Auf dem Kulturcampus gibt es über 1.000 Studierende, die dort täglich einen Großteil ihres Tages verbringen. Trotzdem ist die Versorgung nicht die ganze Woche über gewährleistet und zeitlich stark begrenzt. Wie kann das sein? Und gibt es eine Möglichkeit, die derzeitige Situation zu verbessern?
An manchen Tagen hält am Kulturcampus ein mobiler Speisewagen. Foto: Kira Kuhlmann
Egal wen man anspricht, über die Versorgungsprobleme am Kulturcampus können alle etwas erzählen. Die Schlange am Mensawagen ist zu lang, seine Standzeiten zu kurz, Plätze zum entspannten Mittagessen gibt es zu wenige. Der Wagen steht nur von 13 Uhr bis 14:15 Uhr mit begrenzten Auswahlmöglichkeiten vor der Steinscheune, wenn er denn überhaupt kommt. Das Hofcafe glänzt hingegen von Dienstag bis Freitag mit zuverlässigen Öffnungszeiten, hat dafür aber nur ein teureres Gericht zur Auswahl. Statt uns Studierende sind gut betuchte Rentner die Zielgruppe. Währenddessen hat sich der Hauptcampus gerade eine schöne neue Mensa bauen lassen, die mit einer Live-Cooking-Station beworben wird und diesen April ihre Eröffnung feiern soll. Ich meine, warum auch nicht, eine zweite Mensa ist besser als nur eine Mensa und keine Mensa ist so gut wie zwei Mensen… Obwohl alle davon wissen, haben sich wohl die wenigsten schonmal ernsthafte Gedanken über die Hintergründe dafür gemacht. Genau darüber möchte ich Klarheit schaffen und zu Verbesserungen anzustoßen. Dafür möchte ich zunächst einen kleinen Einblick in das Meinungsbild am Kulturcampus geben, das deutlich macht, wie groß die Unzufriedenheit derzeit ist.
„Im Winter kaum Orte zum entspannt essen. Mal macht das Essen der Carfeteria satt, mal nicht. Kein veganes essen im Hofcafe.“ – Anonym
„Es gibt kaum Auswahl und das Mittagessen im Hofcafé ist manchmal schnell ausverkauft. Es gibt keine Möglichkeit schnell wo anders etwas zu essen zu bekommen.“ – Anonym
„Die Schlange an der Carrrrféteria… Das Hofcafé hat zwar Studipreise, aber sind auch die – trotz der Qualität – zu teuer. Im Automaten in der Steinscheune gibt’s nur Süßkrams.“ – Anonym
Nice to know!
Die Teller und das Besteck im Mensawagen bestehen aus Zuckerrohr und sind somit kompostierbar.
Alle Studierenden der Universität Hildesheim, unabhängig davon an welchem Campus sie studieren, zahlen den gleichen Betrag für das Studentenwerk. Und dieser Betrag ist mit 110 € pro Semester auch nicht unerheblich. Trotzdem haben wir am Kulturcampus eine deutlich schlechtere Essensversorgung im Vergleich zum Hauptcampus oder dem Bühler Campus. Laut eines Vertreters des Studentenwerks Ost liegt das hauptsächlich an einem Personalmangel sowie einer finanziell schwierigen Lage. Ein kurzer Faktencheck: Im Mensawagen werden durchschnittlich zwischen 70 und 85 Portionen pro Tag verkauft. Das mag auf den ersten Blick nicht viel erscheinen, aber wenn man bedenkt, dass der Wagen nur für 1 Stunde 15 Minuten am Campus steht und die meisten Studierenden bis 13:45 Uhr noch in Veranstaltungen sitzen oder auf dem Weg zur Universität sind, ist es nicht verwunderlich. Das spiegelt sich auch in einer Umfrage wider, bei der ca. 81 % der Teilnehmenden angaben, den Mensawagen zu nutzen.
MensawagenHofcafe und MensawagenGar nichtsHofcafeNoch vor Corona fuhr der Wagen immerhin zweimal am Tag den Campus an und auch der Freitag war zweitweise versorgt. Doch anscheinend hat sich die finanzielle Lage des Studentenwerks seitdem eher verschlechtert, oder wie sollten sich die weiterhin eingeschränkten Zeiten sonst erklären lassen?
Und wie sieht es aus mit einem Studierendencafe?
Neben der Essensversorgung ergeben sich weitere Probleme. Es gibt keine geeigneten Räumlichkeiten, um in Ruhe zu essen und sich zu entspannen. Die Steinscheune ist zwar nett, aber man hat immer das Gefühl, leise sprechen zu müssen, um andere nicht zu stören. Auf Nachfrage erklärte ein Stellvertreter des Dezernats für Bau und Gebäudemanagement, dass weder eine Planung für zusätzliche Aufenthaltsräume in Arbeit ist, noch die Möglichkeit besteht, da es bereits einen Raumengpass gibt. Der Raum in der Steinscheune wurde zuvor als Seminarraum genutzt und umfunktioniert, um Platz zum Sitzen zu schaffen. Ein Kiosk oder ein kleines Bistro fallen somit als Alternative zu einer Mensa weg. Eine Initiativgruppe müsste sich melden und das Problem ansprechen, um eine Lösung zu finden. Dem Vertreter des Dezernats war bisher nicht bekannt, dass es am Kulturcampus ein Problem gibt. Wenn jedoch die verschiedenen Interessengruppen am Kulturcampus ein gemeinsames Anliegen vorbringen würden, wäre es durchaus möglich, ein Studierendencafe in der Steinscheune zu eröffnen.
Jetzt seid ihr also gefragt! Wenn ihr genauso wie ich genug vom herumsitzen habt und etwas verändern wollt, ist jetzt der richtige Moment! Gründet eine Initiative, schmiedet Pläne für ein eigenes Café oder verbündet euch mit der Fachschaft des Fachbereichs 2. Hauptsache, die Sache wird nicht wieder vergessen und findet endlich Gehör bei denen, die die Entscheidungsmacht besitzen! Denn wir verdienen eine gute Grundversorgung!
Wenn du Wartezeiten beim Mensawagen verkürzen willst, lade vorher deine Karte am Automaten auf. Besonders Barzahlungen verzögern die Essensausgabe.
Ein Beitrag von Kira Kuhlmann, veröffentlicht am 11. April 2023
3 Kommentare
Liebe Kira Kuhlmann,
wir können Ihren Ärger und den Wunsch nach einer besseren Versorgung sehr gut nachvollziehen. Auch wir wollen die Verpflegung am Kulturcampus so schnell wie möglich wieder ausbauen – sowohl zeitlich als auch die Angebotspalette. Es ist aber leider gar nicht so einfach, nach der stark zurückgegangenen Nachfrage während der Pandemie alle Betriebe und Angebote wieder hochzufahren. Leider haben wir im Moment in mehreren Bereichen erhebliche Schwierigkeiten bei der Versorgung der kleineren Außenstellen. Vor allem fehlt uns wie auch der restlichen Gastronomiebranche Personal. Und diejenigen, die an Bord sind, sind im Moment auch noch überdurchschnittlich häufig von Krankheiten geplagt. Hinzu kommt, dass wir kurz vor der Eröffnung der neuen Mensa stehen, auch die damit verbundenen sehr umfangreichen Aufgaben belasten uns zusätzlich. Es wird übrigens keine zweite Mensa geben, sondern die neue Uni-Mensa wird die alte ersetzen.
Sie merken schon, dass ich Ihnen leider nicht versprechen kann, dass wir sofort eine Lösung für den Kulturcampus finden werden können. Aber wir sind sehr daran interessiert, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen. Wir würden Ihnen und interessierten Studierenden gerne die Schwierigkeiten etwas genauer darstellen und gemeinsame Überlegungen anstellen, wie wir die Verpflegungssituation am Kulturcampus verbessern können.
Meine Kolleg*innen aus dem Bereich Hochschulgastronomie werden in den kommenden Tagen auf Sie zukommen, um so ein Gespräch zu initiieren.
Herzliche Grüße
Christiane Thoroe
Leiterin Kommunikation und Marketing | Kultur
Studierendenwerk OstNiedersachsen
Hallo, danke für diesen Artikel Kira!
Du bringst es auf den Punkt.
Vielleicht habt ihr euch ja mitlerweile zusammengesetzt. Wir hatten schon heufiger Gespräche über die unzureichende Essensversorgung und uns immer wieder aufgeregt.
Abgesehen von der normalerweise schlechten Versorgung kam der Wagen jetzt 2 Wochen am Stück nicht, einmal wegen Krankheit und jetzt weil die Mensa am Hauptcampus geschlossen ist und der Wagen nun dort sein muss… die Versorgung am Kulturcampus ist ja nicht so wichtig!
Es ist einfach richtig kacke, dass wir uns auf den Mensawagen mitlerweile null verlassen können, meistens kommt er auch zu ungünstigen Zeiten und wir müssen unsere Seminare nach ihm ausrichten oder er kommt halt nicht. Um richtig arbeiten zu können ist eine gute Verpflegung notwendig und für uns Studierende eigentlich auch Selbstverständlich. Wieder mal wurden wir vergessen. 🙁
Wir sind frustriert und hoffen das es schnellstmöglich zu einem Austausch kommt, vielleicht kann dieser auch öfffentlich stattfinden?
Liebe Grüße
MIlena, Tetje und Marie
Dieser Beitrag hat mich dazu gebracht, meine Denkweise zu erweitern. Danke, dass du meine Perspektive erweitert hast.