Interview
mit Prof. Dr. Fiona McGovern

Könnten Sie sich den Studierenden vielleicht kurz vorstellen?

Gern. Mein Name ist Fiona McGovern und ich bin seit Mai 2018 hier an der Domäne Juniorprofessorin für Kuratorische Praxis und Kunstvermittlung

In Hildesheim wird sich die Verknüpfung aus Theorie und Praxis stark auf die Fahne geschrieben, was bedeutet das (für Sie) konkret?

Wie für viele andere hier an der Domäne ist auch für meinen Lehrstuhl die Verknüpfung von Theorie und Praxis zentral. Kuratieren und Kunstvermittlung sind beides praktische Tätigkeiten, die ich in meiner Lehre mit Theorie zu kombinieren versuche. Es gibt also sowohl Seminare, die sich mit der Theorie und Geschichte von unterschiedlichen Ansätzen der kuratorischen Praxis und der Kunstvermittlung auseinandersetzen also auch Seminare, die in Museen stattfinden und in welchen wir gemeinsam mit den jeweiligen Verantwortlichen hinter die Kulissen schauen und Einblicke in deren Berufsalltag bekommen . Wir machen Exkursionen zu Ausstellungen und könnten auch selbst gemeinsam eine Ausstellung erarbeiten. Es geht mir jedenfalls immer sehr stark um einen Einbezug von und den Dialog mit Personen aus der Praxis, sodass die Studierenden einen guten Überblick unterschiedlicher Perspektiven und Ansätze erhalten und natürlich auch dazu angeregt werden, selbst tätig zu werden.

Wie wichtig ist Ihnen die eigene künstlerische Praxis für die Lehre?

Ich würde meine Praxis in diesem Fall tatsächlich nicht künstlerisch nennen, sondern kuratorisch, wobei es natürlich auch Künstler*innen gibt, die kuratorisch arbeiten – dazu habe ich zum Beispiel auch gerade ein Seminar unterrichtet. Grundsätzlich finde ich die über die Praxis gewonnene Erfahrung auch für theoretische Überlegungen als sehr bereichernd und umgekehrt genauso. Insofern möchte ich es nicht missen, immer mal wieder in Ausstellungsprojekte involviert zu sein oder Screenings zu organisieren, am liebsten in engem Austausch mit anderen Künstler*innen oder Kurator*innen.

Was ist für Sie das Besondere am Studium an der Domäne aus Sicht des Dozenten?

Gerade die an der Domäne zentrale Verbindung von Theorie und Praxis ist innerhalb der deutschen Unilandschaft nach wie vor ziemlich einmalig. Es ist nicht wirklich mit einer Kunsthochschule vergleichbar, entspricht aber auch nicht der üblichen akademischen Herangehensweise an Kulturwissenschaften. Das macht diesen Ort wirklich besonders; sowohl von Seiten der Lehrenden, unter denen viele eine Doppelqualifikation von theoretischer und praktischer Arbeit aufweisen, als auch von Seiten der Studierenden, die eine Vielzahl unterschiedlicher Interessen und Perspektiven an die Domäne bringen.

Wie empfinden Sie die Atmosphäre zwischen Studierenden und Dozentinnen und Dozenten?

Sehr angenehm! Es ist meiner Meinung nach ein sehr offenes Verhältnis, das auf konstruktiven Austausch angelegt ist. Das liegt vor allem auch daran, dass – mit Ausnahme der Fotografieabteilung in der Moltkestraße – alle hier auf dem Kulturcampus sind. Das fördert natürlich auch den Austausch unter den Studierenden enorm. Die Wege sind kurz und man läuft sich leicht über den Weg, spätestens im Hofcafé. Das macht viel aus. Zudem fördert natürlich jede Art von praktisch angelegtem Seminar die direkte Kommunikation mit- bzw. untereinander, im Gegensatz etwa zum klassischen „Frontalunterricht“.

Gibt es für Sie einen besonderen Ort an der Domäne?

Die Domäne ist der besondere Ort.

Haben Sie selbst einmal eine Eignungsprüfung machen müssen?

Nicht direkt, also nicht im Sinne einer künstlerischen Eignungsprüfung. Prüfungen in der einen oder anderen Form sind wir aber alle immer wieder ausgeliefert, ich beispielsweise zuletzt, um diesen Job zu bekommen.

Haben Sie noch einen Rat für die Bewerberinnen und Bewerber für die Eignungsprüfung?

Ich denke, die Bewerber*innen sollten sich darüber im Klaren sein, warum sie sich genau diesen Ort ausgewählt haben und welche Vorstellungen sie damit verbinden. Im Rahmen des Studiums ist vieles möglich. Motivation und Offenheit sind daher gute Voraussetzungen.

Vielen Dank.

 

Dieses Interview entstand 2019 im Rahmen eines Newsletters des Fachbereichs 2 – Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation – an der Stiftung Universität Hildesheim mit Informationen rund um die Eignungsprüfungen und die Bewerbung in den Bachelorstudiengängen.

Prof. Dr. Fiona McGovern
Institut für Bildende Kunst und Kunstwissenschaften [Juniorprofessorin]

Forschungsschwerpunkte
◣ (Künstlerische) Ausstellungsgeschichte und -theorie
◣ Ethiken des Kuratierens
◣ Interdisziplinäre Ansätze in den Künsten seit den 1960er Jahren
◣ Kunsthistorische Historiographie
◣ Feministische und queere Theorie

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