DISKURSPROGRAMM

Diskurs­pro­gramm online und live im Erwar­te­zimmer auf dem Kultur­campus Domäne Mari­en­burg, 2. bis 4. Juli 2021

 

Was hast Du Dir denn vorge­stellt? Im Diskurs­pro­gramm blicken wir aus ganz unter­schied­li­chen Perspek­tiven zurück auf geschürte Erwar­tungen. Wir erhalten erste Impulse aus Produk­tionen des Hildes­heimer Projekt­se­mes­ters 2021, die vom 5. bis 11. Juli 2021 in voller Länge präsen­tiert werden. Die Premiere des Maga­zins „Bis Morgen. Zukünfte Sichten: Kunst/Kultur/Science/Fiction“ wird gefeiert. Inhalt­lich knüpft das Diskurs­pro­gramm an die Themen­tage „Tsukynfte – Pluri­versal“ an und es geht um gar nicht so altmo­di­sche reli­giöse Verhei­ßungen und um mit Migra­tion verbun­dene Hoff­nungen. Dazu haben wir Autor*innen, Theater- und Filmemacher*innen einge­laden, die in Work­shops mit Inter­es­sierten arbeiten, uns Ihre künst­le­ri­schen Ausein­an­der­set­zungen vorstellen und online oder live in einem eigens erbauten Erwar­te­zimmer auf GROSSE erwar­tungen zurückblicken.

 

 

Freitag, 2. Juli 2021: 

The Kids Are Alright“ – Strea­ming der filmi­schen Doku­men­ta­tion am 2. und 3. Juli 2021 

Konzept: Simone Dede Ayivi 

13 Uhr: Musikmuße

Wir üben uns in Muße mit und ohne Musik/Klang, wir musi­zieren in Muße, wir mußieren musikalisch. 

Das Ganze findet statt im Erwar­te­zimmer auf der Wiese vor der Stein­scheune der Domäne Mari­en­burg. Mitma­chen erwartet!

https://musikmusse.hosting.uni-hildesheim.de/

15 Uhr: It’s the Final Countdown

Das Projekt­se­mester und unsere großen Erwar­tungen daran neigen sich dem Ende zu. Nach einer kurzen offi­zi­ellen Begrü­ßung durch Dekan Prof. Dr. Stefan Kran­ken­hagen, begraben wir nun also feier­lich unsere Erwartungen.

Im Verlauf des Projekt­se­mes­ters haben wir von den verschie­denen Teil­pro­jekten Objekte gesam­melt, die wir nun in einer Zeit­kapsel an der Domäne begraben werden.

In 10 Jahren wird diese Zeit­kapsel wieder ausge­graben. Was werden wohl die Studie­renden im Jahr 2031 von unseren Erwar­tungen, Hoff­nungen und auch Enttäu­schungen halten? Und was wird von unserem Projekt­se­mester erhalten bleiben?

Wir laden euch herz­lich ein zu dieser histo­ri­schen Vergra­bung am Freitag, den 02. Juli 2021 um 15 Uhr. Treff­punkt ist beim Erwar­te­zimmer auf der Wiese vor der Stein­scheune der Domäne Marienburg.

Inklu­sive musi­ka­li­scher Rahmung!

16 Uhr: GROSSE erwar­tungen revisited 

Talk im Erwar­te­zimmer. Mit Eva Ranz („Zukunfts­dis­kurse“), Lene Wagner („Hildes­heim 2025“) und Volker Wort­mann („Große Erwar­tungen im kleinen Format“)

Mode­ra­tion: Prof. Dr. Stefan Kran­ken­hagen (Dekan des Fach­be­reichs Kultur­wis­sen­schaften und Ästhe­ti­sche Kommu­ni­ka­tion, Univer­sität Hildesheim)

Was stellen wir fest, wenn wir auf die großen Erwar­tungen zurück­bli­cken? Prozesse der Erwar­tungs­steue­rung: wie geht das? Wie gehen wir mit enttäuschten Erwar­tungen um – zum Beispiel wenn wir an Hildes­heims Kultur­haupt­stadt­be­wer­bung denken oder an Projekt­se­mes­ter­pläne in Zeiten der Pandemie?

Samstag, 3. Juli 2021:

The Kids Are Alright“ – Strea­ming der filmi­schen Doku­men­ta­tion am 2. und 3. Juli 2021 unter:

Konzept: Simone Dede Ayivi 

14 Uhr: „The Kids Are Alright“ — Gespräch über das Projekt mit Simone Dede Ayivi und Nabila Bushra 

Unsere Eltern sind hier ange­kommen. Wir sind hier aufgewachsen.

Wir sind die Kinder der 90er Jahre. Und wir leben immer noch in Deutsch­land. Unsere Eltern mussten uns Solingen, Mölln und Rostock-Lich­ten­hagen erklären. Wir spre­chen mit unseren Kindern über Halle und Hanau.

The Kids Are Alright widmet sich den Fami­li­en­er­zäh­lungen, Genera­tio­nen­kon­flikten, poli­ti­schen Kämpfen und Zukunfts­vi­sionen in Fami­lien mit Migra­ti­ons­erbe. Die Instal­la­tion führt Stimmen aus verschie­denen Commu­nities zusammen. Sechs Erwach­sene spre­chen über das Aufwachsen mit Rassismus, die Hoff­nungen und Ansprüche ihrer Eltern für die sie über­setzten und die poli­ti­sche Arbeit, die sie als Psycho­login, anti­fa­schis­ti­sche Akti­vistin oder Migra­ti­ons­for­scher für zukünf­tige Genera­tionen machen. 

„Unsere Kinder sollen es einmal besser haben“, haben unsere Eltern gesagt.

„Unsere Kinder sollen es einmal besser haben“, sagen wir. 

Simone Dede Ayivi lebt in Berlin, produ­ziert Text und macht Theater aus Schwarzer femi­nis­ti­scher Perspek­tive. Simone Dede Ayivi studierte Kultur­wis­sen­schaften und ästhe­ti­sche Praxis an der Univer­sität Hildes­heim. Sie schreibt unter anderem für Zeiton­line, Tages­spiegel, Missy Maga­zine und die taz. Sie ist eine der Autor*innen von „eure Heimat ist unser Albtraum“. Mit Kompliz*innen entwi­ckelt sie Perfor­mances in Koope­ra­tion mit dem Ball­haus Naun­yn­straße, dem Pavillon Hannover, dem Künst­ler­haus Mouson­turm und den Sophi­ensælen. Ayivi ist Akti­vistin bei ISD – Initia­tive­Schwarze Menschen in Deutschland.

Nabila Bushra ist staat­lich aner­kannte Erzie­herin, studierte Sozi­al­ar­bei­terin und Dokto­randin in Sozio­logie an der Univer­sität Biele­feld und forscht zu den Themen Geschlecht, Textil und Umwelt, sowie Post­ko­lo­nia­lität. Zudem ist sie Mitgrün­derin von LOST, ein Film­kol­lektiv, das Horror-Kurz­filme zu gesell­schafts­kri­ti­schen Themen dreht und dabei rassis­mus­kri­ti­sich und inter­dis­zi­plinär arbeitet.

https://youtu.be/mjz-AxFNqd4

17–19 Uhr: “Schreib dich ein” — Drehbuch-Workshop 

In Anleh­nung an den Film FUTUR DREI können die Teilnehmer*innen sich am 03. Juli von 17 bis 19 Uhr im Dreh­buch­schreiben erproben. Simoné Gold­schmidt-Lechner, Dagat Mera und Arpana Aischa Berndt leiten mit Schreib­übungen durch die einzelnen Schritte der Dreh­buch­ent­wick­lung von der Idee, über die Figu­ren­ent­wick­lung bis hin zu ersten kleinen szeni­schen Texten, aus denen dann Film- oder Seri­en­dreh­bü­cher entstehen könnten. Für die Teil­nahme ist keine Vorer­fah­rung notwendig. Der Work­shop wird mit einer begrenzten Teil­neh­men­den­zahl (ca. 15) online statt­finden und ist offen für alle Menschen ab 16 Jahren. 

Zu den Referent*innen: Simoné Gold­schmidt-Lechner und Arpana Aischa Berndt haben am Lite­ra­tur­in­stitut in Hildes­heim studiert und leiten seit 2020 gemeinsam mit Dagat Mera die Online- Schreib­werk­statt BREAK ROOM. Sie selbst schreiben Prosa, Lyrik, Dreh­bü­cher und jour­na­lis­ti­sche Texte.

Infor­ma­tionen zur Anmel­dung: Anmel­dungen bitte bis Samstag, 26. Juni 2021 an Tsukynfte@gmx.de unter Angabe des Alters.

Sonntag, den 4. Juli 

14 Uhr: Pop und Paradies 

Am Sonntag, den 04.07.2021 um 14.00 Uhr gestalten wir einen Talk, der online über Zoom über­tragen wird. Der Autor, Thea­ter­ma­cher und Musiker Hartmut El Kurdi, dem Schrift­steller Senthuran Varat­ha­rajah  und der Hildes­heimer Professor für Musik­wis­sen­schaften Dr. Johannes Ismaiel-Wendt treffen sich im Gespräch (oder einer sonn­täg­li­chen Predigt?) über das Aufwachsen in strengen Reli­gi­ons­ge­mein­schaften, den glit­zernden Verlo­ckungen Popu­lärer Kultur, vor denen sie mit Recht gewarnt wurden, und den Einfluss all dessen auf ihr heutiges Pop-geprägtes Tun.

Wir freuen uns auch über Ihre eigenen Erfah­rungen mit Para­dies-Verspre­chen und Verhei­ßungen aller Art, die mögli­cher­weise keine mehr sind und hoffen auf eine rege Betei­li­gung aller Teil­neh­menden am Gespräch!

Mode­ra­tion: Eva Ranz und Sandra Kirch­hoff-Wolff