Kulturpraxis Kulturpraxis

kulturcampus.hi

Willkommen am Kulturcampus der @unihildesheim! 🫶🌈🏰

Folge uns auf Instagram
  • Veranstaltungen
  • Kulturcampus
    • Kuwicloud
    • FAQs
    • Campus
    • Über uns
  • Themenbereiche
    • Leben in Hildesheim
    • Studieren an der Domäne
    • Unser Kulturcampus
    • Wirken und Werken
  • Projektsemester
Wo wir sind:

Größere Karte anzeigen
Kulturpraxis Kulturpraxis
Veranstaltung eintragen
Kulturpraxis Kulturpraxis Kulturpraxis
  • Veranstaltungen
  • Kulturcampus
    • Kuwicloud
    • FAQs
    • Campus
    • Über uns
  • Themenbereiche
    • Leben in Hildesheim
    • Studieren an der Domäne
    • Unser Kulturcampus
    • Wirken und Werken
  • Projektsemester
  • Kulturcampus
  • Studieren an der Domäne

Auslandssemester an der Partneruniversität in Irland

  • 17. Juli 2020
  • Kulturpraxis

Vorbereitung und Planung

Kurswahl

Die Kurse musste ich schon von Deutschland aus im Learningagreement eintragen. Dabei hatte ich mir vorgenommen, ungefähr ähnlich viele Credits wie hier normalerweise zu erbringen – am liebsten so, dass ich das Angebot der Partneruni mit Themenschwerpunkten nutzte, die in Hildesheim weniger angeboten werden. Ein Grund, warum ich mich auch für das Auslandssemester entschieden hatte – gegen Ende meines Bachelorstudiums noch mal in andere Gebiete reinzuschnuppern. Auch war mir wichtig, dass ich neben der Uni noch genug Zeit haben würde zum Reisen, zum Erkunden, zum Land und Leute Kennenlernen. Da ich schnell bemerkte, dass die Semesterwochenstunden in Dundalk in der Regel mehr waren als bei uns ist, entschied ich mich für fünf Kurse.

Das Ausfüllen des Learningagreements hat mir allerdings zeitweise alle Nerven geraubt. Von so weit weg, ist es meist schwierig schon eine Wahl zu treffen, die dann auch umsetzbar ist. Die Betreuungskraft aus unserem Fachbereich konnte mir leider auf Fragen so gut wie gar keine Antworten geben, das International Office in Dundalk wollte mir auch im Vorhinein keine weitern Auskünfte geben und sagte mir, es werde alles in der Einführungswoche gemeinsam besprochen. Auf der Homepage erkannte ich auch, dass anders als bei uns an der Domäne, für die Studis dort ein ziemlich strikter Stundenplan vorgelegt wird. Abgesehen von ein paar Wahlmodulen gibt es jedes Semester mehr oder weniger das gleiche Angebot, das die jeweiligen Jahrgänge im Klassenverband gemeinsam durchlaufen. Wie ich später dann erfahren habe, war ich allerdings als “International Creative Media for Erasmus Incoming” unabhängig davon. Ich musste mich nicht für ein einziges Studienfach oder Semester entscheiden. Im ganzen Fachbereich Creative Media hatte ich die freie Wahl. Alles Informationen, die leider in der Vorbereitungsphase Mangelware waren. Aber ich glaube, dass Unerwartetes auf sich zukommen lassen, flexibel reagieren, sich den Umständen anpassen, gehört alles zu der Erfahrung eines Auslandssemesters dazu.
Für weiter Interessierte an dem Aufbau der Studienprogramme und Semesterinhalte: Prospekt für die Undergrade-Programme. Welche Kurse ich letztendlich hatte und womit wir uns dort beschäftigt haben, findet ihr hier.

Unterkunftssuche

Die Unterkunftssuche hat sich, wie schon zu vermuten, nicht ganz so einfach gestaltet. Erstens natürlich durch die große Distanz, da ich nicht eben am Nachmittag mal was besichtigen konnte und zudem auch durch die Art und Weise, wie Wohnungssuche in Irland funktioniert. Wünschenswert war es für mich anfangs, wenn die Unterkunft schon vor der Ankunft gewiss gewesen wäre und ich mich nicht noch mit quälenden Gedanken herumtreiben hätte müssen, wo ich das Semester über unterkommen werde, ob ich überhaupt etwas finden werde.
Für Leute wie mich, die gerne auf der sicheren Seite sind, sind Studentenwohnheime wohl bekanntlich ja eine gute Lösung. Davon gibt es zwei in Dundalk: Mourne View Hall und Dundalk Student Village.
Von ersterem habe ich noch nicht mal eine Rückmeldung erhalten, was die ganze (fehlende, unprofessionelle) Organisation dieser Unterkunft widerspiegelt. Vor Ort konnte ich mich glücklich schätzen, dort kein Zimmer bekommen zu haben. Denn wie ich von dort lebenden Kommilliton*innen und Freund*innen erfahren habe und auch bei Besuchen selbst gesehen habe, sind die 3er bis 4er Apartments ziemlich schmutzig und heruntergekommen. Eine Renovierung wäre also mehr als notwendig.
Ein Plus-, aber gleichzeitig, wie ich finde, auch ein großer Minuspunkt war, dass dort hauptsächlich Erasmus Studierende gewohnt haben. Zur nächsten Party hatten es die Studis dort also nicht weit, aber natürlich bestand die große Gefahr, in der ach doch so komfortablen Erasmus-Blase zu versacken…das hat sich aus meiner Perspektive für die meisten dort auch bewahrheitet.
Das zweite Wohnheim “Dundalk Student Village” direkt am Campus schied für mich schon ziemlich am Anfang aus, da die Mindestmietdauer ein Jahr beträgt…für die meisten Erasmus-Studierenden also nicht geeignet, es sei denn man plant, gleich schon länger dazubleiben und organisiert sich mit Nachfolger*innen der jeweils eigenen Uni.

Auch wenn es etwas komplizierter war, bin ich froh, dem Tipp gefolgt zu sein, ein privates (WG-) Zimmer zu suchen. In der Regel muss man jedoch vor Ort sein, um einen Besichtigungstermin zu vereinbaren. Denn häufig läuft es nach dem Prinzip “First-come-first-serve” ab, sodass auch direkt nach der Besichtigung schon der Vertrag unterzeichnet werden kann.
Ich habe mir für die ersten paar Nächte ein Airbnb-Zimmer gemietet und habe mich vor Ort dann auf die Suche begeben. Allerdings hatte ich auch das große Glück, dass drei Tage vor meiner Ankunft ein Angebot in einer Facebook-Gruppe gepostet wurde. Ich vereinbarte einen Besichtigungstermin direkt wenige Stunden nach meiner geplanten Ankunft und schließlich fand ich so noch am ersten Tag in Dundalk etwas annehmbares. Allerdings spielte auch der passende Zeitpunkt eine große Rolle, denn ich bin extra zwei Wochen vor Vorlesungsbeginn angereist, um genug Zeit zu haben, mich vor Ort zu organisieren und einzuleben. Zu diesem Zeitpunkt waren noch nicht viele Wohnungssuchende unterwegs und so ist mein Plan aufgegangen.
Plattformen, die ich während der Suche immer wieder gecheckt habe, waren: https://www.rent.ie/; https://www.daft.ie/ bzw. https://www.daft.ie/student-accommodation/

Einzuplanende Kosten

Dass die Unterkunftskosten die Hildesheimer wahrscheinlich etwas übersteigen werden, war mir schon zu Beginn klar. Vor allem die Nebenkosten können in Irland schnell mal in die Höhe schießen, da das Gas für Heizung und Warmwasser ziemlich teuer ist. Der Guthabenbetrag auf der dafür aufzuladenden Prepaid-Karte ist oft im Nu verschwunden.
Die Uni hat mir damals eine kleine Liste der zu erwartenden Kosten pro Monat geschickt:
Unterkunft: 300€ (ist aus Erfahrung ziemlich optimistisch angesetzt gewesen)
Essen: 200€ (ähnliche Kosten wie hier in De)
Hobbies/Social Life: 200€
Das macht insgesamt ca. 700€ im Monat. Generell kann ich aus meiner Erfahrung sagen, dass sich die Kosten dort für mich in einem ähnlichen Bereich bewegt haben wie hier, da es ja auch immer sehr auf den individuellen Lebensstil ankommt.

Ankunft

Ich habe mich für den einfachsten und kostengünstigsten Anreiseweg entschieden. Von Deutschland aus flog ich bis nach Dublin und von dort aus ging es mit dem Bus Eireann 100x direkt nach Dundalk, wo ich nur 50 Minuten später ankam. Erinnern kann ich mich noch daran, dass die Haltestellen nicht angesagt oder angezeigt wurden und ich somit den Busfahrer bitten musste, mir Bescheid zu geben, wenn wir da sind.

Das Auslandssemester

Dundalk, die Stadt

Dundalk (irisch: Dún Dealgan) ist eine ca. 40.000 Einwohnenden-Stadt in der Province Leinster, in County Louth an der Ostküste der Republik Irland. Es liegt ziemlich genau zwischen den Haupstädten Dublin (ca.90km) und Belfast (ca. 90km), an der Grenze zu Nordirland.
In Irland sind Englisch und Irisch (Gällisch) offizielle Sprachen, die Währung in der Republik ist Euro.

Uni

Bibliothek: Die recht unregelmäßigen Zeiten der Bibliothek waren zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Über die College-Website gab es einen Plan, für den die Öffnungszeiten für jeden Tag einzeln eingetragen sind. Kernzeiten unter der Woche waren meistens etwa 9 Uhr bis 17 Uhr. In den Prüfungsphasen wurden diese dann oft verlängert. Selbst an Samstagen war die Bib nur gelegentlich geöffnet, Sonntags geschlossen. Mit dem Studiausweis konnte ich auch nur bis zu 10 Bücher gleichzeitig ausgeliehen, also anders als bei uns nicht unbegrenzt viele. Auch neu für mich waren die digitalen Selbstausleihestellen.

Vorlesungspausen: In der Regel waren die Kurse 60- bis 120- minütig, praktische Übungen sogar 180-minütig. Dazwischen waren allerdings keine offiziellen Raumwechsel o.ä. eingeplant. Das war ziemlich unpraktisch, aber das Problem betraf ja alle, Studis wie auch Dozierende. Nach einiger Zeit wurde diese merkwürdige Organisation so zur Gewohnheit.

Essen: Es gibt ein großes Campusrestaurant, das allerdings meiner Meinung nach ziemlich überteuert ist und sich daher weniger für den täglichen Besuch anbietet. Außerdem gibt es einige Cafés (u.a. Vertreter größerer Ketten wie Starbucks und Costa Coffeee) und Kioske, die allerdings auch eher Snacks und/oder Junk Food anbieten. Ich entschied mich also für die kostengünstigste und gesündeste Seite, indem ich mein eigenes Essen mitgebracht habe.

Societies und Erasmus Student Network: Am Anfang des Semesters gab es eine Ausstellung aller Societies in der Turnhalle. Es existiert ein breites Angebot von Landwirtschaft und Umwelt über Irish Dancing, Hurling oder Zirkusartistik bis hin zu Philosophie und Religion. Ich habe an verschiedenen Angeboten teilgenommen, sehr lieb gewonnen hatte ich das Irish Dancing (siehe Video rechts, Moves einer der Tänze, die wir gelernt haben), da es mal etwas ganz anderes war und auch überraschend viel Kondition und Konzentration gefordert hat. Das ESN hat im Laufe des Semesters vor allem viele Tagesausflüge in unterschiedliche Ecken Irlands angeboten, die es wert waren, gesehen zu werden. Zum Beispiel sind wir Samstags mit einem Bus zum Giant´s Causeway und zur Red Carriage Bridge gefahren.

5000 Studierende
500 Internationale Studierende
150 Erasmus Studierende

Die Benotung erfolgt wie bei uns auch nach dem ECTS System. In der Regel gibt es über das Semester verteilt mehrere Leistungen zu erbringen, die jeweils einen Teil der Gesamtnote ausmachen. So hängt nicht alles von nur einer Hausarbeit oder einer Klaur ab.
1st Class Honours (Distinction): 70%
2nd Class Honours, Merit Grade 1: 60%
2nd Class Honours Merit Grade 2: 50%
Pass: 40%
Ich hatte etwas Probleme, meine Leistungen manchmal wirklich einschätzen zu können. Aber die Aufsplittung in viele kleinere Leistungen, auch wenn es teilweise viel Arbeit erfordert hat, hat den Leistungsdruck etwas gemindert.

Cafés und Campus Restaurant
Students’ Union
Schreibwarenshop
Bank und ATM
Prayer-Room
Bibliothek
Health Unit (kostenfreier GP-Artzt)
Counselling Service

Dieses große Angebot innerhalb der Uni fand ich am Anfang auch etwas merkwürdig… Caféketten wie Starbucks oder Costa Café, ein Arzt und sogar eine Bank – es fühlte sich manchmal wie eine Ministadt an.

Meine Kurse

Hier haben wir das Pitchen von Filmen und Filmserien geübt. Dafür haben wir anfangs immer bestimmte Vorgaben bekommen, wie zum Beispiel, ein Crime Drama für mature audience” oder “Teendrama mit 6 Episoden”, zu denen wir dann die entsprechenden Ideen in Kleingruppen entwickelt haben und einen Pitch vorbereiten mussten. Im Pitch selbst wurden die Ideen bis aufs kleinste auseinandergenommen, kritisiert und verteidigt.

Hier ging es um die Kombination aus  Programmieren und Designvorstellungen. Mit einem Arduino-Kit haben wir verschiedene Versuchsaufbauten gemacht, diese dokumentiert und jeweils aus einem individuellen Blog veröffentlicht und am Ende ein etwas größeres Abschlussprojekt entwickelt. Wer genaueren Einblick in den praktischen Teil bekommen möchte, kann gerne auf dem damals angelegten, zugegebenermaßen auch nicht sehr professionellen, Blog vorbeischauen.

Wie auch der Physical Interface Kurs war auch dieser hauptsächlich praktisch angelegt. Wir haben in der ersten Semesterhälfte viel mit unterschiedlichen Materialien gezeichnet und gemalt, in der zweiten Semesterhälfte haben wir in Gruppen die Aufgabe eines Setdesigns bekommen, die allerdings meiner Empfindung nach recht improvisiert, unüberlegt und innovationslos erfolgte. Auch Reflexionsphasen waren kaum bis gar nicht vorhanden.

Wir haben viele verschiedene Meisterwerke des Europäischen Kinos zusammen gesichtet und anschließend im Tutorium analysiert und diskutiert. Auch wenn der Schwerpunkt eher auf einer Analyse statt auf einer kritischen Betrachtung lag, war der Kurs wählenswert, da viele Filme geschaut wurden und anhand dieser Merkmale des Europäischen Kinos herausgestellt wurden.

Ein sehr aufwendiger Kurs, in dem so einige Paragraphen auswendig gelernt werden mussten. In kleinen Teilen habe ich die Inhalte als hilfreich empfunden, aber größtenteils war es zu wenig an den Creative Media Bereich angebunden und eher nützlichem Allgemeinwissen zuzuordnen.

Freizeitgestaltung

DKIT Sports: Als Studierende am DKIT hatte ich automatisch eine Mitgliedschaft im DKIT Sports-Centre, das u.a. mit einem Gym, mehreren Indoor-Sportfeldern, einem Pool und sogar Jacuzzi sowie Steaming-Room ausgestattet ist. Es befindet sich in Nähe des Campus und war die perfekte Möglichkeit, sich nach einem langen Unitag körperlich auszupowern und runterzukommen.

Kultur: Omniplex-Cinema Dundalk, IMC Cinema Dundalk, Ain Tain Arts Centre, MAD Youth Theatre, St. Patrick´s Church
Im Anschluss an mein Semester (das Mitte Januar zu Ende war) habe ich noch ein zweieinhalbmonatiges Praktikum beim MAD Youth Theatre gemacht. Sie freuen sich immer über neue Ideen und tatkräftige Unterstützung.

Einkaufen: Marshes Shopping Centre, Dundalk Retail Park, für Lebensmittel Lidl, Aldi, Tesco und Dunnes Stores
Die Optionen sind zugegebenermaßen beschränkt, aber für in Hildesheim lebende Leute völlig ausreichend.

Natur genießen: Ice House Hill Park, St. Helenas Park, Dundalk Harbour/ Soldiers Point, Blackrock

kleine Ausflüge in der Umgebung: Blackrock, Castle Roche, Carlingford, Drogheda, für einen Tagesausflug Dublin und Belfast

Transport

Fahrrad: Für die Fortbewegung innerhalb von Dundalk bietet sich das Fahrrad ganz gut an. Im Studierendenausweis ist nämlich leider anders als bei uns kein Öffi-Ticket enthalten. Zu beachten war anfänglich natürlich vor allem der Linksverkehr und dass bei Dunkelheit eine Warnwestenpflicht herrscht. Die Fahrradwege sind, wenn vorhanden, auch nicht in bester Verfassung, Angst vor Straßenverkehr und vor Schlaglöchern wurde mir dort schnell abgewöhnt.

Bus und Zug: Für kürzere Strecken z.B. nach Dublin oder für eine Rundfahrt durch mehrere kleine Ortschaften, habe ich meistens Bus Eireann genutzt.
Auf weiteren Strecken wie von Dublin nach Cork oder Galway operieren die Busfirmen Aircoach oder citylink. Für einen akzeptablen Preis konnte ich also während meiner Reisen recht komfortabel von A nach B kommen und dabei noch die schöne irische Landschaft genießen.
Die Zugverbindungen sind in Irland nicht besonders gut ausgebaut, in manchen Teilen existieren sie gar nicht. Dundalk allerdings ist Richtung Dublin und Belfast gut angebunden, was für städtische Tagestouren sehr praktisch war.

Typisch irisch

Nationalsymbol Harfe

Irland ist mit der Harfe das einzige Land, das ein Musikinstrument als National-symbol hat. Einige der ältesten, aus dem Mittelalter stammenden Harfen finden sich im Trinity College in Dublin, wo sie auch besichtigt werden können. Während des 17. Jahrhunderts war das Spielen des Instruments verboten, heute wird sie im Irish Folk wieder gerne verwendet. Neben einer Euromünze, auf der die Harfe abgebildet ist, findet sie sich auch auf amtlichen Dokumenten und Pässen.

Mit Guinness den richtigen Riecher gehabt?

Die meisten kennen wohl das irische dunkle Bier, das wir Arthur Guinness zu verdanken haben. 1759 zog er nach Dublin und kaufte dort unter anderem eine alte Brauerei. “Wenn schon, denn schon” schien er sich damals gedacht zu haben, denn den Pachtvertrag ließ er sich für gleich 900 Jahre ausstellen!

Irish Redhead Convention

Der stereotypische Glaube, dass Iren und Irinnen rothaaring sind, ist natürlich Schwachsinn. De facto sind es nämlich nur ca. 9% der dortigen Bevölkerung. Um so erstaunlicher ist es, dass eigens für rotharrige Leute ein jährliches Festival entworfen wurde, dass einerseits eine Community schaffen möchte, andererseits aber auch mit seinem Charity-Partner “Irish Cancer Society” auf Krebserkrankungen aufmerksam macht.

Wie bitte, was?!

Muckanaghedderdauhaulia: Das ist der Name eines kleinen Dorfes in der Grafschaft Galway. Mit seinen 22 Buchstaben gar nicht so leicht auszubsprechen, oder?

Grianghrafadóireachta– so heißt das längste irische Wort, das übersetzt einfach nur Fotografie heißt. Die Aussprache ist eine echte Herausforderung für die meisten. Wanna give it a try?

Die Kirche zum Pub verwandeln

Irland ist für seine unzähligen, urigen Pubs bekannt. Vor allem das Dubliner Viertel Temple Bar, in dem sich rund 200 Kneipen und Restaurants finden, erfreut sich großer Beliebtheit. “The Church”, eine Anfang des 18. Jahrhunderts erbaute Kirche wurde 2005 zum Pub und Restaurant einschließlich Café, Nightclub und Barbeque-Area umfunktioniert. Dort wo Tourist*innen und Einheimische heute also schmausen, trinken und feiern, hat Arthur Guinness einst geheiratet und Jonathan Swift, der Autor von “Gulliver´s Travels” als Domdekan gedient.

St. Patrick war nicht irisch

Entgegen der weitverbreiteten Annnahme, dass St. Patrick irisch war, wurde er eigentlich in Großbritanien (Wales, Schottland oder England- hier herrscht Uneinigkeit) geboren. Mit 16 Jahren wurde er von irischen Plüderern gekidnapped und arbeitete so als deren Sklave als Schäfer. Nach 6 Jahren durfte er wieder nachhause und studierte Religion. Als ein Missionar kehrte er wieder nach Irland zurück. St. Patrick wird an seinem Todestag, dem 17. März gefeiert.

Verkehrte Welt

Die Magic Road

Bei diesem Fakt, kann man gar anfangen zu glauben, in einer mystischen Welt zu sein. In der County Waterford (Comeragh Mountains) und in der County Louth auf der Cooley-Halbinsel befinden sich nämlich Straßen, auf denen das Auto rückwärts einen Berg hochrollt. Ob es sich um eine optische Täuschung oder ein Phänomen der Erdmagnetfelder handelt? -Hier wurde noch kein Konsenz gefunden. Aber einen Besuch ist es bestimmt wert!

Heterosexuelle Ehe illegal

Irisch ist noch vor Englisch National- und vor allem Beamtensprache, das heißt, alle Gesetze sind jeweils in beiden Sprachen verankert. Einige Male kam es schon zu Übersetzungsfehlern bzw. Differenzen zwischen den beiden Versionen ein und desselben Gesetzes. So auch in 2015 als das eigentliche Ziel der Verabschiedung des Gesetzten war, die homosexuelle Ehe neben der heterosexuellen Ehe legal zu machen. Allerdings lautete es dann plötzlich: “A couple may, whether they are men or women, make a contract of marriage in accordance with law.”² Dies ist nicht eindeutig bzw. kann durch den Plural „men“ und „women“ so interpretiert werden, dass nur same-sex marriage gestattet ist, heterosexuelle Ehe demnach verfassungswidrig ist. Auf jeden Fall, ist die Ungenauigkeit schnell bemerkt und anschließend korrigiert worden.

Besitz von Ecstasy, Zauberpilzen, crystal meth und Ketamin erlaubt

Noch in der gleichen Woche im März 2015 wurden zahlreiche Drogen legalisiert,
jedoch dauerte es nicht lange bis der Gesundheitsminister Veto einlegte und somit umgehend die Neuerung rückgängig gemacht wurde, Die zwei verbleibenden Tage dazwischen nutzten viele Menschen aus – eine Gelegenheit, die sich schließlich nicht alle Tage auftut.

“Loophole means ecstasy and loads of other drugs are now legal (but only until Thursday)” ³

Ein Beitrag mit Fotos von Katharina Selbach

Genutzte Quellen: Pixabay,
¹ https://www.erkunde-die-welt.de/2016/03/26/schloesser-kloester-ruinen-burgen-irland/
² https://www.starobserver.com.au/news/international-news-news/ireland-almost-accidentally-bans-heterosexual-marriage/133877
³ https://www.thejournal.ie/tds-emergency-laws-drugs-1983239-Mar2015/
(Viele der Infos habe ich im Rahmen von Stadtführungen erzählt bekommen, daher wegen des zeitlichen Abstandes nur noch mal die Überprüfung der groben Fakten)
sowie in der auftauchende Reihenfolge die Videos, zuletzt aufgerufen am 25.02.2020:
Dundalk Timepapse GoPro: https://youtu.be/h1Tr4WwFFfU
Beginner Reel (Irish Dancing): https://youtu.be/zQ_Kzv4E3rE
Street musicans Galway: https://youtu.be/notqABgy5po
English Market Cork: https://youtu.be/nX4RHJoP2Lo
Irish Red Head Convention: https://youtu.be/F8A4IodsWko
Magic road: https://youtu.be/foIxkFCyL9g

Kulturpraxis

Related Topics
  • Auslandssemester
  • Creative Media
  • Erasmus
  • Erfahrungen
  • Irland
Voriger Artikel
Illustration aus dem Reader Grundbegriffe für kulturelle Bildung Kapitel Zum Verhältnis von kultureller und politischer Bildung
  • Kulturpolitik
  • Wirken und Werken

Grundbegriffe der kulturellen Bildung Resümee

  • 16. Juli 2020
  • Kulturpraxis
Weiterlesen
Nächster Artikel
  • Theater
  • Wirken und Werken

Theater in Corona-Zeiten

  • 20. Juli 2020
  • Kulturpraxis
Weiterlesen
Dir könnte auch gefallen
Weiterlesen
  • Kulturcampus

Kulturstudium – Freie Spielwiese oder Kreativitätskiller

  • Paula Spitzner
  • 30. August 2026
Weiterlesen
  • Kulturcampus
  • Literatur
  • Studieren an der Domäne
  • Wirken und Werken

„In diesem System wird der Trichter bis zur Buchveröffentlichung immer enger“

  • Thekla Eschemann
  • 12. Juli 2026
Weiterlesen
  • Banner
  • Kulturcampus
  • Leben in Hildesheim
  • Theater

POST APPLAUSE CLARITY

  • Carolin Chantal Schaefer
  • 6. Juli 2026
Weiterlesen
  • Banner
  • Kulturcampus
  • Wirken und Werken

Zungengewirr

  • Emilia Stemmler and Quynh Vy Dinh Dinh
  • 28. Juni 2026
Weiterlesen
  • Banner
  • Kulturcampus
  • Leben in Hildesheim

„Wenn ich mir in den Kopf setze, einen CSD in Hildesheim zu organisieren, dann mache ich das!“

  • Bente Schwichtenberg
  • 27. Juni 2026
Weiterlesen
  • Banner
  • Kulturcampus
  • Studieren an der Domäne

Unterwegs zwischen Wissen und Alltag: Das Pendeln zur Uni

  • Vivienne Wachowski
  • 23. Juli 2025
Weiterlesen
  • Kulturcampus
  • Studieren an der Domäne

Auslandssemester und was nun? Über das Ankommen in Hildesheim

  • Hermine Warnatz
  • 23. August 2024
Weiterlesen
  • Kulturcampus
  • Studieren an der Domäne

Ich bin einsam.

  • Fynn Koch
  • 15. August 2024
Kulturpraxis
  • Datenschutzerklärung
  • Impressum
  • Kulturcampus
  • Instagram
  • YouTube
transeuropa
litradio

Gib dein Suchwort ein und drücke Enter.