Kunstwissenschaftlich Arbeiten im digitalen Semester: Teil 4
Mithilfe von Teil 1, Teil 2 und Teil 3 überblicken wir die Möglichkeiten wissenschaftlicher Recherche mit Datenbanken. Du weißt aber noch gar nicht, wonach du suchst? Ich habe hier ein paar Tipps zur Ideenfindung für deine nächste Hausarbeit zusammengestellt.
Visualiseren
Es hilft, die eigenen Gedanken durch eine Mind-Map abzubilden.
Im ersten Schritt schreibe ich alles auf, was mich im Seminar interessiert hat. Dazu sammle ich auch Abbildungen künstlerischer Arbeiten. Danach formuliere ich Fragen und mache Notizen. Insbesondere Fragen bieten eine sehr gute Grundlage für das spätere Erstellen einer These! Diese Materialsammlung aus Notizen und Abbildungen brauchen wir im zweiten Schritt.
Im zweiten Schritt versuche ich, das Material zu ordnen und miteiander zu verknüpfen. Für mich hat sich bewährt, sich zunächst, ohne weiterführende wissenschaftliche Lektüre mit dem Gegenstand der Hausarbeit auseinanderzusetzen. Sich dafür Zeit zu nehmen, zahlt sich im späteren Verlauf der Arbeit aus, da eigene Gedanken und Forschungsliteratur besser differenziert und gegenüber gestellt werden können.
Lesen
Ein, wie ich finde, klassischer Einstieg zur Orientierung in fachliche Diskurse ist das Lesen von Einträgen in Fachlexika. Die Einträge sind sehr dicht verfasst und bieten in kürzester Zeit sehr guten Überblick. Zusätzlich verweisen sie auf weiterführende Literatur. Beispielhaft ist hier ein Eintrag aus dem Hilkat mit Verweis auf ein kunstwissenschaftliches Lexikon, auf das wir online über die Uni zugreifen können, verlinkt.
Hören
Gerade im digitalen Semester möchte man irgendwann nicht mehr auf einen Bildschirm schauen oder Lesen. In diesen Momenten suche ich gern in meiner Podcast-App nach Sendungen mit kunstwissenschaftlichem Bezug. Kunstmagazine und -museen bieten eine vielseitige Auswahl. Egal ob über oder mit Künstler*innen und Kurator*innen gesprochen wird, der Beitrag mit journalistischem oder wissenschaftlichem Anspruch erarbeitet wurde oder künstlerische Arbeiten analysiert werden, lohnt es sich, reinzuhören. Ein weiterer Pluspunkt dieser Methode: Du bist nicht an deinen Schreibtisch gebunden! Hier sind ein paar Vorschläge für dich verlinkt.
Fragen
Sich selbst zu fragen, was man mit der Hausarbeit erreichen und vermitteln möchte, ist grundlegend für die Erstellung einer These.
Was ist Gegenstand meiner Arbeit? Im besten Fall suchst du dir einen Gegenstand, der dich interessiert und eine Art wissenschaftliche Neugier in dir weckt. Wie gehe ich vor? Möchte ich diesen Gegenstand analysieren, interpretieren, vergleichen, diskutieren oder überprüfen? Versuche dein Ziel und damit auch deine Frage/These so konkret wie möglich zu formulieren. Je konkreter dein Plan, desto weniger verlierst du dich in Recherche und Lektüre.
Viel Erfolg bei deiner nächsten Arbeit!
Ein Beitrag von Marina Bohn