Kunstwissenschaftlich Arbeiten im digitalen Semester: Teil 2
Seit dem ersten Teil von kunstwissenschaftlich Arbeiten im digitalen Semester weißt du, wie man online nach Literatur sucht. Doch was ist, wenn Bibliotheken geschlossen sind und du deine Bücher nicht abholen kannst?
Wo finden wir kunstwissenschaftliche Literatur online?
Unibibliothek Hildesheim
Über den Hilkat finden wir sowohl ein Angebot von analogen Büchern und Zeitschriften als auch E-Books sowie digitalen Fachartikeln. Über die Filterfunktion lässt sich die Suche nach Medienart einschränken, sodass bei der Suche zum Beispiel nur noch elektronische Ressourcen angezeigt werden. Zugriff auf die lizensierten E-Books erhalten wir je nach Website über eine VPN-Verbindung oder über eine institutionelle Anmeldung.
Du hast vergessen, wie du eine VPN-Verbindung einrichtest oder wie eine Anmeldung funktioniert? Eine Anleitung der Unibibliothek ist verlinkt.
Die Unibibliothek hat zahlreiche Lizenzenvereinbarungen mit Datenbanken, die elektronische Ressourcen zum wissenschaftlichen Arbeiten liefern. Eine Zusammenstellung aller zugänglichen Datenbanken findest du hier verlinkt. Wenn du weiter nach unten scrollst, findest du in diesem Beitrag eine Übersicht ausgewählter lizensierter Datenbanken und auch frei zugänglicher Ressorucen.
Dokumentenlieferdienst
Du brauchst gerade ein bestimmtes Kapitel aus einem Buch, welches in der Bibliothek analog vorhanden ist, du kannst es aber nicht bestellen und abholen? Dann könntest du den Scandienst der Unibib in Anspruch nehmen. Für Details für einen Scanauftrag schau dir den folgenden Link genauer an. Die Möglichkeiten des Scandienstes haben allerdings auch Grenzen, das heißt, dein Auftrag muss mit urheberrechtlichen Rahmenbedingungen vereinbar sein. Die Bibliothek darf beispielsweise keine vollständigen Bücher einscannen und dir als Kopie zur Verfügung stellen.
Benötigst du ein Kapitel oder einen Artikel, die nicht über den Hilkat zu finden sind, könntest du den Dokumentenlieferdienst subito in Anspruch nehmen. Du solltest aber beachten, dass eine Bestellung bei subito auch für Studierende Geld kostet.
Übersicht über freie oder für Studierende der Uni Hildesheim zugängliche, elektronische Datenbanken
Die Suchergebnisse im Hilkat verlinken meist schon die elektronischen Ressourcen von lizensierten Datenbanken wie Nomos eLibrary, JSTOR, DeGruyter und ProQuest. Ein Stöbern auf diesen Websites lohnt sich allerdings auch oft.
Die Nomos eLibrary sammelt wissenschaftliche Publikationen bestimmter Verlage, auf die wir Zugang erhalten dank der Unibib Hildesheim. Leider sind nicht alle Titel für uns freigegeben, aber es ist dennoch eine Auswahl aus verschiedenen Kategorien für uns verfügbar.
JSTOR ist meine Rettung in diesem Semester, was vor allem Artikel über Künstler*innen betrifft. Auch hier haben wir Zugriff durch eine institutionelle Anmeldung und können die Suchfunktion verwenden, um Artikel aus Fachzeitschriften, Kapitel aus Büchern und auch Primärquellen zu finden. Empfehlenswert ist auch eine Recherche nach Thema, Titel oder Herausgeber*innen. Die übersichtlich gestaltete Website ist zwar auf Englisch, es finden sich aber Suchergebnisse auf Deutsch und weiteren Sprachen.
Das Angebot des Wissenschaftsverlag DeGruyter ist neben JSTOR eine meiner Lieblingsdatenbanken, wenn ich digitale Ressourcen benötige. Dank der Uni haben wir auch hier breiten Zugriff auf wissenschaftliche Quellen wie Bücher und Fachzeitschriften aus verschiedenen Disziplinen. Durch ein Schlosssymbol bei der jeweiligen Publikation wird die Zugriffsmöglichkeit für uns deutlich sichtbar.
ProQuest ist eine Neuentdeckung für mich dieses Semester. Ein Zugang durch unsere Unibib ermöglicht über ProQuest die Suche in 33 Datenbanken. Verschiedenste Suchfilter, wie beispielsweise das Einschränken auf bestimmte Datenbanken oder nur Volltexte anzuzeigen, erleichtern uns das Auffinden von Quellen. Meiner Meinung nach dauert es eine kurze Gewöhnungsphase, um die Mechanismen von ProQuest für sich gut zu nutzen, aber sobald man die Übung raushat, lohnt es sich.
Über den Getty Library Catalog findet man sehr gut frei zugängliche, elektronische Ressourcen aus dem Fachbereich Kunstwissenschaft. Der Katalog beinhaltet zum Beispiel die Daten des Getty Research Portal, das über digitalisierte, kunsthistorische Quellen von Institutionen verfügt, die ihre Daten mit dem Getty Research Institute teilen, um ihre Ressourcen für Menschen weltweit einfacher zugänglich zu machen. Ich bin durch dieses Portal schon fündig geworden, als ich nach digitalisierten, kunstgeschichtlichen Texten, die ungefähr Anfang des 20. Jahrhunderts publiziert wurden, gesucht habe. An das Lesen von Digitalisaten muss man sich erst gewöhnen. Allerdings findet man über Getty auch aktuelle, kunstwissenschaftliche Artikel.
Arthistoricum.net ist eine so vielfältige Plattform, dass es kaum überraschend ist, dass man hier auch fündig wird, wenn man nach kunstwissenschaftlicher Fachliteratur sucht. Mein Tipp hier ist es, einen Blick auf das Angebot Textquellen digital zu werfen!
Die Suchmaschine Google bietet einen Dienst zum Auffinden von wissenschaftlicher Literatur. Auch wenn hier der Zusatz „scholarly“ (engl. für wissenschaftlich) im Namen steht und der Suchalgorithmus auf bestimmte Qualitätskriterien programmiert ist, so muss man sich dennoch im Detail mit den Ergebnissen und ihren Quellen auseinandersetzen.
Das online frei zugängliche Kunstlexikon beinhaltet rund 10.000 Begriffe. Äußerst hilfreich, wenn man etwas Spezielles nachschlagen muss!
[et_pb_column type=“1_3″ _builde r_version=“4.8.0″ _module_preset=“default“]Lambiek ist ein Nachschlagewerk für Künstler*innen, Namen, Arbeiten oder Titel rund um Comics.
Bei der Verwendung von elektronischen Ressourcen, insbesondere bei denen, auf die wir über die Uni zugreifen, muss man immer die Lizenzbedingungen beachten!
Noch ein Tipp zum Abschluss: Recherchiere, ob der*die Künstler*in, den*die du in deiner Arbeit behandelst, eine eigene Website hat. Häufig verfügen zeitgenössische Künstler*innen über einen eigenen Internetauftritt, wo sowohl Literatur als auch weiterführendes Material verfügbar ist.
Viel Erfolg bei deiner kunstwissenschaftlichen Arbeit! In Teil 3 wird sich alles um Datenbanken für Bildmaterial drehen.
Ein Beitrag von Marina Bohn