Kultur goes virtual

Ein Beitrag von Eve Bernhrdt

Das Jahr 2020 hat viele kulturelle Veranstaltungen auf den Kopf gestellt. Konzerte können nicht mehr stattfinden, wie gewohnt. Kinos wurden zeitweise oder endgültig geschlossen, stattdessen leben Autokinos wieder auf. Die Leipziger Buchmesse fiel ganz aus.

 Auch wenn mittlerweile mehr nicht digitalen Veranstaltungen wieder erlaubt werden, haben sich in der Zwischenzeit viele Veranstaltungen in den virtuellen Raum verschoben: So werden beispielsweise Poetry Slams nun online in Instagram Stories ausgetragen. Andere Veranstaltungen, wie etwa die Frankfurter Buchmesse, werden in Hybridformen geplant: Die Frankfurter Buchmesse soll teils in Präsenz, teils aber auch virtuell stattfinden.

Aber, wie sah es eigentlich vor Ausbruch des Corona-Virus aus? Zu Festivals und Messen, die schon vor der Pandemie komplett virtuell stattfanden, ließ sich in meiner Recherche sich kaum etwas finden. Stattdessen viel zu Festivals und Messen rund um das Internet, um digitale Technik, und um Virtualität, die allerdings überhaupt nicht virtuell zu besuchen waren.

Übrigens: Auch die Internet World Expo, die jährlich in München stattfindet, musste dieses Jahr kurzfristig ausfallen. Sie ist für das nächste Jahr wieder in Präsenz geplant. Auf der Website ist schnell ein Hygienekonzept zu finden, aber keine Intention, die „Internetmesse“ auch, zumindest zu Teilen, im Internet stattfinden zu lassen (zumindest auf den ersten Blick).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anders hingegen sieht es aus, sucht man nach Veranstaltungen mit virtuellen Anteilen. So wurde beispielsweise von Arte und teils auch 3sat das Hurricane Festival schon mehrfach in Folge als Livestream übertragen. Auch andere Veranstaltungen, wie beispielsweise Fußball-Meisterschaften, Konzerte, Comedy-Shows oder sogar einige Lesungen waren schon lange im Fernsehen, im Radio oder online mitzuerleben.

 

 

 

  

 

 

 

 

 

Weitere virtuelle Vorbilder waren beispielsweise auch Livestreams auf Instagram, dort gibt es seit einiger Zeit die Möglichkeit einen weiteren Account zu den Livestreams einzuladen, und so ein virtuelles Gespräch live zu führen. Andere Optionen bieten beispielsweise die Möglichkeit einer virtuellen Fragestunde.

Netflix, ein Video-on-Demand Anbieter, der bereits seit 2007 Filme in seinem Online-Dienst zum Streaming bereitstellt, und seine Konkurrenz ermöglichten digitale Premieren, auf die die Filmindustrie auswich, als die Kinos (vorläufig) schließen mussten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Viele Möglichkeiten, die zu Zeiten des Lockdowns und des Social Distancings scheinbar neu entdeckt wurden, gab es schon zuvor. Sie wurden allerdings weniger und oft nur begleitend genutzt, für alle, die nicht beim tatsächlichen Event dabei sein konnten. Dies hat sich nun verschoben.

Für die Zukunft stelle ich mir Hybridvarianten vor. Viele Veranstaltungen werden weiterhin auf die Präsenz vor Besucher*innen ausgelegt sein. Sie werden allerdings vermehrt virtuell mitzuerleben sein. An dieser Stelle kann ich mir auch vorstellen, dass es oftmals auch einzelne Programmpunkte geben wird, die nur virtuell erlebbar sein werden und speziell auf das Publikum ausgerichtet sind, die Veranstaltung virtuell mitverfolgen.

 

Bildquellen: Hurricane Festival: Flickr, Livestream: Unsplah, Netflix: Unsplah

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