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Eine Collage zum Thema Sternenhimmel, Astronomie. Die Worte "Auf der Suche nach anderen Planeten" sind zu lesen.
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Die Weiten des Universums ganz nah – in der Hildesheimer Sternwarte „Gelber Turm“

  • 19. September 2023
  • Jasmin Sebastiani

Die Sternwarte „Gelber Turm“ am Galgenberg ist für manche ein echter Geheimtipp. Im Rahmen meiner Recherche zur kostenlosen Freizeitideen von Studierenden wurde sie mir wärmstens empfohlen. Warum die Sternwarte einen Besuch wert ist und wann (nicht) die beste Zeit dafür ist, sind Fragen denen ich auf den Grund gehen möchte.

Als ich mich vor einigen Monaten auf die Suche nach Freizeittipps von Studierenden gemacht habe, fragte ich ursprünglich konkret nach Sommeraktivitäten, denn dieser stand bereits in der Tür. Die Sternwarte „Gelber Turm“ jedoch ist im Sommer, das heißt im Juni und Juli auf Grund des späten Sonnenuntergangs gar nicht so zugänglich wie sonst. In allen anderen Monaten öffnet sie ihre Türen immer freitagabends gegen Spende, je nach Monat zu einer unterschiedlichen Uhrzeit. Der Ort reizte mich dennoch, weshalb ich mich entschloss mich tiefgehender mit dessen Angeboten und Geschichte auseinanderzusetzen.

Dies wurde mir im Sommer nur dank der sehr freundlichen Bereitschaft von Herrn Plicht möglich, der mir für die Recherche einen privaten Besuch anbot. Ich eilte vom Hauptcampus aus zum Galgenberg, durch Wohngebiet, Felder und Wald. Nach einiger Zeit weisen mir am Wegesrand angebrachte Schilder bereits die Richtung zur Sternwarte. Am Fuße der Sternwarte heißt mich Herr Plicht willkommen und wir gehen gemeinsam hoch.

Aufstieg auf verkauften Stufen

Der namensgebende Gelbe Turm, wurde 1886 als Aussichtsturm gebaut, um die erfolgreiche Beforstung des Galgenberges – die durch Initiative der Bürger*innen ermöglicht wurde – zu krönen. Gute 100 Jahre nach der Erbauung des Aussichtsturmes hatte die Stadt Hildesheim vor den mittlerweile baufällig gewordenen Turm abzureißen. Doch um das zu verhindern fand sich eine Gruppe engagierter Hildesheimer*innen zusammen, und gründete den Verein zur Rettung des Gelben Turms. Sie machten sich ebendies zur Aufgabe und schafften es tatsächlich mit viel Engagement eine Zukunft für den Aussichtsturm zu sichern. Die Originalstufen des Gelben Turmes sind je mit einem Schild besehen, auf dem die Namen derer die den Wiederaufbau mit Spenden möglich gemacht haben. Das Ende des Treppenabschnitts mit den Originalstufen wird über eine Ehrentafel markiert, die die damaligen Vereinsmitglieder nennt.

„Möge der Stadt und ihren Menschen der Weitblick und die Freude an der Natur erhalten bleiben.“ steht am Ende der Tafel. Ich denke mir beim lesen, dieses Zitat setzt den Ton für den Besuch.

Die Geschichte des Gelben Turms und der Sternwarte „Gelber Turm“ ist geprägt von wiederholtem lokalem Engagement, gemeinsamer Initiative und Arbeit. Eine Geschichte, die ohne die Menschen dieser Stadt nicht möglich gewesen wäre. Zeitungsausschnitte aus dieser Zeit sind übrigens im Hildesheimer Stadtarchiv nachvollziehbar.

Auf der Zwischenplattform angekommen, die sich auf der Höhe des eigentlichen Aussichtsturms befindet, ist es mir möglich eine so weite Sicht auf das Hildesheimer (Um-)Land zu genießen. Ich sehe die Domäne, den Hauptcampus und Barienrode in einem Blick, und weit entfernt kann ich das Schloss Marienburg erkennen. Ich traue mich kaum noch mein Handy für Fotos herauszunehmen, denn der Wind weht dort über den Baumkronen.

Auf dem Bild rechts ist nur ein kleiner Ausschnitt des umwerfenden Ausblicks über Hildesheim zu sehen.
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Ein eindrücklicher Anblick: die fast 80-Jahre alte Kuppel

Von der Zwischenebene aus führen Metallstufen zum neueren Teil des Turmes, der Sternwarte. Durch eine Luke gelangen wir in die Kuppel und ich komme aus dem Staunen nicht mehr raus: Auf etwa 25m Höhe stehe ich auf einmal neben einem Teleskop das weit über meinen Kopf herausragt. Massiv und doch beweglich steht vor mir ein Spiegelteleskop. Chris Plicht erzählt mir wie es zur Konstruktion der Sternwarte kam: Der Hildesheimer Verein zur Rettung des Gelben Turms hat sich eingesetzt für eine weitere Möglichkeit den Turm für die Menschen in der Stadt bereichernd zu machen. So ein Teleskop mit allem was dazu gehört und auch eine solche Kuppel sind aber natürlich nicht gerade erschwinglich. Der Architekt, der in den Wiederaufbau des Gelben Turmes involviert war, hat bei einem Abendessen unter Freunden über die Ideen und Herausforderungen des Projekts gesprochen und – man kann es kaum glauben – so wies einer der Anwesenden auf eine alte Sternwarte in Potsdam hin, die nur noch als Lagerraum genutzt wurde. Und siehe da: die Kuppel war noch gut erhalten und wurde dann mit einem Helikopter auf den Gelben Turm am Galgenberg geflogen. In der Mitte der außen bleiernen Kuppel steht heute das Spiegelteleskop, mit Montierung aus Potsdam.

Über die Seriennummer der Montierung war es den Hildesheimer Sternenfreunden möglich nachzuvollziehen was für eine Geschichte sie mitträgt. Durch ein Archiv der Produktionsfirma wurde herausgefunden, dass diese Montierung 1945 noch ans „Reichsluftfahrtsministerium“ geliefert wurde, da diese sich für Sonnenbeobachtung und den Einfluss der Sonne auf Radiostrahlen interessierten. Anfänglich wurde in die Montierung ein Fernrohr eines Hildesheimer Sternenfreundes leihweise angebracht. Das nun installierte Fernrohr hatte nämlich eine Lieferzeit von zwei Jahren. Eingesetzt wurden in dieses neue Teleskop Spiegel aus St. Petersburg, und letztlich wurden über einen Freund in den USA ein paar nötige Schrauben organisiert, die in Deutschland nicht mehr erhältlich waren. Mit einigen weiteren Konstruktionen ist das Spiegelteleskop in der Montur voll einsatzbereit und dreht sich auch, dank einem Motor, mit den zu beobachtenden Planeten mit, wenn man es so einstellt.

„Ein deutsches Fernrohr mit russischer Optik und amerikanischen Schrauben.“

– beschreibt es Herr Plicht

Die Kuppel selbst wird über ein (original) Rad am Rand händisch geöffnet. Der Moment, indem die ratternden Holzbalken den Himmel immer weiter entblößen ist einmalig. Da Herr Plicht und ich uns nachmittags triefen, hofften wir auf die Möglichkeit den Taghimmel zu sichten – doch leider machten uns die Wolken einen Strich durch die Rechnung.

Nichtsdestotrotz zeigte mir Herr Plicht einige interessante Sternkonstellationen des aktuellen Himmels über Hildesheim über das Stellarium Computerprogramm. Wenn es an einem Freitagstermin auch mal zu wolkig ist, gibt es übrigens ein Planetariums-Angebot auf einer Leinwand, damit der Aufstieg sich dennoch gelohnt hat!

Der Besuch in der Sternwarte „Gelber Turm“ – was du wissen musst:


Wie anfangs erwähnt ist die Sternwarte von August bis Mai immer freitagabends zu jeweils unterschiedlichen Uhrzeiten (zwischen 19:30 und 21:00) zugänglich. Am Besten seid ihr aber 10 Minuten vorher da, dann ist genug Zeit für alle kurz zu verschnaufen bevor es nach oben geht. Solltet ihr mit einer größeren Gruppe mit mehr als 10 Personen einen Besuch planen, schreibt unbedingt vorher eine E-Mail, denn nur so kann allen ein Platz garantiert sein und die Kapazitäten der Astronomen werden nicht überfordert. Insgesamt ist in der Kuppel für bis zu 25 Personen Platz.

Vergesst nicht eine Spende dazulassen (hierfür gibt es eine extra Spendenbox neben der Eingangstür), denn Betrieb und Wartung der Sternwarte kosten nunmal Geld.

Eine weitere Möglichkeit dieses Hildesheimer Juwel zu unterstützen und dabei noch jemandem eine Freude zu machen sind die Sternpatenschaften der Sternwarte. Eine Urkunde mit einer alten Sternkarte, in der der jeweilige Paten-Stern vermerkt ist. Wer eine solche Patenschaft übernimmt, dem steht es zudem frei unter Anmeldung auch an anderen Tagen als Freitags in die Sternwarte zu gehen und sich den jeweiligen Stern zeigen zu lassen. Dieses Angebot ist nicht zu verwechseln mit kommerziellen Unternehmen die einem fälschlicherweise verspricht den Namen eines Sterns festlegen zu dürfen, offiziell anerkannt sind diese nämlich nicht.

Herr Plicht verrät mir noch, wann man am besten nicht zur Sternwarte kommen sollte: Wenn Sternschnuppenschauer erwartet werden, wie etwa zuletzt Mitte August, dann lohnt sich der Aufstieg leider gar nicht, da man ja immer nur einen kleinen Ausschnitt des Himmels gleichzeitig betrachten kann. Da empfiehlt er allen, die ein paar Sternschnuppen erhaschen wollen sich an die Jahnswiese mit einer Thermoskanne Tee zu setzen, denn desto mehr sichtbare Himmelfläche, umso besser sind die Chancen.

Abschließend kann ich auf jeden Fall sagen, dass ich die Sternwarte nochmal besuchen möchte, an einem hoffentlich weniger wolkigen Zeitpunkt. Die Mühe und Leidenschaft, die in diesem Projekt steckt, ist in so vielen Details spürbar. Im Gespräch mit Herrn Plicht und auch im Nachgang fand ich besonders die Betrachtung der Astronomie als ein Kulturgut interessant. Denn auch, wenn (oder gerade weil?) es eine Wissenschaft ist, so sind beispielsweise die Sternbilder und Namen dieser abhängig vom jeweiligen Kulturkreis, und können uns auch etwas über die namensgebenden Kulturen verraten.

Doch ganz besonders im Kopf bleibt mir der entscheidende Faktor des Engagements der Menschen in der Stadt, nur gemeinsam ist Großes möglich!

Ein Beitrag von: Jasmin Sebastiani, veröffentlicht am 19.09.2023

Jasmin Sebastiani

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1 Kommentar
  1. Harald Blazy sagt:
    30. September 2025 um 12:48 Uhr

    Herzlichen Dank für den wunderbar geschriebenen Artikel. Ja, das große Engagement von Herrn Plicht wurde auch uns zuteil. Gleich zweimal ermöglichte er uns das Besteigen des Gelben Turms, samt Beobachtungen. Die Saturnringe sind unvergessen. Die Phasen der Venus konnten wir sogar tagsüber beobachten. Die Wolken am Himmel waren sehr gnädig, so dass wir auch noch die Sonnenflecken bestaunen konnten. Die Geschichte rund um den Gelben Turm samt der Sternwarte ist sehr faszinierend. Danke an alle, die das ermöglicht haben.

    Antworten

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