Interview Mit ANette Pehnt

Könnten Sie sich den Studieninteressierten vielleicht kurz vorstellen? 

Ich bin Schriftstellerin; seit fast zwanzig Jahren schreibe ich verschiedene Formen von Prosa für Erwachsene und Geschichten für Kinder. Nebenher war ich immer auch als Literaturwissenschaftlerin unterwegs; seit April letzten Jahres lehre ich Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus hier im Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft.

In Hildesheim wird sich die Verknüpfung aus Theorie und Praxis stark auf die Fahne geschrieben, was bedeutet das (für Sie) konkret?

Konkret heißt das, dass wir alle auch künstlerisch arbeiten und in der Forschung und der Lehre immer auch unsere eigene ästhetische Praxis reflektieren. Die Theorie, mit der wir uns auseinandersetzen, ist rückgebunden an das eigene Tun – und umgekehrt. Dadurch entstehen neue Fragen – auch für die Studierenden.

Wie wichtig ist Ihnen die eigene künstlerische Praxis für die Lehre?

Eben, ich sehe da einen ganz engen Zusammenhang. Lehre ist für mich weniger die Weitergabe von gesichertem Wissen – und eher gemeinsame Arbeit an Fragen, die oft unmittelbar aus meinem Schreiben entstehen.

Sind Sie außerhalb der Universität selbst künstlerisch aktiv?
Mit welchen Projekten sind Sie aktuell künstlerisch aktiv?

Ich sehe meinen Platz an der Universität sehr stark im Künstlerischen verortet. Ich komme vom Schreiben, das Schreiben rahmt auch meine Aufgaben an der Uni. Eigene künstlerische Projekte wird es hoffentlich immer geben! Zur Zeit arbeite ich parallel an einem längeren Erzählprojekt, einer Lyrikübersetzung und einer Kindergeschichte.

Sind aktuelle Themen für Ihre Projektarbeit relevant?

Ich schreibe in der Gegenwart, sie ist mein Material. Aktuelle Themen speisen sich also schon immer ein, ich muss mit meiner Gegenwart umgehen und schreibend auf sie reagieren. Aber ich finde mein Material nicht über Schlagzeilen; eigentlich gehe ich beim Schreiben viel mehr von der Sprache aus als von Themen.

Was ist für Sie das Besondere am Studium an der Domäne aus Sicht der Dozierenden?

Manche bezeichnen die Domäne ja als ‚Blase‘ – aber ich glaube, genau da liegen die besonderen Möglichkeiten. Die kreativen Fächer sind hier alle versammelt und vernetzt; man kennt sich, es gibt viel Austausch, gemeinsame Projekte. Für mich ist es wie ein Labor der künstlerischen Praxis; man kann sich ausprobieren, kann über die Fächer hinweg Fragen entwickeln. Und kann auf alle möglichen Menschen treffen, die sich auf sehr unterschiedliche Weise mit Gegenwart auseinandersetzen. 

Anette PehntInstitut für Litararisches Schreiben und Literaturwissenschaft

* 1967 in Köln.

Studium der Keltologie, Germanistik und Anglistik in Köln, Freiburg, Galway/Irland und Berkeley/California
Promotion über irische Literatur.
Freie Mitarbeit bei FAZ und Badische Zeitung
◣ Leitung von Schreibwerkstätten.
◣ Seit 2000 freie Autorin.
◣ Seit 2007 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für deutsche Sprache, Literatur und Didaktik an der Pädagogischen Hochschule Freiburg.
◣ Poetikdozenturen an den Universitäten Braunschweig (SoSe 2016) und Bamberg (SoSe 2011) und der Fachhochschule Wiesbaden (SoSe 2008). Dozentin der Bayerischen Akademie des Schreibens.
◣ Ab 2018 Professur für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Stiftung Universität Hildesheim.

Forschungsschwerpunkte

Literarisches Schreiben
Kreatives Schreiben
Literatur und ästhetische Praxis
Instant Writing
Deutsche Gegenwartsliteratur seit 1989
Kinderliteratur

UNIVERSITÄT HILDESHEIM

Kulturcampus Domäne Marienburg
 Domänenstraße 52
31141 Hildesheim

dekanat2@uni-hildesheim.de
Telefon 05121-883-21122

KULTURPRAXIS REDAKTION

Redaktion
redaktion-kulturpraxis@uni-hildesheim.de

UNIVERSITÄT HILDESHEIM

Kulturcampus Domäne Marienburg
Haus 52, Domänenstraße 52
31141 Hildesheim

dekanat2@uni-hildesheim.de
Telefon 05121-883-21122

KULTURPRAXIS REDAKTION

Redaktion
redaktion-kulturpraxis@uni-hildesheim.de

X
X