Ausflugstipp

Hafen und Haseder Busch

Von Monika Schuster

Fernweh stillen und chillen

Im Wald wandeln

Der Hildesheimer Hafen, fragt ihr euch, wo soll der denn sein?
Na in der Nordstadt, wo er über den Stichkanal mit dem Mittellandkanal verbunden ist, der längsten, künstlich erschaffenen Wasserstraße Deutschlands. Theoretisch ist es also möglich, von Hildesheim bis zur Nordsee zu schippern.
Güter wie Heizöl, Mineralstoffe und Schrott werden hier umgeschlagen. Im Moment werden die Schienen der Hafenbahn erneuert und am 9. & 10. Juni 2018 fand ein Fest zum 90. Geburtstag statt mit Musik, Flohmarkt und Hafenfahrten.
Hubschrauber, Segelflugzeuge und Ultraleichtflugzeuge des nahen Flugplatz Hildesheim kreuzen über dem Hafen. Wer Fernweh hat, wer begeistert von Flugobjekten ist, wer einfach mal die Seele baumeln lassen will, der kommt am Wochenende zum Hafen.
Lasst euch inspirieren…
Woyzeck
Von Georg Büchner

Es war einmal ein arm Kind und hatt‘ kein Vater und keine Mutter, war alles tot, und war niemand mehr auf der Welt. Alles tot, und es is hingangen und hat gesucht Tag und Nacht. Und weil auf der Erde niemand mehr war, wollt’s in Himmel gehn, und der Mond guckt es so freundlich an; und wie es endlich zum Mond kam, war’s ein Stück faul Holz. Und da is es zur Sonn gangen, und wie es zur Sonn kam, war’s ein verwelkt Sonneblum. Und wie’s zu den Sternen kam, waren’s kleine goldne Mücken, die waren angesteckt, wie der Neuntöter sie auf die Schlehen steckt. Und wie’s wieder auf die Erde wollt, war die Erde ein umgestürzter Hafen. Und es war ganz allein. Und da hat sich’s hingesetzt und geweint, und da sitzt es noch und is ganz allein.

Für Einen
Von Mascha Kaléko

Denn all die Stürme, die mich trafen,
Sie ließen meine Segel leer.
Die Andern sind das bunte Meer,
Du aber bist der Hafen.

Du bist der Leuchtturm. Letztes Ziel.
Kannst Liebster, ruhig schlafen.
Die Andern… das ist Wellenspiel,

Du aber bist der Hafen.

Nördlich vom Hafen befindet sich der Haseder Busch, eines der zahlreichen Naturschutzgebiete Hildesheims. Ab und an pocht ein Specht, singt der Kuckuck sein Lied. Erlen und Eschen wachsen dort, die Innerste fließt hindurch und an Weihern findet man Pflanzengesellschaften.
Ausgestattet mit oder ohne:
Baumbestimmungsbuch, Brotzeit, Die-Tiere-des-Waldes-Buch, Fahrrad, Fernglas, Handy, Herbarium, Jacke, Kamera, Kompass, Landkarte, Malsachen, Mitmenschen, Mundharmonika, Naturalismus, Notizbuch, Orientierungssinn, Pausen, Robert Frost, Spazierstock, Tageslicht, Vogelstimmenbuch, Was-krabbelt-denn-da-Buch, Weitblick, Zeit, Ziel
Kann man dort wunderbar  wandern.
Damit es auch weiterhin der besterhaltendste Hartholz-Auewald Niedersachsens bleibt verlasst die Wege nur gedanklich, pflückt nichts, behaltet euren Hund an der Leine und lasst keinen Müll da.
Kommt dafür zu unterschiedlichen Jahreszeiten wieder, es lohnt sich.

 

The Road Not Taken
by Robert Frost

Two roads diverged in a yellow wood,
And sorry I could not travel both
And be one traveler, long I stood
And looked down one as far as I could
To where it bent in the undergrowth;

Then took the other, as just as fair,
And having perhaps the better claim,
Because it was grassy and wanted wear;
Though as for that the passing there
Had worn them really about the same,

And both that morning equally lay
In leaves no step had trodden black.
Oh, I kept the first for another day!
Yet knowing how way leads on to way,
I doubted if I should ever come back.

I shall be telling this with a sigh
Somewhere ages and ages hence:
Two roads diverged in a wood, and I—
I took the one less traveled by,
And that has made all the difference.

The Sound of the Trees
by Robert Frost
I wonder about the trees.
Why do we wish to bear
Forever the noise of these
More than another noise
So close to our dwelling place?
We suffer them by the day
Till we lose all measure of pace,
And fixity in our joys,
And acquire a listening air.
They are that that talks of going
But never gets away;
And that talks no less for knowing,
As it grows wiser and older,
That now it means to stay.
My feet tug at the floor
And my head sways to my shoulder
Sometimes when I watch trees sway,
From the window or the door.
I shall set forth for somewhere,
I shall make the reckless choice
Some day when they are in voice
And tossing so as to scare
The white clouds over them on.
I shall have less to say,
But I shall be gone.

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