Im Rahmen des Projektsemesters „entstand“ das Projekt „Fluxus-History: Kunst – Musik – Live-Elektronik“ angeboten von Sara Stehr und Alan Fabian. Die Projektteilnehmer beschäftigen sich mit der in den 60er Jahren etablierte Kunstrichtung „Fluxus“.

Ich treffe die Gruppe an einem Mittwochnachmittag; spreche mit den 8 Teilnehmern über den Verlauf des Projekts, die Inhalte und ihre Ziele.

Die Tische und Stühle stehen in einem Kreis, zu dem ich mich dazu setze und erst einmal die „stille Beobachterin“ spiele. Zuerst denke ich – untypisch für das Projektsemester – dass im Raum eine klassische Seminarsituation herrscht. Schnell verstehe ich aber, dass dieses Projekt sich total vom Frontalunterricht distanzieren will und die Diskussionskultur im Vordergrund steht.

Tagesordnung des heutigen Tages war unter anderem eine Präsentation einer Teilnehmerin über einen ausgewählten Fluxus-Künstler. Der heutige Mittwoch beschäftigt sich mit Yoko Ono. Präsentiert wird aber kein Vortrag, sondern eine Performance ganz in Anlehnung an die künstlerischen Arbeiten von Yoko Ono. Abschließend wird über die Performance und die Künstlerin diskutiert.

Theorie und Praxis scheinen in diesem Projekt untrennbar zu sein. Um sich mit der heutigen Auswirkung und Erprobung von Fluxus beschäftigen können, bedarf es einen Wissensstand der im Bereich Kunstgeschichte und -theorie der 60er Jahre.

Neben der bildenden Kunst wird zudem ein weiterer Fokus auf die Musik gelegt, die eine wichtige Rolle in der Kunstrichtung spielt. Fluxus verbindet die beiden Kunstgattungen und synthetisiert somit Kunst und Musik. Durch die Einbindung von Live-Elektronik-Musik mit dem Programm „PureData“ wird eine ganz neue und moderne Art und Weise von Fluxus generiert.

Ständig begegnet den Projektteilnehmern die Frage nach heutigen Möglichkeiten und Einschränkungen von Fluxus in unserer Zeit. In diesem Zusammenhang versuchen die Teilnehmer herauszufinden, wie sich die kuratorische Praxis von Fluxus verhält und Performance sowie Live-Elektronik ausgestellt und präsentiert werden können.

Das Ziel des Projekt ist es, zu definieren, was Fluxus in der heutigen Zeit bedeutet. Inwieweit gibt es diese Kunstrichtung noch? Wie kann eine Reaktualisierung von Fluxus aussehen? Gibt es einen Nachklang der 60er? Auf dem Festival werden Einzel- und Gruppenprojekte ausgestellt, die sich mit Fluxus-Typischen Fragestellungen beschäftigen.