KALENDER

Alle Veranstaltungen des Fachbereichs 2 auf einen Blick

Januar

laufend

caring structures

“Jetzt könnte ein guter Zeitpunkt sein, unsere Vorstellung davon, wie eine Revolution aussehen könnte, zu überdenken. Vielleicht sind es keine wütenden, leistungsfähigen Körper, die als Demonstrationszug durch die Straßen ziehen. Vielleicht sieht es eher wie ein Stillstehen der Welt aus, weil alle Körper erschöpft sind – Care muss Priorität bekommen, bevor es zu spät ist.”

In dem Essay Get Well Soon (2020) skizziert Johanna Hedva ein Szenario, das im Frühjahr 2020 durchaus möglich zu sein schien. Es ist mit dem Appell und der Hoffnung verbunden, dass das Wissen um die universelle Verletzlichkeit aller Körper und die Einsicht in die gegenseitige Abhängigkeit zu einem gesellschaftlichen Umdenken führen. Care zu priorisieren und Sorgearbeit zu leisten und-oder auf Sorgearbeit angewiesen zu sein, bedeutet in einer kapitalistisch strukturierten Gesellschaft immer auch, in Reibung mit den normierten und normierenden Vorstellungen von Produktivität und Leistung zu kommen. Es ist an der Zeit, den Ableismus der Gesellschaft grundsätzlich in Frage zu stellen.

Um einen Raum für ein kritisches und zukunftsweisendes Nachdenken über Sorgetragen zu eröffnen, bringt die Ausstellung caring structures Arbeiten verschiedener Künstler*innen, Wissenschaftler*innen und Aktivist*innen zusammen. Sie forschen in Archiven zur selbstorganisierten Gesundheitsversorgung, denken über das Einander-Begegnen in Krisen nach, portraitieren Care-Arbeitende, formulieren das Manifest einer queeren und inklusiven Utopie, recherchieren Naturheilmethoden im Internet und geben Stimmen Raum, die nicht nur von Gesundheitssystemen strukturelle Diskriminierung erfahren. In Video- und Soundarbeiten, Zines, Aquarellen und Plakaten verweben sich aktivistische und subversive Taktiken mit dokumentarischen und poetischen Erzählweisen. Die Arbeiten regen zu einer Auseinandersetzung mit strukturellen wie individuellen Dimensionen von Care an und lösen die binären Vorstellungen von ‘krank’ und ‘gesund’, ‘leistungsfähig’ und ‘be_hindert’ auf. Dabei werden sorgetragende Strukturen erkennbar, die queer*feministische und kontrarassistische Forderungen ernst nehmen. Sie ermöglichen, sich eine inklusive und gewaltfreie Zukunft vorzustellen.

Wie würde die Welt aussehen, wenn wir radikal mitdenken, dass wir alle von Krankheit betroffen sind?

Die Ausstellung wird kuratiert von Nora Brünger und Leona Koldehoff und in Zusammenarbeit mit dem Team des Kunstvereins Hildesheim durchgeführt.

Die Ausstellung am Angoulêmeplatz 2 ist zur Zeit geschlossen.
Zur digitalen Repräsentation der Ausstellung geht es hier.

27. Januar, 12.30-40 Uhr

„POSTKOLONIALES KURATIEREN – VON DER UTOPIE ZUR WIRKLICHKEIT“

Eine Diskussionsrunde mit Jamila Al-Yousef (Musikerin / freie Kulturschaffende), Dr. Andrea Scholz (Ethnologisches Museum Berlin) und Abhishek Nilamber (SAVVY Contemporary) 

Ein kurzer Rückblick auf 2020:

Am 25. Mai wird George Floyd gewaltsam getötet, was weit über die USA hinaus eine verstärkte Auseinandersetzung mit rassistischen Strukturen zufolge hat.

Ab Juni entwendet der Aktivist Mwazulu Diyabanza während der Kolonialzeit geraubtes Kulturgut aus verschiedenen Museen und wird dafür zu einer Geldstrafe verurteilt.

Am 17. Dezember wird das Humboldt Forum im Neuen Berliner Schloss eröffnet, in dessen Sammlung sich zahlreiche, im Zuge der Kolonialisierung geraubte Objekte befinden.

Und 2021?

Wird sicher ein Jahr der Auseinandersetzung mit der Frage nach rassismuskritischen kuratorischen Arbeitsweisen und Formaten.

Wie kann und darf koloniale Raubkunst ausgestellt werden?

Welche Verantwortung kommt dabei Institutionen wie dem Humboldt Forum zu?

Wie können Künstler:innen in kuratorische Prozesse miteinbezogen werden?

Über diese und viele weitere Fragen wollen wir im offenen Dialog mit unseren Gäst:innen diskutieren.

https://bbb.uni-hildesheim.de/b/jul-3zw-y7v-q1n

TRAG DEIN EVENT EIN

 

Euer Institut organisiert eine Ringvorlesung? Dein Theaterkollektiv hat Premiere? Ihr organisiert eine Lesung oder eine krasse WG-Party? Der Kulturpraxis-Kalender ist für alle Veranstaltungen von und für den Fachbereich 2.

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