Die meisten Studierenden sind beim Pendeln zu Uni auf die Zuverlässigkeit von öffentlichen Verkehrsmitteln angewiesen, doch die letzten paar Wintermonate waren von Streiks durchzogen. Ob Streiks bei der DB, der GDL (Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer) oder dem Regionalverkehr (RVHI), irgendwas war immer und das nervt.
Viele Studierende haben kein Auto, deshalb ist in Hildesheim der Bus (Linie 1, 10, 34, 42) die einzige Möglichkeit, mit einem öffentlichen Verkehrsmittel vom Hauptbahnhof zum Kulturcampus zu gelangen.
Um zu verstehen, warum die Busse ausfallen muss man erst mal wissen, warum überhaupt gestreikt wird. Der Hauptgrund ist das Geld. Die Mitarbeitergewerkschaften (Ver.di) streiken gegen ihre Firmen, um Tariferhöhungen zu erzielen, was bei den Firmen hauptsächlich auf Ablehnung stößt.
Durch das Angewiesensein auf Züge und Busse sind die Fahrten durch Ausfälle dann oft mit anstrengenden, langen Wartezeiten und überfüllten Wagons verbunden, was schon die Fahrt zum Campus stressig macht. Wie eine Freundin mir berichtet hat, nachdem sie für ihre Heimfahrt anstatt einer dreiviertel Stunde, drei Stunden gebraucht hat, weil ein Zug ausfiel und der Andere überfüllt war.
Obwohl die ständigen Ausfälle nervig sind, stößt man bei Lehrenden und Studierenden weitestgehend auf Verständnis, da meistens beide Parteien betroffen sind. Viele Vorlesungen und Seminare finden dann ersatzweise online statt oder werden an anderen Terminen nachgeholt. Selbst wenn dies nicht der Fall ist, werden manchmal Ersatzleistungen angeboten, um den verpassten Kurs nachzuholen. Aus eigener Erfahrung kann ich dazu sagen, dass dieses Vorgehen super funktioniert, doch dass es beim Ausfall von Kursen oft leider zu einer zu späten Benachrichtigung seitens der Dozierenden kommt.
Insgesamt ist das Pendeln zur Uni in Zeiten von Streiks im öffentlichen Nahverkehr eine Herausforderung für viele Studierende. Durch eine Kombination aus verbesserter Kommunikation seitens der Verkehrsunternehmen, kurzfristigen Lösungen während Streiks, wie Online-Seminaren und langfristigen Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur könnten die Auswirkungen auf Pendler jedoch minimiert und die Pendelerfahrung insgesamt verbessert werden.

Alternativen
Nach längerer Überlegung ist, die einzige flexible und günstige Alternative, die mir eingefallen ist, um diese Pendler-Probleme zu umgehen, Fahrgemeinschaften. Zum einen hilft es nicht nur den Leuten, die Probleme mit dem Pendeln haben, es ist auch besser für die Umwelt, denn die Studierenden, die eh mit ihrem Auto fahren können, sich mit Öffis-Pendlern zusammentun. Und das Beste an der Sache, man lernt noch neue Leute kennen. Da ich nicht die Einzige bin, die sich zu diesem Thema schon Gedanken gemacht hat, gibt es auf Telegramm bereits eine Fahrgemeinschafts-Gruppe namens ‚Sharing is Caring‘.
Zum anderen arbeitet der Landkreis Hildesheim mit dem Pendlerportal zusammen, dies ist ein Konzern aus Lüneburg, der sich dafür einsetzt beim Berufsverkehr CO₂ zu reduzieren, Geld zu sparen und den Straßen und Parkraum zu entlasten. Hier kann man sich anmelden und für seine Strecke, Fahrgemeinschaften anbieten oder beanspruchen, dieses Portal ist aber im Besonderen für Berufspendler ausgelegt.