Jammen in Hildesheim?
Was geht und was noch fehlt
Eine Stadt mit Uni und Musikinstitut müsste doch eigentlich voll sein von musikalisch-kreativen Köpfen. Ist sie ja auch. Aber weshalb bekommt mensch als Hildesheimer Kulturinteressierte*r dann so wenig mit von aufstrebenden Bands? Warum stehen so viele Musiker*innen, die Lust auf Jammen und Kollaborationen haben, alleine da?
Klar wird dieser bedauernswerte Zustand durch Corona enorm begünstigt, aber das alleine ist es nicht. Meines Erachtens fehlt es hier einfach völlig an einer Kultur entspannten musikalischen Austauschs. Netzwerke entstehen somit nur sehr zaghaft. Zunächst eine Bestandsaufnahme: was gab und gibt es eigentlich an musikalischen Zusammekünften in Hildi?
Die einzige wirklich regelmäßige Session findet jeden Dienstag in der Bar Wild Geese statt.
+ Anlage, Schlagzeug etc. Vorhanden
+ auch während Corona am Start
– die Bühne schafft eine ziemliche Hemmschwelle
– es spielen oft dieselben Leute (was aber auch daran liegt, dass sich der Andrang in Grenzen hält)
+ Anlage etc. ebenfalls gegeben
+ auch neue Studis konnten die Veranstaltung übers LSF finden
– Uni ist nicht das chilligste Setting
– liegt seit Beginn der Pandemie flach
– war von ein, zwei Personen abhängig
Gelegentlich gab es Mittwochs statt Club VEB der Kufa eine Open Stage, allerdings nur vereinzelt. Zu weiteren Vor- und Nachteilen siehe Wild Geese.
Als neues Format soll es Akustik-Sessions in der Apotheke geben (unregelmäßig). Die erste ist für den 11. Februar geplant. Begrüßenswert!
Vergangenen Sommer habe ich mich bemüht, einen Jam-Funken zu entfachen. Es war einfach, Leute zusammenzutrommeln und Freitag Abend als Fixtermin zu etablieren. Dies verdeutlicht den Bedarf an solchen Formaten.
+ entspannte Athmosphäre
+ einigermaßen Niedrigschwellig
– geht nur im Sommer
– nur akustisch
– hing komplett an mir. Ich habe versucht, auch Verantwortung dafür abzugeben; hat überhaupt nicht geklappt. Alle waren total heiß darauf aber als ich keine Lust mehr hatte, das jede Woche in die Hand zu nehmen, ist es sofort zusammengebrochen
Für eine Stadt, in der mensch Musik studieren kann, ist das alles mehr als dürftig. Jamsessions bringen aber nicht nur Spaß, sondern sind zum netzwerken unabdingbar.
Deshalb: bitte mehr Jamsessions! Organisieren, machen und die vorhandenen Angebote nutzen und ausbauen! Lohnt sich 😉
Hast du Lust auf eine Jamsession? Schreib mir einfach eine Mail –>
Text und Foto von David Kammermeier, veröffentlicht am 25.10.2022