Du verlierst den Überblick beim Recherchieren für deine Hausarbeit? Dieser Beitrag bietet Unterstützung und Tipps zum kunstwissenschaftlichen Arbeiten.
Wir fangen ganz am Anfang an. Wo und wie suche ich nach Literatur?
Datenbank für Datenbanken: DBIS (Datenbank-Infosystem)
Dank des DBIS, das von der Universitätsbibliothek Regensburg entwickelt wurde und regelmäßig aktualisiert wird, steht uns eine Möglichkeit der detaillierten Übersicht zu Datenbanken und ihrer Zugänglichkeit offen. Es gibt verschiedene Such- und Filterverfahren, die wir anwenden können. Ich empfehle, über die Bibliotheksauswahl die Universität Hildesheim mit dem Fachgebiet Kunstgeschichte auszuwählen, um dann die Ergebnisse nach Datenbanktyp zu sortieren. Mithilfe eines Ampelsystems sind die Zugänglichkeiten der Datenbanken für uns ersichtlich.
Frei oder lizensiert?
Wie bekomme ich Zugang zu lizensierten Angeboten, die für Angehörige der Universität Hildesheim im Campusnetz freigeschaltet sind, wenn ich nicht in die Uni kann? Es gibt zurzeit zwei Möglichkeiten, die sich für Studierende von zu Hause aus anbieten.
Eine davon ist, bei der gewünschten, aber lizensierten Datenbank die sogenannte Institutionsanmeldung zu verwenden. Dafür sucht man auf der jeweiligen Webseite der Datenbank bei der Anmeldung die Universität Hildesheim aus und loggt sich dann über die Zugangsdaten ein, mit denen man sich beispielsweise auch im Learnweb anmeldet. Die Möglichkeit einer institutionellen Anmeldung variiert und ist nicht bei allen Angeboten gegeben.
Für die zweite Möglichkeit müssen wir ins Campusnetz gelangen. Dafür hat die Uni auch schon bereits vor der aktuellen Situation eine Lösung bereitgestellt. Mithilfe eines VPN (Virtuell Private Network) können wir von daheim (oder unterwegs) von außen auf das Uninetzwerk zugreifen. Das Uni-VPN ist allerdings für Studierende momentan werktags von 10 bis 16 Uhr nicht benutzbar. Um Ressourcen zu schonen, aber den Studierenden dennoch Zugriff auf Datenbanken oder E-Books zu ermöglichen, hat die Uni ein Studi-VPN eingerichtet. Eine Anleitung zum Einrichten dieses VPN verlinke ich euch hier.
Wenn wir auf eine lizensierte Datenbank zugreifen möchten, melden wir uns entweder über unsere Institution an oder nutzen das Studi-VPN. Für die institutionelle Anmeldung ist ein VPN-Zugang nicht nötig. Wenn diese aber nicht möglich ist, ist es sinnvoll, auf das VPN zurückzugreifen.
Datenbanktypen
DBIS bringt Ordnung in die Flut der vielfältigen Datenbanken. Nicht aufgelistet in DBIS sind klassische Bibliothekskataloge wie unser Hilkat oder der Gemeinsame Verbundkatalog (GVK) oder Suchmaschinen wie der Karlsruher Virtuelle Katalog (KVK).
Bei der Auswahl von passenden Datenbanken für die eigene Recherche ist Folgendes zu beachten: Kataloge geben explizit Auskunft darüber, wo Literatur zu finden ist, während Bibliographien aufweisen, dass es Literatur zu finden gibt. Ich muss beim Verwenden einer Datenbank überlegen, welche Auskunft diese mir überhaupt geben kann. Nützlich dabei ist auch immer ein Blick auf thematische Schwerpunkte, die in DBIS steckbriefartig aufgeführt sind.
Operatoren
Mit sogenannten Operatoren kann ich meine Suche öffnen oder spezialisieren. Die Operatoren, die bei vielen Datenbanken funktionieren, sind Boolesche Operatoren. Zu ihnen gehören die Begriffe AND, OR oder NOT. AND verbindet, OR erweitert und NOT schließt die Suchbegriffe aus. Suche ich beispielsweise nach Literatur zu Francesca Woodmans Fotografien, lohnt es sich, mein Suchverhalten je nachdem anzupassen; denn tippe ich Woodman AND Fotografie in die Suchleiste, wird mir Literatur angezeigt, in der beide Schlagworte zusammengehören. Bei Woodman OR Fotografie wird meine Suche zu beiden Begriffen geöffnet. Die Eingabe von Woodman NOT Fotografie führt zu Ergebnissen der Suche nach Woodman außerhalb des Kontexts von Fotografie.
Weiß ich bei einer Recherche einen Buchstaben meines Suchbegriffs nicht mehr genau, dann kann ich den Buchstaben durch ein ? ersetzen. Dies ist besonders hilfreich bei Namen. Habe ich zum Beispiel vergessen, wie ein*e bestimmte*r Wissenschaftler*in geschrieben wird und ich nach Publikationen dieser Person suche, ließe sich mithilfe von ? meine Suche vereinfachen. War es Linda Nochlin oder Nochlyn? Setze ich Nochl?n in die Suchleiste, werde ich fündig und weiß: Die Kunstwissenschaftlerin wird Nochlin geschrieben. Während das ? nur ein Zeichen beinhalten kann, bietet sich ein * als Platzhalter für mehrere Zeichen an. Wenn ich Literatur um das Thema Feminismus finden möchte, kann ich femini* suchen, woraus sich unter anderem folgende Suchanfragen ergeben: feminismus, feminism oder feministisch. Weitere Suchtipps (speziell für Hilkat) sind verlinkt.
Details bei der Suche
Ich nutze gern die Möglichkeit der erweiterten Suche, da ich dort meine Suche gezielter ausrichten kann, indem ich beispielsweise speziell nach Autor*in, Jahr oder Ort einer Veröffentlichung suche. Bei der erweiterten Suche gilt es stets zu beachten, dass es einen Unterschied zwischen Stichwort und Schlagwort gibt. Die Stichwortsuche ist begrenzt auf den Titel einer Veröffentlichung, während Schlagworte sozusagen Hashtags für Datenbankeinträge sind. Datenbanken versehen ihre Einträge mit Schlagworten, die im Kontext zur Publikation stehen. Die Schlagwortsuche kann sehr wirksam sein, wenn man Begrifflichkeiten verbinden, kontextualisieren oder spezialisieren möchte. Suche ich Publikationen zu einem*r Künstler*in im Kontext einer bestimmten Institution bietet sich dabei die Schlagwortsuche als vielversprechende Möglichkeit an.
Eine weitere hilfreiche Methode bei der Suche kann der Austausch von Worten durch Synonyme sein oder, soweit es möglich ist, sich nicht nur auf deutschsprachige Begriffe zu begrenzen. Gibt es vielleicht (Fach-)Ausdrücke, die im Kontext des Themas häufig auftauchen und in der Forschung relevant sind? In der Kunstwissenschaft ist die interdisziplinäre Forschung von großer Bedeutung, deswegen nützt oft auch ein Blick zum Beispiel in die Philosophie, Geschichts- oder Sozialwissenschaft.
Unser Bibliothekskatalog, der uns eine Auswahl an digitalen und analogen Ressourcen zur Verfügung stellt.
Spätestens ab der Fernleihe beschäftigt man sich mit dem Gemeinsamen Verbundkatalog. Die Suche ist frei zugänglich und ohne Anmeldung problemlos möglich. Der Katalog ist ein Zusammenschluss aus über 1.000 Bibliotheken Deutschlands, Österreichs und leihverkehrsrelevanten Bibliotheken Deutschlands, in welchem über 65 Mio. Titel erfasst sind. Bei der erweiterten Suche bietet sich die Möglichkeit unter Sachgebiet Kunstwissenschaft, Kategorien sortiert nach Suchbegriffen zu durchstöbern.
Der Karlsruher Virtuelle Katalog ist keine eigenständige Datenbank, sondern eine Suchmaschine, die auf bestehende Datenbanken und Systeme zurückgreift. Von Vorteil ist hier die Auswahlfunktion von Datenbanken, so ist der gleichzeitige Zugriff auf Daten von beispielsweise Bibliothekskatalogen und dem Buchhandel möglich.
Der Art Discovery Group Catalogue bietet durch Kooperation mit mehr als 60 Kunstbibliotheken weltweit und integrierten Zugriff auf weitere Ressourcen wie Kubikat oder der Bibliographie der Kunstgeschichte (BHA) die freie Möglichkeit zur Literatursuche von kunstbezogenen Veröffentlichungen. Mir gefällt die große Auswahl an Filtern bei der Suche und die Abbildung der Covers vieler Publikationen.
Startseite Art Discovery Group Catalogue
Répertoire international de la littérature de l’art und die Bibliography of the History of Art sind online und frei als Zusammenschluss erreichbar durch The Getty. Es handelt sich bei dieser Datenbank um einen Zusammenschluss der beiden Bibliographien. RILA sammelte von 1975-1989 und BHA von 1990-2007 Daten zu Veröffentlichungen und zusammen zeigen sie damit Literaturhinweise zu Aspekten und Themen der Kunst. Bei der Suche ist es klug darauf zu achten, in welcher Sprache die Schlagworte sind, die man verwendet, da deutsche Schlagworte nur zu deutschsprachigen Einträgen führen.
ARTbibliographiesModern ist eine Fachbibliographie zur Kunst der Moderne und zeitgenössischen Kunst. Wir erreichen die Bibliothek durch ProQuest, melden uns durch unsere Institution an und können loslegen mit der Suche. Am schnellsten und einfachsten finde ich den Zugriff auf die Bibliographie über den Link beim DBIS.
Die Möglichkeiten von Arthistoricum.net sind gewaltig und stehen uns frei zu Verfügung. Die Suchfunktion bietet vielfältige Auswahl. Auf der Suche nach Literatur empfehle ich, den Suchraum Katalog auszuwählen. Sehr nützlich ist die Verlinkung zu Bibliothekskatalogen beziehungsweise Standorten oder der Plattform Kubikat. Mein Tipp ist, sich selbst ein Bild vom Angebot auf Arthistoricum zu machen, da es so viele tolle Optionen gibt, sich mit Kunstgeschichte und Kunstwissenschaft auseinanderzusetzen.
Als gemeinsamer Bibliothekskatalog mehrerer deutscher universitätunabhängigen kunsthistorischen Forschungsinstitute steht Kubikat uns als Recherchetool zur freien Verfügung. Ein Vorteil von Kubikat als Fachkatalog besteht darin, dass bei der Suche nicht nur Bücher und Zeitschriften, sondern auch detailliert Aufsätze aus Zeitschriften oder Sammelbänden zu finden sind.
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Diese Datenbank ist nur im Campusnetz für uns zugänglich und wir benötigen unser VPN. OLC Kunst und Kunstwissenschaft wertet aktuell 427 Zeitschriften ab 1993 aus, um Aufsätze und Rezensionen sichtbar und suchbar zu machen. Thematisch liegt der Schwerpunkt dabei auf Kunstwissenschaft, Europäischer Kunstgeschichte bis 1945, zeitgenössischer Kunst und Architektur ab 1945, Fotografie, Industriedesign und Gebrauchsgrafik.
OLC Kunst und Kunstwissenschaft Übersicht über DBIS
Die Zeitschriftendatenbank und Elektronische Zeitschriftenbibliothek sind beide frei zugängliche Dienste. ZDB ist ein Katalog, in dem man Titel von Zeitschriften und Zeitungen beziehungsweise Veröffentlichungen, die in regelmäßigen Abständen wiederkehrend in gedruckter oder digitaler Form erscheinen und in Bibliotheken in Deutschland oder Österreich vorhanden sind, suchen kann. Die EZB beschränkt sich auf den elektronischen Zeitschriftentypus und informiert über Zugänglichkeit über ein Ampelsystem. Hier lohnt sich ein Blick darauf, ob unsere Institution möglicherweise eine Lizenz erworben hat. Außerdem gibt die EZB Überblick über Zeitschriftentitel in alphabethischer Reihenfolge nach Fachgebiet sortiert.
Die Suche auf DigiZeitschriften ist zwar ohne Lizenz möglich, allerdings ist es von Vorteil, mit dem VPN verbunden zu sein, um das Angebot nach unseren Möglichkeiten voll auszuschöpfen. DigiZeitschriften ist ein elektronisches Archiv und Spezialisierung liegt auf deutschen Fachzeitschriften mit großer wissenschaftlicher Bedeutung.
Diese Datenbank wird interessant, wenn man sich beispielsweise mit aktuellen Forschungsständen bekannt machen möchte oder gerade selbst eine Abschlussarbeit schreibt. Auf ArtTheses kann man nach abgeschlossenen Magister-, Master- sowie begonnenen und abgeschlossenen Dissertationen suchen. Die Einträge basieren auf Daten der Zeitschrift Kunstchronik, die jährlich Meldungen zu abgeschlossenen Abschlussarbeiten aus deutschen und ausgewählten ausländischen kunsthistorischen Hochschulen und Forschungsinstituten sammelt. Mit ArtTheses kann man nur recherchieren und erhält keinen Zugriff auf die jeweiligen Inhalte der Arbeiten.
Für eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Thema des kunstwissenschaftlichen Arbeitens empfehle ich Erfolgreich Recherchieren – Kunstgeschichte von Angela Karasch, welches wertvolle Quelle bei der Recherche zum Blogbeitrag für mich war.
Ich verlinke euch noch hilfreiche Videotutorials zu Suchfunktionen von der Unibibliothek Hildesheim. Im nächsten Teil von Kunstwissenschaftlich Arbeiten im digitalen Semester geht es um die Beschaffung von Literatur durch unter anderem den Scandienst und Volldatenbanken.
Ein Beitrag von Marina Bohn.