Nachdem wir gemeinsam eine Utopie der Domäne geschrieben haben, gilt nun zu schauen, wie aus der Utopie Realität werden kann – zumindest ein bisschen. Wie sind andere Universitäten aufgebaut? Welche Studi-Initiativen wurden bereits entwickelt? Kann aus einer Utopie Wirklichkeit werden? Lass es uns jetzt herausfinden und dabei vielleicht noch ein bisschen weiter träumen! Das Leben am Uni-Campus im Vergleich.
Unsere Ausgangssituation
Du hast die Utopie verpasst? Kein Problem, das können wir nachholen:
Bei meinem vorherigen Beitrag „Eine Utopie der Domäne als Campus“ habe ich bei meiner Umfrage und den Gesprächen mit euch festgestellt, dass einige Schwierigkeiten hatten, wirklich utopisch zu denken. Eine Utopie bedeutet dem Duden nach ein „undurchführbar erscheinender Plan“ oder auch „Idee ohne reale Grundlage“. Doch aufgrund essenzieller Grundbedürfnisse am Kulturcampus wie eine richtige Versorgung und zuverlässige, regelmäßige Busanbindungen, fällt es schwer, darüber hinaus zu denken. Daraufhin bin ich in die Recherche gegangen. Was haben andere Unis womöglich schon umgesetzt, von dem wir inspiriert werden können, um in unsere Utopie ein wenig Realität zu bekommen. Bevor wir starten möchte ich noch betonen, dass ich ausschließlich Internetrecherche betrieben und mit Informationen vonseiten der Universitäten arbeite, bedeutet wie die Studierende selbst das vor Ort sehen kann ich nicht sagen. Zusätzlich lag mein Fokus darauf zu schauen, was andere Universitäten haben, was uns noch fehlt, mit Schwerpunkten Mensa, Bibliothek, Specials und Semesterticket. Schlussfolgernd bedeutet dies, dass die anderen Unis nicht automatisch besser sind. Aber nun lasst uns mal beginnen.
First things first: Essen
Während wir in der Utopie von einem All you can eat Buffet und Studi-Cafés am Campus geträumt haben, sind dem schon andere viel näher wie die Universität Rotstock, Bayreuth und die TU Dresden. In Rostock haben viele Mensen von 08 bis 20 Uhr auf, mit Frühstück und Mittagstisch. Eine Mensa hat sogar bis 22 Uhr auf, genauso wie es bei einer auch samstags von 12 bis 14 Uhr Mittagessen gibt. In Bayreuth haben ebenfalls zwei Standorte auch samstags für ein paar Stunden geöffnet. An dieser Uni findest du nicht nur eine Mensa, sondern auch einen Frischraum, Cafeterien und eine Salatbar. Öffnungszeiten unterscheiden sich von den Standorten, doch auch hier sind die Öffnungszeiten von 08 bis 16 Uhr oder von 11 bis 19Uhr. Ich habe einen Blick auf den Speiseplan geworfen und was soll ich sagen: Das klang verdammt gut und für alle ist was dabei! Die TU Dresden verführt mit einer veganen Gemüsetheke und ebenfalls einer Salatbar. Doch noch besser klang die Information, dass dort täglich Pasta angerichtet wird, die du anschließend auf der Terrasse bei Sonnenschein im Sommer genießen kannst.
Natürlich können wir sagen, dass wir doch eine Mensa am Hauptcampus haben, die von 11:30 bis 14:15 uns frisches Essen und Burger und Pizza anbietet. Doch das Problem ist, davon profitieren mehrheitlich nur die Studierenden, die auch ihre Kurse am Hauptcampus haben. Für alle an anderen Campus gestaltet es sich zeitlich oft, als nicht machbar, in den Pausen den Campus fürs Mittagessen zu wechseln. Doch sowohl ist in Planung, die Marie, also den Essenswagen an der Domäne zusätzlich morgens für ein paar Stunden kommen zu lassen, als auch eine Abendmensa am Hauptcampus zu eröffnen. Wenn das in der Umsetzung klappen sollte, wären wir von der Utopie einen Schritt näher an der Wirklichkeit.
Uni Bibliothek in gemütlich – das geht!
Die Universität in Lancaster, im Nordwesten von England, zeigt, wie eine Bibliothek auch optisch zum Arbeiten einladen kann! Zunächst gibt es einen Aufenthalts- und Gemeinschaftsraum, der mit Holzmöbeln und vielen Pflanzen mehr Café Ambiente schafft als der Fakt, dass sich der Raum im Zentrum des Uni-Campus befindet. Wenn dir nach einem ruhigen Arbeitsplatz ist, kannst du dir eine kleine Holzkuppel im Wald buchen. Insgesamt passen vier Menschen rein und es gibt drahtloses WLAN. Nur im Winter sollte man sich besser warm anziehen, denn eine Heizung gibt es dort nicht. Und wenn du nicht draußen arbeiten willst, dann findest du ebenfalls in der Bib eine große Wand mit echten Pflanzen. Und als Kirsche auf der Sahne, hat die Uni 24/7 geöffnet, außer in den Semesterferien, da „nur“ von 08 bis 22Uhr.
Aber auch in Deutschland sind bereits fortgeschrittene Bib Angebote vorhanden. Die TU Dresden bietet in Kernprüfungszeiten sogenannte „Aktive Lernpause mit Pfötchen“ an. In 15 bis 25-minütige Zeitslots kann allein oder in Kleingruppen von bis zu vier Personen Zeit mit einem Therapiehund verbracht werden. Dabei wird selbstverständlich auf das Wohlbefinden des Hundes geachtet, weswegen vor jedem Termin vorher mit der Fachkraft der Termin nochmal abgeklärt wird und die Fachkraft über den gesamten Zeitraum dabei ist. Wenn du mal komplette Stille benötigst oder beten willst, dann kannst du dies im Ruheraum tun.

Zum Schluss dieses Kapitels kommen wir noch zu den Öffnungszeiten der Bibliotheken, wie ich sie bei Lancester bereits genannt habe. Die Universität in Rostock hat von Montag bis Sonntag im Zeitraum von 08 bis 12 Uhr bis Mitternacht auf. In Bayreuth kommst du ebenfalls in den meisten Bibliotheken von 08 bis 19 Uhr rein, vereinzelt unter der Woche auch bis 22/24 Uhr. Bei der Uni Köln kannst du dir vor ab online die Auslastung der Bib ansehen und sie montags bis freitags von 09 bis 24 Uhr und am Wochenende von 09 bis 21 Uhr besuchen. Bei der TU in Dresden ist die Besucher*innenanzahl in der Bib ebenfalls online einsehbar. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Samstag von 08 bis 24 Uhr und Sonntag 10 bis 20 Uhr. Zum Vergleich, die Uni in Hildesheim hat ihre Bib Montag bis Samstag von 9 Uhr bis 21Uhr geöffnet und samstags von 10 Uhr bis 18 Uhr. Um den Zahlen wirr zu entkommen, lässt sich kurz fassend sagen, dass viele andere Universitäten deutlich längere Öffnungszeiten ihrer Bibliotheken haben und dies in Hildesheim ebenfalls wünschenswert wäre.
Special Angebote – wer liebt sie nicht?!
Wenn du in Rostock studierst, hast du die Möglichkeit dir Lastenräder zu leihen. Diese kannst du dir ebenso bei der AStA leihen, so wie ein Auto für Uni-Zwecke. Darüber hinaus hat die Uni einen botanischen Garten, in welchem auch Seminareinheiten stattfinden.
Und ursprünglich wollte ich davon schwärmen, dass die Uni in Rostock einen Veranstaltungskalender hat, doch dann hat mich eine Person aus meinem Freund*innenkreis darauf aufmerksam gemacht, dass wir ebenfalls einen haben, auch wenn dieser noch ausbaufähig ist. Und tatsächlich haben wir sowohl einen allgemeinen als auch nochmal eine Pinnwand speziell für den Kulturcampus. Hier werden regelmäßig aktuellen Veranstaltungen und Aufrufen angezeigt. Es lohnt sich, vorbeizuschauen:
Und wenn du in Rostock außerhalb der Uni zu einer Kulturveranstaltung gehst, dann kannst du dies kostenlos tun. Auch in Hannover ist zumindest der Theater/Oper/Ballett Eintritt, ab zwei Tagen vor Vorstellung für die Studierende kostenfrei. Wenn wir wieder zurück zum Grünen kehren, kommen wir zur TU Dresden, mit ihrem Grünenseminarraum, der für bis zu 30 Menschen Platz bietet und mit einer Projektionswand ausgestattet ist. In Köln hat der AStA mit den Studierenden das Projekt Campus-Garten aufgebaut. Gemeinschaftlich wird in Hochbeeten Obst, Gemüse und Kräuter angebaut. Von einem Imker werden Bienenkästen vor Ort betreut. Der Campus Garten wird sowohl zur Entspannung als auch für Veranstaltungen genutzt. Die Öffnungszeiten sind davon abhängig, ob Menschen aus dem Team vor Ort sind.
Wusstest du, dass wir an der Domäne ebenfalls einen Freiluftseminarraum haben? Er befindet sich hinter dem Philosophiegebäude. In meinem Projektsemester durfte ich dort viel Zeit verbringen. Es ist schade, dass er nicht noch viel mehr genutzt wird. Insgesamt könnte die viele freie und grüne Fläche an unserem Campus dafür genutzt werden, ihn noch einladender zu gestalten und ebenfalls Hochbeete anzubauen. Natürlich wäre da die Frage, wer sich um diese kümmert, doch ich bin zuversichtlich, dass sich dafür eine Lösung finden würde.
Zu guter Letzt noch die Uni Bayreuth, die eine Kooperation mit UniNow hat. Sie haben eine App, die sowohl den Mensaspeiseplan anzeigt, als auch die ausgeliehenen Bib Bücher verwaltet und die individuellen Prüfungsergebnisse angezeigt werden können. Ebenfalls werden hier News zu Veranstaltungen publiziert.
Schön und gut, aber was kostet das alles? – Das Semesterticket
Für das kommende Wintersemester 23/24 hat die Uni Bayreuth den günstigsten Semesterbeitrag mit 142, 85 Euro. Am teuersten war die Uni Hannover mit 395, 89 Euro. Damit ist Hildesheim noch mit 372,65 Euro unter Hannover, aber deutlich über Bayreuth. Für die Uni in Lancaster konnte ich leider nicht herausfinden, welche Kosten das Studium dort aufbringt. Allerdings zahlen sie dort immer für ein gesamtes Jahr und werden in verschiedene Stufen eingeordnet, nach welchen unterschiedlich viel zu zahlen ist. Die Stufen sind zunächst danach geordnet, ob du zu den internationalen Studierenden gehörst oder aus England kommst. Dann ist eine weitere Kategorie, was du studierst.
Und was nun?
Durch die Recherche habe ich gesehen, wie andere Unis aufgebaut sind, was spannend war und hoffe euch mit dem Beitrag ebenfalls einen kleinen Eindruck geben konnte. Ich denke, dass dies sowohl für die Uni Hildesheim selbst als auch für uns Studierende vieles als Inspiration gesehen werden kann, um unser Campusleben aufzubessern. Insbesondere beim Thema Mensa ist aktuell Bewegung drin und du hast die Möglichkeit dich aktiv zu beteiligen. Im vergangenen Wintersemester 22/23 hat sich der Cozy Corner Club gegründet. Der Cozy Corner Club setzt sich für einen Aufenthaltsraum an der Domäne ein, einen Raum zum chillen, essen aufwärmen, arbeiten und vernetzen. Werde Teil vom Team und helfe den Cozy Corner Club zu verwirklichen. Hier kannst du der Telegram Gruppe beitreten:
Wenn du noch mehr Infos zur aktuellen Mensasituation an der Uni, insbesondere an der Domäne haben möchtest, dann empfehle ich dir den Artikel von meiner Kommilitonin Mirna Schippers:
Insgesamt steckt hier an der Uni noch viel Potenzial, vor allem durch den schönen Kulturcampus! Lasst uns also gemeinsam mit der Uni Realität in die Utopie bringen!
Ein Beitrag von: Fee Kristeit, veröffentlicht am 10.09.2023

