Hast du dich schon einmal gefragt, wie ehren­amt­liche Arbeit nicht nur anderen hilft, sondern auch dir selbst neue Perspek­tiven eröffnet und deine persön­liche Entwick­lung voran­treibt? Tauche mit mir ein in die Welt des sozialen Enga­ge­ments jenseits des Campus und entdecke, wie du durch deine Tätig­keiten einen posi­tiven und wich­tigen Beitrag zur Gesell­schaft leisten kannst. Ich bin Amanda, gebür­tige Hanno­ve­ra­nerin, lebe in Hannover und studiere KuWi. Seit 17 Jahren enga­giere ich mich ehren­amt­lich, ange­fangen bei der AWO, bei der Stadt Hannover, der Frei­kirche und nun auch im Vorstand des Vereins Future of Ghana Germany https://fog-germany.de. Neben meinem Studium arbeite ich als Kultur­ma­na­gerin und Projekt­as­sis­tentin im Verein Freun­des­kreis Hannover e.V. Ich glaube es ist wichtig, dass ihr kurz einen Kontext zu mir habt. Während ich den Blog hier schreibe, reali­siere ich, wie lange ich mich schon ehren­amt­lich enga­giere. Viele Menschen Fragen mich bis heute noch, wie ich das solange aushalten kann, vor allem, weil es nicht immer eine Vergü­tung für diese Arbeit (Hingabe) gibt. Das Stich­wort hier ist wirk­lich Hingabe. Alles hat bei mir mit einer Last begonnen. Die Last zu helfen, zu verän­dern, mitzu­be­stimmen und Leben zu retten. Es ist meiner Meinung nach eine uner­träg­liche Last, eine Last die sich erst legt, wenn wir anfangen zu handeln und aufhören zuzu­schauen oder zu schweigen. Das ist für mich ganz allein eine Hingabe. Ohne diese Hingabe und ohne die Offen­ba­rung, hätte ich es nicht mal ein Jahr geschafft. Jetzt enga­giere ich mich schon seit 17 Jahren and I am still counting. 😀

Ehren­amt­liche Arbeit lebt von Leidenschaft 

Amanda Reich

  1. Hingabe
  2. Begeis­te­rung
  3. Leid

Diese drei Synonyme beschreiben das Wort Leiden­schaft meiner Meinung nach ziem­lich gut. In dem Wort "Leiden­schaft" stecken die Worte "Leiden" und "Schaft". Meine eigene Defi­ni­tion ist, dass wir manchmal zu Beginn leiden, bevor etwas Lebens­ver­än­derndes daraus entsteht. Aus unserem Leid entstehen oft gigan­ti­sche Ideen und Visionen, die in meinem Leben dazu geführt haben, dass ich seit 17 Jahren stand­haft in der ehren­amt­li­chen Arbeit bin.

Ich kann aus all meinen Erfah­rungen sagen, dass ehren­amt­liche Arbeit zu 100% von Leiden­schaft lebt. Ohne diese Leiden­schaft kann eine Non-Profit-Orga­ni­sa­tion nicht lange bestehen. Die Ziele müssen klar defi­niert sein und die ehren­amt­li­chen Helfenden müssen sich mit der Vision der Orga­ni­sa­tion iden­ti­fi­zieren können.

Ehren­amt­liche Arbeit ist von unschätz­barem Wert. 

Diese Arbeit ermög­licht uns, über den Teller­rand des univer­si­tären oder privaten Lebens hinaus­zu­schauen und sich aktiv in die Gesell­schaft einzu­bringen. Durch sie können wir Fähig­keiten erwei­tern, wert­volle Erfah­rungen sammeln und persön­lich sowie beruf­lich weiterkommen.

Für mich ist ehren­amt­liche Arbeit bedeu­tend, da sie Verant­wor­tung über­nehmen, neue Menschen kennen­lernen und sich in verschie­denen Berei­chen enga­gieren lässt. Sie bietet die Chance, Inter­essen zu entde­cken, eigene Ideen umzu­setzen und einen posi­tiven Beitrag zur Gemein­schaft zu leisten.

Durch ehren­amt­liche Arbeit habe ich gelernt, wie wichtig es ist, sich für andere einzu­setzen und gemeinsam posi­tive Verän­de­rungen herbei­zu­führen. Sie stärkt soziale Kompe­tenzen, fördert Team­ar­beit und hilft beim Aufbau wich­tiger Netz­werke. Insge­samt berei­chert ehren­amt­liche Arbeit mein studen­ti­sches Leben und trägt maßgeb­lich zu meiner persön­li­chen Entwick­lung bei.

Durch mein Enga­ge­ment habe ich bereits viele Orte und Menschen kennen­ge­lernt. Das Netz­werk, das sich dadurch eröffnet hat, war ein echter Bonus und durch die verschie­denen Events konnte ich sogar verschie­dene "bezahlte" Jobs ausüben. Meine ehren­amt­liche Arbeit führte mich auch zur Posi­tion der Work­shop­lei­tung, eines Projektes im Schau­spiel­haus Hannover. Ich leitete Tanz­gruppen in jungen Jahren, da Tanzen eine große Leiden­schaft von mir ist. Ich arbei­tete als Regie­as­sis­tentin, plante Events und saß mit dem Ober­bür­ger­meister und Regi­ons­prä­si­denten zusammen, um über Koope­ra­tionen zu sprechen.

Ehren­amt­liche Arbeit half mir dabei, meine beruf­liche Rich­tung zu finden und führte mich auch zu meinem aktu­ellen Studium. Ich ermu­tige jeden dazu, sich ehren­amt­lich zu enga­gieren, denn das hilft nicht nur einem selbst, sondern auch den Menschen, die Hilfe benö­tigen. Ich kann mit Über­zeu­gung sagen, dass ich über mich hinaus­ge­wachsen und im Leben deut­lich mutiger geworden bin. Für dieje­nigen, die meinen ersten Blog "Von der Haupt­schule ins Studium" gelesen haben, wissen, warum Mut nicht immer mein Begleiter war.

Ehren­amt­liche Arbeit außer­halb der Univer­sität kann uns auf viel­fäl­tige Weise berei­chern. In meinem neuen Blog­bei­trag möchte ich genauer darauf eingehen, warum Enga­ge­ment jenseits des Campus so wert­voll ist und wie es unser Leben positiv beein­flussen kann.

  1. Persön­liche Entwick­lung: Ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment ermög­licht es uns, neue Fähig­keiten zu erlernen und vorhan­dene Talente weiter­zu­ent­wi­ckeln. Wir können unsere Kommu­ni­ka­ti­ons­fä­hig­keiten verbes­sern, Team­work erleben und unsere soziale Kompe­tenz stärken. Diese Erfah­rungen tragen dazu bei, dass wir als Indi­vi­duen wachsen und uns persön­lich weiterentwickeln.
  2. Moti­va­tion: Durch ehren­amt­liche Arbeit können wir einen direkten Beitrag zur Gesell­schaft leisten und etwas Gutes bewirken. Dieses Gefühl, gebraucht zu werden und einen Unter­schied zu machen, gibt unserem Handeln einen tieferen Sinn und verleiht unserem Leben eine zusätz­liche Bedeutung.
  3. Netz­werk­aufbau: Durch ehren­amt­liche Tätig­keiten knüpfen wir oft neue Kontakte und lernen Menschen aus verschie­denen Lebens­be­rei­chen kennen. Diese Netz­werke können nicht nur beruf­lich von Vorteil sein, sondern auch persön­liche Bezie­hungen und Freund­schaften entstehen lassen.

Es ist eine Win-Win-Situa­tion, von der sowohl die Gesell­schaft als auch wir selbst profi­tieren können. 

Das war defi­nitiv eines meiner coolsten Erleb­nisse in meinen 17 Jahren. Amy Gutmann, die US-Botschaf­terin in Deutsch­land, hat ihren Sitz in Hamburg und ist die erste weib­liche US-Botschaf­terin über­haupt. Seit September 2023 bin ich im Vorstand von FoGG Hannover tätig. Unser Ziel ist es, schwarze Menschen durch verschie­dene Mento­ring-Programme sichtbar zu machen, wo sie bisher nicht gesehen wurden. Wichtig zu erwähnen ist, dass unser Verein in Hannover eine Tocht­er­or­ga­ni­sa­tion von FoGG Hamburg ist.

Die US-Botschaf­terin star­tete ihre Initia­tive Tour "Stand Up Speak Out for Demo­cracy" in Nieder­sachsen und strebte eine Koope­ra­tion mit uns und einer Schule ohne Rassismus an. Letzt­end­lich fand eine Podi­ums­dis­kus­sion statt, bei der zwei Schulsprecher*innen Fragen für Amy Gutmann und mich vorbe­rei­teten. Ich hatte das Privileg, neben ihr auf dem Podium zu sitzen und die Heraus­for­de­rung anzu­nehmen, alles auf Englisch zu halten.

Amy Gutmann sprach über ihre persön­li­chen Erfah­rungen als Jüdin und betonte die Bedeu­tung des Themas in ihrer Rede. Es war wirk­lich bewe­gend. Die Schulsprecher*innen fragten auch, wie sie zur Botschaf­terin wurde — und es war erstaun­lich einfach: Sie erhielt einfach einen Anruf von Joe Biden, dem US-Präsi­denten. Die Schüler*innen waren begeis­tert und inspi­riert von dem Gespräch.

Ich konnte über meine eigenen Erfah­rungen spre­chen und ermu­tigte die Schüler*innen, sich zu enga­gieren. Ich versuchte ihnen Hoff­nung zu geben und betonte, dass sie die Möglich­keit haben, Dinge in unserer Gesell­schaft zu verän­dern. Dieses Projekt war für mich etwas ganz Beson­deres. Es bereitet mir Freude, der jüngeren Gene­ra­tion oder der GEN‑Z Input und Mehr­wert zu bieten. Meine Arbeit liebe ich wirk­lich und sehe darin meine Beru­fung gefunden zu haben. 

  1. Iden­ti­fi­ziere deine Inter­essen und Leiden­schaften: Über­lege dir, welche Themen oder Bereiche dir beson­ders am Herzen liegen und wo du gerne einen Beitrag leisten möch­test. Ob Umwelt­schutz, Bildungs­för­de­rung, oder soziale Gerech­tig­keit — es gibt viele verschie­dene Non-Profit-Orga­ni­sa­tionen, die sich mit unter­schied­li­chen Themen beschäf­tigen. Indem du deine persön­li­chen Inter­essen iden­ti­fi­zierst, kannst du gezielt nach Orga­ni­sa­tionen suchen, die zu dir passen.
  2. Recher­chiere und infor­miere dich: Mach dich auf die Suche nach verschie­denen Non-Profit-Orga­ni­sa­tionen, die in deinem Inter­es­sen­ge­biet aktiv sind. Besuche deren Websites, lies über ihre Mission und Ziele, schau dir an, welche Projekte sie durch­führen und wie sie ihr Enga­ge­ment umsetzen. Infor­miere dich auch über die Struktur der Orga­ni­sa­tion, ihre Werte und Arbeits­weise, um sicher­zu­stellen, dass sie zu deinen Vorstel­lungen passt.
  3. Mach ein Prak­tikum oder volon­tiere: Um heraus­zu­finden, ob eine bestimmte Non-Profit-Orga­ni­sa­tion wirk­lich zu dir passt, kannst du ein Prak­tikum machen oder frei­willig tätig werden. Auf diese Weise bekommst du einen direkten Einblick in die Arbeit der Orga­ni­sa­tion, lernst das Team kennen und kannst heraus­finden, ob du dich dort wohl fühlst und deine Fähig­keiten einbringen kannst. Durch prak­ti­sche Erfah­rungen kannst du besser einschätzen, ob die Orga­ni­sa­tion zu dir passt und ob du lang­fristig dort enga­giert bleiben möchtest.

"Ehrenamt ist die schönste Form der Selbst­lo­sig­keit, denn es zeigt, dass wir bereit sind, unsere Zeit und Energie für andere einzu­setzen, ohne etwas dafür zu erwarten."

Amanda Reich

Ein Beitrag von: Amanda Reich, veröf­fent­licht am 08.05.2024

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