Bewegungen

Wie bewegst du dich?
Was bewegt sich?
Wohin bewegst du dich?
Was bewegt dich?

Wir erleben eine spannende Gruppe, die in den Räumen der Moltkestraße in einen besonderen Austausch geraten ist. Es geht um einzelne Ideen, aber auch um das Gesamtkonzept einer Ausstellung rund um die Bewegungen der 1968er und darüber hinaus. Wir erleben keine Grenzen, sondern Grenzenlosigkeit. Freiheit der Gedanken und die Dynamik des kritischen Austausches. Das Medium Fotografie wird genutzt, um Ideen zu materialisieren und ästhetisieren, um zu verfremden und zu abstrahieren. Dabei ist es nicht zwingend notwendig selbst die Kamera in die Hand zu nehmen. Erlaubt ist praktisch jedes Verfahren der Auseinandersetzung: Bewegtbild, Verfahren der Entfremdung, Kopieren und Konstruieren.

Zwei konkrete Projektideen rücken an diesem Nachmittag in den Fokus. In einer offenen Atmosphäre werden diese Ideen besprochen, bearbeitet und in einen möglichen Gesamtkontext eingebettet. Stellt euch vor, ihr findet einen Karton voller Dias, hunderte Stück: Was würdet ihr damit anstellen? Ein Diaprojektor fungiert dabei nicht nur als Mittel zur Sichtung, sondern als eigenständiges Medium, das das Verfremdungsverfahren möglich macht. Die Projektteilnehmerin ist fasziniert von diesem Prozess des Einlesens und beginnt ihn zu filmen. Es entsteht eine Videoreihe von Dias, die sich ihren Weg durch den Projektor sucht. Das ursprüngliche Bild ist kaum noch zu erkennen. Stattdessen erscheint ein neues Bild, ein neuer Impuls. Eine neue Geschichte? An diesem Impuls möchte sie weiterarbeiten, wo dieser sie hinführt, ist noch völlig offen.

P h o t o   /   F o t o   /   V o t o
K r i t i s c h   /   l e b e n d i g   /   i n t e r – k r e a t i v
F r e i   /   F o t o   /   F r a g e n
W e i n e n   /   l a c h e n   /   t a n z e n*

Die zweite Idee an diesem Tag dreht sich um soziale Bewegungen und ihr Erscheinungsbild auf Plakaten im städtischen Raum, doch es geht vielmehr um ihren Zustand im Hier und Jetzt. Abgerissen, übermalt, entstellt und schließlich fotografisch festgehalten. Es sind Plakate, die politische Aussagen im Stadtbild manifestieren, die von Spuren des Alltags erzählen.

Auf vielen verschiedenen Ebenen wird sich also bewegt, manchmal sind diese Bewegungen sogar unsichtbar und spiegeln sich wider in dem bloßen Verweilen der Gedanken. Politik und Kunst nähern sich an und bewegen sich in Richtung eines ästhetischen Moments, der zum Nachdenken anregt und sich immer wieder um die Bewegungsmetapher des Seminars dreht. Wie muss Kunst in Bezug darauf sein? Fragen, die sicherlich in der abschließenden Ausstellung im Kehrwiederturm gestellt und beantwortet werden.

(*Angaben der Teilnehmenden des Seminars auf von uns eingangs gestellte Fragen zu Seminarinhalten und -formen)

An dieser Stelle sei auch noch auf die Filmreihe „Bewegungen“ in Zusammenarbeit mit dem VHS-Kellerkino Hildesheim hingewiesen, die im Rahmen dieses Seminars veranstaltet wird und auch für Nicht-Seminarteilnehmende geöffnet ist sowie auf das Sommerfest am 09. Juni 2018 im Kunstverein Hildesheim.

Termine Kellerkino:
Di, 29.05.: Beuys (R: Andreas Veiel; Dtl. 2017, 107 Min.)
Di, 05.06.
: Chance 2000 – Abschied von Deutschland (R: Kathrin Krottenthaler, Frieder Schlaich; Dtl. 2017; 125 Min.)
Di, 12.06.: Citizenfour (R: Laura Poitras; Dtl./USA 2014; 113 Min.)
Di, 19.06.: Attenberg (R: Athina Rachel Tsangari; GL 2010; 96 Min.)

Kellerkino Hildesheim