle Programme, die mit Texten gefüt­tert werden können und dabei das lästige Schreiben abnehmen. „Wir möchten Lücken schließen, einholen, nach­holen, aufholen, kitten, fertig­te­chen und flicken.“, wird im Beschrei­bungs­text ange­kün­digt. Am Ende soll dazu ein Work­shop entstehen, wozu Autor*innen, Künstler*innen einge­laden werden, die dann von den Studie­renden lernen können.

Auf unserer Projekt­se­mester-Seite findet ihr alle weiteren Infos zu den Projekten sowie Terminen und Veranstaltungen.