Kunstwissenschaftlich Arbeiten im digitalen Semester: Teil 5
Kunstwissenschaftlich Arbeiten Teil 1 – 4 hat uns darauf vorbereitet, Ideen für unsere Hausarbeit zu entwerfen sowie Literatur und Abbildungen ausfindig zu machen.
Doch wie geht es weiter, wenn unsere Fragestellung steht und eine (zu) lange Lektüreliste auf uns wartet?
Literatur aussieben
Um Literatur auszusortieren, musst du sie vor allem prioirisieren. Man verliert sich schnell in der Recherche – besonders, wenn dich das ganze Themengebiet interessiert. Versuche konzentriert zu bleiben, dabei kann von Vorteil sein, wenn du dir immer wieder deine spezielle Fragestellung in Erinnerung rufst.
Gerade jetzt im digitalen Semester ist das Arbeiten vor Ort in der Bibliothek erschwert, da die Bestände nur durch den Hilkat gesichtet und dann bestellt werden können. Ein Blick durch das Regal und das schnelle Durchblättern ist vorerst nicht möglich. Welche Zugänge haben wir, um unsere Bestellungen online und von zu Hause aus einzuschätzen?
Die Einträge im Hilkat sind sehr detailliert und bieten sehr gute Orientierung durch einen Blick ins Inhaltsverzeichnis. Im Verbundkatalog lohnt es sich, sich im Eintrag die zugehörigen Schlagworte anzuschauen.
Eine weitere Möglichkeit besteht im Lesen von Rezensionen, diese findest du zu vielen Medien im Hilkat verlinkt oder auf arthistoricum.net
Hast du deine Auswahl getroffen, starte am besten immer mit der neusten Publikation, da diese meist den aktuellsten Forschungsstand beinhaltet und du im Verlauf des Lesens älterer Lektüre Zusammenhänge herstellen kannst.
Exzerpieren – was ist das?
Deine ausgewählte Literatur muss nun verarbeitet werden. Das bedeutet, du erstellst während des Lesens Exzerpte. Exzerpte sind Abschriften und Notizen zu einem ausgewählten Text. Am besten probierst du aus, welche Methoden dir liegen. Hilft es dir, wichtige Sätze Wort für Wort abzuschreiben oder markierst du lieber mit verschiedenen Farben wichtige Textstellen? Mir hilft es, Fragen an den Text zu stellen und Absätze in eigenen Worten zusammenzufassen.
Achte beim Erstellen von Exzerpten immer darauf, dass du deine Quelle immer angibst! Das erscheint anfangs vielleicht überflüssig und auch mühsam, verschafft dir allerdings beim Erstellen der Fußnoten in deiner Hausarbeit einen enormen Vorsprung.
Ordnen
Wenn du deine Lektüreliste abgearbeitet hast und fertig bist mit dem Exzerpieren, musst du deine Notizen und Gedanken ordnen! Mir gefällt es, bei diesem Schritt kreativ zu werden und meinen Blick vom Computerbildschirm abzuwenden. Ich drucke meine Exzerpte und schneide meine Notizen aus, um Gedanken miteinander zu verbinden. Hier kann ein Farbsystem zusätzliche Ordnung bringen, entweder passend für ein Kapitel deiner Hausarbeit oder je eine Farbe für eine Publikation. Schneide ich meine Exzerpte auseinander, ist die Quellenangabe (zumindest Kurztitel und Seitenangabe) zu jedem Schnipsel sehr wichtig.
Schreiben
Nach dem Ordnen kann es losgehen! Versuche dich nicht zu sehr unter Druck zu setzen, dass deine erste Fassung schon perfekt sein muss.
Hier ist das FAQ für Studierende des Fachbereichs 2 verlinkt, wo du zum Beispiel Formalia zum Erstellen deiner Hausarbeit findest.
Korrektur
Ich habe oft das Problem, für die Korrektur meiner Arbeiten zu wenig Zeit einzuplanen. Daraus ergibt sich schon im Schreibprozess viel Druck, da ich denke, Satz für Satz müsse jetzt schon perfekt sein.
Im besten Fall kannst du deine Hausarbeit nochmal ein paar Tage ruhen lassen, bevor du sie selbst Korrektur liest. Noch besser ist die Korrektur durch eine andere Person – vielleicht findest du ja eine*n Kommiliton*in als Partner*in, um gegenseitig eure Hausarbeiten zu lesen.
Pause machen
Achte darauf, dir Pausen einzuplanen. Wie wäre es mit einem Spaziergang? Als Inspiration verlinke ich dir zwei Blogbeiträge mit schönen Strecken zum Entspannen und um Hildesheim kennenzulernen!
Ein Beitrag von Marina Bohn