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Hildesheim zum Zuhause machen

  • 4. April 2021
  • Kulturpraxis

Die einleitenden Worte zu meiner Mission Hildesheim

(zu meinem Zuhause zu machen)

Allesamt hocken wir zuhause. Überall sehe ich die „Zuhause“-Symbole an und in den Instagram-Stories, allerdings, wenn ich mich selbst dazu hinreißen lasse, etwas zu posten, zögere ich, den Sticker mit dazu zu klatschen.

Klar, ich wohne jetzt hier – was schließlich die Grundvorraussetzung für ein Zuhause ist. Und auch, wenn ich mich nach dem Supermarkt wieder auf den Weg „nach Hause“ mache, fühlt sich diese Stadt im Großen und Ganzen noch nicht wirklich danach an.

Es ist auch wirklich schwierig, wenn das alte Zuhause noch so nah dran ist. Man hängt da noch dran und kann wegen Corona „die Neue“ (Hildesheim) nicht wirklich gut kennenlernen.

Hannover ist die Ex, mit der man nach der Trennung immer noch befreundet ist. Und man trifft sich auch immer noch andauernd. Und es fühlt sich alles so schön vertraut an. Und man weiß, wo alles ist. Und schließlich mag man sich ja auch gerne. Und die Freund*innen sind ja auch noch mit ihr befreundet. Und man kommt eigentlich auch viel besser miteinander klar als damals und weiß erst jetzt zu schätzen, was man eigentlich an ihr hatte – aber man ist jetzt nun einmal getrennt, verdammt noch mal!

Da hilft nur eins: Wie eine unsichere Vierzehnjährige googelt „Was mache ich in einer Beziehung“ sitze ich nun ebenfalls vor meinem Laptop, öffne die Suchleiste und beginne zu tippen „zuhause ist da, wo“ und lasse die Suchvorschläge den Rest erledigen.

Hier sind also die Ergebnisse, mitsamt (Hildes)Heim-Werker-Tipps von mir.

Sie können nur dadurch in Erfahrung bringen wo Sie sind, dass Sie sich dort selbst heimisch machen.

Unseliger ist nichts, als wenn dir’s immer ist,
als seist du nicht zu Haus, wo du zu Hause bist.

Hä wozu heißt es Hildesheim wenn du dich da jetzt doch nicht daheim fühlst?!

HOME office, HOME schooling, HOME shopping, #stayHOME, das sorgt bei mir gerade nur dafür, dass ich mich hier kein Stück HOME fühle 🙁

…wir parken

Ich hätte nicht gedacht, dass sich ausgerechnet dieser Vorschlag meiner Google-Suche als allererstes vor meinen Augen abspielt. Eigentlich hatte ich mit dem Gedanken gespielt, zu betrügen und diese Suchanfrage gar nicht mit rein zu nehmen – sicher wurde dieser Spruch von irgendwelchen #van #buslife Menschen ins Internet gestellt, ich dagegen kann weder fahren, noch besitzen Eltern oder Freund*innen ein Auto. Woran sich gleich die nächste offensichtliche Frage schließt: Wer ist wir?

Erst als das geliehene Umzugsauto vor der Tür der zweiten WG, in die ich nun ziehe, parkt, gehen mir die Augen auf und scheinbar ohne ersichtlichen Grund lache ich laut auf. Vielleicht ist es das Opfer des endlosen Schleppens, das gebraucht wird, damit sich eine Wohnung wie ein Zuhause anfühlt: Etwas, wofür man gearbeitet hat und was man nicht so leicht wieder aufgibt.

Wer ist wir? Mit wem parke ich? Meine Familie und einige unermüdliche Freund*innen, die mir fröhlich mitteilen, dass sie mich umbringen, sollte ich im nächsten halben Jahr noch einmal umziehen. Mit ihnen zu parken ist wie zum Altar geführt zu werden – alle wohnen wir jetzt in verschiedenen Städten, aber um zu parken, sind sie trotz Corona ausnahmsweise zur Stelle.

Es fühlt sich an, als würde ich endlich richtig in Hildesheim ankommen – der erste Schritt in meiner kleinen ergoogelten Anleitung ist gegangen.

Zieht um, wenn ihr euch in eurer WG nicht wirklich wohl fühlt! Egal, wie gut die Lage oder wie billig die Miete ist: Wenn ihr das Gefühl habt, ihr könnt euch nicht wirklich so verhalten, wie ihr es zuhause würdet, parkt euer Auto woanders. Und zieht am besten ganz nach oben, dann überlegt ihr euch zweimal, ob ihr die Leute wirklich gern mögt. Zuletzt: Nehmt auch Dinge mit, die ihr nicht braucht, einfach nur, weil sie euch vertraut sind und ihr sie mögt. Trotz den paar Kartons mehr.

…der Anker fällt

„Was soll denn das bedeuten, ich bin doch keine Piratin!“, murmele ich und stehe wieder vor dem selben Problem wie beim Parken-Vorschlag: Kommt diese Idee vielleicht von Leuten mit Hausboot? Dieses Mal bin ich jedoch nicht in Versuchung, das als Ausrede zu benutzen. Wer ein Zuhause finden will, darf sich nicht durch Kleinigkeiten wie einem fehlenden Anker davon abhalten lassen.

Obwohl mir der Anker fehlt, bin ich nicht gewillt, mich einfach treiben zu lassen, bis mir der passende Ort vor die Nase fällt. Also hocke ich über einer Karte von Hildesheim, von der ich im Zeitalter von Google Maps nicht gedacht hätte, dass sie mir noch einmal nützlich werden würde. Unter meinem fachfrauischen Blick enthüllt sie mir jedoch etwas: der „Piratensee“. Da haben wir es doch.

Zufrieden ziehe ich los, um etwas zu ersetzen, was mir von Hannover noch nachhängt und ich noch nicht ausgewechselt habe: Der Maschsee. Als ich ankomme, bin ich schwer enttäuscht. Etwas, das sich „Piratensee“ nennt, hatte ich mir romantischer vorgestellt. Unschlüssig werfe ich die Mandarine, die ich genüsslich am See essen wollte, von einer Hand in die andere – und natürlich plumpst sie ins Wasser.

In Ordnung. Dann ist mein Anker eben gefallen, wo er gefallen ist. Trotz mangelnder Pirat*innen habe ich das Gefühl, ein Stückchen weiter gekommen zu sein.

Sucht euch ein Gewässer. Menschen haben immer an Gewässern gelebt und ich kann nun aus Erfahrung sprechen, dass selbst das hässlichste von ihnen hilft, sich an einem Ort zu verankert. Keine Angst, ich habe herausgefunden, dass es noch wesentlich hübschere Gewässer in Hildesheim gibt. Aber die müsst ihr schon selbst finden.

…man sich vermisst

Überall eigentlich. Natürlich vermisse ich meine Freund*innen. Aber ist das damit gemeint? Man sich vermisst? Ich mich selbst? Mein Ich von vor der Pandemie? Eigentlich vermissen wir doch gerade die ganze Zeit etwas und einander und uns selbst, egal wo wir sind. Wie soll ich einen konkreten Ort dafür finden?

Tja, vielleicht aufgrund meiner morbiden Tendenzen ist die Wahl auf den Nordfriedhof gefallen. Wenn ich die Leute an den Gräbern stehen sehe, verstehe ich die Formulierung dieses Satzes verstanden. Hier ist der Ort, an dem man sich vermisst. Wo man sich ein bisschen in der Trauer suhlen kann, ohne dass es lächerlich ist.

Hier kann man an Menschen denken, die gerade sterben und gestorben sind, sich auf eine Bank setzen und mit den Menschen telefonieren, die noch lebendig sind und die man trotzdem vermisst, eben weil sie nicht da sind. Und wenn man rausgeht, kann sich ein bisschen besser fühlen, denn man hat all die dumpfen Gefühle auf diesem Stückchen Stadt gelassen.

Ein Ort, wo man sich vermissen kann und mit einem leichteren Herzen als zuvor heraustritt.

Sucht euch einen guten Ort zum Telefonieren. Zum Spazieren gehen, zum ein bisschen Sorgen abladen, zum kontrolliertem statt forciertem Allein-Sein. Friedhöfe gibt es außerdem in Hildesheim (im Gegensatz zu richtigem Wald) zur Genüge und eignen sich hervorragend dafür.

… man dich wieder aufnimmt auch wenn du etwas falsch gemacht hast

Erst seit ein einigen Wochen habe ich einen Nebenjob in Hildesheim gefunden und wenn es nicht so gut zu der Suchanfrage gepasst hätte dann hätte ich eine andere so verdreht, so dass sie es tut. Denn etwas zu haben wo man hingehen kann und wo man gebraucht wird: das ist etwas, was fest und klar zu einem Zuhause dazu gehört – ein Ort, der anzeigt, dass man das Zuhause verlassen hat, ist unumwindlich damit verbunden, dass man merkt, wo das Zuhause ist.

Wenn das Zuhause überall sein kann, ist es nirgendwo und das ist das Problem mit dem Studieren in Coronazeiten. Für nichts geht man irgendwo hin, alles verschwimmt und das Zuhause ist voller Dingen, die man im Alltag macht.

Da hilft es, einen Job zu haben, wo man hinfahren muss, etwas lernt, Fehler macht und es das nächste Mal besser macht, nachdem man wieder aufgenommen wurde. Und Geld zu verdienen hilft natürlich immer dabei, sich an einem Ort zugehörig zu fühlen.

So gemein das auch klingt – sucht euch einen Job, falls ihr noch keinen habt. Am besten einen, bei dem ihr das Haus verlassen müsst, aber nicht zwangsweise. Bei der aktuellen Lage ist das leichter gesagt als getan, aber es hilft, einen Sinn und Grund dafür zu schaffen, warum man sich dort befindet, wo man sich eben befindet.

…jemand rennt um dich zu begrüßen

Ursprünglich hatte ich erwartet, dass mir jemand entgegenkommen würde, wenn ich am Bahnhof aus einem Zug steige. Was ich dabei jedoch nicht beachtet hatte: ich bin bereits in Hildesheim. Und ich bewege mich so wenig es geht daraus hinaus.

Oder dass ich jemanden in Hildesheim treffe und mich so dick mit dieser Person anfreunde, dass wir uns rennend begrüßen. Aber wie es auch anders herum passieren kann, verstehe ich, als ich meine Freundin nach Hildesheim einlade – und sie mir entgegen rennt.

„Okay, halt stopp, kannst du das nochmal machen? Ich brauche ein Foto davon“, fordere ich sie auf und sie lacht und zieht die Augenbrauen zusammen:

„Ähm okay, wieso? Hier sind überall Leute, ich weiß nicht…“

„Mach einfach, bitte. Lass es natürlich aussehen, ich mach auch ganz schnell.“

Okay, vielleicht ein bisschen zu schnell. Und „natürlich aussehen“ – das hat noch niemand auf Kommando geschafft. Aber immerhin fühlt sich Hildesheim jetzt, wo ich es jemandem als mein Zuhause vorgestellt habe, auch etwas mehr danach an.

Ladet eine geliebte Person zu euch ein. Wenn ihr hier einem Menschen alles zeigen könnt, merkt ihr erst selbst, was ihr überhaupt kennt und was euch noch fehlt. Falls ihr Erfolg habt, findet ihr vielleicht noch einen neuen Ort, den ihr mögt. Wenn man jemanden empfängt, dann an dem Ort, der einem selbst gehört und zu dem man gehört.

…man seinen Hut hängt

Normalerweise gibt es genau zwei Möglichkeiten, wo mein Hut hängt, falls ich in Frage stelle, wo er sich wohl befinden mag: Auf meinem Kopf oder auf dem (anderen…) Holzkopf in meinem Zimmer. Auf beiden hängt er recht gut.

Ich hatte mir jedoch vorgenommen, loszuziehen und einen Kopf in der Stadt zu finden, dem der Hut ebenso gut stehen würde. Mit Stock und Hut, wohlgemut ging ich allein in das weite Hildesheim hinein. Leider blieb ich nicht besonders lange wohlgemut, denn das, was ich mir in den Kopf gesetzt hatte, jemandem auf den Kopf zu setzen, fand allzu lange keinen Untersatz – ich wollte eine Statue finden.

Zum Glück hatte ich trotz meiner Karte von Hildesheim Google Maps noch nicht deinstalliert, also konnte ich „statue“ suchen, die mich prompt zu Sankt Bernward führte. Leider hatte dieser bereits einen Hut und zwei waren, wie ich fand, doch zu viel des Guten. Diese Figuren, die ich dann doch noch ohne die Hilfe einer Online-Karte fand, standen stattdessen hinter der St. Michaeliskirche.

Abgesehen von einem Platz für den Hut, mit dem ich endlich zufrieden war, hatte ich nun auch noch mehr als geplant über diesen Bischof erfahren, der anscheinend auch noch an der Kirche beteiligt war, an der ich ihn nicht gefunden hatte. Und natürlich: Ein Schritt weiter in dem Prozess, den Ort, an den ich danach geschwind zurückeilte, als Zuhause zu bezeichnen.

Findet etwas über die neue Stadt hinaus, was ihr noch nicht wusstet. Sucht nach Geschichten und am besten findet ihr Anzeichen davon in der Stadt. So fühlt es sich fast an, als würdet ihr an einem Fantasie-Ort leben. Alles wird spannender, wenn man mehr darüber weiß und falls ihr nach einer ersten Quelle danach sucht, könnt ihr gut auf dem Blog gleich weiterlesen.

…man nicht den Bauch einziehen muss

Vorab: Eigentlich muss man ja nirgendwo den Bauch einziehen. Selbst bei gesellschaftlichen Hemmungen diesbezüglich ist es jetzt im Lockdown schließlich komplett egal, wieviel Bauch man sich gerade stehen lässt. Aber wo muss man ihn im Gegenteil so geräumig machen wie möglich?
Dort, wo man vorhat, ihn sich vollzuschlagen.

Man kann nirgendwo zuhause sein, wenn man nicht einen Ort entdeckt, wo es Essen gibt wie nirgendwo anders. Gut, wenn man da ein wenig Rat an die Hand, so dass man sich nach Herzenslust durchprobieren kann. Für mich stand also der sehr angenehme Punkt

  • Essen bestellen/abholen

auf meiner To-Do-List und gewissenhaft habe ich mich durch die Essensempfehlungen probiert, die ich unter anderem auf dieser Kulturpraxis-Seite gefunden habe. Einiges dabei habe ich gefunden, wovon ich sicher bin, dass ich es nicht an einem anderen Ort finden werde – und habe meinen Bauch in seiner ganzen Vollheit herausgestreckt.

Sucht euch ein Restaurant, ein Imbiss oder ein Café, dessen Essen ihr wirklich gern esst. Am besten etwas, das Dinge zubereitet, die ihr noch nie (so (gut)) gegessen habt. Und dann unterstützt die lokale Gastronomie, was das Zeug hält und Bauch und Geldbeutel hergeben.

…dein Herz ist

Als ich zuletzt nachgefühlt habe, war mein Herz in meinem Körper, den ich andauernd mit mir herumschleppe, aber da das hier selbstverständlich nicht zählt und ich nicht vorhabe, mein Herz in einer Nacht-und-Nebel-Aktion im nächsten Park zu vergraben wie in einem drittklassigen Schauerroman, muss ich mir anscheinend ernsthafte Gedanken machen.

Eins kann ich mit Sicherheit sagen: Mit dem Herzen bei der Sache bin ich seit Corona nur noch selten, ganz egal, was diese Sache sein mag. Gut, dass das schon einmal rausfällt, sonst müsste ich schon wieder herausfinden, was „die Sache“ ist und für meinen Geschmack habe ich schon genug über solche generalisierenden Begriffe im Laufe meiner Mission brüten müssen.

Ich beschließe also, der offensichtlichsten Bedeutung zu folgen und stehe nun vor der Aufgabe: Na los, verlieb dich!

Gesagt, getan. Der Trick ist, sich jemanden oder etwas auszusuchen, der einen immer zum selben Ort führt, in der Hoffnung, dort eine „zufällige“ Begegnung zu machen. In der Hoffnung, dass man dort vielleicht sein Herz antrifft.

Verliebt euch. Nur ein kleines bisschen, es muss nicht einmal ein Mensch sein und nicht einmal ernst. Nur, dass du einen Ort hast, an den du gehst, weil dort diese eine Rewe-Kassiererin arbeitet oder du da immer diesen unglaublich süßen Hund siehst oder weil da immer dieser Straßenmusiker spielt – alle warten darauf, ihren Ort zu einem besonderen für dich zu machen.

…wir zusammen sind

Das letzte Mal, als ich erkundet habe, wer dieses ominöse „wir“ ist, waren es meine Freund*innen. Allerdings, abgesehen von eher spärlich auftretenden Umzügen jetzt, wo wir alle verteilt sind, ist der Fluch Coronas schließlich, dass wir nicht mehr zusammen sind – und auch mit niemand anderem. Mir fällt also spontan niemand und damit auch kein Ort in Hildesheim ein, wo wir zusammen wären.

Die Uni ist geschlossen. Wir als Studierende fällt also schon einmal weg. Wir als in die WG steht auch nicht zur Frage, wir existieren hauptsächlich in der Wohnung und die könnte daher genauso gut in Neuseeland herumstehen.

Ich überlege. Wo bin ich überhaupt noch mit Leuten zusammen? Im Supermarkt natürlich. In der Bahn und den Bussen – das ist es! Unabdingbar, wenn sich ein Ort wie ein Zuhause anfühlen soll: Man muss den öffentlichen Nahverkehr in- und auswendig kennen. Ich hocke mich also über das Tagesliniennetz und versuche, mir die Linien und Kreuzungen zumindest ein Stück weit einzuprägen, bevor ich mich daran mache, meine Aufgabe zu erledigen: Jede Buslinie einmal von Anfang bis Ende zu fahren.

Ein wenig schlechtes Gewissen kommt in mir auf, als ich meine siebte Busfahrt tätige, obwohl ich mich immer so weit es geht, von den anderen Gästen entfernt hinsetze. Aber diese Suchanfrage ist von Erfolg gekrönt: Ich habe das Gefühl, dass mir die wichtigsten Stellen Hildesheims endlich vertraut sind. Auch wenn sie in meinem Kopf mit der Stimme einer Durchsage erklingen.

Ihr ahnt es: Fahrt Bus, auch die Linien, die ihr gerade nicht braucht, was die meisten sein dürften. Lernt die Stationen so kennen, dass ihr wie echte Einwohner*innen nebenher Musik hören und zwei Sekunden vor dem Halt aufstehen könnt, weil ihr schon wisst, was als nächstes kommt. Man kann sich nirgendwo zuhause fühlen, wo man nervös auf die Ansage lauscht.

…du bist

Du. Ich. Die Personen, die diese Suchanfragen gestellt haben. Meine Freund*innen, die sich in ihren frisch bezogenen Städten noch nicht heimisch fühlen, obwohl sie allesamt nicht Hildesheim sind. Die frisch gebackenen Hildesheimer*innen, für die sich Hildesheim noch nicht wie ein Heim anfühlt und diesen Artikel gelesen haben, in der Hoffnung, dass er ihnen helfen könnte.

„Du“ ist nicht ein anderer Mensch. „Du“ bist du selbst. Und ich hoffe, die Tipps haben dir so geholfen wie mir und ich hoffe, dir werden Menschen dabei helfen, aber am Ende des Tages ist dein Zuhause da, wo du bist. Dort, wo du beschließt, es dir zu machen.

Du bist jetzt hier. Du bist jetzt hier. Du musst nur die Dinge wiederfinden, die dich sein lassen, anstatt Dinge einfach sein zu lassen: Wasser, Essen, ein Dach über dem Kopf, Liebe, Geschichte(n), Verbindungen, sei es nun mit dem Bus, den Orten, dem Internet oder was du sonst noch so an Verbindungen findest, die mir bisher entgangen sind und die statt auf mich auf dich warten.

Viel Glück.

Denk daran, dass du dich selbst heimisch machen musst und dafür musst du herausfinden, wo du eigentlich bist und was du vermisst. Welche Verbindungen fehlen dir und welche davon kannst du aus dir selbst heraus ziehen? Auf sich selbst gestellt zu sein, kann anstrengend sein, aber so kannst du ganz persönliche Verbindungen schaffen, die nur dir selbst gehören.

Okay. Ich bin zuhause angekommen. Ein paar Dinge zum Schluss.

Falls das hier noch nicht genug ist und es jetzt mit meinen Tipps zu einfach wird für die, die da noch kommen (nicht, dass es sich hier noch zu viele Leute zu schnell bequem machen!), habe ich noch ein paar Menschen gefragt, wo für sie Zuhause ist. Und mit den Antworten, die sie gegeben haben, lasse ich jetzt den Rest der Welt rätseln. Vielleicht hat jeder Mensch seine eigene Antwort, vielleicht findet ihr wie ich heraus, was die Antworten der anderen bedeuten.

Falls euch also der Sinn nach ein paar eigenen, unbefolgten Anweisungen steht, habe ich noch ein paar für euch gesammelt, einige kryptischer zu entschlüsseln als andere. Frisch aus den Heimen meiner sehr weisen Freund*innen.

meine Menschen und Bücher sind.

man sich am wohlsten und/oder geborgen fühlt. Ich finde, eine Person kann in gewisser Hinsicht auch ein Zuhause darstellen.

man all day long ohne BH rumlaufen kann!

ich zur Ruhe kommen kann.

wo Geborgenheit und Sicherheit möglich ist.

Zuhause ist da, wo…meine Menschen und Bücher sind

Zuhause ist da, wo…man sich am wohlsten und/oder geborgen fühlt. Ich finde, eine Person kann in gewisser Hinsicht auch ein Zuhause darstellen.

Zuhause ist da, wo…man all day long ohne BH rumlaufen kann!

Zuhause ist da, wo…ich zur Ruhe kommen kann.

Zuhause ist da, wo…wo Geborgenheit und Sicherheit möglich ist.

Bilder Pixabay: https://pixabay.com/de/photos/brieftasche-kreditkarte-bargeld-2292428/

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Bild Busliniennetz: https://de.wikipedia.org/wiki/Stadtverkehr_Hildesheim#/media/Datei:Tagesliniennetz_Stadtverkehr_Hildesheim.png

Sonstige Bilder & Video: Ariane Siebel

Ein Beitrag von Ariane Siebel

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