Kunstwissenschaftlich Arbeiten
im digitalen Semester:
Teil 3
Nach Teil 1 und Teil 2 wissen wir, wie man kunstwissenschaftliche Literatur online sucht und findet.
Doch wo findet man die passenden Abbildungen für die Hausarbeiten? Ich habe euch eine Übersicht freier und lizensierter Bilddatenbanken zusammengestellt.
Für das Prometheus-Bildarchiv muss man sich registrieren. Studierende der Uni Hildesheim können dies kostenlos über das Kunstinstitut machen. Ich habe euch die Anleitung verlinkt.
Man findet aktuell mehr als 2,7 Millionen Bilder über Prometheus von ungefähr 170 lizensierten Institutionen. Mein Tipp bei der Suche bei Prometheus ist – vor allem bei Werktiteln – in verschiedenen Sprachen zu suchen.
Dank der Unibib Hildesheim haben wir Zugriff auf ARTstor. Dort versammeln sich über 2,5 Millionen Abbildungen aus Sammlungen von 300 weltweit bedeutenden Kunstmuseen, Künstler*innen, Archiven und Bibliotheken. Zu den Einträgen werden die Metadaten der Abbildungen mitgeliefert, was natürlich sehr wichtig für die Qualität kunstwissenschaftlichen Arbeitens ist.
Eine gezielte Suche bietet sich bei ARTstor genauso an wie das Stöbern. Es lohnt sich, bei ARTstor vorbeizuschauen, auch wenn man nicht auf der Suche nach einem bestimmten Kunstwerk ist.
ARC steht für Art Renewal Center, welches mit seiner Datenbank 76.000 Kunstwerke von 6.000 Künstler*innen aus 2.400 Museen sammelt und online als eine Art digitales Museum zur Verfügung stellt. Die Suchmöglichkeiten stellen uns vor eine große Auswahl an Möglichkeiten.
Mich überzeugt vor allem der Filter „Art movement/style“, der die Suche zu einem bestimmten Genre sehr vereinfachen kann!
Auf Fotoerbe findet man Informationen zu Beständen historischer Fotografien in Deutschland von Archiven, Bibliotheken und Museen, aber auch aus privaten Sammlungen. Die Suchmöglichkeiten sind vielfältig. Die Einträge sind mit vielen Details gefüllt, beispielsweise mit Angaben zum Erhaltungszustand der Sammlungen.
Wichtig zu wissen ist vor allem, dass Fotoerbe keine direkte Bilddatenbank ist, sondern vor allem ein sehr hilfreiches Recherchetool, dass sich auf Sichtbar- und Zugänglichkeit spezialisiert.
Bildindex ist eine Verbunddatenbank, bei welcher sich ca. 80 Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen beteiligen. Zu ihnen gehören Bibliotheken, Archive, Verlage, Denkmalämter, Museen und Universitäts- und Forschungsinstitute. Bildindex durchsucht mehr als 1,8 Millionen Werke aller Epochen unter anderem zu Malerei, Architektur, Druckgrafik oder Zeichnung.
Ein Blick auf die Liste der Partnerinstitutionen eröffnet eine reiche Auswahl an speziellen Datenbanken, die sich bei spezifischen Recherchen als nützlich erweisen können.
Eine Datenbank, die mit Bildindex kooperiert, ist die deutsche Fotothek. Auf Bildindex ist sie mit 247.000 Bildern vertreten. In der eigenen Datenbank befinden sich über 2 Million Bilder aus 95 Institutionen. Die deutsche Fotothek gehört zur Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden.
Obwohl der Name „Deutsche Fotothek“ vermuten lässt, es seien nur Fotografien in der Datenbank, finden dort sich auch Gemälde, Grafiken, Karten und Architekturzeichnungen.
Auf Kulturerbe Niedersachsen sind für uns digital erfasste Kulturgüter von Bibliotheken, Museen und Archive Niedersachsens sichtbar und zugänglich. Zu finden sind Digitalisate von unter anderem Alltagsgegenständen, Urkunden, Fotografien, Handschriften, Malerei, Technik oder auch Karten. Sehenswert sind auch die digitalen Ausstellungen. Die Stärken der Seite für das wissenschaftliche Arbeiten sind vor allem die detaillierten Einträge sowie die Qualität der Abbildungen.
DigiCult funktioniert ähnlich wie Kulturerbe Niedersachsen; es sind allerdings Museen und Sammlungen aus Schleswig-Holstein und Hamburg, die hier sichtbar und zugänglich gemacht werden. Neben der Suchfunktion und den vorgeschlagenen Kategorien finden sich auch Übersichten und Verlinkungen zu Veranstaltungen. Die Angaben und Beschreibungen zu den Beiträgen sind meist sehr detailliert und auch die Qualität der Abbildungen ist oft hervorragend.
Ein Blick auf digitalisierte Bestände von Kunstmuseen lohnt sich immer! Vor allem wenn du für deine Hausarbeit Literatur aus einem Ausstellungskatalog verwendest, solltest du dir auch den Online-Auftritt der jeweiligen Institution anschauen. Denn neben den meist hochauflösenden Digitalisaten findest du für den Einstieg zu bestimmten Themen oder Künstler*innen digitale Vermittlungsangebote in Form von Podcasts, Videos oder Texten. Ich verlinke drei Instituten, die ich für meine Recherche gern verwende.
Ein Beispiel ist die Albertina, eins der führenden Kunstmuseen Österreichs, welche über eine Datenbank mit über 225.000 Einträgen zu Kunstwerken vom 15. bis 21. Jahrhundert online publiziert hat. Man kann sowohl gezielt nach Künstler*innen oder Titeln sowie in Kategorien wie Gemälde, Fotografie oder Installation suchen. Die Einträge sind mit Details versehen, viele sogar mit weiterführenden Texten zum Lesen oder auch zum Hören.
Achtet bei der Verwendung der Bilder neben der Auflösung natürlich auch auf Lizenzen und Rechte. Digitalisate können Originale natürlich nicht ersetzen, aber dennoch sind digitale Abbildungen eine wichtige Quelle für das kunstwissenschaftliche Arbeiten.
Ein Beitrag von Marina Bohn