Ausgangspunkte der Bildungsbiografien
Der 1. April ist, wie der gesamte Monat, meist ein wankelmütiger Tag. Sonne und Regen wechseln sich ab. Im Jahr 1996 scheint die Sonne und Alexey wird geboren. Mein Sonnenkind; so nennt ihn seine Mutter Irina gern. Irina ist Reinigungsfachkraft und ihr Mann Sergei Maschinenführer. Sergei ist froh, dass er Russland 1992 als Aussiedler verlassen hat, auch wenn er seinen Geburtsort manchmal vermisst. So viel Natur gibt es in Hamburg nicht und außerdem regnet es immer. Als Alexey vier Jahre alt ist, besiegt er seinen Vater zum ersten Mal bei Mario Kart. In der Grundschule ist Alexey ein guter Schüler, obwohl er seiner Lehrerin „manchmal etwas zu aufgedreht“ ist. Sie bezweifelt, dass er es auf dem Gymnasium schaffen wird und empfiehlt seinen Eltern, ihn auf die Realschule zu schicken.
Ausgangspunkte der Bildungsbiografien
Konstantin wird am 29. Februar 1996 geboren, sein Vater Jörg sagt gern, dass Konstantin deshalb auch nur alle vier Jahre Geburtstagsgeschenke bekommen soll. Jörg lacht gern über seine eigenen Witze und als Oberarzt ist er es gewohnt, dass andere mitlachen. Konstantins Mutter Cornelia erzählt Fremden gern, dass sie ihn wegen seines Humors geheiratet hat. Sie ist Bibliothekarin und liest Konstantin jeden Abend Märchen vor. Konstantin hat eine „blühende Fantasie“ und ist „allgemein ein lebhafter Junge“, wie seine Grundschullehrerin sagt. Er ist ein durchschnittlicher Schüler, aber wegen seiner Energie und Kreativität schicken ihn seine Eltern auf ein Gymnasium.
Alexey auf der Realschule
Bis zur siebten Klasse geht Alexey gern zur Schule, dann bekommt er einen neuen Deutschlehrer. Herr Dr. Raster hat Probleme mit seinem extrovertierten Verhalten, findet Alexey sei „vorlaut und frech“. Alexey sagt im Unterricht immer weniger; jetzt ist er Dr. Raster zu still. In der zehnten Klasse sagt Dr. Raster in einer Lehrerkonferenz, es sei ein Skandal, dass „dieser Schüler, der Sohn einer Putzfrau“, noch auf der Schule sei. Obwohl er in anderen Fächern gute Noten hat, bekommt er in Deutsch eine Fünf und kann deshalb nicht direkt die gymnasiale Oberstufe besuchen. Bis zum ersten Halbjahr der zehnten Klasse hat er von Dr. Raster stets eine „Drei minus minus minus“ bekommen. Nachdem Dr. Raster Irina am Elternsprechtag kennengelernt und ihren Akzent bemerkt hat, wird eine Fünf daraus.
Konstantin in der Unter- und Mittelstufe
Konstantin gewöhnt sich schnell in der neuen Schule ein. Er bleibt zwar ein durchschnittlicher Schüler, hat aber laut seiner Klassenlehrerin viel Potenzial. Als er eine Zwei im Biologie-Test schreibt, ermutigt sie ihn, sich mehr anzustrengen, um in die Fußstapfen seines Vaters treten zu können. Konstantin bringt sich mehr ein, seine Noten werden besser. Ein Jahr später ist er Klassensprecher und Cornelia die Vorsitzende der Elternvertretung. Seine Englischlehrerin Frau Müller sagt auf der Lehrerkonferenz, wie gut es sei, dass Konstantin, wie schon sein älterer Bruder Magnus, auf dem Ayn-Rand-Gymnasium sein Abitur machen wird. So eine engagierte Familie sei Gold wert beim Organisieren des jährlichen Sommerfestes.
Alexey auf dem Weg zum Abitur
Alexey möchte, wie sein Freund Konstantin, Lehrer werden. Er möchte es einmal besser machen als Dr. Raster. Da er nach dem Fachabitur sein Abitur auch ohne Qualifikationsvermerk auf dem Realschulzeugnis absolvieren kann, beginnt er das Fachabitur auf einem Berufskolleg. Von seinen Lehrern wird er unterstützt und gefördert. Er entschließt sich, auf einer Gesamtschule die allgemeine Hochschulreife nachzuholen. Da er wegen der Leistungskurswahl in der zwölften Klasse einsteigen muss, braucht er vier Jahre bis zum Abitur.
Konstantin: Abitur/Asienreise
Konstantin absolviert wie geplant auf dem Ayn-Rand-Gymnasium sein Abitur. Er möchte immer noch Lehrer werden, wird aber an der Friedrich-August-von-Hayek-Universität nicht sofort aufgenommen. Er entscheidet sich für ein Jahr im Ausland. Backpacking in Asien. Seine Eltern finanzieren die Reise; Jörg erinnert sich gern an seine Reise nach dem Abitur zurück. Die hat Georg, Konstantins Großvater, finanziert. Jörg möchte die Familientradition gern fortführen. Sein Erspartes vom Kellnern soll Konstantin behalten und auf der Reise ausgeben.
Studienbeginn
Alexey beginnt gemeinsam mit seinem Freund Konstantin ein Studium an der Friedrich-August-von-Hayek-Universität. Die beiden studieren Biologie und Deutsch auf Lehramt. Da Alexey nicht den Bafög-Höchstsatz bekommt, arbeitet er zwanzig Stunden pro Woche als Kellner. Seine Schichten überschneiden sich manchmal mit den Seminaren. Aufgrund der Anwesenheitspflicht besteht er ein Modul nicht und kann im nächsten Semester nicht an den Veranstaltungen des Aufbaumoduls teilnehmen.
Studienbeginn
Konstantin beginnt sein Studium braungebrannt und mit Lebenserfahrung im Gepäck, wie er sagt. Asien hat ihn reifen lassen. In einem fremden Land, ganz auf sich allein gestellt, hat er gelernt, sich durchzubeißen, auch wenn das nicht immer leicht war. Da er sich gern mit Menschen aus anderen Ländern austauscht, zieht er ein Erasmussemester in Betracht. Auf jeden Fall kann er sich aber vorstellen, später einmal an einer ausländischen Schule zu arbeiten. Er ist voller Enthusiasmus, studiert sehr gern Biologie.
Studienabbruch
Alexey kann das fehlende Aufbaumodul kompensieren, muss aber viele Nachtschichten übernehmen. Während seines dritten Semesters wird sein Vater schwer krank. Alexey übernimmt einen Teil der Pflege. Wegen seiner Probleme werden Alexeys Noten schlechter. Als er seinen Nebenjob verliert, beschließt er am Anfang des vierten Semesters, das Studium abzubrechen.
Erste Erfolge
Konstantins Leidenschaft für Biologie bringt ihn dazu, das Lehramtsstudium abzubrechen und Biologie im Monobachelor zu studieren. Als er im vierten Semester nach dem Seminar mit den anderen raucht, ermutigt ihn der Seminarleiter, sich als studentische Hilfskraft zu bewerben. Konstantin bekommt die Stelle und beschließt, auch seinen Master an der Friedrich-August-von-Hayek-Universität abzuschließen.
Zukunftsaussichten
Alexey zieht wieder bei seinen Eltern ein und unterstützt Irina bei der Pflege seines Vaters. Er beginnt eine Ausbildung, um später als Sozialassistent arbeiten zu können. Vielleicht wird er das Studium nach der Ausbildung wieder aufnehmen, sagt er gern auf Familienfeiern.
Zukunftsaussichten
Nach seinem Master beginnt Konstantin eine Promotion. Aufgrund seiner Erfahrung als studentische Hilfskraft und seines hervorragenden Rufes tritt er eine halbe Stelle am Lehrstuhl an.
Bilder:
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