Universität Hildesheim - Meldungen - Kompetenzzentrum Frühe Kindheit Niedersachsen https://www.uni-hildesheim.de/ Meldungen der Universität Hildesheim - Kompetenzzentrum Frühe Kindheit Niedersachsen de-de Stiftung Universität Hildesheim Tue, 02 Mar 2021 18:38:42 +0100 Tue, 02 Mar 2021 18:38:42 +0100 TYPO3 EXT:news news-20385 Mon, 01 Mar 2021 07:37:00 +0100 Von Tweet bis Doktorarbeit: Wie man wissenschaftliche Themen publiziert https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/von-tweet-bis-doktorarbeit-wie-man-wissenschaftliche-themen-publiziert/ 5 Tage, 5 Themen – unter diesem Motto steht die Vortrags- und Workshopreihe Publication Week, vom 15. bis 19. März 2021. Untertitel diesmal: E-Science. Neben Tipps zur gelungenen Recherche und dem Durchhalten beim Langstreckenschreiben sowie rechtlichen Aspekten und Hinweisen zur nachhaltigen Datennutzung kommt dabei auch das wohl kürzeste wissenschaftliche Format zur Sprache: der Tweet. Die Veranstaltungsreihe ist für alle Interessierten offen. Wo kann ich meine Forschungsergebnisse veröffentlichen? Was ist bei den Verträgen mit Verlagen zu beachten? Wie funktioniert die Recherche in Literaturdatenbanken? Und wie behalte ich den Überblick über die gesammelte Literatur?

Solchen Fragen begegnen Studierende, Promovierende und Kolleg*innen in ihren alltäglichen Arbeitsprozessen immer wieder. Antworten liefert die Publication Week: organisiert vom Graduiertenzentrum und der Universitätsbibliothek. An fünf Tagen informieren Expert*innen in Vorträgen und Workshops über (Selbst-)Organisation und Motivation beim Schreiben der Doktorarbeit, Recherche in Literaturdatenbanken, Twitter in der Wissenschaft, (Urheber-)Rechte in Publikationsverfahren und Open Science.

Gleichzeitig lernen Teilnehmende dabei die Kolleg*innen der Uni kennen, die bei Fragen rund ums Publizieren weiterhelfen können. „Die PubWeek ist eine gelungene Verknüpfung von bibliothekarischer, wissenschaftlicher und Service orientierter Sicht“, sagt Dr. Ninon Frank, Fachreferentin der Universitätsbibliothek  und Mitorganisatorin der einmal pro Semester stattfindenden Veranstaltungsreihe. „Und ganz nebenbei ist das Orga-Team eine lustige Runde, in der die Chemie stimmt - und das merkt man hoffentlich auch der Veranstaltungsreihe an!“

Die Themen der PubWeek im Einzelnen:

  • 15.03.2021 von 9:30 - 10 Uhr | 10:30 - 12:30 Uhr - Lust und Frust beim Langstreckenschreiben (Ulrike Bohle-Jurok)
  • 16.03.2021 von 9:30 - 10 Uhr | 10:30 - 12:30 Uhr - Die Recherche in Literaturdatenbanken als Weg zu umfassenden Publikationsnachweisen (Uwe Bartels)
  • 17.03.2021 von 9:30 - 10 Uhr | 10:30 - 12:30 Uhr - Tweet your science – So gelingt der Twitter-Einstieg (Susanne Geu)
  • 18.03.2021 von 9:30 - 10 Uhr | 10:30 - 12:30 Uhr - Open Access und Verlagsverträge - Rechtsfragen des Publizierens (Michael Beurskens)
  • 19.03.2021 von 9:30 - 10 Uhr | 10:30 - 12:30 Uhr - “Open science: just science done right“. Empfehlungen für die Umsetzung von Open Science (Annette Strauch)

Weitere Informationen zu den einzelnen Vortragsthemen: www.uni-hildesheim.de/bibliothek/ueber-uns/veranstaltungen/publication-week-2021/

Zum Anmeldeformular geht es hier

Übrigens: Auch die Planung für die nächste PubWeek im Herbst ist bereits angelaufen. Themenvorschläge werden gern noch von Dr. Svea Korff, Geschäftsführerin des Graduiertenzentrums, E-Mail: korffs(at)uni-hildesheim.de entgegengenommen!

 

 

]]>
Fachbereich 1 Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Pressemeldungen
news-20398 Fri, 26 Feb 2021 16:56:00 +0100 Gemeinsam statt einsam: Die Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/gemeinsam-statt-einsam-die-lange-nacht-der-aufgeschobenen-hausarbeiten/ Während der „Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten" können Studierende aller Fachbereiche an ihren Hausarbeiten schreiben und sich zum wissenschaftlichen Arbeiten beraten lassen – dieses Jahr erstmals virtuell. Kira Neukam von der Universitätsbibliothek, Corinna Flügge und Johannes Kozinowski vom Lese- und Schreibzentrum organisieren die Veranstaltung mit. Trotz des digitalen Semesters haben Studierende auch in diesem Jahr die Möglichkeit, an der Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten teilzunehmen. Diesmal können Studierende in virtueller Gesellschaft am Donnerstag, 4. März 2021, von 18:00 Uhr bis Mitternacht an ihren Hausarbeiten schreiben und sich zu allen Fragen rund um das wissenschaftliche Arbeiten beraten lassen.

Johannes Kozinowski vom Lese- und Schreibzentrum, der die Veranstaltung mit organisiert, schätzt die Vielzahl der Angebote sehr: „Neben der individuellen Schreibberatung und den Möglichkeiten des Austauschs mit Studierenden und Lehrenden stehen Beratungen zu Forschungsmethoden und Recherchen und ein Spiel- und Pausenraum auf dem Programmzettel.“ Die Vielzahl der Angebote wird dadurch möglich gemacht, dass unterschiedliche Einrichtungen der Universität ihre Angebote aufeinander abstimmen und an diesem Abend zusammenstellen. „In so kurzer Zeit die vielseitigen Unterstützungsangebote kennenzulernen, ist eine großartige Chance für Studierende.“

Tutorin Corinna Flügge: „Der Gedanke, dass Studierende zum gleichen Zeitpunkt über Ländergrenzen hinweg arbeiten, motiviert mich.“

Die Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten wird bereits zum 12. Mal vom Lese- und Schreibzentrum angeboten – zum fünften Mal in Kooperation mit der Universitätsbibliothek und dieses Jahr auch mit dem Methodenbüro.

Die Idee stammt ursprünglich von der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder, mittlerweile findet die Lange Nacht international am ersten Donnerstag im März statt. Das ist etwas, das die Tutorin des Lese- und Schreibzentrums Corinna Flügge, besonders schätzt: „Der Gedanke, dass Studierende zum gleichen Zeitpunkt über Ländergrenzen hinweg arbeiten, motiviert mich.“

Normalerweise dient die Universitätsbibliothek als Veranstaltungsort. COVID-19-bedingt findet sie diesmal erstmals digital statt. „Dadurch fehlt den Studierenden natürlich ein separater Lern- und Arbeitsbereich, in dem sie sich voll und ganz auf ihre Hausarbeiten konzentrieren können“, bemerkt Kira Neukam von der Universitätsbibliothek. Trotzdem sieht sie die Situation auch als Herausforderung und als Chance: Durch die Ortsunabhängigkeit virtueller Veranstaltungen können Studierende von überall aus die Lange Nacht miterleben, so Neukam.

Lese- und Schreibzentrum, Universitätsbibliothek und Methodenbüro beraten Studierende beim wissenschaftlichen Arbeiten

Die Veranstalterinnen und Veranstalter sind sich einig, dass die Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten besonders jetzt in Coronazeiten ein großes Potential hat: „Studierende neigen dazu, allein vor Schreibprojekten zu sitzen“, sagt Corinna Flügge. „Ein Austausch über Tipps, Erfahrungen im Schreibprozess, Zusprüche und ein offenes Ohr fehlen.“

Johannes Kozinowski ergänzt: „Das Schreiben von wissenschaftlichen Texten wird oft als einsame Tätigkeit wahrgenommen und empfunden. Nicht nur, aber insbesondere in Zeiten des Social Distancing ist es wichtig, dieser Auffassung mit Angeboten entgegenzuwirken.“

Das virtuelle Zusammentreffen findet über BigBlueButton statt – alle Links und Angebote werden am 4. März um 18:00 Uhr im Learnweb-Kurs „Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ freigeschaltet.

Ein Artikel von Marie Minkov, studentisches Mitglied des Redaktionsteams.

Veröffentlicht von Isa Lange.

]]>
Pressemeldungen
news-20387 Thu, 25 Feb 2021 11:51:00 +0100 Die Geruchsproben kommen per Post: Wie Olfaktorik-Forschung in der Pandemie gelingen kann https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/die-geruchsproben-kommen-per-post-wie-olfaktorik-forschung-in-der-pandemie-gelingen-kann/ Teil 7 der Serie "Forschung in Zeiten der Pandemie": Seit Anfang 2020 habe er nicht mehr im Labor gestanden, sagt PhD Ryan Patrick M. Hackländer aus der Abteilung Allgemeine Psychologie an der Universität Hildesheim. Die Corona-Pandemie hat die Geruchsforschung, ein Schwerpunktthema der Abteilung, deutlich komplizierter werden lassen. Aber dennoch nicht unmöglich, sagt der Wissenschaftler. „Am Anfang haben wir uns schon gefragt, wie Geruchsforschung unter solchen Umständen überhaupt funktionieren soll“, sagt Ryan Hackländer, Mitarbeiter in der Abteilung Allgemeine Psychologie. Er und Prof. Dr. Christina Bermeitinger haben Anfang 2020 ein drittmittelfinanziertes Projekt gestartet, für das Präsenz-Experimente mit je etwa 30 Proband*innen und mehreren Labor-Terminen vorgesehen war. Anna Brörken wirkt seit Mai 2020 als Doktorandin in diesem Projekt mit. Doch noch in der Vorbereitungsphase kam die Pandemie dazwischen.

Ursprünglich war für die Arbeit im Labor der Einsatz eines sogenannten Olfaktometers vorgesehen. Mit solch einem Gerät, von dem es weltweit nur wenige Exemplare gibt, lässt sich exakt steuern, welcher Geruch zu welchem Zeitpunkt und für wie lange bei einer Versuchsperson ankommt. Im Hildesheimer Labor der Allgemeinen Psychologie stehen gleich zwei Geräte davon, die nun seit fast einem Jahr nicht in Betrieb waren – das eine davon ist sogar noch immer nagelneu und wurde seit 2019 für die Anforderungen in Hildesheim konfiguriert, gebaut und nur kurz vor dem ersten Lockdown aus Italien geliefert.

Nachdem klar geworden war, dass die Zeit der Abstandsregeln und Kontakt-Beschränkungen so schnell nicht wieder vorüber sein würde, musste ein ganz neues Konzept her. Ungefähr ein halbes Jahr habe es gedauert, das Projekt entsprechend umzuplanen und auf die neuen Gegebenheiten abzustimmen.

Denn anders als Bilder, Texte oder Videos, lassen sich Duftmoleküle noch immer schlecht in Bits und Bytes speichern und wiedergeben. Aber: in Briefumschlägen versenden. Und das ist genau die Lösung, die für das Projekt nun umgesetzt wird. „Ich weiß nicht, wie andere Geruchsforscher*innen arbeiten“, sagt Hackländer, der viele seiner Olfaktorikexperimente bis auf Weiteres auf Eis gelegt hat und sich vorläufig anderen Themen widmet. Doch das Drittmittelprojekt, an dem auch die Dissertation von Anna Brörken hängt, lässt sich nicht so ohne Weiteres auf unbestimmte Zeit verschieben. Also kamen Hackländer und Bermeitinger auf die Idee, Geruchsproben per Post zu verschicken.

Nicht nur bei der methodischen, sondern auch bei der inhaltlichen Ausrichtung des Projekts musste nochmal nachjustiert werden, da sich mit Gerüchen in Briefumschlägen nicht dieselben Fragestellungen untersuchen lassen wie im Labor. Während das ursprüngliche Projekt sich auch dem Zusammenhang von Geruch und Aufmerksamkeit widmen sollte, liegt der jetzige Fokus darauf herauszufinden, welche Assoziationen und Emotionen bestimmte Gerüche bei den Proband*innen wecken. „Dafür haben wir zunächst Gerüche ausgewählt, die jeder kennt“, erläutert Hackländer. Den Geruch von frisch gebackenem Brot zum Beispiel, von Erdbeeren, von Weichspüler, aber auch von Teer. Gerüche, erläutert der Wissenschaftler, lösen insgesamt seltener Erinnerungen aus, aber wenn doch, seien diese häufig sehr emotional. So jedenfalls die in der Literatur verbreitete Hypothese, der in diesem Projekt nachgegangen wird.

Insgesamt 20 Geruchsproben erhalten die Proband*innen auf dem Postweg – dazu einen Fragebogen, in dem sie angeben sollen, welche Erinnerungen der jeweilige Duft bei ihnen auslöst und wie intensiv und lebhaft diese Erinnerungen sind. Während mit dem Olfaktometer der Geruch per Schlauch direkt unter die Nase geführt werden kann, riechen die Testpersonen nun zu Hause an kleinen Glasröhrchen. Dass die Testreihen nicht unter Laborbedingungen durchgeführt werden können, sei nicht optimal, sagt Hackländer. „Wir wissen nicht, wie sehr wir den Ergebnissen vertrauen können.“ Gerade Gerüche vermischen sich außerhalb des Labors mit zahlreichen anderen Gerüchen, die die Umgebung gerade bietet.

Aber neben solchen Einschränkungen sieht der Wissenschaftler durchaus auch positive Effekte der Arbeit unter Pandemie-Bedingungen. So bleibe momentan viel mehr Zeit für internationalen Austausch und Kooperationen. „Und im Bereich der Software-Entwicklungen hat sich sehr viel getan. Es gibt inzwischen viel mehr Möglichkeiten, Experimente online durchzuführen, als noch vor einem Jahr denkbar gewesen wäre.“ Leider sind diese Möglichkeiten bisher noch kaum für Olfaktorik-Forschung einsetzbar, wobei auch für die digitale Geruchsforschung erste Entwicklungen zu beobachten sind.

„Forschung zu Olfaktorik und zu ihren vielfältigen Verbindungen zu unserem Denken, Fühlen und Handeln ist jedoch in jedem Fall immer noch Pionierarbeit“, sagt Prof. Bermeitinger, „so dass jegliche Studie einen Beitrag leistet, um wertvolle Erkenntnisse zu gewinnen.“

Text: Sara Reinke

Die Personen:

PhD Ryan Patrick M. Hackländer, ist seit 2014 an der Universität Hildesheim beschäftigt. Er ist Mitarbeiter in der Abteilung Allgemeine Psychologie am Institut für Psychologie.

Prof. Dr. Christina Bermeitinger leitet seit 2009 die Abteilung Allgemeine Psychologie an der Universität Hildesheim. Die Allgemeine Psychologie erforscht die dem Denken, Fühlen und Handeln im Allgemeinen zugrunde liegenden Prozesse. In Hildesheim sind die beiden großen Schwerpunkte der Abteilung Allgemeine Psychologie der Bereich „Action, motion, spatial cognition“ sowie der Bereich Olfaktorik.

Anna Brörken ist seit Mai 2020 als Promotionsstipendiatin in dem Olfaktorik-Projekt beteiligt.

 

 

]]>
Fachbereich 1 Psychologie Forschung Pressemeldungen Startseite
news-20382 Mon, 22 Feb 2021 12:34:00 +0100 Geschichtskultureller Wandel, historisches Lernen und Erinnerung https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/geschichtskultureller-wandel-historisches-lernen-und-erinnerung/ Die Hildesheimer Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Viola Georgi stellt gemeinsam mit weiteren Expert*innen Forschungserkenntnisse zu geschichtskulturellem Wandel, historischem Lernen und Erinnerung vor. Seit 2018 erforscht ein interdisziplinäres Team im Verbundprojekt „Geschichten in Bewegung“ Erinnerungspraktiken, Geschichtskulturen und historisches Lernen in der deutschen Migrationsgesellschaft. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Projekt.

Die Erkenntnisse des Forschungsprojekts werden vom 1. bis 2. März 2021 im Rahmen der digitalen Abschlusstagung „Geschichtskultureller Wandel, historisches Lernen und Erinnerung“ vorgestellt. Über 200 Personen werden an der Online-Konferenz teilnehmen.

Das Forschungsteam des Zentrums für Bildungsintegration der Universität Hildesheim, der Freien Universität Berlin, des Georg-Eckert-Instituts in Braunschweig und der Universität Paderborn hat im Rahmen einer empirischen Studie Interviews zur Geschichtskultur im Wandel geführt.

Interviewt wurden Akteur*innen aus Schule und schulischem Lernen, Gedenkstätten und Museen, Bildungsmedien und Bildungsverlagen sowie aus der non-formalen Bildung (NGOs).

Das empirische Material ermöglicht Antworten auf die folgenden Fragen:

  • Wie reagieren Angebote historischer Bildung im pädagogischen Alltag auf die Pluralisierung historischer Sinnbildung angesichts von Migration und Vielfalt ?

  • Welchen Herausforderungen und welchen veränderten Bedarfen begegnen Akteur*innen der historischen Bildung derzeit?

  • Wie kann historisches Lernen die Auseinandersetzung mit kontroversen Erzählungen der Vergangenheit anregen und den Umgang mit geschichtskulturellem Wandel selbst thematisieren?

„In der Auseinandersetzung mit Geschichte in der deutschen Einwanderungsgesellschaft spielt Diversität eine immer größere Rolle. Es fehlt aber vielerorts noch an geeigneten Konzepten“, sagt Prof. Dr. Viola Georgi.

Forschungsteam der Universität Hildesheim interviewt Lehrkräfte zu Geschichtskultur im Wandel

Das Forschungsteam der Universität Hildesheim legte einen Fokus auf die Schule und den Unterricht und interviewte Lehrkräfte. „Wir haben zum Beispiel untersucht, wie es dazu kommt, dass ausgerechnet die inklusiv inszenierte Thematisierung von Migrationsgeschichte(n) im Unterricht häufig dazu beiträgt, Kinder und Jugendliche aus Einwandererfamilien als Andere, Nicht-Zugehörige zu markieren und auszugrenzen“, so Georgi.

Nähere Informationen über das Forschungsprojekt „Geschichten in Bewegung“ finden Sie hier.

]]>
Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Forschung Zentrum für Bildungsintegration Pressemeldungen Startseite
news-20349 Mon, 22 Feb 2021 10:22:00 +0100 Covid 19: Wie solidarisch kann eine Gesellschaft handeln? - Interview mit Politikwissenschaftlerin Prof. Marianne Kneuer https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/covid-19-wie-solidarisch-kann-eine-gesellschaft-handeln-interview-mit-politikwissenschaftlerin-p/ Selbst zurückzustehen, um andere zu schützen – dazu ist in der aktuellen Pandemie nicht jeder gleichermaßen bereit. Wie gesellschaftliche Solidarität entsteht – und welche Rolle dabei entsprechende Appelle aus der Politik spielen – erforscht ein Team von Wissenschaftler*innen der Universität Hildesheim. Politikwissenschaftlerin Prof. Marianne Kneuer gibt im Interview Einblick in die multidisziplinäre Arbeit und Ausblicke über das Projekt hinaus. Sie forschen zu der Frage, inwieweit Menschen in der aktuellen Pandemiesituation bereit sind, eigene Interessen zurückzustellen, um andere zu schützen. Wie kam es zu diesem Forschungsprojekt?  

Wir haben bei uns am Institut bereits seit zwei Jahren einen Schwerpunkt zur Solidaritätsforschung in der Migrationskrise. Im Rahmen des Forschungsverbunds mit Politikwissenschaftler*innen, Soziolog*innen und Informationswissenschaftlern aus Fachbereich 3, sind wir sehr vielfältig vernetzt. Aus diesem Netzwerk heraus entstand zu Beginn der Corona-Krise die Idee, unsere Forschung in diese Richtung auszuweiten. Mit Kolleg*innen des Leibniz Instituts GESIS konnte 2020 ein Verbund eingeworben werden im Rahmen der Covid-19 Förderung des BMBF. Da wir alle transdisziplinär zum Solidaritätsverhalten in Krisensituationen forschen, war es naheliegend, diese bisher völlig präzedenzlose Krise aufzugreifen.

Wie untersuchen Sie die Solidarität während der Corona-Pandemie?

Zum einen führen wir Meinungsumfragen durch und zwar in drei Wellen. Zum anderen untersuchen wir die Diskurse, die 2020 zu Covid-19 auf Twitter stattgefunden haben. Beide Datenquellen werden uns zu einem Bild verhelfen, wie Bürger*innen über Solidarität in dieser Krise denken, was sie antreibt, solidarisch oder nicht solidarisch zu sein.

Haben Sie bereits erste Ergebnisse in Ihrem Projekt gewonnen?

Die erste Meinungsumfrage, die wir im Ende November/Anfang Dezember 2020 durchgeführt haben, hat durchaus einige interessante Ergebnisse zu Tage gebracht. So etwa in Bezug auf das Vertrauen der Bürger*innen in unterschiedliche Institutionen oder Personen. Das höchste Vertrauen wird der Gruppe der Wissenschaftler*innen und dem Robert-Koch-Institut entgegengebracht. Sehr hoch ist auch das Vertrauen in staatliche Institutionen wie die Kommunen, die Gesundheitsämter, der Bundestag und die Bundesregierung. Das niedrigste Vertrauen genießen dagegen die Religionsgemeinschaften.

Unterscheidet sich solidarisches Verhalten gegenüber schwächeren oder schlechter gestellten Gruppen in einer Krisensituation vom Alltagsverhalten außerhalb von Krisenzeiten?

Ja, das ist auf jeden Fall so. Krisen werden sowohl von Politiker*innen und von Vertreter*innen sozialer Institutionen als auch von den Bürger*innen in Bezug auf solidarisches Verhalten anders wahrgenommen als normale Alltagssituationen. Wir haben in diesem Zusammenhang untersucht, welches Framing die Kanzlerin insbesondere zu Beginn der Corona-Krise benutzt hat, wie sie ihre Kommunikation ausgerichtet hat. Der Appell an die Solidarität und den Zusammenhalt in der Gesellschaft – verbunden mit dem Thema Gesundheitsschutz – hat dabei einen ganz hohen Stellenwert eingenommen.

Das Besondere an der Corona-Krise ist sicherlich, dass ihre Implikationen und ihr Fortgang völlig offen und von großen Unsicherheiten und Unwägbarkeiten geprägt sind. Da dient der Appell an die Solidarität nicht nur als kommunikatives Element, sondern es geht wirklich darum, das Gemeinwohl vor die individuellen Interessen zu stellen, etwa um die Kapazitäten des Gesundheitswesens nicht überzustrapazieren.

Zudem ist auch interessant, dass über zwei Drittel der Befragten in unserem survey angaben, Solidarität sei zu Anfang und zum Befragungszeitpunkt, also Ende November, ebenso wichtig. Das heißt, es lässt sich keine Solidaritätsmüdigkeit feststellen.

In der Migrationskrise hat Merkel mit dem Satz „Wir schaffen das“, der ja auch als Appell an die Solidarität zu verstehen ist, aber auch viel Gegenwind geerntet.

Der Unterschied zur Migrationskrise ist, dass wir es in der Pandemie wir es mit einer Situation zu tun haben, die die Gesellschaft als Ganzes unmittelbar bedroht. Es gab anfangs eine große Unsicherheit und Unberechenbarkeit, wie viele Menschen schwer erkranken und auch sterben würden. Das hat eine ganz andere Qualität als im September 2015, als die Kanzlerin verfügt hat, die Grenzen für eine bestimmte Anzahl von Flüchtlingen zu öffnen und dann den Satz „Wir schaffen das“ formuliert hat. Das geschah auch aus einer Notsituation heraus, aber eine unmittelbare Bedrohung für die Gesellschaft hat sich daraus nicht abgeleitet. Das war zu Beginn der Corona-Pandemie anders.

Was ist von Seiten der Bundesregierung während der Pandemie kommunikativ gut gelaufen, was hätte besser laufen können?

Was die Kommunikation angeht, hat sich die politische Führung in Deutschland von Beginn an sehr stark auf Expertenwissen gestützt – und damit auch ihre Maßnahmen begründet. Dass auch die Experten nicht immer richtig lagen und zum Beispiel anfangs das Tragen von Mund-Nasen-Schutz sogar von der WHO als nicht notwendig erachtet wurde, kann man nicht der Bundesregierung anlasten. Das wurde auch in der Bevölkerung nicht so gesehen: Das Vertrauen in die Bundesregierung ist im Laufe der Pandemie und der Krisenbewältigung signifikant gestiegen. Auch unsere Daten bestätigen dieses hohe Vertrauen. Was man ebenfalls beobachten konnte, war, dass die politisch Handelnden durchaus ihre eigenen Maßnahmen hinterfragt und nachjustiert hat. Zudem hat die Bundesregierung sehr früh auch viel in die Forschung investiert, und zwar nicht nur in die epidemiologische, sondern auch in die sozialwissenschaftliche, um die Folgen der Corona-Krise besser einordnen zu können. Darüber hinaus war es aber auch interessant, dass Kanzlerin Merkel neben wissenschaftsbasierten Entscheidungen und dem Appell an die Solidarität in ihrer Kommunikation mehr als man das von ihr zuvor gewohnt war auf das Element der Empathie gesetzt hat. Das war im internationalen Vergleich nicht überall gegeben.

Haben Sie Beispiele für die Krisenkommunikation in anderen Ländern und ihre Auswirkungen auf das gesellschaftliche Miteinander?

Geradezu konträr zum deutschen Vorgehen stand das Kommunikationsverhalten des kürzlich aus dem Amt geschiedenen US-Präsidenten Donald Trump. Er hat sich nicht nur überhaupt nicht für die Position der Wissenschaft interessiert, sondern deren Erkenntnisse sogar noch geleugnet und damit die compliance, die Bereitschaft zum Mitwirken an den von der Wissenschaft empfohlenen Maßnahmen, in der Bevölkerung heruntergesetzt. Seine Kommunikation war fatal für die gesellschaftliche Solidarität.

Andere Länder haben eher auf Kriegsrhetorik und aus dem Militärischen entlehnte Begrifflichkeiten im „Kampf gegen das Virus“ gesetzt, so etwa in Frankreich. In stärker autoritätsorientierten Kulturen werden politische Vorgaben zum Teil generell viel stärker respektiert. Eine Besonderheit in Japan ist es, dass der Staat rechtlich gesehen beispielsweise gar keine Maskenpflicht verordnen kann. Dennoch halten sich fast 100 Prozent der Bevölkerung an die diesbezügliche „Empfehlung“ der staatlichen Autorität. Ein anderer Aspekt bei der Kommunikation und Umsetzung von Maßnahmen ist das Ausmaß der Digitalisierung in einem Land. In Südkorea beispielsweise ist die Infektionsnachverfolgung über die stärkere digitale Vernetzung sehr viel einfacher. Hier ist die Nutzung dieser digitalen tools – etwa für das tracing der Kontakte - im Übrigen verpflichtend.

Blicken wir nochmal auf Deutschland: Würden Sie der Beobachtung zustimmen, dass das solidarische Bewusstsein in Teilen der Bevölkerung in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen hat, in anderen Teilen zugleich aber vermehrt egoistische Tendenzen in den Vordergrund getreten sind? Welche dieser Gruppen hat aus Ihrer Sicht den größeren gesellschaftlichen Einfluss?

Ob sich Einzelne solidarischer oder weniger solidarisch verhalten, als sie es sonst getan hätten, kann ich natürlich nicht beurteilen. Aber ganz allgemein kann man sagen, dass es durchgehend seit Beginn der Krise allen Umfragen zufolge eine klare mehrheitliche Unterstützung für die Maßnahmen des Gesundheitsschutzes gibt. Rund 75 Prozent der Bürger*innen stehen hinter den Maßnahmen, nur 15, maximal 20 Prozent sprechen sich dagegen aus. Dass sich das in der öffentlichen Wahrnehmung nicht unbedingt widerspiegelt, hat damit zu tun, dass diejenigen, die die Maßnahmen unterstützen, schlichtweg weniger sichtbar sind und weniger mediale Aufmerksamkeit bekommen, als die sehr viel kleinere Gruppe derjenigen, die sich den Maßnahmen verweigern, bewusst keine Masken tragen oder sich als Corona-Leugner*innen oder Querdenker*innen bei Demonstrationen zeigen.  Wir sehen also eine laute Minderheit, die viel mediale Aufmerksamkeit bekommt, aber daneben steht eine leise Mehrheit, die die Vorgaben der Regierung mitträgt und, so kann man wohl unterstellen, auch selbst solidarisch handelt oder anderen hilft.

Unsere Befragung hat dies bestätigt: Die große Mehrheit der Befragten zeigt eine große Bereitschaft, Einschränkungen hinzunehmen, wenn diese der Eindämmung der Corona-Pandemie dienen. Und dies bezieht sich auf die Einschränkung persönlicher und politischer Freiheiten wie Reisen, persönliche Kontakte oder beschränkte Teilnehmerzahlen bei Demonstrationen ebenso wie auf die Tatsache, dass Steuermittel für Corona-Hilfen genutzt werden oder zur Ankurbelung der Konjunktur. Es zeigt sich zugleich auch, wo die empfindlichen Themen liegen: Einzelhandel, Schließung von Restaurants und Gastronomie. Sogar bei der Schließung von Kitas und Schulen waren es rund 50 Prozent, die erklärt haben, sie würden diese Maßnahmen mittragen.  

Zu Beginn der Corona-Zeit wurde das Einhalten von Maskenpflicht und Kontaktbeschränkungen vor allem als Solidaritätsleistung gegenüber sogenannten vulnerablen Gruppen propagiert, damit waren vor allem Ältere gemeint. Im Verlauf der Pandemie wurde deutlich, dass auch jüngere Personen schwer erkranken können, und dass das Maskentragen durchaus auch dem Eigenschutz dient. Fällt Solidarität leichter, wenn das entsprechende Verhalten auch eigene Vorteile bringt?

Solidarität, das konnten wir in unseren Untersuchungen zeigen, steht durchaus im Verhältnis zur Risikowahrnehmung. Wenn ich von einer Krise einen großen kollektiven Schaden erwarte für die Gesellschaft, für die Wirtschaft oder auch für mich selbst, richte ich meine Einstellung darauf aus. Und dann ist es durchaus so, dass die Allgemeinwohlorientierung die individuelle Autonomieerwartung übersteigt, dass man also eher bereit ist, eigene Bedürfnisse zurückzustellen, um diesen Schaden abzuwenden.

Auch hier hat unsere Befragung interessante Ergebnisse hervorgebracht. Nimmt man etwa die Motivation, eine Maske zu tragen, so ist der Selbstschutz dabei zwar erwartet wichtig (65 Prozent), noch wichtiger aber ist die Motivation, andere zu schützen (75 Prozent) und die Verbreitung des Virus zu verlangsamen (74 Prozent) – vor allem letzteres also ein Signal für eine starke Gemeinwohlorientierung.

Ist denn ein gemeinwohlorientiertes Verhalten, dass zugleich eigennützigen Motiven dient, überhaupt als Solidarität zu verstehen?

Wir definieren Solidarität in unserem Projekt als eine Bereitschaft, einen Beitrag zur Überwindung einer Widrigkeit zu leisten. Ob das uneigennützig geschieht (ich verhalte mich in jedem Fall so, egal, ob ich etwas zurückbekomme oder einen Mehrwert davon habe) oder ob dafür eine Gegenleistung erwartet wird (zum Beispiel: ich verhalte mich solidarisch, aber ich erwarte oder erhoffe mir, dass die anderen das dann auch tun, um mich zu schützen), ist dabei zunächst unerheblich. Grundsätzlich wäre das aber auch nicht verwerflich.

Kann man Solidarität erzwingen? Wie verhält es sich zum Beispiel mit der aus Steuermitteln finanzierten Unterstützung für Unternehmen, die durch die Corona-Pandemie wirtschaftliche Nachteile erleiden?

Wenn Sie unser wohlfahrtsstaatlich orientiertes Sozialsystem anschauen, von der Krankenkasse bis zur Arbeitslosenversicherung, dann beruht dieses System vom Grund her auf staatlich regulierter Solidarität. Steuern sind ein elementarer Bestandteil dieses Solidarsystems, deshalb weiß ich nicht, ob man von „erzwingen“ sprechen sollte. 

Man müsste vielleicht eher fragen: Inwieweit konkurriert solidarisches Verhalten mit anderen Zielen oder Werten wie demokratischen Freiheiten oder Wirtschaftswachstum? Anders gesagt: Wieviel Bereitschaft habe ich in der aktuellen Krise, meine diesbezüglichen Erwartungen an wirtschaftliches Wohlergehen und demokratische Rechte zurückzustellen zugunsten des Gesundheitsschutzes? Hier liegt ein klarer Zielkonflikt vor und ob das von den Bürger*innen auch wirklich so gesehen wird, und wie sie sich dazu verhalten, untersuchen wir in unserem Projekt.

Interview: Sara Reinke

Zum Hintergrund

Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Marianne Kneuer und ihr Team (Greta Jasser und Matthias Roche) erforschen seit Juli 2020 in dem BMBF-geförderten Projekt „Safe-19 – Solidarität in der Covid-19-Krise“  wie politische Entscheidungsträger und soziale Akteure über die Zielkonflikte zwischen Solidarität für den Gesundheitsschutz, Einschränkungen der Wirtschaft und der demokratischen Rechte kommunizieren und wie die Bürger*innen zu diesen schwierigen Güterabwägungen stehen. In der Analyse kommt ein multidisziplinärer Ansatz zum Tragen – unter anderem durch Umfragen und die Auswertung von Twitter-Beiträgen in Bezug auf Verhaltens- und Einstellungsänderungen über den Verlauf der Krise hinweg. Das Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit dem GESIS Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften läuft noch bis Dezember 2021.

 

 

]]>
Fachbereich 1 Politik Forschung Pressemeldungen Startseite
news-20383 Sun, 21 Feb 2021 21:57:20 +0100 JuCo – Jugend und Corona: Jugendalltag in Zeiten der COVID-19-Pandemie https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/juco-jugend-und-corona-jugendalltag-in-zeiten-der-covid-19-pandemie/ Wie erleben Jugendliche die COVID-19-Pandemie? Ein Forschungsteam des Instituts für Sozial und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim und der Universität Frankfurt am Main hat bundesweit über 7.000 Jugendliche und junge Erwachsene befragt. In den Studien JuCo und KiCo untersuchen Wissenschaftler*innen die Lage von jungen Menschen und Eltern während der Corona-Pandemie.

Die Studien finden Sie hier
auf der Website des
Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik
der Universität Hildesheim zum Nachlesen.

Der Forschungsverbund „Kindheit – Jugend – Familie in der Corona-Zeit“ setzt sich zusammen aus dem Institut für Sozial- und Organisationspädagogik an der Stiftung Universität Hildesheim und dem Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung an der Universität Frankfurt in Kooperation mit der Universität Bielefeld. Entstanden sind darin bisher die bundesweite Studie JuCo zu den Erfahrungen und Perspektiven von jungen Menschen während der Corona-Maßnahmen sowie die bundesweite Studie KiCo zu den Erfahrungen und Perspektiven von Eltern und ihren Kindern während der Corona-Maßnahmen. Aktuell gehören zum Team Sabine Andresen, Lea Heyer, Anna Lips, Renate Möller, Tanja Rusack, Wolfgang Schröer, Severine Thomas, Johanna Wilmes.

Über die Forschung berichtet aktuell das ZDF heute journal vom 21.02.201.

]]>
Pressemeldungen
news-20381 Sun, 21 Feb 2021 12:05:00 +0100 Gefühle besser verstehen und regulieren: Training emotionaler Kompetenzen für Jugendliche https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/gefuehle-besser-verstehen-und-regulieren-training-emotionaler-kompetenzen-fuer-jugendliche/ Ein Forschungsteam der Hochschulambulanz für Kinder und Jugendliche der Universität Hildesheim startet im März 2021 ein neues Studienprojekt. Jugendliche, die sich über einen längeren Zeitraum von Ängstlichkeit oder Depressivität belastet fühlen, sollen mit einem Training unterstützt werden. Jugendliche im Alter zwischen 14 bis 18 Jahren und ihre Eltern können sich ab sofort bei dem Forschungsteam zur Teilnahme anmelden. Gerade die aktuelle Lage des Lockdowns in der COVID-19-Pandemie zeigt uns, wie herausfordernd es sein kann, mit unseren eigenen Gefühlen gut umzugehen. Wissenschaftliche Studien belegen, dass eine ungünstige Emotionsregulation Grundlage vieler psychischer Erkrankungen ist. Darauf weist ein Forschungsteam des Instituts für Psychologie hin.

Vor allem im Jugendalter gibt es so viele Herausforderungen zu bewältigen, dass zum Beispiel Ängstlichkeit und Depressivität als Folge entstehen können. Jugendliche müssen sich in der Gruppe behaupten, mit den neuen Medien mithalten, erste Partnerschaften eingehen und ihren eigenen Weg finden. Dabei gibt es effektive Möglichkeiten, einen besseren Umgang mit ihren Gefühlen zu lernen.

Die Hochschulambulanz für Kinder und Jugendliche (KiM - Kind im Mittelpunkt) des Instituts für Psychologie der Universität Hildesheim bietet ein neues Training für Jugendliche mit psychischen Belastungen an.

Training für Jugendliche mit psychischen Belastungen

Das Training Emotionaler Kompetenzen für Jugendliche von 14 bis 18 Jahren haben Studierende der Psychologie unter der Leitung von Dr. Ann-Katrin Bockmann, Kasra Mirzaie und Prof. Dr. Claudia Mähler ausgearbeitet.

Die Grundlage für dieses Training bildet das wissenschaftlich bewährte Training Emotionaler Kompetenzen (TEK) für Erwachsene von Matthias Berking. Ab März 2021 beginnen die ersten Termine zum Kennenlernen und Vorbereiten des Trainings. Die Trainingstage selbst finden an vier Samstagen vom 08.05. bis 19.06.2021 in Kleingruppen von maximal sechs Jugendlichen in ausreichend großen Räumen an der Universität Hildesheim statt. Für interessierte Eltern gibt es kurze Informationsveranstaltungen zu Beginn und am Ende des Trainings. Die Teilnahme hieran ist freiwillig.

Teilnahme und Kontakt zur  Hochschulambulanz für Kinder und Jugendliche / KiM - Kind im Mittelpunkt

Jugendliche, die sich über einen längeren Zeitraum von Ängstlichkeit oder Depressivität belastet fühlen und Interesse haben, beim Training mitzumachen, sind herzlich eingeladen, sich umgehend persönlich oder über ihre Eltern beim Team der Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt“ der Universität Hildesheim zu melden (Tel. KiM 05121 883 11012, montags bis donnerstags, 13 bis 14 Uhr, oder per E-Mail an kim@uni-hildesheim.de). Durch die Teilnahme entstehen den Jugendlichen und Familien keine Kosten.

]]>
Psychologie KIM - Kind im Mittelpunkt Forschung Pressemeldungen Startseite
news-20372 Thu, 18 Feb 2021 09:08:00 +0100 Insta wie zu Omas Zeiten – Hildesheimer Studierende gewinnen Preis beim Kultur-Hackathon „Coding da Vinci“ https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/insta-wie-zu-omas-zeiten-hildesheimer-studierende-gewinnen-preis-beim-kultur-hackathon-coding-da/ Tausche Nähmaschine gegen Fahrrad: Was früher über Plakate und Handzettel kommuniziert wurde, läuft heute über das Internet. Doch was, wenn man die Angebote der Vergangenheit in eine moderne Darstellung übersetzt? Die Studierenden Kira Lorberg und Lukas Sontheimer haben dazu mehrere Apps entwickelt, die zum Beispiel in Museen zur Anwendung kommen könnten. Der Jury des Kultur-Hackathons „Coding da Vinci“ war diese Idee die Auszeichnung in der Kategorie „funniest hack“ wert. „Appsolutly Old – das historische Smartphone“ haben Kira Lorberg und Lukas Sontheimer, beide Masterstudierende im Internationalen Informationsmanagement, ihr Projekt getauft. Die Idee: Historische Kommunikation in eine Darstellung zu übertragen, wie sie heutige Smartphone-Apps bieten. „Wir haben uns gefragt: Welche Apps hätten Menschen vor 70 bis 100 Jahren genutzt und welche Informationen wären in sozialen Netzwerken geteilt worden?“, erzählt Kira Lorberg, die bei der Kick-Off-Veranstaltung des Kultur-Hackathons „Coding da Vinci Niedersachsen 2020“ die zündende Idee hatte. Aus den von verschiedenen Kulturinstitutionen zur Verfügung gestellten Daten entstand am Ende eine Android-Applikation mit drei Apps, die jeweils eine reale Smartphone-Anwendung simulieren, aber mit historischen Angeboten befüllt sind. „Man könnte das gleiche Prinzip auch noch weiter ausbauen und auf andere Bereiche übertragen“, sagt Lukas Sontheimer, „aber für den Anfang mussten wir uns auf einige Anwendungsbeispiele beschränken, um das Projekt in der vorgegebenen Zeit abschließen zu können.“

So funktioniert das "Historische Smartphone" - ein Video

Die App „Kleiderkreisel“ diente als optische Grundlage für ein Verkaufsportal von Trachten aus der Nachkriegszeit und bei „Instagram“ präsentiert der Anbieter „oberpraesidium“ englische Sprachkurse, während ein Datensatz mit hannöverschen Bierangeboten augenzwinkernd als sponsored post, also als Werbung, eingebunden ist. Als dritte App haben die studentischen Entwickler*innen einen digitalen Zeitungskiosk aufgebaut, in dem sich beispielsweise Ausgaben des „Welt-Spiegel“ ab 1938 als E-Paper darstellen lassen. „Wir wollten den Verfremdungseffekt nutzen, um museale Inhalte auch für unsere Generation ansprechend aufzubereiten“, erläutert der 25-jährige Lukas Sontheimer. Tatsächlich haben im Nachgang zu dem Wettbewerb schon ein regionales Museum und das hannöversche Stadtarchiv Interesse an der App bekundet. Die die Studierenden übrigens nicht gewinnbringend verkaufen dürfen – denn zur Grundidee des Wettbewerbs gehört der Open-Source-Gedanke, nach dem Wissen frei verfügbar gemacht soll.

Die Teilnahme an dem Wettbewerb lief im Rahmen des Seminars „Projektseminar Mehrsprachige Informationssysteme: Teilnahme Coding da Vinci “ unter Leitung von Prof. Dr. Thomas Mandl und Robert Strötgen, Mitorganisator von Coding da Vinci. Mithilfe einer Software war die Konfiguration auch ohne fundierte Programmierkenntnisse zu leisten, sagt Kira Lorberg: „Wir sind ja keine Informatiker und hatten nie zuvor eine App programmiert.“ Vielleicht wird sich das in Zukunft ändern, denn als Gewinn dürfen sich Lorberg und Sontheimer über die Teilnahme an einem virtuellen Gaming-Workshop freuen. Ein Preisgeld im eigentlichen Sinne gibt es nicht, aber die Möglichkeit, sich auf ein Stipendium zu bewerben, um nach dem Hackathon weiter an der Idee zu arbeiten.

Text: Sara Reinke

 

Zweites Projekt: Interaktives "Souvenir aus Rom" 

Studierende der Universität Hildesheim haben sich noch mit einem zweiten Beitrag am diesjährigen Wettbewerb Coding da Vinci beteiligt: Die Studentinnen Ronja Krätz, Kassandra Haido, Nesli Nur Karakis-Taner und Ana Maria Moise haben anhand eines Datensatzes des August-Kestner-Museums ein künstlerisches Album aus dem 19. Jahrhundert zu einem digitalen „Souvenir aus Rom“  (https://codingdavinci.de/de/projekte/interaktives-souvenir-aus-rom) aufbereitet.  Einen Preis gewonnen haben die vier Bachelor-Studentinnen im Fach Internationales Informationsmanagement damit zwar nicht, die Teilnahme selbst habe aber einen großen Lerneffekt und viel Spaß mit sich gebracht, sagt Ana Maria Moise: „Das war mal eine ganz andere Seminaraufgabe, als man sie sonst kennt.“

Der Wettbewerb Coding da Vinci

Seit 2014 vernetzt Coding da Vinci, der Kulturhackathon, Kultur- und Technikwelten miteinander und zeigt, welche überraschenden Möglichkeiten in offenen Kulturdaten stecken. In einer mehrwöchigen Sprintphase entwickeln Teams aus Hacker*innen gemeinsam mit Kulturinstitutionen funktionierende Prototypen zum Beispiel für Apps, Webseiten, Datenvisualisierungen, Spiele oder interaktive Installationen, die überraschende und inspirierende Wege zeigen, wie Sammlungsobjekte von Institutionen auf neue Weisen vermittelt und genutzt werden können.

 

 

 

]]>
Fachbereich 3 Informationswissenschaft und Sprachtechnologie Pressemeldungen
news-20359 Wed, 17 Feb 2021 18:28:00 +0100 Gründungsservice der Universität Hildesheim: Niedersächsisches Gründungsstipendium https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/gruendungsser/ Gründungsinteressierte aus allen Fachbereichen und Einrichtungen können sich an das Team des Gründungszentrums KET wenden. Jüngst hat die NBank den Gründungsservice der Universität Hildesheim als „begleitende Einrichtung“ für das Niedersächsische Gründungsstipendium akkreditiert. Die Kompetenzwerkstatt für Entrepreneurship und Transfer (KET) der Universität Hildesheim ist von der NBank als begleitende Einrichtung für das Förderprogramm Gründungsstipendium anerkannt worden. Damit gehört die Universität Hildesheim zu den 24 Einrichtungen in Niedersachsen, die potentielle Gründer*innen in dem Förderzeitraum begleiten darf. Allein fünf dieser Einrichtungen befinden sich in Hildesheim.

Einzelpersonen und Gründungsteams mit innovativen Ideen werden unterstützt

Das Gründungsstipendium fördert Gründer*innen mit innovativen, digitalen oder wissensorientierten Ideen, die in Niedersachsen gründen möchten. Unterstützt werden Einzelpersonen und Gründungsteams bis zu drei Personen für maximal acht Monate in ihrem Lebensunterhalt.

Eine Voraussetzung für die Beantragung ist nun durch die Akkreditierung im Verbund mit der regionalen Wirtschaftsförderung HI-REG erfüllt. Als begleitende Einrichtung stellt die KET während des Förderzeitraums u.a. Räumlichkeiten zur Verfügung, unterstützt mit einem Mentor oder einer Mentorin und ermöglicht ein Intensivcoaching. Das Angebot wird durch die HI-REG ergänzt: die Stipendiat*innen können deren Beratungsangebot bei spezifischen Themen in Anspruch nehmen und an Qualifizierungsmaßnahmen teilnehmen.

Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Athanassios Pitsoulis: „Wir begleiten Gründer*innen bei der Ausgestaltung ihrer Gründungsidee“

„Wir freuen uns sehr, dass wir ab sofort mit den potentiellen Gründer*innen der Universität Hildesheim das Niedersächsische Gründungsstipendium beantragen können. Im Verbund mit der HI-REG versuchen wir als KET ein Rundum-sorglos-Paket zusammenzustellen, damit die Gründer*nnen sich auf die Ausgestaltung ihrer Gründungsidee konzentrieren können“, sagt Prof. Dr. Athanassios Pitsoulis.

Der Wirtschaftswissenschaftler der Universität Hildesheim hat die strategische Gesamtleitung der KET inne.

Service der Universität Hildesheim für Gründer*innen:

Bei der Antragstellung für das Niedersächsische Gründungsstipendium und weiteren Fragen rund um das Fördermittel unterstützt das Team der KET Gründer*innen gerne. Weiterführende Informationen über das Gründungsstipendium finden Gründungsinteressierte auf dieser Seite.

Ein Team der Wirtschaftswissenschaften und der Stabsstelle Forschung um Dr. Astrid Lange, Prof. Dr. Athanassios Pitsoulis und Markus Weißhaupt hat eine systematische Gründungsförderung an der Universität aufgebaut, die Gründerinnen und Gründer bei ihren Ideen und Projekten unterstützt. Zudem arbeiten sie an dem Thema Gründen wissenschaftlich.

In der Schützenallee baut das Team ein Gründungszentrum mit etwa 250 qm auf: die „KET“ (Kompetenzwerkstatt für Entrepreneurship und Transfer) der Universität Hildesheim. Dort werden auch fünf Büros für Gründer*innen, Räume für sechs Mitarbeiter*innen der KET, ein Makerspace und ein Kreativ- und Sozialraum eingerichtet. Das Gründungszentrum der Universität Hildesheim wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen des Programms „EXIST-Potentiale“ gefördertund vom Land Niedersachsen unterstützt.

Gründungsinteressierte aus allen Fachbereichen und Einrichtungen können sich an das Team der KET wenden.

KET - Kompetenzwerkstatt
für Entrepreneurship und Transfer

]]>
Fachbereich 4 Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Wirtschaftswissenschaft und ihre Didaktik KET Pressemeldungen
news-20357 Tue, 16 Feb 2021 08:11:25 +0100 Zuhörtelefon während der COVID-19-Pandemie: Studierende der Uni Hildesheim bieten ein anonymes Gesprächsangebot https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/zuhoertelefon-waehrend-der-covid-19-pandemie-studierende-der-uni-hildesheim-bieten-ein-anonymes-gespr/ Psychologiestudierende der Universität Hildesheim haben vor drei Monaten das „Anonyme Zuhörtelefon“ gestartet. Das Gesprächs- und Zuhörangebot stößt auf großes Interesse. Täglich vier Stunden hören die Studierenden zu und bieten so Raum, eine Sorge auszusprechen. Prof. Dr. Claudia Mähler vom Institut für Psychologie der Universität Hildesheim begleitet das Projekt „Anonymes Zuhörtelefon“ mit einer Supervision.

Über das Engagement der Studierenden sagt Professorin Mähler: „Es ist beeindruckend, wie es einigen Studierenden gelingt, in dieser durchaus anstrengenden und schwierigen Zeit ein offenes Ohr für die Probleme anderer zu haben. Und das Zuhörtelefon erweist sich als win-win-Situation: Während die Anrufer*innen  Unterstützung finden, schulen die Studierenden ihre Gesprächsfähigkeiten in der telefonischen Beratung.“  

Im Interview sprechen die Studentinnen Alexandra Jeschow, Melina Luker, Noelia Wehrhahn, Katharina Schiffer, Manon Schwake und Sandra Schwarz über ihr Projekt und wie sie Menschen dabei unterstützen, mit ihren Sorgen und Ängsten, Gefühlen und Gedanken während der COVID-19-Pandemie nicht alleine zu sein.

Das Projekt soll auch über die Pandemie hinaus fortgeführt werden. Das Angebot ist kein Krisentelefon, sondern ein reines Zuhörangebot.

Interview mit den studentischen Initiatorinnen des Zuhörtelefons

Frau Jeschow, Sie studieren Psychologie und haben mit weiteren Studierenden das „Anonyme Zuhörtelefon“ initiiert. Was ist das Anliegen Ihres Projekts? Auf Ihrem Informationsplakat heißt es: „Egal wie klein oder groß die Sorge, wir alle können ab und zu eine Person gebrauchen, die uns wertschätzend, neutral und unvoreingenommen zuhört“.

Alexandra Jeschow: Als im März 2020 der erste Lockdown aufgrund der Pandemie kam, haben wir als Psychologiestudierende uns gefragt, wie wir in dieser schwierigen Zeit eingreifen können, um Menschen zu helfen, die besonders unter den Umständen leiden.

Da kam uns die Idee des Zuhörtelefons – ein niedrigschwelliges, kostenloses Angebot für jede Person, die jemanden zum Reden braucht. Zunächst war es als Corona-Zuhörtelefon geplant, allerdings haben wir festgestellt, dass bei vielen Menschen auch außerhalb von coronabedingten Belastungen Redebedarf besteht. Deshalb soll unser Projekt auch über die Pandemie hinaus weiterlaufen.

Seit wann läuft das Projekt und wie viele Anrufe haben Sie bereits entgegengenommen?

Melina Luker: Nach einer Probewoche und einigen organisatorischen Hürden hat das Projekt am 9. November 2020 offiziell unter der Trägerschaft des Vereins für Suizidprävention Hildesheim begonnen. Insgesamt haben wir inzwischen mehrere Dutzend Anrufe entgegengenommen.

Wie setzen Sie das Zuhörtelefon um? Wie viele Studierende sind daran beteiligt?

Noelia Wehrhahn: Die Trägerschaft für unser Projekt übernimmt der Verein für Suizidprävention. Von diesem erhalten wir auch die Möglichkeit die Räume des Vereins, in denen üblicherweise das Krisentelefon arbeitet, für unsere Telefonate zu nutzen.

Wir arbeiten mit einem Onlinetelefoniesystem, mit welchem Anrufe, die bei der Festnetznummer des „Anonymen Zuhörtelefons“ eingehen, auf die Mobiltelefone der Freiwilligen, die die Schicht übernehmen, weitergeleitet werden. So kann also jede:r Freiwillige selber entscheiden, wo er oder sie gerne telefonieren möchte. Es gibt zwei Schichten täglich, in denen die Freiwilligen erreichbar sind: vormittags von 10:00 bis 12:00 Uhr und nachmittags von 16:00 bis 18:00 Uhr. Ab 18:00 Uhr ist dann das Krisentelefon vom Verein für Suizidprävention erreichbar. So haben die Anrufenden die Wahl, zu welcher Tageszeit sie am liebsten sprechen möchten. An dieser Stelle ist es vielleicht wichtig zu erwähnen, dass es sich bei unserem Angebot, im Gegensatz zu dem des Vereins für Suizidprävention, nicht um ein Krisentelefon handelt, sondern um ein reines Zuhörangebot.

Katharina Schiffer: Im Moment sind 6 Mitglieder der Fachschaft Psychologie der Universität Hildesheim an der Organisation des Projektes beteiligt und etwa 30 Freiwillige, die telefonieren.

Wie wird das Angebot des anonymen Zuhörtelefons angenommen?

Manon Schwake: Wir haben den Eindruck, dass unser Projekt bislang sehr gut angenommen wurde. Nicht nur die Unterstützung von dem Verein für Suizidprävention, sondern auch die Hilfe von Frau Professorin Dr. Claudia Mähler, die mit uns die Supervisionen abhält, zeigt uns, dass unser Angebot wertgeschätzt wird. Bislang haben auch schon einige regionale Zeitungen und Radiosender von unserem Projekt berichtet, und neuerdings auch Sat1 regional. In der Öffentlichkeit hier in der Region haben wir also auch schon Fuß gefasst.  

Auf welchen wissenschaftlichen Grundlagen basiert das Projekt?

Sandra Schwarz: Wir arbeiten nach dem Modell des „aktiven Zuhörens“ von Rogers. Das Wichtigste hierbei ist die Grundhaltung von Empathie, unbedingter Wertschätzung und Kongruenz gegenüber der anrufenden Person beizubehalten. Wir als Zuhörende sollten zwar „professionell“, aber auch „echt“, also wir selbst sein.

Im Gespräch wenden wir unterschiedliche Techniken an, wie das Paraphrasieren, Verbalisieren oder Spiegeln von Inhalten, die die:der Anrufer:in uns mitteilt. Wichtig ist dabei auch, das Gesagte nicht zu werten oder die anrufende Person in eine bestimmte Richtung zu drängen, sondern so neutral und empathisch wie möglich zu sein und ihr durch die genannten Techniken zu helfen, sich selbst zu ordnen.

Das Interview führte Isa Lange.

Kontakt:

Das Zuhörtelefon ist täglich von 10:00 bis 12:00 Uhr und von 16:00 bis 18:00 Uhr unter der Telefonnummer 05121 51 62 88 erreichbar.

]]>
Psychologie dig. Semester Pressemeldungen Startseite
news-20295 Mon, 15 Feb 2021 07:31:00 +0100 „Die Mathematik ist eine Weltsprache“ https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/die-mathematik-ist-eine-weltsprache/ Prof. Dr. Sebastian Mentemeier ist seit Oktober 2019 Professor am Institut für Mathematik und Angewandte Informatik der Universität Hildesheim. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Wahrscheinlichkeitstheorie und Statistik. Im Interview spricht er über die Faszination seines Fachgebiets. Unter Forschungsschwerpunkte steht auf Ihrer Homepage unter anderem „Non-Gaussian limit theorems“ und „Heavy-tailed random variables“. Schätzen Sie mal, wie viele Sätze Sie brauchen würden, um mir zu erklären, woran Sie arbeiten.

Das kommt auf die inhaltliche Tiefe an.

Gehen wir mal von einem oberflächlichen Küchengespräch aus.

Dann drei.

Die würde ich gerne hören!

Ein großes Thema in der Mathematik ist die Universalität - das bekannteste Beispiel dafür ist der zentrale Grenzwertsatz: Wenn Sie viele kleine Zufallsereignisse haben, die sich aufsummieren, kommt in den allermeisten Fällen die Gaußsche Normalverteilung dabei raus. Non-Gaussian meint folglich die Fälle, in denen das nicht so ist. So haben die sogenannten „heavy-tails“-Verteilungen, die Eigenschaft, dass Extremereignisse, also sehr große Zahlenwerte, mit einer höheren Wahrscheinlichkeit auftauchen.

Können Sie einen konkreten Anwendungsfall aus dem Alltag nennen?

Versicherungen arbeiten mit solchen Wahrscheinlichkeitsverteilungen. Sie haben auf der einen Seite sehr viele kleine zufällige Schadensfälle über das Jahr verteilt, aber gelegentlich auch Extremereignisse wie einen Jahrhundertsturm mit sehr hohen Schadenssummen, die auf einmal anfallen.

Stellen Sie sich vor, Sie sind bei einer Party und werden gefragt, was Sie beruflich machen.  Beschreiben Sie mal die typische Reaktion Ihres Gegenübers auf Ihre Antwort.

Schweigen.

Beeindrucktes Schweigen wenigstens?

Naja, ein Teil sagt als nächstes „Von Mathe habe ich gar keine Ahnung“, der andere Teil fragt interessiert nach, was genau ich mache.

Warum, glauben Sie, reagieren die Menschen so? Niemand würde sich ja damit brüsten, Akkusativ und Dativ nicht unterscheiden zu können oder eine schlechte Allgemeinbildung zu haben. Aber nicht kopfrechnen zu können und sich für mathematische Zusammenhänge nicht zu interessieren, scheint irgendwie gesellschaftsfähig zu sein.

Ich glaube, dass viele Menschen bei Mathe irgendwann aussteigen, hat damit zu tun, dass in der Mathematik alles aufeinander aufbaut. Wenn man beim Vokabellernen mal einen Teil übersprungen hat, erschließen sich die fehlenden Worte trotzdem aus dem Zusammenhang. Aber in der Mathematik fehlt einem irgendwann ein so großer Baustein, dass das gesamte Konstrukt nicht mehr funktioniert. Um in der Mathematik weiterzukommen, muss man kontinuierlich am Ball bleiben, wie ein Sportler beim Training.

Wie sind Sie denn zur Mathematik und speziell zum Themenschwerpunkt Wahrscheinlichkeitsrechnung gekommen?

Zu allererst durch meine Mutter, die selbst Mathematiklehrerin war. Auch in der Schule hatte ich das Glück, gute Lehrer zu haben. Besonders ein Lehrer am Gymnasium war sehr engagiert, er hat eine Mathe-AG angeboten und ist mit uns zur Mathe-Olympiade gefahren. Die Wahrscheinlichkeitsrechnung hat mich schon in der Schulzeit interessiert und sich später an der Uni als Schwerpunkt herauskristallisiert. Ich habe dann auch in diesem Bereich promoviert.

Wie erklären Sie sich, dass Menschen wider besseres Wissen statistische Wahrscheinlichkeiten ignorieren und zum Beispiel Lotto spielen oder fest daran glauben, dass das Corona-Virus für sie selbst keine Gefahr darstellt?

Die Interpretation von Wahrscheinlichkeiten hat im Alltag sehr viel mit subjektiver Wahrnehmung zu tun. Beim Lotto-Spielen geht es um das Prinzip Hoffnung. Man möchte gern gewinnen, deshalb schätzt man seine Chancen größer ein, als sie tatsächlich sind. Im Lotto den Hauptgewinn zu erzielen, ist statistisch unwahrscheinlicher, als vom Blitz getroffen zu werden, aber in der Wahrnehmung vieler Menschen ist es genau anders herum. Wobei man beim Blitz immerhin noch Möglichkeiten hat, auf die Wahrscheinlichkeit Einfluss zu nehmen – indem man zum Beispiel bei Gewitter im Haus bleibt. Das wäre ein Beispiel für eine bedingte Wahrscheinlichkeit: In Abhängigkeit von meinem Verhalten falle ich in eine weniger gefährdete Gruppe mit geringerer „Blitzschlagwahrscheinlichkeit“, oder in eine höher gefährdete. Analog verhält es sich mit dem Befolgen der Schutzmaßnahmen und der Ansteckungswahrscheinlichkeit.

Spielen Sie denn Lotto?

Nein (lacht). Aber ich habe immerhin mal ein Los der Aktion Mensch besessen. Auch als Mathematiker bin ich kein Mensch, der im Alltag ständig alles knallhart durchkalkuliert und vorausberechnet. Ich treffe auch mal Entscheidungen aus dem Bauch heraus.

Gibt es eine große offene Frage in der Mathematik, die Sie gern lösen würden? So etwas wie ein Lebensthema?

Nein, ganz so groß denke ich nicht. Ich arbeite an verschiedenen Themen parallel, meist für einige Jahre, dann kommt wieder etwas Neues.

Woran forschen Sie aktuell?

An sogenannten Verzweigungsprozessen. Das kann man sich ein bisschen wie einen Stammbaum vorstellen, bei dem man von einer einzelnen Person ausgehend ausrechnet, in wie vielen Generationen diese Person zum Beispiel 10.000 Nachkommen haben wird. In unserem Fall werden auch noch Bewegungen mit einbezogen. Vorstellen kann man sich das z.B. anhand von Bakterienkolonien, die durch Teilung wachsen und sich (wenn auch langsam) bewegen. Dann kann man sich die Bewegung der „Bakterienwolke“ anschauen, ebenso auch die Bewegung eines einzelnen Bakteriums, beispielsweise des schnellsten. Bisher hat man das nur für Bewegungen auf einer Linie angeschaut, nun geht es um „natürliche“ Bewegungen im dreidimensionalen Raum.

Und – das ist noch ein faszinierender Aspekt der Mathematik – nur eine kleine Abwandlung des Modells ist nötig, und schon dient es der Laufzeitanalyse von Sortieralgorithmen in der Informatik.

Kommen wir nochmal zurück zum Party-Gespräch. Wenn Sie jemanden Fachfremdes von ihrer Faszination für die Mathematik überzeugen wollten – was würden Sie sagen?

Die Mathematik ist eine Weltsprache. Egal, ob im Deutschen, im Chinesischen oder im Russischen:  Zahlen funktionieren immer gleich. Alle Begriffe sind eindeutig und klar definiert. Mathematische Gesetzmäßigkeiten basieren allein auf bewiesenen Tatsachen und Fakten und ermöglichen einen Austausch auf der rein inhaltlichen Ebene auch über Grenzen hinweg. Sogar zu Zeiten des Kalten Krieges konnte ein wissenschaftlicher Austausch zwischen Ost und West fortbestehen.

Ein Kollege von mir hat es mal so formuliert, dass die Mathematik die Aufgabe hat, das Denken zu schärfen, das logische Schlussfolgern einzuüben und sich allein an die Fakten zu halten – eine Aufgabe, der auch in der heutigen Zeit sicherlich eine besondere Bedeutung zukommt.

 

Interview: Sara Reinke

 

 

 

]]>
Fachbereich 4 Mathematik & Angewandte Informatik Pressemeldungen
news-20316 Thu, 11 Feb 2021 09:56:00 +0100 Politische Bildung in Zeiten gesellschaftlichen Wandels https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/politische-bildung-in-zeiten-gesellschaftlichen-wandels/ Mit Studierenden des Lehramts hat Prof. Dr. Marc Partetzke eine digitale Galerie entwickelt, die darüber Auskunft gibt, wie sich Politische Bildung und Erziehung im Laufe der Zeit verändert haben und welche Kontinuitäten erkennbar sind. Die Galerie „Politische Bildung in Zeiten gesellschaftlichen Wandels“ ist im Web frei verfügbar und kann erweitert werden. Partetzke forscht und lehrt seit Frühjahr 2020 als Professor für Politikdidaktik und Politische Bildung an der Universität Hildesheim. Politische Bildung und Erziehung sind stets vielfältigen Gefahren ausgesetzt, sagt Prof. Dr. Marc Partetzke, Politikwissenschaftler am Institut für Sozialwissenschaften. So bestehe unter anderem „die Gefahr der Vereinnahmung durch politische Akteure und Institutionen im Sinne einer bloßen Systemaffirmation ihrer Adressat*innen“. Es bestehe aber auch die Gefahr der Reduzierung und Instrumentalisierung auf eine schlichte „Feuerwehrfunktion“, beispielsweise dann, wenn Politische Bildung „zur Behebung gesellschaftlicher Krisen angefragt und auf möglichst schnelle und passförmige Reaktionen zurechtgestutzt wird“. Ferner könne Politische Bildung im Extremfall – auch unbeabsichtigt – dazu führen, Lernende „zu indoktrinieren und damit zu überwältigen“.

Vor dem Hintergrund dieser Gefahren hat Professor Partetzke im Wintersemester 2020/21 mit Studierenden des Lehramts (Master of Education) im Seminar „Politische Bildung in Zeiten gesellschaftlichen Wandels“ unter anderem die Fragen bearbeitet, wie sich Politische Bildung und Erziehung im Laufe der Zeit verändert haben, aber auch, welche Kontinuitäten erkennbar sind. Ein Forschungsschwerpunkt des Politikwissenschaftlers, der sich nun auch in dem Projekt der Studierenden widerspiegelt, ist die ehemalige Deutsche Demokratische Republik (DDR) – auch als Thema der historisch-politischen Bildung selbst.

]]>
Fachbereich 1 Sozialwissenschaften Politik dig. Semester Pressemeldungen Startseite
news-20292 Mon, 08 Feb 2021 16:25:00 +0100 Uni Hildesheim lädt zur Online-Fachtagung für Sportwissenschaftler https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/uni-hildesheim-laedt-zur-online-fachtagung-fuer-sportwissenschaftler/ Mit der 55. Atmungs- und Leistungsphysiologischen Arbeitstagung (ALAT) richtet das Institut für Sportwissenschaften der Universität Hildesheim am 12. Februar eine hochkarätige Fachtagung für Sportwissenschaftler aus der ganzen Welt aus. Erstmals findet die Tagung in diesem Jahr online statt. Organisiert haben sie Sportwissenschaftler Prof. Dr. Sebastian Gehlert und Mitarbeiterin Käthe Bersiner. Auf dem Programm stehen unter anderem Vorträge zur Trainingsanpassung bei Atemwegserkrankungen wie COPD und anderen (Dr. Inga Jarosch, Schönau), zum Einfluss der körperlichen Fitness auf die muskuläre und hämatologische Response bei akutem Ausdauertraing älterer Probanden (Dr. Daniel Bizjak, Ulm) oder zum Einfluss genetischer Faktoren auf die Variabilität lokaler Prozesse im Skelettmuskel unter Belastung (Prof. Dr. Martin Flück, Zürich). Besondere Aufmerksamkeit dürfte in diesem Jahr aber auch den Vorträgen zu den Langzeitfolgen von Covid-19-Erkrankungen (Prof. Dr. Wilhelm Bloch, Köln) und dem Post-Covid-Syndrom (Prof. Dr. Jürgen Steinacker, Ulm) zuteil werden.

Eingeladen zu der Tagung sind rund 200 sportwissenschaftliche und (präventions-)medizinische Experten, aber auch Interessierte anderer Fachbereiche sind willkommen. Ein Teil der Vorträge läuft in englischer Sprache, Fragen können im Chat gestellt werden. Im Anschluss ist jeweils eine kurze Diskussion vorgesehen.  

Aufgrund der COVID-19 Pandemie, wird die 55. Atmungs- und Leistungsphysiologische Arbeitstagung als komprimierte Online-Tagung über das Tool „Zoom“ stattfinden. Das Meeting wird kompakt am 12.2.2021 im Zeitraum zwischen 16 und 19 Uhr von der Abteilung „Biowissenschaften des Sports“ (Institut für Sportwissenschaft) der Universität Hildesheim ausgerichtet.

Hier geht’s zur Anmeldung

]]>
Presse Fachbereich 1 Sportwissenschaft Forschung Pressemeldungen Startseite
news-20250 Mon, 08 Feb 2021 15:00:00 +0100 40 Jahre Studienberatung: „Wir unterstützen dabei, die eigene Entscheidung zu treffen“ https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/40-jahre-studienberatung-wir-unterstuetzen-dabei-die-eigene-entscheidung-zu-treffen/ Seit vierzig Jahren unterstützt die Zentrale Studienberatung (ZSB) Studierende und Studieninteressierte auf ihrem Studien- und Lebensweg. Arite Heuck-Richter, die Leiterin, erzählt in einem Interview von der Entstehung, dem Leitbild und den zahlreichen Unterstützungsangeboten der Zentralen Studienberatung. Neben Einzelberatungen bietet das Team der ZSB zahlreiche Workshops für Studierende an, zum Beispiel zum Einstieg in die Universität oder zur weiteren Berufsqualifizierung. Studieninteressierte können sich im Rahmen der neuen Veranstaltungsreihe „HI_Friday“ immer freitagsnachmittags online über das Studienangebot der Universität Hildesheim informieren. Interview mit Arite Heuck-Richter, Leiterin der Zentralen Studienberatung der Stiftung Universität Hildesheim

Frau Heuck-Richter, die Zentrale Studienberatung besteht nun seit über vierzig Jahren. Wie und mit welchen Zielen wurde die ZSB damals gegründet?

Die Universität Hildesheim ging aus einer pädagogischen Hochschule hervor, die ihren Fokus auf der Lehrer*innenausbildung hatte. Damals gab es noch keine Zentrale Studienberatung, weil man vermutlich annahm, dass die Lehramtsstudierenden vorher und auch für den Berufseinstieg nicht viel Orientierung benötigten. Im Laufe der Weiterentwicklung hin zur Universität Hildesheim hat sich das jedoch deutlich verändert. Es kamen neue Studiengänge hinzu und es wurde deutlich, dass die Studierenden Unterstützung brauchen.

Man startete mit einer Stelle, die sowohl für die Universität Hildesheim als auch für die jetztsogenannte HAWK zuständig war. Dies hat am Anfang nicht so gut funktioniert, sodass darauffolgend für beide Hochschulen je ihre eigene Studienberatungsstelle eingerichtet wurde. Zu dem Zeitpunkt lag der Fokus auf der Beratung, die zunächst mit wenig Gesprächen startete, was sich aber in den nächsten Jahren deutlich erweitert hat. Nach und nach wurden mehr Berater*innen eingestellt, um der Fülle an Themen und Studierendenanliegen gerecht werden zu können.

Vierzig Jahre Studienberatung bedeuten auch vierzig Jahre Entwicklung. Wie und warum hat sich die ZSB in dieser Zeit verändert?

Mit dem großen Zuwachs von Studierenden – wir sind mittlerweile bei deutlich über 8000 Studierenden – und mit der Vielzahl der Studiengänge gingen sehr viele Veränderungen einher. Früher gab es zwei, drei Studiengänge, heute haben wir über vierzig. Allein das brachte es mit sich, dass  mehr Vielfalt in der Zentralen Studienberatung einkehren musste. Zum Beispiel haben sich die Bereiche zur Vorstellung von Studiengängen und zur Information vor der Beratung in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren deutlich ausdifferenziert. Früher hatten wir Flyer mit einzelnen Informationen, heute haben wir neben umfangreichen Broschüren auch eine Onlinepräsenz, sind bei Social Media unterwegs und produzieren Videos.

Die Welt, und somit auch die Studierendengesellschaft, ist heterogener geworden. Es sind verschiedene Typen von Menschen an der Universität, die unterschiedliche Erfahrungen, Bedingungen, Zugänge und auch bestimmte Herausforderungen mitbringen und die in einer Welt groß werden, die deutlich differenzierter ist als die Welt vor dreißig oder vierzig Jahren. Damals war es klarer, wo man hinwill. Das ist heutzutage deutlich schwieriger. Es gibt so eine Fülle an Studiengängen und Möglichkeiten, dem mussten auch die Hochschulen Rechnung tragen und die Studierenden dabei unterstützen, sowohl vorher eine gute Entscheidung für sich zu treffen als auch dieses Studium dann bewältigen zu können.

„Wir stecken viel Energie in die Einführungswoche und in das Erstsemestertutorium, um Erstsemesterstudierende in der Anfangsphase gut begleiten zu können.“

Die ZSB bietet Studierenden eine Fülle von Unterstützungsmöglichkeiten. Können Sie einen Überblick dieser Angebote geben?

Wir haben Angebote für den gesamten „Student-Life-Cycle“. Wir fangen bei Schüler*innen an, die sich damit beschäftigen, ob und was sie studieren wollen und schließen den Kreis bei der Begleitung in den Berufseinstieg. Wir gehen auf Messen, wir präsentieren in Schulen, wir bieten ein großes Informationsangebot, organisieren ein Schnupperstudium und veranstalten Studieninformationstage, sodass sich Schüler*innen orientieren können. Zudem bieten wir Beratung für alle Phasen des Student-Life-Cycle an.

Am Anfang steht die Orientierungsberatung und Unterstützung bei Fragen zu Zulassungsvoraussetzungen, zur Bewerbung und zum Studienstart. Gerade die Eingangsphase ist eine der wichtigsten Phasen, auch für uns als Zentrale Studienberatung. Wenn der Eingang in das Studium nicht gut gelingt, werden alle weiteren Phasen erschwert. Wir stecken deshalb viel Energie in die Einführungswoche und in das Erstsemestertutorium, um Erstsemesterstudierende in der Anfangsphase gut begleiten zu können. Wir haben das neue Programm „Willkommen in der Wissenschaft“ entwickelt, was mit Workshops die Studierfähigkeit unterstützt, sodass Studierende – egal welche Interessen oder Vorerfahrung sie mitbringen – diesen ersten Schritt an die Universität gut begleitet gehen können.

Über den Verlauf des Studiums bieten wir Beratung für die Studierenden an, zum Beispiel, wenn sie nicht im richtigen Studiengang gelandet sind oder Abbruchgedanken haben, wenn sie vor Herausforderungen beim Lernen oder beim Schreiben der Bachelorarbeit stehen oder, wenn sie psychosoziale Herausforderungen haben. Alle Themen, die Studierende umtreiben können, landen bei uns in der Beratung oder im Coaching.

Neben dieser Einzelberatung haben wir Gruppenangebote, die im Rahmen der Fachübergreifenden Schlüsselkompetenzen (FüSK) stattfinden. Hier bieten wir Workshops zur Studienorganisation oder zur Berufsqualifikation an. Studierende können bei uns beispielsweise einen InDesign-Kurs besuchen oder an einem Workshop zu Kommunikation oder Konfliktmanagement und vieles mehr teilnehmen.
Ein weiterer großer Bereich der ZSB ist der Career Service, der an Studierende gerichtet ist, die sich am Studienende befinden und sich für den Berufseinstieg orientieren wollen. Einmal im Jahr bieten wir die Berufseinstiegswoche „Create your Career“ an, in der Studierende Arbeitgeber*innen kennenlernen, Bewerbungsmappenchecks und Bewerbungstrainings durchlaufen und herausfinden können, in welche Richtung sie beruflich gehen wollen.

Wie ein Kreis schließen sich unsere Angebote um alles, was mit Studieninteressierten, Studierenden und Absolvent*innen zu tun hat. Zusätzlich wurden vor zwei Jahren die Betreuung der Gasthörenden wieder in den Bereich der ZSB integriert.

„Wir unterstützen dabei, die eigene Entscheidung zu treffen.“

Was sind die Anker-Peers?

Die Anker-Peers sind das studentische Beratungsteam der ZSB und unterstützen uns bei der „niedrigschwelligen“ Kontaktaufnahme zu Studieninteressierten und Studierenden. Wir nehmen unsere Anker-Peers gerne mit auf Messen oder in die Schulen. Da sie mitten im Studium stehen, wissen sie besser, wie es aktuell ist, zu studieren als zum Beispiel ich, bei der das schon länger her ist.

Die Anker-Peers können erzählen, wie sie Herausforderungen selbst bewältigt haben und sind von uns geschult, sodass sie gut dazu beraten können. Insgesamt baut die ZSB sehr auf studentische Hilfskräfte. So betreut ein weiteres studentisches Team die Infoline und das CampusCenter. Das ist die erste Anlaufstelle für alle Fragen rund ums Studium. Bei der Infoline kann man telefonisch, per Mail und per Chat alle Fragen loswerden, die das Studium betreffen. Im Forvm gibt es zwei Tresen, wo vor Ort Fragen gestellt werden können. Die geschulten studentischen Hilfskräfte wissen, an wen man sich mit welcher Frage wenden kann.

Was ist das Studieninformationsportal (SIP)?

Das Studieninformationsportal ist ein neues Projekt, mit dem wir den Bereich der Studieninformation moderner aufgestellt haben und so Studiengänge zielgruppengerechter darstellen können. Viele Studieninteressierte kommen mit einer bestimmten Erwartung in den Studiengang und merken nach ein oder zwei Semestern, dass dieses Fach nicht zu ihnen passt.

Über das Studieninformationsportal können Studieninteressierte ihre Erwartungen abchecken und sich darüber informieren, was es bedeutet, zu studieren, was ein bestimmter Studiengang beinhaltet und welchen Beruf sie damit ergreifen können. Mit den Erwartungschecks ist es möglich zu prüfen, wo sie langfristig glücklich werden und, was sie gut bewältigen können. Zusätzlich dazu gibt es Videos und Testimonials, welche die Studiengänge noch nahbarer vorstellen als bloße Studiengangsbeschreibungen.

Welche Angebote werden häufig wahrgenommen und welche Angebote der ZSB werden von Studierenden zurzeit noch eher übersehen und nicht so häufig genutzt?

Zeitweise ist es so, dass wir tatsächlich überrannt werden, insbesondere beim Programm „Willkommen in der Wissenschaft“. Das ist schade für uns, weil wir nicht alle Interessierten zufriedenstellen können. Nicht jede Person, die sich dort oder bei den Fachübergreifenden Schlüsselkompetenten anmeldet, bekommt einen Platz. Wir bauen jedes Jahr mehr auf, aber hier reichen die Ressourcen leider nicht, um jede*n Einzelne*n gut bedienen zu können. Wir versuchen Nachrückplätze zu vergeben und im Semester zusätzliche Kurse laufen zu lassen, aber auch dies ist natürlich nur begrenzt möglich.

Nicht so sehr im Fokus von Studierenden stehen die Anker-Peers. Sie funktionieren wunderbar bei Studieninteressierten, aber manchmal würden sich die Anker-Peers wünschen, dass noch mehr Studierende ihre Angebote nutzen. Als studentische Berater*innen unterstützen die Anker-Peers mit Insiderwissen und Know-how bei studienbezogenen Themen und persönlichen Anliegen, wie zum Beispiel bei Studienorganisation, studentischem Leben, Stress im Studium oder im Privaten und tauschen ihre Erfahrungen, Tipps und Tricks rund ums Studium aus.

Was würden Sie zu Studierenden sagen, die sich noch nicht so richtig trauen, in die Beratung zu kommen? Wie können sie von der Beratung und dem Coaching bei der ZSB profitieren?

Wer da noch Bedenken hat, könnte sich zuerst an die Anker-Peers wenden. Das sind ja Studierende aus Ihren Studiengängen. Vielleicht wäre es für den ersten Schritt leichter mit ihnen Kontakt aufzunehmen und sich erzählen zu lassen, wie das bei uns so ist. Man kann sich aber auch  gut direkt an unsere Berater*innen wenden.. Vielleicht hat der eine oder die andere Scheu, mit Problemen oder Herausforderungen zu fremden Menschen zu gehen. Das kann ich verstehen. Bei uns wird man aber auf jeden Fall eine Idee davon bekommen, wie man weitermachen kann. Manchmal ist es nur der Hinweis, dass wir nicht die richtige Anlaufstelle sind und wohin man sich stattdessen wenden kann. Häufig sind wir jedoch die richtige Stelle und man kann die Herausforderung mit uns angehen.

Vor zwei Jahren haben wir das Coaching entwickelt, weil wir merkten, dass in der Beratung manchmal zu wenig Zeit ist, um Themen tief genug angehen zu können. Beim Coaching findet eine Begleitung über mehrere Sitzungen statt. Wir machen keine Therapie, was wichtig ist zu sagen. Wenn jemand eine psychische Erkrankung hat, können wir dabei begleiten, wie das Studium bewältigt werden kann, aber wir arbeiten nicht an der psychischen Erkrankung. Wir sind zwar auch zum Teil ausgebildete Therapeut*innen, unser Fokus liegt jedoch auf der Coaching-Ebene und der Handlungsorientierung. Mit uns kann man herausfinden, wie man etwas angehen kann, wie man mit etwas umgehen und wie man Schritte für sich vorangehen kann.

Um diese vielfältigen Angebote für Studierende anbieten zu können, braucht es ein großes Team. Wie setzt sich das Team der ZSB zusammen?

Aktuell sind wir elf Personen im Team der ZSB, davon zehn Mitarbeiterinnen und ein Mitarbeiter. Zusätzlich haben wir ungefähr dreißig studentische Hilfskräfte. Die ZSB beruht auf drei Säulen. Für die Säule „Studienberatung und Coaching“ sind vier Berater*innen zuständig, bei der Säule „Kommunikationsmanagement und Studierendenmarketing“ sind es drei Personen, um die Säule „Schlüsselkompetenzen“ kümmern sich zwei Personen. Zusätzlich dazu gibt es das Sekretariat und mich als Leitung. Keine*r von meinen Mitarbeiter*innen verantwortet  nur ein Thema allein. Alle betreuen mindestens zwei Gebiete.

Nach welchem Leitbild handeln Sie und ihr Team?

Wir handeln neutral und objektiv und haben eine wertschätzende und respektvolle Haltung in allem was wir tun. Das ist das Wichtigste, was uns als Einrichtung auszeichnet. Wenn Studierende oder Studieninteressierte zu uns kommen, empfehlen wir nicht einen bestimmten Studiengang oder drängen die Person in eine Richtung.

Wir unterstützen dabei, die eigene Entscheidung zu treffen. Das kann schwierig sein, weil Studieninteressierte uns manchmal fragen, was sie studieren sollten. So etwas werden wir niemals beantworten. Natürlich zeigen wir, dass es toll ist, hier zu studieren. Wir alle sind sehr begeistert von unserer Universität. Wir würden jedoch nur aufzeigen, was hier an der Uni vorhanden und was möglich ist. Wir wollen natürlich überzeugen, aber wir wollen keinesfalls überreden. Unser Ziel ist es Menschen zu finden, die zu unserer Universität passen, und sie dabei unterstützen, für sich gute Entscheidungen zu treffen, sich weiterzuentwickeln, Herausforderungen zu bewältigen und ihren Weg gut gehen zu können.

„Bei uns wird man auf jeden Fall eine Idee davon bekommen, wie man weitermachen kann.“

Sie leiten seit 2015, also nun seit über fünf Jahren, die ZSB. Wie würden Sie die Arbeit dort beschreiben?

Erstmal kann ich sagen, dass ich sehr froh bin, hier zu arbeiten. Mir gefällt es wirklich gut an dieser Universität. Ich finde mein Team wunderbar, das aus tollen, sehr motivierten und innovativen Menschen besteht. Wir haben nicht viele Ressourcen, aber wir kriegen viel auf die Beine. Ich finde es klasse, in einer Universität der kurzen Wege zu arbeiten, wo ich als Abteilungsleiterin Freiheiten habe und die Chance bekomme, Dinge anzupacken. Wenn ich denke, dass es wichtig ist, ein Projekt wie „Willkommen in der Wissenschaft“ oder das „Studieninformationsportal“ aufzubauen, bekomme ich dafür Support aus der Hochschulleitung.

Von außen betrachtet fragt man sich vielleicht, wie es zusammenpasst, dass das Studierendenmarketing oder die Betreuung der Gasthörenden in die Institution der Zentralen Studienberatung integriert sind. Der Name „Zentrale Studienberatung“ passt tatsächlich nicht mehr ganz so gut, weil Beratung nur noch ein Teil von vielen anderen ist. Im Endeffekt hängen diese verschiedenen Bereiche alle miteinander zusammen und befruchten sich gegenseitig. Unsere Arbeit ist insbesondere durch unser Leitbild geprägt. Das eint uns bei der ZSB alle, egal ob es um die Betreuung von Gasthörenden, Studieninteressierten, Studierenden oder Absolvent*innen geht. Diese Fülle an Themen und Zielgruppen zu verantworten, finde ich wunderbar.

Wie hat sich die Arbeit und die Beratung der ZSB seit der Corona-Pandemie verändert?

Wir wollten immer etwas Digitales anbieten, sind aber nicht dazu gekommen. Dann kam die Corona-Pandemie und wir mussten uns von einem Tag auf den anderen digitalisieren. Im Frühjahr 2020 standen wir vor unserem jährlichen Infotag für Studieninteressierte, der umfangreich ist, weil dort alle Studiengänge vorgestellt werden. Wir mussten ein seit zwanzig Jahren bestehendes Präsenzangebot in eine digitale Variante verwandeln. Das war sehr herausfordernd, hat aber hervorragend funktioniert. So konnten wir die Programme „Willkommen in der Wissenschaft“ und auch „FüSK“ komplett online umstellen. Dadurch, dass wir uns digitalisieren mussten, eröffneten sich auch neue Horizonte. Manche Veranstaltungen ziehen andere oder auch mehr Menschen an, weil sie nicht vor Ort sein müssen, um teilzunehmen. Ich glaube, dass wir einige digitale Möglichkeiten weiter nutzen werden, selbst wenn wir wieder ins Büro und in die Uni kommen können.

Schwieriger umzustellen war die Beratung. Viele vermuteten, dass wir nur gut nah zueinanderkommen, wenn wir tatsächlich voreinander sitzen. Das ging auch in meinem Kopf und in einigen Köpfen meiner Studienberaterinnen vor. Aber die Videoberatung und die Beratung über das Telefon hat schnell sehr gut funktioniert. Wenn das für bestimmte Personen nicht möglich war, haben wir Beratungsspaziergänge an der frischen Luft angeboten. Seit Beginn der Pandemie haben wir viele herausfordernde Gespräche geführt, weil viele Studierende Sorgen und Ängste hatten. Natürlich, jede*r hatte Angst überhaupt rauszugehen. Das ist schon schlimm genug und dann soll das Studium noch bewältigt werden. Vielleicht ist man in der Abschlussphase, die Bibliothek hat geschlossen, man ist alleine in seiner Wohnung, hat Angst und ist vielleicht Risikopatient*in. Langsam pendelt sich das wieder ein bisschen ein, aber es war gut, dass wir das Coaching schon weit entwickelt hatten, die Videoberatung anbieten und so zeitnah Unterstützung leisten konnten.

Welche Tipps geben Sie Studierenden in der aktuellen Situation der COVID-19-Pandemie?

Es ist wichtig, sich Unterstützung zu holen. Statt einsam zuhause zu sitzen, sollte man die Angebote und Unterstützungsmaßnahmen nutzen, die online vorhanden sind. Aus der Studierendenlandschaft gibt es viele schöne Aktionen, beispielsweise haben unsere Anker-Peers gemeinsam mit dem AStA und dem Green Office einen Telegram-Kanal entwickelt, wo man die Chance hat, Fragen loszuwerden und sich in dieser schwierigen Zeit zu vernetzen.

Interview: Mara Schrey, studentisches Mitglied des Redaktionsteams

Weitere Informationen:

Festschrift der ZSB

Zum 40jährigen Jubiläum hat die Zentrale Studienberatung eine Festschrift aufgesetzt.

Hier geht's zur Festschrift

Beratung bei der ZSB

Wer vor Herausforderungen im Studium steht und Unterstützung braucht, kann ein persönliches Beratungsgespräch bei der ZSB vereinbaren.

Anker-Peers

Studierende oder Studieninteressierte können sich mit Fragen ebenfalls an Studierende der Universität Hildesheim wenden: anker-peers(at)uni-hildesheim.de. Mehr Informationen zum studentischen Beratungstermin der Universität finden sich hier.

HI_Friday

Immer freitagsnachmittags können sich Studieninteressierte online in der Reihe "HI_friday" über das Studium an der Universität Hildesheim informieren.

Veröffentlicht von: Isa Lange

]]>
ZSB Pressemeldungen
news-20290 Mon, 08 Feb 2021 11:00:21 +0100 „Für viele meiner Freunde war klar, dass sie studieren werden“ – der Weg vom „Heimkind“ an die Uni in einem neuen Podcast https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/fuer-viele-meiner-freunde-war-klar-dass-sie-studieren-werden-der-weg-vom-heimkind-an-die-uni-i/ Hinter den Kulissen des Projekts CareHOPe wurde in den letzten Wochen eifrig an einem Podcast-Projekt gearbeitet. In Zusammenarbeit mit Stephanie Landa von AUDIYOU und mit dem Engagement verschiedenster Gesprächspartner*innen (Careleaver, Peer-Beraterin, Jugendamt, Jugendhilfe, Stipendienförderung, Politik, etc.) entstand eine Podcastreihe über Bildungschancen von jungen Menschen aus Jugendwohngruppen oder Pflegefamilien unter dem Titel „Studieren nach der Jugendhilfe“. „Boah, krass, du bist an der Realschule!“ – sagten andere Jugendliche aus der Wohngruppe ungläubig zu ihr – doch Tanja war es damit nicht genug. Als Jugendliche hatte sie sich selbst ans Jugendamt gewandt, um sich aus ihrer Familie zu lösen, jetzt wollte sie aus ihrem Leben etwas machen. Sie machte das Fachabitur und ging ihren Weg immer weiter. Heute ist die inzwischen erwachsene Care Leaverin mit viereinhalb Jahren Jugendhilfeerfahrung Sozialarbeiterin, Lehrbeauftragte und Studentin. Von ihrem herausfordernden und nicht immer ganz gradlinigen Weg von der Jugendhilfe an die Hochschule erzählt sie in der ersten Folge des im Projekt CareHOPe entstandenen Podcasts „Studieren nach der Jugendhilfe“.

Podcast „Studieren nach der Jugendhilfe“

Weitere Podcastfolgen werden nach und nach unter demselben Link veröffentlicht.

Weitere Informationen

Sie wollen über weitere Folgen informiert bleiben? Dann einfach eine kurze Mail an carehope(at)uni-hildesheim.de schreiben und wir nehmen Sie in den Verteiler auf und informieren sobald eine neue Podcastfolge online ist.

 

]]>
Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Pressemeldungen
news-20277 Fri, 05 Feb 2021 09:36:00 +0100 Wie Kitas über sich selbst hinauswachsen – Forscherinnen legen Abschlussbericht zu Organisationsentwicklung vor https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/wie-kitas-ueber-sich-selbst-hinauswachsen-forscherinnen-legen-abschlussbericht-zu-organisationsentw/ Insgesamt gut sechs Jahre lang haben Expertinnen der Universitäten Hildesheim und Heidelberg erforscht, wie Kindertagesstätten sich strukturell so aufstellen können, dass sie nicht nur den Anforderungen der Gegenwart, sondern auch jenen der Zukunft gewachsen sind. In der von der Robert-Bosch-Stiftung als Projektträger veröffentlichten Online-Abschlusspublikation „Viel Bewegung in den Kitas – Erkenntnisse aus einem Projekt zur Organisationsentwicklung“, fassen die Wissenschaftlerinnen die zentralen Erkenntnisse und Lernerfahrungen aus allen Projektphasen zusammen und geben ganz konkrete Handlungsempfehlungen für all jene, die in Praxis oder Wissenschaft mit Organisationstrukturen von Kindertagesstätten befasst sind. Wachsende gesellschaftliche Anforderungen an die frühkindliche Bildung, gesetzlicher Betreuungsanspruch, Digitalisierungsanforderungen und multinationale Gruppenzusammensetzungen auf der einen Seite. Fachkräftemangel, geringe Wertschätzung seitens der Politik und fehlende Konzepte zur strukturellen Weiterentwicklung auf der anderen Seite. Das war die Ausgangslage für mehrere aufeinanderfolgende von der Robert-Bosch-Stiftung geförderte Forschungsprojekte der Hildesheimer Erziehungswissenschaftlerinnen Professorin Carola Iller und Cindy Mieth gemeinsam mit Heidelberger Kolleginnen. „Die öffentliche Bedeutung der Kindertagesstätten ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen“, sagt Prof. Carola Iller. „Es ist heute eine große Selbstverständlichkeit geworden, sich in der Familienplanung auf die Betreuungsmöglichkeiten von Krippe und Kita zu verlassen.“ Iller verweist auch auf die zuletzt in der Corona-Krise immer wieder betonte „Systemrelevanz“ der Einrichtungen. Doch zugleich fehle in Politik und Gesellschaft häufig das Bewusstsein für die vielfältigen Aufgaben und Anforderungen im Fachfeld der frühkindlichen Erziehung. Längst gehe es nicht mehr allein um gute pädagogische Arbeit, vielmehr ähnelten die Kindertagesstätten heute häufig eher kleinen Unternehmen, die professionelle Führung und strategische Weiterentwicklung erfordern. „Die hohe Erwartungshaltung der Eltern spiegelt sich nicht im Budget und in der personellen Ausstattung der Einrichtungen wider“, fasst Iller zusammen.

Bereits 2018 hatten die am Projekt beteiligten Wissenschaftlerinnen das Handbuch „Organisationsentwicklung in Kitas – Beispiele gelungener Praxis“ (pdf) veröffentlicht, in dem sie anhand von elf Fallstudien die organisatorische und strukturelle Bandbreite darstellen: von regionalen Unterschieden – insbesondere zwischen Ost und West – über verschiedene inhaltliche Konzepte bis hin zu Trägerschafts-Modellen in kommunaler, kirchlicher, privater oder freigemeinnütziger Hand. Nun legen die Expertinnen mit ihrem Abschlussbericht noch einmal nach und geben auf gut 80 sehr ansprechend aufbereiteten Seiten Fach- und Leitungskräften, sowie all jenen, die mit der Aus- und Weiterbildung im frühpädagogischen Bereich befasst sind, ganz konkrete Handreichungen mit auf den Weg.

Abschlussbericht: Viel Bewegung in den Kitas (pdf)

Bisher seien es oftmals pädagogische Fachkräfte, die mit einer begrenzten Stundenzahl für Leitungsaufgaben freigestellt würden, konstatiert Iller, doch seien diese nicht unbedingt auch für Personal- und Betriebsführung, Verwaltungsaufgaben oder Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit ausgebildet. „Ich könnte mir vorstellen, dass für diesen Bereich künftig ein ganz eigenes Berufsprofil entsteht.“

Zum Hintergrund der Studie

Die Idee, die Organisationsstrukturen von Kindertagesstätten systematisch zu erforschen, kam Carola Iller, Professorin für Weiterbildung an der Universität in Hildesheim, als sie im Jahr 2012 gebeten wurde, ein Weiterbildungsangebot für die Mitarbeiter*innen einer Kita in kommunaler Trägerschaft auf seine Wirksamkeit hin zu prüfen. „Ich stellte fest, dass das Angebot an sich gut ist, aber die Beschäftigten das Erlernte kaum würden umsetzen können, weil dafür die organisationalen Rahmenbedingungen fehlten.“ Daraus entwickelte sich die Fragestellung, inwieweit überhaupt systematische Organisationsentwicklung in diesem Bereich umgesetzt wird – ein bis dato kaum wissenschaftlich untersuchter Bereich.

Zunächst in einer Pilotstudie ab 2014 und später in weiterführenden, jeweils von der Robert-Bosch-Stiftung geförderten Forschungsprojekten ging Prof. Iller gemeinsam mit der wissenschaftlichen Mitarbeiterin und Diplom-Pädagogin Cindy Mieth und Kolleginnen aus Heidelberg dem Thema nach. Der Abschlussbericht wurde vor Beginn der Corona-Pandemie erstellt, so dass die daraus entstandenen neuerlichen Herausforderungen nicht mit einfließen konnten. Doch habe die Krise neben den Hürden der Hygienekonzepte und anderer Auflagen den Kitas auch viel gesellschaftliche Anerkennung gebracht, so Illers Einschätzung, und vielerorts ganz neue Zugänge eröffnet. „Ich höre von vielen kreativen Angeboten und Lösungen, die weit über eine reine Notbetreuung hinausgehen.“  

Kontakt:

Für Rückfragen zum Projekt ist Prof. Dr. Carola Iller per E-Mail zu erreichen unter: carola.iller(at)uni-hildesheim.de. Oder telefonisch unter der Nummer 05121/883-10108

 

Text: Sara Reinke

 

 

]]>
Forschung Pressemeldungen Startseite
news-20273 Thu, 04 Feb 2021 12:19:59 +0100 Von Krisen in der Gegenwart und Wissen für die Zukunft – ein Gespräch mit den Students for Future Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/von-krisen-in-der-gegenwart-und-wissen-fuer-die-zukunft-ein-gespraech-mit-den-students-for-future-hi/ Zum dritten und letzten Mal in diesem Semester lädt die Gruppe Students for Future gemeinsam mit Professorin Meike Baader am Dienstag, 16. Februar, im Rahmen der Seminarreihe „Klimakrise: Generationen, Geschlecht und Bildung“ zu einem öffentlichen Online-Vortrag ein. Thema diesmal: Rassismus und Kolonialismus. Wie es zu der Veranstaltungsreihe kam, und wie die Corona-Pandemie sich auf die Arbeit und die Ziele der Klima-Bewegung auswirkt, erzählen einige der Mitwirkenden im Video-Gespräch. Ein Freitag Ende Januar 2021. Noch vor einem Jahr wäre dies für die „Fridays for Future“-Bewegung der namensgebende Stichtag für öffentliche Protestkundgebungen gewesen. Nach dem Vorbild der jungen Schwedin Greta Thunberg versammelten sich ab 2018 in vielen Ländern weltweit immer freitags vorwiegend junge Menschen, um sich für eine andere Klimapolitik einzusetzen, für mehr Generationengerechtigkeit, für eine bessere Zukunft. Doch dann kam die Gegenwart dazwischen. Und so trifft man sich im Jahr 2021 nicht auf der Straße, sondern im Netz.

Hat die Corona-Pandemie die noch junge Bewegung ausgebremst – oder sie im Gegenteil ihren Zielen schneller entgegengebracht? Das ist Thema eines Gesprächs mit einigen Mitgliedern der „Students for Future“-Gruppe Hildesheim (SFF) und Professorin Meike Baader, die bereits im zweiten Semester gemeinsam mit dieser Gruppe Lehrveranstaltungen zu den Themenfeldern Klima, Gender, Generationengerechtigkeit und Bildung organisiert.

Gegründet hat sich die Hildesheimer SFF-Gruppe im November 2019 aus der Veranstaltung Public Climate School heraus, berichtet die Psychologie-Studentin Celine Vallender, die schon von Beginn an dabei ist. Etwa 20 bis 30 Personen gehören inzwischen zum festen Kern, die meisten von ihnen Studierende der Universität, einige auch von der Hildesheimer Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK). „Wir hätten uns gewünscht, noch mit weiteren Personen von außerhalb in Kontakt zu kommen“, sagt Lucienne Pilliger aus dem Master Kulturvermittlung, doch das sei durch die Pandemiebeschränkungen nicht ganz einfach. Zumindest nicht im persönlichen Austausch. Mit der öffentlichen Ringvorlesung im Sommersemester 2020 und der aktuell laufenden, teil-öffentlichen Seminar-Veranstaltung „Klimakrise: Generationen, Geschlecht und Bildung“ erreicht die Gruppe nach eigener Einschätzung durch das Online-Format ein größeres Publikum, als es bei Präsenzveranstaltungen zu erwarten gewesen wäre. Zurückgeworfen auf sich selbst und die Kommunikation innerhalb einer „Klima-Bubble“ fühlen sie sich nicht.

Im Mittelpunkt der Seminarreihe steht die Frage, was gesellschaftliche Krisen ausmacht, fasst Professorin Baader zusammen. „Ob wir die Klimakrise betrachten oder die Corona-Krise, es geht immer um das Ende von Illusionen.“ Und noch etwas falle auf: Von weltumspannenden Krisen seien zwar letztlich alle Menschen betroffen, aber nicht alle gleichermaßen. Hier setzt die Idee des Seminars an, die großen Themenkomplexe Gender- und Generationengerechtigkeit sowie Bildung vor dem Hintergrund der Klimafolgen zu betrachten.

Auch die Corona-Krise sei so etwas wie eine Naturkatastrophe, findet Florencia Lasch, die im Master Inszenierung der Künste und Medien studiert. Nur beispielsweise den hohen CO2-Ausstoß zu bekämpfen, sei reine Arbeit am Symptom. Es gehe auch darum, die sozialen, politischen und ökonomischen Dynamiken zu verändern, die ursächlich für die klimatischen Veränderungen seien.  „Sonst kann man auf die nächste Krise warten, denn alles ist miteinander vernetzt auf der Erde.“

Die „Students for Future Hildesheim“ (SFF) sehen sich als Bestandteil der „Fridays for Future“-Bewegung, doch schon aus organisatorischen Gründen sei eine Aufsplittung in mehrere Untergruppen sinnvoll, findet die Kulturwissenschaftlerin Alice Hiepko. „Zudem haben wir als Studierende einen anderen inhaltlichen Fokus als beispielsweise Schüler*innen oder die ‚Parents for Future‘“. So werden in der Seminarveranstaltung auch immer wieder Forschungserkenntnisse aus verschiedenen Fachrichtungen einbezogen und besprochen.

„Listen to the science“, die vermehrte öffentliche Aufmerksamkeit für Wissenschaft und Forschung, sei ein Effekt, der in der Corona-Krise einen deutlichen Auftrieb bekommen habe, konstatiert Professorin Baader. „Das verstärkt die Verantwortung der Wissenschaft, ihre Arbeit transparent zu machen und zum Beispiel auch zu erklären, warum sich Forschungsergebnisse manchmal widersprechen.“

Von einem größeren medialen Fokus auf Forschungsthemen könnte auch die Klimabewegung profitieren, hofft Studentin Lucienne Pilliger. „Wenn ich an dieser Schraube drehe, dann passiert das – solche Erklärungen sind wichtig. Andererseits hilft Information allein auch nicht weiter, denn Informationen zum Klimawandel gibt es ja schon sehr lange.“

Mit der Ausbreitung des Corona-Virus und den damit einhergehenden Kontakt- und Reisebeschränkungen, kam in Sachen Klimaschutz zuletzt einiges in Bewegung. Auf die Frage, ob die Pandemiezeit auch langfristig Positives bringen werde, äußern sich die Studierenden vorsichtig optimistisch. „Ich denke schon, dass Corona eine Richtungsänderung bewirken kann“, sagt Kurt Weidt, der sich auch in verschiedenen anderen Umwelt-Initiativen engagiert. „Was genau bleiben wird, lässt sich natürlich noch nicht vorhersehen, aber klar ist schon jetzt, dass vieles, von dem es vorher hieß, es sei nicht umsetzbar, auf einmal doch umsetzbar ist.“ Der Dualismus von „geht“ oder „geht nicht“ sei damit quasi obsolet geworden, nun gelte es, die Varianten dazwischen auszuloten. Weidt spricht von einem Fischschwarm, in dem man vielleicht nicht die Flossenbewegung jedes einzelnen Fischs beeinflussen könne, wohl aber die Richtung des Schwarms insgesamt.

Mit Blick auf die staatliche Unterstützung für Autoindustrie und Reisekonzerne glaubt Alice Hiepko dagegen eher nicht an den großen Sinneswandel in der Politik. Sie fürchtet eher, dass es nach dem Ende der pandemiebedingten Beschränkungen sogar zu Nachholeffekten beispielsweise bei Konsum oder Flugreisen kommen könnte. „Andererseits darf man die Verantwortung auch nicht dem Einzelnen aufbürden, denn es stehen politische und systemische Mechanismen dahinter.“

Professorin Meike Baader ist zum Ende des Semesters mit dem Verlauf der Seminarreihe sehr zufrieden. Die verschiedenen Themenfelder hätten sich gut ineinandergefügt und zu spannenden Diskussionen geführt. „Ich war beeindruckt davon, wie gut die Studierenden organisiert und vernetzt sind und auch, wieviel ganz konkretes Wissen sie in die Veranstaltung mitgebracht haben.“ Eine Fortsetzung der Veranstaltungsreihe ist bereits geplant: Im nächsten Sommersemester steht eine Ringvorlesung zum Thema „System Change not Climate Change“ – Aber wie?! Warum die Klimakrise eine intersektionale Herausforderung ist" auf dem Programm.

Denn während die Pandemie irgendwann wieder enden wird, bleiben die Erderwärmung und ihre Folgen wohl noch auf lange Sicht ein Thema.

 

Text: Sara Reinke

 

Mehr zum Thema

Der öffentliche Online-Vortrag mit dem Schwerpunkt „Rassismus und Kolonialismus“ (Referentin: Imeh Ituen) wird am Dienstag, 16. Februar 2021, ab 18 Uhr (Achtung, Terminänderung: Dies ist der aktuelle Termin!) über das Videokonferenzsystem Zoom sowie über einen YouTube-Livestream übertragen. 

Rund um den Weltfrauentag am 8. März 2021  planen die Students for Future Hildesheim zusammen mit der Gruppe Riot not Quiet eine Aktionswoche sowie am 8. März selbst eine Demonstration – alles natürlich unter Einhaltung der Corona-Regeln. Weitere Informationen folgen.

 

 

 

 

]]>
Fachbereich 1 Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 dig. Semester Pressemeldungen Startseite
news-20257 Thu, 04 Feb 2021 12:00:00 +0100 Interview mit dem Historiker Prof. Dr. Michael Gehler https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/interview-mit-dem-historiker-prof-dr-michael-gehler/ „Der Dreiklang aus Forschung, Studium und Lehre führt zu einer Synthese. Ohne das eine ist auch das andere nicht vorstellbar“, sagt der Historiker Prof. Dr. Michael Gehler im Interview. Die Universität zeichnet den Leiter des Instituts für Geschichte mit dem Preis für hervorragende Forschung aus. Prof. Dr. Michael Gehler forscht und lehrt seit 2006 an der Stiftung Universität Hildesheim. Der Historiker leitet das Institut für Geschichte (IfG) und ist Inhaber des „Jean Monnet Chair“ für Vergleichende Zeitgeschichte Europas und europäische Integration. Zuvor war er von 1999 bis 2006 ao. Professor am Institut für Zeitgeschichte an der Universität Innsbruck. Gehler ist Senior Fellow am Zentrum für Europäische Integrationsforschung (ZEI) in Bonn und Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien.

Für seine herausragenden Leistungen in der Forschung wird Professor Michael Gehler mit dem Preis für hervorragende Forschung der Universität Hildesheim ausgezeichnet.

Interview mit Prof. Dr. Michael Gehler: „Der Dreiklang aus Forschung, Studium und Lehre führt zu einer Synthese. Ohne das eine ist auch das andere nicht vorstellbar“

Herr Professor Gehler, Sie forschen und lehren seit 15 Jahren an der Stiftung Universität Hildesheim. Was bedeutet Ihnen die Auszeichnung mit dem diesjährigen Preis für herausragende Forschung?

Sie bedeutet für mich Anerkennung und Wertschätzung für die gesamte Forschungsarbeit am IfG, an dem es keine „One-Man-Show“ gibt. Unser Mini-Institut, das vorwiegend der Lehramtsausbildung dient, erlebte in dieser Zeit drei Habilitationen (Freiburg, Salzburg und Siegen haben sich die Kandidaten schon geangelt), über 15 Promotionen, die Europagespräche mit knapp 300 Vorträgen online, zahlreiche Konferenzen und drei Buchreihen. Ohne Teamarbeit und unser Hochaktiv-Sekretariat Eva Löw wäre das alles unmöglich gewesen. Vorgesehen ist nun eine neue Reihe mit herausragenden Masterarbeiten.

Wie erleben Sie die Gemeinschaft der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hildesheim? Sie haben fachdisziplinübergreifend zum Beispiel mit Kollegen der Theologischen Ethik in einem Projekt über „Europa als Verantwortungsgemeinschaft“ geforscht.

Interdisziplinäre Kooperationen gab es mit Reiner Arntz und Silvio Vietta, Vorzeige-Kollegen und Top-Leute, in der Vergangenheit. Mit dem dynamischen Kollegen Jörg Bölling von der Katholischen Theologie läuft seit Jahren ein fruchtbringendes gemeinsames Forschungskolloquium für den akademischen Nachwuchs. Für die Erlangung des DFG-Status der Universität müssen meinem Empfinden nach Kooperation und Vernetzung stärker werden, wenn die Kapazitäten es zulassen.

Sie haben eine Reihe an neuen Publikationen veröffentlicht. Das gleicht einem Marathon. Worin liegt Ihre Motivation?

Ich verstehe die Professur als Berufung und nicht als Job. Familiärer Rückhalt ist absolut gegeben. Ich bin kein Solist, sondern Teamworker. Mit Freude arbeite ich mit jüngeren Kollegen wie Alexander Merkl, Juniorprofessor für Theologische Ethik, zusammen. Mit Frau Löw haben wir ein grandioses Sekretariat, mit dem die Arbeit richtig Freude macht. Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und die Lehre aus eigener Forschung für unsere 130 bis 150 Studierenden sind mir sehr wichtig. Mit Professorin Juliane Brauer ist es gelungen, eine profilierte Geschichtsdidaktikerin und Fachwissenschaftlerin zu gewinnen, womit das Ein-Professor-Institut endlich Geschichte ist.

Wie konnten Sie als Historiker Ihr Forschungssemester nutzen?

Es war mehr als das, nämlich ein Forschungsjahr. Ein Forschungssemester bringt erfahrungsgemäß nur sehr, sehr wenig. Man ist am Ende dort angelangt, wo man am Anfang sein wollte. Das Forschungsjahr bekam ich genehmigt, weil ich zuvor einmal auf ein Forschungssemester verzichtet habe. Ich würde das auch allen raten. Ein Jahr eröffnet ganz andere Möglichkeiten, zahlreiche offen gebliebene Projekte abzuschließen und neue Veröffentlichungen voranzubringen.

„Corona ist eine Zäsur. Die COVID-19-Pandemie beförderte das Nachdenken über das Krisenmanagement der EU.“

Ihr Forschungsjahr fällt in die Zeit der COVID-19-Pandemie. Welche Auswirkungen hat die Pandemie auf Ihre Forschungstätigkeit?

Das Home Office hat zwar die Realisierung von Publikationsvorhaben befördert, die Pandemie aber die Mobilität stark eingeschränkt, etwa den Zugang zu Archiven oder die Durchführung von Konferenzen. Die Folgen des Coronavirus sind ambivalent. Die Online-Lehre kann den direkten Austausch in der Universität nicht ersetzen. Forschungsreisen wurden abgesagt, etwa eine Buchvorstellung in Washington, aber dadurch entstanden neue Freiräume. Das Home Office führte zur Besinnung und Kontemplation. Die COVID-19-Pandemie verstärkte bei mir das Nachdenken über das Krisenmanagement der EU. Ein Ergebnis ist eine Publikation gemeinsam mit dem Wiener Kollegen Manfried Rauchensteiner über „Corona und die Welt von gestern“, und zwar inwieweit es sich aus der Sicht verschiedener Disziplinen um eine Zäsur handelt. Wie das Imperium EU mit der Krise umgeht, ist eine der Fragen, die mich weiter bewegen.

Mit welcher Forschungsfrage haben Sie sich während Ihres Forschungsjahres intensiv befasst?

Es waren mehrere, zum Beispiel der Weg eines Kleinstaats wie Österreich nach Europa und in die EU 1919-2009 im großen Überblick einer Monographie auf Englisch. In einem Forscherteam fragten wir uns, wie der nicht geringe Widerstand gegen den Kommunismus hinter dem Eisernen Vorhang nach 1945 ausgeprägt war. Mit einer Kollegin aus Szombathely, Ibolya Murber, begann ich an einer Quellenedition zu arbeiten, in der es um die Vorgeschichte ab 1949 und die Gründe für den Ungarnaufstand von 1956 geht.

Mit meinem Freund, dem Innsbrucker Althistoriker Robert Rollinger haben wir einen Band über Sternschnuppen-Imperien („Shortterm Empires“) abgeschlossen und uns gefragt, was solche Kurzzeit-Imperien ausmacht und woran sie zugrundegehen. Ein weiterer Band über Erosion und Implosion von Imperien folgt gemeinsam mit Philipp Strobl.

Eine Neuauflage meines Deutschlandbuchs von 2010 wurde um das letzte Jahrzehnt neugeschrieben, praktisch was von der angeblich geeinten Nation 1990 zur tatsächlich gespaltenen Gesellschaft von 2020 führte. Das Gleiche ist mit einem Reader „Der Weg Europas. Von der Utopie zur Gegenwart der EU“ geschehen, der bis zur COVID-19-Krise aktualisiert wurde. Mit dem Essener Europa-Historiker Wilfried Loth haben wir Hildesheimer Konferenzergebnisse von 2019 veröffentlicht, die sich mit Fragen des Neuanlaufs in der europäischen Integrationspolitik von 1985 bis 1989 beschäftigten, und mit dem erwähnten Kollegen von der katholischen Theologie des Fachbereich I, Alexander Merkl und dem Nachwuchsmann Kai Schinke, haben wir einen interdisziplinären Zukunftsdiskurs über die „EU als Verantwortungsgemeinschaft“ mit der Bürgergesellschaft organisiert, der publiziert werden konnte. Mit dem ehemaligen IfG-Promoventen Dr. Marcus Gonschor war ein Gemeinschaftswerk zur Biographie und zum Wirken des Europaparlamentariers aus Niedersachsen, Hans-Gert Pöttering, zu erarbeiten, dessen Initiative zu dem 2017 eröffneten Haus der Europäischen Geschichte in Brüssel geführt hat.

Eine umfassende Edition mit über 50 Zeitzeugen aus Ost und West zu „30 Jahre deutsche Einheit“ konnte mit Oliver Dürkop abgeschlossen werden, die im Mai erscheinen kann. Ein Europagespräche-Band „Geschichte schreiben – Geschichte vermitteln“ ist gemeinsam mit Andrea Brait und Philipp Strobl bei Olms erschienen. Zuguterletzt ist die Heimat meiner Frau Angelika nicht zu vergessen: Südtirol. Eine Aktenedition zum Ersten Autonomiestatut 1948, an der auch Deborah Cuccia mitgewirkt hat, wird jetzt herauskommen.

Diese unfassbare Vielzahl der Werke erklärt sich durch jahrelang angestaute Projekte, was die Immanenz eines Strukturproblems in Permanenz aufzeigt. Im „Normalfall“ kommt man an der Universität kaum mehr zu kontinuierlicher und nachhaltiger Forschung. Es fehlt die Zeit, die man sich anderweitig nehmen muss.

Werden Ihre Forschungserkenntnisse Einfluss auf Ihre Lehre haben? Können Sie ein Beispiel nennen?

Das war immer so und ist nun mehr denn je bei den meisten Forschungsthemen so. Am IfG hat trotz aller Hemmnisse Forschung Priorität, dann folgt das Studium des Erforschten und sodann kommt forschungsbasierte Lehre zu ihrem Recht. Nur in dieser Reihenfolge ergibt das Sinn. Der Dreiklang führt zur Synthese. Ohne das eine ist auch das andere nicht vorstellbar. Jetzt geht es um eine zweite Videovorlesung in Corona-Zeiten zur Geschichte Europas vom Mittelalter bis in die Neuzeit sowie ein Online-Seminar zur deutschen und europäischen Geschichte 1914-1991. Mit historischen Imperien haben wir uns im epochenübergreifenden Überblick in den vergangenen Semestern intensiv auseinandersetzt und die Vergleichsfolie EU herangezogen, was Studierende z. B. animiert hat, BA- und MA-Arbeiten über Japan in der Tokugawa-Zeit, das Osmanische Reich und die Habsburgermonarchie zu schreiben.

Das Interview führte Isa Lange.

]]>
Fachbereich 1 Geschichte Forschung Pressemeldungen Startseite
news-20220 Thu, 04 Feb 2021 11:55:00 +0100 Preise für besondere Leistungen in Forschung, Lehre, Service und Nachhaltigkeit https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/preise-fuer-b-1/ Der kleine Oscar für das Uni-Personal: Die Universität Hildesheim zeichnet den Historiker Prof. Dr. Michael Gehler mit dem Preis für hervorragende Forschung aus. Die Theologin Dr. Anne-Elisabeth Roßa, die Chemikerin Dr. Jacqueline Claus und der Chemiker Markus Herrmann werden mit dem Preis für hervorragende digitale Lehre geehrt. Mit dem Preis für hervorragenden Service wird die „Projektgruppe E-Learning 2020“ für ihre besonderen Leistungen während der COVID-19-Pandemie gewürdigt. Die Kulturwissenschaftlerin Leonie Bathow wird für ihre hervorragende Masterarbeit mit dem Nachhaltigkeitspreis des Green Office ausgezeichnet. Jedes Jahr verleiht die Universität Hildesheim Preise für besondere Leistungen in Forschung, Lehre und Service. Die Auszeichnungen sind mit jeweils 3.000 Euro dotiert und drücken die Wertschätzung der Universität für die fortwährend geleistete Arbeit aus. Zudem verleiht das Green Office Dank einer Förderung der Klimaschutzagentur im Landkreis Hildesheim den Nachhaltigkeitspreis.

„Ich freue mich sehr, dass ich als eine meiner ersten Handlungen als Präsidentin der Universität Hildesheim die Übergabe der Preise für hervorragende Leistungen durch meine Präsidiumskolleg*innen begleiten darf. Die Preise sind Auszeichnungen für hervorragende Leistungen in einem Jahr, in dem pandemiebedingt Forschende, Lehrende, Studierende und die Verwaltung vor besondere Herausforderungen gestellt wurden“, sagt Präsidentin Prof. Dr. May-Britt Kallenrode.

Die Preisträgerinnen und Preisträger – Preise für besondere Leistungen in Forschung, Lehre, Service und Nachhaltigkeit  im Studienjahr 2019/20:

 

]]>
Fachbereich 1 Geschichte Katholische Theologie Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Biologie & Chemie Chemie Pressemeldungen Studierendenportal Personalportal
news-20244 Wed, 03 Feb 2021 16:10:00 +0100 Gefördert, gefordert, überfordert? – Der Ausstieg aus der Wissenschaft und seine Hintergründe https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/gefoerdert-g/ Studium, Promotion, wissenschaftliche Mitarbeit, Habilitation – und dann: ein Leben für die Wissenschaft. Dieser Weg scheint vielen jungen Akademiker*innen zunächst vorgezeichnet und doch gibt es viele Gründe, davon wieder abzuweichen. Mit diesem Thema befasst sich die Online-Vortragsreihe „Ausstieg aus der Wissenschaft – Problem oder gute Idee?“ des gleichnamigen DFG-geförderten Netzwerks. Die Vorträge laufen in der Zeit vom 8. bis 12. Februar 2021. Anna R.* war schon weit gekommen, als sie sich entschloss, der akademischen Laufbahn den Rücken zu kehren. Als klassisches „Arbeiterkind“ war sie die erste in ihrer Familie, die sich für ein Studium entschieden hatte. Nach einer bereits abgeschlossenen Berufsausbildung im sozial-pflegerischen Bereich, wandte sie sich den Sozialwissenschaften zu, arbeitete schon während des Studiums an verschiedenen Praxisprojekten mit und wechselte schließlich nach einer Zwischenstation im Ausland von Berlin nach Hildesheim, wo sie einen Platz in einem DFG-Graduiertenkolleg erhalten hatte. „Nach Ablauf der drei Jahre hatte ich meine Promotion noch nicht abgeschlossen, aber über verschiedene Drittmittelprojekte konnte ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität bleiben.“ Neben der Projektarbeit stieg R. auch in die Lehre ein – und das war vielleicht der Wendepunkt in ihrer beruflichen Laufbahn.

Wie viele Menschen sich auf den unterschiedlichen Stufen der wissenschaftlichen Karriere (Promotions- und Postdoc-Phase) vom Wissenschaftssystem wieder abwenden und aus welchen Gründen sie das tun, ist bisher wenig erforscht. Befristete Verträge, unsichere Perspektiven und die vielfach schlechte Bezahlung dürften aber neben ganz individuellen Motiven bei vielen (auch) eine Rolle spielen. Die Online-Vortragsreihe zum Abschluss des interdisziplinären Netzwerks „Ausstieg aus der Wissenschaft" nimmt individuelle wie strukturelle Bedingungen rund um das Thema in den Blick und beleuchtet in fünf Vorträgen an fünf aufeinanderfolgenden Tagen die Hintergründe.

„Auch außerhalb der akademischen Wissenschaft gilt die Promotion in Deutschland als Türöffner für attraktive Positionen und eine attraktive Bezahlung. Nur ein Drittel strebt zu Beginn der Promotion überhaupt eine wissenschaftliche Laufbahn an“, sagt Dr. Svea Korff, die die Veranstaltung organisiert. Ist der Ausstieg aus der Wissenschaft demnach überhaupt ein Problem? Ein Ergebnis einer Studie von vom Deutschen Zentrum für Hochschule und Wissenschaft (DZHW) zeigt, dass es sich etwas komplexer darstellt: Der Anteil der Promovierenden, die zu Beginn der wissenschaftlichen Tätigkeit eine Laufbahn innerhalb des Wissenschaftssystems anstrebten und sich im Verlaufe der Beschäftigung für den Ausstieg entschieden haben (Drop-Outs), ist fast doppelt so groß wie der Anteil derjenigen mit umgekehrter beruflicher Zielrichtung (20 Prozent zu 12 Prozent). Hier deuten sich bereits in der Promotionsphase Selektions- und „Abschreckungsprozesse“ an, die die Entscheidungen zum Verbleib im wissenschaftlichen Bereich günstig oder ungünstig beeinflussen können. Wie so ein Abbruchverlauf in der Promotionsphase aussehen kann, belegt die im Jahr 2018 veröffentlichte Studie von Anja Franz „Symbolischer Tod im wissenschaftlichen Feld“, die im Rahmen des Vortragsprogramms vorgestellt wird. Hierbei wurden Promovierende befragt. „Was Ausstiege aus der Sicht von Betreuenden oder Projektleitungen bedeuten, ist bislang noch gar nicht erforscht und stellt eine weitere lohnenswerte Forschungsfrage zum Thema ‚Ausstieg‘ dar“, ergänzt Prof. Meike Baader, Vizepräsidentin für Forschung und Nachwuchsförderung an der Universität Hildesheim. 

Bei Anna R. fällt der Blick zurück sehr differenziert aus. Sie bedaure nicht, die ersten Stufen der akademischen Leiter hochgestiegen zu sein, sagt die Mittvierzigerin heute. „Mit der Promotion konnte ich auch mir selbst beweisen, dass ich im wissenschaftlichen Umfeld bestehen kann.“ Sie habe in ihrer Zeit an der Universität Hildesheim viel Anerkennung bekommen, sei sehr gefördert und gefordert worden – manchmal allerdings auch überfordert. „Der Workload war durchgehend sehr hoch, oft habe ich parallel an Projekten und Publikationen gearbeitet und gleichzeitig schon immer den nächsten Drittmittelantrag im Blick gehabt.“ Arbeit weit über die vereinbarte Teilzeitbeschäftigung hinaus, auch an den Wochenenden, bis „die Batterien leer“ waren, so war es häufig der Fall. Aber das war nicht der eigentliche Grund für ihren Ausstieg, sagt R.

„Als ich gegen Ende meiner Promotionszeit mit der Lehre angefangen habe, ist mir bewusst geworden, dass ich auf Dauer nicht der Typ für wissenschaftliche Grundlagenforschung bin, sondern wieder mehr praktischen Austausch haben möchte.“ Im Jahr 2013 gab R. ihre Promotion ab, bis 2015 blieb sie noch an der Uni, brachte Projekte zuende und lotete neue Perspektiven aus.

„Der Fall von Anna R. zeigt sehr schön, dass es sich beim Übergang in die Postdoc-Phase um einen Orientierungsprozess handelt“, sagt  Korff. Als Folge des Eintritts von (kritischen) Ereignissen, die je nach individueller Bewertung positiv oder negativ sind – wie der fehlende Praxisbezug – stellen die Postdocs ihren Weg, auf dem sie sich aktuell befinden, in Frage und denken den Ausstieg aus der Wissenschaft immer als eine Option mit. „Die einen werden dann aktiv und treiben ihren Ausstieg voran, die anderen werden regelrecht von ihrem Ausstieg überrascht, wenn es keine Anschlussfinanzierung mehr gibt“, verdeutlicht Korff die Bandbreite an Ausstiegsprozessen. „Allerdings spricht auch nicht alles für einen leichten Wechsel in die Wirtschaft, da Promovierte als Berufseinsteiger*innen nur bedingt über die von Unternehmen gewünschten Kompetenzen verfügen, wie Mitarbeiterführung, wirtschaftliches Denken und Handeln oder Management-Tools. Andererseits steigen die Chancen auf gut dotierte, unbefristete (Leitungs-)Positionen in der Wirtschaft mit der Dauer des Verbleibs im Wissenschaftsbetrieb, während gleichzeitig die Option auf eine freiwerdende Professur auch mit Blick auf das hohe Erstberufungsalter von durchschnittlich 41 Jahren oft weniger aussichtsreich erscheint. Inhaltliche Unzufriedenheit dürfte für Postdocs seltener ausschlaggebend für einen beruflichen Wechsel sein als die Unzufriedenheit hinsichtlich der Arbeitsplatzsicherheit und einer langfristigen Planbarkeit, führt Korff aus.

Der Fokus der Universitäten auf die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und die akademische Personalentwicklung hat hier jedoch zu einem Wandel beigetragen. Inzwischen verfügen deutschlandweit alle Universität über Einrichtungen, die auch überfachliche Qualifizierungsangebote anbieten. „Mit der Gründung des Graduiertenzentrums Ende 2019 hat auch die Universität Hildesheim diesen Weg beschritten“, sagt Vizepräsidentin Baader. Dort erfolgen Kursangebote zur überfachlichen Qualifizierung und auch individuelle Beratungsangebote, die dazu beitragen können, dass die Frage, „will ich im Wissenschaftssystem bleiben oder nicht?“ möglicherweise in einer früheren Phase geklärt werden kann.  „Das Wissenschaftssystem hat sich gerade in den letzten Jahren nochmal enorm dynamisiert und das Spektrum an geforderten Fähigkeiten und Kompetenzen nimmt zu, denken wir etwa an Skills zur Wissenschaftskommunikation oder zur Präsentation von Forschungsergebnissen in digitalen Formaten von Social Media, sagt Baader. Hier machen die Graduierteneinrichtungen Angebote, um Wissenschaftler*innen in frühen Phasen ihrer Karriere vielfältig zu unterstützen, aber auch eine Plattform für Vernetzungen untereinander zu bieten.

 

Weil Anna R. die Wissensvermittlung in der Lehre Spaß machte, sie aber gleichzeitig nach mehr Praxisbezug suchte, kam bei ihr die Überlegung auf, eine Fachhochschul-Professur anzustreben. „Doch dafür muss man mehrere Jahre Berufserfahrung im außeruniversitären Bereich vorweisen.“ Die hat sie inzwischen gesammelt – bei verschiedenen gemeinnützigen Organisationen im Bereich soziale Arbeit. Seit 2018 – zu diesem Zeitpunkt war sie Anfang 40 - sogar erstmals mit einer Festanstellung. „Anders als bei vielen anderen waren die projektbezogenen Befristungen bei mir kein Grund für den Ausstieg aus dem universitären System“, sagt sie. „Ich habe mir damals eigentlich nie Sorgen darum gemacht, keine dauerhafte Perspektive zu finden. Aber wenn ich heute meine Rentenversicherungsauszüge sehe, dann wird mir klar, dass ich durch Stipendienzeiten und andere geförderte Tätigkeiten viel zu spät angefangen habe, in die Rentenkasse einzuzahlen. Das ist ein Punkt, wo sich definitiv etwas ändern muss.“ 

Ihre Festanstellung hat Anna R. gerade wieder gekündigt – um künftig an einer Fachhochschule als freie Dozentin auf Honorarbasis zu arbeiten. Eine Rückkehr in den Wissenschaftsbetrieb – und zugleich in die berufliche Unsicherheit.                                                                                                         *Name geändert

 

Text: Sara Reinke

 

Die Vortragsreihe "Ausstieg aus der Wissenschaft - Problem oder gute Idee?"

Bei der Online-Vortragsreihe werden empirische, wie auch theoretische Erkenntnisse zu den Ausstiegsprozessen in der Promotions- und Postdoc-Phase vorgestellt. Strukturelle Bedingungen werden genauso thematisiert, wie (kritische) Ereignisse z. B. in der Promotionsbetreuung oder ein Instrument zur Karriereorientierung. Daher ist die Vortragsreihe für Promovierende und Promovierte, genauso wie für die Professor*innenschaft und für Einrichtungen der Hochschulforschung oder der Nachwuchsförderung interessant. Aber auch Berater*innen und Trainer*innen werden hier sicherlich den ein oder anderen Link zu ihrer Praxis entdecken. Melden Sie sich noch bis zum 5. Februar an und diskutieren Sie mit den Forscherinnen!

Weitere Informationen und das Vortragsprogramm

Anmeldung: per E-Mail an ausstieg(at)uni-hildesheim.de 

Ansprechpartnerin: Svea Korff  (korffs(at)uni-hildesheim.de)

 

 

 

 

 

]]>
Fachbereich 1 Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Pressemeldungen
news-20245 Mon, 01 Feb 2021 14:33:00 +0100 Wissenschaftskommunikation: Neue Podcast-Folge des Instituts für Geschichte https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/wissenschaftskommunikation-neue-podcast-folge-des-instituts-fuer-geschichte/ Die zweite Folge des Geschichts-Podcasts „HI*story“ ist online. Einmal im Semester erscheint der Podcast des Instituts für Geschichte der Universität Hildesheim. Studierende des Fachs Geschichte berichten über historische Themen und aktuelle Forschung. Inhalte der aktuellen Podcast-Folge „HI*story“:
  •  „nachgefragt“ (03:15): Funde erhalten oder Kiesabbau genehmigen? Die Diskussion um das Römerlager Wilkenburg

  • „dazugesetzt“ (20:07): Interview mit Prof. Dr. Juliane Brauer über Emotionsgeschichte und historisches Lernen

  • „zugehört“ (32:44): #alleerinnern: Ein Gespräch über virtuelles Gedenken und Erinnern in der Gedenkstätte Ahlem (Hannover)

Seit einem Jahr produziert die Historikerin Dr. Sanne Ziethen mit Studierenden des Fachs Geschichte den Podcast „HI*story“, der ein- bis zweimal im Semester erscheint. Der Podcast des Instituts für Geschichte (IfG) der Universität Hildesheim berichtet über historische Themen und nimmt die Forschung und Arbeit des Hildesheimer Instituts für Geschichte sowie historische Themen in den Blick. Damit soll der Podcast zur Wissenschaftskommunikation des Instituts beitragen.

In der aktuellen Podcast-Folge spricht unter anderem Prof. Dr. Juliane Brauer, seit Herbst 2020 Professorin für Geschichtsdidaktik der Universität Hildesheim, über ihre Forschungsschwerpunkte Emotionsgeschichte und historisches Lernen. „Emotionen sind ein Objekt der Geschichte und verändern sich im Laufe der Geschichte. Die Geschichtswissenschaft als kulturwissenschaftlich arbeitende Disziplin beobachtet Emotionsworte und emotionale Reaktionen in den Quellen. Als Gegenstände historischen Lernens sind Emotionen bedeutsam, und verraten etwas über das Leben der Menschen, die Weltbilder und das Alltagserleben in der Vergangenheit“, sagt Professorin Brauer. Anhand des Themas „Migration in der Geschichte und der Gegenwart“ könne etwa mit Schülerinnen und Schülern erarbeitet werden, was die Hoffnung und Ängste der Menschen sind, die ihre Heimat verlassen. „Historisches Lernen bedeute nicht einfach, die Zahlen, Daten und Fakten abzurufen. Vergangenheit ist der Ablauf dessen, was passiert ist, Geschichte ist das, was wir erzählen und wie wir mit der Vergangenheit umgehen. Historisches Lernen bedeutet, eine Perspektive auf Geschichte zu haben“, so Brauer. Historisches Lernen sei die Sinnbildung über die Erfahrung eines Zeitverlaufes: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Podcast: Studierende vermitteln historische Zusammenhänge

„Ziel unseres Podcasts ist es, dass die Studentinnen und Studenten komplexe historische Zusammenhänge auf das Wesentliche zusammenfassen und sich Gedanken darüber machen, wie diese einem Podcasthörer vermittelt werden können. Außerdem hat ein Podcast den Anspruch, Inhalte unterhaltsam zu gestalten“, sagt die Dozentin Dr. Sanne Ziethen.

Schon vor der Entwicklung des Podcasts hat Sanne Ziethen mit Studierenden Radiobeiträge produziert und überwiegend über Veranstaltungen des IfG berichtet. Mit dem Podcast „HI*story“ erreicht das Team nun einen größeren Hörerkreis und erweitert die Bandbreite der Themen. Die Podcast-Folgen erreichen zum Beispiel Studierende, Hildesheimer Hörer*innen sowie Geschichtsinteressierte. „Eine Herausforderung ist es, Themen so darzustellen, dass sie nicht veralten, denn der Podcast soll auch noch Monate später nachhörbar sein“, sagt Ziethen.

Geschichts-Podcast wird von Studierenden unterschiedlicher Fachrichtungen produziert

Die Radio-Seminare waren meist sehr klein, Radiomachen sei zeitintensiv, so Sanne Ziethen. „Ich freue mich, dass jetzt immer mehr Studierende Lust haben, das Format Podcast auszuprobieren, so dass wir in diesem Semester zwei Podcast-Folgen realisieren werden. Vor allem freue ich mich auch, dass in dem Seminar Studierende unterschiedlicher Studienrichtungen zusammenkommen und wir so unterschiedliche Perspektiven auf ein Thema diskutieren und darstellen können.“

In das Podcast-Seminar geht die Historikerin anfangs als Dozentin mit Themenideen hinein, „im Laufe des Seminars werden wir aber zu einem Team, in dem jeder selber Verantwortung übernimmt“. Die Studierenden wählen Themen, konzipieren ihre Beiträge und suchen sich Ihre Interviewpartner*innen eigenständig. Sie sind auch hinsichtlich der Technik für ihren Beitrag zum Podcast verantwortlich. „Die Seminartermine werden so zu Redaktionssitzungen, in denen wir die jeweiligen Arbeitsstände vorstellen und erste Beiträge und deren Umsetzung diskutieren“, schildert Ziethen.

Nächste Podcast-Folge bereits in Arbeit

Die nächste Folge „HI*story“ ist bereits in Arbeit und wird noch in dieser Woche erscheinen. Unter dem Schwerpunktthema „(Europas) Geschichte vermitteln“ wird ein Projekt zur „leichten Sprache“, eine Beitrag zur „App in die Geschichte“ und ein Interview mit Professor Dr. Michael Gehler zu Jean Monnet und der Förderung durch das Programm Erasmus+ der Europäischen Union zu hören sein.

Der Podcast ist kostenfrei abrufbar unter den folgenden Links:

HI*story bei Soundcloud

HI*story bei Apple Podcasts

HI*story bei Spotify

 

]]>
Fachbereich 1 Geschichte Pressemeldungen
news-20253 Mon, 01 Feb 2021 11:50:56 +0100 Semesterabschluss des Friend- und Fundraising https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/semesterabschluss-des-friend-und-fundraising/ Im Rahmen der Semesterabschluss-Videokonferenz des Friend- und Fundraising stellt sich die Präsidentin Prof. Dr. May-Britt Kallenrode den Alumni, Stipendiat*innen, Freunden und Stifter*innen vor. Das Online-Podiumsgespräch beginnt am Mittwoch, 3. Februar 2021, um 18:00 Uhr online via Videokonferenz. Vizepräsident Prof. Dr. Martin Schreiner wird die Teilnehmenden begrüßen.

„Die Veranstaltung bietet eine Gelegenheit, die Präsidentin an diesem Tag kennenzulernen und miteinander ins Gespräch zu kommen“, erläutert Markus Langer, Leiter des Friend- und Fundraisings..

Semesterabschluss des Friend- und Fundraising
Online-Podiumsgespräch am Mittwoch, 3. Februar 2021, um 18:00 Uhr

Über diesen Link kann die Veranstaltung via ZOOM erreicht werden:
https://zoom.us/j/99615054608?pwd=ak5pVHpBZER1RWFjK2VPaHYxNWxjZz09
Meeting-ID: 996 1505 4608, Kenncode: 504716

Die Präsidentin sowie die Moderation sind mit Bild zugeschaltet. Das Publikum nimmt ohne Bild teil. Eine Freischaltung für Wortbeiträge mit Bild erfolgt durch die Moderation während der Diskussion. Außerdem können Beiträge und Fragen über die Chatfunktion beigesteuert werden.

Bei Rückfragen ist das Team des Friend- und Fundraisings gerne erreichbar. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.

]]>
Präsidentin Pressemeldungen
news-20246 Mon, 01 Feb 2021 08:09:00 +0100 „Kommunikation im Netz braucht klare Regeln“ https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/kommunikation-im-netz-braucht-klare-regeln/ Das Thema „Hate Speech“ steht im Zentrum einer interdisziplinären Tagung der Universität Hildesheim am 8. Februar. Bevor künstliche Intelligenz helfen kann, solche Hassbotschaften herauszufiltern, muss menschliche Intelligenz sich erstmal darauf verständigen, welches Kommunikationsverhalten im Netz angemessen ist – und welches nicht. Ein Interview mit Informationswissenschaftler Prof. Dr. Thomas Mandl über den sozialen Frieden im Netz und wie man ihn erreichen kann. Warum gibt es überhaupt soviel Hass im Netz - wer profitiert davon?

Das sind zum einen politische Randgruppen, die in der parlamentarischen Demokratie kein Gehör finden und sich im Netz Aufmerksamkeit und eine Gruppenidentität verschaffen. Zum anderen Einzelpersonen, die ihre negativen Emotionen und Aggressionen einfach mal loswerden wollen, und aus den Reaktionen darauf Selbstbestätigung ziehen. Sie müssen sich nicht groß mit einem Thema auseinandersetzen, es reicht, einfach „draufzuhauen“ und dann abzuwarten, wie andere entweder zustimmen oder sich davon provozieren lassen. Als drittes gibt es noch wirtschaftliche Aspekte der gezielten Fehlinformation und Hassrede – denn über die damit verbundenen Klicks lässt sich viel Geld verdienen. Für den vorletzten US-Wahlkampf beispielsweise ist sehr gut dokumentiert, wie viele politisch Unbeteiligte auf diese Weise Profit gemacht haben.

In Deutschland sind sehr viele auch abwertende Äußerungen durch die Meinungsfreiheit gedeckt. Lässt sich pauschal sagen, an welcher Stelle die Grenze zur Illegitimität überschritten ist?

Letztlich regeln die Strafgesetze, wann eine solche Grenze überschritten ist. In einigen Bereichen ist das relativ klar geregelt, in anderen, wie beim Thema Beleidigung gibt es viel Interpretationsspielraum und man könnte sicherlich oft auch anders entscheiden. Ich denke da zum Beispiel an den Fall Renate Künast. [Die Grünen-Politikerin war 2019 auf Facebook als unter anderem als „Drecks Schwein" und „Schlampe" betitelt und mit weiteren sexistischen Äußerungen angegriffen worden. Das Berliner Landgericht hatte zunächst entschieden, dass diese Kommentare keine Beleidigungen seien, das Kammergericht widersprach dieser Entscheidung später, die Verfasser gingen dennoch straffrei aus. Anm. d. Red.]

Wollen Sie in erster Linie rechtswidrige Äußerungen durch KI erfassen und herausfiltern oder geht es generell darum, das Kommunikationsverhalten im Netz auszuwerten?

Für unsere Erfassung liegt die Schwelle da, wo man als Plattformbetreiber einschreiten würde. Das müssen nicht immer illegale Äußerungen sein, sondern auch solche, die in einer Diskussion unangemessen erscheinen, zum Beispiel, weil sie aggressiv formuliert sind. Es geht darum, ein System zu entwickeln, das solche Beiträge vorfiltert, damit dann nochmal ein Mensch gezielt draufschauen kann. Das Level der Strafwürdigkeit wäre noch eine Stufe höher anzusiedeln. Man könnte theoretisch sogar einen Filter programmieren, der solche Fälle direkt an die Staatsanwaltschaft übermittelt.

Was kulturell akzeptiert, aber auch, was rechtlich relevant ist, ist in jedem Land anders. Braucht jeder Kulturkreis – unabhängig von der reinen Übersetzungsleistung – für solche KI-Filter eine eigene Programmierung?

Die Systeme sind natürlich in sich sprachabhängig – wobei es sogar auch schon Verfahren gibt, die sprachübergreifend funktionieren. Aber in der Regel liegt der Fokus auf einem Sprachraum. Im Deutschen haben wir bei der Programmierung den großen Vorteil, dass viele auswertbare Ressourcen für die Computerlinguistik zur Verfügung stehen, viele Lexika, viele Modelle, viele Algorithmen. Zwar weniger als im Englischen, aber auf jeden Fall deutlich mehr als beispielsweise für Hindi. Neben der Sprache müssen natürlich auch der jeweilige Rechtsraum berücksichtigt werden, ebenso wie kulturelle Unterschiede im Kommunikationsverhalten – sowohl bezogen auf die Form, als auch bezogen auf die Inhalte. In der konservativen indischen Gesellschaft liegt zum Beispiel die Schwelle deutlich niedriger, was Anzüglichkeiten bis hin zu pornographischen Inhalten angeht. Das ist dort sehr verpönt und würde sehr viel eher als in Deutschland restringiert oder zensiert werden. In den USA dagegen wird die Meinungsfreiheit extrem hoch angesetzt, da wird auch online wenig reglementiert.

Mit welchem Ziel sollen Hassbotschaften im Netz gefunden werden? Und wer soll diese Technologien später einsetzen?

Das Ziel ist zum einen, die entsprechende Technologie erstmal überhaupt zu entwickeln. Zum  anderen geht es uns darum, die Diskussion darüber, wie gut bestimmte Algorithmen greifen, in der Wissenschaft voranzubringen. Am Ende muss die Gesellschaft erkennen können, ob ein Plattform-Betreiber Filterfunktionen sinnvoll einsetzt, oder ob er viel zu viel rausfiltert oder viel zu wenig.  

Ist der Hass tatsächlich im Netz größer – oder ist es nicht viel eher so, dass sich die Menschen unter dem Deckmantel der Anonymität oder wegen der fehlenden persönlichen Begegnung dort freier äußern, ihre Meinungen und Überzeugungen aber auch im realen Leben nicht anders sind?

Es gibt im zwischenmenschlichen Umgang erlernte soziale Verhaltensregeln, die aber im Netz nicht in gleicher Weise zum Tragen kommen. Im direkten, persönlichen Kontakt würde man wohl kaum gleich alles sagen, wie es einem in den Kopf kommt. Man agiert man kontrollierter und differenzierter, auch weil man sein Gegenüber vielleicht kennt oder auch in Zukunft nochmal treffen wird, möglicherweise auch in irgendeiner Hinsicht auf diese Person angewiesen sein wird. Wenn man Kritik äußern möchte, überlegt man sich daher sehr genau, wie man diese angemessen rüberbringt.  Aber im Netz kennt man sein Gegenüber häufig nicht und wird ihm möglicherweise auch nie begegnen, zudem ist kein erlerntes Verhaltensmuster für diese Form der Kommunikation abrufbar. Im Gegenteil: Wenn man viel im Netz unterwegs ist und viele abwertende, womöglich beleidigende Beiträge und Kommentare liest, stellt sich der Eindruck ein, das sei die übliche Art und Weise wie man im Internet kommuniziert. Um dieser Entwicklung entgegenzusteuern, muss ein von Grund auf anderes Kommunikationsmuster erlernt werden.

Das Löschen von Beiträgen führt schnell zum Vorwurf der Zensur, vor allem, wenn die Inhalte aus rechtlicher Sicht nicht zu beanstanden sind oder sich zumindest noch in einem Graubereich bewegen. Eine ähnliche Debatte sieht man häufig in Bezug auf das Verbot umstrittener politischer Gruppierungen. Deren Anhänger verlieren ja auch  durch ein Verbot nicht ihre grundlegenden Überzeugung, sondern sind schlimmstenfalls nur schwerer zu erfassen und zu kontrollieren. Besteht im Internet nicht auch die Gefahr, dass bestimmte Meinungen zwar aus der öffentlichen Debatte verdrängt werden, dann aber in anderen Kontexten sehr viel größeren Zuspruch erfahren?

Ich glaube, in vielen Fällen fehlt den Menschen, die Hassbotschaften absetzen, das Bewusstsein dafür, dass das auch im Netz nicht nur unangemessen, sondern möglicherweise auch strafbar ist. Es braucht klare Regeln – und eben auch Verbote – um deutlich zu machen, dass man sich auch im Internet nicht einfach verbal austoben kann, sondern es auch dort ein geregeltes Kommunikationsverhalten gibt. Wenn bestimmte Meinungen lange im Netz stehen bleiben und dort lesbar sind, entsteht daraus der Eindruck, dass sie normal und akzeptiert sind. Deshalb ist es wichtig, solche Kommentare zu entfernen. Der soziale Frieden einer Gesellschaft muss auch auf den sozialen Plattformen durchgesetzt und erhalten werden.

Wessen Aufgabe ist es, beispielsweise hetzerische oder gewaltverherrlichende Inhalte herauszufiltern (bzw. von vornherein nicht zuzulassen)? Die des Staates? Oder die der Plattform-Betreiber?

Grundsätzlich kann diese Aufgabe nur der Staat haben. Der kann allerdings Teile der Umsetzung an die Plattformbetreiber delegieren, die ja immerhin auch Geld mit den  Inhalten verdienen. Es kann nicht sein, dass die Gesellschaft für die daraus entstehenden Probleme die Kosten trägt. Aber über die grundlegenden Regeln, was gelöscht werden muss, in welcher Zeitspanne usw., muss der Staat entscheiden.

Wären Sie für eine Klarnamen-Pflicht im Netz?

Nein. Die gibt es in China – aber wir sollten das aus guten Gründen nicht einführen. Für die Strafverfolgung muss natürlich eine Identifikation möglich sein, aber dafür reicht auch die IP-Adresse. Um eine Klarnamenpflicht durchzusetzen, müsste man seine Ausweispapiere kopieren und einem privaten, meist im Ausland ansässigen Unternehmen zur Verfügung stellen, um überhaupt einen Account zu kriegen. Das ist aus datenschutzrechtlicher Sicht sehr bedenklich.

Kurz vor dem Präsidentschaftswechsel in den USA hat Twitter den Account des noch-amtierenden Präsidenten Donald Trump gesperrt. War das aus Ihrer Sicht ein richtiger Schritt?

Ich finde es ein bisschen wohlfeil, das ganz zum Ende der Präsidentschaft zu tun, nach das Unternehmen Twitter mit Trump schon sehr viel Geld verdient hatte. Um wirklich ein Zeichen zu setzen, hätte schon viel früher passieren müssen und nicht zum Schluss, um dann als Unternehmen nochmal richtig Aufmerksamkeit zu bekommen. Generell finde ich es richtig, dass Twitter eingegriffen hat, aber der bessere Weg wäre aus meiner Sicht das Löschen einzelner Posts gewesen. Auf der anderen Seite hat Twitter natürlich an sich kein Zensurrecht und die Meinungsfreiheit ist in den USA ein sehr hoher Wert. Man sieht also auch an diesem Punkt sehr deutlich, wie wichtig es ist, die gesellschaftliche Diskussion zu führen und für die Kommunikation im Netz zu klaren Regeln zu finden.

              

Interview: Sara Reinke

 

Die Tagung

Die öffentliche Online-Tagung "Interdisziplinäre Perspektiven auf Hate Speech und ihre Erkennung (IPHSE)"  am Montag, den 08. Februar 2021, wird ausgerichtet vom Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie, dem Institus für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation und dem Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim.

]]>
Fachbereich 1 Sozialwissenschaften Fachbereich 3 Informationswissenschaft und Sprachtechnologie Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation Forschung Pressemeldungen Startseite
news-20242 Fri, 29 Jan 2021 08:50:00 +0100 IT-Speed Dating: In drei, zwei, eins … zum Praktikum in der regionalen Wirtschaft https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/it-speed-dating-in-drei-zwei-eins-zum-praktikum-in-der-regionalen-wirtschaft/ Passen wir zueinander? Das fragen sich Studierende der Hildesheimer IT‐Studiengänge und ihre Gesprächspartner*innen aus regionalen Unternehmen beim jährlichen „IT-Speed Dating“, einer Art Blitz-Bewerbung um einen Praktikumsplatz. 41 Bewerberinnen und Bewerber auf der einen Seite und 32 Unternehmen auf der anderen Seite des (diesmal virtuellen) Tisches waren in diesem Jahr dabei. „Meine erste Frage lautet: Woher kennst du unser Unternehmen?“, steigt Arn Waßmann in das Gespräch mit dem Bewerber ein – gleich nachdem seine Kollegin Sophia Pfingsten geklärt hat, ob das „Du“ in dieser Video-Runde für alle Beteiligten in Ordnung ist. „Um ehrlich zu sein, bis heute kannte ich es gar nicht“, antwortet Milan Kalkenings, IT-Student im siebten Semester, wahrheitsgemäß. Genau die Antwort, mit der Waßmann gerechnet hat: „Doch, du kennst uns. Und zwar aus deinem studentischen Alltag.“ Die in Hannover ansässige HIS eG, die Waßmann und Pfingsten hier vertreten, nennt sich auch „das Softwarehaus der Hochschulen“. Die Firma hat unter anderem das Campus-Managementsystem LSF entwickelt und auch die universitäre Bewerbungssoftware der Universität Hildesheim. Bundesweit zwei Millionen Studierende täglich nutzen die Anwendungen der HIS, 300 Mitarbeiter hat das Unternehmen, zählt Waßmann auf. Er muss sich beeilen mit seiner mündlichen Mini-Unternehmenspräsentation. Insgesamt nur sieben Minuten stehen für das Gespräch im Rahmen des IT-Speed-Datings zur Verfügung – und das ist schon großzügig, wie Waßmann in der anschließenden Pause berichtet. „In den ersten Jahren waren die einzelnen Bewerbungsrunden auf fünf Minuten begrenzt.“ Die HIS, eine gemeinnützige Genossenschaft, ist schon seit 2008 dabei und hat auf diesem Weg schon viele passende studentische Praktikumsbewerber*innen gefunden. Einige Bachelorarbeiten im Auftrag der HIS, diverse studentische Aushilfsjobs und mehrere feste Arbeitsverhältnisse sind im weiteren Verlauf daraus entstanden. Arn Waßmann, der selbst an der Universität Hildesheim studiert hat, ist von dem Format IT-Speed-Dating absolut überzeugt: „Eigentlich sehe ich es fast eher so, dass wir uns als Unternehmen bei den Studierenden bewerben, nicht umgekehrt.“ Fünf ganz konkrete Praktikumsangebote – die alle je nach Entwicklung der Pandemiesituation auch remote umsetzbar wären - haben er und Sophia Pfingsten heute mitgebracht, sind aber auch offen für völlig andere Optionen, die sich vielleicht spontan im Gespräch ergeben. „Es waren schon einige vielversprechende Kandidat*innen dabei, von denen wir nun hoffen, dass sie nochmal ausführlicher mit uns in Kontakt treten.“

Das Gespräch mit dem Studenten Milan Kalkenings ist das 15., das Waßmann und seine Kollegin heute führen – und eins von 768 Gesprächen insgesamt, die zwischen den 32 teilnehmenden Unternehmen und den 41 Studierenden geplant sind.

Seit 2013 bereits gibt es das Format des Speed-Dating, mit dem regionale Unternehmen aus dem Einzugsgebiet Hildesheim, Hannover, Braunschweig, Wolfsburg mit Studierenden der IT-Studiengänge an der SUH ins Gespräch gebracht werden. Im Vordergrund steht die Vermittlung eines Platzes für das zehnwöchige Pflichtpraktikum, aber gar nicht so selten entstehen daraus auch langfristigere Formen der Zusammenarbeit. Organisiert wird das Speed-Dating von der Arbeitsgruppe BWOR am Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik, namentlich vor allem von Dr. Felix Hahne, als Praktikumsbeauftragtem der IT-Studiengänge IMIT und WINF, und seinen Kollegen. In diesem Jahr – wie auch schon 2020 – sei die Situation besonders, sagt Hahne: „Corona behindert unsere Studierenden bei der Praktikumssuche. Erstens ist die Bewerbung schwieriger, zweitens werden weniger Stellen angeboten.“ Viele Praktika werden daher als Online-Praktika geplant, von Seiten der Universität gibt es zudem Sonderregelungen für Ersatzleistungen zum Beispiel durch soziales Engagement.

Doch die Teilnehmer des Speed-Datings auf Unternehmensseite kommen in erster Linie aus dem Kreis der Partnerunternehmen der IT-Studiengänge oder sind an einer solchen Partnerschaft interessiert. Viele, aber nicht alle gehören der IT-Branche an.

Am Ende wird es ganz konkret

Mit dabei ist zum Beispiel auch die Stadt Hildesheim, vertreten durch den Leiter der IT-Abteilung, Florian Gefrörer, und seine Kollegin Doris Donath für den Bereich Organisation. Auch hier muss die Vorstellungsrunde schnell gehen: 1300 Mitarbeiter*innen von der Berufsfeuerwehr über das Ordnungsamt bis hin zu den Kindertagesstätten hat die Stadt, und entsprechend breit aufgestellt sind die Services der IT-Abteilung, erläutert Gefrörer – und wem das insgesamt zu technisch sei, der findet vielleicht in der Prozessoptimierung oder der internen Unternehmensberatung seinen Platz, ergänzt Donath. Auf die individuellen Interessen der Bewerber*innen für einen Praktikumsplatz könne man bei einer Vielzahl von Produkten und Prozessen sehr flexibel eingehen.

Die Stadt Hildesheim ist zum dritten Mal beim IT-Speed-Dating dabei und hat bisher sehr gute Erfahrungen gemacht, erzählt Gefrörer später. Acht Praktikant*innen habe man im Jahr 2019 aus dem Blitz-Bewerbungsverfahren rekrutiert, drei im Jahr 2020 und zwei konnten später als Werkstudenten übernommen werden. Auch aus der diesjährigen Runde erhofft sich die städtische Verwaltung vielversprechende Kontakte. „Wir können schon fast gar nicht mehr auf diese jungen, motivierten, kompetenten Menschen verzichten.“

Josefin-Ece Claus hört bei der schnellen Präsentation der möglichen Arbeitsbereiche aufmerksam zu. Sie ist Studentin im siebten Semester Informationsmanagement und Informationstechnologie und hat im Vorsemester ein Praktikum bei Ernst & Young in Istanbul absolviert, erzählt sie, als sie dann an der Reihe ist. Aktuell arbeitet sie neben dem Studium in einem Ingenieurbüro, hat aber Lust, auch in andere Unternehmensstrukturen Einblick zu bekommen. Und das auch gern länger als die verpflichtenden zehn Wochen, sagt sie gleich dazu. Vielleicht sogar mit der Option, im Praktikumsunternehmen auch ihre Bachelorarbeit zu schreiben?

Das ist bei der Stadt durchaus möglich, sagt IT-Chef Gefrörer. Vielleicht ergibt sich im Zuge der geplanten Digitalisierung der städtischen Bauaufsicht eine passende Option, schlägt Donath vor. Und so wird es zum Ende der sieben Minuten schon sehr konkret mit der Praktikumsplanung. „Ich schicke Ihnen eine ausführliche Bewerbung zu“, verabschiedet sich Studentin Claus schließlich. „Sehr gern!“, lautet die Antwort.

Text: Sara Reinke

 

]]>
Fachbereich 4 Informatik dig. Semester Pressemeldungen Startseite
news-20131 Thu, 28 Jan 2021 13:32:00 +0100 Wie Hass im Netz den Diskurs gefährdet: Interdisziplinäre Tagung zum Thema Hate Speech https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/wie-hass-im-netz-den-diskurs-gefaehrdet-interdisziplinaere-tagung-zum-thema-hate-speech/ Das Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie, das Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation und das Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim laden zur Online-Tagung "Interdisziplinäre Perspektiven auf Hate Speech und ihre Erkennung (IPHSE)" ein. Die öffentliche Veranstaltung findet am Montag, den 08. Februar 2021, ab 9 Uhr statt. »Parallel zum Anstieg von Hate Speech in sozialen Netzwerken und anderen Online-Medien ist auch das Interesse an diesem Thema in verschiedenen Fachdisziplinen gewachsen.« - Dr. Sylvia Jaki

Hate Speech oder Hassrede wird als ungezügeltes Kommunikationsverhalten, ruppige Ausdrucksweise und als hochgekochte Emotion verstanden, die den sachlich-öffentlichen Diskurs gefährden. Betroffen davon sind vor allem Online-Medien, in denen Hate Speech ein erhebliches Problem darstellt. Das Interesse am Thema Hate Speech ist mit seinem Vorkommen in sozialen Netzwerken und anderen Online-Medien in verschiedenen Fachdisziplinen nochmals gestiegen, berichtet Dr. Sylvia Jaki. Insbesondere im rechten politischen Spektrum wird Hate Speech gezielt eingesetzt, um das Bild bestimmter Bevölkerungsgruppen nachhaltig zu schädigen. Hassrede steht dabei in Verdacht, das politische Diskursklima nachhaltig zu schädigen. Nicht zuletzt werden vor diesem Hintergrund zunehmend Forderungen nach Regulierung laut. Prof. Dr. Wolf Schünemann und Stefan Steiger sehen dabei die Regulation von Hassrede als eine zunehmend wichtige gesellschaftliche Herausforderung für demokratische Staaten. Fragen die sich ergeben sind: Wie viel Regulierung darf sein? Welche politischen und gesellschaftlichen Implikationen ergeben sich aus der Regulation? Und, welche technischen Möglichkeiten zur Erkennung und Regulierung von Hate Speech gibt es? Und wie gut funktionieren diese?

Diesen und weiteren Fragen möchte das Forscherteam vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen und wissenschaftlicher Erkenntnisse gemeinsam mit den Vortragenden, Expert*innen und Interessierten diskutieren. Beleuchtet wird das Thema dabei aus Sicht der Sprach-, Informations- und Politikwissenschaft sowie der Computerlinguistik.

»Die Regulation von Hassrede ist eine zunehmend wichtige gesellschaftliche Herausforderung für demokratische Staaten.« - Prof. Dr. Wolf Schünemann und Stefan Steiger

Das Projekt "Das Phänomen Hate Speech und ihre Erkennung durch KI: interdisziplinär – international – erklärbar? (HASeKI)" möchte das Thema Hate Speech sowohl auf Expertenebene aber auch auf der Ebene der Bürgergesellschaft betrachtet und diskutieren. Thematisiert werden soll zudem, wie die Leistungsfähigkeit automatischer Verfahren zur Hate-Speech-Erkennung besser analysiert sowie erklärt und transparent gemacht werden kann. Dies ist eine Grundvoraussetzung für die bessere Diskussion mit der Zivilgesellschaft. In einer zweiten Fachtagungen soll zudem eine weitere interdisziplinäre Fachdiskussion mit internationalem Publikum geführt werden, als auch die Zivilgesellschaft erreicht werden. Die zweite Tagung ist für den Sommer 2021 geplant. In der Arbeitsphase zwischen den Tagungen sollen darüber hinaus Angebote für die Vermittlung von Kompetenzen im Themenbereich für bspw. Schüler*innen erarbeitet werden.

Das Projekt  bringt Akteure aus unterschiedlichen Fächern zusammen und zielt auf eine ganzheitliche Betrachtung des Themas ab. Es wird durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur im Rahmen der Ausschreibung „Zukunftsdiskurse“ gefördert.

Weitere Informationen zum Projekt, dem Tagungsprogramm und zur Anmeldung

 

Zuerst veröffentlicht am 19. Januar 2021

]]>
Fachbereich 1 Fachbereich 3 dig. Semester Pressemeldungen Startseite
news-20229 Wed, 27 Jan 2021 23:04:11 +0100 Wie die Studentin Larissa Martins Costa Passos Moreira das Studium während der COVID19-Pandemie erlebt https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/wie-die-studentin-larissa-martins-costa-passos-moreira-das-studium-waehrend-der-covid19-pandemie-erle/ Larissa Martins Costa Passos Moreira studiert Internationales Informationsmanagement am Bühler-Campus der Universität Hildesheim. Das Studium lebt von den Begegnungen mit Lehrenden und Studierenden, dieser persönliche Austausch vor Ort am Campus fehlt während der COVID19-Pandemie, sagt die Studentin. Die 25-jährige Studentin Larissa Martins Costa Passos Moreira studiert Internationales Informationsmanagement am Bühler-Campus der Universität Hildesheim. Sie spezialisiert sich auf die Arbeit mit sozialen Medien. Nach dem Studium im Bereich Jornalismus und Kommunikation an der brasilianischen Hochschule Casper Libero in São Paulo ist Larissa Moreira für ihr Vollzeitstudium an der Universität Hildesheim nach Deutschland gezogen.

„Ich kann trotz der Coronavirus-Krise mein Studium digital fortsetzen. Ich konnte mich für alle Lehrveranstaltungen anmelden, die ich besuchen wollte. Am Anfang war es ein bisschen schwierig: Screencasts, BBB-Webkonferenzen und mehr. Ich fand es schwer, meine Fragen nur im Chat-Forum stellen zu können, statt im persönlichen Gespräch zu fragen. Aber die digitale Lehre hat auch Vorteile, ich kann mich besser schriftlich als mündlich auf Deutsch ausdrücken. Die Screencasts haben für mich als Nicht-Deutsch-Muttersprachlerin Vorteile und Nachteile: Es fällt mir schwieriger, das Gesagte zu verstehen, wenn ich die Person nicht sehen kann. Aber auf der anderen Seite kann ich aufgezeichnete Vorlesungen und Seminare, falls ich etwas sprachlich nicht verstehe, einfach wiederholen“, erinnert sich Moreira an das vergangene Semester. Sie habe im vergangenen Sommersemester ihre Seminare und Vorlesungen besuchen können: die Einführung in die Softwareentwicklung, Methoden der Informationswissenschaft, Methode der Angewandten Sprachwissenschaft, Methoden der Kulturwissenschaft und die Sprachbeschreibung für die Sprachtechnologie.

„Ich vermisse während der COVID19-Pandemie das Lernen in den Räumen der Uni Hildesheim sehr. Ich vermisse vor allem den Kontakt und Austausch zu meinen Freunden und Kommilitonen, etwa mit meinen Freunden zwischen den Vorlesungen zur Uni-Mensa zu gehen und etwas Leckeres dort zu essen, oder in der Universitätsbibliothek lernen zu können. In der Bibliothek kann ich mich viel besser fokussieren und Arbeiten erledigen“, so die Studentin.

Dieser Artikel ist im Universitätsjournal erschienen.

]]>
Fachbereich 3 dig. Semester Pressemeldungen Startseite
news-20228 Wed, 27 Jan 2021 22:48:00 +0100 How does COVID-19 affect your work as a researcher, Mr. Im? https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/how-does-covid-19-affect-your-work-as-a-researcher-mr-im/ Chanjong Im is a researcher at the Department for Information Science and Natural Language Processing at the University of Hildesheim. Currently he is a Ph.D. candidate and associate researcher. In an interview he talked about international research cooperation during the COVID19-pandemic. Chanjong Im is a researcher at the Department for Information Science and Natural Language Processing at the University of Hildesheim. Currently he is a Ph.D. candidate and associate researcher taking part in the project »Distant Viewing«. His research interests are deep learning, computer vision, information retrieval and image retrieval.

It is very important to work in international research projects, the data and information differs from country to country which means different problems are being seen, Im says.

How does COVID-19 affect the work as a researcher?

"It is not convenient nor pleasant. I am not able to meet friends nor colleagues as frequently as before which makes me a bit depressed. It was really difficult for me to accept the fact that I won’t be able to see some close Indian researchers who canceled their trips to visit Hildesheim University. Also, I wasn’t able to attend conferences nor meetings as they got postponed due to the situation. However, many of the things are now happening online which is working out quite well. I could have been more steps further in the research if it weren’t the pandemic. Nevertheless, I am using the time to improve the system and writing the thesis", Chanjong Im says.

Lesen Sie den ganzen Artikel
im aktuellen Universitätsjournal (Seite 76-77).

]]>
dig. Semester Pressemeldungen Startseite
news-19846 Wed, 27 Jan 2021 09:06:00 +0100 "Online learning was quite challenging at first - but the professors did a really good job" https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/online-learning-was-quite-challenging-at-first-but-the-professors-did-a-really-good-job/ Jennifer Deborah is an International student from India who is studying Data Analytics (M.Sc.) at the University of Hildesheim. In this interview she talks about her experiences with online learning and living in Germany during the pandemic. Jennifer, has your curriculum in any way been affected by the pandemic?

I was able to take every course that I needed to, but the grading for example was changed. In one of my courses it was previously just an option to write certain tutorials for extra points to improve your grade, but since the pandemic we had to write the tutorials compulsory to pass the course. We had nine assignments, each assignment was 20 points, so in total 180 points. If anyone scored more than 90, they had passed. But you would not get grades for that. It was just either “pass” or “fail”. Your overall grade would not be affected. That grading system was created to take the effects of the pandemic into account.

In which form did the digital/online learning take place?

I had two subjects this year. One was “Machine Learning 2”, the other one was a seminar. We were allowed to choose a subject we liked and worked on it in groups of two or three. At some point we were then to present the subject in a Zoom meeting by sharing our screens.

During the sessions all of has had to turn on the video camera. Since this was a compulsory course for me, I had to achieve 80% attendance. The professor would post questions via a link to the class about the topic presented.

How did you perceive the online learning experience?

It was quite challenging at first because not everybody has a good laptop. If your laptop didn’t work you wouldn’t have been able to do anything this semester. That was a main challenge for everybody. As well as concentrating on something you see on the Zoom meeting. But I still think that the professors did a really good job - they tried to keep us engaged. For example with interactive questions during the meeting and at the end – thus we paid attention during the course. The tutors were also really understanding with the challenges people were facing. Once for example, I said that I couldn’t present that week and my tutor replied: “That’s fine, just give me a time and we’ll arrange a meeting.” They were really flexible.

Did you have other obligations while studying?

I work in a company called “Keramischer Ofenbau” as a working student in the research and development department and fortunately I was working all throughout the pandemic. Even when the virus hit us all really hard, my company was still open. I was not given the option to work from home because I work with big logical controllers and they are huge pieces of equipment, so I cannot take them to my flat. They also need a highspeed internet connection, which I obviously don’t have in my room.

You are now in your third semester of your Master’s degree. Where did you do your Bachelor?

I did my Bachelor in Chennai, India, in Computer Sciences and I was working with IBM for two years and six months. Then I came to Hildesheim to do my Master’s degree.

Why did you choose Hildesheim?

A year before I got to Hildesheim, I came here with my parents to travel Europe and I really liked it in Germany. The tuition fees are very low and for me the way of life here is much better than in India. There are only very few universities in Germany that offer “Data Analytics” and for me Hildesheim had the best curriculum. All the deep learning topics that are in trend right now are provided here. And there are so many job opportunities in that field but very few applicants, so “Data Analytics” was the right subject for me. And when I finally came to Hildesheim in 2019, I loved the city more than anything.

So you enjoy studying here?

Yes I love it here. I do not really enjoy places like Berlin or Stuttgart that much, since they are really big cities. Here in Hildesheim, there is a very different feeling – it’s much more relaxed.

Was it difficult to keep up a “social net” during the last months?

I live in a student’s home with many other Indian students from my course. Because we live in the same household we were able meet each other and I was also meeting people at work, which made me calm and composed. The consequences of the pandemic in Germany were never really that bad which made it all manageable for me. You could walk to the lake or through the forest to calm yourself.

What are your plans for the next year.

I am in my third semester and I’m supposed to start my thesis next year. Right now I’m planning on concentrating on my project and the work I have. The project is part of my studies. It takes a year to complete during which you work on a particular subject, and we have to coordinate ourselves within teams to work on it together which is quite difficult to do online. I would also like to go to India for a couple of months because it’s almost been a year since I’ve last seen my family.

Is there anything in particular that you will remember from the last months?

The most important thing I will remember is that I am quite grateful. Because in India the health support system is not that great and there are a lot of restrictions that keep people inside for a really long time.

It was just really difficult for me to stay here while my family was in India. I have friends and family that were infected. And you always wonder, will your parents be okay? I lost my grandmother and aunt during this time and there was no way for me to come back home. So I think Corona has really done harm - emotionally and mentally it is really damaging.

Are you planning on staying in Germany?

Yes, I would like to stay and work here after my thesis for a couple of years. I really like the work culture and it is just generally a really nice place to be. The government does not only support the German students. I am most happy and proud that even during this time there were so many scholarships given to International Students to cover expenses. I even got a grant myself, called “Commitment Grant” worth 1300 Euro that helps me put up with my expenditures.

Interview: Thore Fahrenbach / Bearbeitung: Sara Reinke

]]>
Fachbereich 4 dig. Semester Pressemeldungen Startseite
news-20210 Wed, 27 Jan 2021 08:07:00 +0100 Diversity-Monitoring: Studierende können ab sofort teilnehmen https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/diversity-monitoring-studierende-koennen-ab-sofort-teilnehmen/ Zweites Diversity-Monitoring startet: Das Gleichstellungsbüro und das Zentrum für Bildungsintegration rufen alle Studierenden der Universität Hildesheim zur Teilnahme am „Diversity Monitoring“ auf. Das Forschungsteam erfasst, welche Erfahrungen Studierende an der Universität machen und welche Bedarfe Sie haben. Aus den Ergebnissen sollen Angebote und Maßnahmen hergeleitet werden. Die Daten werden vertraulich bearbeitet. Die Universität Hildesheim hat sich zum Ziel gesetzt, die Vielfalt der Studierenden und ihrer Lebenssituationen bei der Gestaltung von Lehre und Studium stärker zu berücksichtigen. Um Angebote verbessern und Maßnahmen entwickeln zu können, benötigt die Universität Informationen über Studierende und ihre Erfahrungen im Studium.

Universität Hildesheim startet Befragung zur Chancengleichheit der Studierenden

Alle Studierenden der Universität Hildesheim sind herzlich eingeladen, bis zum 5. Februar 2021 am „Diversity Monitoring“ teilzunehmen. Die Einladung zur Befragung und weitere Informationen erhalten Studierende per E-Mail an ihren Uni-Account. Sämtliche Daten werden vertraulich bearbeitet und anonymisiert in die Untersuchung eingehen.

Das Forschungsteam um Prof. Dr. Viola Georgi vom Zentrum für Bildungsintegration sowie Dr. Silvia Lange und Fanny Petermann vom Gleichstellungsbüro startet in das dreijährige Projekt „Diversity und Chancengleichheit in Studium und Lehre“ mit einer Bestandsaufnahme, dem „Diversity-Monitoring“. Das Projekt läuft von 2020 bis 2023 und wird aus Studienqualitätsmitteln finanziert.

Die Forscherinnen wollen herausfinden, in welchen Lebenssituationen sich Studierende befinden, welche Bedarfe sie haben und welche Erfahrungen Studierende mit Diskriminierung gemacht haben. Fragen sind etwa: „In Bezug auf welche Themen wünschen Sie sich grundsätzlich Angebote und Unterstützung?“ und „Haben Sie im Verlauf Ihres Studiums an der Universität Hildesheim persönlich Diskriminierung erfahren?“

Mithilfe dieser Datengrundlage soll ein Konzept zur Chancengleichheit in Studium und Lehre entwickelt und umgesetzt werden.

Das Projektteam hofft auf möglichst große Beteiligung vieler Studierender an dem Diversity-Monitoring. Bei Fragen zur Erhebung wenden Sie sich bitte an die Projektkoordinatorin Fanny Petermann (petermann[at]uni-hildesheim.de). Die Erhebung knüpft an das erste „Diversity Monitoring“ der Universität Hildesheim aus dem Jahr 2013 an.

Mehr Informationen zum Diversity-Monitoring

Short information in English

Start of the survey on equal opportunities for students (diversity monitoring)

The University of Hildesheim has set itself the goal of being more strongly guided by the diversity of its students and their situations in life when designing teaching and learning activities. To be able to improve its offerings and develop measures with this in mind, the university needs information about students and their experiences of studying.

All students are warmly invited to take part in the diversity monitoring survey by 5 February 2021! The invitation to the survey and further information are sent to you by e-mail to your uni account.

]]>
Fachbereich 1 Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Gleichstellungsbüro Diversity Forschung Zentrum für Bildungsintegration Pressemeldungen Startseite
news-20152 Tue, 26 Jan 2021 17:24:00 +0100 Universität Hildesheim startet Online-Infotage „HI_friday“ für Studieninteressierte https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/universitaet-hildesheim-startet-online-infotage-hi-friday-fuer-studieninteressierte/ Die Zentrale Studienberatung der Universität Hildesheim informiert Studieninteressierte in einer neuen Online-Veranstaltungsreihe. Immer freitags informieren Studienberater*innen, Lehrende und Studierende in der Reihe „HI_friday" Studieninteressierte rund um das Studium und Studiengänge. „HI_Friday“: Immer freitags – Online-Infotage für Studieninteressierte

„Was möchte ich studieren? Was passt zu mir? Wir unterstützen Studieninteressierte dabei, zu einer guten Studienentscheidung zu gelangen und helfen bei der Beantwortung ihrer Fragen“, sagt Britta Lehradt von der Zentralen Studienberatung der Universität Hildesheim.

Die Reihe „HI_Friday“ läuft unter dem Motto „Hi Studium, bye Schule!“. Die Online-Infotage für Studieninteressierte finden ab Ende Januar an mehreren Freitagen im Frühjahr statt. Das Programm läuft pandemiebedingt überwiegend als Videokonferenz und Chat. Eine Anmeldung ist ab sofort online möglich unter:

Gespräch via Videokonferenz mit Lehrenden und Live-Chat mit Studierenden

Die Online-Veranstaltungsreihe „HI-Friday“ startet am Freitag, 29. Januar 2021, von 14:00 bis 15:00 Uhr mit dem Thema „Kulturwissenschaften & Künste studieren“. Studieninteressierte können sich über die Bachelorstudiengänge rund um die Bereiche Kultur und Künste, Philosophie und Pop informieren. Lehrende geben einen Einblicke in die kulturwissenschaftlichen Studiengängen sowie die Verbindung zwischen theoretisch-wissenschaftlichem Studium und künstlerischer Praxis.

Anschließend beantworten Studierende Fragen rund um das Thema Bewerbung und Zulassung in einem Live-Chat von 15:15 bis 16:00 Uhr.

Die weiteren Veranstaltungen des „HI_Friday“-Formats laufen bis Juni 2021, mit den Themenschwerpunkten: Sozial- und Organisationspädagogik, Psychologie, Sport, Erziehungswissenschaft, Lehramt für Grund-, Haupt-, und Realschule, Internationales Informationsmanagement, Internationale Kommunikation & Übersetzen, Traumberuf Lehrer*in?, Wirtschaft Plus, Digitale Sozialwissenschaften, Umweltsicherung, Informationsmanagement & Informationstechnologie, Wirtschaftsinformatik sowie Veranstaltungen für internationale Studieninteressierte.

]]>
Fachbereich 2 ZSB Pressemeldungen
news-20211 Tue, 26 Jan 2021 10:04:00 +0100 Forschungsteam: Plädoyer für ein Corona-Hochschul-Konzept 2021 https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/forschungsteam-plaedoyer-fuer-ein-corona-hochschul-konzept-2021/ Ein Forschungsteam des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik weist in einem Offenen Brief an die KMK und HRK auf Problemfelder hin, die in einem Corona-Hochschul-Konzept 2021 bearbeitet werden sollten. Offener Brief eines Forschungsteams des
Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim
an die Kultusministerkonferenz und die Hochschulrektorenkonferenz:
Plädoyer für ein Corona-Hochschul-Konzept 2021 [PDF]

Ein Forschungsteam des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim weist in einem Offenen Brief an die Kultusministerkonferenz (KMK) und die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) auf Problemfelder hin, die in einem Corona-Hochschul-Konzept 2021 bearbeitet werden sollten.

Die Wissenschaftler*innen schlagen unter anderem vor, die Infrastruktur an Hochschulen digital und analog zu erweitern, Räume für soziales Leben der Studierenden zu schaffen, Beratungsangebote auszubauen und formale Verfahren zu vereinfachen. Zudem sollten niedrigschwellige Formen finanzieller Unterstützung  entwickelt werden, damit der Studienerfolg von Studierenden, die unter erschwerten Bedingungen studieren, nicht aufgrund finanzieller Notlagen gefährdet wird. Ungleiche Studienbedingungen sollten stärker berücksichtigt werden, Studierende wieder stärker an Hochschulgremien beteiligt, Studienverlaufspläne angepasst und eine Verlängerung der Studienzeiten ohne Benachteiligung ermöglicht werden.

„Um diese Punkte strukturiert zu bearbeiten und eine überlegte und gelingende Rückkehr zum Präsenzmodus über hybride Formen der Hochschullehre und Studiengestaltung zeitnah voranzutreiben, bedarf es einer Corona-Strategie 2021 für das gesamte Jahr, in der hochschulübergreifend Standards für die unterschiedlichen Formen des Lockdowns und möglicher Öffnungen empfohlen werden, damit die Studierenden wissen, was auf sie zukommt und was sie erwarten können“, so das Hildesheimer Forschungsteam. An dem Prozess der Entwicklung der Strategie sollten Studierende und Hochschulvertreter*innen intensiv beteiligt werden.

Jugendforscher*innen des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim befassen sich mit der Lage von Jugendlichen und Studierenden während der Coronavirus-Pandemie (mehr über die aktuelle Forschung erfahren Sie hier: t1p.de/studien-corona).

Im Projekt „CareHOPe – Care Leaver an Hochschulen – Online-Peerberatung“ setzt sich das Forschungsteam mit der Chancengerechtigkeit und den Belangen von Studierenden auseinander, welche in stationären Hilfen zu Erziehung aufgewachsen sind. Darüber hinaus hat das Forschungsteam der Universität Hildesheim in der Online-Studierendenbefragung „Stu.diCo“ die aktuelle Situation von Studierenden bundesweit während der Coronavirus-Pandemie erhoben.

]]>
Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik dig. Semester Pressemeldungen Startseite
news-20156 Mon, 25 Jan 2021 11:50:00 +0100 Die Krise in Weiß: Die COVID-19-Pandemie und ihre Folgen für Pflegekräfte und Ärzt*innen https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/die-krise-in-weiss-die-covid-19-pandemie-und-ihre-folgen-fuer-pflegekraefte-und-aerztinnen/ Während der COVID-19-Pandemie sind Ärzt*innen und Pflegekräfte erhöhten psychischen Belastungen ausgesetzt, die kurzfristige, aber auch anhaltende Folgen haben können. Dr. Nora Lessing und Prof. Christoph Kröger vom Institut für Psychologie an der Stiftung Universität Hildesheim haben dargelegt, welche Konsequenzen die Erschütterung der sozialen Identität sowie die Verletzung von medizinischen und ethischen Normen verursachen können – und ganz konkrete Handreichungen formuliert, wie sich negativen Auswirkungen intensivmedizinischer Behandlungen begegnen lässt. Der Umgang mit Tod und Sterben gehört zum beruflichen Alltag von Pflegekräften und Ärzt*innen. Sie sind es auch, die im Todesfall Hinterbliebene informieren und mit deren Trauer konfrontiert werden. Dies ist jedoch nur eine von zahlreichen Extremsituationen, mit welcher Ärzt*innen und Pflegekräfte konfrontiert werden und die zum Alltag einer Intensivstation gehört.

Mitarbeitende im intensivmedizinischen Bereich sind in ihrer täglichen Arbeit einem deutlich höheren Ansteckungsrisiko mit dem SARS-CoV-2-Virus und deren Mutanten ausgesetzt als die Allgemeinbevölkerung im Alltag. Fehler, fehlende oder falsche Informationen, aber auch fehlendes Material oder eine zu geringe Personalstärke können fatale Folgen haben. Wenn die eigenen Kollegen erkranken oder sterben – wie es im Verlauf der Pandemie in verschiedenen europäischen Ländern etliche Vertreter*innen der Gesundheitsberufe erleben mussten, belastet dies auch die übrige Belegschaft in besonderem Maße.

Auch die berufliche Identität des medizinischen Personals ist in der aktuellen Situation besonderen Herausforderungen ausgesetzt – wenn beispielsweise die Grenzen der eigenen, fachlichen Kompetenz erreicht werden oder auch berufsbezogene Werte und Normen der erlebten Wirklichkeit nicht standhalten können. Ethische Konflikte und die eigene Unfähigkeit, Tod oder Leiden zu verhindern, sind laut dem Hildesheimer Wissenschaftlerteam hauptursächlich für moralische Verletzungen, die psychische Folgen wie depressive Episoden und posttraumatische Belastungsstörungen auslösen können.  

Um dem vorzubeugen, leiten Dr. Nora Lessing und Prof. Christoph Kröger ganz konkrete Handlungsempfehlungen ab: So sollten kritische, möglicherweise belastende Entscheidungen möglichst von mehreren Personen im Team gemeinsam und gegebenenfalls auch unter Einbeziehung von externen Unterstützer*innen wie Mitarbeitenden der Krankenhaus- oder Notfallseelsorge oder Mitarbeitenden anderer Stationen als Moderator*innen getroffen werden. Wichtig sei es demnach, in solchen Teamgesprächen zu thematisieren, ob und welche Erlebnisse die Mitarbeiter*innen erfahren haben und inwiefern sie dabei an ihre fachlichen oder emotionalen Grenzen gestoßen sind. Auch die Fragen danach, wie sich andere im Team verhalten haben, ob ausreichend Personal anwesend war und ob geeignete Handlungsanweisungen für die konkrete Situation vorlagen, und welche Normen ggf. verletzt wurden, sollten dabei zur Sprache kommen. So kann im Gespräch auch darauf eingegangen werden, ob die beteiligten Personen ihrer Arbeit angemessen nachkommen können oder was dies verhindert beziehungsweise welche Konsequenzen daraus mittel- und langfristig entstehen.

Besonders nach belastenden beruflichen Situationen empfehlen Lessing und Kröger, solche analytischen Nachbesprechung im Team. Dabei sollte ein besonderer Fokus auf die möglichenBewältigungsstrategien im kollegialen Umfeld aber auch im privaten Bereich gelegt werden, damit jeder einzelne den eigenen Handlungsrahmen durch geeignete Aktivitäten erweitern kann. Im beruflichen Kontext kann dies durch eine geeignete, wertschätzende Gesprächskultur und ein gutes Klima innerhalb des Teams unterstützt werden. In der Freizeit können sportliche Aktivitäten oder ein positives privates Umfeld, ebenso wie regelmäßige Schlafroutinen zur Erholung nach psychisch fordernden Situationen beitragen.

 

]]>
Fachbereich 1 Psychologie Forschung Pressemeldungen Startseite
news-20151 Sat, 23 Jan 2021 19:56:31 +0100 Einblick in kulturwissenschaftliche Studiengänge: Online-Bildungstage am Kulturcampus https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/einblick-in-kulturwissenschaftliche-studiengaenge-online-bildungstage-am-kulturcampus/ Während der Online-Bildungstage erhalten Jugendliche einen intensiven Einblick in das Studium der kulturwissenschaftlichen Studiengänge – in die Lehre, die freie Projektarbeit und das Unileben. Im Januar kamen 36 junge Erwachsene vom „Freiwilligen Sozialen Jahr" via Videokonferenz mit Hildesheimer Lehrenden und Studierenden zusammen. Studieninteressierte haben nun in einer weiteren Veranstaltung am Freitag, 29. Januar 2021, Gelegenheit, sich mit Lehrenden und Studierenden über das kulturwissenschaftliche Studium auszutauschen. 36 junge Erwachsene vom „Freiwilligen Sozialen Jahr" (FSJ) haben gemeinsam mit Studierenden der Kulturwissenschaften während der FSJ-Bildungstage Online-Seminarsitzungen besucht, Vorträge gehört und so den aktuellen Uni-Alltag kennengelernt. Während der Bildungstage hat der kulturwissenschaftliche Fachbereich der Universität Hildesheim Einblicke in das Studien- und Berufsziel Kultur gegeben.

„Die Bildungstage an der Universität Hildesheim bieten jungen Erwachsenen die Chance zu überprüfen, inwiefern sie ihren kulturellen Interessen in Form eines Studiums bei uns vertieft nachgehen möchten – gerade in Zeiten von Lockdown und Homeoffice ist dies auch ein hoffentlich motivierendes Licht am Ende des Tunnels“, sagt die Kulturwissenschaftlerin Julia Speckmann.

Die FSJ-Bildungstage hat der kulturwissenschaftliche Fachbereich in diesem Jahr aufgrund der Coronavirus-Pandemie online via Videokonferenzen realisiert. „Wir organisieren die Bildungstage auch in diesem Jahr wieder gerne, weil sie den Jugendlichen einen intensiven Blick in alles bieten, was zum Studium der kulturwissenschaftlichen Studiengänge dazugehört: Lehre, freie Projektarbeit und das Uni-Leben. Zwar liegt aktuell vieles auf Eis, aber eben nicht alles – insbesondere liegt die Begeisterung der Lehrenden und Studierenden für die kulturwissenschaftlichen Inhalte nicht auf Eis!", so Julia Speckmann.

Vom 18. bis 20. Januar 2021 haben zum vierzehnten Mal Teilnehmerinnen und Teilnehmer des FSJ Kultur und FSJ Politik aus allen Regionen Deutschlands das Studium auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim kennengelernt. Sie bekamen während Online-Gesprächen und Vorträgen einen Einblick in die kulturvermittelnden Studiengänge Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis, Szenische Künste, Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus sowie Philosophie-Künste-Medien. Die Teilnehmer*innen kommen aus der ganzen Bundesrepublik, unter anderem aus Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg, Hessen und Thüringen.

Studierende aus höheren Semestern helfen Jugendlichen bei der Entscheidung für eine Studienrichtung und sind ein erster Kontakt in den Uni-Alltag

„Drei Tage lang das Uni-Leben zu erkunden und mit studentischen Mentorinnen und Mentoren zu sprechen, da kann man sich schon einen umfassenden Überblick verschaffen“, sagt Julia Speckmann. Die Studentinnen und Studenten aus den höheren Semestern helfen den Jugendlichen und sind „ein erster Kontakt“.

Die Hildesheimer Bildungstage sind ein Kooperationsprojekt zwischen der Universität und der LKJ Niedersachsen e.V.. Im FSJ Kultur und FSJ Politik engagieren sich junge Menschen zwischen 16 bis 27 Jahren für ein Jahr in Museen und Theatern, in Medientreffs und Kunstschulen, in Bibliotheken und Gedenkstätten, in Musikeinrichtungen oder soziokulturellen Zentren.

Für alle Studieninteressierten: Online-Infotag „HI_friday" informiert über die kulturwissenschaftlichen Studiengänge:

Kulturwissenschaftliche Bachelorstudiengänge

Wer in Theaterhäusern und Verlagen, in Schulen, in Funk- und Fernsehanstalten, in der Kulturverwaltung und Kulturellen Bildung arbeiten möchte, sollte den Online-Infotermin am Freitag, 29. Januar 2021, von 14:00 bis 15:30 Uhr nicht verpassen.

Lehrende stellen Ihnen den Aufbau und die Inhalte der Bachelorstudiengänge Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus, Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis, Szenische Künste und Philosophie-Künste-Medien vor. Sie haben die Möglichkeit, mit ihnen ins Gespräch zu kommen und können Fragen stellen. Im Anschluss erhalten Sie zusätzlich Informationen zum Ablauf der künstlerischen Eignungsprüfung durch das Immatrikulationsamt. Das gesamte Programm ist im Internet zu finden. Bitte melden Sie sich auf dieser Seite an, wenn Sie am Termin teilnehmen möchten.

Studieren mit Spielraum

In den kulturwissenschaftlichen Studiengängen der Universität Hildesheim können Studierende mit Spielraum studieren. Der Fachbereich Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation kombiniert kulturwissenschaftliche Theorie mit Kulturmanagement und mit künstlerischer Praxis in Theater, Musik, Literatur Film, Medien oder Bildender Kunst.

+ + + + +

Berichte von Teilnehmerinnen

Marie Amft absolviert derzeit ihr FSJ Kultur im Sachgebiet Kulturelle Kinder- und Jugendbildung/Stadtteilkultur der Landeshauptstadt Hannover. Im Interview spricht sie über ihre Teilnahme an den Bildungstagen.

Warum bist du derzeit bei den Bildungstagen dabei?

Da ich zurzeit mein FSJ Kultur in Hannover mache, habe ich durch meine Einsatzstelle und Gespräche mit Kolleg*innen, großteils selbst Hildesheimer Absolvent*innen, den Studiengang Kulturwissenschaften entdeckt und kam das erste mal mit Hildesheim in Verbindung.

Wie erlebst du den Austausch mit Studierenden und Lehrenden, erhältst du Einblicke in Theater, Medien, Musik, Kulturpolitik, Literatur und Co.?

Die Bildungstage waren für mich perfekt, um die Domäne Marienburg und die Studiengänge besser kennenzulernen. Die Mentor*innen haben uns einen Einblick in das Studentenleben aus der Ferne gegeben und alle Fragen zu unseren Wahlthemen mit Freude beantwortet. Auch die Lehrenden nahmen uns mit, in einen Tag quer durch Diskussionen und Umfragen, bis zu asynchronen Seminaren und Vorlesungen über Themen, die mich noch Tage danach beschäftigen und vermittelten mir so einen Eindruck von den Studieninhalten und Möglichkeiten.

Welchen Eindruck hast du aus der Ferme von der Domäne bekommen?

Trotz der online-Alternative hatte ich tatsächlich das Gefühl, ich hätte drei Tage in Hildesheim verbracht, die Domäne selbst besucht, viele Leute kennengelernt und viel erlebt.

Was hast du dir für die Zukunft vorgenommen?

Ich habe einen sehr umfangreichen und informativen Einblick bekommen, der mich zu dem Wunsch bewegt hat, mich dieses Jahr für Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis im Hildesheim zu bewerben.

+ + + + + +

Mentorinnenbericht – LKJ Bildungstage 2021
Von Jette Clasen

Jette Clasen studiert im 3. Semester Szenische Künste mit dem Hauptfach Theater und berichtet hier über ihre Teilnahme an den Bildungstagen der Universität Hildesheim.

Auch in diesem Jahr haben sich 36 FSJler*innen auf den Weg gemacht, um den Kulturcampus in Hildesheim zu besuchen. Dieses Mal war jedoch entscheidend anders: Der Weg führt nicht mit dem Bus bis zur Endhaltestelle „Scharfe Ecke“ und dann über eine schöne Allee an Ponys vorbei, hin zu der guten alten Domäne, sondern für die meisten wahrscheinlich nur die paar Meter vor den Laptop. Denn auch in dieser besonderen Zeit, in der wir uns vor allem auf Bildschirmen begegnen, hatten derzeitige FSJler*innen und Studieninteressent*innen die Chance, einen kleinen Einblick in den Alltag und die Strukturen des Kulturcampus bekommen – nur diesmal eben online und ohne Zwischenstopp im Hofcafé. Online-Lehre und Online-Kommunikation sind wir ja alle mittlerweile gewöhnt, aber die besondere Atmosphäre auf dem Kulturcampus vermitteln ohne über die Domäne zu spazieren, ist das überhaupt möglich?!

Die Bildungstage, die dieses Jahr vom 18.-20. Januar stattfanden, haben gezeigt: Es ist bestimmt nicht das gleiche, aber es geht!

Der Spaziergang über die Domäne wurde durch ein von zwei Mentorinnen produziertes Video ersetzt; statt gemütlich auf der Wiese standen die Mentorinnen diesmal in Breakout-Räumen für Fragen zur Verfügung und auch der gemeinsame Besuch einer Theaterperformance hat im digitalen Raum stattgefunden.

Nachdem sich am ersten Tag alle im gemeinsamen Zoom-Raum zusammengefunden und sich über die Videokacheln begrüßt haben, gab es den ersten Input von Julia Speckmann zu den kulturvermittelnden Studiengängen unseres Fachbereichs. Anschließend konnten in fächerspezifischen Kleingruppen dringende Fragen an die Mentorinnen gestellt werden, die aus der Studierendenperspektive berichteten. Hier war vielen Interessent*innen nicht nur wichtig zu erfahren, was Praxis am Kulturcampus denn tatsächlich bedeutet, sondern auch, wie es in Hildesheim denn mit dem kulturellen Leben so aussieht. Hier konnten wir Mentorinnen versichernd antworten: Hildesheim ist zwar nicht Berlin, aber kulturelles Leben gibt es hier auch, nicht zuletzt dank der Studierenden und Absolvent*innen des Kulturcampus!  

Am Nachmittag wurde die ästhetische Praxis, von der auf der Domäne immer die Rede ist, noch einmal durch Beispiele der Mentorinnen veranschaulicht. Hier konnten nicht nur die FSJler*innen die Vielfalt an praktischen Projekten kennenlernen, sondern auch ich als Mentorin war mal wieder erstaunt, was an der Domäne alles entsteht, und dass ich noch längst nicht alles davon kenne.

Wichtig für die Interessent*innen war natürlich auch, die Online-Lehre live mitzuerleben. Das war am Dienstag möglich, wo alle nach Hauptfächern geordnet in verschiedene Online-Veranstaltungen reinschnuppern durften. Hier gab es eine gute Mischung von Seminaren, die in komplexen, spezifischen Diskussionen endeten, zugänglicheren und einführenden Formaten, und sehr anschaulichen, praktischen Kursen. Alles in einem ein ganz treffendes Bild von dem Studium auf dem Kulturcampus.
Ein Vorteil des digitalen Treffens war dieses Mal: Während der Seminare konnte sich in Messenger-Gruppen parallel ausgetauscht und Fragen gestellt werden, was in Präsenz erst nach der Veranstaltung möglich gewesen wäre.

Passend war auch die Performance, die am Ende des langen Unitages gemeinsam digital erlebt wurde. Die interaktive Performance „DURST“ von dem in Hildesheim gegründeten 3-köpfigen Kollektiv edgar&allan bot die Möglichkeit, sich nach dem Tag vor dem Bildschirm noch einmal körperlich auszupowern. Neben Hintergrundinfos zu der Entstehung der Performance konnten in einem anschließenden Nachgespräch auch Fragen zum Berufseinstieg der drei Performenden geklärt werden – die drei Hildesheimer Absolvent*innen konnten da einiges berichten und aufzeigen, wie vielseitig der Weg nach dem Studium in Hildesheim sein kann.

Wenngleich ich natürlich hoffe, dass wir unseren schönen Kulturcampus Domäne Marienburg nächstes Jahr wieder mit seinem ganzen Charme in Präsenz vor Ort präsentieren können, glaube ich, dass die Bildungstage auch in diesem Jahr – wenn auch digital – die Besonderheiten der kulturvermittelnden Studiengängen aufgezeigt und hoffentlich ein paar FSJler*innen eine Entscheidung leichter gemacht haben.

]]>
Fachbereich 2 Kulturpolitik Pressemeldungen
news-20133 Wed, 20 Jan 2021 13:18:00 +0100 „The pandemic has been a stumbling block for my research“ https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/the-pandemi/ Teil 6 der Serie "Forschung in Zeiten der Pandemie": The Corona pandemic, says Susan Binwie Tanwie, has affected her scientific research in both: positive and negative ways. The 30 year old woman from Cameroon is a PhD scholarship holder in the interdisciplinary Graduate School “Performing Sustainability. Cultures and Development in West Africa“ at the Centre for the Study and Promotion of Cultural Sustainability, University of Maiduguri, Nigeria. The Graduate School is implemented in collaboration with the UNESCO Chair “Cultural Policy for the Arts in Development” and the Center for World Music at the University of Hildesheim. She has been on the PhD programme for about one year now. Susan Binwie Tanwie studies cultural practices for peacebuilding by taking the example of interaction of children from different ethnical backgrounds in a camp for internally displaced persons in North East Nigeria. The Madinatu community in Borno State, Nigeria, has been suffering from Boko Haram insurgents for over a decade. The crisis has forced many families to abandon their homes in search of safety. They now live in camps as so-called Internally Displaced Persons (IDPs). Susan Binwie Tanwie‘s research aims on promoting peaceful coexistence among children from different ethnical backgrounds in these camps where humanitarian organizations have set up Child Friendly Spaces (CFS). Children with IDP-background and children in the host community alike go there to access play and recreational activities some of which include local and traditional games, music and dance.

The research will make use of the „video for development“ approach which is, according to Susan Binwie Tanwie, a democratic way of video production with, by and for the people, to record cultural performances (music and dance) of children within the CFS in a bid to sustain these performances and contribute to the peace building process that is ongoing within the region. 

„The pandemic has been a stumbling block for my research so far“ says the young female researcher „as I’ve not been able to access the safe spaces where the children are.“ Initial contacts with the community were made and one single visit to the CFS was possible before the pandemic started but plans for further interactions could not be realized so far. „The ban on movement and gatherings also slowed or restricted my engagement with the community as a whole.“ The humanitarian actors in charge of the safe space kept holding up the restrictions even after the official ban was uplifted in order to protect the already vulnerable community. Visitors and researchers could not access the CFS-area. 

„My worry now is about the methodology I intend to make use of: ethnography“ says Susan Binwie Tanwie. This approach entails living with the community and having a lot of contact and interactions. „Some will say we do so virtually - but come on! This is a community that depends on humanitarian assistance for almost every aspect of their lives. Most of the people here don’t even own a cell phone nor have the resources to maintain one if they do.“  

The 30 year old woman also stresses the effects the situation has on the researchers themselves: „Let’s talk about the psychological trauma this pandemic has brought to us: mixed feelings and fear of not meeting up deadlines, fear of being infected, and concern for our families. All these delay the research process.“ Susan Binwie Tanwie has a six year old daughter who stays with the rest of her family in Cameroon. „I am not even there to watch over her and tell her to wash her hands and to be careful.“

Further on, she regrets the inability to travel to workshops and to keep up the personal academic exchange. „But still, there is also a positive side to this situation: I think the pandemic has opened up new approaches to research (as virtual data collection). I’ve now more than ever created networks for myself during this period to help build my academic career as physical outings are no longer in vogue.“ Susan Binwie Tanwie states that she has been able to participate in online colloquiums and conferences which might not have been affordable to her in terms of travelling to the gatherings.

A three-month-stay at the University of Hildesheim that should have taken place this year was delayed to 2022. Susan Binwie Tanwie is already looking forward to it – and she is hopeful that the situation will come back to normal soon enough for her to be able to complete her PhD within the stipulated time.

Text: Sara Reinke

 -----------------

The Graduate School ‘Performing Sustainability’

The interdisciplinary DAAD Graduate School ‘Performing Sustainability’  is a collaborative training network for graduate students by the University of Hildesheim (Germany), the University of Maiduguri (Nigeria) and the University of Cape Coast (Ghana).

The initiative focuses on innovative research that brings together approaches from performance, arts and culture to bear on sustainable development as defined in the UN Sustainable Development Goals (SDGs). A specific focus lies on issues of peace and conflict resolution.

 

 

 

___________________________________

Ihr Forschungsprojekt ist ebenfalls durch die Corona-Pandemie in besonderer Weise beeinträchtigt und Sie möchten davon berichten? Nehmen Sie gern Kontakt auf unter: wissendigital(at)uni-hildesheim.de

Lesen Sie in der Serie "Forschung in Zeiten der Pandemie" auch:

Prof. Dr. Martin Sauerwein berichtet aus dem Fachbereich Geographie

Post-Doktorandin Wiebke Hiemesch untersucht historische Quellen aus dem Frauenkonzentrationslager Ravensbrück zunächst digital

Jugendforschung unter völlig neuen Voraussetzungen - Dr. Severine Thomas im Gespräch

Neuer Anlauf 2021: Sportstudien in der Corona-Zeit

Erstellt von Sara Reinke

]]>
Presse Fachbereich 1 Kulturpolitik Forschung Center for World Music Pressemeldungen Startseite
news-20135 Wed, 20 Jan 2021 11:30:00 +0100 „Migration bietet Chancen“: Fachkommission legt Bericht vor https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/migration-bietet-chancen-fachkommission-legt-bericht-vor/ Prof. Dr. Viola Georgi ist in der Forschung zur Bildungsintegration national und international sehr gut vernetzt und leistet zugleich Basisarbeit in der Region. Die Erziehungswissenschaftlerin der Universität Hildesheim legt als Mitglied der „Fachkommission Integrationsfähigkeit“ der Bundesregierung einen Bericht vor, der am 20. Januar 2021 der Bundeskanzlerin übergeben wurde. Der Bericht wird anschließend dem Deutschen Bundestag vorgelegt. „Gemeinsam die Einwanderungsgesellschaft gestalten“,
Bericht der Fachkommission Integrationsfähigkeit (20.01.2021) (PDF)

Seit 2019 wirkt die Hildesheimer Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Viola Georgi in der „Fachkommission Integrationsfähigkeit“ der Bundesregierung mit. Die Kommission hat Empfehlungen für Bund, Länder, Kommunen und Zivilgesellschaft erarbeitet.

Am Mittwoch, 20. Januar 2021, hat die „Fachkommission Integrationsfähigkeit“ den finalen Bericht vorgelegt und an die Bundesregierung überreicht. Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie Staatsministerin Annette Widmann-Mauz, Staatssekretär Markus Kerber und Bundesminister Hubertus Heil nahmen den Bericht entgegen.

Die Bundesregierung legt den Bericht der Fachkommission im nächsten Schritt dem Deutschen Bundestag vor.

Die Kommission beschreibt in ihrem Bericht die wirtschaftlichen, arbeitsmarktpolitischen, gesellschaftlichen und demografischen Rahmenbedingungen für Integration und erarbeitet Vorschläge für Standards, wie diese verbessert werden können. Die Kommission befasst sich sowohl mit der Neu-Zuwanderung – etwa von Geflüchteten und EU-Bürgerinnen und EU-Bürgern – als auch mit den bereits länger in Deutschland lebenden Menschen mit Migrationshintergrund.

Interview mit Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Viola Georgi vom Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim

Frau Professorin Georgi, das Bundeskabinett hat Sie vor zwei Jahren in die „Fachkommission Integrationsfähigkeit“ berufen. Nun legen Sie den Abschlussbericht vor. Was ist ein zentrales Ergebnis?

Viola Georgi: Zentral ist für mich die Botschaft, dass Integration eine Daueraufgabe und eine Investition in die Zukunft ist. Denn Migration bietet enorme Chancen, wenn Integration in den Bildungs- und Arbeitsmarkt gelingt. Hieraus können sich erhebliche wirtschaftliche Gewinne und auch fiskalische Erträge für den Sozialstaat ergeben, gerade angesichts des demografischen Wandels. Offene Gesellschaften können überdies von wachsender kultureller und sozialer Diversität profitieren.

Es ist Zeit anzuerkennen, dass Einwanderung und Diversität Deutschland historisch geprägt haben und auch in Zukunft prägen werden. Deutschsein im 21. Jahrhundert wird nicht mehr von deutschen Vorfahren oder einem deutschen Namen oder einem bestimmten als deutsch imgaginierten äußerlichen Erscheinungsbild abhängig sein. Es wird vielmehr bedeuten, in einer vielfältigen Einwanderungsgesellschaft zu leben, sich in dieser zurechtzufinden und sie im alltäglichen Zusammenleben aktiv mitzugestalten.

Sie haben den Bericht mitverfasst. Ein zentrales Handlungsfeld ist die Bildungsintegration, dies ist Ihr Fachgebiet. Was sind hier die Botschaften?

Viola Georgi: Bildung ist für Integration von zentraler Bedeutung. Das ist eine Binsenweisheit. Die von uns erarbeiteten Empfehlungen sind sehr umfangreich und umfassen verschiedene Bereiche, wie Kita, Schule, Hochschule und Erwachsenenbildung mit einem Fokus auf Sprach- und Integrationskursen.

Festhalten lässt sich, dass Menschen – mit oder ohne Migrationsgeschichte – am besten lernen können, wenn die Bildungsinstitutionen ihre sozialen Lebenslagen und ihre sprachliche, kulturelle und religiöse Vielfalt anerkennen und berücksichtigen. Es bedarf angesichts der unterschiedlichen Lernvoraussetzungen einer differenzierten Förderung und Unterstützung der Bildungseinrichtungen. Ziel muss der Abbau  von Benachteiligungen sein, die mit der familiären Herkunft, insbesondere der sozialen Ungleichheit, und mit unterschiedlichen sprachlichen Lernvoraussetzungen verbunden sind.

Mit dem Blick auf die Schule betonen wir, dass diese Lehr- und Lernangebote von hoher Qualität bereitstellen muss, die sich am individuellen Potenzial und am Entwicklungsstand der Lernenden orientieren. Außerdem empfehlen wir Bildungswege länger offen zu halten, damit Kinder und Jugendliche ihr Leistungspotential auch dann ausschöpfen können, wenn sie schlechtere Startchancen haben. Die Qualität von Bildung ist überhaupt das buzzword im Bildungsteil des Berichtes. Für die Fachkommission steht der Staat hier in der Pflicht, eine qualitativ hochwertige und chancengerechte Bildung für die deutsche Einwanderungsgesellschaft zu gewährleisten.

Was erhoffen Sie sich von dem Dokument, was kann der Bericht bewirken, anstoßen?

Viola Georgi: Der Bericht wird dem Deutschen Bundestag und dem Bundesrat vorgelegt. Damit liegt der Ball erst Mal wieder im Feld der Politik, die letzlich in ihre Gremien beraten und entscheiden muss, ob und welche Empfehlungen umgesetzt werden sollen. Zugleich ist der Bericht natürlich auch öffentlich zugänglich und wird in mehrere Sprachen übersetzt. Ich sehe ihn auch als ein Instrument zur Versachlichung und zur Weiterentwicklung der gesellschaftlichen Debatte über Deutschland als Einwanderungsland.

Die Kommission ist interdisziplinär zusammengesetzt. Am Zentrum für Bildungsintegration vereinen Sie ebenfalls Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Fachdisziplinen, von der Musikwissenschaft über die Erziehungs- bis zur Sprachwissenschaft und Politikwissenschaft. Welche Chance bietet die Forsshung und Transferarbeit in interdisziplinären Teams?

Viola Georgi: Sie bietet große Chancen, weil man in allen Phasen der Betrachtung eines Forschungsgegenstandes oder eines gesellschaftlichen Phänomens mulitperspektivisch unterwegs ist. Man lernt ständig dazu. Das ist auf- und anregend und befördert Innovation. Man muss sich die Welt wechselseitig erklären. Was einem aus der Perspektive der eigenen fachwissenschaftlichen Sozialisation ganz klar erscheint, muss für die Kollegen und Kolleginnen erst mal plausibel gemacht werden. Das bereichert den Erkenntnisprozeß und die Reflexion darüber, wie man zu den Erkenntissen gekommen ist ungemein. Oft kann man dann die Positionen wie Puzzelteile zu einem großen Ganzen zusammenfügen. Ich erlebe das gerade in einem BMBF-geförderten Verbund-Projekt zu historischer Bildung in der Migrationsgesellschaft (Informationen über das Forschungsprojekt HilMig: www.uni-hildesheim.de/zbi/forschungsprojekte/geschichten-in-bewegung-erinnerungspraktiken-geschichtskulturen-und-historisches-lernen-in-der-deutschen-migrationsgesellschaft/). Ich will aber nicht unter den Tisch kehren, dass das Arbeiten in interdisziplinären Teams nicht unbedingt immer harmonisch ist. Man muss schon Spaß am Diskurs und an der Kontroverse haben.

Die Fragen stellte Isa Lange.

„Zentrum für Bildungsintegration
– Diversity und Demokratie in Migrationsgesellschaften“

Über die Fachkommission Integrationsfähigkeit

Die Bundesregierung hat 2019 eine Fachkommission zu den Rahmenbedingungen der Integrationsfähigkeit einberufen.

Das Bundesinnenministerium, das Bundesarbeitsministerium sowie die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration haben dem Bundeskabinett die Mitglieder vorgeschlagen. Zu den Mitgliedern der Fachkommission wurde 2019 Prof. Dr. Viola Georgi berufen. Die Erziehungswissenschaftlerin ist Expertin für Fragen der Bildung in der Einwanderungsgesellschaft und leitet an der Universität Hildesheim das „Zentrum für Bildungsintegration – Diversity und Demokratie in Migrationsgesellschaften“. Professorin Georgi befasst sich in der Forschung unter anderem mit Heterogenität in der Schule, Bildungsmedien, historisch-politischer Bildung in der Migrationsgesellschaft und Demokratiepädagogik.

Auf der Website www.fachkommission-integrationsfähigkeit.de sind neben Informationen zur Fachkommission und ihren Mitgliedern auch Informationen zum Bericht, Kurzfilme und Dokumente zum Download bereitgestellt (unter anderem der Bericht, die Kernbotschaften in verschiedenen Sprachen sowie die von der Fachkommission beauftragten Expertisen).

Über das Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim

Am „Zentrum für Bildungsintegration – Diversity und Demokratie in Migrationsgesellschaften“ der Universität Hildesheim forschen und lehren seit 2014 Expertinnen und Experten zu Schlüsselfragen der Einwanderungsgesellschaft.
www.uni-hildesheim.de/zbi

]]>
Fachbereich 1 Allg. Erziehungswissenschaft Forschung Zentrum für Bildungsintegration Pressemeldungen
news-20130 Tue, 19 Jan 2021 11:16:00 +0100 Nachhaltigkeit - aus dem Studium für die Praxis https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/nachhaltigkeit-aus-dem-studium-fuer-die-praxis/ Das Green Office hat das zweite Studentische Forschungsjournal Nachhaltigkeit veröffentlicht. Darin stellen Absolvent*innen aus verschiedenen Fachbereichen ihre Abschlussarbeiten mit Nachhaltigkeitsbezug anhand eines Abstracts und eines Interviews vor. An praktischen Beispielen zeigen Studierende in dem vom Green Office veröffentlichten Forschungsjournal Nachhaltigkeit aus der Perspektive ihrer Studiengänge heraus Wege für eine zukunftsfähige Entwicklung der Gesellschaft.

So wollte zum Beispiel Annina Hessel, Absolventin im Bereich Philosophie-Künste-Medien-Absolventin Annina Hessel herausfinden, wie sich Menschen zu einem nachhaltigeren Handeln bewegen lassen und hat dabei gelernt, dass es vor allem darum geht, nachhaltiges Verhalten leichter zu machen.

Leonie Bathow untersuchte im Rahmen ihrer Abschlussarbeit im Studiengang Kulturvermittlung, wie Nachhaltigkeit in Museen vermittelt werden kann und war überrascht, dass es bisher wenig kulturpolitische Unterstützung für Museen zum Thema Nachhaltigkeit gibt.

Die Wirtschaftsinformatikerin Maren Stadtländer hat festgestellt, dass die praxisorientierte Vermittlung von Nachhaltigkeitswissen wenig beforscht wird und entschied sich deshalb, in ihrer Masterarbeit ein Workshopkonzept für eine nachhaltige Geschäftsmodellentwicklung zu erproben.

Und das sind nur drei von insgesamt sieben studentischen Projekten zum Thema Nachhaltigkeit - vollständig nachzulesen in der Online-Ausgabe des Studentischen Forschungsjournals Nachhaltigkeit 2020.

]]>
Fachbereich 1 Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Green Office Pressemeldungen
news-20122 Mon, 18 Jan 2021 12:12:00 +0100 Internationale Konferenz zum Informationsverhalten in Krisenzeiten https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/internationale-konferenz-zum-informationsverhalten-in-krisenzeiten/ Informationskompetenz ist wichtiger denn je, sagt Prof. Dr. Joachim Griesbaum. „Es wird immer deutlicher, dass das alltagsbezogene Informationsverhalten von hoher Bedeutung zum Beispiel für unsere individuelle Gesundheit als auch für das Gemeinwesen ist.“ Ein Forschungsteam der Informationswissenschaft lädt am 30. Januar 2021 ein zur Online-Konferenz „Intercultural perspectives on information literacy“. Die internationale Konferenz „Intercultural perspectives on information literacy“ beginnt am Samstag, 30. Januar 2021, um 9:00 Uhr und findet vollständig digital statt. Das Forschungsteam der Universität Hildesheim erwartet etwa 25 Teilnehmer*innen aus Indien und 50 Teilnehmer*innen aus Deutschland sowie ca. 20 weitere Gäste aus den USA und weiteren Ländern.

Die Tagung ist Teil des Projekts „Intercultural perspectives on information literacy“ der Universität Hildesheim und der Symbiosis International University Pune in Indien. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Projekt. Die Universitäten arbeiten seit mehreren Jahren zusammen. Mit einem transnationalen Lernangebot soll die Informationskompetenz von Studierenden gefördert und zugleich ein gemeinsamer Lernraum geschaffen werden.

Theresia Woltermann ist in diesem Projekt als wissenschaftliche Mitarbeiterin angestellt. Prof. Dr. Joachim Griesbaum erforscht am Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie der Universität Hildesheim unser Informationsverhalten in Online-Medien. Griesbaum gehört zum Vorstand des Zentrums für Digitalen Wandel. Der Informationswissenschaftler untersucht, wie wir Informationen suchen und bewerten.

Interview mit Informationswissenschaftlerin Theresia Woltermann und Prof. Dr. Joachim Griesbaum

Frau Woltermann, Herr Professor Griesbaum, Sie richten Ende Januar 2021 die internationale Tagung „Intercultural perspectives on information literacy“ aus. Bevor wir über Ihre Forschung sprechen, möchte ich gerne wissen, wie schwierig es ist, in Zeiten der ernst zu nehmenden Entwicklung der Coronavirus-Pandemie eine internationale Konferenz zu organisieren?

Joachim Griesbaum: Die Organisation virtuell stattfindender Veranstaltungen ist mittlerweile fast Routine, außerdem ist die Konferenz eher klein. Diese Art der Internationalisierung der Lehre ist vielleicht auch eine Chance, die jetzt entsteht.

Warum befassen Sie sich in Ihrer Forschung mit dem Informationsverhalten in Zeiten der Coronavirus-Pandemie? Welcher Aspekt interessiert Sie aus Sicht der Informationswissenschaft besonders?

Joachim Griesbaum: Informationskompetenz ist wichtiger denn je. Es wird immer deutlicher, dass das alltagsbezogene Informationsverhalten von hoher Bedeutung zum Beispiel für unsere individuelle Gesundheit als auch das Gemeinwesen ist.

Theresia Woltermann: Im dazugehörigen Projekt erforschen wir eher die Frage, wie gute Umgebungen für transnationales Lernen zusammen mit Interkulturalität und Informationskompetenz gefördert werden kann.

„What I believe is surely true.“ – „Was ich glaube, stimmt sicher und ist wahr“ – warum interessiert sich die Informationswissenschaft für diese Aussage?

Joachim Griesbaum: Das ist eine sehr problematische Verzerrung, die maßgeblich das Informationsverhalten und das daraus resultierende Handeln beeinflusst. Der Bestätigungsfehler (confirmation bias) oder die Tendenz dazu ist eine Verhaltensdisposition, die uns allen zu eigen ist.

Welcher Gedanke steckt hinter dem Konferenztitel „Interkulturelle Perspektiven zur Informationskompetenz“?

Joachim Griesbaum: Die Idee ist, Lernende aus unterschiedlichen Kulturen zum Austausch zusammenbringen und Studierenden die Chance zu geben, von und mit anderen Studierenden zu lernen – das sogenannte peer learning.

Theresia Woltermann: Zudem soll das Thema Informationskompetenz bewusst gemacht und aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet werden.

In dem Konferenzprogramm wird deutlich, dass auch Studierende beteiligt sind. Wie ist hier Ihr Ansatz, Studierende in die Forschung einzubinden? Sie wollen für Forschung begeistern.

Joachim Griesbaum: Ja, das ist der Grundgedanke. Studierenden soll die Möglichkeit gegeben werden, mit anderen Studierenden in Austausch zu treten, gemeinsam zu arbeiten und sich mit einer Thematik auseinanderzusetzen.

Theresia Woltermann: Die teilnehmenden Studierendengruppen kommen aus anderen Kulturräumen (Deutschland und Indien), was für die Studierenden eine ganz besondere Erfahrung ist. Wir wünschen uns, dass der Teilnehmer*innenkreis noch erweitert werden kann und noch internationaler wird.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Über die Konferenz:

Die internationale Online-Konferenz „Intercultural perspectives on information literacy“ erspectives on information literacy" beschäftigt sich mit unterschiedlichen Aspekten von Informationskompetenz und Interkulturalität. Deutsch-indische Studierendengruppen werden ihre Ergebnisse zu folgenden Themen präsentieren: Informationsverhalten (Information behaviour in Corona Times; How to correct cognitive errors to promote an open mind) und Bildung (Impact of pandemic on education sector, How to cultivate information literacy in rural environments). Die Universität Hildesheim und das Symbiosis College of Arts and Commerce in Pune kooperieren. Weitere Informationen und das Programm sind online abrufbar: ipil.blog.uni-hildesheim.de.

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt. Die Teilnahme ist kostenfrei. Bis auf eine funktionierende Internetverbindung gibt es keine Voraussetzungen, sagt Theresia Woltermnan. Wenn Sie an der Konferenz teilnehmen möchten, schreiben Sie bitte eine E-Mail bis zum 23. Januar 2021 an theresia.woltermann(at)uni-hildesheim.de.

]]>
Fachbereich 3 Informationswissenschaft und Sprachtechnologie Forschung Zentrum für Digitalen Wandel Pressemeldungen Startseite
news-20126 Mon, 18 Jan 2021 12:04:21 +0100 Online-Podiumsgespräch: Forschungsprojekte zur COVID-19-Pandemie an der Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/online-podiumsgespraech-forschungsprojekte-zur-covid-19-pandemie-an-der-universitaet-hildesheim-1/ Am 20. Januar 2021 um 18:00 Uhr stellen mehrere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hildesheim ihre Forschung am virtuellen Konferenztisch vor. Die Forscher*innen geben zum Beispiel Einblicke zur Lage von Jugendlichen und Familien in der Corona-Krise, sprechen über Solidarität, über Pflege und Versorgung sowie das Informationsverhalten in Zeiten der Pandemie. Zugangsdaten ZOOM-Meeting
„Forschungsprojekte zur COVID-19-Pandemie an der Universität Hildesheim“ am 20.01.2021 um 18:00 Uhr
https://zoom.us/j/91947665945?pwd=YWNiU1FTUHdHaUpoeS9FVFhRd0Y3UT09

Meeting-ID: 919 4766 5945
Kenncode: 861512

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hildesheim setzen sich mit der COVID-19-Pandemie in ihrer Forschung auseinander. Entstanden sind – begünstigt durch universitätsinterne Forschungsförderung – eine Reihe von Forschungsprojekten.

Am 20. Januar 2021 um 18:00 Uhr stellen mehrere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler  unterschiedlicher Fachdisziplinen ihre Forschung am virtuellen Konferenztisch vor. Interessierte Mitglieder sowie Freundinnen und Freunde der Universität und Ehemalige können an diesem digitalen Austausch teilnehmen. Die Begrüßung erfolgt durch den Vizepräsidenten für Stiftungsentwicklung, Transfer und Kooperationen, Prof. Dr. Martin Schreiner, der gemeinsam mit Markus F. Langer, Leiter Friend- & Fundraising, auch durch die Veranstaltung führen wird. Die Online-Podiumsdiskussion ist Teil der Reihe „Bildung stiften online“.

Folgende Projekte werden im Rahmen des Podiumsgesprächs vorgestellt:

  • Fachbereich 1, Institut für Sozial- und Organisationspädagogik: Stu.diCo – Studieren digital in Zeiten von Corona (vertreten durch Dr. Severine Thomas)

  • Fachbereich 1, Institut für Sozial- und Organisationspädagogik in Zusammenarbeit mit dem Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung der Universität Frankfurt in Kooperation mit der Uni-versität Bielefeld: JuCo 1+2 – Wie erleben Jugendliche die Corona-Krise? (vertreten durch Dr. Severine Thomas)

  • Fachbereich 1, Institut für Sozial- und Organisationspädagogik: Pflege und Versorgung in Zeiten von COVID 19 (vertreten durch Prof. Dr. Anne Meißner)

  • Fachbereich 1, Institut für Sozialwissenschaften: Generation Corona? Biographische Zukunftsperspektiven und Distant Socializing in der ersten vollen Social-Web-Generation (vertreten durch Dr. Sascha Oswald)

  • Fachbereich 1, Institut für Sozialwissenschaften in Zusammenarbeit mit dem GESIS - Leibniz Institut für Sozialwissenschaften: SAFE-19 – Solidarität in der COVID-19-Krise (vertreten durch Prof. Dr. Marianne Kneuer)

  • Fachbereich 3, Institut für Informationswissenschaften und Sprachtechnologie: Informationsverhalten während der Corona-Krise: Mediennutzung, Zufriedenheit mit Information, Umgang mit Fake News (vertreten durch Prof. Dr. Thomas Mandl)

  • Fachbereich 3, Institut für Übersetzungswissenschaften und Fachkommunikation: Barrierefreie Kommunikation und Corona (vertreten durch Prof. Dr. Christiane Maaß)

Im Anschluss an die Präsentationen besteht die Gelegenheit, mit den Referentinnen und Referenten ins Gespräch zu kommen.

Das Podiumsgespräch findet online mittels Zoom statt, die Zugangsdaten finden Sie hier:
https://zoom.us/j/91947665945?pwd=YWNiU1FTUHdHaUpoeS9FVFhRd0Y3UT09
Meeting-ID: 919 4766 5945, Kenncode: 861512

Die Referentinnen und Referenten sowie Moderatoren sind mit Bild zugeschaltet. Das Publikum nimmt ohne Bild teil. Eine Freischaltung für Wortbeiträge mit Bild erfolgt durch die Moderation während der Diskussion. Außerdem können Beiträge/Fragen über die Chatfunktion beigesteuert werden.

Ansprechpartner für die Veranstaltung:

Markus F. Langer, Leiter Friend- & Fundraising (05121 883 90130, markus.langer@uni-hildesheim.de

]]>
Forschung Pressemeldungen Startseite
news-20120 Mon, 18 Jan 2021 07:47:00 +0100 Neue Wege ins Ausland - Lehrer*innenbildung international https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/neue-wege-ins-ausland-lehrerinnenbildung-international/ Im Rahmen des DAAD-Programms „Lehramt.International" wurde ein Antrag der Stiftung Universiät Hildesheim zur Internationalisierung des Lehramtsstudiums bewilligt. Das Projekt läuft bis zum Jahr 2024 und wird mit 580.742 Euro gefördert. Im Fokus des Projekts „TRANSLANG – Translanguaging in der internationalen Lehramtsausbildung“ steht das Projektziel, die Lehrer*innenbildung zu internationalisieren. Der thematische Schwerpunkt liegt darauf, den Unterrichtsdiskurs in sprachlich heterogenen Lerngruppen zu verbessern, indem Mehrsprachigkeit als Ressource für den Unterricht genutzt wird. Dafür wird Translanguaging als Vorgehen für mehrsprachige Bildungsdiskurse und als aktuell diskutierter Forschungs- und didaktischer Ansatz breit und in regelmäßigen Schwerpunktlehrangeboten im Lehramtsstudium gemeinsam intensiv bearbeitet.

Die Projektkomponente 1 besteht aus jährlichen TeacherTranslanguagingCamps mit dem Schwerpunkt aktueller Unterrichtsforschung zum Thema Translanguaging sowie interkulturellen Workshops mit dem Fokus auf diversitätssensibles und diskriminierungskritisches Lehren und Lernen. Die Maßnahmen richten sich an alle Lehramtsstudierenden der Universität Hildesheim und der Partneruniversitäten.

Die 2. Projektkomponente ist das Angebot des „Internationalen Projektbands Translanguaging“, in dessen Rahmen Mobilitätsfenster für Studierende geöffnet werden. Die teilnehmenden Lehramtsstudierenden absolvieren einen Aufenthalt an einer der Partneruniversitäten der Universität Hildesheim und werden mit Bezug zum Titel des Projektbands forschend tätig.

Das Projekt wurde gemeinsam beantragt von:

• Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB)

• Institut für deutsche Sprache und Literatur, DaZ

• IKK Institut für Interkulturelle Kommunikation

• International Office

• Kolleg*innen aller 4 Fachbereiche

• Vizepräsidentin für Internationales

• ZBI Focal Point Mehrsprachigkeit

• ZBI Zentrum für Bildungsintegration

Sowie den Partnerhochschulen:

• Ain Shams Universität Kairo, Ägypten

• Freie Universität Bozen, Italien

• Masaryk univerzita Brno, Tschechische Republik

• Universidad Autónoma del Estado de México, Toluca, Mexiko

 

Text: Sabrina Zourelidis

Veröffentlicht von Sara Reinke

]]>
Fachbereich 3 Zentrum für Bildungsintegration Pressemeldungen
news-20132 Mon, 18 Jan 2021 06:26:00 +0100 Livestream: „Fachkommission Integrationsfähigkeit“ überreicht der Bundesregierung ihren Abschlussbericht https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/livestream-fachkommission-integrationsfaehigkeit-ueberreicht-der-bundesregierung-ihren-abschlussber/ Prof. Dr. Viola Georgi, Erziehungswissenschaftlerin an der Universität Hildesheim und Leiterin des Zentrums für Bildungsintegration, ist Mitglied der „Fachkommission Integrationsfähigkeit“. Die Fachkommission überreicht der Bundesregierung am 20. Januar 2021 ihren Abschlussbericht. Die Übergabe und Vorstellung des Berichts kann im Livestream um 11:30 Uhr verfolgt werden. Im Koalitionsvertrag einigten sich Union und SPD darauf, eine „Fachkommission zu den Rahmenbedingungen der Integrationsfähigkeit“ einzurichten. Sie sollte untersuchen, wie sich die wirtschaftliche Lage, der demographische Wandel oder Einstellungen in der Bevölkerung auf die „Integrationsfähigkeit“ in Deutschland auswirken. Die Kommission, die aus 25 Fachleuten aus Politik, Wissenschaft und Praxis besteht, tagte erstmals im Februar 2019.

Prof. Dr. Viola Georgi, Erziehungswissenschaftlerin der Universität Hildesheim, wirkt in der „Fachkommission Integrationsfähigkeit“ der Bundesregierung mit.

Am Mittwoch, 20. Januar 2021, legt die „Fachkommission Integrationsfähigkeit“ ihren finalen Bericht vor und übergibt diesen um 11:30 Uhr an die Bundesregierung. Der Bericht enthällt Empfehlungen für die langfristige Integrationspolitik.

Dazu findet um 11:30 Uhr eine Pressekonferenz im Bundeskanzleramt statt, die im Livestream übertragen wird.

Anschließend findet von 14:00 bis 16:00 Uhr eine virtuelle Fachveranstaltung statt. Zentrale Inhalte des Berichts werden im Rahmen einer moderierten Podiumsdiskussion vorgestellt und diskutiert. Alle events des Tages können auf der Website LIVE verfolgt werden:

Liveübertragung im Internet unter: www.fachkommission-integrationsfähigkeit.de sowie über www.bundesregierung.de.

Die Kommission beschreibt in ihrem Bericht die wirtschaftlichen, arbeitsmarktpolitischen, gesellschaftlichen und demografischen Rahmenbedingungen für Integration und erarbeitet Vorschläge für Standards, wie diese verbessert werden können.

Über das Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim

Am „Zentrum für Bildungsintegration – Diversity und Demokratie in Migrationsgesellschaften“ der Universität Hildesheim forschen und lehren seit 2014 Expertinnen und Experten zu Schlüsselfragen der Einwanderungsgesellschaft.

]]>
Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Forschung Zentrum für Bildungsintegration Pressemeldungen Startseite
news-20117 Thu, 14 Jan 2021 07:44:00 +0100 Amtsantritt von Prof. Dr. May-Britt Kallenrode als Präsidentin der Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/amtsantritt-von-prof-dr-may-britt-kallenrode-als-praesidentin-der-universitaet-hildesheim/ In einer Akademischen Feierstunde wurde die Amtskette der Universität Hildesheim an Prof. Dr. May-Britt Kallenrode überreicht. Die habilitierte Physikerin ist seit dem 1. Januar 2021 Präsidentin der Universität Hildesheim. Die Amtszeit beträgt sechs Jahre. Video / Akademische Feier zur Übergabe des Präsidentenamtes: Mitschnitt des Livestreams vom 13. Januar 2021

„Ich freue mich darauf, die Universität kennenzulernen“ / Interview mit Präsidentin Prof. Dr. May-Britt Kallenrode

Hildesheimer Allgemeine Zeitung:
Interview mit May-Britt Kallenrode /
Die neue Präsidentin über ihre Pläne für die Universität Hildesheim

Der Senat der Universität Hildesheim wählte Prof. Dr. May-Britt Kallenrode am 17. Juli 2020 mit großer Mehrheit zur neuen Präsidentin. Der Stiftungsrat bestätigte anschließend die Wahl. Kallenrode ist seit 1. Januar 2021 Nachfolgerin von Prof. Dr. Dr. h. c. Wolfgang-Uwe Friedrich, der nach fast 20 Jahren als Präsident der Universität Hildesheim zum 31. Dezember 2020 in den Ruhestand trat.

Am 13. Januar 2021 wurde Präsidentin Kallenrode im Rahmen einer Akademischen Feierstunde die Amtskette überreicht. Durch die Veranstaltung, an der Corona-bedingt keine Gäste vor Ort zugegen sein konnten, führte der Vorsitzende des Stiftungsrates, Dr. Uwe Thomas. Viele Mitglieder der Universität und die interessierte Öffentlichkeit verfolgten die Amtsübergabe im Livestream. Die Amtskette wurde von der Universitätsgesellschaft Hildesheim anlässlich ihres 40-jährigen Jubiläums gestiftet. Als ein sichtbares Zeichen würdigt die Amtskette die Bedeutung der Wissenschaft in der Universitätsstadt Hildesheim.

Stiftungsratsvorsitzender Dr. Uwe Thomas: „Wir sind der Überzeugung, dass Frau Prof. Kallenrode die Stiftung Universität Hildesheim erfolgreich weiterentwickeln wird“

„Die Universität ist robust aufgestellt, weil sie fast zwei Jahrzehnte das Glück hatte, mit Prof. Friedrich einen Präsidenten an ihrer Spitze zu wissen, der sie dynamisch und überaus erfolgreich vorangebracht hat. Egal, welches Erfolgskriterium wir betrachten – Studierendenzahlen, die Anzahl an Professorinnen und Professoren, an Beschäftigten insgesamt, Promotionen, Drittmittelaufkommen und viele andere mehr – es ging Jahr für Jahr aufwärts mit der Stiftung Universität Hildesheim. Am 1. Januar 2021 hat nun Frau Prof. Kallenrode ihr Amt angetreten. Nicht nur, dass sich Frau Prof. Kallenrode im Bewerberfeld überzeugend durchgesetzt hat, sie kehrt nach ihrer Tätigkeit als Präsidentin der Universität Koblenz-Landau in die niedersächsische Wissenschaftsgemeinde zurück“, sagt der Vorsitzende des Stiftungsrats, Dr. Uwe Thomas. „Über beides freuen wir uns. Die Findungskommission hat sich mit der Person und der Persönlichkeit, mit Werdegang und Erreichtem von Frau Prof. Kallenrode intensiv auseinandergesetzt. Deshalb mag es nicht verwundern, dass wir der Überzeugung sind, dass Frau Prof. Kallenrode die Stiftung Universität Hildesheim erfolgreich weiterentwickeln wird“, so Thomas.

Björn Thümler, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur, erklärt: „Am 31.12.2020 ist mit der Präsidentschaft von Herrn Prof. Friedrich eine für die Universität Hildesheim überaus erfolgreiche, fast 20jährige Ära zu Ende gegangen. Umso mehr freue ich mich, dass wir Frau Prof. Kallenrode, nachdem Niedersachsen sie 2017 vorübergehend als Präsidentin der Universität Koblenz-Landau an Rheinland-Pfalz verloren hatte, wiedergewinnen konnten. Ich habe die berechtigte Hoffnung, dass die Universität unter der neuen Präsidentin auch in den nächsten Jahren ihren hervorragenden Ruf als attraktive und leistungsstarke Universität mit hoch engagierten Forschenden, Lehrenden und Studierenden weiter ausbauen wird. Ich wünsche Frau Prof. Kallenrode dafür alles Gute und viel Erfolg und freue mich auf die Zusammenarbeit.“

Dr. Ingo Meyer, Oberbürgermeister der Stadt Hildesheim, gratulierte Präsidentin Kallenrode anlässlich der Amtsübergabe „ganz herzlich“. „Zweifellos: Es sind, wie man so schön sagt, große Fußstapfen, in die Sie treten. Aber ich bin mir sicher, als Weltraumphysikerin wissen Sie auch, dass selbst jene Fußabdrücke, die in die Geschichte eingehen, immer nur einzelne Etappen darstellen. Sie können und müssen stets durch weitere Spuren ergänzt werden, die neue Erkenntnisse liefern, neue Methoden anwenden. Denn Forschung und Lehre entwickeln sich bekanntlich immer weiter“, so Meyer. Mit Blick auf die Bedeutung der Universität für die Stadt erklärt der Oberbürgermeister: „Ich bin sehr gespannt, wie Sie die Stiftung Universität Hildesheim weiter prägen werden. In diesem Sinne freue ich mich sehr auf eine gute Zusammenarbeit und darf Ihnen im Namen der Stadt Hildesheim für dieses wichtige Amt viel Erfolg und alles Gute wünschen.“

Prof. Dr. Dr. h. c. Wolfgang-Uwe Friedrich, von 2002 bis 2020 Präsident der Universität Hildesheim, übermittelt seine Glückwünsche an Präsidentin Kallenrode: „Mit der Übergabe der Amtskette verbinde ich meine besten Wünsche an die neue Präsidentin Prof. Kallenrode. Die Amtskette ist ein Geschenk der Universitätsgesellschaft und symbolisiert unsere besonderen Rechte als Stiftungsuniversität, zu denen die Dienstherren- und Bauherreneigenschaft und vor allem das Berufungsrecht zählen.  Ich wünsche Ihnen eine glückliche Hand bei der Nutzung dieser Rechte!“
Zum Grußwort von Prof. Friedrich anlässlich der Amtsübergabe (PDF)

Präsidentin Kallenrode erklärte in ihrer Antrittsrede: „Für mich ist die Amtskette Symbol der Verantwortung, die ich für diese Universität übernehme. Als Profiluniversität ist es eine ihrer großen Stärken, inter- und transdisziplinär zu arbeiten und auf diese Weise auf dringende gesellschaftliche Fragen Antworten zu finden und Lösungen vorzuschlagen. Dazu setze ich insbesondere auch auf den wechselseitigen Austausch mit der Stadt und der Region. Ich freue mich auf die damit verbundenen Aufgaben.“

Die Präsidentin vertritt die Universität nach außen. Im Präsidium, das die laufenden Geschäfte der Stiftung Universität Hildesheim führt, arbeitet Präsidentin Kallenrode mit Dr. Matthias Kreysing (Hauptberuflicher Vizepräsident für Verwaltung und Finanzen), Prof. Dr. Jürgen Sander (Hauptberuflicher Vizepräsident für Studium, Lehre, studentische Belange und Digitalisierung), Prof. Dr. Meike Sophia Baader (Vizepräsidentin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs), Prof. Dr. Bettina Kluge (Vizepräsidentin für Internationales) und Prof. Dr. Martin Schreiner (Vizepräsident für Stiftungsentwicklung, Transfer und Kooperationen) zusammen.

Umfassende Erfahrungen in Forschung, Lehre und im Management einer Universität

Prof. Dr. May-Britt Kallenrode wirkte von 2017 bis 2020 als Präsidentin der Universität Koblenz-Landau. Die habilitierte Physikerin forschte und lehrte zuvor von 2000 bis 2017 als Professorin für Umweltphysik und Modellierung an der Universität Osnabrück und war sieben Jahre Vizepräsidentin für Forschung und Nachwuchsförderung mit dem Ressort Forschung, Nachwuchsförderung, Gleichstellung sowie Wissens- und Technologietransfer. Sie baute dort unter anderem das Zentrum für Promovierende und PostDocs auf. Zuvor war sie vier Jahre als Professorin für Physik an der Universität Lüneburg tätig.

Ihr Studium der Physik, Mathematik, Chemie und Meteorologie absolvierte sie in den 1980er Jahren an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, wo sie anschließend als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Reine und Angewandte Kernphysik arbeitete, 1989 promovierte und sich 1994 in Physik mit einer Arbeit zum Thema „Stoßwellen und energiereiche Teilchen in der inneren Heliosphäre“ habilitierte. In ihrer Forschung befasst sich Kallenrode mit Solar-Terrestrischen Beziehungen, Modellierung und Extremereignissen.

Professorin Kallenrode, die seit 30 Jahren im Bereich der Weltraumphysik forscht, sagt über ihr Forschungsinteresse für den Weltraum: „Die Sonne ist der Motor fast aller Vorgänge in der belebten und unbelebten Natur – mein Antrieb ist es, diesen Antrieb und seine Veränderlichkeit besser zu verstehen. Geprägt hat mich die Methode dieser Forschung: die Entwicklung und Überprüfung von Modellen aus einer formalen Strenge der Naturwissenschaften heraus unter gleichzeitig großer Unsicherheit aufgrund unvollständiger Informationen. Also genau das, was auch zum Alltag einer Hochschulleitung gehört.

 

]]>
Pressemeldungen
news-20118 Thu, 14 Jan 2021 06:19:00 +0100 Bildungswege von Studierenden fördern: Zehn Jahre Deutschlandstipendien https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/bildungswege-von-studierenden-foerdern-zehn-jahre-deutschlandstipendien/ Die Universität Hildesheim verleiht seit zehn Jahren Deutschlandstipendien an Studentinnen und Studenten. Für die Studierenden ist dies eine Würdigung ihrer herausragenden akademischen Leistungen und ihres gesellschaftlichen Engagements – beides findet bei der Auswahl der Studierenden durch die Stipendienkommission der Universität Berücksichtigung. Insgesamt 712 Deutschlandstipendien konnten an Studierende in zehn Jahren vergeben werden. 115 Förderinnen und Förderer haben sich seit 2011 bis heute mit Spenden engagiert. Bürgerinnen und Bürger, regionale Unternehmen und Stiftungen unterstützen somit Studentinnen und Studenten auf ihren Bildungswegen. Neben den Deutschlandstipendien vergibt die Stiftung Universität Hildesheim weitere Stipendien. Stipendien im Minerva-Kolleg honorieren sehr gute akademische Leistungen; die Lore-Auerbach-Stipendien zeichnen Studierende mit herausragendem ehrenamtlichem Engagement aus. In diesem Studienjahr 2020/21 wurden je 44 Lore-Auerbach- und Minerva-Stipendien vergeben (Dotierung 1200 Euro p.a.). Durch die Unterstützung von 67 Fördernden konnten im aktuellen Studienjahr zudem 108 Deutschlandstipendien vergeben werden, die mit jeweils 3600 Euro pro Jahr dotiert sind und je hälftig aus Spenden und einem Zuschuss des Bundesministeriums für Bildung und Forschung finanziert werden.

712 Deutschlandstipendien in 10 Jahren / Drei Stipendienprogramme der Stiftung Universität Hildesheim

Besonders erfreulich ist, dass mit diesen Stipendien zudem junge Menschen gefördert werden können, die mit Migrations- und Fluchthintergründen oder aus einem nichtakademischen Elternhaus stammend nicht immer die besten Startbedingungen für ein Studium haben. „Ich bin sehr dankbar dafür, dass die Bildungsstifterinnen und Bildungstifter unseren studentischen Talenten Flügel verleihen. Die Stipendien können oftmals langjährige Beziehungen und Bindungen zwischen Fördernden und Geförderten aufbauen“, sagt Prof. Dr. Martin Schreiner, Vizepräsident für Stiftungsentwicklung, Transfer und Kooperation. Durch ein Stipendium könne „ein wechselseitiger Prozess von Geben, Annehmen und Erwidern in Gang gesetzt werden“.

„Eine im Vergleich mit anderen Hochschulstandorten überaus große Anzahl von Privatpersonen, darüber hinaus aber auch Stiftungen, Vereinen und Unternehmen unterstützt Stipendiatinnen und Stipendiaten der Universität Hildesheim. Als neue Präsidentin bin ich sehr beeindruckt von diesem großen Engagement der Bürgergesellschaft in Stadt und Region für die Universität und ihre Studierenden. Die gelebte Verbindung von Stipendiat*innen und Stifter*innen geht über die zweifellos wichtige finanzielle Unterstützung hinaus“, sagt Prof. Dr. May-Britt Kallenrode, Präsidentin der Universität Hildesheim, über die Bedeutung von Stipendienprogrammen.

Was das Stipendienprogramm bewirken kann, verdeutlicht die Stipendiatin Lara Abigail Thiel: „Ich studiere im dritten Master-Semester Psychologie und dieses Stipendium, für das ich mich bedanken möchte, ermöglicht mir vor allen Dingen in meiner Freizeit viel ehrenamtlich mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten. Dankeschön dafür", so Lara Abigail Thiel. Ihr Förderer Florian Störig, Mitarbeiter des Rechenzentrums, begründet sein Engagement so: „Es macht mich glücklich und auch ein bisschen stolz, dass ich einer Studentin damit ein Jahr ihres Studiums etwas vereinfachen kann. Gerade zu diesen Zeiten ist so eine Unterstützung sehr wichtig. Besonders ist beim Deutschlandstipendium auch, dass man seine Stipendiatin persönlich kennenlernt. Das gibt ein gutes Gefühl."

Auch andere aktuelle und ehemalige Stipendiatinnen, die im Rahmen der Stipendienfeier im Gespräch sein werden, unterstreichen die Bedeutung der Stipendienprogramme für ihr Studium und ihren Lebensweg:

„Dank der finanziellen Absicherung durch das Deutschlandstipendium ist es mir möglich, auch während des Studiums mein ehrenamtliches Engagement auszuführen. In diesem Sinne darf ich beispielsweise unsere internationalen Studierenden in ihrem Alltag in Deutschland begleiten und unterstützen, was mir seit Beginn des Studiums viel Freude bereitet."

Stipendiatin Franziska Kamp, Masterstudentin im dritten Semester

„Das Stipendium zu erhalten hat mich vor allem darin bestärkt, mir selbst Leistungen zuzutrauen. Heute arbeite ich an meiner Dissertation!“

Natascha Häutle, M.A., ehemalige Deutschlandstipendiatin, nun an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg tätig

„Mit meinem Deutschlandstipendium möchte ich dazu beitragen, dass Studienziele ermöglicht werden“

In dem Stipendienprogramm setzt sich beispielsweise Isolde Müller als mittlerweile langjährige Förderin ein: „Mit meinem Deutschlandstipendium möchte ich dazu beitragen, dass Studienziele ermöglicht werden.“

Warum sie sich gemeinsam mit ihrem Mann Rolf Tewes in dem Stipendienprogramm als Spenderin einsetzt, erklärt Marianne Tewes: „Seit sechs Jahren fördern wir Deutschlandstipendien hier an der Uni in Hildesheim, weil wir jungen Menschen die Chance auf einen erfolgreichen Abschluss ihres Studiums geben möchten.“

An der Stiftung Universität Hildesheim fördern besonders viele Privatpersonen, erläutert Markus F. Langer, Leiter des Friend- und Fundraisings, und verweist neben den  Eheleuten Tewes (immerhin 13 Stipendien in den vergangenen  Jahren) exemplarisch auf die Eheleute Martina und Dr. Udo Noack sowie die leider im vergangenen Jahr verstorbene Brigitte Constantin, die von Beginn an dabei gewesen seien.

Zudem gebe es Stiftungen, die seit vielen Jahren Stipendien in nenneswerten Umfang vergeben, so fördern etwa die Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung (39 Deutschlandstipendien) und die Stiftung Niedersachsen (162 Deutschlandstipendien) sowie die Kiefer-Kate Stiftung (13 Deutschlandstipendien) seit vielen Jahren die Hildesheimer Deutschlandstipendien.

Zu den Fördernden der ersten Stunde, die bis heute dabei sind, zählen die Hildesheimer Unternehmen Sparkasse Hildesheim Goslar Peine (23 Stipendien), die Gebrüder Heyl Analysentechnik GmbH & Co. KG (16 Deutschlandstipendien) sowie die gbg Gemeinnützige Baugesellschaft zu Hildesheim AG (12 Deutschlandstipendien).

Die Hildesheimer Serviceclubs, der Rotary Club Hildesheim sowie der Lions Club Hildesheim Rose, fördern das Stipendienprogramm seit mehreren Jahren. Die IT-Unternehmen der Region fördern Studierende in den IT-Studienrichtungen in diesem Jahr mit zwanzig Deutschlandstipendien; über alle Jahre sind gut 100 Stipendien diesem Bereich zuzurechnen. Hier habe Prof. Dr. Klaus Ambrosi sich sehr für die Stipendienakquise eingesetzt. „Auch eine ganze Reihe von Hochschulangehörigen unterstützen das Deutschlandstipendium“, so Markus F. Langer.

Online-Stipendienfeier

In einer Online-Stipendienfeier mit Videobotschaften am 15. Januar 2021 dankt die Universität allen Förderinnen und Förderern und gratuliert allen Stipendiatinnen und Stipendiaten. Die 75-minütige und abwechslungsreiche Veranstaltung ist hier abrufbar: https://www.youtube.com/channel/UCNuAs3GoSeP_Ju2pXYgiimQ

]]>
Pressemeldungen
news-20112 Wed, 13 Jan 2021 09:03:00 +0100 Erst denken, dann urteilen - Was Hannah Arendt uns heute noch zu sagen hat: Interview mit Prof. Meike Baader https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/erst-denken-dann-urteilen-was-hannah-arendt-uns-heute-noch-zu-sagen-hat-interview-mit-prof-meik/ Hannah Arendt, jüdische Publizistin und politische Theoretikerin, starb 1975. Doch viele ihrer Aussagen wirken heute immer noch aktuell, manchmal fast prophetisch. Im Interview erläutert Prof. Dr. Meike Baader, warum es sich lohnt, der zu ihrer Zeit durchaus umstrittenen Autorin eine Ringvorlesung zu widmen. Die öffentliche Ringvorlesung „Hannah Arendt - Macht und Gewalt“ in diesem Wintersemester läuft komplett online. Sie ist damit auch über Hildesheim hinaus Studierenden, Lehrenden und anderen Interessierten zugänglich. Welche Erfahrungen haben Sie mit diesem Format gemacht?

Überwiegend sehr positive. Neben eigenen Universitätsangehörigen und einigen lokalen Gasthörern haben sich zum Teil auch Studierende und Lehrende anderer Universitäten online freischalten lassen. Einige dieser externen Zuhörer*innen haben regelmäßig teilgenommen und sich auch aktiv in die Diskussion eingebracht. Diesen inter-universitären Austausch erlebe ich als Bereicherung und könnte mir gut vorstellen, Live-Übertragungen auch dann weiterhin mit einzubeziehen, wenn solche Ringvorlesungen wieder in Präsenz stattfinden können. Auch die Referierenden hatten auf diese Weise die Möglichkeit, die anderen Vorträge ebenfalls zu hören.

Dass die Diskussionsbeiträge über den Chat eingehen, ist ein bisschen gewöhnungsbedürftig und erfordert eine andere Art der Anstrengung. Natürlich geht auch einiges verloren, was im persönlichen Austausch viel einfacher wäre, aber insgesamt sehe ich durchaus auch die positiven Aspekte.

Hannah Arendt ist 1975 gestorben. Sie hat sich in ihren Werken mit Themen wie dem Nationalsozialismus, dem Antisemitismus, der Studentenbewegung der 60er Jahre oder dem Vietnamkrieg beschäftigt, und war zu ihrer Zeit als politische Publizistin nicht unumstritten. Doch rückblickend wirken viele ihrer damaligen Überlegungen heute noch (oder wieder) brandaktuell. Welche Gegenwartsbezüge haben Sie bewogen, Hannah Arendt eine Ringvorlesung zu widmen?

Ganz konkret haben wir uns für den Text „Macht und Gewalt“ entschieden, der 1970 erschienen ist – das 50jährige Jubiläum der Veröffentlichung bot also einen äußerlichen Anlass. Ein zentrales Thema dieses Textes ist die definitorische Abgrenzung der Begriffe „Macht“ und „Gewalt“ voneinander. Hannah Arendt sieht hier einen fundamentalen Unterschied – ganz anders als beispielsweise Max Weber oder auch Michel Foucault. Am Beispiel der Eltern-Kind-Beziehung lässt sich das gut erklären: Zwar haben Eltern Macht über ihre Kinder, doch längst nicht jedes Machtverhältnis muss gewaltförmig sein.

Das Besondere an Hannah Arendts Texten ist, dass sie eine Art Werkzeugkasten liefern, der sich auf ganz unterschiedliche Gegebenheiten anwenden lässt. Aktualitätsbezüge finden sich dabei in vielfacher Hinsicht – angefangen vom Thema der persönlichen Verantwortung über die Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus oder auch in einer wieder sehr aktuell gewordenen Betrachtung über Flüchtlinge, die auf ihrer eigenen Fluchterfahrung basierte und in dem kleinen Text „Wir Flüchtlinge“ nachzulesen ist. Für Fragen von Bildung und Erziehung sind auch ihre Überlegungen zur generationalen Ordnung relevant.

Nehmen Sie die Studierenden von heute als stärker politisch interessiert wahr als beispielsweise in den 90er- und Nullerjahren?
Ich bin mit einer pauschalen Einordnung von früheren Generationen als apolitisch sehr vorsichtig. Studienergebnisse, die darauf hinzudeuten scheinen, sind immer sehr davon abhängig, wonach genau gefragt wurde. Eine Zurückhaltung gegenüber parteipolitischem Engagement und etablierten politischen Institutionen muss kein generelles politisches Desinteresse sein.  Sieht man sich die Shell-Jugendstudien seit den 90er Jahren im Detail an, lässt sich dort durchaus ein Interesse zum Beispiel an Umweltthemen ablesen. Aus meiner eigenen Beobachtung heraus würde ich sagen, dass aktuell bestimmte Themen wieder mehr in den Fokus rücken: Klimaprotest, Partizipation, Gerechtigkeit. Letztere in Bezug auf Bildung, Geschlecht, aber auch auf Generationengerechtigkeit. Die Sensibilität dafür ist bei den jüngeren Menschen groß.

Wenn Sie sich aus den verschiedenen Essays, Studien und anderen Veröffentlichungen von Hannah Arendt für ein Zitat oder eine zentrale Aussage entscheiden müssten, die jede/r Studierende kennen sollte, welche/s wäre das?

Es gibt zwei Zitate, die mir zu dieser Frage sofort eingefallen sind: „Die Freiheit, frei zu sein“ – diese Formulierung passt gut zum aktuellen Diskurs darüber, wer in unserer Gesellschaft das Recht, die Macht und die Möglichkeit hat, zu „sprechen“, sich also frei zu äußern und öffentlich zu positionieren.

Viel zitiert und sogar als T-Shirt-Aufdruck verbreitet ist auch Hannah Arendts Satz „Keiner hat das Recht zu gehorchen“, der mir als zweites in den Sinn gekommen ist. Aber letztlich sind solche schlagwortartigen Zitate wohl gar nicht so sehr in Hannah Arendts Sinn. Vielmehr muss man diese Äußerungen kontextualisieren und danach fragen, in welchem Zusammenhang sie entstanden sind. Das wäre vermutlich auch Hannah Arendt wichtig gewesen. Sie gehörte keiner bestimmten Denkschule an, ihre große Stärke war gerade ihre Unabhängigkeit. Sie vertraute auf die Kraft des Denkens, um zu einem eigenen, begründeten Urteil zu kommen und daraus wiederum ihr Handeln abzuleiten. Und so ein unabhängiger Denkansatz ist es, den ich den Studierenden viel lieber mitgeben möchte, als ein paar isolierte Zitate.

Lassen sich Hannah Arendts Begriffskonstruktionen von „Macht“ und „Gewalt“ auf das Beispiel der aktuellen politischen Unruhen nach der Abwahl von Präsident Donald Trump in den USA anwenden?

In den USA lässt sich aktuell beobachten, wie jemand aus einer Machtposition heraus, nämlich als amtierender Präsident, gewaltvolle Proteste angestoßen hat. Aber wir werden jetzt auch erleben, was passiert, wenn Donald Trump sich als Anstifter zurückzieht: dass sich nämlich die Gewalt verselbstständig – sie braucht die übergeordnete Machtinstanz nicht mehr. Da ist ganz gezielt ein Skript auf den Weg gebracht worden, das die politische Legitimation von Ämtern, Institutionen bis hin zur Gewaltenteilung infrage stellt und jetzt seine eigene gewaltförmige und destruktive Dynamik gegenüber der Demokratie und ihren Institutionen entfaltet.

In einem Essay mit dem Untertitel „Ein Bericht von der Banalität des Bösen“ verarbeitet Hannah Arendt ihre Beobachtungen aus dem Prozess gegen SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann, einem der Hauptorganisatoren des Holocaust, den sie dennoch als „normalen Mann“ beschreibt.  Wo findet man solche Mitläufer-Typen heute?

Es ging Hannah Arendt darum, zu zeigen, dass zerstörerisches, menschenverachtendes Verhalten nicht von personifizierten Monstern ausgeht. Eichmann war eine zentrale Figur, der das „Funktionierenmüssen“ als Legitimation für sein Verhalten angeführt hat. Man musste ja gehorchen, man musste mitmachen, man war ja nur ein kleines Rädchen im Getriebe. Dieses Argumentationsmuster hat Hannah Arendt auseinandergenommen – und ist dafür auch kritisiert worden. Ihre Beschreibung von Eichmann als einen „Hanswurst“, die Tatsache, dass sie im Gerichtssaal in Lachen ausgebrochen ist, das ist ihr zum Vorwurf gemacht worden. Aber das Argument des Funktionierens oder auch die Lust am Funktionieren findet man auch in vielen Zusammenhängen wieder, wo Menschen offenkundigem Unrecht nicht widersprechen oder dagegen aufbegehren.

Ist das manchmal schon fast reflexhafte Infragestellen von Autoritäten und staatlichen Entscheidungen, wie wir es zum Beispiel in Bezug auf die Flüchtlingspolitik oder auch ganz aktuell in Bezug auf die Corona-Maßnahmen beobachten, das umgekehrte Extrem  -  oder ein normales Merkmal gesunder Demokratien?

Der Diagnose einer reflexhaften Kritik an staatlichen Vorgaben kann ich, etwa mit Bezug auf die Corona-Regeln, zustimmen, kritische Anfragen hingegen sind wichtige Momente demokratischer Auseinandersetzungen. Aber dieses Verhalten kann man ja auf unterschiedliche Weise lesen. Wenn wir hier über eine Krise der politischen Repräsentation sprechen, dann muss man vielleicht fragen: Welchen Autoritäten folgen die Handelnden denn stattdessen? Das müssen nicht zwangsläufig konkrete reale Personen sein, Menschen können sich auch hinter Argumentationsfiguren wie dem Wunsch nach einem libertären Staat oder staatlicher Deregulierung versammeln. Der Reflex gegen staatliche Autoritäten kann also auch ein Reflex sein, sich anderen (argumentativen) Autoritäten zuzuwenden, die etwa in den sozialen Medien, auch gar nicht immer direkt als solche zu identifizieren sind. Der Begriff des „Followers“ bezeichnet dieses vielleicht ganz gut.   

Von Hannah Arendt stammt die Formulierung von der „Revolte der Massen gegen den Wirklichkeitssinn des gesunden Menschenverstandes. Totalitäre Regime profitieren demnach davon, dass Menschen sich auch ohne echtes gemeinsames Ziel oder echte gemeinsame Überzeugung in Gruppen zusammenschließen, und so eine politische Macht entfalten, ohne selbst unbedingt besonders politisch zu sein. Ist die Gefahr solcher Zusammenschlüsse – auch ohne zentrale Leitfigur - im Internetzeitalter größer oder kleiner geworden?

Im Internet gewinnen solche Bewegungen eine ganz eigene Dynamik. Wenn wir uns zum Beispiel Corona-Leugner ansehen, dann haben diese ihre eigenen Argumentationsfiguren, auf die sie sich beziehen, und über die sie ihre Weltsicht autorisieren. Dies erfolgt über Internetforen, in denen bestimmte Inhalte verbreitet werden. Bis hin zu Weltverschwörungstheorien, die wiederum ganz oft auch antisemitische Merkmale aufweisen.

Gleichzeitig haben wir aber bei den digitalen Plattformen auch als neues Phänomen den Fall, dass bestimmte Personen ohne jegliche politische Legitimation als Autoritäten agieren – ich denke da zum Beispiel an den Twitter-Chef Jack Dorsey, der im Alleingang entschieden hat, den Account von Donald Trump zu sperren, was ja jetzt auch heftig diskutiert wird.

Wenn Sie Hannah Arendt heute in Ihre Ringvorlesung einladen könnten, über welches aktuelle politische Thema würden Sie gern mit ihr sprechen?

Ich fände es spannend, mit ihr über die Macht der Bilder zu sprechen. Bilder haben in unserer visuell geprägten Zeit eine historisch unvergleichliche Macht. Sie können extrem verdichten, extrem emotionalisieren – und sie müssen eigentlich immer in ihre genauen Kontexte eingeordnet und diesbezüglich befragt werden. Viele Studierende lieben es, mit Bildern zu arbeiten, um ihre Vorträge zu illustrieren, aber sie hinterfragen und analysieren ihr Material viel zu wenig. In welchem Zusammenhang ist es entstanden? Wer hat es gemacht und warum? Welchen Ausschnitt der Wirklichkeit zeigt es – und welchen nicht? Zu Fragen der „visual literacy“ müssten wir mehr lehren, um zum kritischen Umgang mit Bildern zu befähigen. Aber es gibt viele weitere Themen, die mir einfallen würden, um sie mit Hannah Arendt zu diskutieren, das Attentat und der Prozess von Halle etwa oder, um mit einem Thema aus dem Bereich von Bildung und Erziehung zu enden, die Frage nach dem Wahlalter ab 16, wie es etwa von Fridays for Future gefordert wird, denn Hannah Arendt äußerte sich sehr kritisch gegenüber politischem Engagement von Jugendlichen und behält dieses Erwachsenen vor.  Hier könnten lohnenswerte Debatten über aktuelle Fragen der politischen Partizipation entstehen.

Interview: Sara Reinke

---------------------------------------------------

 

Zur Person: Hannah Arendt

Hannah Arendt (1906 – 1975) war eine jüdische Publizistin und politische Theoretikerin. Sie stammte gebürtig aus Linden (heute Hannover-Linden), studierte in Marburg, Freiburg und Heidelberg – unter anderem Philosophie bei Martin Heidegger, mit dem sie auch eine Affäre hatte – und emigrierte 1933, nach einer Verhaftung durch die Gestapo, zunächst nach Frankreich. Nach der Internierung in das Konzentrationslager Gurs, aus dem ihr die Flucht gelang, wanderte sie in die USA aus. Dort arbeitete sie als Journalistin und Dozentin bzw. Professorin und veröffentlichte zahlreiche politische Essays und Betrachtungen. Ihre Studie „On Violence“, deutscher Titel „Macht und Gewalt“, erschien 1970 in den USA, in England und in Deutschland. Hannah Arendt setzt sich darin mit der Studentenbewegung der 60er Jahre auseinander und legt eine politische Theorie der Begriffe „Macht“ und „Gewalt“ vor.

 

Die Ringvorlesung „Hannah Arendt – Macht und Gewalt“

Die interdisziplinär angelegte Ringvorlesung zu Hannah Arendt ist ein gemeinsames Projekt des Instituts für Erziehungswissenschaften (Prof. Dr. Meike Baader, Dr. Tatjana Freytag) und des Instituts für evangelische Theologie (Prof. Dr. Carsten Jochum-Bortfeld) mit der Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften.  Die Referentinnen und Referenten setzen sich in ihren Vorträgen mit Hannah Arendts Texten, ihrem Denken, ihren Zugängen und Impulsen auseinander.  

„Macht und Gewalt“ eröffnet vielfältige Anknüpfungspunkte zum gesamten Werk von Arendt, aber auch für viele höchst aktuelle Fragen in Zeiten, die durch eine Einschränkung des öffentlichen Lebens, Kritik an der Demokratie, Rückkehr von autoritärem Denken, einer Rückbesinnung auf den Nationalstaat und neue Formen von Hass und Gewalt sowie von wachsendem Antisemitismus gekennzeichnet sind. Ziel der Ringvorlesung ist es, an diese Debatten anzuknüpfen, interdisziplinäre Arendt-Lektüren gemeinsam zu diskutieren und damit einmal mehr nach der Aktualität ihres Denkens zu fragen sowie danach, welche Antworten und Impulse sich bei ihr für wichtige gegenwärtige Fragen finden.

Die Veranstaltung findet immer Donnerstag von 14 bis 16 Uhr statt - aufgrund der Coronapandemie im virtuellen Raum.

Erstellt von Sara Reinke

]]>
Fachbereich 1 Erziehungswissenschaft dig. Semester Ringvorlesungen Pressemeldungen Startseite
news-20109 Tue, 12 Jan 2021 08:55:42 +0100 Akademische Feier zur Übergabe des Präsidentenamtes im Livestream https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/akademische-feier-zur-uebergabe-des-praesidentenamtes-im-livestream/ Der Vorsitzende des Stiftungsrates der Universität Hildesheim lädt alle Mitglieder der Universität, die Mitglieder der Universitätsgesellschaft Hildesheim sowie die interessierte Öffentlichkeit zur Teilnahme an einer Akademischen Feierstunde zur Übergabe des Präsidentenamtes am Mittwoch, 13. Januar 2021, um 11:00 Uhr im Livestream ein. Hier geht es zum Livestream der Amtsübergabe
(Mittwoch, 13. Januar 2021, 11:00 Uhr)

Bei der Akademischen Feier zur Übergabe des Präsidentenamtes der Universität Hildesheim muss aufgrund der COVID19-Pandemie bedauerlicherweise auf die Anwesenheit von Gästen vor Ort verzichtet werden, teilt der Vorsitzende des Stiftungsrates mit.

Der Livestream wird am Mittwoch, 13. Januar 2021, um 11:00 Uhr über den YouTube-Kanal der Universität Hildesheim übertragen.

Im Rahmen der Feierstunde werden Dr. Uwe Thomas, Vorsitzender des Stiftungsrates der Universität Hildesheim, und Prof. Dr. Dr. h. c. May-Britt Kallenrode, seit 1. Januar 2021 Präsidentin der Universität Hildesheim, sprechen. Grußworte halten Björn Thümler, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur, Dr. Ingo Meyer, Oberbürgermeister der Stadt Hildesheim, sowie Amtsvorgänger Prof. Dr. Dr. h. c. Wolfgang-Uwe Friedrich. Es erfolgt die Übergabe der Amtskette, anschließend hält Präsidentin Kallenrode ihre Antrittsrede.

Die Musiker Shadi Almoghrabi und Youssef Nassif vom Center for World Music gestalten die Feierstunde musikalisch und werden digital zugeschaltet.

Direkter Link zum Livestream:
https://www.youtube.com/channel/UCGQ1_JA_ZJ-RVfkaxOp0KTw

Ein Mitschnitt der Veranstaltung wird anschließend auf dem universitären YouTube-Kanal zu finden sein.

Video-Botschaft von Präsidentin Prof. Dr. May-Britt Kallenrode
an die Mitglieder der Universität Hildesheim

Einen Bericht über die Amtsübergabe sowie ein Interview lesen Sie am 13. Januar 2021 auf unserer Homepage.

]]>
Pressemeldungen
news-20073 Thu, 07 Jan 2021 18:16:00 +0100 Inspired by the learning mechanism of the human brain https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/inspired-by-the-learning-mechanism-of-the-human-brain/ Chanjong Im is a researcher at the Department for Information Science and Natural Language Processing at the University of Hildesheim. Currently he is a Ph.D. candidate and associate researcher taking part in the project »Distant Viewing«. After his bachelor‘s degree in International Business and East Asian culture in South Korea he completed his master‘s degree in Information Science and Telecommunication Engineering in South Korea and Germany at the program »Global Studies on Management and Information Science« (GLOMIS) in Hildesheim. His research interests are deep learning, computer vision, information retrieval and image retrieval. "It is very important to work in international research projects. The data and information differs from country to country which means different problems are being seen. Understanding and analyzing the phenomenon and seeking new ideas to solve problems with a different perspective are extremely valuable."

Chanjong Im, PH.D. candidate

Mr. Im, what is deep learning?

Chanjong Im: I just talked to my colleague Sophie März, a doctoral candidate in our department, about this topic. Deep learning is a specific form of information science and a subfield of machine learning. Inspired by the learning mechanism of the human brain, diverse information is learned by the neural networks from a huge amount of data. This enables a complex analysis and building of patterns which are continously improved by new results and solutions.

What is your main research topic?

The title of my Ph.D. proposal is »Image search analysis tool with deep neural networks generated metadata from illustrations depicted on 19th century children and youth literature«. I am building an image information system that utilizes computer vision techniques on the illustrations depicted in the 19th century children and youth literature. The system is aimed to provide support and enrich the studies in the humanities. The scholars can view, explore, and analyze the historical illustrations using the system and get the information generated by artificial intelligence in addition to metadata created by librarians. Much complex information can be retrieved by utilizing various Computer Vision deep models such as printing techniques that were used for imprinting illustrations in the 19th century, finding similar illustrations to detect reuse cases, locating objects depicted in the old days. Ultimately, I will try to find out through several expert interviews whether the system does benefit and enhance their research.

Why is this research important?

The system provides information that is very time consuming, expensive, and requires domain expertise to obtain if they were to be processed and annotated by the experts. Of course, human experts will be able to get complex information in a very detailed and accurate way. However, it is often better to utilize the technologies that are recently advancing rapidly and let the experts worry about further/advanced topics with the information given by the machines.

How does Covid-19 affect your work as a researcher?

It is not convenient nor pleasant. I am not able to meet friends nor colleagues as frequently as before which makes me a bit depressed. It was really difficult for me to accept the fact that I won’t be able to see some close Indian researchers who canceled their trips to visit Hildesheim University. Also, I wasn’t able to attend conferences nor meetings as they got postponed due to the situation. However, many of the things are now happening online which is working out quite well. I could have been more steps further in the research if it weren’t the pandemic. Nevertheless, I am using the time to improve the system and writing the thesis.

Together with Professor Thomas Mandl you are cooperating with Pai Chai University, Daejeon, and Chungbuk National University, Cheongju, in South Korea. Why did you choose the University of Hildesheim to work here?

It is very important to work in international research projects. The data and information differs from country to country which means different problems are being seen. Understanding and analyzing the phenomenon and seeking new ideas to solve problems with a different perspective are extremely valuable. It is important to know the people when it comes to deciding the workplace. I was very lucky as I spent one year earlier here in Hildesheim during my master’s degree as part of a joint degree program »GLOMIS« and got to know some people who already were in the department. I have an excellent time during my stay here. Many people I met are very supportive and comforting. I especially enjoy working together with Professor Thomas Mandl and Professor Christa Womser-Hacker which was one of the biggest reasons that made me start working here as a researcher and pursue the Ph.D since 2017. They have been providing me a ton of support not only on research but also for small problems from life in Germany. The people I met here in Hildesheim all made me feel very comfortable and I thought it would be okay for me to give a shot on my new Ph.D. journey.

Hildesheim is not Berlin or Hamburg. Hildesheim is much smaller...

...Hildesheim is a perfect city for studying. We have here a rather quiet and relaxed atmosphere with great nature around. At the same time, it is not very small that I feel isolated or inconvenient.

Interview by Isa Lange.

Dieses Interview ist erschienen im aktuellen
Universitätsjournal DIE RELATION, Ausgabe 7, Wintersemester 2020/21.

]]>
Fachbereich 3 Informationswissenschaft und Sprachtechnologie Forschung Pressemeldungen Startseite
news-20074 Tue, 05 Jan 2021 17:48:00 +0100 Übersetzungen müssen qualitativ hervorragend sein. Maschinen können diese Prozesse unterstützen, aber nicht vollständig ersetzen https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/uebersetzungen-muessen-qualitativ-hervorragend-sein-maschinen-koennen-diese-prozesse-unterstuetzen-abe/ Unser globalisierter Alltag ist stark durchdrungen von Übersetzungen. Wir kommunizieren über Sprachgrenzen hinweg und lesen täglich übersetzte Texte. Im Interview spricht Prof. Dr. Bettina Kluge über die Nutzung maschineller Übersetzungsprogramme im Internet, die Übersetzung von Humor sowie aktuelle Forschungsthemen. Bettina Kluge ist Vizepräsidentin für Internationales, sie forscht und lehrt am Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation der Universität Hildesheim. Prof. Dr. Bettina Kluge forscht und lehrt nach Stationen in Santiago de Chile, Graz und Bielefeld seit 2013 als Professorin für Angewandte Sprachwissenschaft mit dem Schwerpunkt Hispanistik an der Universität Hildesheim. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen die Migrationslinguistik, Anredeforschung, Kontrastive Pragmatik, Kommunikation in den Social Media, Medienlinguistik sowie audiovisuelle Übersetzung.

Seit April 2020 ist die Übersetzungswissenschaftlerin Vizepräsidentin für Internationales.

Interview mit Prof. Dr. Bettina Kluge

Frau Professorin Kluge, wir lesen täglich übersetzte Texte aller Art. Vielleicht merken wir dies gar nicht, weil es sich um qualitativ gute Übersetzungen handelt.

Das genau ist das Ziel – dass man etwas nicht mehr als Übersetzung erkennt!

Übersetzungen begegnen uns in Bedienungsanleitungen, den Nachrichten, auf Produkten im Supermarkt oder im Film.

Übersetzungen sind überall in unserem Alltag. Wir können beispielsweise auch mit einem Smartphone in Kroatien in der Strandbar sitzen und uns relativ schnell die Speisekarte rudimentär übersetzen lassen. Das sind schon sehr angenehme Begleiterscheinungen der Digitalisierung in unserem Alltag.

Wird die Übersetzung einer Bedienungsanleitung für zum Beispiel ein hochspezialisiertes medizintechnisches Gerät eigentlich von einem menschlichen Übersetzer oder einer Maschine produziert?

Das kann man nicht immer so genau voneinander abgrenzen, die Unterschiede sind zunehmend fließend. Der menschliche Übersetzungsprozess wird schon seit Jahren durch verschiedene Übersetzungstools unterstützt, zum Beispiel durch Translation Memory-Systeme oder terminologische Datenbanken. Einige Bereiche werden mittlerweile maschinell vorübersetzt und dann aber unbedingt von einer Fachübersetzerin oder einem Fachübersetzer im Post-Editing-Prozess überprüft, angepasst und verfeinert.

Da werden die sprachlichen Feinheiten sichtbar.

Und logische Fehler. Wenn wir etwa ausdrücken möchten, wer welche Handlung ausführt, haben wir im Deutschen relativ flexible Satzmuster. Wenn der Text maschinell in andere Sprachen übersetzt wird, kann es dazu kommen, dass der Ausführende aus der Agens- in eine Patiens-Rolle rutscht. Um es platt auszudrücken: Dann beißt nicht der Hund den Mann, sondern der Mann beißt den Hund. Da fehlt der maschinellen Übersetzung das Alltagswissen, das menschliche Verständnis, wie die Welt aufgebaut ist. Eine Übersetzung darf absolut keine Fehler enthalten, vor allem keine inhaltlichen. Denken Sie an Beipackzettel von Medikamenten oder Sicherheitshinweise bei Röntgengeräten – die Handreichungen müssen extrem präzise sein, man muss sich blind auf die Texte verlassen können. Deshalb bilden wir an der Universität Hildesheim Fachübersetzerinnen und Fachübersetzer aus, die sich auf Sprache und Technik spezialisieren. Diese Arbeit ist nicht ersetzbar durch maschinelle Übersetzungen.

Die maschinelle Übersetzung ist eine von Menschen geschriebene Software, die zum Teil inzwischen selbstlernend ist – aber kein Bewusstsein hat. Was kann der menschliche Übersetzer leisten, was eine maschinelle Übersetzung nicht kann?

Der maschinellen Übersetzung fehlen wie gesagt Rückschlüsse auf das Alltagswissen. Es gibt zwar diverse Projekte, die versuchen, das Alltagswissen einer Künstlichen Intelligenz beizubringen, aber an vielen Punkten entstehen immer noch Probleme, etwa in Bezug auf Taxonomien, die abgebildet werden müssen. Etwa: »Die Amsel ist ein Vogel.« Wir haben einen Obergriff, ein Hyperonym, das als solches erkannt werden muss. Das kann man teilweise hinterlegen in der Cloud, die diese maschinelle Übersetzung ausführt, aber es muss entweder so programmiert werden – oder das Programm muss so etwas selbst lernen. Neuere neuronal aufgebaute maschinelle Übersetzungsprogramme können das ansatzweise, zum Beispiel Deep L. Ähnlich problematisch sind pronominale Referenzen: Der »Vogel« kann im nächsten Satz mit »er« aufgenommen werden. »Er sitzt auf dem Baum.« Die meisten Menschen lernen sehr früh in ihrer sprachlichen Entwicklung, derartige Referenzen aufzustellen, und auch ein maschinelles Übersetzungsprogramm muss dies erst lernen. Alternativ könnte man der maschinellen Übersetzung ein Pre-Editing vorschalten und zunächst derartige pronominale Referenzen weitgehend herausnehmen und bekommt einen ziemlich seltsam klingenden Text, der dann später wieder geglättet werden muss. Da stellt sich wirklich die Frage: Lohnt sich der Aufwand, oder kann das nicht von Anfang an von einer menschlichen Übersetzerin oder einem Übersetzer ausgeführt werden, der oder die durch diverse Tools unterstützt wird?

Viele Menschen nutzen gegenwärtig maschinelle Übersetzungsprogramme im Internet. Es erscheint für die Nutzerin oder den Nutzer, als könne die Maschine alles übersetzen. Das mag für das Sprachenpaar Englisch-Deutsch zutreffen. Sind die maschinellen Übersetzungen bei weniger gängigen Sprachkombinationen fehlerbehafteter? Wo stoßen die Computer an ihre Grenzen?

Das Englische als Lingua Franca unserer Zeit spiegelt sich in der maschinellen Übersetzung wider: Ist das Englische die Ziel- oder Ausgangssprache, sind die Übersetzungen bedeutend besser. Je größer die Datenbasis ist, auf die zurückgegriffen werden kann, desto besser ist häufig die maschinelle Übersetzung. Wenn das Sprachenpaar nicht gut belegt ist, kann eine Relais-Sprache eingezogen werden. Wenn bei der EU im Parlament verdolmetscht wird, werden oft die großen Sprachen als Relais verwendet, so wird dann aus dem Slowenischen erst ins Deutsche gedolmetscht und anschließend vom Deutschen ins Finnische. Durch diesen Prozess einer Übersetzung nach der Übersetzung kann eine gewisse Fehleranfälligkeit auftreten.

Das ist wie »Stille Post«.

Absolut, genau. Problematisch sind auch Dialekte und umgangssprachliche Formen, die nicht dem Standardsprachlichen entsprechen. Auf Facebook wurde zum Beispiel ein Foto einer Freundin aus Mexiko mit dem Kommentar »Qué padre foto« von Facebooks maschineller Übersetzung ins Deutsche übertragen mit: »Was Vater Foto«. Dazu muss man wissen, dass im mexikanischen Spanisch »padre« – »Vater« – auch als Adjektiv verwendet wird, dann bedeutet es »toll«. Aber die Maschine hat das »padre« für die mexikanische Varietät nicht als ein positiv bewertendes Adjektiv hinterlegt. Deswegen entstand die Fehlübersetzung. Die maschinelle Übersetzung bietet Chancen und Risiken. Wenn ich die Posts meiner japanischen Freundin lese, bekomme ich über die maschinelle Übersetzung so ungefähr mit, worum es geht, was sie beschäftigt – das bringt uns Menschen näher. Aber wir tendieren dazu, uns mit halbrichtigen Texten zufrieden zu geben, nach dem Motto: Ich verstehe genug, um zu entscheiden, ob ich den Post liken soll oder nicht. Zumindest im Kontext von Social Media. Übersetzungsprogramme täuschen mit ihrer makellosen Syntax eine Perfektion vor, die noch nicht gegeben ist. Man muss die Nutzerinnen und Nutzer für die Gefahren sensibilisieren.  

Und ich nähere mich, wenn man an das Erlernen einer Sprache denkt, doch gar nicht mehr dieser Sprache an.

Wir kommen durch automatische Übersetzungen der Sprache und der Kultur, den Menschen, die diese Sprache sprechen, nicht mehr wirklich näher, ja. Dabei verbindet uns Sprache, sie ist das Tor zu anderen Kulturen.

Natürliche Sprache ist komplex. Können die maschinellen Übersetzungsprogramme die Weiten der Sprachen und Kontexte verstehen?

Im Bereich der Medienübersetzung wird die maschinelle Übersetzung als Unterstützung hinzugeholt. Filme etwa basieren auf der Beziehung zwischen dem verbal Geäußerten und den im Bild sichtbaren nonverbalen Elementen – als Menschen können wir Blicke, Intonationen und Gesten mühelos interpretieren und lesen. Für die maschinelle Übersetzung ist diese weitere kommunikative Ebene schwierig zu berücksichtigen. Wichtig ist hier auch die Rolle von Programmen der automatischen Spracherkennung, etwa in der Live-Untertitelung. Die Spracherkennung produziert eine erste verschriftete Version der Lautkette, falls notwendig, wird als nächstes eine maschinelle Übersetzung in eine andere Sprache durchgeführt, und der Mensch glättet und bearbeitet den so entstandenen Untertitel. So werden die Prozesse beschleunigt – es muss schließlich schnell gehen. Es bringt nichts, wenn die Übersetzung eines in der Halbzeitpause geführten Interviews mit dem Fußballbundestrainer mit mehreren Minuten Verzögerung ausgestrahlt wird, wenn das Spiel schon wieder läuft. Ich plane für die kommende Fußballeuropameisterschaft ein Korpus der O-Töne und ihrer mündlichen und schriftlichen Übersetzungen von Fußballern und Trainern aufzubauen.

Wie gut gelingt den maschinellen Programmen die Übersetzung von Humor und Kulturspezifika?

Humor ist ein Bereich, der Maschinen wohl noch sehr lange verschlossen bleiben wird. Bei den Kulturspezifika gibt es dagegen teils klar hinterlegte Übersetzung, aus »prime minister« wird zum Beispiel immer »Premierminister« oder »Premierministerin«. Man kann zudem Taxonomien anlegen, etwa in einer Kochsendung bestimmte Wurstsorten wie »chorizo« als »typisch spanische Wurst« definieren, und dann sehen, was zeitlich machbar ist.

Was erforschen Sie derzeit?

Ein langjähriger Forschungsschwerpunkt ist die Analyse der Anrede und Höflichkeit. Wie zeigen wir zum Beispiel in Filmen die Beziehungsverhältnisse sprachlich an, etwa wie zwei Figuren im Verlauf der Handlung zueinanderstehen. Im Deutschen können wir zwischen den Pronomen »Du« und »Sie« wählen, das hat das Englische nicht: »You can say you to me« – das klappt nicht. Wenn wir englische Filme ins Deutsche synchronisieren, müssen wir andere sprachliche Wege finden, um anzuzeigen, wie nah sich bestimmte Personen sind. Ich bin Mitherausgeberin der Buchreihe »Topics in Address Research«, in der wir einen cross-linguistischen Vergleich zwischen verschiedenen Sprachen anstreben. Ein weiterer Forschungsbereich ist die Frage, was bei einem Medienwechsel sprachlich passiert – etwa von der Mündlichkeit zur Schriftlichkeit. Ich untersuche hierfür Übersetzungen in den Nachrichten. In journalistischen Texten werden häufig O-Töne zitiert, die aus mündlich geführten Pressekonferenzen oder Interviews stammen und dann später verschriftlicht werden. Modalpartikel wie »halt« und Verzögerungssignale wie »ähm« werden geglättet. Wenn ein Text als Untertitel für ein Nachrichtenvideo produziert wird, muss häufig aber noch weiter gekürzt werden, da das Video Zeichenrestriktionen unterliegt. Bei der Voice-over-Übersetzung kommen oft Paraphrasen hinzu, in die zusätzliche Informationen hineinfließen.

Was sind zukünftige Forschungsfragen?

Spannend ist, mit dem weiteren Anstieg der maschinellen Übersetzungen die Akzeptanz von qualitativ schlechten Übersetzungen zu untersuchen. In welchen Situationen akzeptieren wir eine mittelmäßige Übersetzung als »besser als nichts«, und in welchen Momenten fordern wir eine perfekte Übersetzung ein?

Das Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation der Universität Hildesheim bildet seit 40 Jahren Übersetzerinnen und Übersetzer aus, darunter Spezialistinnen und Spezialisten im Bereich Sprache und Technik sowie barrierefreie Kommunikation.

In den letzten 40 Jahren haben wir über 2400 Abschlüsse vergeben. Was alle unsere Studiengänge vereint ist die Adressatenorientierung. Wir sind uns bewusst, dass ein Text nicht stumpf eins zu eins übersetzt werden kann. Unseren Studierenden vermitteln wir die Freude am Übersetzungsvorgang und zugleich das technische Wissen, damit sie in unterschiedlichen Branchen auf Augenhöhe etwa mit Ingenieurinnen und Ingenieuren in Teams zusammenarbeiten können. Übersetzerinnen und Übersetzer sind bedeutsam für das Gelingen des Endprodukts. Deutschland als Exportnation lebt nicht nur davon, dass wir hochwertige Güter herstellen – sondern diese müssen gut und verständlich erklärt werden. Am Ende steht nicht nur die Maschine, sondern auch das technische Handbuch, das darlegt, wie das Produkt funktioniert und wie es bedient wird.

Worin besteht Ihre Motivation, die Welt der Übersetzungen zu erforschen?

Mich fasziniert die Vielfalt von Sprache, die Variabilität von Sprache, dass wir mit Sprache unsere Persönlichkeit ausdrücken und Beziehungen gestalten – und dass bei allen Schwierigkeiten das meistens doch ganz gut gelingt. Die Forschung und Lehre am Bühler-Campus in Hildesheim ist geprägt von einer familiären Atmosphäre und einem begeisterungsfähigen Team, ich arbeite sehr gerne mit den Kolleginnen und Kollegen aus den Nachbarinstituten und mit unseren Studierenden zusammen, die unterschiedliche sprachliche Profile haben und neben unseren Arbeitssprachen zusätzlich auch noch Russisch, Türkisch, Polnisch, Arabisch, Kurdisch oder Thai sprechen.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Dieses Interview ist erschienen im aktuellen
Universitätsjournal DIE RELATION, Ausgabe #7, Wintersemester 2020/21,
Schwerpunktthema „Über das Lesen“

]]>
Fachbereich 3 Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation Pressemeldungen
news-20049 Sat, 02 Jan 2021 20:46:00 +0100 Bildungschancen von Care Leavern an Hochschulen in Niedersachsen https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/bildungschancen-von-care-leavern-an-hochschulen-in-niedersachsen/ Die Universität Hildesheim ist die erste Universität in Deutschland, die mit praktischen Hilfestellungen „Care Leaver“ an Hochschulen unterstützt und zu diesen Themen forscht. Eine Forschungsgruppe am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik geht der Frage nach, wie Bildungswege von Kindern und Jugendlichen verlaufen, die zum Beispiel in der Pflegefamilie und in betreuten Wohngruppen der Kinder- und Jugendhilfe aufwachsen und diese Erziehungshilfen verlassen. Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur fördert nun ein dreijähriges Projekt zur Verbesserung der Bildungschancen von Care Leavern an Hochschulen in Niedersachsen. Die Universität Hildesheim ist die erste Universität in Deutschland, die mit praktischen Hilfestellungen Care Leaver an Hochschulen unterstützt und zu diesen Themen forscht.

Care Leaver sind junge Menschen, die in betreuten Wohnformen der Kinder- und Jugendhilfe oder in Pflegefamilien aufgewachsen sind. Sie haben auf ihrem Weg an die Hochschule in der Regel wesentlich höhere Hürden zu bewältigen als junge Menschen mit einem stabilen Elternhaus und sind daher an den Hochschulen deutlich unterrepräsentiert. An der Hochschule selbst werden sie dann häufig übersehen.

Der Übergang an Hochschulen ist nicht immer einfach

Ein Forschungsteam des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim baut im Rahmen des Projekts „Study Care  Infrastrukturen zur Verbesserung der Bildungschancen von Care Leavern an Hochschulen in Niedersachsen“ die etablierte Online-Peerberatung weiter aus. Das Projekt umfasst unter anderem die Beratung per E-Mail und Einzelchat. Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur fördert das Projekt mit dreijähriger Laufzeit.

„Ich hoffe, dass wir mit dem Projekt Study Care weiterhin an den niedersächsischen Hochschulen für die Bedarfslagen von Care Leavern sensibilisieren können. Langfristig streben wir mit unserer Forschungs- und Projektarbeit aber an, dass Care Leaver deutschlandweit Infrastrukturen wie Mentor*innen- oder Stipendienprogramme an Hochschulen vorfinden. Denn internationale Modelle zeigen, dass damit die Zugangswege von Care Leavern in eine akademische Ausbildung nachhaltig verbessert werden können“, so Dr. Severine Thomas, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim.

„Gerade in diesem Corona-Jahr müssen wir unseren Blick für die schwächeren Mitglieder unserer Gesellschaft schärfen“, so Björn Thümler, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur. „Auch im Hochschulbereich gibt es noch viel zu tun und daher freut es mich besonders, dass es uns gelungen ist, gemeinsam ein neues Projekt auf die Beine zu stellen.“

Die Beratungsinfrastrukturen an niedersächsischen Hochschulen werden im Rahmen des Projekts verstetigt und weiter vernetzt. Ein Ziel ist es, den Studieneinstieg zu verbessern: Von der Studienentscheidung über die Wohnraumsuche bis zur Studienfinanzierung. Immer dann, wenn es niemanden gibt – keine Eltern, ältere Geschwister oder Onkel und Tanten – werden kleine Probleme schnell zu unüberwindbaren Hürden. Wer kann bestätigen, dass die Eltern sich schon seit Jahren nicht gekümmert haben? Wer übernimmt die Bürgschaft für das erste WG-Zimmer? Wie kann die Finanzierung sichergestellt werden, bis die ersten BAFöG-Zahlungen kommen? Hier gilt es, alle beteiligten Institutionen für die speziellen Probleme zu sensibilisieren und schnelle Hilfen zu ermöglichen.

Digitaler Workshop „Care Leaver an Hochschulen“

Das Forschungsteam des Projekts „CareHOPe“ lädt am 25. und 26. Februar 2021 zu einem digitalen Workshop (Programm und Teilnahme, PDF) ein. Der Workshop thematisiert die Übergänge sowie die Studiensituation von jungen Menschen aus stationären Erziehungshilfen in ein Studium. Ziel ist es Schwierigkeiten sowie mögliche Stellschrauben gemeinsam aufzudecken und insgesamt für mehr Sichtbarkeit von Care Leavern an Hochschulen zu sorgen, erläutert Dorothee Kochskämper vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik. Um Anmeldung bis zum 31. Januar 2021 wird gebeten.

]]>
Sozial- und Organisationspädagogik Pressemeldungen
news-20042 Thu, 31 Dec 2020 06:40:16 +0100 Exzellente Promotion: Wirtschaftsinformatiker Dr. Thorsten Schoormann https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/exzellente-promotion-wirtschaftsinformatiker-dr-thorsten-schoormann/ Im Interview spricht der Wirtschaftsinformatiker Dr. Thorsten Schoormann über den digitalen Wandel, der neue Möglichkeiten für die Entwicklung nachhaltiger Geschäftsmodelle eröffnet. Der Fachbereich 4 „Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik“ zeichnet den Wissenschaftler für seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen aus. Die Promotion wurde mit „summa cum laude“ bewertet. Dr. Thorsten Schoormann vom Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik wird für seine Doktorarbeit „Developing Sustainability-Oriented Business Models – Foundations, Modeling Approaches, and Software Support“ ausgezeichnet.

Der Wirtschaftsinformatiker Prof. Dr. Ralf Knackstedt hat die Promotion betreut und erläutert die Forschung: „Die Digitalisierung ermöglicht neue Geschäftsmodelle und tradierte Geschäftsmodelle werden im Digitalen Wandel verdrängt. Wir interessieren uns besonderes dafür, welche Chancen der Digitale Wandel für die Gestaltung ökonomisch, ökologisch, sozial und kulturell nachhaltiger Geschäftsmodelle eröffnet. Mit der Digitalisierung können aber auch neue softwaregestützte Vorgehensweisen zur Entwicklung von Geschäftsmodellen umgesetzt werden. Die Entwicklung innovativer, kreativitätsförderlicher und visuell unterstützter Methoden ist uns dabei ein besonderes Anliegen.“

Dr. Thorsten Schoormann habe in seiner herausragenden und mit einem glatten „summa cum laude“ bewerteten Doktorarbeit genau diese Entwicklung maßgeblich vorangetrieben.

Exzellente wissenschaftliche Leistungen

Der Dekan Prof. Dr. Klaus Schmid gratuliert Dr. Thorsten Schoormann herzlich zu seinen exzellenten Leistungen: Eine ausgezeichnete Promotionsschrift, Projekterfolge, eine beachtliche Anzahl von hochwertigen Publikationen und die aktive Förderung wissenschaftlichen Nachwuchses an der Universität Hildesheim – all dies möchte der Fachbereich 4 mit der Vergabe des Promotionspreises würdigen, so der Dekan.

Parallel zu seiner Promotion hat Dr. Thorsten Schoormann das Projekt „Smart Hybrid“ durchgeführt und maßgeblich zu dessen Erfolg beigetragen. Schoormann hat 44 Publikationen im Kontext dieses Forschungsprojektes mit einbringen können. In dem Forschungsprojekt hat ein Forschungsteam der Universität Hildesheim mit sechs weiteren niedersächsische Hochschulen zusammengearbeitet. Schoormanns Publikationen erschienen auf Tagungen und in Journalen, die in der Wirtschaftsinformatik eindeutig in den obersten Kategorien angesiedelt werden.

Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses: Dr. Thorsten Schoormann begeistert andere für wissenschaftliches Arbeiten

Über die Promotion hinaus fördert Dr. Thorsten Schoormann sehr erfolgreich den wissenschaftlichen Nachwuchs. Der Wirtschaftsinformatiker motiviert andere für wissenschaftliches Arbeiten und leitet Studierende fachlich sehr hochklassig an.

So wurden beispielsweise Arbeiten, die von Dr. Thorsten Schoormann und Professor Ralf Knackstedt betreut wurden, bereits zweimal mit dem Nachhaltigkeitspreis des „Green Office“ ausgezeichnet.

„Der digitale Wandel eröffnet neue Möglichkeiten, nachhaltige Geschäftsmodelle zu entwickeln“

Interview mit Dr. Thorsten Schoormann

Herr Dr. Schoormann, was bedeutet Ihnen die Auszeichnung mit dem Promotionspreis des Fachbereichs 4?

Ich freue mich sehr darüber. Aus inhaltlicher Sicht freue ich mich, dass eine Arbeit in der Schnittmenge von Geschäftsmodellen und nachhaltiger Entwicklung ausgezeichnet wurde, da das Thema derzeit sowohl wirtschaftlich als auch gesellschaftlich relevant ist und an der Universität Hildesheim spannende, interdisziplinäre Forschung dazu vorangetrieben wird. Persönlich freue ich mich natürlich, dass die vielen Stunden, die im Rahmen einer Promotion und insbesondere der Dissertationsschrift anfallen, noch einmal gewürdigt werden.

Mit welcher Forschungsfrage haben Sie sich in Ihrer Doktorarbeit auseinandergesetzt?

In meiner Arbeit habe ich mich mit der Frage beschäftigt, wie Werkzeuge und Ansätze für die Entwicklung, Visualisierung und Analyse von Geschäftsmodellen aussehen können, die nicht ausschließlich ökonomische Ziele verfolgen, sondern auch versuchen einen Beitrag für ökologische und soziale Nachhaltigkeit zu erzielen. Wie kann man Teams bei der Entwicklung von Geschäftsideen dazu anregen, auch über nachhaltigkeitsorientierte Alternativen und Varianten nachzudenken? Die Wirtschaftsinformatik befasst sich bereits seit einigen Jahren mit der softwaregestützten Gestaltung von betrieblichen Prozessen, insbesondere mit Hilfe formaler Modellierungsansätze. Das Wissen in Bezug auf die Visualisierung und Modellierung wurde auf das Feld der Geschäftsmodelle übertragen, um dabei neue Ansätze in Richtung nachhaltiger Entwicklung zu erforschen. Meine Arbeit ordnet sich daher in die Themenschwerpunkte der visuellen Geschäftsmodellentwicklung und deren softwarebasierten Unterstützung sowie der multidimensionalen Nachhaltigkeit ein.

Was ist eine zentrale Erkenntnis Ihrer Forschung zu nachhaltigen Geschäftsmodellen und welche Chancen entstehen durch den digitalen Wandel?

Der digitale Wandel eröffnet neue Möglichkeiten für Geschäftsmodelle selbst aber auch für die Entwicklung und Gestaltung der Geschäftsmodelle. Auf der Ebene der Geschäftsmodelle können bspw. innovative Lösungen für das gemeinschaftliche Teilen von Produkten, das Nachvollziehen von Bedingungen innerhalb einer Lieferkette oder die Zugänglichkeit zu bestimmten Diensten wie Bildung gefördert werden. Dadurch ergeben sich etwa Chancen für soziale und ökologische Aspekte einer nachhaltigen Entwicklung. In Bezug auf die Entwicklung entsprechender Modelle können u. a. softwarebasierte Assistenten zur Gestaltung und Reflexion von Geschäftsmodellen, Generatoren für das automatisierte Vorschlagen von Ideen oder Ansätze aus der Sprachverarbeitung zur Identifikation von aktuellen Trends und Anforderungen eingesetzt werden. In unseren Arbeiten haben wir uns vor allem mit der Entwicklungsperspektive befasst und Werkzeuge erprobt, die das kollaborative und kreative Gestalten von Geschäftsideen unter Berücksichtigung von nachhaltiger Entwicklung unterstützen.

Sie setzen sich zudem dafür ein, Studierende für wissenschaftliches Arbeiten zu motivieren. Was ist hier Ihr Ansatz?

Wir versuchen insbesondere im Master-Studium wissenschaftliche Werkzeuge und Methoden zu lehren und einzuüben, um den Studierenden das Handwerkzeug für ihre Seminare und Abschlussarbeiten aber auch für eine mögliche weitere Laufbahn in der Wissenschaft zu vermitteln. Dazu haben wir verschiedene Angebote wie zum Beispiel eine Vorlesung zu ‚Theorien und Forschungsmethoden‘ in der Sebastian Bräuer und ich über aktuelle Entwicklungen in der Wirtschaftsinformatik sprechen und dabei Erkenntnisse und Anekdoten aus der eigenen Forschung sowie von (internationalen) Konferenzen integrieren oder auch engere Zusammenarbeiten mit Studierenden bei denen ich unterstütze erste Paper-Projekte zu publizieren. Darüber hinaus binden wir Aspekte des wissenschaftlichen Arbeitens und Ergebnisse aus der Forschung in Veranstaltungen ein wie zum Beispiel bei ‚Geschäftsmodelle und Nachhaltigkeit‘ bei der ich gemeinsam mit Maren Stadtländer und Ralf Knackstedt regelmäßig größere Anpassungen vornehme, um die Aktualität hochzuhalten. Die Forschung an wissenschaftlichen Methoden selbst finde ich persönlich sehr spannend, arbeite selbst in verschiedenen, hochschulübergreifenden Teams daran und hoffe Einiges daraus den Studierenden zugänglich machen zu können.

Das Interview führte Isa Lange.

]]>
Fachbereich 4 Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Informationssysteme und Unternehmensmodellierung Pressemeldungen
news-19969 Fri, 18 Dec 2020 20:43:00 +0100 Kulturpolitik: Künstlerische Interventionen in der Kulturellen Bildung https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/kulturpolitik-kuenstlerische-interventionen-in-der-kulturellen-bildung/ Ein Forschungsteam um Prof. Dr. Birgit Mandel entwickelt das Stipendienprogramm „Künstlerische Interventionen in der Kulturellen Bildung“. Die Qualifizierung und das Zertifikat für Kunstschaffende verschiedener Disziplinen am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim wird von der Stiftung Mercator gefördert. Ein bundesweiter Zertifikatskurs, entwickelt durch das Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim in engem Austausch mit Praxispartner*innen, bietet insgesamt 30 Künstler*innen verschiedener künstlerischer Bereiche die Möglichkeit, sich für Arbeitsprojekte in der Kulturellen Bildung an Schulen und anderen Organisationen zu professionalisieren. Damit verbunden ist die Ausbildung als Trainer*in für zukünftige Zertifikatskurse „Künstlerische Interventionen in der Kulturellen Bildung“.

„Mit diesem dreijährigen Projekt möchten wir auf Grundlage unserer Forschungserkenntnisse die hohe Bedeutung der künstlerischen Arbeit für Bildungsprozesse stärken“, sagt Prof. Dr. Birgit Mandel. Die Wissenschaftlerin forscht und lehrt im Bereich Kulturvermittlung und Kulturmanegement an der Universität Hildesheim.

Hohe Bedeutung der künstlerischen Arbeit für Bildungsprozesse

Ziel ist die Entwicklung und Implementierung einer zertifizierten Weiterbildung, die den besonderen Wert künstlerischer Expertise für kulturelle Bildung sichtbar und fruchtbar macht. Die Künste haben für Bildungsprozesse besonderes Potential, denn sie ermöglichen „ästhetische Differenzerfahrungen“ jenseits der Alltagswahrnehmung. Die Erfahrungen von künstlerischen Prinzipien im Sinne eines entdeckungsgeleiteten Lernens können bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Neugierde, eigenständiges und unkonventionelles Denken und Handeln anregen, Erfahrungen von Selbstwirksamkeit verstärken sowie für komplexe gesellschaftliche Zusammenhänge sensibilisieren.

Die Stiftung Mercator schließt ihr langjähriges Engagement für die Kulturelle Bildung in Deutschland mit diesem Projekt ab. In den Zertifikatskurs und die begleitende Publikation sollen sämtliche, in vorangegangenen Projekten der Stiftung Mercator erarbeiteten Materialien zur Kulturellen Bildung eingehen ebenso wie eine Auswertung der zentralen wissenschaftlichen Publikationen in diesem Feld. In enger Zusammenarbeit mit den fünf von der Stiftung Mercator initiierten Kunstlaboren für Bildende Kunst, Literatur, Musik, Tanz und Theater sowie dem Bundesverband Kulturagent*innen für kreative Schulen sollen dabei insbesondere die ästhetisch-künstlerischen Potentiale in der Zusammenarbeit von Kunstschaffenden mit Bildungsinstitutionen erschlossen werden.

Qualifizierung für Kunstschaffende: Kulturelle Bildung an Schulen und in Kultureinrichtungen

Begleitend zu den in der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel geplanten Präsenzveranstaltungen des Zertifikatskurses wird eine digitale Lern-Plattform zur Verfügung gestellt, die Inhalte zum Download sowie eine Toolbox mit Methoden bereitstellt.

Gleichzeitig wird dieser Pilotkurs im Rahmen einer prozessbegleitenden Evaluation in enger Kooperation mit den teilnehmenden Künstler:innen dafür genutzt, spezifische Qualitätskriterien zur Projektentwicklung und zur Weiterbildung von Kunstschaffenden im Bereich Kulturelle Bildung zu etablieren.

Nach der Pilotphase in Hildesheim und Wolfenbüttel soll der Kurs auch in Organisationen in anderen Bundesländern statuiert werden. Projektträger ist die Stiftung Universität Hildesheim, an der ein Expert*innen-Team mit langjähriger Erfahrung im Bereich der Qualifizierung von Kunstschaffenden unter Leitung von Prof. Mona Jas und Prof. Dr. Birgit Mandel das Curriculum entwickelt.

Das Institut für Kulturpolitik verfügt über ausgewiesene wissenschaftliche Expertise in der Kulturellen Bildung, Kulturvermittlung und Kulturmanagement, der Fachbereich II „Kulturwissenschaften und ästhetische Kommunikation“ der Universität Hildesheim steht für eine an künstlerischen und ästhetischen Prozessen orientierte Lehre und Forschung.

Stipendium: Bewerbung bis 31. Januar 2021 möglich

Für eine Teilnahme an dem Programm können sich Kunstschaffende verschiedener Disziplinen bewerben, die bereits Erfahrungen aus Projekten in der Kulturellen Bildung mitbringen. Der Kurs richtet sich an Kunstschaffende der Bereiche Bildende Kunst, Literatur, Medien, Musik, Performance, Theater, zeitgenössischer Tanz und interdisziplinärer Bereiche. Die Teilnahme an diesem Pilotprojekt ist für die ausgewählten Stipendiat:innen bis auf die Reisekosten kostenlos und wird durch die Förderung der Stiftung Mercator ermöglicht. Bewerbungen sind bis zum 31.01.2021 unter zertifikatskurs@uni-hildesheim.de möglich. Hier finden Sie weitere Informationen zur Bewerbung.

]]>
Fachbereich 2 Kulturpolitik Pressemeldungen
news-19443 Fri, 18 Dec 2020 18:22:00 +0100 Professor für Politikdidaktik und Politische Bildung: Interview mit Marc Partetzke https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/professor-fuer-politikdidaktik-und-politische-bildung-interview-mit-marc-partetzke/ Seit 2020 forscht und lehrt Prof. Dr. Marc Partetzke als Professor für Politikdidaktik und Politische Bildung am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim. Im Interview gibt der Politikwissenschaftler Einblicke in seine Arbeit. Seit Frühjahr 2020 forscht und lehrt Prof. Dr. Marc Partetzke als Professor für Politikdidaktik und Politische Bildung am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim. Zuvor war er Senior Lecturer für Politikwissenschaft und ihre Didaktik an der Universität Bremen und arbeitete als Vertretungsprofessor für die Didaktik der Sozialwissenschaften an der Bergischen Universität Wuppertal.

Marc Partetzke hat die Fächer Deutsch und Sozialkunde für das Lehramt an Gymnasien sowie Deutsch als Fremdsprache an der Friedrich-Schiller-Universität Jena studiert. Die Promotion folgte ebenfalls an der FSU Jena mit der Arbeit „Biographisch-personenbezogener Ansatz in der Politischen Bildung und politikdidaktische (Auto-)Biographieforschung: Theoretische und empirische Grundlegung“.

Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die politikdidaktische (Auto-)Biographieforschung, Politische Kultur und Politische Bildung, die interdisziplinäre sozialwissenschaftliche Bildung, die historisch-politische Bildung mit Schwerpunkt auf der ehemaligen Deutsche Demokratische Republik, die hermeneutische Politikdidaktik, politikdidaktische Ansätze und Prinzipien sowie Leistungsfeststellung und Leistungsbeurteilung im sozialwissenschaftlichen Unterricht.

Interview mit Prof. Dr. Marc Partetzke

„Im Wesentlichen fördert das Fach Politik die Analysekompetenz, Urteilskompetenz und Handlungskompetenz, denn es geht immer darum, Schülerinnen und Schüler zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern heranzubilden“

Herr Professor Partetzke, Sie forschen und lehren seit Frühjahr 2020 an der Universität Hildesheim als Professor für Politikdidaktik und Politische Bildung. Wie haben Sie das erste digitale Semester aufgrund der Coronavirus-Pandemie erlebt?

Zu Beginn waren sicher Verunsicherung, Überforderung und ein gewisses Maß an Orientierungslosigkeit dominierend, denn es war und ist ja nicht „nur“ ein Semester mit Corona, vielmehr ist unser aller Leben, also auch jenseits von Universität, ordentlich durcheinander gewirbelt worden. Gleichzeitig habe ich aber auch den Eindruck, dass die Universität im Ganzen wie auch ihre Angehörigen im Einzelnen recht schnell ein hohes Maß an Handlungsfähigkeit und -sicherheit zurückgewonnen haben. Persönlich habe ich jedenfalls die Informationsflüsse als effizient empfunden, die Kommunikation als klar und transparent und die Umstellung auf digitale Lehre als relativ reibungslos. Froh bin ich auch darüber, dass es keine Schnellschüsse gegeben hat, mancherorts ist ja auf datenschutzrechtlich überaus bedenkliche Lösungen gesetzt worden. Zwar gehöre ich nicht zu jenen, die meinen, dieser Krise mit ihren weltweit zahlreichen Toten und all‘ ihren Begleiterscheinungen irgendwelche Chancen abringen zu müssen, gleichwohl habe ich aber unter anderem das Gefühl, dass auch die Angehörigen der Universität etwas enger zusammengerückt sind. So scheint mir der Ton etwas empahtischer, das wechselseitige Verständnis etwas größer zu sein, als dies vor dieser Krise der Fall gewesen ist. Und um auch das deutlich zu sagen: Nach meinem Dafürhalten haben die Krisenstäbe – ob nun mit Blick auf die Universitätsleitung, das CeLeB oder Institutsebene – herausragendes geleistet und verdienen allergrößten Respekt und Anerkennung.

Zum jetzigen Zeitpunkt freilich nicht mehr als ein frommer Wunsch, aber ich sehne mir tatsächlich tagtäglich wieder die Präsenzlehre herbei, deren Verlagerung in den digitalen Raum meines Erachtens immer nur eine Notlösung sein kann. Zwar waren zuletzt immer wieder Stimmen vernehmbar, die die Corona-Krise zum Anlass genommen haben, das Ende der Massenuniversität, das sich angeblich schon vor der Krise abgezeichnet habe, auszurufen. Nach meinem Dafürhalten kommt darin aber ein eigentümlich verkürztes Verständnis von Universität und akademischer Lehre zum Ausdruck. Insofern ist das sogenannte „hybride“ Wintersemester für mich schon eine Art Lichtblick.

Was macht man eigentlich als Professor für Politikdidaktik und Politische Bildung? Worum geht es in Ihrem Beruf?

Im Wesentlichen dreht sich meine Arbeit um Lehre, Forschung und Transfer, um das, was ich erforsche, etwa in der Zusammenarbeit mit Schulen und Vereinen, einem breiteren Kreis zugänglich zu machen. In der Lehre bilde ich angehende Lehrerinnen und Lehrer im Fach Politik für das Grund-, Haupt- und Realschullehramt aus. Hinzu kommt die Fortbildung von Lehrerinnen und Lehrern, die in Niedersachsen an die Universität angedockt ist.

Die Lehre ist mit der Forschung verzahnt. Als Fachdidaktiker beschäftige ich mich mit didaktischen Grundfragen – wer lernt was wann, wie, warum, wozu, womit, wo und mit wem? Was ist so wichtig, das es gelernt und gelehrt werden muss? Die Antworten darauf sind freilich immer nur vorläufig, weil auch wir als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler keine Glaskugel haben und nicht wissen, ob das, was wir heute als wichtig erachten, in zehn, zwanzig, dreißig Jahren noch relevant ist – das ist eine Herausforderung, macht die Arbeit aber auch total interessant. Seit dem sogenannten PISA-Schock ist die Frage „Wozu lernen wir das?“ sehr wichtig geworden. Gibt es Ziele politischer Bildung, die sich in Kompetenzen formulieren und diagnostizieren lassen? Was sind die Kompetenzen, die in Lehr-Lern-Prozessen anvisiert werden und wie kann ich auf diagnostischer Grundlage bessere, individuellere Lernangebote machen? Im Wesentlichen fördert das Fach Politik die Analysekompetenz, Urteilskompetenz und Handlungskompetenz, denn es geht immer darum, Schülerinnen und Schüler zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern heranzubilden.

„Ich würde mir wünschen, dass die Daueraufgabe, Demokratie zu lernen, zu leben und weiterzuentwickeln, viel stärker in der Schule verankert wäre“

Welche Aufgaben hat in der heutigen Zeit die politische Bildung in einer Demokratie?

Ich erinnere in diesem Zusammenhang gerne an den Staatsrechtler Ernst Wolfgang Böckenförde und sein berühmtes Zitat „Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann.“ Politische Bildung in einer Demokratie ist deshalb eine Daueraufgabe. Demokratinnen und Demokraten fallen schließlich nicht vom Himmel. Weil die Staatsform Demokratie extrem vorraussetzungsvoll ist, ist politische Bildung eine zeitunspezifische, eine Daueraufgabe. Im Kern geht es ihr darum, mündige Bürgerinnen und Bürger heranzubilden, die kompetent am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Das heißt freilich nicht, dass es nicht auch zeitspezifische Aufgaben gibt – im Moment sind das die Digitalisierung, Inklusion, aber auch solche Phänomene wie Hate Speech. – Im Übrigen freue ich mich sehr darüber, dass das neue Studienprogramm „Digitale Sozialwissenschaften“ an der Universität Hildesheim startet, das das Institut für Sozialwissenschaften mitentwickelt hat. –

Das Problem ist allerdings, dass der politischen Bildung häufig eine Art Feuerwehrfunktion zugeschrieben wird – es passiert etwas Schreckliches wie beispielsweise Übergriffe auf Geflüchtete oder Hakenkreuz-Schmierereien und die politische Bildung soll es dann unter anderem durch kurzfristige Finanzspritzen und mittles hastig entworfener Programme richten. Angesichts der oben genannten Herausforderungen und der Verantwortung, die politische Bildung übernimmt, würde ich mir aber wünschen, dass die Daueraufgabe, Demokratie zu lernen, zu leben und weiterzuentwickeln, viel stärker in der Schule verankert wäre, als dies bislang der Fall ist. Das würde also unter anderem bedeuten, dass Politik nicht nur ein Kleinstfach mit einer oder zwei Wochenstunden ist.

„In Hildesheim ist der gesamte Lehramtsbereich meinem Eindruck nach viel deutlicher im Fokus als das an großen und mittelgroßen Universitäten der Fall ist. Ich habe es selten erlebt, dass eine Universität so unglaublich kollegial auftritt.“

Warum haben Sie sich für Hildesheim und das Institut für Sozialwissenschaften als künftigen Ort Ihrer Forschung und Lehre entschieden?

Ich finde es überaus reizvoll, an einer Profiluniversität zu forschen und zu lehren. In Hildesheim ist der gesamte Lehramtsbereich meinem Eindruck nach viel deutlicher im Fokus als das an großen und mittelgroßen Universitäten der Fall ist, an denen das Lehramtsstudium häufig nebenher läuft.

Die Möglichkeit, meine Energie unter anderem in den Aufbau der Professur zu investieren, ist eine unglaublich tolle Herausforderung. Dass ich den Ruf angenommen habe, hat aber auch sehr viel mit den bisherigen Begegnungen und Chancen zu tun. Ich habe es selten erlebt, dass eine Universität so unglaublich kollegial auftritt – vom Institut, über das Dekanat bis hin zum Präsidium erlebe ich ein offenes, warmherziges, von Unterstützung geprägetes Klima – solche Arbeitsbedingungen sind für mich, wie wohl für jede Wissenschaftlerin und jeden Wissenschaftler, extrem wichtig. Ich habe also richtig Lust und richtig Spaß daran, in Hildesheim zu arbeiten.

In seiner Dissertation hat Marc Partetzke erforscht, wie es gelingen kann, das Schülerinnen und Schüler einen Zugang zu Politik finden

Welche Forschungsfrage steht aktuell im Mittelpunkt Ihrer Arbeit – welchem Problem sind Sie gerade auf der Spur?

Das Schöne an der Fachdidaktik, und manchmal auch das Schwierige, ist, dass wir Fachdidaktikerinnen und Fachdidaktiker eine Art Zwischenstellung einnehmen. Wir haben auf der einen Seite die Wissenschaft, da ist Erkenntnis leitend. Und wir haben die Praxis vor allem in der Schule auf der anderen Seite, da ist im Wesentlichen Brauchbarkeit der Maßstab. Was sich also in der Praxis nicht bewährt, wird im Grunde genommen fallen gelassen. Insofern bildet die Fachdidaktik meinem Verständnis nach eine Art Scharnier zwischen diesen beiden Welten. Das handelt uns freilich manchmal noch den Vorwurf ein, wir seien keine ernstzunehmende Wissenschaft, aber wenn wir die Praxis nicht ernst nehmen, entkoppeln wir uns immer weiter von ihr und entziehen uns damit ein Stück weit selbst unsere Daseinsberechtigung. Nicht zuletzt deshalb suche ich in Hildesheim etwa den Kontakt zu Partnerschulen.

In meiner Dissertation habe ich mich mit der Frage beschäftigt, wie es gelingen kann, das Schülerinnen und Schüler einen Zugang zu Politik finden. Das kann zum Beispiel funktionieren, indem sie sich mit Biografien beschäftigen, und zwar nicht nur jenen des politischen Personals sondern auch mit denen „normaler“ Bürgerinnen und Bürger. Mit Kolleginnen aus Bremen habe ich diesen biografiebasierten politikdidaktischen Ansatz an mehreren Schulen implementieren können. Lehramtsstudierende und Schülerinnen und Schüler haben Tandems gebildet und sich mit Arbeitsbiografien von Beschäftigten aus Bremer Großbetrieben befasst. Abgesehen von dieser neuen Art der Berufsorientierung haben die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler durch die Beschäftigung mit diesen Biografien gewissermaßen selbstläufig auch einen Zugang zu und einen Einblick in die hinter diesen Biografien liegenden politischen Ideen, Strukturen und Funktionslogiken erhalten – also etwa Arbeitnehmerinnenrechte, Strukturwandelprozesse, das Verhältnis von Arbeit und Kapital usw. Zwei der drei beteiligten Schulen haben diesen Ansatz später in ihr Curriculum aufgenommen und verstetigt und es macht mich auch ein wenig stolz, dass weitere Schulen im Bundesgebiet und darüber hinaus, etwa in Österreich, ihn ebenfalls adaptiert haben.

Was kennzeichnet Ihre Lehre – womit beschäftigen Sie und Ihre Studentinnen und Studenten sich zum Beispiel?

Ich versuche immer, Lehre auf Augenhöhe zu gewährleistein. Dafür ist das Format des Seminars toll, denn Seminare sind echte Lernzeit, man kommt ins Gespräch, diskutiert, ich lerne häufig viel von meinen Studierenden. Trotz aller Spezialisierung versuche ich, so gut es geht, eng an der aktuellen Forschung im gesamten Fach „dranzubleiben“ – das sind zur Zeit insbesondere die Themen Inklusion, Digitalisierung und politische Bildung in der super-diversen Gesellschaft und in Zeiten gesellschaftlichen Wandels.

Im Bereich der Digitalisierung setzen wir uns etwa mit alternativen Fakten, Fake News und Informationskompetenz auseinander – wo bekomme ich meine Informationen her, bin ich in der Lage, diese einzuordnen, zu interpretieren, möglicherweise selber Informationen zu produzieren? Übrigens habe ich die Auswertungen meiner Lehrveranstalungsevaluationen einsehen können – natürlich ist immer Luft nach oben, aber die Ergebnisse zeigen, dass die Studierenden meine Art der Lehre wertschätzen, was mich extrem freut und Ansporn dafür ist, sie noch besser zu machen.

Die Fragen stellte Isa Lange.

(Interview erstveröffentlicht am 25.09.2020.)

]]>
Fachbereich 1 Sozialwissenschaften Politik Pressemeldungen
news-20026 Fri, 18 Dec 2020 17:48:58 +0100 Schreiben von Präsident Friedrich: „Von Ihnen hängt ganz entscheidend die Zukunft unseres Landes, unserer von Freiheit und Vielfalt geprägten Demokratie ab“ https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/schreiben-von-praesident-friedrich-von-ihnen-haengt-ganz-entscheidend-die-zukunft-unseres-landes-un/ Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich wendet sich mit einem Schreiben an die Studierenden der Univeristät Hildesheim. Hier lesen Sie das Schreiben an die Studierenden
von Präsident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich vom 18. Dezember 2020 (PDF)

Die aktuelle Entwicklung der Coronavirus-Pandemie zeige eindringlich, „dass wir äußerst vorsichtig handeln müssen", so Präsident Friedrich in seinem Schreiben an die Studierenden vom 18.12.2020. Friedrich fordert von der Politik Vorbereitungen für Massentests und Impfungen an den Hochschulen.

Die fast neunzehnjährige Amtszeit von Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich als Präsident der Universität Hildesheim endet am 31. Dezember 2020. „Ich bedauere sehr, dass der Abschied auf diesem Weg erfolgen muss. Wir haben an unserer Universität Hildesheim sehr viel erreicht“, so Friedrich.

Seid neugierig! Gebt nie auf! Lasst eurer Phantasie freien Lauf! Gestaltet die Zukunft!

Präsident Friedrich erinnert in seinem Schreiben an die Studierenden an den Physiker Stephen Hawking und dessen Appell „Seid neugierig! Und ganz egal, wie schwierig euch euer Leben vorkommt: Es gibt immer etwas, das ihr tun – das ihr erfolgreich tun könnt. Gebt nie auf, das ist am wichtigsten! Lasst eurer Phantasie freien Lauf! Gestaltet die Zukunft!“.

Friedrich appelliert: „Von Ihnen hängt ganz entscheidend die Zukunft unseres Landes, unserer von Freiheit und Vielfalt geprägten Demokratie ab." Der Wissenschaftler Ugur Şahin und die Wissenschafllerin Özlem Türeci stehen für beides, für die  Freiheit der Wissenschaft und die Vielfalt der deutschen Gesellschaft, so Friedrich. „Sie haben ihrer wissenschaftlichen Neugierde freien Lauf gelassen und tragen durch ihren Erfolg maßgeblich dazu bei, dass wir eine gute Zukunft haben."

Weitere Information:

Die neunzehnjährige Amtszeit des Politikwissenschaftlers Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich endet zum 31. Dezember 2020. Die Amtsübergabe der Präsidentschaft der Universität Hildesheim von Professor Friedrich an Prof. Dr. May-Britt Kallenrode findet am Mittwoch, 13. Januar 2021, statt.

]]>
Präsidentin Präsident Pressemeldungen
news-20024 Fri, 18 Dec 2020 12:24:00 +0100 Neuer Anlauf 2021: Sportstudien in der Corona-Zeit https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/neuer-anlauf-2021-sportstudien-in-der-corona-zeit/ Teil 4 der Serie "Forschung in Zeiten der Pandemie": Der Startzeitpunkt war denkbar ungünstig: Im März 2020 wollte Prof. Sebastian Gehlert eine sportwissenschaftliche Studie mit knapp 50 Proband*innen beginnen. Nun hat er das Projekt verschoben – der empirische Teil soll nach dem aktuellen Lockdown losgehen. Wer viel und abwechslungsreich trainiert und die Belastung kontinuierlich steigert, wird immer leistungsfähiger – ganz so einfach könnte es laut Sportwissenschaftler Sebastian Gehlert vielleicht doch nicht sein. In einer vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BIS) geförderten Studie geht der 44-Jährige der Frage nach, ob im leistungssportlichen Training ein Punkt erreicht wird, an dem eine hohe Trainingsbelastung keinen zusätzlichen Benefit mehr bringt, beziehungsweise umgekehrt eine Trainingsreduktion keine Verschlechterung der (Kraft-)Leistung.

Im März 2020 hätte die Studie anlaufen sollen, insgesamt 48 Proband*innen sollen dabei über einen Zeitraum von gut vier Monaten unter vorgegebenen und engmaschig begleiteten Bedingungen trainieren. „Das können Individual- oder Mannschaftssportler*innen sein, die Ausgangssportart ist grundsätzlich egal, solange generell regelmäßig trainiert wird“, erläutert Gehlert. Im Rahmen der Studie steht für die Teilnehmenden eine Mischung aus Kraft- und Konditionstraining, sowie zu einem kleinen Anteil Schnelligkeitstraining auf dem Programm. Trainiert werden soll in Fitnessstudios oder Krafträumen – und genau das wurde im Frühjahr zum Problem. „Im Grunde ist es zwar organisatorisch machbar, die Zeitfenster so zu legen, dass in den Trainingsräumen oder auch beim Blutabnehmen Abstände und Hygienevorkehrungen eingehalten werden“, sagt Gehlert. „Doch zu Beginn des ersten Lockdowns war ja noch völlig unklar, wie sich die Pandemie weiter entwickeln würde.“ Neben der Frage, wie der empirische Teil der Studie unter diesen Umständen umgesetzt werden könnte, ergaben sich weitere Verzögerungen dadurch, dass die für das Projekt georderten Fitness-Geräte aufgrund der Pandemie nicht zum vereinbarten Zeitpunkt geliefert werden konnten.

Deshalb vereinbarte der Wissenschaftler mit dem Geldgeber BIS eine kostenneutrale Laufzeitverlängerung mit neuem Starttermin im Oktober. „Nur leider ging genau zu diesem Zeitpunkt bundesweit die Zahl der Infizierten ja wieder nach oben.“ Dennoch ist das Projekt nun angelaufen und in der Vorbereitungsphase. Die neuen Geräte müssen installiert und getestet und die am Projekt beteiligten Hilfskräfte für ihren Einsatz geschult werden. Anfang des kommenden Jahres sollen die ersten Proband*innen mit ihrem speziell abgestimmten Training starten. „Zunächst mit einer vierwöchigen progressiven Belastungssteigerung, im späteren Verlauf modulieren wir die Trainingsbelastung über mehrere Monate.“ Mit Krafttests sowie Blutuntersuchungen sollen die Effekte der verschiedenen Phasen messbar gemacht werden. Die Frage der Raumnutzung und das Hygienekonzept will Gehlert vor dem Starttermin mit der Hochschulleitung noch im Detail abstimmen, an den Blutabnahmen, für die ohnehin besondere Schutzmaßnahmen nötig sind, ist der Mediziner Dr. Johannes Willers eingebunden.

Dass lange Trainingspausen der Proband*innen im Corona-Jahr 2020 die Ausgangswerte beeinflussen könnten, glaubt Gehlert, selbst ehemaliger Leistungssportler, nicht. „Auch wenn nicht im Team trainiert wurde, so haben die meisten Sportler*innen dennoch Wege und Möglichkeiten gefunden, ein strukturiertes Training auch in diesem Jahr aufrecht zu erhalten – in vielen Fällen sogar intensiver als sonst.“

 

Text: Sara Reinke

 

____________________________________

Zur Person:

Prof. Dr. Sebastian Gehlert ist Sportwissenschaftler an der Universität Hildesheim und der Deutschen Sporthochschule Köln. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Trainingsoptimierung durch biologische und physiologische Einflussfaktoren. Der 44-Jährige ist selbst als aktiver Sportler in diversen Disziplinen zuhause – von der Leichtathletik bis zum Fallschirmsprung.

___________________________________

Ihr Forschungsprojekt ist ebenfalls durch die Corona-Pandemie in besonderer Weise beeinträchtigt und Sie möchten davon berichten? Nehmen Sie gern Kontakt auf unter: wissendigital(at)uni-hildesheim.de

Teil 1 der Serie "Forschung in Zeiten der Pandemie": Prof. Dr. Martin Sauerwein berichtet aus dem Fachbereich Geographie

Teil 2 der Serie: Post-Doktorandin Wiebke Hiemesch untersucht historische Quellen aus dem Frauenkonzentrationslager Ravensbrück zunächst digital

Teil 3 der Serie: Jugendforschung unter völlig neuen Voraussetzungen - Dr. Severine Thomas im Gespräch

Erstellt von Sara Reinke

]]>
Presse Fachbereich 1 Forschung Pressemeldungen Startseite
news-20037 Fri, 18 Dec 2020 06:09:00 +0100 Weihnachtsgrüße vom Universitätsblasorchester https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/weihnachtsgruesse-vom-universitaetsblasorchester/ Das geplante Weihnachtskonzert des Universitätsblasorchesters (UBLO) muss zwar aufgrund der Corona-Pandemie ausfallen, doch die Musiker*innen schicken ihre musikalischen Weihnachtsgrüße in Form einer Videocollage an alle Universitätsmitglieder: https://youtu.be/xhFspFm1Kag

Eine erste Videocollage mit dem Lied „Everybody needs somebody“, die das UBLO bereits im August erstellte, wurde in die Begrüßung der Erstsemesterstudierenden integriert (https://www.youtube.com/watch?v=vGCXrCvmKn0). Die Musiker*innen spielten dazu ihre jeweilige Stimme zuhause ein und schickten das Video an Dirigent Volker Semmler, der die entstandenen Aufnahmen am Computer synchronisierte und zusammenschnitt. „Mit normaler Probenarbeit hatte das kaum etwas zu tun.“

Den Sommer über konnte das Universitätsblasorchester noch am Kulturcampus draußen vor dem Hofcafè oder bei weit geöffneten Toren in der Scheune proben. Zu hören waren Disneylieder wie „Under the Sea“ aus Arielle oder Melodien aus dem König der Löwen, da die Musiker*innen für ihr Disneykonzert übten, welches für die Vorweihnachtszeit geplant war.

Für Proben ab Oktober konnte ein gutes Hygiene- und Lüftungskonzept für den alten Musiksaal am Hauptcampus entwickelt werden, jedoch entschied sich Volker Semmler dazu, die Proben ausfallen zu lassen, da die Coronainfektionszahlen in Hildesheim wieder anstiegen. „Bevor wir irgendwen gefährden, lassen wir die Proben lieber aussetzen.“ Volker Semmler wünscht sich jedoch, dass das UBLO bald wieder gemeinsam musizieren kann. „Die Probenarbeit fehlt mir wirklich sehr und natürlich auch der Auftritt. Ich würde liebend gerne endlich mal wieder ein Konzert geben.“

„Wir versuchen eine große Breite an Personen zu erreichen, um zu zeigen, was für einen Spielraum Blasmusik eigentlich hat. Viele Leute denken bei Blasmusik immer an Walzer, Polka und Marsch, aber diese drei Arten von Musik spielen wir eigentlich fast gar nicht.“ Stattdessen versuchen sich die Musiker*innen an Musicals, spielen Filmmusik wie „Through Time and Space“ aus Dr. Who und kombinieren Musikstücke mit außergewöhnlicheren Instrumenten, wie zum Beispiel dem Dudelsack.

Mittlerweile haben sich 58 Musikstudierende, Studierende aus anderen Fachbereichen, Mitarbeitende, Dozierende und Ehemalige dem UBLO angeschlossen und neue Mitglieder sind jederzeit herzlich willkommen. Gespielt werden sowohl leichtere als auch anspruchsvollere Stücke, sodass Musiker*innen entsprechend ihres Könnens mitmachen und sich weiterentwickeln können. Wer mitspielen möchte, kann sich bei Dirigent Volker Semmler melden (blasorchester(at)uni-hildesheim.de).

]]>
Pressemeldungen
news-19987 Mon, 14 Dec 2020 15:13:00 +0100 Jugendforschung: "Die Corona-Projekte kamen on top dazu" https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/jugendforschung-die-corona-projekte-kamen-on-top-dazu/ Teil 3 der Serie "Forschung in Zeiten der Pandemie": Mit den bundesweiten JuCo- und KiCo-Studien haben Dr. Severine Thomas und ihr Team das Forschungsjahr 2020 zu großen Teilen einem Thema gewidmet, das vor 12 Monaten noch gar nicht absehbar war: den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf junge Menschen. Inzwischen liegen bereits Ergebnisse des zweiten JuCo-Umfragedurchlaufs vor. Trotz der zusätzlichen Aufgaben mussten dafür keine anderen Projekte zurückgestellt werden, sagt die Erziehungs- und Sozialwissenschaftlerin im Interview. Wann ist Ihnen klar geworden, dass Corona – anfangs ja noch gar nicht offiziell als Pandemie eingestuft – als gesellschaftliches Thema so groß werden würde, dass Sie ein spezifisches Forschungsprojekt dazu auf den Weg bringen wollten?

Spätestens mit dem ersten Lockdown, als auch die Schulen geschlossen wurden, ist sehr offenkundig geworden, dass die Corona-Pandemie mit Blick auf unsere Forschungs-Themenfelder Kinder, Jugend und Familie eine große gesellschaftliche Tragweite bekommen würde.

Was hat das für Ihre Jahresplanung vor allem mit Blick auf andere Forschungsprojekte bedeutet?

Im Grunde haben wir die Studien JuCo und KiCo aus unserem Forschungsverbund heraus zusätzlich zu den bestehenden Projekten gestartet. Zusätzliche Personalressourcen, vor allem für die Auswertung, haben wir aus Institutsmitteln abgedeckt, das meiste haben wir aber on top gemacht. Die Arbeit in anderen Projekten war davon jedoch nicht beeinflusst – die liefen weiter – wenn auch mit Anpassungen in der Durchführung z. b. durch die Verlagerung von Datenerhebungen oder Veranstaltungen ins Digitale.

Für die JuCo Studie sind wir eine Kooperation mit der Bertelsmann Stiftung eingegangen, wodurch zusätzliche Auswertungsschritte möglich wurden. Weiterhin haben wir in dieser Kooperation Workshops mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen durchgeführt, in denen wir über die Ergebnisse diskutiert haben. Aus dieser gemeinsamen Arbeit heraus wird noch Ende 2020 eine Publikation entstehen, die die jungen Menschen erarbeitet haben.

Ein weiteres großes Projekt, das zu Beginn der Corona-Krise neu und ad hoc dazugekommen ist, ist das Vorhaben Forum Transfer, eine Austauschplattform für den Fachkräfte in der Kinder- und Jugendhilfe, die insgesamt rund 20 Millionen Menschen in Deutschland (inklusive Bereitstellung der Kindertagesbetreuung) adressiert. Ziel des durch das Bundesfamilienministeriums geförderten Projekts war es, die Arbeitsfähigkeit der unterschiedlichen sozialen Dienste in Zeiten von Corona aufrechtzuerhalten. Insbesondere der Kinderschutz und die Bereitstellung von Beratung und Freizeitangeboten auch während der Pandemie waren hier wichtige Themen. Diese wurden auch im Rahmen von Online-Expert*innengesprächen bearbeitet und viele Materialien (Dokumente aus der Praxis, Podcasts mit Expert*innen und Erklärvideos) für alle Interessierten zur Verfügung gestellt. In diesem Projekt haben wir mit dem Institut für Sozialpädagogische Forschung in Mainz, der Internationalen Gesellschaft für erzieherische Hilfen in Frankfurt sowie dem Deutschen Institut für Jugendhilfe- und Familienrecht in Heidelberg zusammen.

Es ist schwer zu sagen, aber ich würde schätzen, dass die Forschung zum Thema Corona-Auswirkungen im Verlauf des vergangenen Sommersemesters zeitweilig etwa die Hälfte meiner Arbeitszeit in Anspruch genommen hat.

Gab es so etwas wie eine Ausgangsthese in Bezug auf die Situation speziell von Jugendlichen in der Krise? Wie lautete diese?

Wir sind in dem Forschungsverbund Kindheit-Jugend-Familie in der Corona Zeit sehr ergebnisoffen gestartet, waren uns aber schnell einig, dass junge Menschen in der Öffentlichkeit in Bezug auf ihr Verhalten in der Pandemie generell in einem eher schlechten Licht dargestellt wurden. Da war viel von Missachtung der Abstandsregeln die Rede und von Corona-Partys. Dazu war unsere Vermutung, dass wir dieses Bild so nicht bestätigt finden, wenn wir die Jugendlichen selbst befragen. Und das hat sich auch bestätigt. Junge Menschen setzen sich, so die Ergebnisse unserer Studie, sehr ernst und differenziert mit den Lebensbedingungen während der Pandemie auseinander. Ebenso zeigte sich, dass sich junge Menschen bei politischen Entscheidungen zu wenig einbezogen fühlen. Auf die Frage „Fühlst du dich gehört?“ haben wir sehr differenzierte Antworten bekommen.  

Welche der bisherigen Ergebnisse haben Sie besonders überrascht?

Überrascht hat mich, welche hohe psychische Belastung die Pandemie für viele junge Menschen mit sich bringt. Viele haben das gar nicht nur auf sich selbst bezogen, sondern ihre Ängste und Sorgen im Kontext ihrer familiären Situation beschrieben. Jugendliche stehen eben nicht als Solitär für sich, sondern sind in soziale Strukturen eingebunden. Sie machen sich Sorgen um Angehörige – um deren Gesundheit, in manchen Fällen auch um den Verlust des Arbeitsplatzes ihrer Eltern. Auch die gesellschaftlichen Auswirkungen insgesamt, nicht nur ihre eigenen Lebenswelten, haben die jungen Menschen im Kopf.

Sie haben mit Freitext-Passagen gearbeitet – einige Zitate daraus sind in Ihren beiden Kurzberichten zu JuCo1 und JuCo2 nachzulesen. Gab es eine Äußerung, die Sie ganz persönlich besonders berührt hat?

Es gab mehrere, die mich beschäftigt haben. Einige der Studienteilnehmer*innen haben zum Beispiel sehr gravierende psychische Probleme benannt. Eine Antwort lautete sinngemäß: „Ich bin froh, dass wir jetzt den Lockdown haben, denn ich habe eine Sozialphobie und fühle mich besser, weil es nun gesellschaftlich akzeptierter ist, nicht vor die Tür zu gehen.“ Es gab weitere Beispiele, die ähnlich lauteten. Es gibt auch junge Menschen mit einer Depression, für die nun der Kontakt zum Therapeuten oder zur Therapeutin erschwert ist. Oder Jugendliche, die sich sehr einsam fühlen, aber gleichzeitig auch sagen, ihren Eltern bestimmte Dinge nicht anvertrauen zu können.  In den Freitext-Antworten haben wir eine sehr dankbare Resonanz bekommen, sich über diesen Fragebogen überhaupt zu der eigenen Situation äußern zu können. Insofern sind die JuCo-Studien auch als politisches Instrument zu sehen, jungen Menschen in der derzeitigen Krise eine Stimme zu verleihen.

Auf welchen Kanälen haben Sie die Studien-Teilnehmer angesprochen?

Wir haben unsere eigenen Fachverteiler genutzt, dazu in kleinem Umfang Instagram und Facebook, aber auch private Kontakte – im Grunde hat sich das wie ein Schneeballsystem fortgesetzt. Etwa ein Drittel der Umfrageteilnehmer*innen stammte aus Niedersachsen, auch Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg waren stark vertreten, aber wir haben tatsächlich Menschen in allen 16 Bundesländern erreicht.

Sie haben ein Durchschnittsalter von 19 Jahren und einen Frauenanteil von zwei Dritteln ermittelt. Die in den Kurzberichten zitierten Freitext-Formulierungen legen eher ein höheres Bildungsniveau nahe. Können Sie sagen, inwieweit das Teilnehmerfeld repräsentativ für die Gesamtheit der Altersgruppe ist?

Eine repräsentative Studie sind die JuCo-Studien nicht, dafür hätten wir ein ganz gezieltes Sampling machen müssen. Wir haben viele junge Menschen erreicht, die auf Gymnasien gingen – so deuten es zumindest die Freitexte an. Hier wurde oft auf die Befürchtung Bezug genommen, das Abitur vielleicht nicht zu schaffen.  Und natürlich haben wir über unsere eigenen fachlichen Kontexte auch zahlreiche Studierende erreicht. Wir hatten der JuCo 1 Studie einen sehr geringen Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund, da haben wir in JuCo2 durch andere Strategien der Verteilung noch einmal nachgesteuert. Wir haben auch entschieden, den Fragebogen zusätzlich in leichter Sprache anzubieten. Davon haben etwa neun Prozent der Befragten Gebrauch gemacht. Aber ein echter Querschnitt durch die Altersgruppe ist das Datensample dennoch nicht.

Obwohl Sie ausdrücklich eine schnelle Herausgabe erster Ergebnisse der ausführlichen Analyse vorangestellt haben, leiten Sie daraus schon die klare Empfehlung ab, nicht von einer „Generation Corona“ zu sprechen. Weil Sie eine self-fulfilling prophecy befürchten?

Nach einem Dreivierteljahr Pandemiezeit finde ich es verfrüht, einer ganzen Generation auch mit Blick auf deren zukünftige Erfahrungen schon diesen Stempel aufzudrücken. Damit nimmt man den jungen Menschen die Selbstwirksamkeit, die Option, Prozesse in ihrem Leben selbst zu gestalten, und unterstellt der aktuellen Situation eine Bedeutung, die sie vielleicht gar nicht haben wird.  Zudem ist die Gruppe der jungen Menschen auch sehr heterogen und sie insgesamt als „Generation Corona“ anzusprechen, finde ich schon fast fahrlässig verkürzt. Ich finde es fast wichtiger, mit jungen Menschen über ihr aktuelles Lebensgefühl im Gespräch zu bleiben.

Ist nicht zwangsläufig ein Zeitraum von mittlerweile neun Monaten „Pandemiezeit“ prägend für jemanden in der ja doch recht sensiblen Zeit des Übergangs zum Erwachsensein?

Die Erfahrungen machen sich nicht generational fest, sondern treffen alle Menschen, von Kindergartenkindern bis zu Senior*innen. Die Jugendlichen trifft es in einer besonderen Phase, aber die Spuren dieser Zeit, von der wir noch gar nicht wissen, wie lange sie dauern wird, tragen wir alle.

Lesen Sie auch Hinweise darauf heraus, dass die momentane Situation positive Effekte auf junge Menschen haben könnte? Wenn ja, in welcher Hinsicht?

Was wir in den Fragebögen sehen, ist eine hohe soziale Sensibilität unter den Jugendlichen. Ob das ein neuer Effekt ist, kann man natürlich schwer beurteilen. Aber sehr viele machen sich Gedanken, wie es anderen gerade geht, Menschen die finanziell schlechter gestellt sind beispielsweise. Auffallend ist auch der Respekt gegenüber anderen Wahrnehmungen und Einstellungen zu den Gegebenheiten dieser Krise, da können wir von den Jugendlichen noch einiges lernen.

Gibt es weitere Schlussfolgerungen, die Sie aktuell schon absehen können?

Für die verschiedenen Formen von Jugendbeteiligung muss gewährleistet sein, dass diese auch in Krisenzeiten funktionieren. Auch in einer Situation wie der jetzigen dürfen junge Menschen nicht einfach auf die Plätze verwiesen werden, unter dem Motto „Das lasst mal lieber die Erwachsenen entscheiden“. Im Moment zeigt sich jedoch sehr stark, wie fragil die Jugendrechte da tatsächlich sind.

Und als zweite Schlussfolgerung: Es muss eine Erreichbarkeit der für Kinder und Jugendlichen wichtigen Organisationen, von der Kita über die Schulen bis hin zu den Jugendzentren und Sozialarbeiter*innen, auch und gerade in solchen Ausnahmesituationen sichergestellt werden. Zusammen mit den Partner*innen aus Forum Transfer wollen wir dazu ein Projekt auf den Weg bringen, welches sich intensiv mit der Digitalisierung in der Kinder- und Jugendhilfe befassen würde. In diesem Projekt soll es darum gehen, wie bestimmte Angebote niedrigschwelliger zugänglich gemacht und die entsprechenden Infrastrukturen für Familien verbessert werden können. Digitale Formen von Beratung, Hilfe und auch Jugendarbeit wird dabei zukünftig eine wichtige Rolle spielen.

Wie werden Sie jetzt wissenschaftlich bei der Auswertung der Fragebögen weiterarbeiten? Was sind die nächsten Schritte?

Eine ausführliche Auswertung für JuCo1 liegt vor, ist aber noch nicht veröffentlicht. Im neuen Jahr werden wir auch JuCo2 noch detaillierter auswerten, auch über deskriptive statistische Aussagen hinaus. Zum Beispiel können wir über Gruppenvergleiche ggf. noch Auswirkungen für einzelnen Teilgruppen besser sichtbar machen. Dazu wird es sicher noch weitere Veröffentlichungen geben. Auch das Interesse an Fachveranstaltungen über die Ergebnisse der Studien im kleinen wie im großen Rahmen ist groß, das wird im kommenden Jahr sicherlich auch weiterhin so bleiben. In der Öffentlichkeitsarbeit erreichen wir außerdem ein Publikum weit über die wissenschaftliche Community hinaus.

Nun scheint ein Ende der Pandemie aktuell noch nicht in Sicht. Ist eine Fortsetzung der Studie, eine JuCo3-Folge, geplant? Falls ja, in welchen Punkten würden Sie die Befragung  nach den jetzt vorliegenden Erkenntnissen erneut anpassen?

Ich könnte mir für eine dritte Erhebung nach dem Ende der Pandemie einen Rückblick auf den gesamten Zeitraum vorstellen. Aber noch wissen wir ja nicht, wann dieses Ende erreicht sein wird – oder ob die Situation vorher vielleicht nochmal dramatisch schlechter wird. Die weitere Entwicklung ist entscheidend dafür, wie eine mögliche dritte Erhebung angelegt sein sollte. Die Befragung in gleichem Stil immer wieder neu aufzulegen, scheint mir auf Dauer nicht ausreichend zu sein. Da werden wir im Team des Forschungsverbundes aber weiter gemeinsam dranbleiben.

Letzte Frage: Wenn Sie einen ganz konkreten Wunsch frei hätten, um die Situation der Jugendlichen in der momentanen Lage zu verbessern, an wen würden Sie diesen adressieren – und wie lautet er?

Der naheliegendste Wunsch wäre es, dass die jungen Menschen wieder in einen Alltag zurückfinden, der natürlich nicht wieder der alte Alltag sein wird, sondern ein neuer, mit neuen Erfahrungen, ohne Corona. Institutionen von der Musikschule über Kunstprojekte bis zum Sportverein, müssen sich unter dem Eindruck der jüngsten Erfahrungen neu aufstellen, und künftig dazu beizutragen, das Erlebte aufzuarbeiten, sei es nun therapeutisch, künstlerisch, sprachlich oder in anderer Form. Das findet meiner Ansicht nach bisher noch viel zu wenig statt. Aber es ist sehr wichtig, dass die Jugendlichen Orte finden, wo sie mit ihren Themen auch über die Krise hinaus ernstgenommen werden und sich mitteilen können.

 

Interview: Sara Reinke

 

--------------------------------------------------

Zum Hintergrund

Dr. Severine Thomas ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik und forscht zu den Themen „Care Leaver“, Kinder- und Jugendhilfe, Übergangsforschung, Beteiligung, Familienbildung. Sie ist Mutter von fünf Kindern im Alter zwischen acht und 18 Jahren.

Die in diesem Jahr durchgeführten Studien JuCo1, JuCo2 und KiCo beleuchten die Situation und gesellschaftliche Einbindung von Kindern und Jugendlichen in der Corona-Pandemie. Die Studien sind entstanden im Forschungsverbund „Kindheit – Jugend – Familie in der Corona-Zeit“, an dem auch die Universitäten Frankfurt und Bielefeld beteiligt sind.

Eine weitere Studie, die bundesweit Aufmerksamkeit erzielt hat, ist die Studie Stu.diCo – Studieren digital in Zeiten von Corona. Diese Studie hat Frau Dr. Thomas gemeinsam mit einem Team im Rahmen des Projekts Fachstelle CareHOPe – Care Leaver an die Hochschulen in Niedersachsen. Online-Peerberatung im Juli 2020 durchgeführt.

 

Weiterführende Links:

Die Studien im Überblick

Politisches Papier JuCo/KiCo

Aktuelle Pressemitteilung zu JuCo2

 

___________________________________

Ihr Forschungsprojekt ist ebenfalls durch die Corona-Pandemie in besonderer Weise beeinträchtigt und Sie möchten davon berichten? Nehmen Sie gern Kontakt auf unter: wissendigital(at)uni-hildesheim.de

Teil 1 der Serie "Forschung in Zeiten der Pandemie": Prof. Dr. Martin Sauerwein berichtet aus dem Fachbereich Geographie

Teil 2 der Serie: Post-Doktorandin Wiebke Hiemesch untersucht historische Quellen aus dem Frauenkonzentrationslager Ravensbrück zunächst digital

]]>
Presse Fachbereich 1 Forschung Pressemeldungen Startseite
news-19997 Mon, 14 Dec 2020 11:26:51 +0100 Studium und Karriere im IT-Bereich https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/studium-und-karriere-im-it-bereich-1/ Die Universität Hildesheim lädt Studieninteressierte ein zum ONLINE-Info-Nachmittag „Studium & Karriere im IT-Bereich“ am Donnerstag, 17. Dezember 2020, um 17:00 Uhr. Im Bachelorstudium und Masterstudium bildet die Universität Informatikerinnen und Informatiker unter anderem in den Studienprogrammen „Wirtschaftsinformatik“, „Angewandte Informatik“, „Informationsmanagement und Informationstechnologie“ und „Data Analytics“ aus. ONLINE Info-Nachmittag „Studium & Karriere im IT-Bereich“

Wo? Die Veranstaltung wird mit dem Webkonferenzsystem auf Basis von BigBlueButton (BBB) bereitgestellt:  https://bbb.uni-hildesheim.de/b/fel-jhq-2gz

Wann? Donnerstag, 17. Dezember 2020, 17:00 Uhr - 18:30 Uhr

Während des Info-Nachmittags „Studium & Karriere im IT-Bereich“ erhalten Studieninteressierte Einblicke in die IT-Studiengänge der Universität Hildesheim.

Die Zahl der offenen IT-Stellen wird auf derzeit ca. 80.000 geschätzt. Doch was heißt das eigentlich „IT“ studieren und dann als „ITler“ arbeiten? Prof. Dr. Julia Rieck beantwortet während des Info-Nachmittags Fragen rund um das IT-/Informatik-Studium an der Universität Hildesheim; eine Absolventin und der Praktikumsbeauftragte informieren Studieninteressierte und geben Tipps für den Studieneinstieg.

Wirtschaftsinformatik, Angewandte Informatik, Informationsmanagement und Informationstechnologie und Data Analytics

Die Universität Hildesheim bietet vielfältige IT-Studienmöglichkeiten. Die Hildesheimer IT-Studienprogramme verbinden Praxis und Theorie. Im Bachelorstudium und im Masterstudium bildet die Universität Informatikerinnen und Informatiker unter anderem in den Studienprogrammen „Wirtschaftsinformatik“, „Angewandte Informatik“, „Informationsmanagement und Informationstechnologie“ und „Data Analytics“ aus.

Die Studentinnen und Studenten entwickeln zum Beispiel moderne Informationssysteme, ein Teilbereich der Informatik, der sich rasant entwickelt. Studierende lernen an der Universität Hildesheim zum Beispiel, wie man große Informationsmengen managt, große Softwaresysteme entwickelt oder Unternehmensprozesse mit IT verbessert und neue digitale Geschäftsmodelle entwickelt.  

Profunde wissenschaftliche Ausbildung mit vielfältigen Wahlmöglichkeiten

Neben einer profunden, wissenschaftlichen Ausbildung mit vielfältigen Wahlmöglichkeiten kommt auch die praktische Anwendung nicht zu kurz, wie der Dekan Prof. Dr. Klaus Schmid von der Forschungsgruppe „Software Systems Engineering“ betont. So ist ein Wirtschaftspraktikum ein fester Bestandteil aller IT-Bachelor-Studiengänge der Universität Hildesheim. Im Praktikum haben Studentinnen und Studenten die Möglichkeit, Erfahrung in der praktischen Arbeit in Unternehmen zu sammeln. Der „Arbeitskreis IT“, bestehend aus ca. 40 Unternehmen, unterstützt die Studentinnen und Studenten bei der Durchführung der Praktika.

Hildesheim ist keine Massenuniversität, stattdessen ist das Studium geprägt von viel Interaktion, Austausch und Diskurs. Befragungen von Absolventen und Absolventinnen der Universität Hildesheim zeigen, dass Studierende dieser IT-Studiengänge sehr gute Berufschancen besitzen.

Die Universität Hildesheim bildet zudem Lehrerinnen und Lehrer für Grund-, Haupt- und Realschulen aus, zum Beispiel in der Fächerkombination Mathematik und Informatik.

Die IT-Bachelorstudienprogramme „Angewandte Informatik“, „Informationsmanagement und Informationstechnologie“, sowie „Wirtschaftsinformatik“ können auch als uni-duale Studiengänge in Kooperation mit Unternehmen studiert werden.

]]>
Fachbereich 4 Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Informatik Pressemeldungen
news-19996 Mon, 14 Dec 2020 10:29:28 +0100 Soziologe Prof. Dr. Michael Corsten: Ein Jahr im Lockdown – Wie viel haben wir verloren? https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/soziologe-prof-dr-michael-corsten-ein-jahr-im-lockdown-wie-viel-haben-wir-verloren/ Der Soziologe Prof. Dr. Michael Corsten leitet an der Universität Hildesheim das Forschungsprojekt „Generation Corona?". Am 14. Dezember 2020 diskutiert der Hildesheimer Professor im SWR2 über die Folgen der Coronavirus-Pandemie aus soziologischer Perspektive. Ein Jahr im Lockdown – Wie viel haben wir verloren? Hörtipp: Ein Jahr im Lockdown – Wie viel haben wir verloren?, SWR2 Forum, 14.12.2020, 17:05 Uhr

Thomas Ihm von SWR2 diskutiert im SWR2 Forum am 14.12.2020 ab 17:05 Uhr mit:

  • Prof. Dr. Michael Corsten, Soziologe an der Universität Hildesheim

  • Elisabeth Niejahr, Hertie-Stiftung

  • Prof. Heribert Prantl, Süddeutsche Zeitung

Die Coronavirus-Pandemie hat der Gesellschaft das Gesellschaftliche genommen, der Wirtschaft das Wirtschaftliche und leider und manchmal auch den Menschen das Menschliche. Wir verbergen uns hinter Masken, meiden Kontakte und hoffen auf ein Ende. Die Konjunktur ist eingebrochen. Der Staat hat sich verschuldet. Insgesamt war das Jahr 2020 eine Enttäuschung, heißt es in der Ankündigung der SWR-Diskussion.

Der Soziologe Prof. Dr. Michael Corsten leitet an der Universität Hildesheim das Forschungsprojekt „Generation Corona?". Die nächsten Schritte der Lebensplanung in Bildung, Beruf und Familie sind durch die Coronavirus-Pandemie schwerer absehbar. Ein Forschungsteam der Soziologie an der Universität Hildesheim untersucht in der Studie „Generation Corona? Biographische Zukunftsperspektiven und Distant Socializing in der Social-Web-Generation“, wie junge Menschen auf die Unsicherheit in Übergangsprozessen in Familie, Beruf und Ausbildung reagieren. Das Forschungsteam haben bundesweit Teilnehmer im Alter von 18 bis 30 Jahren befragt.

]]>
Sozialwissenschaften Soziologie Pressemeldungen
news-19990 Fri, 11 Dec 2020 14:21:59 +0100 Poetikvorlesung des Literaturinstitus mit Arne Rautenberg: „Ein hellwacher Zeitgenosse“ https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/poetikvorlesung-des-literaturinstitus-mit-arne-rautenberg-ein-hellwacher-zeitgenosse/ Wie gehen Autor*innen und Künstler*innen mit ihren Materialien um, wie arbeiten sie und für welche Formen entscheiden sie sich? Das Literaturinstitut der Universität Hildesheim und das Literaturhaus St. Jakobi laden ein zur Hildesheimer Poetikvorlesung mit dem Künstler Arne Rautenberg. Die Vorlesung findet am Dienstag, 15. Dezember 2020, online statt. Das Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft der Universität Hildesheim richtet in Kooperation mit dem Literaturhaus St. Jakobi seit dem Wintersemester 2018/19 die Hildesheimer Poetikvorlesungen aus.

Wie gehen Autor*innen und Künstler*innen mit ihren Materialien um, wie arbeiten sie und für welche Formen entscheiden sie sich? Vielfältige, sinnliche und überraschende Facetten heutigen Schreibens werden sichtbar.

Inspirierende Zusammenarbeit zwischen Universität und Literaturhaus

„In der Poetikvorlesung spiegelt sich die inspirierende und bereichernde Zusammenarbeit von Universität und Literaturhaus wider“, so Dirk Brall, Intendant des Literaturhauses St. Jakobi. „Mit Gästen wie Esther Kinsky, Melinda Nadj Abonji und Doris Dörrie haben wir vielfältige Einblicke in Werke erlebt, die diese Spielzeit-Abende immer ganz besonders gemacht haben.“

In diesem Wintersemester 2020/21 ist der Schriftsteller und Künstler Arne Rautenberg am 15. Dezember 2020 zu Gast. Aufgrund der Corona-Pandemie findet die Poetikvorlesung online statt. „Arne Rautenberg ist ein freier Geist, ein kluger Kopf und ein hellwacher Zeitgenosse – ich freue mich auf Einblicke in seine Werkstatt!“, so Prof. Dr. Annette Pehnt, Professorin am Literaturinstitut. Die Vorlesung und ein moderiertes Gespräch im Anschluss werden sowohl auf der Website des Literaturinstituts Hildesheim (www.uni-hildesheim.de/literaturinstitut/) als auch auf der des Literaturhauses St. Jakobi (www.stjakobi.de) zu sehen und zu hören sein.

In seiner Arbeit durchkreuzt Arne Rautenberg die Grenzen zwischen Künsten, Sparten und Zuhörer*innen. Rautenberg schreibt vor allem Lyrik für Erwachsene und Kinder; zugleich arbeitet er im bildkünstlerischen Bereich an Collagen, visueller Poesie und großflächigen Schriftinstallationen im öffentlichen Raum. Text wird sichtbar und nimmt Gestalt an, Wörter schwirren durch den Raum, Alltägliches und Surreales fließen ineinander. Zuletzt wurde Arne Rautenberg 2020 mit dem Kulturpreis der Stadt Kiel und dem Hermann-Hesse-Stipendium ausgezeichnet.

]]>
Fachbereich 2 Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft Pressemeldungen
news-19971 Thu, 10 Dec 2020 10:34:52 +0100 Angst vor der Zukunft – Jugendalltag 2020: Erste Ergebnisse der bundesweiten Studie „JuCo 2“ https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/angst-vor-der-zukunft-jugendalltag-2020-erste-ergebnisse-der-bundesweiten-studie-juco-2/ Wie erleben Jugendliche die Corona-Krise? Ein Forschungsteam der Universitäten Hildesheim und Frankfurt gibt erste Ergebnisse der zweiten bundesweiten Befragung von Jugendlichen in der Corona-Zeit bekannt. Über 7.000 Jugendliche und junge Erwachsene haben an der Befragung teilgenommen. Fast die Hälfte der befragten jungen Menschen gibt an, Angst vor der Zukunft zu haben.
  • Erste Ergebnisse der zweiten bundesweiten Befragung von Jugendlichen in der Corona-Zeit sind veröffentlicht. Über 7.000 junge Menschen haben teilgenommen.

  • Junge Menschen erfahren in Bildung und Freizeit sehr starke Einschränkungen. Viele Jugendliche erleben in Zeiten der Pandemie eine große psychische Belastung – Ausgleichsmöglichkeiten fehlen hingegen.

  • Fast die Hälfte der befragten jungen Menschen gibt an, Angst vor der Zukunft zu haben.

  • Auch weiterhin fühlen sich viele junge Menschen mit ihren Sorgen nicht gehört. Sie geben an, so gut wie gar nicht an den Aushandlungs- und Entscheidungsprozessen über die Gestaltung der Infektionsschutzmaßnahmen und ihrer zeitweiligen Lockerungen beteiligt worden zu sein.

  • Erwachsene stehen in der Verantwortung den jungen Menschen Räume zu schaffen und mit ihnen in den Dialog zu treten. Die Rechte und Bedarfslagen müssen anerkannt werden – auch in Krisenzeiten.

  • Jugendforscher:innen des Forschungsverbunds „Kindheit – Jugend – Familie in der Corona-Zeit“ der Universitäten Hildesheim und Frankfurt haben erste Ergebnisse der zweiten bundesweiten Befragung von Jugendlichen in der Corona-Zeit veröffentlicht. Über 7.000 Jugendliche und junge Erwachsene haben an der Befragung teilgenommen. Die ersten Ergebnisse der Online-Befragung „JuCo 2“ zeigen eindrücklich, wie sehr sich der Lebensalltag der jungen Menschen in den unterschiedlichen Lebensbereichen durch die Corona Pandemie verändert hat und wie sehr sich dies auf ihr Empfinden und Erleben auswirkt.

    So blicken viele der Befragten angesichts ihrer Erfahrungen aus dem Jahr 2020 sorgenvoll in die Zukunft. Viele leiden unter Einsamkeit, sie vermissen ihre sozialen Kontakte und Freizeitaktivitäten. Der psycho-soziale Ausgleich zum Lernen und den sozialen Einschränkungen während der Pandemie fehlt. „An der zweiten Befragung haben im Vergleich zur ersten Erhebung im Frühjahr 2020 mehr junge Menschen teilgenommen, die nicht mehr zur Schule gehen. Besonders junge Menschen in biografischen Übergangsphasen blicken besorgt in die Zukunft, so konnte bereits in der „JuCo 1“-Studie gezeigt werden. Einsamkeit, finanzielle Sorgen und andere Nöte stellen für viele eine große Belastung dar“, so Dr. Tanja Rusack, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Stiftung Universität Hildesheim.

    An den über 1.500 Freitextantworten und Kommentaren zeigt sich ein hoher Mitteilungsbedarf der jungen Menschen. Sie haben den Eindruck, dass ihre Bedarfe von der Politik nicht wahrgenommen werden. Johanna Willmes, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Frankfurt, verdeutlicht: „Jugendliche wollen mitbestimmen – auch in der Corona-Zeit. Sie haben wichtige Ideen zur Umsetzung unterschiedlicher Maßnahmen in ihrem Alltag. Doch diese Stimme wird kaum gehört.“ Noch haben wir es jugendpolitisch in der Hand, ob junge Menschen die Zeit der Corona-Pandemie als verlorene Zeit ansehen werden.

    Entscheidungsträger:innen sind jetzt gefordert zu handeln, damit der Jugendalltag 2021 den Rechten und Bedarfen junger Menschen – auch in Krisenzeiten – gerecht wird – so ein wesentliches Plädoyer der Forscher:innen in dem ersten zu den Ergebnissen aus „JuCo 2“ veröffentlichten Papier.

    Die ersten Ergebnisse der Studie „JuCo 2“ sind ab 10.12.2020 online unter dem folgenden Link abrufbar:

    https://dx.doi.org/10.18442/163

    Über den Forschungsverbund:

    Der Forschungsverbund „Kindheit – Jugend – Familie in der Corona-Zeit“ setzt sich zusammen aus dem Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Stiftung Universität Hildesheim und dem Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung der Universität Frankfurt in Kooperation mit der Universität Bielefeld. Entstanden sind darin bisher die bundesweiten Studie „JuCo 1“ und „JuCo 2“ zu den Erfahrungen und Perspektiven von jungen Menschen während der Corona-Maßnahmen sowie die bundesweite Studie „KiCo“ zu den Erfahrungen und Perspektiven von Eltern und ihren Kindern während der Corona-Maßnahmen.

    Berichte:

    DPA, 10.12.2020, „Junge Leute und Corona: Viele haben Angst vor der Zukunft"

    Der Tagesspiegel, Dr. Amory Burchard, 10.12.2020, „Jugendliche finden Inkonsequenz der Erwachsenen 'emotional ermüdend'"

    NDR Fernsehen, 10.12.2020, 18:00 Uhr Nachrichten und Hallo Niedersachsen

    Medienkontakt:

    Isa Lange, Pressesprecherin, Universität Hildesheim  
    presse@uni-hildesheim.de
    05121 883 90100 und 0177 8605905

    Kontakt zum Forschungsteam:

    Dr. Tanja Rusack (rusack@uni-hildesheim.de)
    Dr. Severine Thomas (severine.thomas@uni-hildesheim.de)
    Prof. Dr. Sabine Andresen (S.Andresen@em.uni-frankfurt.de)

    ]]>
    Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-19952 Fri, 04 Dec 2020 10:16:00 +0100 19 Jahre Präsident der Universität Hildesheim: Verabschiedung von Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang-Uwe Friedrich https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/19-jahre-prae/ Präsident Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang-Uwe Friedrich wird anlässlich seines langjährigen Wirkens für die Wissenschaft mit dem Niedersächsischen Verdienstorden ausgezeichnet. Die Entwicklung der letzten zwei Jahrzehnte zeugt vom Gestaltungswillen und der Gestaltungskraft unserer Stiftungsuniversität, so Friedrich in seiner Rede anlässlich seiner Verabschiedung. Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang-Uwe Friedrich wurde am 3. Dezember 2020 als Präsident der Universität Hildesheim verabschiedet. Friedrich war seit 2002 Präsident der Universität Hildesheim (ab 2003 der Stiftung Universität Hildesheim). Die neunzehnjährige Amtszeit des Politikwissenschaftlers endet zum 31. Dezember 2020. Friedrich wirkte zudem seit 2015 als Vorsitzender der Landeshochschulkonferenz Niedersachsen.

    „Alle, die Ihre Präsidentschaft begleitet haben, wissen um Ihr besonderes Engagement und Ihren herausragenden Einsatz für diese Universität, aber auch – über die Universität Hildesheim hinausgehend – generell um Ihr ‚Herzblut für die Universität und die Wissenschaft‘. Sie haben sich an dieser Universität für eine Kultur eingesetzt, die unterstreicht, dass Universitäten als Bildungsräume vom lebendigen und persönlichen Miteinander und Gespräch leben, was wir zurzeit alle sehr vermissen“, dankt Prof. Dr. Meike Baader, Vizepräsidentin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, dem Präsidenten.

    Rede von Prof. Dr. Meike Baader,
    Vizepräsidentin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, 03.12.2020 (PDF)

    „Die Stiftung Universität Hildesheim ist nach fast zwei Jahrzehnten unter der Präsidentschaft von Prof. Friedrich fachlich wie inhaltlich hervorragend aufgestellt. Der Präsident nutzte die Möglichkeiten, die ihm das mit Amtsantritt schnell vorangetriebene und 2003 realisierte Stiftungsmodell bot, mutig, konsequent und mit außerordentlichem Erfolg. Die Stiftung Universität Hildesheim liegt heute im Kreis der niedersächsischen Hochschulen in nahezu allen Kriterien auf vorderen Plätzen. Herrn Prof. Friedrich gelten daher unser Dank und große Anerkennung für sein engagiertes Wirken“, sagt Dr. Uwe Thomas, Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Universität Hildesheim.

    Rede von Dr. Uwe Thomas
    Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Universität Hildesheim, 03.12.2020 (PDF)

    Dekan Prof. Dr. Ulrich Heid hob den „Zustand der Stabilität und Sicherheit vor, den Präsident Friedrich schuf. Der Präsident habe in all seinem Wirken „die Bedarfslage der Gesellschaft erkannt, ein Klima der Kooperation und des gemeinsamen Suchens nach Lösungen geschaffen“.

    „Pionierarbeit geleistet“: Auszeichnung mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Landes Niedersachsen

    Professor Friedrich habe als Präsident der Universität Hildesheim „Pionierarbeit“ geleistet, so Björn Thümler, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur bei der feierlichen Verabschiedung, die aufgrund der Coronavirus-Pandemie am 3. Dezember 2020 in sehr kleinem Rahmen im Atrium des Forums am Hauptcampus stattfand. „Von Beginn an ist er als besonders aktiver Gestalter und Verfechter des Stiftungsmodells aufgetreten, sowohl in der Hochschulpolitik des Landes Niedersachsen als auch darüber hinaus. Er hat die zu Beginn noch abstrakte Idee der Stiftungshochschule in selbstbewusster und streitlustiger Weise mit Leben gefüllt, zum Beispiel bei der eigenständigen Initiierung und Durchführung großer Bauvorhaben, durch die Etablierung eines Fundraisingprogramms und die aktive Einbeziehung von Förderern, durch die Einrichtung von Stiftungsprofessuren.“

    Minister Thümler überreichte Professor Friedrich das niedersächsische  Verdienstkreuz 1. Klasse. Zudem wurde Professor Friedrich vom Niedersächsischen Wissenschaftsminister als Beauftragter für transatlantische Hochschulzusammenarbeit berufen.

    Gestaltungswillen und der Gestaltungskraft unserer Stiftungsuniversität: Die Zahl der Studierenden hat sich mehr als verdoppelt und die Zahl der Professuren stieg von 39 auf 109 an

    „Über unsere Entwicklung ist viel gesagt worden und ich betone, es war unser Weg, den wir als Universität in der Trägerschaft einer öffentlich-rechtlichen Stiftung seit 2003 in höherem Maße eigenverantwortlich gestalten. Die Zahl der Studierenden hat sich seitdem mehr als verdoppelt und liegt heute bei rund 8.500; ebenfalls verdoppelt hat sich die Zahl der Beschäftigten auf nunmehr rund 850. Entscheidend wirkt der Anstieg der Professuren von 39 auf (die ausgeschriebenen mitgezählt) 109, mit einem Frauenanteil von etwas über 40 Prozent. Die Zahl der Promotionen hat sich mehr als verfünffacht, der Umfang der Drittmittel mehr als versechsfacht. Wir blicken auf zwei Jahrzehnte dynamischen Wachstums zurück, das sowohl quantitativ als auch qualitativ messbar ist“, so Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang-Uwe Friedrich.

    „Die in diesen knapp zwei Jahrzehnten neu eingerichteten Professuren zeugen vom Gestaltungswillen und der Gestaltungskraft unserer Stiftungsuniversität. Ich nenne nur einige der eigenverantwortlich geschaffenen Professuren: Pädagogik der frühen Kindheit, Diversity Education, Neurodidaktik, Klinische Psychologie, Biowissenschaften des Sport, Migrationspolitik, Kulturphilosophie, Popular Music Studies, Kreatives Schreiben, Deutsch als Zweitsprache und Fremdsprache, Computerlinguistik, Softwareengineering und Data Science. Voraussichtlich 2021 werden weitere Professorinnen und Professoren berufen, und zwar für Digitales Lehren und Lernen im Unterricht , Theologische Ethik, Psychotherapie, Ethnomusicology, Digital Humanities, Wissenschaftskommunikation im digitalen Zeitalter und Informatikdidaktik. Diese Form qualitativen Wachstums gilt es weiterhin zu pflegen“, so Friedrich.

    „Was wir als Universität Hildesheim sind, beruht auf den Chancen, die uns das Stiftungsmodell bietet, und das vom Gesetzgeber 2002 als eine Form von ‚Entstaatlichung‘ verstanden wurde. Entstaatlichung bedeutet danach Verzicht auf die Fachaufsicht, bedeutet Übertragung des Berufungsrechts auf die Stiftung, bedeutet mehr Eigenverantwortung, umfassende Rechenschaftspflicht und effizientes Handeln. Das Berufungsrecht ist unser kostbarstes Gut“, so Friedrich. Das Berufungsrecht sei „unser kostbarstes Gut“. 

    Die Rede von Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang-Uwe Friedrich lesen Sie hier im vollständigen Wortlaut:

    Rede von Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang-Uwe Friedrich, 03.12.2020 (PDF)

    Vizepräsident Prof. Dr. Martin Schreiner überreichte Präsident Friedrich eine Festgabe, ein einzigartiges Buchexemplar mit etwa 300 Glückwünschen, Grußworten, Erinnerungen sowie ausgewählten Reden.

    Universität Hildesheim unter Präsident Friedrich stetig gewachsen

    In den knapp zwei Jahrzehnten ist die Universität Hildesheim stetig gewachsen und wurde zur Stiftungsuniversität. So realisierte die Stiftungsuniversität etwa neue Universitätsgebäude wie das Forum am Hauptcampus, die Erweiterung des Bühler-Campus und die Sanierung der mittelalterlichen Domäne Marienburg zum Kulturcampus. Derzeit entsteht die neue Mensa am Hauptcampus,

    Die Amtsübergabe der Präsidentschaft der Universität Hildesheim von Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich an Prof. Dr. May-Britt Kallenrode findet am Mittwoch, 13. Januar 2021, statt.

    ]]>
    Präsidentin Fachbereich 1 Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Präsidium Präsident Pressemeldungen
    news-19955 Fri, 04 Dec 2020 06:20:00 +0100 Weihnachtsvorlesung stößt auf großes Interesse: Spendenaufruf der Universität für den Sozialfonds https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/weihnachtsvorlesung-stoesst-auf-grosses-interesse-spendenaufruf-der-universitaet-fuer-den-sozialfonds/ An der diesjährigen Weihnachtsvorlesung der Universität Hildesheim nahmen im Livestream über 250 Personen teil. Carsten Jochum-Bortfeld, Professor für Evangelische Theologie, hielt einen Vortrag zum Thema „Und Friede auf Erden – Zum politischen Gehalt der biblischen Weihnachtsgeschichte“. Die traditionelle Weihnachtsvorlesung, die coronabedingt in diesem Jahr online stattfand, ist erfolgreich verlaufen. Durchgängig über 250 Personen sind dem Livestream gefolgt. 

    Weihnachtsvorlesung 2020

    Auch in diesem Jahr hat die Universität pünktlich zur Adventszeit zur Weihnachtsvorlesung eingeladen. Aufgrund der besonderen Umstände der Coronavirus-Pandemie fand die Vorlesung dieses Mal in einem Onlineformat statt.

    Prof. Dr. theol. habil. Carsten Jochum-Bortfeld, Professor für Evangelische Theologie an der Universität Hildesheim, hielt im Livestream einen Vortrag mit dem Titel „‘Und Friede auf Erden‘ – Zum politischen Gehalt der biblischen Weihnachtsgeschichte“ halten. Die Weihnachtsgeschichte des Lukasevangeliums ist im römischen Reich entstanden. Mit diesem Imperium setzt sich das Evangelium kritisch auseinander und entwickelt eine eigene Friedensvision. Die Vorlesung rief die Weihnachtsgeschichte als ein Stück besonderer Widerstandsliteratur in Erinnerung.

    Die Begrüßung erfolgte durch Prof. Dr. Martin Schreiner, Vizepräsident für Stiftungsentwicklung, Transfer und Kooperationen. Die Moderation übernahm Markus F. Langer, Leiter des Friend- & Fundraisings der Stiftung Universität Hildesheim. Musikalisch wurde der Abend durch Leo Siebert als ,,Project ONE" mit einem weihnachtlichen Arrangement auf der E-Gitarre begleitet.

    Spende: ,,Studium in Zeiten der Covid-19-Pandemie“

    Wie immer ist die Weihnachtsvorlesung auch mit der Bitte um eine Spende verbunden, die in diesem Jahr unter dem Motto ,,Studium in Zeiten der Covid-19-Pandemie“ steht. Das Studium geht auch in diesen Zeiten weiter. Für einige Gruppen von Studierenden verändert die andauernde Situation das Studium jedoch gerade in finanzieller Hinsicht maßgeblich. Die Universität Hildesheim unterstützt diese in besonderen Notlagen aus ihrem Sozialfonds. Wenn Sie also Studierenden unserer Universität in besonderen, finanziellen Notlagen helfen wollen, dann können Sie unter der folgenden Bankverbindung spenden:

    Zahlungsempfänger: Stiftung Universität Hildesheim
    IBAN: DE86250500000106031768
    Verwendungszweck: Sozialfonds – Corona

    Das Team des Friedn- und Fundraisings dankt den Fördernden des Veranstaltungsprogramms ,,Bildung Stiften Online“ im Wintersemester 2020/21: Der Sparkasse Hildesheim Goslar Peine, der gbg Gemeinnützige Baugesellschaft zu Hildesheim AG, der Universitätsgesellschaft Hildesheim und der Ulla Popken GmbH.

    ]]>
    Pressemeldungen
    news-19949 Thu, 03 Dec 2020 13:00:00 +0100 Postdoktorandin Wiebke Hiemesch: "Wir wollen die Quellen im Original erforschen" https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/postdoktorandin-wiebke-hiemesch-wir-wollen-die-quellen-im-original-erforschen/ Teil 2 der Serie "Forschung in Zeiten der Pandemie": Um Kinderzeichnungen und heimlich von Hand geschriebene Schulbücher aus dem Frauenkonzentrationslager Ravensbrück geht es im Projekt "Paradoxe Bildung – Widerstand – Überleben". Doch die Originalquellen befinden sich in Schweden. Ravensbrück im Norden Brandenburgs: In einem ab 1938/39 von der SS errichteten Frauenkonzentrationslager leisteten hier die Inhaftierten Zwangsarbeit. Bis 1945 wurden in Ravensbrück und seinen Außenlagern etwa 120.000 Frauen und Kinder, 20.000 Männer und 1.200 weibliche Jugendliche aus 30 Nationen als Häftlinge registriert. Zehntausende starben an Hunger, Krankheiten oder durch medizinische Experimente – oder wurden in dem ab 1941 zur Hinrichtungsstätte umgebauten Lager gezielt ermordet.

    Von einem heimlichen Alltag unter Bedingungen extremer Gewalt zeugen handschriftlich angefertigte Schulbücher, die bei der Evakuierung und späteren Räumung des Lagers erhalten blieben, und sich heute im schwedischen Lund befinden. Ebenfalls die Zeit überdauert haben rund 50 Zeichenblätter der 1944 im Alter von 14 Jahren inhaftierten Polin Krystyna Zaorska. Ihre detailgenauen Bilder, vielfach Frauenporträts, Alltagsszenen oder Darstellungen polnischer Traditionen, befinden sich in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück.

    Diese Zeitdokumente mit Blick auf ihre besondere Entstehungsgeschichte zu erschließen, zu analysieren und zugleich auch dazu beizutragen, die methodischen Ansätze zur Interpretation solcher Quellen voranzubringen, das ist das Ziel des Projekts „ Paradoxe Bildung – Widerstand – Überleben. Der geheime Unterricht und Kinderzeichnungen im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück“ von Prof. Dr. Meike Baader und Dr. Wiebke Hiemesch (Institut für Erziehungswissenschaften). Doch die Corona-Pandemie erschwert momentan sowohl den Zugang zum Untersuchungsmaterial als auch den angestrebten interdisziplinären Austausch.

    „Geplant waren eigentlich drei große Präsenz-Workshops mit Expert*innen aus den Bereichen Kunstgeschichte, Traumatherapie, Kunstdidaktik, Bildungsgeschichte und Literaturwissenschaft“, sagt Wiebke Hiemesch. „Der erste Workshop mit polnischer und schwedischer Beteiligung sollte ursprünglich bereits in diesem Jahr laufen, stattdessen planen wir nun für März/April 2021 eine digitale Veranstaltung.“ Vielleicht, so hofft die Nachwuchswissenschaftlerin, kann dann zumindest die Folgeveranstaltung im kommenden Sommer in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück wieder in Präsenz laufen.

    Im Rahmen ihrer Doktorarbeit hatte Hiemesch Interviews mit Überlebenden des Lagers Ravensbrück geführt beziehungsweise bereits vorhandene Interviews ausgewertet, darunter auch eines mit der Polin Krystyna Zaorska. „Darüber bin ich auf ihre Zeichnungen gestoßen, und später auch auf die Unterrichtsmaterialien.“ Schnell war klar, dass sich daraus über das Promotionsthema hinaus Forschungsansätze ergeben würden, an denen sie gemeinsam mit Meike Baader weiter forschen wollte. Obwohl das aktuelle, von der DFG geförderte Projekt – bedingt durch eine Teilzeit-Arbeitsregelung – immerhin auf vier Jahre angelegt ist, gerät der Zeitplan durch die eingeschränkten Reisemöglichkeiten schon im jetzt laufenden ersten Jahr unter Druck. „Eine Arbeit am Original ist im Moment nicht möglich“, bedauert Hiemesch, „aber positiv ist immerhin, dass man in Schweden sehr weit ist mit der Digitalisierung, und ich die Möglichkeit habe, mit hochaufgelösten Scans zu arbeiten.“ Dies ist allerdings kein Ersatz für die weiterhin ausstehende Begutachtung der Materialien vor Ort, ihrer Herstellungsart und der Gebrauchsspuren. Aber immerhin eine Möglichkeit, diese Quellenarbeit gut vorzubereiten. „Ich mache mir Notizen, was ich mir dann an den Originalen genauer ansehen möchte.“

    Wann unter den derzeitigen Bedingungen ein Forschungsaufenthalt in Schweden überhaupt wieder möglich sein wird, ist momentan noch ungewiss. Innerhalb Deutschlands stehen die Chancen dagegen besser. Im Februar möchte Wiebke Hiemesch im Archiv der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück an den Zeichnungen von Krystyna Zaorska arbeiten. Wenn nichts dazwischenkommt.

    Text: Sara Reinke

    ___________________________________

    Ihr Forschungsprojekt ist ebenfalls durch die Corona-Pandemie in besonderer Weise beeinträchtigt und Sie möchten davon berichten? Nehmen Sie gern Kontakt auf unter: wissendigital(at)uni-hildesheim.de

    In Teil 1 der Serie "Forschung in Zeiten der Pandemie" berichtet Prof. Dr. Martin Sauerwein aus dem Fachbereich Geographie

    ]]>
    Presse Fachbereich 1 Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-19943 Wed, 02 Dec 2020 10:51:00 +0100 Politikwissenschaftlerin über Digitalisierung, Demokratie und Ethik https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/politikwissenschaftlerin-ueber-digitalisierung-demokratie-und-ethik/ „Wir brauchen Regelwerke, um den digitalen Raum ebenso zu schützen wie den analogen“, sagt Prof. Dr. Marianne Kneuer. Die Politikwissenschaftlerin der Universität Hildesheim diskutiert im Rahmen eines Kongresses des Niedersächsischen Wirtschaftsministeriums über Digitalisierung und Demokratie. „Die Covid19-Krise  unterstreicht  zurzeit  vor allem die Vorteile der Digitalisierung.  Dennoch brauchen wir eine digitale Kompetenz bei den Nutzerinnen und Nutzern, um digitale tools  verantwortungsvoll zu nutzen. Und wir brauchen Regelwerke, um den digitalen Raum ebenso zu schützen wie den analogen“, sagt die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Marianne Kneuer.

    Auf dem Kongress „TECHTIDE“ in Hannover diskutiert Marianne Kneuer mit Expertinnen und Experten aus Unternehmen, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Politik über gesellschaftliche Auswirkungen der digitalen Transformation. Die Podiumsdiskussion „Digitalisierung, Demokratie und Ethik“ ist Teil der Konferenz des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung.

    Prof. Dr. Marianne Kneuer diskutiert mit Stefan Muhle, Staatssekretär für Digitalisierung im Niedersächsischen Wissenschaftsministerium, der Theologin Dr. Margot Käßmann, dem Blogger Sascha Lobo sowie dem Cyber-Security-Experten Peter Leppelt.

    Forschungsfokus Politik und Internet

    Marianne Kneuer ist Professorin für Politikwissenschaft am Institut für Sozialwissenschaft der Universität Hildesheim und eines der Gründungsmitglieder des Zentrums für Digitalen Wandel. In ihrer Forschung setzt sie sich unter anderem mit dem Schwerpunkt Politik und Internet auseinander.

    Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Forschungsfokus Politik & Internet setzen sich mit den Auswirkungen von Internetentwicklung und Digitalisierung auf demokratische Strukturen und Prozesse auseinander. Die Untersuchungsfelder reichen zum Beispiel von elektronischer Demokratie über Wahlen, Kampagnen, Protest und soziale Bewegungen bis zur Forschung im Bereich Datenschutz und Cybersicherheit.

    ]]>
    Fachbereich 1 Pressemeldungen
    news-19927 Wed, 02 Dec 2020 09:46:00 +0100 Digital - auch über die Vermittlung digitaler Inhalte hinaus: Welche Kompetenzen in der Lehrerbildung wichtig sind https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/digital-auch-ueber-die-vermittlung-digitaler-inhalte-hinaus-welche-kompetenzen-in-der-lehrerbildun/ Fernunterricht, Lehrvideos und die Frage, ob es "Digital Natives" überhaupt gibt: Interview mit Prof. Dr. Christof Wecker im Vorfeld der CeLeB-Tagung „Bildung in der digitalen Welt“ am 4. und 5. Dezember 2020. Im Projekt Cu2RVE, das Sie gemeinsam mit Prof. Dr. Jürgen Menthe und Prof. Dr. Barbara Schmidt-Thieme leiten, geht es darum, wie digitale Kompetenzen im Lehramtsstudium verankert werden können. Was ist das Wichtigste, das angehende Lehrer mit Blick auf die Digitalisierung aus ihrem Studium mitnehmen sollten?

    Da ist sicher mehr als eine Sache sehr wichtig. Zum einen müssen Lehrkräfte in der Lage sein, digitale Medien zu nutzen, um ihren Schülerinnen und Schülern Wissen und Fähigkeiten zu vermitteln. Das hat die Pandemie deutlich vor Augen geführt. Die angesprochenen Lernergebnisse müssen dabei gar nichts mit Digitalisierung zu tun haben, wenn etwa Verständnis für naturwissenschaftliche Gesetze beim Lernen mit Simulationen oder mathematische Fähigkeiten mit Hilfe von Erklärvideos gefördert werden. Zum anderen müssen Lehrkräfte ihren Schülerinnen und Schülern Fähigkeiten vermitteln können, die wir anknüpfend an die Strategie der Kultusministerkonferenz als „Kompetenzen in der digitalen Welt“ bezeichnen, also etwa im kritischen Umgang mit Informationen, in der Nutzung digitaler Technologien zur Präsentation von Inhalten oder zur Kommunikation und Zusammenarbeit mit anderen, oder auch im Nachdenken über die mit der Digitalisierung einhergehenden Veränderungen der Gesellschaft. Und natürlich müssen angehende Lehrkräfte über diese Kompetenzen in der digitalen Welt zuerst einmal selbst verfügen, bevor sie diese anderen vermitteln können.

     

    Wenn ich so an meine eigenen Lehrer zurückdenke, da gab es einige, die man daran erinnern musste, beim Dia-Projektor den Spiegel hochzuklappen und die Videokassette erst zurückzuspulen. Inzwischen sind wir zwei oder drei Generationen weiter. Heutige Studienanfänger sind um die Jahrtausendwende geboren und gelten ohnehin als Digital Natives – wie erleben Sie denn deren Basisqualifikation zu Beginn des Studiums? Woran fehlt es noch?

    Die weit verbreitete Auffassung, dass es inzwischen eine Generation von „digital natives“ gebe, die in der digitalen Welt aufgewachsen ist und sich in digitalen Medien daher wie ein Fisch im Wasser bewegt, wird durch wissenschaftliche Untersuchungen massiv in Frage gestellt und etwa von Paul Kirschner, einem internationalen führenden Lehr-Lern-Forscher, als „urbaner Mythos“ bezeichnet. Es gibt in Bezug auf die Kompetenzen in der digitalen Welt zwischen den Mitgliedern dieser Generation große Unterschiede, und selbst bei fitteren Personen ist das Kompetenzniveau nicht zwangsläufig über alle Kompetenzbereiche hinweg gleichmäßig hoch. Viele Mitglieder dieser Generation sind in der Kommunikation in sozialen Netzwerken sehr bewandert. Das schließt aber teilweise eklatante Lücken in so profanen, aber für das Studium und das spätere Berufsleben in der Regel viel wichtigeren Bereichen wie etwa in der Handhabung von Dateiformaten oder von Tabellenkalkulationssoftware nicht aus. Selbst beim Thema Video sehen wir häufig Defizite. Obwohl sich die vermeintlichen „digital natives“ laut den in vielen Medien verbreiteten Klischees angeblich ständig selbst filmen, müssen wir Themen wie Komprimierung oder Schnitt bei der Erstellung von Lernvideos eigens behandeln.

     

    Die Corona-Pandemie bringt in Sachen Digitalisierung aktuell an den Schulen einiges in Bewegung.  Vielleicht bringen ja schon die nächsten Schulabsolventen-Jahrgänge ganz andere Voraussetzungen im Digitalen mit?

    Die Erfahrungen der Studierenden aus der eigenen Schulzeit sind für uns häufig Segen und Fluch zugleich. Natürlich ist es hilfreich, wenn zukünftige Studierende manche Formen des Lernens mit digitalen Medien in der aktuellen Pandemie bereits kennengelernt haben. Gleichzeitig haben wir als Universität sehr damit zu kämpfen, dass Studierende etwa in den Schulpraktika die selbst erlebten Unterrichtsmuster häufig einfach nur reproduzieren. So ist Fortschritt nur schwer möglich.

    Ein Teilprojekt von Cu2RVE befasst sich übrigens damit, die bereits vorhandenen Kompetenzen in der digitalen Welt der Studienanfängerinnen und -anfänger zu erfassen: Wir arbeiten an einer Eingangsdiagnostik, die im Rahmen eines zweiten Teilprojekts ermöglicht, am Anfang des Studiums im Sinne einer Basisqualifizierung passgenaue Angebote auf unterschiedlichen Niveaus für die verschiedenen Kompetenzbereiche zu machen. Das ist im Prinzip gar nicht lehramtsspezifisch, sondern ließe sich auch für andere Studiengänge nutzen. Die spezifischen pädagogischen und fachdidaktischen digitalisierungsbezogenen Kompetenzen, die Lehrkräfte benötigen, vermitteln wir dann später im Verlauf des Bachelor- und Master-Studiengangs.

     

    Blicken wir mal auf die Lehrerinnen und Lehrer, die aktuell im Schuldienst tätig sind: Abgesehen von der technischen Ausstattung, woran fehlt es in der aktuellen Corona-Situation am meisten bei der Realisierung des Fern-Unterrichts?

    Es war ja in den letzten Monaten häufig zu lesen, dass die Digitalisierung in den Schulen verschlafen worden sei. Dabei wird verkannt, dass die meisten Formen des Lernens mit digitalen Medien in Präsenzsituationen – und kaum jemand konnte sich bis vergangenen März Unterricht anders vorstellen – nicht ohne Weiteres funktionieren, wenn die Schülerinnen und Schüler zuhause bleiben müssen. Wer in Zweiergruppen im Klassenzimmer das Recherchieren im Internet übt, benutzt dafür zwar vielleicht ein Tablet, aber keine Videokonferenz.

    Schulschließungen oder Wechselbetrieb, deren Ausmaß sich derzeit ja in Grenzen hält, stellen ganz andere Anforderungen. Woran es dabei wirklich mangelt, sind gute Ideen dafür, Schülerinnen und Schülern etwas Neues beizubringen, auch wenn sie zuhause sitzen. Erklärvideos können dabei eine wichtige Rolle spielen, vor allem wenn es gelingt, sie mit Anwendungs- und Übungsaufgaben zu verbinden, bei denen die Schülerinnen und Schüler hilfreiche Unterstützung und Rückmeldungen erhalten. Genau daran haben wir im letzten Durchgang des Allgemeinen Schulpraktikums mit denjenigen Studierenden gearbeitet, die das Praktikum nicht in Präsenz an einer Schule absolvieren konnten.

    Viel zu lange war dagegen zu hören und zu lesen, dass man die Situation zur Wiederholung und Festigung des bereits Gelernten nutzen könne. So wichtig die Konsolidierung von Wissen und Fähigkeiten ist und so sehr diese sonst oft vernachlässigt wird – nach Wochen und Monaten ist es damit auch mal genug. Wenn die nächste PISA-Erhebung nicht drastische Lernrückstände aufzeigen soll, muss auch im Fall von Schulschließungen und Wechselbetrieb Neues gelernt werden können.

     

    Eigentlich ist Fern-Unterricht ja alles andere als neu. In Australien gab es schon in den 80er-Jahren für die Kinder aus weit abgelegenen Regionen Unterricht über den Fernseher. Warum tut sich ein hochentwickeltes Land wie Deutschland mit diesem Thema generell so schwer?

    Weil diese Form des Unterrichts vor der Pandemie nicht nötig war. Deshalb dominiert ein bestimmtes Bild davon, wie Unterricht auszusehen hat. Und das sieht eben vor, dass er in einem Klassenzimmer stattfindet. Das ist aber ein reines Oberflächenmerkmal. Betrachtet man dagegen die Tiefenebene, also die Frage, was aus lernpsychologischer Sicht in den Köpfen der Schülerinnen und Schüler passieren muss, damit erfolgreich gelernt wird, gibt es zwischen den verschiedenen Settings gar keinen Unterschied. Die Grundprinzipien des Erwerbs von Wissen und Fähigkeiten bleiben gleich, unabhängig von Situationen und Technologien.

    Dieser Punkt ist übrigens für das Thema Digitalisierung in der Lehrerausbildung absolut zentral: Die „Neuen Medien“ von heute sind die alten Medien von morgen. Nur wenn es uns gelingt, anhand der jeweils aktuellen Technologien zu vermitteln, worauf es beim Lernen wirklich ankommt, haben Lehrkräfte in ihrem hoffentlich langen Berufsleben eine Chance, die jeweils nächsten „Neuen Medien“ lernförderlich einzusetzen. Dieses Thema greifen wir auch im Rahmen der Tagung auf.

     

    Eignen sich digitale Unterrichtsformate grundsätzlich für alle Altersstufen und alle Fächer?

    Ich sehe einen größeren Unterschied zwischen den Fächern als zwischen den Altersgruppen. Die gerade erwähnten lernpsychologischen Grundprinzipien sind nicht so sehr altersabhängig, sie bleiben relativ konstant. Unterschiedliche Arten von Inhalten dagegen erfordern zumeist andere Herangehensweisen. Deshalb setzen wir in Cu2RVE auch auf fachspezifische Unterrichtskonzepte – und loten dennoch aus, was sich zwischen Fächern übertragen lässt.

     

    Meine letzte Frage ist ein bisschen ketzerisch: Was glauben Sie, wie lange es noch dauern wird, bis Grundschüler gar nicht mehr lernen, mit der Hand zu schreiben?

    Das weiß ich natürlich nicht, aber ich hoffe, dass es erst dann der Fall sein wird, wenn wir so weit sind, dass die Schülerinnen und Schüler über andere Möglichkeiten verfügen, sich Dinge zu notieren. Wenn Schülerinnen und Schüler lernen, so schnell zu tippen, wie sie mit der Hand schreiben, könnte man zumindest darüber nachdenken – wobei Forschungsergebnisse die darauf hindeuten, dass man beim Aufschreiben mit der Hand mehr lernt als beim Tippen auf dem Rechner. Und Lösungen wie die Eingabe per Spracherkennung sind in einem Klassenzimmer ja eher schlecht vorstellbar, weil dabei fünfundzwanzig Schülerinnen und Schüler durcheinandersprechen würden. Auch das reine Abspeichern von Tafelbildern als fertige Dateien ist kein brauchbarer Ersatz dafür, etwas selbst aufzuschreiben. Diese Form von „Habenwollen“ wird schon im Faust karikiert: „Was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen.“ Die meisten Lerninhalte müssen trotz Google und immer billigerem Speicherplatz in den Kopf, nicht auf die Festplatte.

    Interview: Sara Reinke

    ---------------------------------

    Prof. Dr. Christof Wecker lehrt und forscht unter anderem zu Unterrichtsmethoden unter Einbeziehung digitaler Medien. Zusammen mit Prof. Dr. Barbara Schmidt-Thieme und Prof. Dr. Jürgen Menthe leitet er das Projekt „Cumulativer und curricular vernetzter Aufbau digitalisierungsbezogener Kompetenzen zukünftiger Lehrkräfte“ (Cu2RVE).

    Informationen zur digitalen CeLeB-Tagung „Bildung in der digitalen Welt“ am 4. und 5. Dezember 2020 gibt es hier.

    ]]>
    Fachbereich 1 Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-19935 Tue, 01 Dec 2020 10:28:00 +0100 Geographie-Professor Dr. Martin Sauerwein: „Das Reiseverbot war erstmal ein Schock“ https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/geographie-p/ Geographische Forschung lebt von der räumlichen Erkundung. Normalerweise. Doch jetzt ist alles anders. Teil 1 der Serie "Forschung in Zeiten der Pandemie". Die Geographie beschäftigt sich mit dem Wirkungsgefüge physischer, biotischer und anthropogener Sachverhalte, die sich auf die Struktur und Entwicklung der dreidimensionalen Landschaftshülle der Erde auswirken. So lässt sich die aus einem geographischen Wörterbuch entnommene Definition des früher Erdkunde genannten Fachgebiets zusammenfassen. Geradezu zwangsläufig ergibt sich daraus, dass, wer die Erde erkunden will, diese auch bereisen muss. Doch das ist in Zeiten einer weltweiten Pandemie nur noch sehr eingeschränkt möglich, berichtet Prof. Dr. Martin Sauerwein, geschäftsführender Direktor des Instituts für Geographie an der Uni Hildesheim: „Als die Universitätsleitung uns im ersten Lock-Down Ende März ein Reiseverbot ausgesprochen hat, war das erstmal ein Schock.“ Selbstverständlich habe er Verständnis für die Notwendigkeit der Maßnahme gehabt, fügt Sauerwein hinzu, doch stellte sie die gesamte Planung der kommenden Monate auf den Kopf. „Genau zu der Zeit, Anfang April, hatten wir einen Geländeaufenthalt im ligurischen Nationalpark Cinque Terre geplant. Mit dem dortigen Projekt ist auch eine Dissertation verbunden.“

    Doktorand Moritz Sandner erforscht in Italien den Landnutzungswandel der historischen Weinbauterrassen. Die früher kleinbäuerlichen Strukturen befinden sich seit mehr als 50 Jahren in Auflösung, und die nicht mehr für den Anbau genutzten Terrassen verfallen zusehends. Die Folge: Verlust der historischen Kulturlandschaft und Erdrutsche, die auch eine Gefahr für die bei Touristen beliebten namensgebenden fünf Küstendörfer darstellen. Doch wie will man die Vegetation kartieren und theoretische Überlegungen validieren, ohne selbst vor Ort zu sein? „Zum Glück waren wir bereits vor Corona dort und haben Daten gesammelt, auf die wir nun zurückgreifen können“, sagt Sauerwein. „Und es gibt durchaus auch Möglichkeiten der Fernerkundung.“ Dennoch habe der Ausfall der diesjährigen Arbeiten Sandner ein halbes Jahr gekostet, das er nun an seine Promotionszeit anhängen muss.

    Was aus weiteren Geländeerkundungen in Cinque Terre wird, steht derweil noch immer in den Sternen – ebenso wie bei einem weiteren, ursprünglich für das Jahr 2021 gemeinsam mit der Uni Bozen geplanten Forschungsprojekt im Nationalpark Parco della Maremma Toskana). „Diese Reise haben wir inzwischen ganz abgesagt, beziehungsweise auf 2022 verschoben“, sagt Sauerwein. Und auch die Planung einer für März angedachten Exkursion nach Salzburg liegt auf Eis: zu hoch das finanzielle Risiko, falls kurzfristig storniert werden müsste. „Für den Sommer 2021 brauchen wir für alles einen Plan B“, sagt Sauerwein, „aber wir hoffen, dass wir vieles im Jahr 2022 nachholen können.“

    Statt großer Auslandsexkursionen – für Geographie-Studierende in der Regel ein absolutes Highlight ihres Studiums – setzt man am Institut für Geographie nun erstmal vermehrt auf kleinere Tagesexkursionen und Geländeübungen. Denn die können mit entsprechendem Hygienekonzept meist noch ganz gut umgesetzt werden. „Aber auch da haben wir durch die begrenzte Teilnehmerzahl einen deutlich höheren Aufwand“, macht Sauerwein deutlich. „Wo ich früher mit 20 Studierenden losgefahren bin, müssen jetzt zwei Gruppen mit je zehn Leuten starten. Und bei Anreise mit dem Auto dürfen nur noch zwei Personen pro Fahrzeug mitfahren.“ Statt wie bei manchen digitalen Formaten mit weniger Lehrpersonal auszukommen, benötigt die Arbeit im Gelände nun doppelt so viel.

    Dankbar ist Sauerwein der Universitätsleitung dafür, dass sie solche Ausflüge im Namen der Wissenschaft innerhalb Deutschlands weiterhin zulässt, denn so können zumindest Inlandsforschungen wie das Projekt zur Revitalisierung von Mooren in Brandenburg relativ problemlos fortgesetzt werden. Und eine Geographie ganz ohne Erkundungsfahrten wäre wohl auch fast undenkbar.

    Text: Sara Reinke

    ---------------------------------------

    Ihr Forschungsprojekt ist ebenfalls durch die Corona-Pandemie in besonderer Weise beeinträchtigt und Sie möchten davon berichten? Nehmen Sie gern Kontakt auf unter: wissendigital(at)uni-hildesheim.de

    ]]>
    Presse Fachbereich 4 Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-19922 Thu, 26 Nov 2020 16:55:00 +0100 Niedersachsens Wissenschaft warnt eindringlich vor Kürzungen im Hochschulbereich https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/niedersachsens-wissenschaft-warnt-eindringlich-vor-kuerzungen-im-hochschulbereich/ Die Landeshochschulkonferenz Niedersachsen, deren Vorsitz Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich seit 2015 inne hat, warnt gemeinsam mit weiteren renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern vor Kürzungen im Hochschulbereich als Folge der Coronavirus-Pandemie. Erfolg und Dynamik des Landes hängen vor allem von der großen Breite der Forschungsthemen und der Forschungsförderung ab. Erfolg und Dynamik des Landes hängen vor allem von der großen Breite der Forschungsthemen und der Forschungsförderung ab, darauf weist Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich, seit 2015 Vorsitzender der Landeshochschulkonferenz Niedersachsen und seit 19 Jahren Präsident der Universität Hildesheim, hin.

    Als Vorsitzender der Landeshochschulkonferenz Niedersachsen (LHK) wendet sich Professor Friedrich gemeinsam mit der Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen (WKN) sowie den in Niedersachsen ansässigen Instituten und Zentren der Max-Planck-Gesellschaft, der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, der Fraunhofer Gesellschaft und der Leibniz-Gemeinschaft in einer Gemeinsamen Erklärung (PDF) an die Politik und fordert angesichts der Kürzungspläne des Landes Niedersachsen in Folge der Coronavirus-Pandemie „dringend, die Hochschulen von den Kürzungen auszuklammern.“

    Kern der Erklärung ist die Forderung, die niedersächsischen Hochschulen von der Globalen Minderausgabe, die die Landesregierung für das Jahr 2020 in Höhe von rund 24 Millionen Euro beschlossen hat, auszuklammern. Die Landesregierung plant, diese Kürzung in den kommenden Jahren fortzuschreiben. Darin sehen die zwanzig niedersächsischen Hochschulen, die WKN und weitere fünfunddreißig leitende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler - darunter der Nobelpreisträger Prof. Dr. Stefan Hell - eine Gefährdung des Wissenschaftsstandortes Niedersachsen.

    Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich erklärt: „Die Politik fördert in verantwortlicher Weise die Wirtschaft des Landes, ohne deren Leistungen die Einnahmen drastisch sinken werden. Sie lässt aber strategisches Handeln mit Blick auf die Hochschulen nicht erkennen, denn ohne Forschung und Fachkräfte hat Niedersachsen keine gute Zukunft. Eine Politik des „Gürtel-enger-Schnallens“ reicht nicht aus, um aus der Pandemie-Krise gestärkt hervorzugehen. Wir brauchen ein großes Innovationsprogramm, in dem die Hochschulen eine zentrale Funktion einnehmen. Nur dadurch sichern wir unserem Land eine gute Zukunft. Wir müssen auf 2030 und 2040 schauen und danach die Prioritäten ausrichten.“

    Gemeinsame Erklärung von WKN und LHK vom 20.11.2020 (PDF)

    Lesen Sie dazu auch die folgenden Presseartikel:

    Hannoversche Allgemeine Zeitung, 20.11.2020, online: „Wissenschaftler warnt vor Kürzungen an den Hochschulen / Der Vorsitzende der Landeshochschulkonferenz, Wolfgang-Uwe Friedrich, befürchtet unter anderem die Streichung von 489 Studierendenplätzen im Lehramt. Niedersachsen koppele sich von anderen Bundesländern ab, kritisiert der Professor im HAZ-Interview."

    NDR Fernsehen, Sendungen "Niedersachsen 18:00 Uhr Nachrichten"
    und "Nachrichtenmagazin Hallo Niedersachsen", 20.11.2020,
    Video online abrufbar bis 27.11.2020:

    DPA Deutsche Presse-Agentur, 20.11.2020, Hochschulen warnen vor finanziellen Einschnitten

    Bildungsjournalist Jan-Martin Wiarda, blog:
    Niedersachsens Hochschulen stemmen sich gegen empfindliche Haushaltskürzungen.
    Werden die Auseinandersetzungen zu einem Vorgeschmack für andere Bundesländer?

    ]]>
    Präsidentin Präsidium Präsident Pressemeldungen
    news-19925 Thu, 26 Nov 2020 16:16:00 +0100 Zentrum für Digitalen Wandel lädt ein zur Debatte über Lesen und Schreiben als digitale Textpraxis https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/zentrum-fuer-digitalen-wandel-laedt-ein-zur-debatte-ueber-lesen-und-schreiben-als-digitale-textpraxis/ Das Zentrum für Digitalen Wandel der Universität Hildesheim lädt ein zur öffentlichen Videokonferenz am Dienstag, 1. Dezember 2020. Der Literaturwissenschaftler Dr. Guido Graf zeigt in seinem Vortrag, welche Bedeutung die digitale Textpraxis hat – etwa die Kommentare in sozialen Medien oder das tagtägliche Schreiben auf dem Smartphone – und wie Texte gemeinsam erstellt werden können, ohne an einem Ort gleichzeitig präsent sein zu müssen. Ein Thema, das in der Coronavirus-Pandemie hochaktuell ist. Am Dienstag, 1. Dezember 2020, um 18:15 Uhr findet die nächste „KURZWEIL“ des Zentrums für Digitalen Wandel statt. Dr. Guido Graf stellt neue Forschungserkenntnisse zum Lesen und Schreiben als digitale Textpraxis vor. Der Literaturwissenschaftler ist Senior Researcher am Literaturinstitut der Universität Hildesheim und Vorstandsmitglied des Zentrums für Digitalen Wandel. Guido Graf thematisiert in seinem Vortrag Fragen wie: Wie wird online gemeinschaftlich und diskursiv Wissen produziert und vermittelt? Wie sehr bestimmen Algorithmen und andere Standardisierungen unsere Online-Kommunikation? Wie wird durch die Praxis des Online-Kommentierens Kultur gestaltet?

    „Wir alle lesen und schreiben auf Smartphones tagtäglich und kommentieren auf Internetplattformen. Wir werden mittlerweile im öffentlichen Diskurs durch das Online-Kommentargeschehen beeinflusst“

    „Die Relevanz des Themas sehe ich vor allem darin, dass wir alle tagtäglich, vor allem auf Smartphones lesen und schreiben, dass wir auf Internetplattformen wie Instagram, Facebook oder auch bei Spiegel Online Kommentare lesen oder selbst kommentieren, dass wir mittlerweile im öffentlichen Diskurs durch das Online-Kommentargeschehen beeinflusst werden: die sogenannten Querdenker etwa wären ohne die spezielle Dynamik digitaler Kommentarprozesse gar nicht denkbar. Das heißt Fragen der Radikalisierung, Fragen von Diskriminierung, Mobbing, die Rolle von Trolls oder Manipulationsstrategien bei Wahlen sind allesamt Aspekte, die für einen Blick auf digitale Textpraxis von Bedeutung sind“, sagt Dr. Guido Graf.

    „Mit der Virtualisierung der Zusammenarbeit werden Menschen in Schule und Beruf gerade unter den aktuellen Bedingungen der Coronavirus-Pandemie zunehmend gezwungen, gemeinsame Arbeitsergebnisse verteilt und digital zu entwickeln. Dr. Guido Graf zeigt in seinem Vortrag Wege auf und stellt Instrumente vor, mit denen insbesondere textbasierte Arbeitsergebnisse gemeinsam erstellt werden können, ohne an einem Ort gleichzeitig präsent sein zu müssen. Sich in derartige gemeinsame Produktionsprozesse einbringen und diese initiieren zu können, erscheint mir als eine kaum zu unterschätzend wichtige Kompetenz im Digitalen Wandel“, sagt der Wirtschaftsinformatiker Prof. Dr. Ralf Knackstedt vom Zentrum für Digitalen Wandel.

    Hildesheimer Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, mitzudiskutieren. Die Online-Veranstaltung ist öffentlich und findet via Videokonferenz (BigBlueButton) statt, die Teilnahme ist kostenfrei. Wenn Sie teilnehmen möchten, besuchen Sie die Internetseite. Dort finden Sie den Link zur Videokonferenz und die Zugangsdaten.

    Themen des Digitalen Wandels diskuturieren

    Die Veranstaltungsreihe „KURZWEIL“ des Zentrums für Digitalen Wandel / Center for Digital Change der Universität Hildesheim diskutiert aktuelle Themen des Digitalen Wandels. Dabei verfolgt die Reihe „KURZWEIL“ ein interaktives Konzept: So werden zunächst aktuelle akademische Projekte und Erkenntnisse aus unterschiedlichen Fachbereichen und Einrichtungen der Universität präsentiert. Im Anschluss daran wird auch das Publikum mit den Expertisen und Fragen einzubezogen – dies können Beobachtungen aus der beruflichen Praxis sein, Alltagserfahrungen oder Sichtweisen anderer Fachdisziplinen.

    Kontakt bei Fragen:
    Zentrum für Digitalen Wandel | Center for Digital Change
    Universitätsplatz 1
    31141 Hildesheim
    E-Mail: zfdw@uni-hildesheim.de

    ]]>
    Pressemeldungen
    news-19887 Fri, 20 Nov 2020 14:25:00 +0100 Internationale Care Leaver Convention mit Hildesheimer Beteiligung https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/internationale-care-leaver-convention-mit-hildesheimer-beteiligung/ Das Institut für Sozial- und Organisationspädagogik ist Mitorganisator der Internationalen Care Leaver Convention vom 23.-25. November. Mehr als 700 Personen aus 82 verschiedenen Ländern sind angemeldet. Erwartet werden weitere Registrierungen bis zum Start der Konferenz am Montag. Care Leaver sind Menschen, die ganz oder teilweise in der Fürsorge stationärer Jugendhilfe, d.h. in betreuten Wohnformen wie Pflegefamilien oder Wohngruppen, aufgewachsen sind und von dort aus ihren Weg ins Erwachsenenleben gehen. Die Jugendhilfemaßnahmen enden in vielen Ländern mit der Volljährigkeit, sodass die jungen Menschen dann auf sich allein gestellt den Herausforderungen des alltäglichen Lebens gegenüberstehen. Care Leaver gibt es in nahezu allen Ländern der Welt und überall bestehen ähnliche Übergangsbarrieren, die zu einer strukturellen Benachteiligung in der gesellschaftlichen Teilhabe führen.

    Daher hat die „Internationale Care Leavers Convention“ es sich zum Ziel gemacht, einen Grundstein für ein globales Care Leaver Netzwerk zu legen und somit der Stimme der Care Leaver weltweit mehr Gehör zu verschaffen. Die Konferenz stellt das erste internationale Care Leaver Forum dieser Art dar.

    Die „International Care Leavers Convention“ richtet sich insbesondere an Care Leaver sowie Fachkräfte und Wissenschaftler*innen aus dem Bereich Leaving Care. Aber auch alle anderen Interessierten sind herzlich eingeladen die Konferenz zu besuchen. Die Teilnahme ist kostenlos. Einfach online registrieren und an den drei Veranstaltungstagen das virtuelle Kongressgebäude besuchen. Ob im Auditorium, am Infostand, in der Ausstellungshalle oder am Selfie-Point – überall besteht die Möglichkeit mit anderen Besucher*innen des Events in den Austausch zukommen. 

    Online registrieren unter:

    http://www.careleaversconvention.udayancare.in/index.php/register/

    Die „International Care Leavers Convention“ wird in Kooperation durch die Organisationen SOS Children’s Villages International, Udayan Care New Delhi, Stichting Kinderperspectief Zwolle und dem Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Stiftung Universität Hildesheim  (Dr. Carolin Ehlke, Dorothee Kochskämper, Dr. Severine Thomas, Prof. Dr. Schröer) organisiert.

    Die Veranstaltung ist kostenfrei.

     

    Bearbeitung: Sara Reinke

    ]]>
    Fachbereich 1 Pressemeldungen
    news-19881 Fri, 20 Nov 2020 08:54:00 +0100 Prof. Meike Baader: "Wissenschaft muss sich ihrer ethischen Verantwortung bewusst sein" https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/prof-meike-baader-wissenschaft-muss-sich-ihrer-ethischen-verantwortung-bewusst-sein-1/ Die Auseinandersetzung mit ethischen Fragen gewinnt in der Wissenschaft ein immer größeres Gewicht. Der Tag der Forschung nimmt das Thema in den Blick - und soll den fachlichen Austausch über Forschungsthemen fördern. Was ist die Idee des Tags der Forschung?

    Der Tag der Forschung mit der Überschrift „Forschungsethik – ohne sie keine gute wissenschaftliche Praxis“ soll den Auftakt bilden zu einer regelmäßigen Veranstaltungsreihe, die künftig einmal im Jahr oder vielleicht sogar einmal im Semester laufen kann. Die Idee ist es, Forschung über die Fachbereiche hinweg sichtbar zu machen. Die Initiative für das Thema Forschungsethik kam von der Senatskommission für Ethik, der Prof. Dr. Peter Cloos vorsitzt. 

    An wen richtet sich die Veranstaltung?

    Wir freuen uns natürlich auch über eine interessierte Öffentlichkeit, aber vor allem wollen wir eine Uni-interne Zielgruppe ansprechen. Gerade jetzt in der Corona-Zeit haben wir uns viel darüber ausgetauscht, wie Lehre unter diesen Bedingungen organisiert werden kann und was alles beachtet werden muss. Aber die Forschung läuft ja auch weiter – unter deutlich erschwerten Bedingungen. Mit dem Tag der Forschung wollen wir wieder vermehrt den Fokus darauf richten, und die Kommunikation und den gemeinsamen Austausch über Forschung wieder intensivieren. 

    Gab es einen bestimmten Anlass, diesmal das Thema „Forschungsethik – ohne sie keine gute wissenschaftliche Praxis“ in den Vordergrund zu stellen?

    Ethische Fragen geraten in der Forschung immer stärker in den Blick. Unlängst erst hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft ihren Ethik-Kodex, den die Universitäten jetzt umsetzen müssen, überarbeitet – und dabei deutlich ausgeweitet. Das Thema wird in der Wissenschaft immer bedeutsamer. Es gibt eine gewachsene Sensibilität gegenüber dem Schutz vulnerabler Gruppen, beispielsweise von Kindern. Auch im Forschungsdatenmanagement geht man heute viel bewusster und nachhaltiger mit Daten um. Noch bis vor kurzem war es die vorherrschende Einstellung, dass Daten der Person gehören, die sie erhoben hat. Inzwischen werden Wissenschaftler*innen angehalten, ihre Daten – deren Erhebung ja in der Regel mit öffentlichen Geldern finanziert wird – nach einer gewissen Wartezeit auch anderen in der wissenschaftlichen Community zu Verfügung zu stellen. Das ist sinnvoll und nachhaltig, aber es wirft auch neue Fragen auf, was die Aufbewahrung, Sicherung und Pflege der Daten betrifft. Fragen des Datenschutzes, ethische Fragen sowie solche des Datenmanagements werden auf dem Tag der Forschung diskutiert.

    Bei Ethik in der Forschung denkt man schnell an medizinische Themen – ganz aktuell zum Beispiel die Triage-Debatte oder die Frage, wie Impfstoffe verteilt werden sollen, wenn sie nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen. Wie kann Wissenschaft da helfen?

    Zu allererst kann Wissenschaft aufzeigen, welche Probleme durch solche Fragen überhaupt hervorgerufen werden. Was bedeutet beispielsweise die Triage-Entscheidung für diejenigen, die sie treffen müssen, also für die Ärzte und Ärztinnen? Auch darüber wird meines Wissens an der Universität Hildesheim, in der Psychologie, geforscht. Eine Befragung nach wissenschaftlichen Kriterien kann beispielsweise die psychische Belastung ermitteln. Ethische Aspekte kommen aber bei weitem nicht nur im medizinischen Umfeld vor, sondern in allen wissenschaftlichen Bereichen, von der Pandemie bis zum Klimawandel.

    Sie selbst sind Erziehungswissenschaftlerin – in welchen Bereichen haben Sie mit ethischen Fragestellungen zu tun?  

    Wir haben zum Beispiel gemeinsam mit einem Team aus dem Institut für Sozial- und Organisationspädagogik Forschungen zu sexualisierter Gewalt durchgeführt. Befragungen zu diesem Thema können eine Belastung für die Betroffenen darstellen, die auch das Risiko von Retraumatisierungen mit sich bringen kann. Das, was eine solche Befragung auslösen kann, können wir als Wissenschaftler*innen im Zweifelsfall gar nicht auffangen, wir können dann nur zum Beispiel an Beratungsstellen verweisen. Deshalb ist es sehr wichtig, sich der Verantwortung für die eigene Forschung bewusst zu sein und mögliche Folgen zu reflektieren – und dies auch bereits im Forschungsantrag mit zu berücksichtigen. Solche Forschungsanträge müssen dann auch durch die Ethikkommissionen der Universität genehmigt werden.   

    Aktuell gibt es den Fall einer Auftragsforschung zur sexualisierten Gewalt, die eigentlich abgeschlossen ist. Das Projekt ist beendet, die Finanzierung ausgelaufen. Aber uns erreichen immer weiter Anfragen und Hinweise. Die können wir ja jetzt nicht einfach ignorieren. Die beantworten wir jetzt also, so gut es geht, obwohl dafür eigentlich gar kein Geld mehr vorgesehen ist. Dass wir nicht einfach aufhören, hat auch mit forschungsethischen Überlegungen und Haltungen zu tun.  

    Haben Sie noch andere Beispiele, wo an der Uni Hildesheim Forschungsethik eine besondere Rolle spielt?

    Mir fallen natürlich zuerst Beispiele aus meiner eigenen Disziplin ein: Eine Mitarbeiterin aus meinem Arbeitsbereich hat für Ihre Forschungen Holocaust-Überlebende befragt. Auch das erfordert eine sensible Interviewführung und eine Reflexion darüber, was die Befragung möglicherweise beim Gegenüber auslöst.

    Noch einen Schritt weitergedacht, macht solche Forschung aber auch etwas mit den Wissenschaftler*innen: Sie müssen sich über einen langen Zeitraum mit einem belastenden Thema auseinandersetzen. Auch dafür vorauszudenken und beispielsweise eine Möglichkeit der Supervision und damit entsprechende Ressourcen einzuplanen, ist ein Aspekt einer ethisch verantwortungsbewussten Forschung.

    Forschung kann auch selbst neue ethische Dilemmata hervorbringen. Ich hatte vor einiger Zeit ein Gespräch mit Sebastian Thrun, in dem es auch um die Frage ging, wie selbstfahrende Autos für Situationen programmiert werden sollen, in denen ein Unfall unvermeidlich ist. Nehmen wir an, ein Kind läuft vor das Auto. Es wäre ein Ausweichmanöver möglich, aber dann würde das Auto eine Seniorin auf dem Bürgersteig überfahren. Von dieser Problemstellung kann man sich natürlich noch diverse Variante überlegen. Ich will jetzt gar keine Lösung von Ihnen präsentiert bekommen, aber vielleicht können Sie mal erklären, wie man sich so einem Thema aus forschungsethischer Sicht nähern kann?

    Das ist ein Beispiel für die sogenannte Technikfolgenabschätzung. Auch da gilt, dass sich die beteiligten Wissenschaftler*innen erstmal darüber bewusst sein müssen, dass ihre Forschung nicht nur das gewünschte Ergebnis hervorbringt, sondern auch nicht-intendierte Nebenwirkungen erzeugt. Das sind vermutlich Fragen, die in multi-perspektivisch ausgerichteten Teams erörtert werden müssen.

    Was wäre aus Ihrer Sicht eine wichtige Erkenntnis, die ein Teilnehmer oder eine Teilnehmerin am Tag der Forschung abends mit nach Hause nehmen sollte?

    Die Auseinandersetzung mit forschungsethischen Fragen kann schon in einer Bachelor- oder Masterarbeit wichtig sein. Wenn zum Beispiel mit anonymisierten Daten gearbeitet wird, muss ein Verständnis dafür gegeben sein, warum das wichtig ist, und wie man das am besten macht. Deshalb muss die Sensibilisierung für solche Fragen früh ansetzen, am besten schon im Studium. Bei diesem Thema gibt es also auch eine Verbindung zwischen Forschung und Lehre. Außerdem sollten Fragen von Datenmanagement, Datenschutz und Forschungsethik, die sich unterscheiden, aber auch zusammenhängen, früh in die Qualifikation des wissenschaftlichen Nachwuchses einbezogen werden. Das wäre eine Botschaft, von der ich mir wünschen würde, dass sie bei den Teilnehmer*innen ankommt.

     

    Interview: Sara Reinke

    ---------------------------

    Prof. Dr. Meike Baader ist Vizepräsidentin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs und Mit-Initiatorin des  Tags der Forschung. Die Veranstaltung mit dem Thema „Forschungsethik ohne sie keine gute wissenschaftliche Praxis“ ist entstanden in Kooperation mit dem Vorsitzenden der Senatskommission für Ethik, Prof. Dr. Cloos sowie  Prof. Dr. Gunther Graßhoff (Vorsitzender der Ethikkommission des FB1), dem Graduiertenzentrum (Svea Korff), dem Datenschutzbeauftragten der Universität, Prof. Dr. Mandl, dem Forschungsdatenmanagement (Annette Strauch), dem Ombudsmann für gute wissenschaftliche Praxis, Prof. Dr. Martin Sauerwein, sowie der Stabsstelle Forschungsförderung und Forschungsmanagement (Markus Weißhaupt) .

     

    Die Veranstaltung beginnt am Mittwoch 25. November 2020 um 14.15 Uhr und wird über das Webkonferenzsystem Zoom übertragen.

    Weitere Informationen zum Programm und den Referent*innen gibt es hier.

    ]]>
    Presse Fachbereich 1 Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-19870 Wed, 18 Nov 2020 12:54:13 +0100 Die Entwicklung nachhaltiger Geschäftsmodelle und die Herausforderungen der digitalen Lehre https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/die-entwicklung-nachhaltiger-geschaeftsmodelle-und-die-herausforderungen-der-digitalen-lehre/ Dr. Thorsten Schoormann und Maren Stadtländer berichten von ihren Erfahrungen mit der digitalen Lehre im Sommersemester und über den Kurs „Geschäftsmodelle und Nachhaltigkeit“, in welchem sie gemeinsam mit Studierenden erarbeiteten, wie Geschäftsmodelle nachhaltig gestaltet werden können. Die Veranstaltung ist Teil des Zertifikats „Bildung und Nachhaltigkeit“ und wird immer im Sommersemester von Professor Dr. Ralf Knackstedt, Dr. Thorsten Schoormann und Maren Stadtländer angeboten. Teilnehmen können alle Studierende der Universität. Womit setzen Sie und die Studierenden sich im Kurs „Geschäftsmodelle und Nachhaltigkeit“ auseinander?

    Thorsten Schoormann: Im ersten Moment scheinen Geschäftsmodelle und nachhaltige Entwicklung nicht nah beieinander zu liegen. Bei der Betrachtung von Geschäftsmodellen haben viele die Idee, dass diese nur finanziell oder betriebswirtschaftlich ausgerichtet sind. In dem Kurs schauen wir uns an, wie diese beiden Welten – Geschäftsmodelle und ökologische sowie soziale Nachhaltigkeit – besser miteinander verbunden werden können. Beispiele dafür sind Unverpacktläden oder Apps wie „Too Good To Go“, die dafür sorgen, dass wir weniger Müll produzieren.

    Im Kurs betrachten und reflektieren wir solche Geschäftsideen und befassen uns mit Methoden, mit denen nachhaltige Geschäftsmodelle entwickelt werden können. Zudem entwickeln wir Methoden weiter, die ursprünglich auf den betriebswirtschaftlichen Erfolg abzielen, und gestalten sie so um, dass schon bei den ersten Gründungsschritten eines Start-Ups die Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesellschaft mitbedacht werden. Das ist etwas, was wir in der Forschung vorantreiben und gerne auch mit den Studierenden gemeinsam diskutieren.

     

    Jede*r Student*in kann an dem Kurs teilnehmen. Ist das faktisch auch so oder nehmen hauptsächlich Studierende teil, die im Wirtschaftsbereich studieren?

    Maren Stadtländer: Viele der Teilnehmenden kommen aus dem Bereich der Wirtschaftsinformatik oder IT, aber es nehmen auch immer mehr Studierende der Umweltsicherung, der Sozial- und Organisationspädagogik und der Erziehungswissenschaften teil. Dementsprechend vielseitig sind die Perspektiven, die in den Kurs eingebracht werden.

     

    Support your local

    Wie haben die Studierenden ihre Geschäftsmodelle entwickelt?

    Thorsten Schoormann: Zur Entwicklung konnten sie sich an den drei Schritten Problem, Lösung und Implementierung orientieren. In diesem Semester haben wir das Oberthema „Support your Local“ gewählt. Zuerst sollten die Studierenden überlegen, welche Probleme es derzeit hier in der Region gibt, die das Thema nachhaltige Entwicklung betreffen. In einem nächsten Schritt haben sie Lösungsideen entwickelt und am Ende diese Lösungen in ein Geschäftsmodell implementiert.

    Maren Stadtländer: Entwickelt haben die Studierenden ihre Geschäftsmodelle mithilfe des Design Thinking, das Thorsten gerade bereits kurz beschrieben habt. Das ist ein Vorgehen aus dem Human-centered Design. Mit diesem Vorgehen lassen sich Produkte und Dienstleistungen entwickeln, die Kund*innen im Fokus haben. Dies haben wir für die Entwicklung von Geschäftsmodellen adaptiert, um Kund*innen so früh wie möglich in die Entwicklung von Geschäftsmodellen miteinzubeziehen.

    Thorsten Schoormann: Genau. Prinzipien wie Human-centeredness geben den groben Rahmen vor, um kreativ über Innovation nachdenken zu können. Im Bereich des Design Thinking gibt es bereits zahlreiche Methoden, beispielsweise Methoden zum Brainstorming, die sich die Studierenden zunutze machen konnten.

     

    Wie läuft die Lehre in dem Kurs in einem normalen Präsenzsemester ab?

    Maren Stadtländer: Im Normalfall gibt es sowohl Vorlesungsanteile, Diskussionsanteile und Gruppenarbeit. In den letzten Semestern lag ein Fokus auf Gruppenarbeit, sodass Studierende die Möglichkeit hatten, gemeinsam Geschäftsideen zu entwickeln und zu modellieren und so die Modellierungspraxis bekommen konnten, die sie aus methodischer Sicht brauchen. Zum Abschluss gab es immer eine Klausur.

     

    Wie wurde dies für die digitale Lehre angepasst?

    Maren Stadtländer: Wir haben das Konzept teils synchron und teils asynchron aufgebaut. Inhalte, die normalerweise in Vorlesungsform vermittelt werden, wurden hauptsächlich asynchron in Form von Screencasts aufbereitet: Zu unseren Folien haben wir Tonspuren eingesprochen und diese zu den Vorlesungsterminen freigeschaltet, sodass die Studierenden diese flexibel anschauen konnten. Zusätzlich gab es synchrone Termine, an denen die Studierenden den Stand ihres Projekts – das sie auch in diesem Semester erarbeiten sollten – präsentiert haben. Zum Abschluss konnten sie dann ihr gesamtes Projekt vorstellen. Unterfüttert wurde dies von Zwischenabgaben zu Inhalten der Vorlesung und durch Reflexionsaufgaben. Die Klausur ist dadurch weggefallen.

    Thorsten Schoormann: Normalerweise bringen wir zu jeder zweiten Veranstaltung einen riesigen Pappen an Flipcharts mit, an denen dann gemeinsam gearbeitet wird. Dabei werden Lösungsvorschläge und Ansätze mit Post-Its visualisiert, verbunden und geclustert, um vielversprechende Ideen für Geschäftsmodelle zu entwickeln. Insgesamt findet sehr viel Interaktion statt, wovon der Kurs auch eigentlich lebt. Es galt nun, zu versuchen, dies mithilfe von geteilten Whiteboards und Mindmap-Tools entsprechend zu digitalisieren.

     

    Welche Tools haben Sie dazu eingesetzt?

    Maren Stadtländer: Wir haben das Tool Miro genutzt. Neben den Mindmaps, die erstellt werden können, gibt es dort verschiedene Vorlagen für Geschäftsmodelle und Modellierungsmethoden, die bei der Geschäftsmodellentwicklung weit verbreitet sind. Dort lässt sich auch kollaborativ, also gleichzeitig an einer gleichen Oberfläche, arbeiten.

    Thorsten Schoormann: Zur Geschäftsmodellierung kommt häufig die sogenannte Business Model Canvas von Osterwalder und Pigneur zum Einsatz, bei der verschiedene Felder für die einzelnen Planungsschritte abgearbeitet werden. Hier wird gemeinsam an einer Flipchart überlegt, welches Kundensegment für das Geschäftsmodell infrage kommt, welchen Nutzen die Geschäftsidee hat, welche Einnahmen und Ausgaben zu erwarten sind und welchen Kern das Geschäftsmodell hat. Im Miro-Tool ist die Grundstruktur für diese einzelnen Felder schon vorhanden.

     

    Die Digitalisierung hat auch bei den Lösungsansätzen der Studierenden eine große Rolle gespielt. Welche Geschäftsideen wurden in Ihrem Kurs entwickelt?

    Maren Stadtländer: Ein Stück weit ist dies vermutlich zustande gekommen, weil in jeder Gruppe eine Person war, die mit Wirtschaftsinformatik oder Informatik zu tun hatte. Viele Studierende haben geschaut, was sie selbst tatsächlich umsetzen können und ihre Kompetenzen bei der Entwicklung der Geschäftsmodelle miteinbezogen. Erarbeitet wurde so beispielsweise die Idee einer Plattform zur Förderung von Bildung für nachhaltige Entwicklung. Über diese Plattform soll ein Matching zwischen Förderern und Förderungsbeziehenden stattfinden.

    Thorsten Schoormann: Andere Geschäftsmodelle arbeiteten mit Informationssystemen, die tracken, wo gekaufte Produkte herkommen, wie sie angepflanzt werden oder wie Tiere behandelt werden – im Prinzip die Nachverfolgung von Bäuer*in bis auf den Tisch. Eine Idee war auch, digitale Plattformen zu entwickeln, über die dann regionale Produkte angeboten oder auch geteilt und verteilt werden können.

     

    Vor welchen Herausforderungen standen Sie angesichts der spontanen Umstellung auf die digitale Lehre in diesem Sommersemester?

    Maren Stadtländer: Was das Konzept anging, war die Übertragung von der Präsenzlehre auf die digitale Lehre verhältnismäßig einfach. Wir mussten die Inhalte und das Format nicht stark adaptieren. Um das Ganze tatsächlich umsetzen zu können, war allerdings ein erhöhter Zeitaufwand notwendig. Die Erstellung von Screencasts dauert sehr viel länger als eine Vorlesung vorzubereiten und zu halten. Zum einen muss man sich mit der Technik auseinandersetzen und Inhalte gegebenenfalls öfter einsprechen, wenn irgendwo Haken sind. Zum anderen fehlt das Feedback von Studierenden, an welchen Stellen Unklarheiten sind, was bedeutet, dass man sich vorher sehr viel detaillierter Gedanken machen und auf möglicherweise unklare Punkte schon während des Einsprechens reagieren muss. Auch die Vorbereitung für die Synchrontermine dauerte länger. Zwar ist BigBlueButton einigermaßen selbsterklärend, aber will man Sonderfunktionen benutzen, muss das vorher ausprobiert werden. Was passiert beispielsweise, wenn ich die Studierenden in Breakout-Rooms schicke? Kommen sie dort allein wieder heraus oder muss ich sie rausholen? Zudem gibt es weniger Feedback zu organisatorischen Problemen. Das ist sehr viel schwieriger gewesen, weil der Kontakt zu den Studierenden nicht so direkt und häufig stattfinden konnte, wie bei Präsenzlehre.

     

    Wie sind Sie mit den Schwierigkeiten umgegangen? Konnten Sie Lösungen für diese Probleme finden?

    Maren Stadtländer: Wir haben das Learnweb für die Studierenden weiter geöffnet, sodass sie die Möglichkeit hatten, dort Rückfragen zu stellen. Das wurde allerdings nicht so oft verwendet, wie wir dies erwartet hatten. Zudem konnten sich die Kursteilnehmenden per E-Mail melden und zu den synchronen Betreuungsterminen Fragen stellen. Gerade bei den Diskussionen an den synchronen Terminen hat das gut funktioniert. Gegebenenfalls haben sie sich nicht getraut, Ton und Bild zuzuschalten, haben aber Fragen oder Anmerkungen in den Chat geschrieben. So sind auch rege Diskussion in den Veranstaltungen entstanden. Damit die Zeiteinteilung, die durch die asynchronen Formate sehr viel freier war, für die Studierenden nicht überfordernd wird, haben wir einen detaillierten Ablaufplan erstellt.

    Thorsten Schoormann: Da wir im Kurs verschiedene Typen von Veranstaltungen hatten, haben wir immer nach dem ersten Termin eines bestimmten Formats hinzugelernt. In der ersten Gruppenarbeitssitzung wollte eine Gruppe ein PDF in BigBlueButton einspeisen, eine andere den Bildschirm teilen, sodass der Übergang zwischen den Gruppen holprig war. Deshalb haben wir den nächsten Termin genau durchgeplant: Wer Sprecher*in einer Gruppe ist, wer das Recht bekommt, den Bildschirm zu teilen, wer das Recht bekommt, als nächstes zu klicken. Spontane Gruppenbildungen in Breakout-Rooms mit kleinen Aufgaben, wie beispielsweise der Erstellung einer Mindmap, waren schwierig. Schaltet man sich selbst mit in den Raum, lässt sich oft beobachten, wie viel über technische Fragen diskutiert wird. Ich habe gelernt, dass wir organisatorisch alles von vornherein durchplanen und vorgeben müssen. Mit der Zeit hat das dann immer besser geklappt.

     

    „Wir wussten erst anderthalb bis zwei Wochen vor Vorlesungsbeginn, dass alles digital stattfinden soll“

     

    Inwiefern haben Sie von Universitätsseite aus Unterstützung für die Umsetzung der digitalen Lehre bekommen, beispielsweise bei der Benutzung vom BigBlueButton?

    Thorsten Schoormann: Wir wussten erst anderthalb bis zwei Wochen vor Vorlesungsbeginn, dass alles digital stattfinden soll, sodass jede*r erstmal selbst zugesehen hat, seine oder ihre Inhalte für die Online-Lehre zu konzipieren. Es kamen dann immer mehr Informationen, auch vom E-Learning-Team, das zügig entstanden ist. Insgesamt fand ich es ein schönes Zeichen, dass die Uni fast alle Lehrveranstaltungen angeboten hat – zumindest in unserem Bereich.

     

    Learning-by-doing in der digitalen Lehre

     

    Maren Stadtländer: Mit den Tools, die von der Uni vorgeschlagen wurden, habe ich vorher Tests durchgeführt. Teilweise haben uns studentische Hilfskräfte dabei geholfen, damit wir diese live ausprobieren konnten. Wir haben das Wissen dann unter den Lehrenden geteilt. Ich hatte zudem Kontakt zu Herrn Diederich vom E-Learning-Team, wenn Schwierigkeiten auftraten. Also ist zwar im Vorfeld schon viel ausprobiert worden, aber das meiste haben wir erst im Laufe der Veranstaltung kennengelernt. Das war viel Learning-by-doing.

     

    Das hört sich nach sehr viel mehr Aufwand für Sie als Lehrende an. Haben Sie mitbekommen, ob und vor welchen Herausforderungen Studierende in diesem Semester standen?  

    Thorsten Schoormann: Wir haben versucht, offene Feedbackrunden anzubieten und die Möglichkeit für Rückfragen gegeben. Ansonsten haben wir wenig direktes Feedback bekommen, sondern live miterlebt, wenn etwas nicht so gut funktioniert hat. Über den Aufwand von Studierenden haben wir sehr wenig erfahren, aber die Umfrage vom AStA hat gezeigt, dass die Studierenden viel zu tun haben. Es ist auf jeden Fall ein größerer Aufwand auf beiden Seiten. Das sind mehr Meter, die man gehen muss. Ich hatte das Gefühl, dass aber beide Seiten offen füreinander sind und, dass Studierende verzeihen, wenn irgendwas komisch läuft und andersherum genauso. Insgesamt war es für alle herausfordernd, aber das habe ich eher positiv wahrgenommen.

     

    Ich stelle es mir sehr schwierig vor, zuhause am Rechner zu sitzen und zu lehren, ohne genau zu wissen, was bei den Studierenden ankommt.

     

    Thorsten Schoormann: Teilweise spricht man wirklich in einen schwarzen Raum hinein und bekommt keinerlei Feedback. Beim ersten Mal fand ich es sehr komisch, allein im Bürostuhl zu sitzen und irgendetwas zu sagen. Schon die Haltung hat sich nicht nach Vorlesung angefühlt. Wie ein Thema ankommt, bekommt man in Präsenzveranstaltungen mit, aber online fast gar nicht. Für Studierende ist die Hürde, sich in Onlineveranstaltungen zu melden, natürlich viel höher. Wir haben Rückmeldung bekommen wie: „Ich war noch nie in der Uni und kenne keine meiner Kommiliton*innen.“ In einem Hörsaal mit 150 Leuten drehen sich zwei Drittel vielleicht kurz um, aber online ist das Spotlight praktisch immer auf den oder die Sprecher*in gerichtet.

     

    Maren Stadtländer: Beim Chat war die Schwelle etwas niedriger. Von dort kamen recht viele Anmerkungen und Fragen. Ich finde es auch nicht leicht, in einen leeren Raum zu sprechen, aber ich halte es für wichtig, dass Dozent*innen sich zumindest selbst zuschalten und dadurch etwas präsenter sind. Wenn die Veranstaltung zu zweit oder zu dritt durchgeführt wird, wie es bei unserer Veranstaltung der Fall war, sieht man wenigstens die Kolleg*innen und spricht nicht nur gegen eine schwarze Wand.

     

    Wie könnten die Hürden für die Studierenden Ihrer Meinung nach reduziert werden?

     

    Maren Stadtländer: Ich denke, dass es helfen würde, verstärkt mit kleineren Gruppen in Breakout-Rooms zu arbeiten. Meiner Erfahrung nach kommen Studierende dort schnell ins Sprechen. Aber das muss bereits von Anfang einer Veranstaltung an umgesetzt werden, damit die Studierenden dies lernen.

     

    Thorsten Schoormann: Genau solche Ansätze integrieren wir im Wintersemester. In Breakout-Rooms können die Studierenden zumindest miteinander sprechen und sich so etwas kennenlernen. Hilfreich ist ebenfalls, den Studierenden die Chance anzubieten, Fragen per E-Mail zu stellen, die dann anonym in der nächsten Livesession beantwortet werden. So müssen Fragen nicht in einem Raum mit hundert Teilnehmenden gestellt werden.

     

    Was sind weitere Nachteile von der digitalen Lehre?

     

    Maren Stadtländer: Es gibt viele technische Herausforderungen. Nicht überall gibt es stabiles Internet. Wenn beispielsweise bei E-Klausuren alle ihre Webcams anschalten, geht das sowohl an die Leistungsgrenze der Internetbandbreite als auch an die Grenze des eigenen Laptops. Nicht alle Studierenden haben eine Webcam. Nicht alle haben ein Headset. Ich gehe zwar davon aus, dass sich dies gegebenenfalls in den kommenden Semestern verändern wird und, dass das Rechenzentrum die Serverleistung noch weiter ausbaut, aber solche technischen Aspekte sind teilweise schwierig.

     

    Thorsten Schoormann: Laute Lüfter.

     

    Maren Stadtländer: Schlechte Mikrofonverbindungen.

     

    Was sind für Sie Vorteile von digitaler Lehre?

     

    Maren Stadtländer: Die Studierenden können selbst entscheiden, wann sie sich mit Inhalten auseinandersetzen, bevor eine Übung stattfindet. Gegebenenfalls ist dies erstmal mit einer Herausforderung verbunden, weil nicht alle das gewohnt sind. Aber für Studierende, die kleine Kinder haben oder die nebenher berufstätig sind, ist es ein großer Vorteil, die Inhalte zeitlich und räumlich verteilt anschauen zu können.

     

    Ein Potential der digitalen Lehre ist ebenfalls, dass Studierende sich kritischer mit dem Material auseinandersetzen können. Präsenzveranstaltungen sind oft als Frontalunterricht gestaltet. Das digitale Format lässt sich besser so ausrichten, dass Studierende sich eigenständiger mit dem Stoff auseinandersetzen und diesen reflektieren müssen – beispielsweise mit anzuschauenden Videos und Reflexionsaufgaben. Natürlich muss dies entsprechend vorher organisiert werden.

     

    „Gerade die Veranstaltung zur Entwicklung von nachhaltigen Geschäftsmodellen lebt von Diskussionen und Gruppenarbeit mit den Studierenden“

     

    Würden Sie ein Präsenzsemester oder ein digitales Semester bevorzugen, wenn es keine Pandemie gäbe?

     

    Maren Stadtländer: Ich fände eine Mischung von Präsenz- und digitalen Anteilen gut. Input lässt sich oft gut digitalisieren und ich fand es angenehm, Vorlesungen ganz in Ruhe aufnehmen zu können. Gruppendiskussionen sind digital schwieriger und sollten in Präsenz stattfinden. Gerade die Veranstaltung zur Entwicklung von nachhaltigen Geschäftsmodellen lebt von Diskussionen und Gruppenarbeit mit den Studierenden und hier fehlt der Kontakt zu den Studierenden relativ stark.

     

    Thorsten Schoormann: Socialising unter Studierenden ist ein wichtiger Aspekt, weshalb ich ein Präsenzsemester bevorzuge. Aus der Dozierenden-Perspektive kann ich mir gut vorstellen, dass der Aufwand für Kurse, die wiederholt angeboten werden, in kommenden digitalen Semestern geringer ist. Die flexiblere Zeiteinteilung ist auch ein Vorteil. Ich kann Sonntagnacht eine Vorlesung einsprechen, anstatt sie zu der vorgesehenen Seminarzeit zu halten. Aber in Seminargruppen wollen wir gemeinsam mit den Studierenden diskutieren, was in Präsenz besser funktioniert. Ich weiß nicht, ob sich über digitale Interaktion ein ähnliches Gemeinschaftsgefühl einstellen kann. Die Distanz ist digital einfach größer.

     

    Text: Mara Schrey (Pressestelle)

    Fotos: Isa Lange, Daniel Kunzfeld, privat

     

    Zertifikat „Nachhaltigkeit und Bildung“

    Studierende, die zusätzliche Qualifikationen in den Bereichen „Nachhaltigkeit“ sowie „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ erwerben möchten, finden hier weitere Informationen: https://www.uni-hildesheim.de/fb4/institute/geographie/studium-lehre/zertifikat-nachhaltigkeit-und-bildung/

     

     

     

     

     

     

    ]]>
    Presse Fachbereich 4 Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Informationssysteme und Unternehmensmodellierung dig. Semester Pressemeldungen Startseite
    news-19860 Wed, 18 Nov 2020 08:42:22 +0100 Maike Gunsilius: „Theater ist Bildung, Partizipation und demokratische Praxis“ https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/maike-gunsilius-theater-ist-bildung-partizipation-und-demokratische-praxis/ Seit dem 1. Oktober ist Prof. Dr. Maike Gunsilius Professorin für Ästhetik des Kinder- und Jugendtheaters am Institut für Medien, Theater und Populäre Kultur an der Stiftung Universität Hildesheim. Die 44-Jährige befasst sich mit theatertheoretischen und -praktischen Fragen rund um das Theater für ein junges Publikum sowie der Theaterarbeit mit Kindern und Jugendlichen. Ihre Forschungsschwerpunkte sind experimentelle und performancebasierte zeitgenössische Formen des Kinder- und Jugendtheaters, relationale Dramaturgien sowie Theater als Forschung mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Partizipative Formen der künstlerischen Forschung mit Kindern und Erwachsenen

    „Die künstlerische Forschung als Begriff hat Konjunktur und ist auch im Kinder- und Jugendtheater in den letzten Jahren zu einem „Zauberwort“ geworden. “, sagt sie. In der Vielzahl ganz unterschiedlicher Ansätze und Praktiken der künstlerischen Forschung beschäftigt sich die 44-Jährige vor allem mit partizipativen Ansätzen, denen es darum geht, Forschungsprozesse zu (er)öffnen und nicht als etwas zu betrachten, das nur Wissenschaftler*innen vorbehalten ist. Dabei geht sie der Frage nach, wie Mittel, Verfahren und Formate des Theaters so eingesetzt werden, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene gemeinsam an gesellschaftlichen Fragestellungen forschen können. Ähnlich wie in Ansätzen der Aktionsforschung geht es darum, Settings und Prozesse zu entwickeln, in denen auch Menschen an Forschungsprozessen beteiligt sein können, die keinen akademischen Hintergrund haben.

    Studiert in Hildesheim

    „Hildesheim hat meinen beruflichen Weg geprägt“, bekennt die Kulturwissenschaftlerin, Dramaturgin und Performancemacherin. Studiert hat sie Kulturwissenschaften und Ästhetische Praxis an der Stiftung Universität Hildesheim und Theater am Dartington College of Arts in England. Besonders die wechselseitige Bezugnahme zwischen Theorie und Praxis, die die kulturwissenschaftlichen Studiengänge in Hildesheim prägt, hat sie seit Studienzeiten immer begleitet.

    Praxisschwerpunkte

    „Nach dem Studium hatte ich zunächst den großen Wunsch, in die Praxis zu gehen“, erinnert sich Maike Gunsilius. Sie arbeitete zunächst als Dramaturgin an Stadttheatern und in freien Projekten. Dabei interessierte sie zunehmend eine „kollaborative Zusammenarbeit mit Menschen, die keine künstlerischen Berufe oder Erfahrungen haben, also mit Expert*innen des Alltags“. In solchen Formen der Zusammenarbeit, zum Beispiel in theatralen Stadtprojekten, zeige sich immer wieder, welche unwahrscheinlichen neuen Räume der Begegnung und Kommunikation Theater- und Performance macher*innen durch ihre Expertise in der Organisation partizipativer Prozesse eröffnen können. Zugleich werde dabei aber auch immer wieder deutlich, dass der Kulturbetrieb „ein exklusiver Raum mit hoher Zugangsbeschränkung“ sei, auch im Kinder- und Jugendtheater.

    Deshalb ging sie wissenschaftlich der Frage nach: Wie kann es gelingen, dass Theaterarbeit sich weiter öffnet? Wie können Kinder und Jugendliche als junge Bürger*innen Theater als einen Raum und eine Praxis erleben, in der sie ihre Fragen und Wünsche künstlerisch bearbeiten können? Gemeinsam mit Mädchen und Frauen untersuchte sie in künstlerischen Forschungsprojekten, wie Mädchen und Frauen sich heute als Bürgerinnen in unsere postmigrantische Gesellschaft einschalten und wie sie Theater- und Performance dafür nutzen können und wollen. Dabei zeigte sich, dass etablierte Formen, die stark auf die frontale Performance und das öffentliche Sichtbarwerden des Subjekts setzen, nicht nur selbstermächtigendes Potenzial bieten, sondern auch problematisch sein können - insbesondere für marginalisierte Stimmen.

    „Kinder und Jugendliche sind stark aufgefordert, zu performen – und zwar erfolgreich“

    Eine Herausforderung der Theaterpraxis mit Kindern und Jugendlichen sei es, so die Kulturwissenschaftlerin, dass „Kinder und Jugendliche in der heutigen Zeit stark aufgefordert sind, zu performen – und zwar erfolgreich zu performen“, beispielsweise durch Self-Performances in sozialen Medien oder vor Erwachsenen in der Schule. „Theater(pädagogische) Arbeit hat den Anspruch, einen solchen gesellschaftlichen Imperativ zur erfolgreichen Performance des Subjektes kritisch zu bearbeiten. Zugleich befinde sie sich jedoch in dem Dilemma, ihn oft – unfreiwillig – zu bedienen und dabei auch noch gesellschaftliche Stigmatisierungen zu reproduzieren“, betont Maike Gunsilius. Sie hat in diesem Zusammenhang eine relationale dramaturgische Praxis als Stellschraube dafür herausgearbeitet, Theater- und Performancesettings so zu bauen, dass darin Verhältnisse künstlerisch bearbeitet und ausgehandelt werden können: Verhältnisse zwischen Kindern und Erwachsenen und weitere gesellschaftliche (Macht-)Verhältnisse, die das Leben von Kindern und Jugendlichen bestimmen.

    Stationen in Wissenschaft und Praxis

    In den Jahren 2015 bis 2017 hat Maike Gunsilius als Stipendiatin des Graduiertenkollegs „Performing Citizenship“ in Hamburg zum Thema „Dramaturgien postmigrantischer Performance – Citizenship in kultureller Bildung und künstlerischer Forschung“ promoviert. Von 2019 bis 2020 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt „Participatory Art-based Research“, das Formate partizipativer künstlerischen Forschung untersucht.

    Davor hat sie als Dramaturgin und Performancemacherin an Stadttheatern unter anderem in Basel, Frankfurt, Hamburg sowie in freien Theater- und Performanceprojekten und in Schulen gearbeitet. An der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, der Universität Hamburg sowie der Fachhochschule Dortmund und weiteren Hochschulen hat sie Dramaturgie, partizipative Theaterformen und Theater als Forschung gelehrt.

    Die Leidenschaft entstand im Schultheater

    Ihr Interesse für Theater wurde „ganz klassisch“ in der schulischen Theatergruppe geweckt. Schule ist für sie „die Öffentlichkeit für Kinder und Jugendliche, und zwar für alle“. Sie sei ein zentraler Raum, in dem Kinder und Jugendliche – neben ihrem Elternhaus – die Welt entdecken, sich darin erfahren und als Bürger*innen sozialisiert werden. Ein Anliegen ist ihr deshalb, die Rolle der künstlerischen Fächer darin zu stärken. „Theater, Kunst und Musik sind den so genannten Kernfächern nach wie vor stark nachgeordnet“, meint sie. Dabei könne ihrer Ansicht nach Theater durchaus mit Deutsch-, Geschichts- und Gesellschafts-Unterricht und auch mit naturwissenschaftlichen Fächern verknüpft werden. Theater ist für sie Bildung, Partizipation und demokratische Praxis.

    „Theater ist sowohl Bildung als auch Arbeit“

    Umso betroffener machen sie die Einschränkungen des zweiten Lockdowns in der Corona-Pandemie (im November 2020) und die Auswirkungen auf die Kulturszene, die sich zum Teil bereits seit März ununterbrochen im Lockdown befinde. „Kulturschaffende wollen die Gesundheit der Menschen schützen und haben mit viel Mühe, Arbeit und Kreativität monatelang pandemie-gerechte Konzepte entwickelt. Dass sie nun weiter in ihrem Handlungsspielraum eingeschränkt bleiben, ist schwer zu verkraften“, sagt sie. Die Kulturwissenschaftlerin sieht die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen als auch von (ihren) Theatermacher*innen in den letzten Monaten zu wenig berücksichtigt. Kinder und Jugendliche hätten, auch und gerade in Krisenzeiten, ein Recht auf Zugang zu und Teilhabe an Kunst und Kultur. Das Kinder- und Jugendtheater sei ein wichtiger Raum des transgenerationellen Dialogs über aktuelle Herausforderungen des Zusammenlebens in der Welt – auch während und nach der Pandemie. Doch die Begründung der aktuellen Maßnahmen, man habe sich für Bildung und Arbeit entschieden, stelle die Relevanz von Kunst und Kultur in Frage, sagt sie. „Dabei wurde vergessen: Theater ist sowohl Bildung als auch Arbeit.“

    Prof. Dr. Maike Gunsilius bietet im Wintersemester 2020/21 immer dienstags von 14 bis 15 Uhr eine Online-Sprechstunde an. Anmeldungen dazu sind möglich bei Frau Alsleben unter E-Mail: alsleben(at)uni-hildesheim.de

    Text: Gabriele Gerner (Pressestelle), Foto: Thomas Krätzig

     

     

     

    ]]>
    Presse Fachbereich 2 Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-19858 Tue, 17 Nov 2020 10:28:00 +0100 Promotionsfeier - in diesem Jahr ist alles anders https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/promotionsfeier-in-diesem-jahr-ist-alles-anders/ Live-Stream und Portrait-Präsentationen lautet in diesem Jahr die Devise auch bei den Promotionsfeiern. Denn die zentrale Feier, die traditionell auf dem Kulturcampus der Domäne Marienburg ausgerichtet wird, muss, wie so vieles, in der Pandemiezeit ausfallen. Dennoch möchten die vier Fachbereiche und das Graduiertenzentrum der Universität eine alternative Form der Ehrung begehen. Die Promotionsfeier besteht in diesem Jahr aus zwei Bausteinen:

    •  Aus einer digitalen Portrait-Folge, durch die alle Promovierten, die das gewünscht haben, vorgestellt werden. Die Portraits laufen in Form von zwei Foto-Slideshows mit kurzen Texten zu Person und Thema in dieser Woche vom 16. bis 22. November 2020 auf der Startseite des Graduiertenzentrums.
    • Und aus eben der zentralen, aber virtuellen Feier mit Begrüßung, einem musikalischen Act und einer Ansprache von Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich, der in diesem Jahr seine 19-jährige Amtszeit als Präsident der Universität Hildesheim beenden wird. Die Feier wird über Zoom übertragen und allen Interessierten und natürlich vor allem den Promovierten live zugänglich gemacht. Die Feierstunde beginnt am Donnerstag, 19. November 2020 um 17 Uhr. Der Live-Stream wird aus der Aula des Hohen Hauses übertragen.

      Bearbeitet von Sara Reinke

    ]]>
    Presse Pressemeldungen
    news-19845 Mon, 16 Nov 2020 16:10:26 +0100 Juliane Brauer: "Geschichte ist nicht die Vergangenheit, sondern das, was wir über die Vergangenheit erzählen" https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/juliane-brauer-geschichte-ist-nicht-die-vergangenheit-sondern-das-was-wir-ueber-die-vergangenheit/ Professorin Dr. phil. habil. Juliane Brauer forscht und lehrt seit September 2020 am Institut für Geschichte der Universität Hildesheim. Nach Lehraufträgen in Erfurt und Wuppertal sowie einer Gastprofessur in Jerusalem habilitierte sie im Sommer 2019 im Bereich Neuere und Neueste Geschichte. Davor forschte sie zehn Jahre am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung im Bereich „Geschichte der Gefühle“. Derzeit untersucht sie Vorstellungsbilder von Geschichte und die Bedeutung von Imagination im Kontext des historischen Lernens. Außerdem befasst sie sich als Historikerin und Musikwissenschaftlerin mit Themen an der Schnittstelle zwischen Geschichte und Musik und plant die Entwicklung eines digitalen History Labs, mithilfe dessen Studierende und Schüler*innen sich einen eigenen Sinn aus Geschichte bilden können. Professorin Brauer, womit beschäftigt sich die Disziplin der Geschichtsdidaktik?

    Auf theoretischer Ebene befasst sie sich damit, was in unserer Gegenwart mit der Vergangenheit passiert. Es werden Fragestellungen betrachtet wie: Was ist Geschichtsbewusstsein? Was ist Geschichtskultur? Beispielsweise ist das, was in einem Erklärfilm auf YouTube über die Geschichte des Nationalsozialismus gezeigt wird, Geschichtskultur – genauso wie das, was auf Twitter über Gedenkstättenbesuche getwittert wird. Zum anderen steht die Forschung über historisches Lernen im Fokus. Es wird untersucht, wie Kinder und Jugendliche Sinn aus Geschichte bilden, beispielsweise, wenn sie sich mit einem Schulbuchtext, einer Quelle, einem Bild oder einer Karikatur auseinandersetzen. Zusätzlich geht es in der Geschichtsdidaktik um Methoden für einen guten Geschichtsunterricht und die Frage, wie die Vermittlung von Geschichte an Gedenkstätten, an Erinnerungsorten, in Museen oder anderen Orten der Geschichtskultur gut gelingen kann.  

    Was bringen Sie Studierenden in Ihren Lehrveranstaltungen zuerst näher?

    In der Einführungsvorlesung zur Geschichtsdidaktik geht es zunächst darum, ein Verständnis für den Unterschied zwischen Geschichte und Vergangenheit zu schaffen. So ist Vergangenheit das, was in den Quellen zu finden ist. Geschichte dagegen ist der Sinn, den wir daraus machen. Geschichte verändert sich so immer wieder, weil immer wieder andere Geschichten über Vergangenheit erzählt werden.

    Warum haben Sie sich für Hildesheim als Ort Ihrer zukünftigen Forschung und Lehre entschieden?

    Hildesheim bietet viele Möglichkeiten für Koorperationsprojekte, die ich jeden Tag nach und nach regelrecht zu fühlen bekomme. Ich interessiere mich für das Thema Heimat, die Aneignung von Heimat und die Inklusion in neue Heimaten. Das lässt sich mit dem Thema des diversen Lernens gut verbinden, was an der Universität unter anderem am Zentrum für Bildungsintegration vertreten ist. Als Historikerin und Musikwissenschaftlerin bin ich in Hildesheim mit dem Center für World Music ebenfalls sehr gut aufgehoben, denn ich arbeite daran, wie man Lieder und Musik als historische Quelle nutzen kann. Zudem möchte ich mich mit dem digitalen historischen Lernen befassen. Aufgrund der Corona-Pandemie haben wir diesbezüglich einen großen Schub gemacht, aber dies hatte ich bereits vorher überlegt. Ich plane digitale sowie digitalisierte historische Quellen in einem sogenannten History Lab, also einem historischen Labor, digital zusammenführen. In Hildesheim bin ich mit diesem Zugang zum digitalen Lernen besonders gut aufgehoben, weil wir an der Uni das Zentrum für Digitalen Wandel haben und auch in anderen Arbeitsbereichen stark über digitales Lernen nachgedacht wird.

    „Historisches Lernen findet zunehmend im digitalen Raum statt.“

    Warum möchten Sie gerne ein solches History Lab entwickeln? Was bietet es für Möglichkeiten?

    Es ist schon lange nicht mehr so, dass Schüler*innen ausschließlich in der Schule über Geschichte lernen. Historisches Lernen findet zunehmend im digitalen Raum statt. Auf YouTube oder anderen Plattformen gibt es Zeitzeugeninterviews, es gibt Apps auf dem Handy und Einträge auf Wikipedia. Gerade zu der Geschichte des 20. Jahrhunderts existieren viele sogenannte Open Educational Resources im Internet: Zum Nationalsozialismus, zum Holocaust und zur Geschichte des geteilten Deutschlands – also über die großen Themen, die im Unterricht prominent sind. Es gibt alte Filmausschnitte von den Briten oder den Amerikanern als sie die Konzentrationslager in Deutschland befreit haben. Aus den 50er Jahren existieren Fotos und aufgenommene Erinnerungsberichte von Überlebenden, die ebenfalls digitalisiert wurden. Ich möchte Formate ausprobieren, mit denen zuerst Studierende und später auch Schüler*innen Geschichte selbst digital erzählen können, in dem sie die verschiedenen Quellen des History Labs nutzen. So kann ein*e Schüler*in die Überlebendenberichte zusammennehmen, die von Gewalt, Tod und Demütigung handeln und so die Geschichte des Konzentrationslagers Bergen-Belsen als Gewaltgeschichte erzählen. Ein*e andere*r hat vielleicht mehr Interesse daran, die Geschichte der Befreiung zu beschreiben und wählt Quellen aus, die sich damit befassen, was mit den Menschen nach 1945 passierte.

    „Die Angst im Mittelalter war eine andere Angst als die, die wir heute haben.“

    Sie haben lange im Bereich „Geschichte der Gefühle“ am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung gearbeitet. Wozu haben Sie dort geforscht?

    Wir sind unter anderem der Frage nachgegangen, wie Geschichte der Gefühle geschrieben werden kann und warum dies überhaupt wichtig ist. Es wird zwar immer gedacht, dass Gefühle uns alle verbindet – und es stimmt, dass wir alle fühlen – aber Gefühle verändern sich. Die Angst im Mittelalter war eine andere Angst als die, die wir heute haben. Auch Heimweh war im 17. Jahrhunderts gar kein Gefühl, sondern eine tödliche Krankheit. Schweizer Söldner, die außerhalb der Schweiz in anderen Armeen dienten, erkrankten und starben dort auch an Heimweh. Erst im Laufe der Jahrhunderte wurde aus dieser Krankheit im gesellschaftlichen Diskurs ein Gefühl für Heranwachsende, die lernen müssen, auch außerhalb ihres geschützten Umfeldes klarzukommen. Auf der Suche nach Arbeit zogen die Menschen Ende des 19. Jahrhunderts mit ihren Pferdekarren vom Land in die Städte. Sie verreisten mit Zügen oder fuhren auf Schiffen nach Amerika. In einer globalisierten Welt ist Heimweh kontraproduktiv. Also durften die Menschen damals keins haben, das hätte ihren Lebensentwurf zerstört. Erst nach 1945 durfte und sollte es wiederum Heimweh geben. Es war in der Bundesrepublik Deutschland gesellschaftlich akzeptiert, weil es die Sehnsucht nach einer verlorenen heilen Welt war. So etwas zeigt, dass Gefühle sich im Laufe der Geschichte verändern – was auch eine Schwierigkeit ist, gerade wenn im Geschichtsunterricht über Gefühle gelernt werden soll.

    „Wir sind nicht in der Lage, uns in Menschen hineinzuversetzen, die im KZ waren.“

    Was sind da die Schwierigkeiten beim historischen Lernen?

    In Geschichtsbüchern oder anderen historischen Lernformaten ist häufig die Aufgabe zu finden, dass man sich in die Personen hineinversetzen soll. Viele von uns haben die Erfahrung gemacht, dass sie mit der Schulklasse NS-Gedenkstätten besucht haben und dort Betroffenheit oder Mitleid von ihnen erwartet wurde. Emotionen wird beim historischen Lernen ein Königsweg zugeschrieben. Ich warne sehr oft davor. Wir sind nicht in der Lage, uns in Menschen hineinzuversetzen, die im KZ leiden mussten oder die gegen Ende des 19. Jahrhunderts nach Amerika ausgewandert sind. Wir können uns dem vielleicht annähern, aber wir können nicht das Gleiche fühlen. Heranwachsende und Lernende reagieren an dieser Stelle auch häufig mit Ablehnung, weil sie genau fühlen, dass sie da etwas fühlen sollen was ihnen eigentlich fern ist – was ihr gutes Recht ist. Sie dürfen selbst entscheiden, ob sie diesem Ort vielleicht nur mit rationaler Neugierde begegnen oder auch mit Ablehnung. Natürlich dürfen sie auch mit den Menschen fühlen, die in den Konzentrationslagern gelitten haben. Es hilft aber nicht, sich mit ihrem Leid zu identifizieren, denn Weinen bildet nicht, wie es so treffend heißt. Unsere Geschichte ist, wie wir mit der historischen Verantwortung umgehen.

    Was ist ein bemerkenswertes historisches Detail, von denen die meisten Menschen vermutlich noch nicht gehört haben?

    Im KZ Sachsenhausen gab es Sonntagskonzerte mit der klassischen Konzertliteratur. Auch in Auschwitz und in anderen Konzentrationslagern gab es Orchester. Das sind so Dinge, bei denen man sich fragt: Warum? Die Antwort darauf ist sehr komplex und lang.

    Wie sind Sie zur Geschichte und zur Musikwissenschaft gekommen?

    Mitte der 90er Jahre habe ich in der Oberstufe ein Zeitzeugengespräch mit einem Überlebenden aus Auschwitz geführt. Er hat im KZ Geige gespielt und sich selbst als „der Geiger von Auschwitz“ bezeichnet. Ich habe viel Kontakt mit ihm gehalten, bis er in hohem Alter verstorben ist. Seine Geschichte hat mich sehr fasziniert – und auch, dass Musik in solchen Situationen dafür sorgen kann, dass jemand geistig überlebt. Musik und Geschichte habe ich im Laufe des Studiums immer mehr zusammengebracht und auch heute ist es eins meiner größten Anliegen die beiden Disziplinen stärker miteinander ins Gespräch zu bringen. Musik eignet sich nämlich nicht nur für das historische Lernen, sondern auch dazu, Geschichte oder Geschichte der Gefühle zu schreiben. Ein Beispiel ist das Lied „My Generation“ von „The Who“, was DAS Lied der 60er-Revolte in England war.

    Text: Mara Schrey (Pressestelle), Foto: Gabriele Gerner (Pressestelle)

    ]]>
    Presse Geschichte Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-19816 Fri, 13 Nov 2020 11:27:19 +0100 Sebastian Mentemeier gewinnt Science Slam der Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/sebastian-mentemeier-gewinnt-science-slam-der-universitaet-hildesheim/ „Expeditionen ins Zufallsreich“ war der Titel des Vortrags, der Prof. Dr. Sebastian Mentemeier vom Institut für Mathematik und Angewandte Informatik (Fachbereich 4) zum Sieger des sechsten Science Slam der Universität Hildesheim machte. Dabei scheute der Dozent vom schlafenden (?) Löwen bis zum Plutonium keine Gefahren, um die „Gesetze des Zufalls“ auf ihre Gültigkeit zu testen. Die anschauliche und unterhaltsame Reise in die Mathematik traf den Nerv des Publikums und erhielt die meisten Stimmen von fast 400 abgegebenen Stimmen. Die im November 2020 antretenden Wissenschaftler*innen hatten für ihre Vorträge das sonst übliche Audimax als Austragungsort gegen ein Studio getauscht und ihre Beiträge vorproduziert. Eine Woche lang waren ihre Performances online zu sehen. Auch die Siegerehrung fand in einem Livestream statt. Neben Prof. Dr. Sebastian Mentemeier traten Prof. Dr. Marc Partetzke (Fachbereich 1), Prof. Dr. Julius Heinicke (Fachbereich 2) und Prof. Dr. Bettina Kluge (Fachbereich 3) an.

    Die Siegerehrung erfolgte durch Prof. Dr. Martin Schreiner, Vizepräsident für Stiftungs-entwicklung, Transfer und Kooperationen der Universität Hildesheim. Die Moderation des Abends übernahm Markus F. Langer vom „Friend- & Fundraising“ der Universität, musikalisch untermalt durch Aufnahmen des Saxophonisten Lars Stoermer aus Hannover.

    „Auch in diesem ungewohnten Format war der Science Slam der Universität Hildesheim ein voller Erfolg“, sagte Prof. Dr. Martin Schreiner. „Gratulation an den Gewinner Professor Mentemeier! Und ebenfalls einen herzlichen Glückwunsch für die gelungenen Beiträge der Zweitplatzierten von Professorin Kluge, Professor Heinicke und Professor Partetzke.“

    Die Beiträge können weiterhin eingesehen werden unter https://uni-hildesheim.de/science-slam

    Die Siegerehrung ist auf Youtube online und kann ebenso über https://uni-hildesheim.de/science-slam angesehen werden.

    Text: Markus F. Langer (friends & fundraising) und Gabriele Gerner (Pressestelle), Fotos: Larissa Alijah

     

    ]]>
    Presse Pressemeldungen
    news-19814 Fri, 13 Nov 2020 11:21:00 +0100 Und der Mundschutz hilft doch! - Göttinger Forscher präsentieren eindeutige Ergebnisse https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/und-der-mundschutz-hilft-doch-goettinger-forscher-praesentieren-eindeutige-ergebnisse/ Wie ef­fek­tiv sind All­tags­mas­ken? Das haben Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt untersucht. Ein Blick über den Tellerrand, der auch für die Hildesheimer Uni lohnt. Alltagsmasken stellen eine wichtige Komponente in der Bekämpfung der Corona-Pandemie dar. Neueste Erkenntnisse zeigen, wie beim Tragen einer Maske die Atemluft umgelenkt wird und wohin sich die darin befindlichen Aerosole verteilen.

    In einem interdisziplinären Gemeinschaftsprojekt haben mehrere Institute des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) die Funktionsweise und Wirksamkeit von Alltagsmasken aus Stoff untersucht. Die Experimente zeigen deutlich den Einfluss von Alltagsmasken auf die Verteilung ausgeatmeter Aerosole und Partikel sowie ihren positiven Beitrag zum Schutz vor Infektionen.

    Filterwirkung und aerodynamischer Effekt

    Bereits die erste Auswertung der Versuchsdaten zeichnet ein deutliches Bild über den Wirkungsmechanismus von Masken:

    "Die Versuche zeigen deutlich den positiven Effekt von Alltagsmasken und das obwohl kleine Aerosole den Stoff durchdringen können.", sagt Versuchsleiter Prof. Andreas Schröder vom DLR-Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik. Ausgeatmete Bioaerosole sind zu einem wesentlichen Anteil kleiner als 5 µm, die Maschenweite von Stoffmasken liegt deutlich darüber. Die Aerosole passieren fast ungehindert die Maschen der Versuchsmasken und folgen im weiteren Verlauf dem Strömungsfeld im Raum. - Stoffmasken schützen aber dennoch! - Der Wirkungsmechanismus liegt im Verlangsamen und Umlenken der Atemluft. Die Laborversuche zeigen, dass die Mund-Nasen-Masken den ausgeatmeten Luftstrom mit den Aerosolen effektiv abbremsen.

     

    Die Thermik, hervorgerufen durch die Körperwärme, lässt mögliche infektiöse Partikel, die durch die Maskenwirkung bei ruhiger Raumluft in Körpernähe bleiben, in Richtung Raumdecke schweben, wo sie der Luftströmung folgen und sich langsam im Raum verteilen. Bei längeren Wegen durch den Raum und durch die begleitende turbulente Durchmischung mit der Raumluft werden die Aerosole weiter verdünnt. Die lokale Konzentration der möglichen infektiösen Aerosole im Raum sinkt durch die Masken insbesondere gegenüber Personen, die sich in der Nähe aufhalten. Auf regelmäßige Lüftung muss dennoch geachtet werden, um Anreicherungen möglicher Bioaerosole im Raum zu vermeiden. Aus physikalischer Sicht vergrößert sich das Volumen mit der dritten Potenz des Abstands (vgl. die Angabe Kubikmeter, m³), wodurch die Konzentration von Bioaerosolen sinkt. Deshalb ist es auch beim Tragen einer Maske ratsam, die Abstandsregeln zu beachten. 

    Methodik

    Die bildgebenden Messverfahren des Instituts für Aerodynamik und Strömungstechnik werden im DLR üblicherweise für die Untersuchung von Strömungen in der Luft- und Raumfahrt genutzt. Im Projekt Aeromask wird eine im DLR entwickelte "3D Particle Tracking-Technologie" eingesetzt, um an der Verbreitung infektiöser Sars-CoV-2-Viren zu forschen. Die Technik ermöglicht es, den Luftstrom des Atmens, seine Ablenkung durch Masken und den damit einhergehenden Transport von Aerosolen in einem mehrere Kubikmeter großen abgeschlossenen Raum bis zu einer Scala von einigen Millimetern genau zu verfolgen. Eine Visualisierung veranschaulicht die dynamische Verteilung der potentiell infektiösen Aerosole und Partikel im Raum.

    In der ersten Phase wurden die Strömungsmechanik der Atem- und Raumluft und der Einfluss unterschiedlicher Alltagsmasken untersucht. Dazu wurde ein 12 m³ großer Experimentierraum mit Seifenblasen geflutet, die so klein sind wie Zuckerkörner (Ø ~ 350 µm). Durch ihre Helium-Luft-Füllung schweben sie längere Zeit in der Luft und folgen dem komplexen Strömungsfeld des Raumes.

    Im Testraum atmet eine sitzende Testpuppe. Ihre künstliche Lunge erzeugt eine zyklische Luftströmung, die der eines Menschen gleicht. Eine eingebaute Heizung gibt die Wärmeleistung eines Menschen ab und bildet die zugehörige Thermik in der umgebenden Luft.

    Hochauflösende Kameratechnik

    Mehrere hochauflösende Streaming-Kameras mit jeweils 50 MPixel Auflösung halten die Bewegung der Seifenblasen fest, die mit pulsierendem Licht aus einem großen Aufbau von LED-Leuchten angestrahlt werden.

    Um die Bewegungslinien (Trajektorien) der Millionen von einzelnen Seifenblasen zu verfolgen und das Strömungsfeld im gesamten Raumvolumen in seiner zeitlichen Abfolge zu vermessen, entwickelten die Strömungsforscher ausgefeilte volumetrische Auswertungs- und Datenassimilationsverfahren für ihre Analyse. Das DLR eigene "Shake-The-Box" (STB) Particle Tracking Verfahren erlaubt es auf Basis von zeitaufgelösten Abbildungen dieser kleinen Seifenblasen mittels weniger Kameras, eine sehr große Anzahl ihrer 3D Bahnlinien in der Strömung zu rekonstruieren.  Bei der STB Technik wird die in den Partikelbildern enthaltene Zeitinformation bei der 3D Rekonstruktion optimal genutzt, wodurch etwa zehn Mal mehr Partikel-Bahnlinien im Messvolumen vermessen werden können als bei bisherigen Particle Tracking Verfahren.   

    Weitere Projektphasen

    Auf die erste Laborphase des Projektes folgen nun zwei weitere Phasen, um die Aussagen über die Infektiosität und Bewegung der sich im Raum verteilenden Aerosole zu vertiefen. Am Institut für Softwaretechnologie des DLR wird im nächsten Schritt auf Basis der Messdaten eine Simulation und Visualisierung zur Bewegung von Aerosolen und Partikeln im Raum erstellt. Die Eigenschaften von simulierten Bioaerosolen (definierte Mischungen verschiedener Mikroorganismen) und deren Interaktion mit Masken werden vom DLR-Institut für Raumfahrtmedizin in der Arbeitsgruppe Luft- und Raumfahrtmikrobiologie untersucht.

    Die Resultate der nächsten Forschungsphasen des Projekts Aeromask sollen im Frühjahr 2021 vorliegen.

     

     Quelle: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Göttingen - Meldung vom 26.Oktober 2020 / Bearbeitung: Sara Reinke

    ]]>
    Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-19815 Fri, 13 Nov 2020 11:08:06 +0100 Die Universität Hildesheim trauert um Prof. em. Dr. Ulrich Teske https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/die-universitaet-hildesheim-trauert-um-prof-em-dr-ulrich-teske/ Professor Ulrich Teske, geboren 1947, verstarb am 23. Oktober 2020 im Alter von 73 Jahren. Von 1994 bis 2012 war Ulrich Teske Professor für Kunst- und Kulturpädagogik an der Universität Hildesheim. Er vertrat das Fach Kunst- und Kulturpädagogik im Fachbereich 2. Ulrich Teske studierte an der HfBK Braunschweig. Er war Kunstpädagoge und Künstler mit dem Schwerpunkt Grafik. Er ging zunächst in den Schuldienst und unterrichtete an einem Gymnasium in Braunschweig. Anschließend war er Wissenschaftlicher Angestellter und Vertretungsprofessor für Kunstpädagogik an der Universität Oldenburg. Nach seiner Promotion kehrte er in den Schuldienst zurück. Dann ging er an die Bundesakademie für Kulturelle Bildung nach Wolfenbüttel, wo er mehrere Jahre den Programmbereich Kunst leitete. 1994 wurde er an die Universität Hildesheim berufen.

    Seine Tätigkeit war geprägt von Engagement, Faszination und Leidenschaft für die Kunst. Er inspirierte Studierende und Kolleg*innen mit seiner fachlichen Expertise, durch seine künstlerische Sicht auf die Welt und sein beeindruckendes künstlerisches Können. Ulrich Teske hatte stets sein Skizzenbuch zur Hand; er dokumentierte auf visuelle und kreative Weise seine Welt. Über seine künstlerische Arbeit schrieb er: „Es gibt ein leibliches Gedächtnis, dass die Proportionen und Rhythmen des Gesehenen bewahrt. Wie man etwas zu Papier bringt, sagt mir die Hand und ihre leibliche Motorik.“

    Eine Kollegin schreibt über seine grafischen Arbeiten, die 2015 in einer Ausstellung in der Wuppertaler Galerie Schwarzbach gezeigt wurden: „Wenn ich dem Besonderen in den Bildern von Ulrich Teske nachspüre, dann erkenne ich: Die Imagination, die Kraft der Vorstellung, ist die Membran zwischen Gesehenem und Gezeichnetem. Das Sichtbare und Gesehene verschmilzt mit den Bildern des Gedächtnisses, blendet Konturen, Flächen, Details ein und andere aus; überlagert, verdichtet, reduziert und lässt das Gesehene fühlbar werden. All dies manifestiert und materialisiert sich schließlich im Gestischen; es verkörpert sich und bringt diese Zeichnungen hervor. Jede dieser Zeichnungen nimmt einen Platz innerhalb der Bilder ein, der eigenen und der kollektiven. Sie steht in einer Verbindung zu all den Bildern, die davor waren und all jenen, die noch kommen werden. Weil das so ist, können wir sie verstehen.“ In dieser Beschreibung seiner künstlerischen Arbeiten konnte sich Ulrich Teske gut wiederfinden.

    Wir trauern um einen lieben, eigenwilligen und geschätzten Kollegen. Unser Mitgefühl gilt seinen Angehörigen und Freunden. Wir werden ihn und sein Wirken dankbar in Erinnerung halten.

    Für das Präsidium Präsident Prof. Dr. Wolfgang Uwe-Friedrich

    Dekan Prof. Dr. Stefan Krankenhagen

    Für das Institut Prof. Dr. Bettina Uhlig

     

    ]]>
    Presse Pressemeldungen
    news-19801 Wed, 11 Nov 2020 11:05:00 +0100 Gründerwoche 2020 - Premiere für die KET https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/gruenderwoche-2020-premiere-fuer-die-ket/ Die neue Kompetenzwerkstatt für Entrepreneurship und Transfer richtet zum ersten Mal an der Universität Hildesheim die diesjährige Gründerwoche aus. Das Programm ist vielfältig. Die Gründerwoche Deutschland findet bereits das sechste Jahr in Folge an der Universität Hildesheim statt, aber dieses Jahr gibt es eine Premiere: Die Organisation liegt erstmals in den Händen der neu gegründeten Kompetenzwerkstatt für Entrepreneurship und Transfer – kurz KET. Die Gründerwoche 2020 vom 16.-22. November ist eine bundesweite Aktion des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit dem Ziel, den Unternehmergeist zu stärken und Gründungen zu fördern. Zudem ist sie Teil der internationalen Global Entrepreneurship Week, die zeitgleich in 170 Ländern stattfindet.

    Mit dem Aufbau der KET – zuständig für die mittlerweile fast 9.000 Studierenden der Universität sowie die Mitarbeiter*innen und Professor*innen – geht die Etablierung einer systematischen und umfassenden Gründungsförderung an der Universität Hildesheim einher. Sie wird seit April im Rahmen des Programms EXIST-Potentiale durch das BMWi und mit Mitteln des Landes Niedersachsen gefördert.

    Die Gründerwoche 2020 gibt nun den Auftakt, alle Angehörigen der Universität und darüber hinaus für das Thema „Unternehmerisches Denken und Handeln“ zu sensibilisieren, es sichtbar zu machen und durch die weitere Arbeit der KET nachhaltig zu verankern. Das vielfältige Programm an kostenlosen Vorträgen, Workshops und Interviews lädt Interessierte ein, sich über das Thema Unternehmensgründung im weitesten Sinne zu informieren, Chancen und Möglichkeiten einer Gründung aufgezeigt zu bekommen und bei der Entwicklung eigener Geschäftsideen sowie der Erweiterung des eigenen Netzwerks unterstützt zu werden. Ziel ist, die Gründung von Start-ups in der Region Hildesheim zu fördern und deren Verbleib zu sichern.

     

    Den ersten Akt bei dieser Premiere übernimmt der UnternehmerInnen-Talk am Montag, den 16.11.2020, zum Thema „Digitalisierung trifft Leben – Corona als Chance: Restart für neues Denken und Handeln“. Die Talkgäste diskutieren mit dem Kulturwissenschaftler und Kurator Thomas Kaestle Möglichkeiten, die derzeitige Situation aus anderen Blickwinkeln zu betrachten. Das Panel setzt sich zusammen aus:

    • Tjark Harjes: Gründer von Visionz und Student an der Universität Hildesheim
    • Anna Knetsch: Gründerin von Kosmogrün
    • Dr. Bernadette Spieler: Leiterin der Abteilung Didaktik der Informatik, Universität Hildesheim
    • Stefan Mueller-Schleipen: Gründer des Netzwerks „Die Stadtretter“

     

    ]]>
    Pressemeldungen
    news-19759 Tue, 10 Nov 2020 08:38:00 +0100 Jugendliche in der Pandemie: Bundesweite JuCo-Studie geht in die zweite Runde https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/jugendliche-in-der-pandemie-bundesweite-juco-studie-geht-in-die-zweite-runde/ Wie beeinflusst die Corona-Zeit junge Menschen ab 15 Jahren? Mit einer zweiten Befragungsreihe setzen Wissenschaftler*innen der Universitäten Hildesheim und Frankfurt ihre Studie fort. Den Fragebogen gibt es jetzt auch in leichter Sprache. Junge Menschen ab 15 Jahren sind gefragt

    Über 8.000 Menschen hatten sich während des Corona-bedingten Lockdowns im Frühjahr 2020 an der bundesweiten Studie JuCo der Universitäten Frankfurt und Hildesheim beteiligt, um von ihren Erfahrungen und Perspektiven während der Corona-Krise zu berichten. Nun startet der Forschungsverbund eine zweite Erhebung. Im Fokus stehen die Veränderungen des Lebens junger Menschen durch sich ebenfalls verändernde Corona-Maßnahmen.

    Die Online-Befragung richtet sich an junge Menschen ab 15 Jahren. Es geht darum, mehr über den Lebensalltag, die Herausforderungen und Perspektiven der jungen Menschen zu erfahren. „Jugendliche wollen gehört werden und sind mehr als Homeschooler:innen. Das hatte die erste Befragung deutlich gezeigt.“, so Anna Lips aus dem Forschungsteam. Johanna Wilmes aus dem Forschungsverbund ergänzt: „Die erste Befragung hat gezeigt, dass die Beteiligungsformate von jungen Menschen nicht krisenfest zu sein scheinen. Von einer großen Teilnahme an der Studie erhoffen wir uns deshalb Erkenntnisse darüber, wie sich junge Menschen ihre Mitsprache in der Corona-Krise vorstellen und was ihre Bedarfe sind.“ Die Studie bietet Jugendlichen eine Möglichkeit, ihre Anliegen zum Ausdruck zu bringen.

    Deutschlandweit sind junge Menschen ab 15 Jahren eingeladen, an der Umfrage teilzunehmen. Dazu Tanja Rusack: „Wir wollen möglichst viele junge Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen erreichen. Der Fragebogen ist dieses Mal deshalb auch in einfacher Sprache formuliert“.

    Die Teilnahme dauert ca. 20 Minuten. Unter den Teilnehmer:innen werden 20 Gutscheine im Wert von je 20 Euro verlost. Hier geht's zum Fragebogen.

    --------------------------------------------

    Der Forschungsverbund „Kindheit – Jugend – Familie in der Corona-Zeit“ setzt sich zusammen aus dem Institut für Sozial- und Organisationspädagogik an der Stiftung Universität Hildesheim und dem Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung an der Universität Frankfurt. Entstanden sind darin bisher die bundesweite Studie JuCo zu den Erfahrungen und Perspektiven von jungen Menschen während der Corona-Maßnahmen sowie die bundesweite Studie KiCo zu den Erfahrungen und Perspektiven von Eltern und ihren Kindern während der Corona-Maßnahmen. Aktuell gehören zum Team Sabine Andresen, Lea Heyer, Anna Lips, Tanja Rusack, Wolfgang Schröer, Severine Thomas, Johanna Wilmes. Weitere Informationen zum Forschungsverbund und den bisherigen Veröffentlichungen.

    Text: Dr. Severine Thomas / Bearbeitung: Sara Reinke

    ]]>
    Fachbereich 1 Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-19740 Wed, 04 Nov 2020 17:08:00 +0100 Politikwissenschaftlerin Prof. Marianne Kneuer: „Ich wünsche den USA die Abwahl von Trump“ https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/politikwissenschaftlerin-prof-marianne-kneuer-ich-wuensche-den-usa-die-abwahl-von-trump/ Der noch amtierende Präsident nimmt es mit demokratischen Prinzipien nicht so genau - seine Kernwählerschaft bleibt ihm dennoch treu. Wechselbad der Gefühle

    Ein offener Wahlausgang in den USA, damit hatte die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Marianne Kneuer gerechnet – „aber dass es so eng werden würde, hatte ich nicht erwartet.“ Die Prognosen im Vorfeld der Wahl hatten relativ klar den Demokraten Joe Biden vorn gesehen, doch am Wahltag erwartete das amerikanische Volk ebenso wie die politischen Beobachter ein wahres Wechselbad der Gefühle.

    Das amerikanische Wahlsystem birgt in sich das Kuriosum, dass am Ende nicht unbedingt die Mehrheit der abgegebenen Stimmen entscheidet, sondern in 48 der 50 Bundesstaaten die Stimmen der Wahlpersonen nach dem Prinzip „the winner takes it all“ dem Kandidaten zugeschlagen werden, der in diesem Staat die Mehrheit erlangt hat. Wobei jedoch das Gewicht der Stimmen im Electoral College nicht proportional mit der Anzahl der vertretenen Einwohner übereinstimmt. In der Regel halten sich die Wahlpersonen an die Mehrheitsentscheidung in ihrem Bundesstaat, so dass nach Auszählung der Stimmen das Wahlergebnis festzustehen scheint. „Doch die formale Entscheidung über den Ausgang der Wahl durch das Electoral College fällt tatsächlich erst im Dezember“, sagt Kneuer.

    Das aus dem 18. Jahrhundert stammende amerikanische Wahlsystem bezeichnet sie als anachronistisch und „demokratietheoretisch höchst problematisch“. Letztlich handelt es sich nicht um eine direkte Wahl des Präsidenten, denn das Wahlgremium entscheidet.

    Auch wenn zum Zeitpunkt des Gesprächs im Verhältnis der Bürgerstimmen die beiden Kandidaten eng beieinander liegen, so heißt dies noch nichts. Dazu kommt, dass in einzelnen Bundesstaaten wie Michigan oder Wisconsin die anfängliche Mehrheit fürTrump mit zunehmendem Anteil der ausgezählten Briefwahlstimmen mehr und mehr in Richtung Biden ging.

    Dass Trump sich gleich morgens früh in seinem ersten auf CNN ausgestrahlten Medienstatement als Wahlsieger ausgab; forderte, die weitere Auszählung zu stoppen und andernfalls mit rechtlichen Schritten wegen angeblichen Wahlbetrugs drohte – für Prof. Kneuer gleich vier Indizien auf  einmal, dass der Noch-Amtsinhaber nicht nach demokratischen Prinzipien handelt. „Viele seiner Handlungen, vieles, was er sagt, entspricht eher autokratischen Verhaltensmustern“, so die Politikwissenschaftlerin. Und nennt als weitere Beispiele aus vier Jahren Regierungszeit: Trumps Infragestellen der Legitimität von Gouverneuren. Den Einsatz von Militär in den Bundesstaaten. Die Begrenzung der Medienfreiheit und den Ausschluss unliebsamer Medienvertreter aus der Pressekonferenz des Weißen Hauses. Sowie nicht zuletzt auch die zwar verfassungsrechtlich korrekte, aber doch gegen gängige Praktiken verstoßende, im Eilverfahren durchgepeitschte Berufung von Bundesrichterin Amy Coney Barrett.

    Doch weder undemokratisches Verhalten, noch verbale Entgleisungen, nicht mal seine schlechte Performanz in der Corona-Krise haben Trump offenbar nachhaltig Stimmen gekostet. „Er hat eine klare Kernwählerschaft und weiß diese mit zugespitzten Botschaften zu mobilisieren“, stellt Kneuer fest. Auf die Frage, was sie den USA für die Zukunft wünscht, muss die Wissenschaftlerin nicht lange überlegen: „Die Abwahl von Donald Trump, weil er ein demokratieschädlicher Präsident ist“. Aber das allein, betont Kneuer, werde angesichts der bereits vorhandenen toxischen Polarisierung des Landes nicht reichen. Deshalb fügt sie ihrem Wunsch noch hinzu: „Die USA müssen zu einer neuen Kultur des Zuhörens und Miteinanders finden, um die aufgerissenen Gräben zu überwinden.“

    Text: Sara Reinke

    Das Gespräch mit Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Marianne Kneuer fand am Nachmittag des 4. November statt – der Ausgang der US-Wahl war zu diesem Zeitpunkt noch völlig offen.

    ]]>
    Fachbereich 1 Pressemeldungen
    news-19739 Wed, 04 Nov 2020 14:08:48 +0100 Feierlicher Erstsemester-Gottesdienst in St. Michaelis https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/feierlicher-erstsemester-gottesdienst-in-st-michaelis/ „Gott ist meine Zuflucht, meine Burg, mein Gott, dem ich vertraue.“ Mit diesen Worten eröffnete Hochschul-Pastorin Uta Nadira Giesel von der Evangelischen Studierenden-Gemeinde (ESG) den Erstsemester-Gottesdienst in der St. Michaeliskirche. Gläubige christliche Studierende waren eingeladen worden, den Beginn ihres Studiums festlich im Rahmen des Einführungsgottesdienstes zu begehen. „Das ist ein guter Einstieg in den neuen Lebensabschnitt“, meinte der 20-jährige Leon. Der Erstsemester studiert Englisch und katholische Religion auf Realschullehramt und ist von Gronau aus zum Studieren nach Hildesheim gekommen. „Dies ist mal etwas anderes als eine Online-Vorlesung“, freute er sich über den Live-Auftakt seines Studiums in Hildesheim.

    Auch Luka aus Hannover ist dankbar für die Gelegenheit, durch den Gottesdienst Kontakte zu Mitstudierenden zu knüpfen. Der 23-Jährige ist Erstsemester im Master für Internationale Fachkommunikation. „Ich war am Sonnabend beim Kennlerntag der Hochschulgruppen“, berichtete er. „Da luden mich einige ein, hier her zu kommen.“

    „Ein guter Weg, um einzusteigen“

    „Ich bin hier, weil ich Christ bin“, sagt die 21-jährige Xenia aus Celle. Die Psychologie-Studentin findet das Angebot des Einführungs-Gottesdienstes eine schöne Idee, um Gleichgesinnte kennenzulernen. Kommilitonin Irina aus Magdeburg pflichtet ihr bei: „Dies ist ein guter Weg, um einzusteigen.“

    Erstsemester Florian aus Holzminden ist gerade erst nach Hildesheim gezogen. „Ich kann mir gut vorstellen, mich in die ESG hier einzubringen“, sagt der 19-Jährige. „Die Angebote, im Chor mitzusingen, und zum Poetry Slam zu gehen, nehme ich auf jeden Fall an“, meint der angehende Realschullehrer für Deutsch und evangelische Religion.

     „Du bist wertvoll!“ als Motto für die nächste Zeit

    „Du bist wertvoll!“ – mit diesem Satz begrüßte der neue Leiter der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG), Dr. Christian Berkenkopf, die Erstsemester. „Dies ist ein gutes Motto für die nächste Zeit“, sagte er. „Ihr geht nun neue Wege, werdet erwachsener, bezieht vielleicht Eure erste eigene Wohnung“, betonte er. „Dennoch“, so der KHG-Leiter, „ist diese Lebensphase auch von Unsicherheit geprägt.“ Besonders durch die Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie seien junge Menschen gerade stark gefordert. „Was wir erleben, geht an die Substanz“, sagte er mit Blick auf die Kontaktbeschränkungen und Abstandsregelungen. Er verwies darauf, dass er und die anderen Mitarbeiter*innen der KHG und ESG jederzeit für Studierende ansprechbar seien.

    Der Chor der Hochschulgemeinde sorgte für einen festlichen Rahmen des Gottesdienstes. Hochschul-Pastorin Uta Nadira Giesel verabschiedete die Studierenden mit dem Wunsch, dass sie sich wohlfühlen in der Stadt und eine gute Zeit im Studium haben, auf die sie ihr Leben lang gern zurückblicken.

    Angebote und Informationen der katholischen und evangelischen Hochschulgemeinden in Hildesheim sind zu finden unter: http://www.khg-esg-hildesheim.de/

    Text und Fotos: Gabriele Gerner (Pressestelle)

     

    ]]>
    Pressemeldungen
    news-19737 Wed, 04 Nov 2020 13:17:42 +0100 Online-Kurse für Schülerinnen und Schüler https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/online-kurse-fuer-schuelerinnen-und-schueler/ Die Universität Hildesheim bietet gemeinsam mit Hildesheimer Schulen und dem Explore Sciencenter Online-Informatik-Kurs für Schülerinnen und Schüler an. Ab November 2020 bis Januar 2021 sind die kostenlosen Angebote zu finden auf der Plattform des Arbeitskreises „Schulen im Digitalen Wandel“ der Universität Hildesheim: https://www.digiducation.de/kinder-und-jugendliche. Folgende kostenlose Online-Kurse stehen zur Verfügung:

    1) Macht-Mini-MINT (für Kinder im Alter von 6 bis 10 Jahren)

    Angeboten werden drei Mini-MINT Kurse (Kurse können einzeln gebucht werden):
    • Kurs 1: Wir erstellen ein Zoo-Spiel, 30.11.2020  (17 Uhr bis 17.30 Uhr)
    • Kurs 2: Wir erstellen einen kleinen Spielfilm, 7.12.2020  (17 Uhr bis 17.30 Uhr)
    • Kurs 3: Wir erstellen eine Witz-erzähl-App, 14.12.2020  (17 Uhr bis 17.30 Uhr)

    Anmeldung über E-Mail: more@explore-hi.de oderTelefon (05121) 7559441.
    Kursplanung und Durchführung: Dr. Bernadette Spieler


    2) Explore Coding (für Kinder und Jugendliche von 11 bis 14 Jahren)

    Angeboten werden zwei Kurse (Kurse können einzeln gebucht werden):
    • Kurs 1: 25. November, 16 Uhr bis 18 Uhr, Anmeldung: www.explore-hi.de/event/explore-coding4all-teil-1/
    • Kurs 2: 2. Dezember, 16 Uhr bis 18 Uhr, Anmeldung: www.explore-hi.de/event/explore-coding4all-teil-2/

    Je nach Interesse können sich die Teilnehmenden im Laufe der Veranstaltung zu einem von vier Themen zuordnen:
    • Erstelle deine eigenen Designs und Muster oder “Kann man Code sticken?”
    • Designen von Spielen und Geschichten oder “Wie kann ich meine eigene Spiele-App designen?”
    • CS Unplugged  oder “Wissen über Computer ohne Computer?”
    • Unser gemeinsames Programmier-Projekt oder Wie “denkt” ein Computer?

    Dieser Kurs wird von Bachelor-Studierenden im Lehramt Informatik geplant und durchgeführt.


    3 ) Online „Coding4Girls“ AG (für Mädchen von 12 bis 13 Jahren)

    Dieser Kurs wird gemeinsam von zwei Schulen in einer AG angeboten (Robert-Bosch Gesamtschule und Albertus Magnus Schule). Gerne können auch Mädchen aus anderen Schulen teilnehmen.

    Wir treffen uns online jeden Dienstag um 16 Uhr für 10 Termine.
    • Online Informationsveranstaltung am 03.11.2020, 16 Uhr (unverbindlich, Anmeldung via Formular)
    • Start der AG: 10.11.2020, 16 Uhr bis circa 17 Uhr (10 Termine bis Ende Januar 2021)

    Alle Informationen dazu sind unter diesem Link abrufbar: https://www.digiducation.de/coding4girls/

    Kursplanung und Durchführung: Dr. Bernadette Spieler

    Text: Gabriele Gerner (Pressestelle), Dr. Bernadette Spieler

     

    ]]>
    dig. Semester Pressemeldungen Startseite
    news-19732 Wed, 04 Nov 2020 12:35:00 +0100 "Amerika ist tief gespalten": Politikwissenschaftler Wolf Schünemann zur US-Wahl https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/amerika-ist-tief-gespalten-politikwissenschaftler-wolf-schuenemann-zur-us-wahl/ Im US-Wahlkampf spielen die sozialen Medien eine große Rolle für die Mobilisation der Massen. Große Gesten gehören zur Show

    Als es an diesem Dienstag Nacht wird in Amerika, ist noch nichts entschieden. Knapp wird es im US-Wahlkampf, wieder einmal. Soviel steht fest. Der republikanische Amtsinhaber Donald Trump und sein demokratischer Gegenspieler Joe Biden zeigen sich beide zuversichtlich, den Sieg davon zu tragen. Große Worte werden gewählt, das gehört zur Show. Einer wählt größere Worte als der andere: „We are up BIG, but they are trying to STEAL the Election”, lässt Trump Anhänger und Weltöffentlichkeit über seinen Lieblings-Kanal wissen. Twitter kennzeichnet den Tweet als „misleading information”, irreleitende Information. 

    Der Hildesheimer Politikwissenschaftler Prof. Dr. Wolf Schünemann sitzt am frühen (deutschen) Mittwochmorgen schon vor dem Computer und verfolgt den emotionalen Krimi mit dem nüchternen Blick der Wissenschaft. Ihn interessiert in diesem Wahlkampf neben dessen Ausgang vor allem auch der Umgang der Präsidentschaftskandidaten mit den sozialen Medien. Denn die spielen eine große Rolle für die Mobilisierung der Massen.

    „Das Land ist tief gespalten“, sagt Schünemann, „es gibt eine große Divergenz zwischen den urban geprägten Küstenstaaten und den ländlichen Regionen in der Mitte des Landes.“ Ein Problem, dem die Meinungsforschung im Vorfeld der Wahlen bisher nach seiner Einschätzung nicht ausreichend Rechnung trägt. „Er erreicht eine Gruppe, die klassischen Medien nicht mehr vertraut, sich aber von polarisierenden, teils extremen Haltungen angesprochen fühlt.“

    Trump beherrsche die Klaviatur der sozialen Medien besonders gut, urteilt Schünemann, und konstatiert im Medienverhalten des noch amtierenden US-Präsidenten eine Mischung aus impulsivem Herausposaunen und gezielter Wahlkampfstrategie. Das, so vermutet der Hildesheimer Wissenschaftler, wüssten wohl auch seine Berater zu schätzen: „Denn die Währung, die Trump in großem Umfang bietet, ist seine Popularität.“

    20.000 falsche oder irreführende Aussagen des US-Präsidenten will die Washington Post allein bis Juli diesen Jahres gezählt haben – Schünemann äußert sich da zurückhaltender. „Für Hassrede und Hetze gibt es klare Marker, um diese zu definieren. Bei sogenannten ‚Fake News‘ aber sind die Grenzen unschärfer." So unerträglich manches sei, das Trump äußert, müsse man aus wissenschaftlicher Sicht eben doch differenzieren: Was ist Rhetorik, was sind Halbwahrheiten, was Fakten – das legen Politiker aller Couleur gern großzügig aus. War es beispielsweise wirklich Trumps Politik, die die Arbeitslosigkeit in Amerika in den vergangenen Jahren massiv sinken ließ? Und wie ist die Aussage beider Kandidaten „Wir werden die Wahl gewinnen“ zu sehen – zu einem Zeitpunkt, wo das tatsächliche Ergebnis noch völlig offen ist?

    Schünemann hat den Desinformations-Diskurs schon im vergangenen US-Wahlkampf und beispielsweise auch in den Brexit-Verhandlungen verfolgt. „Er wird oft herangezogen, um aus unserer Sicht irritierende Entscheidungen zu erklären, die wir so nicht verstehen.“

    Ausgerechnet Barack Obama war es wohl, bei dem sich Republikaner zum Thema Massenmobilisation einiges abschauen konnten. „Die Mechanismen zur Mobilisierung von Wählern über soziale Medien, die die Demokraten entwickelt haben, machen sich die Republikaner nun wiederholt zunutze“, sagt Schünemann. Über seine ständige Präsenz in den sozialen Medien erreicht Trump eine breite Basis und heizt die Polarisierung und Fragmentierung der Gesellschaft weiter an. Zugleich entmachtet die direkte Kommunikation via Twitter die traditionellen Gatekeeperfunktionen der professionell arbeitenden Medienexperten.

    Ob all das am Ende dazu beitragen wird, das Trump die Wahl zum zweiten Mal gewinnt, ist an diesem Mittwochmorgen noch offen. Er selbst ist davon, wenig überraschend, völlig überzeugt.

    Text und Foto: Sara Reinke

    ]]>
    Fachbereich 1 Pressemeldungen
    news-19636 Wed, 04 Nov 2020 09:16:00 +0100 Technische Infrastruktur und Datenschutz - Online-Diskussion am 17. November https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/technische-infrastruktur-und-datenschutz-online-diskussion-am-17-november/ „Wie verändert sich Universität?“ – dies ist die Kernfrage und das Thema der diesjährigen Ringvorlesung „Digitale Lebenswelten“. Zum 6. Mal lädt die Stiftung Universität Hildesheim dabei interessierte Bürgerinnen und Bürger, Studierende, Wissenschaftler*innen und Mitarbeiter der Hochschule ein, mit Expert*innen über aktuelle Themen zu diskutieren. "Technische Infrastruktur und Datenschutz" ist das Thema der Diskussionsrunde am Dienstag, 17. November, ab 18.15 Uhr. Sie kann ohne Anmeldung und kostenfrei online verfolgt werden auf https:/bbb.uni-hildesheim.de/b/joa-nuq-if7-yyx.

    Referent*innen: Jörg Diederich (Leiter des Rechenzentraums der SUH), Jana Göhe, Thomas Mandl (Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie der SUH)

     

    Weitere Diskussionsrunden:

    24. November, 18.15 Uhr: Interne Kommunikation in der digitalen Transformation – Studienergebnisse und Ausblick

    Referentin: Katharina Krämer, Züricher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW)

     

    8. Dezember, 18.15 Uhr: „Können Sie mich alle hören?“ – Sprecherwechsel und multimodale Ressourcen in der Online-Lehre

    Referentin: Bettina Kluge (Institut für Übersetzungswissenschaft & Fachkommunikation der SUH)

     

    12. Januar 2021: Chancengleichheit

    Referent*innen: Per Holderberg, Silvia Lange, Amanda Steinmaus, Janna Teltemann

     

    26. Januar 2021: Onboarding – Studien- und Arbeitsbeginn in Zeiten physischer Distanz

    Referent*innen: N.N.

     

    Text: Gabriele Gerner (Pressestelle)

    Foto: Daniel Kunzfeld (Pressestelle)

     

    ]]>
    Presse dig. Semester Pressemeldungen Startseite
    news-19688 Wed, 28 Oct 2020 13:10:00 +0100 Rosen, Rüben und der Sinn des Lebens: Hildesheim verpasst den Titel zur Europäischen Kulturhauptstadt 2025 https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/rosen-rueben-und-der-sinn-des-lebens-hildesheim-verpasst-den-titel-zur-europaeischen-kulturhauptstad/ And the winner is...: Chemnitz! Die zwölfköpfige internationale Jury zur Auswahl der Kulturhauptstadt Europas hat entschieden: Chemnitz wird Europäische Kulturhauptstadt 2025. Chemnitz konnte sich gegen die vier anderen Städte der sogenannten Shortlist-Nominierung Hannover, Hildesheim, Magdeburg und Nürnberg durchsetzen. „Die Stiftung Universität Hildesheim gratuliert der Gewinnerin des Europäischen Kulturhauptstadtwettbewerbs, dankt dem grandiosen Team des Projektbüros Hildesheim 2025 und dem unermüdlich tätigen Freundeskreis Hildesheim 2025 für die Riesenleistung und freut sich auf die mannigfaltigen Veranstaltungshighlights in der Stadt und in der Region Hildesheim in den nächsten Jahren dank des Plans B“, sagt Prof. Dr. Martin Schreiner, Vizepräsident der Stiftung Universität Hildesheim.

    BidBook mit deutlicher Handschrift der Hildesheimer Kulturwissenschaften

    „Allein die Tatsache, dass Hildesheim und der Landkreis sich auf den Weg gemacht haben, diesen wichtigen Titel zu erringen, zählt enorm. Die Bewegung, die nun in der Stadt zu spüren ist, wird nicht klanglos verschwinden und wir freuen uns als Ort von Theorie und Praxis der Kultur diesen Prozess weiter mitzugestalten“, vermerkt Prof. Dr. Stefan Krankenhagen, Dekan des Fachbereichs Kulturwissenschaften und Ästhetische Praxis.

    Neue Kulturvermittlungsansätze aus der „European Province of Culture“

    "Auch wenn Hildesheim nicht offizielle Kulturhauptstadt Europas geworden ist, wird es mit Sicherheit einen Plan B geben. Durch den Bewerbungsprozess hat sich die Kooperation unseres Instituts mit den städtischen Kultur-Akteuren intensiviert und wir freuen uns, diese dabei zu unterstützen, einige der großartigen Ideen für kulturelle Teilhabe und Kulturvermittlung aus der Bewerbung umzusetzen und wissenschaftlich zu begleiten!", so Prof., Dr. Birgit Mandel, Professorin für Kulturmanagement. 

    „We Care“ unterstreicht die Solidarität und ein offenes Verständnis von Kunst- und Kulturschaffen

    Kulturpolitikprofessor Prof. Dr. Julius Heinicke ergänzt: „Mit ‚We Care - Beets, Roses and the Meaning of Life‘ hat das Team des Projektbüros Hildesheim 2025 auf Solidarität und ein weites und offenes Verständnis von Kunst- und Kulturschaffen gesetzt, ein Ansatz, der aus internationaler Perspektive ungemein wichtig und richtungsweisend ist. Der UNESCO-Lehrstuhl freut sich darauf, mit allen Akteur*innen und Mitstreiter*innen diese bedeutsamen Ideen und Impulse weiterzuverfolgen. Auch ohne den Titel werden es mit Plan B aufregende und bunte Jahre, die für die Zukunft der internationalen Kulturpolitik und deren Forschungsarbeiten von unschätzbarer Bedeutung sind.“

    „Die Bewerbung hat enorm viel Kreativität freigesetzt“

    Professor Dr. Bettina Uhlig vom Institut für Bildende Kunst und Kunstwissenschaften fügt hinzu: „Ich bedauere sehr, dass Hildesheim das Rennen nicht für sich entscheiden konnte. Dennoch hat Hildesheim gewonnen, denn die Bewerbung hat enorm viel Kreativität freigesetzt, Netzwerke entstehen lassen und kulturelle Projekte entworfen. Eines davon ist das Projekt ‚Little Big Minds‘ – eine Kooperation zwischen der Universität Hildesheim, dem Dommuseum und weiteren Akteur*innen im Bereich der kulturellen Bildung. In diesem Projekt geht es darum, den Ideen, Gedanken und Fragen von Kindern in Bezug auf die Bedeutung eines kulturellen Erbes in der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft auf die Spur zu gehen. Wir werden dieses Projekt zwar nicht in dem Umfang realisieren können, wie wir das als Kulturhauptstadt getan hätten – aber wir sind von dem Grundgedanken des Projektes so überzeugt, dass wir es in einer etwas kleineren Variante dennoch durchführen werden, denn das kulturelle Erbe von Hildesheim gehört nicht nur den Erwachsenen, sondern ebenso den Kindern.“

    Es begann mit einer „Werkstatt der Verrückten“

    Dr. Daniel Gad, Geschäftsführer des UNESCO-Lehrstuhls am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim, hat im Namen der Stiftung Universität Hildesheim den Bewerbungsprozess von Januar 2016 an begleitet. Was mit einer „Werkstatt der Verrückten“ auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg begann und einer Potenzialstudie und mit einer ersten Begegnung der damals neun deutschen Bewerberstädte am gleichen Ort seine Fortsetzung fand, führte zur beachtenswerten Shortlist-Nominierung. „Almuni der Hildesheimer Kulturwissenschaften haben der Bewerbung eine besondere Note gegeben“, sagt Dr. Daniel Gad.

    „Mit dem Abschluss des Stadt- und Bistumsjubliäums startete der Bewerbungsprozess um den Titel Europäische Kulturhauptstadt. Die Bewerbung war ein gewaltiger Motor, das in vielen kulturpolitischen Fragen festgefahrene Hildesheim in Bewegung zu setzen. Diese Bewegung wird mit dem Ende des Laufes um den Titel nicht enden. Gerade konkrete Unternehmungen wie die Kulturstrategie der Stadt oder auch das Cultural Hub am Angoulêmeplatz werden die vielfachen neuen und neu belebten Kooperationen in der Stadt und mit dem Landkreis Rahmen und zur Fortsetzung verhelfen. Bereits diese Aktivitäten eröffnen nun sehr konkrete Möglichkeiten, Hildesheim als beachteten und attraktiven Ort weiterzuentwickeln und zu präsentieren.“

     

    Text: Gabriele Gerner (Pressestelle)

     

     

     

     

     

     

    ]]>
    Fachbereich 2 Pressemeldungen
    news-19690 Wed, 28 Oct 2020 12:00:00 +0100 Science Slam 2020: Virtueller Wettkampf der Wissenschaft https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/science-slam-3/ Der Science Slam steht in diesem Jahr unter besonderen Voraussetzungen: Video statt Audimax heißt die Devise. Ab dem 2. November geben vier Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Stiftung Universität Hildesheim Einblicke in ihre Arbeit - und stellen sich mit ihrer Präsentation dem Online-Publikum zur Abstimmung. Die Siegerehrung am 10. November ab 18 Uhr ist per Livestream zu verfolgen. Verbales Duell ganz virtuell

    Die Stiftung Universität Hildesheim lädt auch dieses Jahr wieder zu einem Wettstreit der Wissenschaften ein. Ab Montag, 2. November, geben vier Professorinnen und Professoren aus verschiedenen Fachdisziplinen Einblicke in ihre Arbeit. Aufgrund der besonderen Umstände in diesem Jahr haben die Vortragenden die Bühne des Audimax gegen ein technisches Studio und die Zuschauer*innen gegen Kameras eingetauscht, um ihre Vorträge im Videoformat vorzuproduzieren. Die Aufgabe blieb dennoch gleich: Ein Thema in einem unterhaltsamen, gleichwohl fundierten Vortrag mit technischen Hilfsmitteln, Requisiten oder auch Experimenten auf die Bühne bzw. vor die Kamera zu bringen. Über ein Abstimmungstool auf der oben genannten Seite können Zuschauer*innen ab dem Zeitpunkt der Veröffentlichung der Videos ihren Lieblingsvortrag wählen. Die Siegerehrung findet am Dienstag, 10. November, um 18 Uhr in einem Livestream statt.

    Fachbereich 1: Prof. Dr. Marc Partetzke

    Für den Fachbereich 1 tritt Prof. Dr. Marc Partetzke aus dem Institut für Sozialwissenschaften im Bereich Politikwissenschaft mit seinem Vortrag Leistungsfeststellung und -beurteilung - „Widewide wie sie mir gefällt?“ an. Sie sind von dem ganzen Leistungsgerede genervt? Bei dem Gedanken an Zensuren und Zeugnisse stellen sich Ihnen die Nackenhaare auf? Sie wollen Ihren Schüler*innen bessere Erfahrungen ermöglichen, als Sie selbst machen mussten? - Dann sind Sie bei seinem Vortrag genau richtig!

    Fachbereich 2: Prof. Dr. Julius Heinicke

    Der Fachbereich 2 wird in diesem Jahr von Prof. Dr. Julius Heinicke aus dem Institut für Kulturpolitik vertreten. Sein Vortrag Das Sternchen und das Weiße Haus lädt zur Debatte ein, auf welche Art und Weise koloniale Denkmuster überwunden werden können. Das Weiße Haus weist nicht nur auf den US-amerikanischen Kontext, auch hierzulande werden Kulturinstitutionen zunehmend nach ihren kolonialen Mechanismen und Geschichten befragt und Wandlungsprozesse eingefordert. Doch auch das * (Sternchen) spielt in diesem Vortrag eine entscheidende Rolle…. Seien Sie gespannt!

    Fachbereich 3: Prof Dr. Bettina Kluge

    Für den Fachbereich 3 stellt sich Prof Dr. Bettina Kluge aus dem Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation mit Ihrem Vortrag Siezen, Duzen & der erste Kuss ihren Herausforderern. Ob man jemanden duzen oder siezen soll, ist schon in der eigenen Sprache schwierig zu entscheiden. Und wie gehen die Filmübersetzer*innen vor, die mit dem englischen 'you' konfrontiert sind? Welche Rolle der erste Kuss dabei spielt, erfahren Sie in ihrem Beitrag.

    Fachbereich 4: Prof. Dr. Sebastian Mentemeier

    Den Fachbereich 4 repräsentiert in diesem Jahr Prof. Dr. Sebastian Mentemeier aus dem Institut für Mathematik und Angewandte Informatik. In seinem Vortrag Expeditionen ins Zufallsreich scheut er vom schlafenden (?) Löwen bis zum Plutonium keine Gefahren, um die "Gesetze des Zufalls" auf ihre Gültigkeit zu testen. Es erwartet Sie eine anschauliche und unterhaltsame Reise in die Mathematik.

    And the winner is ...

    Die Begrüßung für die Siegerehrung im Livestream am Dienstag, 10. November, um 18 Uhr erfolgt durch Herrn Prof. Dr. Martin Schreiner, Vizepräsident für Stiftungsentwicklung, Transfer und Kooperationen. Die Moderation übernimmt Herr Markus F. Langer. Der Abend wird durch musikalische Aufnahmen des Saxophonisten Lars Stoermer aus Hannover begleitet.

    ]]>
    Fachbereich 1 Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Pressemeldungen
    news-19679 Mon, 26 Oct 2020 16:00:00 +0100 Wintersemester 2020: Schreiben des Präsidenten an alle Mitglieder und Angehörigen der Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/wintersemester-2020-schreiben-des-praesidenten-an-alle-mitglieder-und-angehoerigen-der-universitaet-hi/ Heute ist „Vorlesungsbeginn“. Mit diesem Begriff bezeichnen wir üblicherweise den Beginn der Lehrveranstaltungen in einem Semester. Aber das Wintersemester 2020/21 steht wie das vorangegangene Sommersemester ganz im Zeichen der Pandemie. Wieder gilt ein Ausnahmezustand. Schreiben des Universitätspräsidenten Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich vom 26.10.2020

    An alle Mitglieder und Angehörigen der Universität Hildesheim

    Liebe Studierende, liebe Kolleginnen und Kollegen,

    heute ist „Vorlesungsbeginn“. Mit diesem Begriff bezeichnen wir üblicherweise den Beginn der Lehrveranstaltungen in einem Semester. Aber das Wintersemester 2020/21 steht wie das vorangegangene Sommersemester ganz im Zeichen der Pandemie. Wieder gilt ein Ausnahmezustand.

    Das Virus COVID-19 verursacht lebensbedrohliche Erkrankungen und der starke Anstieg der Infektionen zwingt uns zu außergewöhnlichen Maßnahmen. Wir müssen die AHA-Regeln beherzigen: Abstand, Hygiene und Atemschutz. Auch Kontaktbeschränkungen sind unvermeidlich. Unter diesen Bedingungen ist ein normaler Universitätsbetrieb nicht möglich. Wir alle leiden darunter. Wir wollten mit dem Konzept „Hybridsemester“ schrittweise mehr Präsenz auf dem Campus ermöglichen.Mit Blick auf das exponentielle Wachstum der Ansteckungen werden Online-Lehre und Homeoffice auch in diesem Wintersemester den Hochschulalltag bestimmen.

    Liebe Studierende, Sie werden weiterhin zu meinem sehr großen Bedauern den Seminarraum und damit die Gemeinschaft mit den anderen Studentinnen und Studenten und unseren Lehrkräften nur in sehr begrenztem Maß aufsuchen können. Auch die Bibliothek kann nur einen Notdienst leisten und die Mensa kann kein Speiseangebot machen.
    Die finanziellen Hilfen durch die Studentenwerke, unseren hochschuleigenen Sozialfonds und die Agentur für Arbeit sind sehr begrenzt. Die Wohnungsfrage macht Ihre Lage schwierig. Dennoch wird es kein verlorenes Semester werden, denn durch Online-Formate ist – mit allen Einschränkungen – ein Mindestmaß an Studium möglich.

    Liebe Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, von Ihnen wird erneut Außergewöhnliches verlangt. Die Online-Lehre stellt eine Einengung Ihres didaktischen Einsatzes dar. Sie sollte unter normalen Bedingungen die Präsenzlehre ergänzen, jetzt sind Sie gezwungen, neue Formate zu erproben, um den unterschiedlichen Bedarfen unserer Studierenden gerecht zu werden. Für die künstlerischen Fächer bringen die Einschränkungen eine zusätzliche Härte. Bitte, lassen Sie nicht nach in Ihrem Bemühen, die Erstsemester für ein wissenschaftliches Studium zu begeistern und die höheren Semester besonders bei den Arbeiten zum Studienabschluss zu unterstützen.

    Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung und im technischen Dienst, Sie sichern die universitäre Infrastruktur und garantieren – meist von ihrem Arbeitsplatz zu Hause aus – das „Funktionieren“ des Betriebs. Das gilt für mich gleichermaßen. Wir müssen uns alle gegenseitig nach Kräften unterstützen, um einen kompletten „Lockdown“ zu verhindern. Das verlangt häufiger pragmatisches Handeln, weil die gewohnten Verfahrensweisen nicht oder nur eingeschränkt wirksam sind.

    Wir alle haben zusätzlich familiäre Herausforderungen zu meistern, die durch die Pandemie verursacht sind und belastend wirken. Darauf gilt es Rücksicht zu nehmen, wenn wir Anforderungen stellen. Nur wenn wir alle umsichtig und verantwortungsbewusst handeln, werden wir den vor uns liegenden schwierigen Winter einigermaßen gut überstehen. Wir können das leisten. Das von den Vizepräsidenten Kreysing und Sander und ihren Teams für unsere Universität entwickelte Hygienekonzept dient unserem Schutz. Es ist in der jeweils aktuellen Fassung auf der Homepage der Universität verfügbar: www.uni-hildesheim.de/oeffentlichkeit/coronavirus/Achten wir auf unsere Gesundheit und auf die unserer Nachbarn.

    Alles Gute wünscht Ihnen

    Wolfgang-Uwe Friedrich

    ]]>
    Pressemeldungen
    news-19338 Fri, 23 Oct 2020 13:10:00 +0200 Interview mit Professorin Annette Pehnt: „Ich vermisse das kollektive Nachdenken“ https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/interview-mit-professorin-annette-pehnt-ich-vermisse-das-kollektive-nachdenken/ Prof. Dr. Annette Pehnt ist Leiterin des Instituts für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft der Universität Hildesheim. Im Sommersemester 2020 bot sie unter anderem ein digitales Lyrikseminar, eine Online-Redaktion und digitale Werkstattgespräche an. Im Interview erzählt sie von der Umstellung auf die digitale Lehre. Frau Professorin Pehnt, als feststand, dass das Sommersemester 2020 nicht vor Ort an der Domäne stattfinden würde, mussten wir alle umdenken. Wie haben Sie diese Umstellung erlebt?

    Da die Entscheidung ja sehr kurzfristig fiel, mussten wir aus dem Stand das ganze Lehrangebot neu aufstellen, Lehraufträge umplanen, teilweise auch neue Veranstaltungen ausbringen – das war natürlich für mich und alle Kolleg*innen ein sehr großer Aufwand. Zum Glück haben wir uns da im Team sehr gut unterstützt.

    Wie haben Sie sich auf das Semester vorbereitet? Mussten Sie Ihre Lehrinhalte an die neue Situation anpassen?

    Ja natürlich, vollkommen, ich musste alles neu denken. Was im Prinzip ja auch ein interessanter Prozess ist. Meine Seminare sind normalerweise völlig auf Dialog, künstlerische Praxis, intensiven Austausch und gemeinsames Erarbeiten von Lerninhalten angelegt. Das alles ist digital in dieser Form nicht möglich – man muss andere Kommunikationsformen finden und sich auch darauf einlassen.

    Was hat Ihnen dabei geholfen?

    Auf jeden Fall der Austausch im Team, die digitalen Tools, die mein Kollege Guido Graf für den ganzen Fachbereich bereitgestellt hat, und die Rückmeldungen der Studierenden.

    Wie gestalten Sie Ihre digitalen Seminare?

    Ich versuche, eine Mischung aus synchronem und asynchronem Lernen zu ermöglichen. Also Inhalte (Lektüren, Podcasts) bereitzustellen, aber immer wieder auch im digitalen Seminarraum darüber in den Austausch zu gehen. Selbststudium ist wichtig, aber erst in der Auseinandersetzung im Seminar kann sich ein tieferes Verstehen und eine eigene Positionierung herausbilden.

    Man könnte meinen, dass das Fach Literatur – anders als andere praxisbezogene Fachdisziplinen wie Biologie oder Sport – sich verhältnismäßig gut für die digitale Lehre eignet. Würden Sie mit dieser Aussage mitgehen?

    Ja, aber bei uns studiert man ja Literatur eben gerade nicht germanistisch, sondern an der Schnittstelle zur Praxis. Es geht immer auch um die Verknüpfung mit dem eigenen Schreiben, um künstlerisches Handeln und den Austausch in Werkstattformaten und Projekten. Das alles übersetzt sich nicht von allein ins Digitale.

    Wie erleben Sie die Reaktionen der Studierenden auf Ihre digitale Lehre?

    Die Rückmeldungen waren sehr unterschiedlich. Am Anfang habe ich wohl die Belastung und den hohen Workload der Studierenden unterschätzt. Wichtig war den meisten, dass es immer wieder den direkten Kontakt über Videoschaltungen gab, dass wir uns also nicht aus den Augen verloren haben. Ich muss sagen, dass die Studierenden in diesem Semester unheimlich produktiv gearbeitet haben.

    Was vermissen Sie am meisten aus der Präsenzlehre?

    Den lebendigen Austausch von Angesicht zu Angesicht. Ich reagiere in der Präsenzlehre auf die Gruppensituation, auf Gestik, auf Mimik – all das fiel nun weg. So musste ich mit einer oft beinahe schon anonymen Situation umgehen (meistens waren die Kameras der Teilnehmer*innen abgeschaltet, ich konnte niemanden sehen) und streckenweise frontaler arbeiten, als mir das lieb ist – also Input geben, ohne direkte Reaktionen zu bekommen. Ich vermisse wirklich die Vielstimmigkeit und die Gruppendynamik im Seminar, das kollektive Nachdenken.

    Sehen Sie auch Vorteile in der digitalen Lehre? Gibt es beispielsweise digitale Methoden, die Sie neu für sich entdeckt haben und auch in Zukunft beibehalten wollen?

    Für Verwaltungsvorgänge, Meetings und Gremien sind die digitalen Formen gut geeignet, zeit- und ressourcensparend. Aber in der Lehre … Ich bin fasziniert von Social Reading und würde das gern weiterhin ausprobieren. Auch gemeinsame Schreibvorgänge auf Plattformen können interessante Möglichkeiten für kollektives Schreiben bieten. Und wir haben unsere schöne Gesprächsreihe ‚Jour Fixe‘ quasi digital neu erfunden – das hat sogar besser funktioniert, weil wir unaufwändig interessante Gäste einladen konnten und das Format digital anscheinend einfacher zugänglich war. Aber insgesamt bin ich in der Lehre ein leidenschaftlich analoger Mensch.

    Im Juli fanden die Eignungsprüfungen für die Studiengänge Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus und Literarisches Schreiben und Lektorieren erstmals digital statt. Wie haben Sie die Prüfungen erlebt? 

    Das konnte man sehr gut digital durchführen. Wir waren alle überrascht davon, wie gut diese Art von Gespräch auch per Videoschaltung funktioniert. Allerdings war es enorm anstrengend, weil ja die kleinen Pausen, Austauschmomente, coffee breaks wegfallen. Das müsste man, falls es in Zukunft nochmal ansteht, mitbedenken.

    Was haben Sie aus der ersten digitalen Vorlesungszeit mitgenommen?

    Mir ist nun noch bewusster, wie sorgfältig man die mediale Umsetzung mitdenken muss, wie aufwändig gute Lehre ist (egal ob digital oder in Präsenz) und wie angewiesen wir in den Künsten auf Präsenz in Raum und Zeit sind. Ein künstlerischer Studiengang funktioniert nur sehr bedingt als Fernstudium. Und ich brauche das Gespräch, mehr noch, als ich es gedacht hätte.

    Gibt es etwas, das Sie im neuen digitalen Semester anders machen werden?

    Ich werde sicherlich den hohen Arbeitsaufwand der Studierenden anders mitbedenken. Und ich werde noch direkter und dringlicher nach Rückmeldungen von Seiten der Studierenden fragen. Viele äußern sich im digitalen Unterricht nicht von allein, sondern verschwinden in der Anonymität, und da möchte ich gegensteuern. Außerdem werde ich große Gruppen konsequenter aufteilen, so dass die Hemmschwellen geringer sind, sich zu zeigen und einzubringen. Außerdem muss auch ich darauf achten, dass der Umfang der Arbeit, die digital ja keine Begrenzungen von Zeit und Raum kennt, nicht irgendwann vollkommen ausufert.


    Das Interview führte Marie Minkov, studentisches Mitglied im Redaktionsteam der Pressestelle.

    ]]>
    Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft dig. Semester Pressemeldungen Startseite
    news-19553 Fri, 16 Oct 2020 16:30:00 +0200 Uni und VW Financial Services verlängern Kooperationsvertrag https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/uni-und-vw-financial-services-verlaengern-kooperationsvertrag/ Volkswagen Financial Services (VWFS) setzt die Zusammenarbeit mit dem Institut für Informatik der Universität Hildesheim fort Maschinelles Lernen für die Zukunft

    Die Stiftung Universität Hildesheim und Volkswagen Financial Services (VWFS) setzen ihre seit Februar 2018 bestehende Kooperation im Bereich „Maschinelles Lernen“ fort und unterzeichneten einen für zwei weitere Jahre angelegten Kooperationsvertrag. Mit rund 500.000 Euro finanziert VWFS die Forschung im Projekt „Data-driven Mobility Services“ am Institut für Informatik. Prof. Dr. Lars Schmidt-Thieme, Projektleiter des Information Systems and Machine Learning Lab (ISMLL) des Institute of Computer Science zeigte sich hocherfreut über die Fortentwicklung der Partnerschaft.

    Das Projekt, bei dem auch Studierende aus dem Bereich „Data Analytics“ einbezogen werden, dient der komplexen Datenanalyse aus dem städtischen Verkehr und soll beispielsweise dazu dienen, Autofahrer bei der Parkplatzsuche zu unterstützen. "Wir profitieren von Ihnen sehr", sagte Stefan Imme, Chief Digital Officer von VWFS. "Unsere Forschung funktioniert nur mit Partnern, die unsere Erkenntnisse anwenden", bekräftigte Prof. Dr. Lars Schmidt-Thieme.

    Text und Fotos (2): Gabriele Gerner

    ]]>
    Presse Fachbereich 4 Mathematik & Angewandte Informatik Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-19649 Fri, 16 Oct 2020 14:57:32 +0200 "Willkommen, Erstsemester!" - Die Studienanfänger lernen die Uni kennen https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/willkommen-erstsemester-die-studienanfaenger-lernen-die-uni-kennen-1/ Die Erstsemester sind da! Mehr als 2.000 junge Menschen beginnen in diesen Tagen mit ihrem Studium an der Stiftung Universität Hildesheim. Mit zahlreichen Veranstaltungen werden die Erstsemester in ihren neuen Lebensabschnitt eingeführt. Fachschaften, Hochschulgemeinden, die Zentrale Studienberatung (ZSB) und viele andere Initiativen bieten den Erstsemestern zahlreiche Möglichkeiten, die Stadt Hildesheim, die Universität und das Studierendenleben kennenzulernen. Mit Masken, Musik und einem Fachschaftsplakat begrüßte die Fachschaft Erziehungswissenschaften die neuen Studienanfänger vor dem Sportgebäude. Die Fachschaftsmitglieder Denise, Tim, Nils, Henning, Monique, Marie und Lennart stellten sich den Neuen vor und führten diese in in Kleingruppen über den Campus. Sie zeigten den Studienanfänger*innen nicht nur die wichtigsten Stationen für Studierende, sondern präsentierten sich als Ansprechpartner*innen für alle Belange rund ums Studium. "Wenn Ihr Fragen habt zum Stundenplan oder generell zum Studium in Hildesheim, kommt zu uns. Wir helfen Euch", sagte Lennart Knop, der Erziehungswissenschaften mit dem Schwerpunkt Philosophie studiert. "Ihr könnt uns immer anschnacken, wenn Ihr uns seht", ermunterte Denise Schneider die Erstsemester. "Ob im Café, in der Fachschaft oder sonstwo auf dem Campus - kommt einfach auf uns zu!"

    Unter den rund 30 Studienanfänger*innen auf der Campus-Tour war auch Tim Pieczak aus Hannover. Inmitten der Corona-Pandemie mit dem Studium anzufangen, ist für ihn kein großes Problem. "Ich kann auch ganz gut online lernen", sagt er. In der WG, in der er mit seinem Bruder zusammen wohne, hätte er genügend Ruhe zum Studieren. "Aber schade ist es natürlich schon, dass man nur jetzt in der Anfangsphase andere Menschen trifft und dann später digital allein weiter studieren muss", meint er. "Immerhin", so sagt er, "habe ich jetzt schon mal ein paar Gesichter vor Augen."

    Auch Frauke Wittneben bedauert, dass die Lehre überwiegend digital stattfindet. "Es ist schade, dass wir so wenig Kontakt haben können. Schließlich muss man auch mal Leute sehen", sagt sie. Ansonsten hat sie sich gut mit der Situation arrangiert. "Ich bin ganz entspannt", sagt die 20-Jährige. "Dadurch, dass ich in Hildesheim wohne, habe ich nicht so viel Stress." Erst einmal bleibe sie bei ihren Eltern wohnen. Später wolle sie auf Wohnungssuche gehen. "Vielleicht", so hofft sie, "ergeben sich ja hier ein paar Kontakte für die gemeinsame Wohnungssuche und die Gründung einer WG."

    Text und Fotos: Gabriele Gerner, Pressestelle

    ]]>
    Erziehungswissenschaft Pressemeldungen
    news-19579 Thu, 15 Oct 2020 13:54:15 +0200 Fairtrade-Fotoausstellung im Green Office https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/fairtrade-fotoausstellung-im-green-office/ In welchem Zusammenhang stehen die Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen und der Faire Handel? Dieser Frage geht die aktuelle Fotoausstellung im Green Office der zertifizierten Fairtrade University Hildesheim nach. Unter dem Titel "Nachhaltig handeln – Arbeitsschwerpunkte von Fairtrade" zeigt die Fotoausstellung im Green Office auf, dass die Nachhaltigkeitsziele große Schnittmengen mit den Zielen, Standards und politischen Forderungen im Fairen Handel aufweisen. Auf den ausgestellten Bild- und Texttafeln wird deutlich, wie Fairtrade – als eine mögliche Siegel-Initiative des Fairen Handels – mit ihren Arbeitsschwerpunkten (Klimawandel, Arbeiter*innenrechte, Kinderrechte, Geschlechtergerechtigkeit, Stärkung von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern) direkt und indirekt wertvolle Beiträge zu den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung leistet.

    Somit stellt der Faire Handel ein wichtiges Handlungsfeld für die Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft dar. Deswegen möchte sich das Green Office für den Fairen Handel an der Universität einsetzen – die Zertifizierung als Fairtrade University im Juli 2020 war der erste Meilenstein auf diesem Weg.

    Bis Anfang November ist die Ausstellung in den Fenstern des Green Office sichtbar.

    Text und Fotos: Green Office

    ]]>
    Green Office Pressemeldungen
    news-19569 Tue, 13 Oct 2020 14:13:11 +0200 DAAD-Preis an Diana Artiom https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/daad-preis-an-diana-artiom/ Der diesjährige DAAD-Preis für herausragende internationale Studierende ging an die Data-Analytics-Studentin Diana Artiom. Sie stammt aus der Republik Moldawien und hat ihr Bachelorstudium im IT-Bereich an der „Technical University of Moldova“ absolviert. An der Universität Hildesheim befindet sie sich im 5. Fachsemester. Der in Höhe von 1.000 Euro dotierte Preis wird jährlich an eine*n internationale*n Studierende*n verliehen, der/die sich durch hervorragende akademische Leistungen und besonderes gesellschaftliches oder interkulturelles Engagement auszeichnet. Der Preis wurde der Studentin im Rahmen der feierlichen Begrüßung ausländischer Studierender am Montag, 12. Oktober 2020, im Audimax der Universität von der Vizepräsidentin für Internationales, Professor Dr. Bettina Kluge, überreicht.

    Motivatorin und Vorbild für andere Studierende

    Diana Artiom hebt sich nicht nur durch hohes Engagement in ihrem Studium und exzellente akademische Leistungen ab, sondern fungiert durch ihr dauerhaftes soziales Engagement als Motivatorin und Vorbild für andere Studierende. Als Mitbegründerin und Betreuerin der Platform "TechWomanMoldova" und Mentorin bei Bootcamps für Mädchen in den Initiativen "GirlsGoIT", "Django Girls" und "Rails Girls Chisinau" war es ihr stets ein Anliegen, Mädchen in der Gesellschaft zu stärken und sie für ein IT-Studium zu motivieren. Als Mitorganisatorin bei verschiedenen Veranstaltungen und IT-Foren fungierte sie als Peer aus der osteuropäischen IT-Community.

    Diana Artiom wurde bereits mehrfach ausgezeichnet. Im Jahr 2016 gewann sie den Top 20 Akademikerpreis der Fakultät für Computer, Informatik und Mikroelektronik (FCIM), mit dem 20 Studierende der Fakultät ausgezeichnet wurden. Außerdem erlangte sie den 1. Platz beim "Startup-Wochenende der Republik Moldawien, einem Wettbewerb, bei dem die Teilnehmenden einen Startup-Prototypen entwickeln.

    "Ich bin dankbar für diese Auszeichnung. Damit wird der Traum einer Studierenden wahr", sagte Diana Artiom bei der Preisverleihung. "Ich glaube fest daran, dass das 'Empowering' anderer Menschen zu stärkerer sozialer Gleichheit führt. Dieser Preis ermutigt mich, meinen Weg in dieser Richtung fortsetzen."

    Text: Gabriele Gerner

    ]]>
    Fachbereich 4 Informatik Pressemeldungen
    news-19568 Tue, 13 Oct 2020 14:02:31 +0200 Ghaylan Aldreiss erhält Rotary-Club-Stipendium https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/ghaylan-aldreiss-erhaelt-rotary-club-stipendium/ Der Student des Masterstudiengangs Kulturvermittlung mit Schwerpunkt Medien und Popkultur Ghaylan Aldreiss ist einer der beiden Preisträger des diesjährigen Stipendiums des Rotary Clubs Hildesheim. In seiner Heimat Syrien studierte er Medienwissenschaften und war anschließend in Damaskus als Fernsehjournalist tätig. Nach Anschlägen auf ihn und seine Familienmitglieder flüchtete er nach Deutschland.

    Ghaylan Aldreiss engagiert sich im Verein „Brücke der Kulturen“ für andere Geflüchtete und ist seit zwei Jahren bei „NoBorder, NoProblem“, einem Netzwerk zur Migrations- und Grenzregimeforschung, tätig. Regelmäßig hält er Vorträge über Integration und gegen Rassismus. Aldreiss wurde unter anderem von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil als Redner zu Podiumsdiskussionen im Rahmen des Projekts „Niedersachsen packt an“ eingeladen. In dem Projekt wirkt er seit Jahren mit.

    Nach mehreren Praktika bei „Radio Tonkuhle“ verantwortet der Student der Kulturvermittlung dort jeden dritten Donnerstag im Monat die zweisprachig gestaltete Radiosendung „Brücke der Kulturen“. Seine Sendung „Die Todesreise“ handelt von Geschichten der Flüchtlinge, die ihm auf seiner eigenen Flucht begegnet sind.

    An der Universität Hildesheim hat er zusammen mit einem Philosophie-Studenten ein Seminar geleitet, das sich mit der Stadt Hildesheim als solidarischer Stadt beschäftigt. Im Seminar „Wer gestaltet das Wir?“ ist er überdurchschnittlich aktiv.

    „Es ist mir eine große Ehre, dieses Stipendium zu erhalten. Es hilft mir sehr, meine Ziele zu erreichen“, sagt der Stipendiat.

    Text und Foto: Gabriele Gerner

    ]]>
    Fachbereich 2 Kulturpolitik Kulturpolitik Pressemeldungen
    news-19567 Tue, 13 Oct 2020 13:55:27 +0200 Rotary-Club-Stipendium für den Wirtschaftsinformatiker Omar Alrefaai https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/rotary-club-stipendium-fuer-den-wirtschaftsinformatiker-omar-alrefaai/ Omar Alrefaai ist einer der beiden Preisträger des diesjährigen Stipendiums des Rotary Clubs Hildesheim. Der Student des Masterstudiengangs Wirtschaftsinformatik (im 3. Fachsemester) kam im Jahr 2015 aus Syrien nach Deutschland. Sofort hat er sich als ehrenamtlicher Dolmetscher (Englisch/Arabisch) in Flüchtlingscamps des Deutschen Roten Kreuzes betätigt. Später hat er jahrelang Schülern der Klassen 7 bis 9, die aus verschiedenen kulturellen Hintergründen kamen, Nachhilfe gegeben.

    Im November 2018 absolvierte er einen Kurs als Gemeindedolmetscher und knüpfte dadurch zahlreiche internationale Kontakte. Immer wieder unterstützte Omar Alrefaai verschiedene internationale Veranstaltungen der HAWK, des Café Kolja, des NTFN (Netzwerk für traumatisierte Flüchtlinge) und trat dort als Sänger und Gitarrist auf oder übernahm andere Tätigkeiten.

    An der Universität Hildesheim hilft er internationalen Studierenden im Buddy-Programm. Als Tutor unterrichtet er Studierende der unteren Semester. „Ich bedanke mich sehr für das Stipendium. Es ermöglicht mir, mich besser auf mein Studium zu konzentrieren und mich mit mehr Zeit dem Engagement im internationalen Bereich zu widmen“, sagt Omar Alrefaai.

    Text und Foto: Gabriele Gerner

    ]]>
    Fachbereich 4 Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Pressemeldungen
    news-19565 Mon, 12 Oct 2020 14:39:21 +0200 Universität Hildesheim begrüßt ihre internationalen Studierenden https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/universitaet-hildesheim-begruesst-ihre-internationalen-studierenden/ Sie kommen aus Vietnam und Syrien, aus Ungarn, Ägypten, dem Sudan und China – und dass sie in Deutschland sind, hat in Zeiten der Corona-Pandemie etwas ganz Besonderes: Am Montag, 12. Oktober, begrüßte die Universität Hildesheim ihre internationalen Studierenden, die in diesem Wintersemester hier ihr Studium aufnehmen. 175 junge Menschen aus dem Ausland kommen in diesem Jahr neu an die Universität Hildesheim. Darunter gibt es solche, die hier für längere Zeit studieren, aber auch jene, die durch ein Gast- oder Austauschprogramm (DAAD oder Erasmus) nur einen Teil ihres Studiums hier absolvieren. Für die Studierenden, die sich derzeit nach der Ankunft aus ihrem Heimatland noch in Quarantäne befinden, wurde die Begrüßungsveranstaltung im Audimax aufgezeichnet.

    „Wenn Ihnen Hildesheim nicht hip genug ist, dann machen Sie es hip!“

    Professor Dr. Bettina Kluge, die Vizepräsidentin für Internationales, sowie die Mitarbeiterinnen des International Office hießen die Studierenden in mehreren Gruppen herzlich willkommen und stellten in einer Power-Point-Präsentation die Stadt Hildesheim sowie einige der Institutionen, Initiativen und Service-Einrichtungen der Universität vor. Sie betonten die Vorzüge der „überschaubaren“ Stadt Hildesheim mit einer humorvollen Präsentation und forderten die Studierenden auf: „Wenn Ihnen Hildesheim nicht hip genug ist, dann machen Sie es hip!“

    „Ich hoffe, Hildesheim wird für Sie zur Heimat“

    Darüber hinaus ermunterten die Studierenden, die Angebote des International Office, des ESN, des AStA, des Green Office, der Fachschaften, des Buddy Programms sowie der studentischen Hochschulgemeinden und vielem mehr zu nutzen und boten an: „Wenden Sie sich bei Sorgen und Nöten an uns.“ Anna Pulm von International Office wünschte den Neuankömmlingen: „Ich hoffe, Hildesheim wird für Sie zur Heimat.“

    Vizepräsidentin Professor Kluge zeichnete die aus Moldawien stammende Data-Analytics-Studentin Diana Artiom mit dem diesjährigen DAAD-Preis aus und überreichte zwei Stipendien des Rotary Club Hildesheim an Omar Alrefaai und Ghaylan Aldreiss. Per Videobotschaft übermittelte Jens Koch vom Rotary Club Hildesheim seine Glückwünsche an die Preisträger und lud sie zum persönlichen Kennenlernen ein. Alle drei Preisträger*innen heben sich durch exzellente Studienleistungen und hohes gesellschaftliches Engagement hervor.

    „Viele Einrichtungen sind derzeit leider geschlossen“

    Nach der offiziellen Begrüßung veranstalteten Win-Tutor*innen mit kleinen Gruppen von Neuankömmlingen Campus-Rundgänge auf dem Hauptcampus – manche Führungen waren auf Deutsch, manche auf Englisch. Win-Tutor Mohannad Ebraheem, Student der Wirtschafts-Informatik, steuerte mit seiner Gruppe unter anderem die Bibliothek, die Mensa, das International Office und die Sportplätze an. An vielen Stellen stellte er bedauernd fest: „Es ist derzeit geschlossen oder man benötigt einen Termin, um dort jemanden zu treffen.“

    Doch dies tat der guten Stimmung unter den Studierenden keinen Abbruch. „In welchem Wohnheim wohnst Du?“, „Hast Du schon einen Stundenplan erstellt?“, „Weißt Du, wie das hier mit dem Busfahren funktioniert?“ – Fragen wie diese gehören auch unter Corona-Bedingungen zum Studienanfang und brachten die Neuankömmlinge untereinander in Kontakt – trotz Maske und Sicherheitsabstand.

    Text und Fotos: Gabriele Gerner

    ]]>
    Fachbereich 1 Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 International Office Pressemeldungen
    news-19541 Wed, 07 Oct 2020 15:31:00 +0200 Hildesheim statt Erasmus+ https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/hildesheim-statt-erasmus/ Ein unbekanntes Land erkunden, eine andere Kultur kennenlernen, eine neue Sprache lernen und vielen Menschen begegnen – so stellte sich die Umweltstudentin Ronja Ranft ihr Auslandssemester mit Erasmus+ vor. Doch von ihren Auslandsplänen im nächsten Semester musste sie wegen der Corona-Pandemie vorerst abrücken. Mara Schrey von der Pressestelle der Uni befragte sie zu ihrer Situation. Ronja, aufgrund der Corona-Pandemie kannst du deinen Auslandsaufenthalt im nächsten Semester nicht antreten. Was war dein Plan?

    Mein Plan war, im Winter ein Semester in Portugal, am Instituto Politécnico in Beja, zu studieren. Ich wäre in diesem September dort hingefahren und wäre ungefähr bis Januar geblieben. Dort hätte ich Veranstaltungen an der Uni besucht, aber natürlich auch Portugal erkundet, mich umgeguckt und wäre ein bisschen in den Nachbarländern gereist.

    Wie wird das kommende Semester für dich aussehen, jetzt, wo feststeht, dass du es nicht in Portugal verbringst?

    Stattdessen werde ich hier in Hildesheim „normal“ weiterstudieren – so, wie es im Moment aussieht, in einem weiteren Onlinesemester.

    Wie geht es dir damit, dass du hier und nicht im Ausland sein wirst?

    Ich finde es super schade, dass dies erstmal nicht möglich ist. Vor allem, weil ich auf jeden Fall im Wintersemester ins Ausland möchte, und es für mich keine Option ist, einfach im nächsten Sommersemester nach Portugal zu gehen – selbst, wenn das bis dahin wieder möglich sein sollte. Bei mir im Studiengang werden im Sommer viele praktische Seminare und Exkursionen angeboten, die ich nicht verpassen möchte. In der Situation, in der wir gerade sind, bin ich aber froh, dass alles abgesagt worden ist und ich mich nicht entscheiden musste. Was soll ich in Portugal, wenn dort alle Veranstaltungen nur online stattfinden, ich niemanden treffen kann und allein im Studierendenwohnheim sitze? Mir geht es darum, Leute zu treffen und das Land kennenzulernen. Wenn das wegen der Corona-Pandemie alles nicht möglich ist, finde ich es besser, hier in Hildesheim zu bleiben.

    Dir wurde die Entscheidung abgenommen?

    Die Partneruni in Portugal hat von sich aus abgesagt. Im Mai sagten sie, es tue ihnen leid, aber alle Auslandssemester würden erstmal nicht stattfinden. Sie schrieben, dass sie dies aufgrund der aktuellen Situation für sicherer und sinnvoller halten würden. Damit hatte ich schon gerechnet. Vorher wusste ich allerdings nicht, ob ich die Entscheidung selbst treffen muss, und es hat gedauert, bis ich Infos bekommen habe.

    Hättest du das Auslandssemester angetreten, wenn es nicht seitens der Partneruni abgesagt worden wäre?

    Ich denke nicht. Vermutlich hätte ich sonst in Portugal im Studierendenwohnheim gesessen, was wahrscheinlich ziemlich leer gewesen wäre und hätte von dort aus an Onlineseminaren teilgenommen (lacht) – weit weg von Zuhause und in einem unbekannten Land, wo ich niemanden kenne. Das ist nicht der Grund, warum ich ein Auslandssemester machen möchte. Wenn die Universität den Aufenthalt nicht abgesagt hätte, hätte ich selbst versucht, das Semester zu verschieben - auch, weil unklar ist, wie sich die Corona-Pandemie weiterentwickelt. Wenn die zweite Welle kommt, während ich in Portugal bin, müsste ich wieder nach Hause oder würde dort im Ausland feststecken. Ich hätte es deshalb auf jeden Fall abgesagt.Aber ich bin froh, dass die Entscheidung offiziell von oben kam.

    Warum wolltest du gerne ein Semester im Ausland, beziehungsweise in Portugal, studieren?

    Ins Ausland wollte ich, um nochmal ein anderes Land kennenzulernen. Ich reise generell gerne und finde es immer schön, längere Zeit an einem Ort zu verbringen, um den Ort und die Leute dort ein bisschen kennenlernen zu können. Deswegen hätte sich ein Auslandssemester im Studium angeboten. Speziell in Portugal ist die einzige Partneruni für meinen Studiengang. Und weil ich noch nie in Portugal war, fand ich es spannend, dort ein Semester zu verbringen.

    Worauf hast du dich besonders gefreut?

    Viele Leute aus allen möglichen Ländern kennenzulernen, mit denen man gemeinsam das Land erkunden kann. Ich hatte auch Lust, eine neue Sprache zu lernen und habe angefangen, Portugiesisch-Stunden zu nehmen.

    Was waren deine ersten Gedanken in Bezug auf das Auslandssemester, als im März die Grenzen und Universitäten geschlossen wurden? Was ging dir durch den Kopf?

    Zunächst dachte ich, naja, das Auslandssemester ist noch ganz lange hin, erstmal abwarten, was passiert. Aber dann wurde mir relativ schnell klar, dass die Corona-Situation nicht so schnell vorbei sein wird. Bis ich Klarheit hatte, ob das Auslandssemester stattfindet oder nicht, dauerte es dann. Das war eine generelle Phase der Ungewissheit. Niemand wusste, wie sich die Lage entwickelt, was natürlich ein bisschen ungünstig war. Verbringt man ein halbes Jahr im Ausland, möchte man vorher die Zeit dort planen. Wenn aber unklar ist, ob der Aufenthalt überhaupt stattfinden kann, ist das natürlich schwierig. Ich habe dann alles auf mich zukommen lassen. Diese Unsicherheit bezog sich schließlich auf alle Bereiche.

    An wen konntest du dich in dieser Situation wenden? Wo hast du Tipps und Hilfe bekommen?

    Am Anfang habe ich erstmal abgewartet und dachte mir, dass die Universität hier oder die Partneruni in Portugal mir Bescheid geben würden, falls sie neue Informationen haben. Dann habe ich beim International Office nachgefragt, aber dort wusste auch niemand etwas. Nachdem immer mehr Zeit ohne neue Infos vergangen war, habe ich mich persönlich bei der Partneruniversität erkundigt. Ich hätte mich ansonsten irgendwann dort einschreiben müssen. Zufälligerweise kam dann ein paar Stunden später die offizielle Mail, dass alle Auslandssemester komplett abgesagt wurden - nicht als Antwort auf meine Mail, sondern an alle Austauschstudierenden.

    Waren zu dem Zeitpunkt schon Kosten für dich entstanden?

    Das Einzige, was ich schon in Anspruch genommen hatte, war der Sprachkurs an der Volkshochschule. Wenn man mit Erasmus+ ins Ausland geht, kann man an einem Sprachkurs teilnehmen. Die Kosten werden übernommen und da muss ich auch nichts zurückzahlen, obwohl ich erstmal nicht ins Ausland gehe. Ansonsten hatte ich noch nichts konkret organisiert. Ich hatte noch keinen Flug oder eine Zugfahrt gebucht und auch kein Zimmer gemietet. 

    Weißt du schon, ob du dein Auslandssemester in einem der kommenden Semester nachholen wirst oder kannst?

    Das geht auf jeden Fall. Ich kann das Auslandssemester um bis zu zwei Semester verschieben. Zwar muss ich mich nochmal anmelden, aber das ist eine formale Sache. Den Platz habe ich für die kommenden Semester sicher, wenn ich ihn in Anspruch nehmen möchte. Ich könnte mir vorstellen im übernächsten Wintersemester nach Portugal zu gehen, also ein Jahr später als geplant. Aber endgültig entschieden habe ich mich noch nicht. Die Frist geht bis Januar, dann muss ich mich anmelden. Ich überlege noch, ob ich das Auslandssemester um ein Jahr oder in den Master verschiebe.

    Der Verlauf einer Pandemie lässt sich nicht vorhersagen. Angenommen die universitäre Lehre würde in einem Jahr oder in zweien immer noch digital stattfinden - würdest du ein „digitales Auslandssemester“ eventuell in Betracht ziehen?

    Nein, es geht mir nicht hauptsächlich um die Kurse, die an der Universität in Beja angeboten werden – dann würde ich so etwas eventuell in Betracht ziehen. Bei mir steht die soziale und kulturelle Erfahrung in einem anderen Land im Vordergrund. Diese während eines Onlinesemesters zu machen, ist einfach nicht wirklich möglich.

    Wie wirkt sich die aktuelle Situation und die Verschiebung deines Auslandssemesters auf dein weiteres Studium aus?

    Im Moment kann ich viele Kurse nicht machen, weil sie praktisch sind und deshalb nicht stattfinden konnten. Nächstes Semester studiere ich dann „normal“ weiter und kann mir eventuell mehr anrechnen lassen als das im Auslandssemester der Fall gewesen wäre. Aber, wenn ich den Aufenthalt dann in einem Jahr nachhole, wäre das nicht mehr in der Mitte, sondern am Ende meines Studiums. Die Frage ist, wie viel Sinn das vom Studium an sich machen würde, falls ich dann keine Kurse mehr brauche, um mein Studium abzuschließen. Trotzdem würde es sich wegen der Erfahrungen lohnen, die ich dort machen kann. Ich hoffe, man darf das - noch ein paar Zusatzkurse belegen, auch wenn man offiziell keine Kurse mehr braucht.

    Was würdest du anderen Studierenden raten, die sich in einer ähnlichen Situation befinden wie du?

    Das finde ich schwierig zu beantworten, weil sich solche Situationen im Endeffekt immer unterscheiden. Ich denke, dass es im Moment Sinn macht, sich nicht zu sehr auf eine Sache festzulegen, einfach, weil unklar ist, wie sich die Situation weiterentwickelt. Im Zweifelsfall würde ich mich bei der Partneruni erkundigen und im International Office nachfragen, ob es Neuigkeiten gibt. Ich fürchte aber, dass sich nicht viel machen lässt und die beste Strategie ist, abzuwarten was passiert, die Dinge auf sich zukommen zu lassen und Ruhe zu bewahren.

     

    Instituto Politécnico de Beja
    Das IPBeja, eine Partneruni der Universität Hildesheim, befindet sich in Südportugal in der Stadt Beja. Quelle: www.ipbeja.pt

     

    ]]>
    Fachbereich 4 International Office Studiengänge Master-Studiengänge MSc Umwelt dig. Semester Pressemeldungen Startseite
    news-19522 Fri, 02 Oct 2020 12:21:47 +0200 Janis Fögele ist neuer Professor für Geographiedidaktik am Institut für Geographie https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/janis-foegele-ist-neuer-professor-fuer-geographiedidaktik-am-institut-fuer-geographie/ „Ich liebe Aha-Momente und habe Freude daran, diese weiterzugeben“, sagt Janis Fögele, der am 1. Oktober die Professur für Geographiedidaktik an der Universität Hildesheim angetreten hat. Dort wird er sich mit angehenden Lehrkräften der Frage widmen, wie geographisches Denken in der Schule gefördert werden kann. „Wie kann das, womit sich die akademische Disziplin die Welt erschließt, prinzipiell auch Lernenden mit auf den Weg gegeben werden?“, ist somit die Kernfrage seiner fachdidaktischen Lehre, die große Berührungspunkte mit der Fach- und Erziehungswissenschaft hat. Das Unterrichten - sei es in der Schule, sei es an der Hochschule - ist seine Leidenschaft. Zudem ist der 34-Jährige ein ausgesprochener „Fan“ seines Fachgebietes. „Mein Fach fasziniert mich, weil es mir hilft, die Welt zu begreifen“, sagt der Geograph und Geographie-Didaktiker.

    "Alle Mensch-Umwelt-Themen haben mit Geographie zu tun"

    „Alle Mensch-Umwelt-Themen wie die gegenwärtige Corona-Pandemie, die Klima-Krise oder das Phänomen der Migration haben mit Geographie zu tun“, betont er. „Diese Themen sind hochkomplex und können schnell überfordern. Das Fach Geographie hilft, Ordnung in diese Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft hinein zu bringen.“

    Fragen, verstehen, Erkenntnisse Anderen ermöglichen – dies sind Lebensthemen für Janis Fögele. Sein ursprüngliches Ziel war es, Geographie, Politik und Wirtschaft in der Schule zu unterrichten. Er studierte Geographie und Gesellschaftswissenschaften im Bachelor an der Universität Basel und absolvierte im Anschluss an der Universität Erlangen-Nürnberg das 1. Staatsexamen in den Fächern Geographie, Wirtschaftswissenschaften und Sozialkunde für das Lehramt an Gymnasien. Es folgten mehrere Stationen als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand und das Referendariat für das Lehramt an Gymnasien am Seminar Heidelberg, wo er mit dem zweiten Staatsexamen abschloss. In seiner gesamten Laufbahn bewegte sich der Geographie-Didaktiker zwischen Schule und Hochschule. Bis zum Ende des letzten Schuljahres war er Lehrer an einem Gymnasium in Mannheim – neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit als Akademischer Rat im Bereich Didaktik der Geographie am Institut für Geographie an der Justus-Liebig-Universität Gießen.

    Neugierde an der Welt

    Von seinen Studierenden wünscht sich Fögele Offenheit und Neugierde an der Welt sowie den Wunsch, sich stetig weiterentwickeln zu wollen. Dabei liegen ihm zwei Dinge besonders am Herzen: „Studierende sollen ein Bewusstsein für ihre eigene Fachperspektive auf die Welt entwickeln, für ihren geographischen Blick. Außerdem ist mir der professionelle Habitus meiner Studierenden als künftige Erdkunde- bzw. Geographielehrkräfte wichtig. Das bedeutet nicht zuletzt eine lebenslange Bereitschaft zum Lernen und auch zum Umlernen.“

    Fögele, der in Süddeutschland wohnt, ist sehr sportaffin, unter anderem begeisterter Kletterer. Nun freut er sich auf seine neue Wirkungsstätte Hildesheim. „Die ersten Eindrücke von der Stadt und den Menschen an der Universität waren sehr sympathisch“, sagt er und hofft, dass es bald wieder besser möglich sein wird, die Hildesheimer Kulturlandschaft kennenzulernen.

    Professor Dr. Janis Fögele ist ab dem 1. Oktober für Studierende voraussichtlich immer mittwochs von 12 bis 13 Uhr unter Telefon: (05121) 883-40916 erreichbar.

    Text: Gabriele Gerner

     

    ]]>
    Pressemeldungen
    news-19520 Fri, 02 Oct 2020 09:06:26 +0200 Staatsauftrag „Kultur für alle“: Kulturvermittlung in der DDR Einladung zur Tagung und zur Präsentation der Forschungspublikation https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/staatsauftrag-kultur-fuer-alle-kulturvermittlung-in-der-ddr-einladung-zur-tagung-und-zur-praesenta/ 30 Jahre deutsche Einheit: Auf welche Weise wurde in der DDR versucht, über betriebliche Kulturarbeit Kunst und Kultur in den Alltag der Bevölkerung zu integrieren? Gelang es auch, nicht kunstaffine Werktätige aus wenig bildungsorientierten Schichten für „ernste Kultur“ zu interessieren? Welche Freiräume und welche Begrenzungen gab es in der künstlerischen und kulturellen Arbeit? Diese und weitere Fragen stehen im Zentrum der Tagung „Kulturelle Teilhabe und Kulturvermittlung in der DDR – Impulse für die Gegenwart“ der Friedrich-Ebert-Stiftung, der Universität Hildesheim und der Zentral- und Landesbibliothek Berlin. Die Tagung findet am Donnerstag, 29. Oktober 2020, von 10.00 bis 19.00 Uhr, in der Berliner Stadtbibliothek, Breite Straße 30 – 36, 10178 Berlin statt und kann online und live besucht werden kann. (Anmeldekontakt siehe unten)

    Dabei präsentieren Prof. Dr. Birgit Mandel und Dr. Birgit Wolf ihre Forschungspublikation „Staatsauftrag „Kultur für alle - Ziele, Programme und Wirkungen kultureller Teilhabe und Kulturvermittlung in  der DDR“ (diese erscheint im Oktober im Transcript Verlag Bielefeld).

    Birgit Mandel ist Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Kulturpolitik und Professorin für Kulturmanagement und Kulturvermittlung an der Universität Hildesheim

    Birgit Wolf ist Kulturwissenschaftlerin und Lehrbeauftragte am Institut für Kulturpolitik an der Universität Hildesheim


    Der Inhalt der Forschungspublikation:

    Durch den staatlichen Auftrag, „Kultur für alle“ als Teil sozialistischer Persönlichkeitsentwicklung zu garantieren, wurden in der DDR in einem engmaschigen System mit beträchtlichen finanziellen und personellen Ressourcen niedrigschwellige und sozialräumlich verankerte Aktivitäten der Kulturvermittlung etabliert: vom Kindergarten über die Betriebe bis in die staatlichen Wohnanlagen und die Kulturhäuser auf den Dörfern. Vor allem über die betriebliche Kulturarbeit sollten alle Menschen in ihrem Alltag als Rezipienten und Produzenten von Kunst und Kultur erreicht werden. Das sogenannte „künstlerische Volksschaffen“ wurde als Massenbewegung ausgebaut, anfänglich sogar mit der Perspektive, die Grenzen zwischen Laienkunstschaffen und professionellem Kunstschaffen zunehmend aufzulösen.

    „Die Förderung der Künste, der künstlerischen Interessen und Fähigkeiten aller Werktätigen und die Verbreitung künstlerischer Werke und Leistungen sind Obliegenheiten des Staates und aller gesellschaftlichen Kräfte. Das künstlerische Schaffen beruht auf einer engen Verbindung der Kulturschaffenden mit dem Leben des Volkes“, so formulierte die Verfassung der DDR den staatlichen Auftrag einer „Kultur für und von allen“.


    Die Fragestellung:

    Auf welche Weise, mit welchen Strukturen, Formaten und welchem Verständnis von Kulturvermittlung und kultureller Bildung wurde in der Kulturpolitik der DDR versucht, Kunst und Kultur der breiten Bevölkerung und v.a. den Arbeitern und Bauern zugänglich zu machen? Wurden Ziele einer „Kultur für alle und von allen“ erreicht? Gelang es, auch nicht kunstaffine Werktätige aus wenig bildungsorientierten Schichten zum einen für sogenannte Hochkulturformen zu interessieren, zum anderen sie zum eigenen künstlerisch-kreativen Schaffen zu motivieren?

    Inwieweit verhinderte die ideologische Funktionalisierung kultureller Arbeit als sozialistische Persönlichkeitsbildung kulturelle Selbstbildungsprozesse? Welche Freiräume gab es in den Künsten und der kulturellen Arbeit? Und welche Impulse lassen sich aus den Erfahrungen der DDR Kulturarbeit für aktuelle Diskurse zur kulturellen Teilhabe und kulturellen Bildung gewinnen?


    Das Forschungsprojekt:

    In einem Forschungsprojekt der Universität Hildesheim unter Leitung von Prof. Dr. Birgit Mandel, in das auch Studierende der Hildesheimer Kulturwissenschaften eingebunden waren, wurden diese Fragen zu Zielen, Strukturen und Wirkungen von Maßnahmen kultureller Teilhabe in der DDR aufgearbeitet auf Basis von Originaldokumenten der SED Kulturpolitik, Praxisanleitungen für Kulturfunktionäre, Studien von DDR Kultursoziologen sowie rückblickenden Analysen zur Kulturpolitik. Zentrale Erkenntnisse konnten vor allem aus 65 Interviews mit Zeitzeug_innen sowie aus 33 Interviews mit Expert_innen aus Kulturwissenschaft, Kulturvermittlung, Kulturpolitik und Kunstschaffenden gewonnen werden.


    Diskussion der Forschungsergebnisse mit prominenten Expert_innen:

    Auf der Tagung werden Ergebnisse des Forschungsprojekts präsentiert und mit Expertinnen und Experten, die in der DDR in den Bereichen Kulturvermittlung, Kulturwissenschaft, Kulturpolitik und Kunst aktiv waren, reflektiert. Unter den Gästen sind Wolfgang Thierse, Gerd Dietrich, Dieter Mühlberg, Birgit Jank, Susanne Binas-Preisendörfer. Mit Expertin_innen aus aktuellen Kontexten Kultureller Bildung und Kulturpolitik (u.a. Kerstin Hübner, Tobias Knoblich, Manja Schüle) wird darüber diskutiert, inwiefern diese Erfahrungen für die Ausgestaltung einer teilhabeorientierten Kulturpolitik der Gegenwart bieten können.

    Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung, der Landesbibliothek Berlin und der Kulturpolitischen Gesellschaft statt.


    Anmeldung:

    Die Anmeldung erfolgt per E-Mail an: Forum.kbz@fes.de
    Aufgrund Corona-bedingter Auflagen sind nur 40 Teilnehmende zur Tagung vor Ort zugelassen. Alternativ ist eine online Teilnahme an der Tagung möglich unter:
    https://www.fes.de/forum-berlin/politik-in-ostdeutschland/30-jahre-deutsche-einheit/zur-lage-der-generation


    Birgit Mandel/Birgit Wolf: Staatsauftrag „Kultur für alle“ - Ziele, Programme und Wirkungen kultureller Teilhabe und Kulturvermittlung in der DDR
    (Publikation erscheint im Oktober im Transcript Verlag Bielefeld)


    Kontakt zu den Autorinnen:

    Birgit Mandel, E-Mail: mandel@uni-hildesheim.de
    Birgit Wolf, E-Mail: wolfbi@uni-hildesheim.de

     

     

    ]]>
    Pressemeldungen
    news-19519 Thu, 01 Oct 2020 09:16:38 +0200 Preis für institutionelle Kulturvermittlung: Jury „ZukunftsGut“ gibt Preisträger-Einrichtungen bekannt https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/preis-fuer-institutionelle-kulturvermittlung-jury-zukunftsgut-gibt-preistraeger-einrichtungen-bekan/ Der mit insgesamt 80.000 Euro dotierte Preis für institutionelle Kulturvermittlung der Commerzbank Stiftung, entwickelt unter Leitung von Prof. Dr. Birgit Mandel, Universität Hildesheim, wird an vier Einrichtungen verliehen. Die Landesbühnen Sachsen und das Kulturforum Witten belegen den ersten Platz und teilen sich das Fördergeld in Höhe von insgesamt 50.000 Euro zu gleichen Teilen. Das Kunsthaus Dresden und das Traumschüff Potsdam teilen sich den zweiten Platz und erhalten ein Preisgeld von jeweils 15.000 Euro.

    Zum zweiten Mal wurde „ZukunftsGut“, der bislang höchst dotierte Preis für institutionelle Kulturvermittlung, verliehen. Entwickelt worden war der Preis von Prof. Dr. Birgit Mandel, Leiterin des Studiengangs Kulturvermittlung an der Universität Hildesheim, in Kooperation mit der Commerzbank-Stiftung.

    Mit 121 Bewerbungen gab es erneut eine hohe Resonanz. 21 Bewerbungen standen auf der Shortlist.

    Der Preis würdigt die strategische Kulturvermittlung in Kulturinstitutionen, die sich im weitesten Sinne mit kulturellem Erbe befassen.

    Die Entwicklung des ZukunftsGut-Preises:

    Erstmals im Europäischen Kulturerbejahr 2018 ausgerufen, werden mit dem ZukunftsGut-Preis für institutionelle Kulturvermittlung Kultureinrichtungen ausgezeichnet, die Kulturvermittlung als organisationsübergreifende Gesamtstrategie begreifen, um neue Perspektiven auf ihre Gegenstände „kulturellen Erbes“ im weitesten Sinne zu entwickeln und sich pro-aktiv zu öffnen für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen. Anders als bei anderen Preisen der Kulturellen Bildung werden also nicht nur beispielhafte Projekte ausgezeichnet, sondern Gesamtstrategien für Vermittlung als Kernfunktion und damit verbundenen institutionellen Transformationsprozessen.

    2020 haben sich insgesamt 121 Einrichtungen beworben, genau so viele wie bereits 2018. „Auffällig ist im Vergleich zu 2018, dass die Bewerbungen noch qualifizierter waren und dass vieles, was damals noch als herausragend galt - dauerhafte Partnerschaften mit Schulen, Ansprache vielfältiger Bevölkerungsgruppen, Outreach, partizipative Projekte - inzwischen Standard in vielen Häusern ist. Dies zeigt die sehr dynamische Entwicklung in der Kulturvermittlung“, sagt Prof. Dr. Birgit Mandel, Leiterin des Studiengangs Kulturvermittlung an der Universität Hildesheim.

    „Um so wichtiger ist es nun, strukturelle Entwicklungen von Kulturorganisationen zu fördern, mit denen eine neue Programmatik und stärkere Teilhabeorientierung verstetigt werden“, betont Mandel. „Denn vor allem klassische Kultureinrichtungen des kulturellen Erbes mit langer Tradition stehen vor der Herausforderung, ihre eingespielten Arbeitsweisen und Programme angesichts der Pluralisierung der Gesellschaft und der damit verbundenen Diversifizierunng kultureller Interessen in der Gesellschaft zu hinterfragen.“

    Auch fiel auf, dass die Bewerbungen insgesamt deutlich professioneller und geschult waren im Diskurs der Kulturvermittlung, was auch damit zusammen hängt, dass in vielen Kultureinrichtungen inzwischen Absolvent*innen der Kulturvermittlungsstudiengänge tätig sind. Insofern fiel es der Jury in diesem Jahr noch schwerer als 2018 zu entscheiden, wo Einrichtungen ihre Strukturen nachhaltig so aufgestellt haben, dass Kulturvermittlung eine Kernaufgabe ist, die auch zu institutionellen Transformationsprozessen führt, Vielfalt in den Einrichtungen selbst gelebt wird und zugleich neue, innovative Programme und Formate entwickelt werden in Auseinandersetzung mit unterschiedlichen (neuen) Publikums- und Bevölkerungsgruppen.

    Vor allem die 21 Kulturinstitutionen auf der Shortlist lagen qualitativ sehr eng beisammen, weswegen die Jury entschied, die erste und zweite Platzierung doppelt zu vergeben und damit in diesem Jahr vier Einrichtungen den Preis zu verleihen:

    Das Fördergeld des ersten Preises in Höhe von insgesamt 50.000 Euro geht zu gleichen Teilen aufgeteilt auf die Landesbühnen Sachsen und das Kulturforum Witten. Der zweite Preis in Höhe von jeweils 15.000 Euro geht an das Kunsthaus Dresden und das Traumschüff Potsdam.


    Die Preisträger-Einrichtungen des Jahres 2020:

    Dabei stehen die Landesbühnen Sachsen mit ihrem Vier-Sparten-Programm für eine erfolgreiche Öffnung ihres Kulturangebots durch vielfältige Outreach Formate und dauerhafte Kooperationen vor allem auch in ländliche Räume. Das Theater hat dafür ein großes, verlässliches Netzwerk an unterschiedlichen Partnern entwickelt, die vor Ort aktiv in die Veranstaltungen und die Kulturvermittlungsarbeit eingebunden werden. Durch partizipative Projekte an den verschiedenen Aufführungsorten werden vielstimmige Programme entwickelt und Regionen gestärkt, die sonst kaum eine öffentliche Stimme haben.

    Das Kulturforum Witten überzeugte die Jury insbesondere unter dem Aspekt der strukturellen Veränderungsorientierung. In einem Zukunftslabor werden die kommunalen Kultureinrichtungen befähigt, im engen, intergenerationalen und interkulturellen Austausch mit der Bevölkerung kulturelle Stadtentwicklung voran zu bringen. Instrumente sind u.a. ein Capacity Programm für Mitarbeitende in Kultureinrichtungen und Kulturverwaltung zur kollaborativen Entwicklung einer neuen Organisationskultur  in den Einrichtungen.  

    Dabei wird vor allem Digitalität als Kulturtechnik in einer mittelgroßen Kommune neu gedacht und vermittelt, gerade auch an Ältere. Im Zentrum steht die Frage, wie man in einer Stadtgesellschaft in Kooperation von Kultureinrichtungen, Kulturpolitik und Bevölkerung gemeinsam das kulturelle Leben weiter entwickeln kann.

    Auch das Kunsthaus Dresden als kleine, agile Organisation verortet sich mitten in der Stadtgesellschaft und schafft dort eine Plattform für aktive Auseinandersetzung und Teilhabe an den Fragen, die die Bevölkerung aktuell bewegen. Dabei verfolgt das Haus einen kollaborativen Kulturvermittlungsansatz, der sowohl freie Künstler_innen und vielfältige Vereine und Bevölkerungsgruppen einbezieht. Kuration und Vermittlung greifen ineinander, viele der Kunst- Präsentationen finden im öffentlichen Stadtraum statt. Unter dem Titel „Nachbarschaften“ ist das Kunsthaus Teil eines Community Building Projekts von Bürgergruppen, Geschichtsvereinen, Kulturschaffenden, die an Zukunftsfragen für städtisches Zusammenleben in Dresden arbeiten.

    Beispielhaft für die mutige Entwicklung von mobilen Räumen der kulturellen Produktion und Bildung ist schließlich das Traumschüff Potsdam. Mit einem Katamaran besucht das genossenschaftlich organisierte kleine Theater in der Tradition der Wanderbühnen die Menschen auf dem Brandenburger Land über die Havel. Eine hohe Nahbarkeit gepaart mit enormer künstlerischer Kreativität bieten Menschen, die oftmals weniger Berührung mit Kunst und Kultur haben, die Chance, künstlerische und performative Prozesse zu erleben, die sich mit ihren regionalen Themen befassen. Ein direkter Austausch mit den Zuschauern inspiriert dabei die Wanderbühne auf dem Wasser zu neuen Stücken und Vermittlungsformaten. Die Stücke und Inszenierungen haben den Anspruch, sowohl verständlich für ein theaterfernes Publikum als auch vielschichtig und überraschend für ein theatererfahrenes Publikum zu sein.

    Anhang:

    Shortlist 2020, 21 Einrichtungen
    •    Badisches Landesmuseum Karlsruhe
    •    Badisches Staatstheater
    •    Berliner Ensemble
    •    Düsseldorfer Schauspielhaus
    •    Konzerthaus Berlin
    •    Kulturforum Witten
    •    Kunsthalle Emden
    •    Kunsthalle Tübingen
    •    Kunsthaus Dresden
    •    Lab Bode Berlin
    •    Landesbühnen Sachsen
    •    Münchner Kammerspiele
    •    Museum der bildenden Künste Leipzig
    •    Nationaltheater Mannheim
    •    Niedersächsisches Staatstheater
    •    Schauspiel Stuttgart
    •    Staatsoper Stuttgart
    •    Theater Erlangen
    •    Traumschüff Potsdam
    •    Wilhelm-Hack Museum
    •    Zimmertheater Tübingen

    Jury-Mitglieder:
    •    Inez Boogaarts, Geschäftsführerin Poetry International Rotterdam
    •    Tom Braun, Geschäftsführer der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung
    •    Teresa Darian, Verantwortliche kulturelle Bildung in der Kulturstiftung des Bundes  
    •    Marc Grandmontagne, Vorstand Deutscher Bühnenverein
    •    Astrid Kießling-Taşkın, Vorständin Commerzbank-Stiftung
    •    Stefanie Reiter, Baukulturvermittlerin und Vorsitzende Arbeitskreis Kulturerbevermittlung des Bundes)
    •    David Vuillaume, Geschäftsführer Deutscher Museumsbund
    •    Birgit Mandel (fachliche Leitung), Professorin für Kulturvermittlung an der Universität Hildesheim und Stiftungsratsmitglied der Commerzbank-Stiftung

    Rückblick Preisträger Einrichtungen 2018:

    Verliehen wurde der erste Preis 2018 an das Staatsschauspiel Dresden als „Erfinder“ der Bürgerbühne, die sich als neue, eigene Sparte im Stadt- und Staatstheatersystem zu etablieren beginnt. Seit 2009 verhandeln Bürger_innen unterschiedlicher Generationen, Berufe und sozialer Herkunft am Staatsschauspiel Dresden Themen, die sie gemeinsam mit theatralen Mitteln bewegen, und präsentieren diese mit hoher Publikumsresonanz auf der großen Bühne. Menschen begegnen sich, die im normalen Leben kaum Berührungspunkte haben. Mit den Produktionen, in die alle Abteilungen des Theaters involviert sind, verändern sich nicht nur das Programm und das Publikum, sondern auch die Organisationskultur des Theaters.

    Den zweiten Preis erhielt das Historische Museum in Frankfurt, das sich mit der Mission „Frankfurt Jetzt!“ konsequent für gegenwärtige Fragen der Stadtbevölkerung in einer Einwanderungsgesellschaft öffnet und diese aktiv einbezieht in die Konzeption seiner Ausstellungen. Auch die Sammlung und die Dauerausstellung werden kommentiert und ergänzt durch Beteiligung der Bürgerschaft, etwa gemeinsam mit Frankfurter*innen mit Migrationserfahrung. Gleichzeitig erweitert das Museum seine Präsentationen in den öffentlichen und den digitalen Raum.

    Der dritte Preis ging an das Theater Oberhausen, das exemplarisch ist für die Suche eines Stadttheaters nach einer neuen Bedeutung als Treffpunkt für vielfältige Gruppen einer Stadtgesellschaft. Diese können den Theater-Ort für eigene Projekte und Präsentationen nutzen, und umgekehrt geht das Theater in vielen Projekten in den öffentlichen Raum, um mit der Bevölkerung in direkten Austausch zu kommen. Auch in seiner eigenen Personalpolitik öffnet sich das Theater für eine diverse Mitarbeiter*innenschaft und versucht, diese in neuen Teamstrukturen stärker in die Verantwortung für die Entwicklung neuer Projekte einzubeziehen.

     

     

    ]]>
    Pressemeldungen
    news-19508 Tue, 29 Sep 2020 13:07:00 +0200 Corona-Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche: Wissenschaftler fordern ad-hoc-Kommission mit jungen Menschen https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/corona-auswirkungen-auf-kinder-und-jugendliche-wissenschaftler-fordern-ad-hoc-kommission-mit-jungen/ Der Forschungsverbund „Kindheit – Jugend – Familie in der Corona-Zeit“ hatte im Mai 2020 die beiden bundesweiten Studien JuCo („Wie erleben Jugendliche die Corona-Krise?“) und KiCo („Wie ist der Familienalltag in Zeiten der Coronavirus-Pandemie?“) veröffentlicht. Basierend auf den Ergebnissen dieser Studien publiziert der Forschungsverbund nun seine politischen Handlungsempfehlungen und seine Forderung nach einem Nachteilsausgleich für Kinder, Jugendliche und Familien. Der Forschungsverbund „Kindheit – Jugend – Familie in der Corona-Zeit“ besteht aus Forscher_innen der Universität Hildesheim und der Universität Frankfurt in Kooperation mit der Universität Bielefeld. Ergebnisse der JuCo- und KiCo-Studie sind veröffentlicht unter t1p.de/studien-corona.

    Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene erlebten und erleben erhebliche Einschränkungen durch die Pandemie und darauf bezogene Maßnahmen. Sie waren in ihren Rechten auf Schutz, Beteiligung und Förderung zeitweise eingeschränkt worden und fühlten sich in der Öffentlichkeit und bei Entscheidungsträger_innen nicht wahrgenommen, beziehungsweise auf die Rolle als „Homeschooler_innen“ oder „Regelbrecher_innen“ reduziert. Ihre Ängste,
    Unsicherheiten und Zukunftssorgen, Ihre Einschränkungen im sozialen Bereich und die massiven Änderungen im Bildungsbereich, denen sie mit großer Flexibilität begegnen mussten, fanden in ihren Augen wenig Beachtung.

    „Ein Jahr im Alltag von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen hat starkes Gewicht“

    „Im Vergleich zu älteren Erwachsenen hat ein Jahr im Alltag von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen stärkeres Gewicht in Hinblick auf die soziale, qualifikatorische, körperliche und persönliche Entwicklung“, sagt Anna Lips, Forscherin am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim. „Deshalb sind junge Menschen von den Maßnahmen zum Pandemieschutz und deren Folgen besonders betroffen.“

    Um die Nachteile abzufedern, die die Pandemie und ihre Schutzmaßnahmen der jungen Generation beschert haben und weiterhin bescheren, und um den unterschiedlichen Problemen der sehr heterogenen Situationen in den Familien zu begegnen, empfehlen die Forscher_innen die Einrichtung einer ad-hoc-Sachverständigen-Kommission
    unter Beteiligung von jungen Menschen, eingesetzt von der Bundesregierung.

    Diese soll noch in diesem Jahr einen Maßnahmenkatalog für den Nachteilsausgleich in Bezug auf Kindheit, Jugend und das junge Erwachsenenalter erarbeiten und im Zuge einer Bedarfserhebung einen Bericht zu den Folgen der Pandemie für junge Menschen erstellen. Die Kommission sollte durch das Bundesjugendkuratorium beraten und von einer Forschungseinrichtung unterstützt werden.

    Wohlwissend, dass die Lebenskonstellationen, Ressourcen und familiären Situationen hochgradig unterschiedlich sind, definieren die Forscher_innen folgende Kernbereiche, in denen sie kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen für notwendig halten, um die Situation für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zu verbessern:

    -    Umsetzung der Schutz-, Beteiligungs- und Förderrechte von jungen Menschen auch in Zeiten einer Pandemie (Prüfung, wie krisenfest die aktuellen Formate sind)

    -    Weiterentwicklung der Digitalisierung und der Infrastrukturen, um die Teilhabe von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien zu verbessern

    -    Verbesserung der Absicherung von jungen Menschen in prekären Lebenslagen (Sicherstellen, dass beispielsweise junge Wohnungslose, junge Menschen in Einrichtungen stationärer Erziehungshilfen, Ein-Eltern-Familien und junge Geflüchtete durch die Pandemie nicht weiter sozial benachteiligt werden)

    -    Beratung und soziale sowie materielle Unterstützung junger Menschen (beispielsweise technische Geräte, finanzielle Unterstützung)

    -    Nachhaltige Bildungsplanung und -förderung (Unterstützung beim Nachholen von Qualifikationen, Auslandserfahrungen, Praktika oder dem Übergang ins Arbeitsleben)

    -    Sicherstellung von Information und Beratung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene und Abbau bürokratischer Hürden

    -    Sicherstellung des professionellen sozialen Kontakts zu Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen vor Ort

    -    Sicherstellung, dass Hygiene- und Quarantäne-Maßnahmen mit Kinderschutz korrespondieren

     

    Link zum Papier der Forscher_innen

    Das komplette Papier ist zu finden unter https://doi.org/10.18442/151


    „Insgesamt ist davon auszugehen, dass die nachhaltige Bearbeitung der Folgen der Pandemie in Kindheit, Jugend und dem jungen Erwachsenenalter erst noch beginnen muss und dafür eine Struktur geschaffen werden muss, die auch über die Krise hinaus die Folgen sozial ausgleicht“, sagt Tanja Rusack vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim.

    Der Forschungsverbund „Kindheit – Jugend – Familie in der Corona-Zeit“

    Der Forschungsverbund setzt sich zusammen aus dem Institut für Sozial- und Organisationspädagogik an der Universität Hildesheim und dem Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung an der Universität Frankfurt in Kooperation mit der Universität Bielefeld. Zum Forscher_innen-Team gehören aktuell Sabine Andresen, Anna Lips, Renate Möller, Tanja Rusack, Wolfgang Schröer, Severine Thomas, Johanna Wilmes.

    Kontakt zum Forscher_innen-Team der Universität Hildesheim

    Dr. Tanja Rusack, E-Mail: tanja.rusack@uni-hildesheim.de
    Dr. Severine Thomas, E-Mail: severine.thomas@uni-hildesheim.de 

    ]]>
    Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-19513 Mon, 28 Sep 2020 17:35:36 +0200 Studieren in der Pandemie: Wie erlebten Studierende das digitale Semester? https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/studieren-in-der-pandemie-wie-erlebten-studierende-das-digitale-semester/ Online-Vorlesungen und Video-Chat statt Präsenzveranstaltungen, geschlossene Mensen, Sport- und Kulturzentren, leere Bibliotheken und Studentenwohnheime. Die Pandemie hatte diverse Auswirkungen auf die Gesamtsituation der Studierenden. Wie haben Studierende in Deutschland das digitale Sommer-Semester 2020 bewältigt und wie haben sie den durch die Pandemie veränderten Studienalltag erlebt? Dies untersuchte ein Forschungsteam der Universität Hildesheim in der bundesweiten qualitativen Online-Befragung Stu.diCo., an der über 3.000 Studierende teilnahmen. Die Forscher_innen analysierten die Daten von 2.350 Studierenden.


    Die Studie Stu.diCo.


    Für die Studierenden in Deutschland beginnt schon bald das Wintersemester 2020/21 und damit das zweite Semester unter Pandemie-Bedingungen. Dies bedeutet vielerorts, dass für die Studierenden ein weiteres digitales Semester stattfinden wird.

    Der veröffentliche Bericht der Online-Befragung Stu.diCo. präsentiert erste Ergebnisse und deskriptive Befunde, welche für die weitere digitale Ausgestaltung der Hochschulstudiengänge genutzt werden können. Darüber hinaus haben die Forscher_innen die zahlreichen offenen Antworten der Teilnehmenden analysiert. Ziel war es, möglichst schnell erste Befunde noch vor dem Start des Wintersemesters zu veröffentlichen, um diese in die Gestaltung des Studiums im Wintersemester 2020/21 einfließen zu lassen. Anschließend gilt es, die Ergebnmisse in den Forschungsstand der Hochschulforschung einzuordnen.


    Wohlbefinden, Sorgen, Ängste und Motivation

    Stu.diCo. setzt sich von Untersuchungen ab, die vor allem auf die Evaluation der digitalen Lehre und die technische Ausstattung sowie die damit zusammenhängenden Problemlagen der Studierenden fokussieren. Dahingegen sollen mit dieser Studie auch das Wohlbefinden, die Sorgen und Ängste, die Studienmotivation und die mentale Verfassung der Studierenden betrachtet werden.


    Die Teilnehmenden

    Der Altersdurchschnitt der Befragten lag bei rund 24 Jahren. Nur 5,5 Prozent der Befragten gaben an, über 30 Jahre alt zu sein. Somit ist Stu.diCo. eine der wenigen Studien in Deutschland, die sich explizit auf das junge Erwachsenenalter beziehen. Von den Befragten waren 70,7 Prozent Bachelor-Studierende und 24,4 Prozent Master-Studierende. Am stärksten vertreten waren Studierende aus Niedersachsen (56,7 Prozent) und Bayern (16,6 Prozent).


    Die prägnantesten Ergebnisse

    „Es gibt nicht die typische Studentin oder den typischen Studenten – entsprechend unterschiedlich fallen die Bewertungen zum digitalen Studieren und zur Änderung des Lebensalltags aus“, sagt Dr. Severine Thomas, Teil der fünfköpfigen Forschungsgruppe von Stud.diCo am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim.

    Höhere Arbeitsbelastung durch digitales Studieren
    Allgemein beurteilten 72,4 Prozent der befragten Studierenden die Arbeitsbelastung im digitalen Semester als höher im Vergleich zum Präsenzsemester.

    Noch ein weiteres digitales Semester?  Bitte nicht!
    Die Vorstellung, noch ein weiteres Semester digital zu studieren, beurteilten 59,4 Prozent der Befragten als schlecht. Die Frage, ob sie ihr Studium um ein Semester verlängern würden, wenn dies kostenneutral wäre, beantworteten knapp über 50 Prozent mit „Ja“.

    Herausforderungen in der Home-Learning-Situation
    Als belastende Faktoren nannten die Studierenden unter anderem die fehlende Infrastruktur der Hochschule (Mensa, Bibliothek etc.), der fehlende persönliche Kontakt zu anderen Studierenden, die Notwendigkeit, sich um andere Familienmitglieder kümmern zu müssen und/oder den fehlenden Platz zum ungestörten Arbeiten. Auch Einsamkeit, Ablenkung, technische Einschränkungen sowie die fehlende persönliche Betreuung durch die Lehrenden wurden als Hürden des digitalen Lernens aufgeführt.

    Chancen des Digitalen Lernens
    Als positiv bewerteten die Befragten die Zeitersparnis durch wegfallende lange Anfahrtswege zum Studienort, mehr Flexibilität in der Arbeitsgestaltung und das Kennenlernen neuer digitaler Angebote.

    Finanzielle Situation
    Bei mehr als der Hälfte der Befragten (52 Prozent) wirkte sich die Pandemie finanziell nicht aus. 37 Prozent der Befragten gab an, weniger Geld als vorher zur Verfügung zu haben. Knapp 44 Prozent der Studierenden gaben jedoch an, dass sie sich um die Finanzierung ihres Studiums insgesamt sorgen.

    Sozial entleerter Studienalltag
    Fast alle Studierende beklagten den Stillstand des sozialen und kulturellen Austauschs. 79 Prozent der Befragten vermissen das Campusleben. 85,4 Prozent fehlt der Kontakt zu anderen Studierenden. Die Hälfte der Teilnehmenden vermisste sehr die Möglichkeit, Lehrende anzusprechen.

    Doch nicht alle Studierenden litten gleichermaßen unter diesen Einschränkungen. Die Bewertungen rangierten von Aussagen wie „Das digitale Semester ist eines der besten, das ich je hatte, in Bezug auf meinen Lernfortschritt und das Vorankommen im Studium.“ bis zu „Ich habe durch die online Lehre meinen Spaß an meinem Studium verloren.“


    Das Ergebnispapier

    Das Paper „Stu.diCo. – Studieren digital in Zeiten von Corona – Erste Ergebnisse der bundesweiten Studie Stu.diCo.“ von Anna Traus, Katharina Höffken, Severine Thomas, Wolfgang Schröer und Katharina Mangold finden Sie unter https://dx.doi.org/10.18442/150


    Kontakt zum Forschungsteam der Studie Stu.diCo.

    Dr. Severine Thomas und Anna Traus
    Universität Hildesheim
    Institut für Sozial- und Organisationspädagogik
    E-Mail: severine.thomas@uni-hildesheim.de / anna.traus@uni-hildesheim.de

    Projektteam CareHOPe:
    Prof. Dr. Wolfgang Schröer, Dr. Severine Thomas, Dr. Katharina Mangold, Anna Traus und Katharina Höffken

     

     

     

    ]]>
    Sozial- und Organisationspädagogik Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-19491 Thu, 24 Sep 2020 14:09:12 +0200 „Es lohnt sich, sich an die Uni zu wenden“ https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/es-lohnt-sich-sich-an-die-uni-zu-wenden/ Die Studentin Theonymfi Dryleraki berichtet, wie sie das digitale Sommersemester in Hildesheim verbrachte und wie sie die Zeit hier erlebte. Theonymfi kommt ursprünglich aus Griechenland, wo sie auch ihr Bachelorstudium absolviert hat. Im Jahr 2018 verbrachte sie ein Auslandssemester in Hildesheim, was ihr so gut gefiel, dass sie sich direkt hier für den Master bewarb. Nun studiert sie seit dem Sommersemester 2019 „Medientext und Medienübersetzung“ an der Universität Hildesheim. Mara Schrey befragte die Studentin. Theonymfi, du warst während des digitalen Semesters in Hildesheim?

    Ja genau, als die Pandemie anfing, war ich schon in Hildesheim. Ich bin dann hier in meinem Zimmer im Wohnheim geblieben.

    Wie hast du die Zeit dort erlebt?

    Im Wohnheim war es leer. Niemand war da. Auf meiner Etage wohnten nur ich und ein Mitbewohner, dabei sind wir normalerweise zu fünft. Auch in der ganzen Uniregion war zu spüren, dass keine Studierenden vor Ort waren. Mittlerweile sind wieder ein paar zu sehen, aber immer noch vergleichsweise wenige.

    Wie hast du den Beginn der Corona-Pandemie erlebt?

    Es ging alles so schnell, dass ich das gar nicht glauben konnte. Mein Freund wohnt in einer anderen Stadt und war an dem Wochenende bei mir zu Besuch. Er konnte nicht nach Hause zurückreisen, weil alle Bus- und Zugfahrten storniert wurden. Das war so merkwürdig und hat mich wirklich erschreckt. Wir haben dann zu zweit in meinem kleinen Wohnheimzimmer gewohnt. Das war nicht gerade ideal, aber wir haben uns angepasst. Insgesamt war die Situation einfach super chaotisch.

    Dass die Grenzen geschlossen wurden, war in den ersten Tagen schon schlimm. Ich habe mich zwar dafür entschieden, nicht nach Griechenland zu reisen, auch, weil meine Angst vor der Situation am Flughafen zu groß war, aber so hatte ich nicht mal mehr die Möglichkeit dazu. In Hildesheim zu bleiben war für mich und meine Familie aber im Endeffekt die beste Option. Zumindest war ich nicht allein, das war wichtig.

    Wie sah dein Alltag vor der Pandemie aus und wie hat er sich verändert?

    Vor der Pandemie bin ich täglich ausgegangen und habe Freund_innen an der Uni getroffen. Mit denen war ich jeden Tag in der Bibliothek, weil ich mich dort einfach besser konzentrieren kann. Normalerweise buchen wir dort Räume, sodass wir zusammen lernen können. Das war immer toll. Als die Pandemie anfing, war ich auf jeden Fall einsamer, weil ich meine Freunde gar nicht sehen konnte – und meine Familie sowieso nicht. Natürlich war alles geschlossen, auch die Bibliothek, was ein großes Problem war. Die meisten meiner Lehrveranstaltungen fanden live über Big Blue Button statt. Ich habe dann von Zuhause aus daran teilgenommen.

    Vor welchen Herausforderungen standest beziehungsweise stehst du aufgrund der Situation?

    Wir - und ich glaube auch, die meisten anderen Studierenden -hatten während der Woche mehr Aufgaben für die einzelnen Seminare zu bewältigen als vor der Pandemie. Die meisten Dozierenden gaben uns zusätzliche Aufgaben. Ich hatte nur wenige Kurse, aber trotzdem wirklich sehr viel zu tun, besonders am Ende der Vorlesungszeit.
    Für mich war es besonders schwierig, nicht in die Bibliothek gehen zu können, wo ich normalerweise viel recherchiere. Nur wenige Bücher, die ich brauchte, waren online verfügbar.

    Ich persönlich hatte auch oft technische Störungen während der Onlineseminare. Manches konnte ich deshalb akustisch nicht verstehen. Öfter stürzte zum Beispiel Big Blue Button ab, ich flog aus der Sitzung und musste mich wieder neu einwählen. Auch die Kommunikation mit den anderen Studierenden war ganz anders, weil wir uns nicht persönlich treffen konnten. Sie lief stattdessen über Zoom oder WhatsApp. Wir mussten darüber ganze Präsentationen vorbereiten, was ich auch sehr herausfordernd fand. Den Menschenkontakt habe ich wirklich vermisst und besonders meine Freund_innen.

    Wie bist du mit diesen Herausforderungen umgegangen?

    Ich habe viel Zeit ins Selbststudium investiert. Dafür habe ich andere Internetquellen zu Hilfe genommen, wie zum Beispiel Tutorials oder wissenschaftliche Arbeiten. Besonders in Seminaren, in denen nur Präsentationen fürs Selbststudium hochgeladen wurden, war das notwendig. Das war schwierig und hat mich teilweise auch geärgert. Im Endeffekt konnte ich aber alle Fristen einhalten und alle Hausarbeiten abgeben.

    Was hat dir dabei geholfen?

    Es war gut, dass die meisten meiner Lehrveranstaltungen live über Big Blue Button stattfanden und ich zu einer bestimmten Zeit anwesend sein musste. Es war hilfreich, dort mit Dozierenden und anderen Studierenden in Kontakt zu treten.

    An wen konntest du dich bei Schwierigkeiten wenden?

    Die Dozierenden haben uns sehr unterstützt, wofür ich wirklich dankbar bin. Für ein Untertitelungsseminar, ein praxisnahes Seminar, benötigten wir eine bestimmte Software, die normalerweise nicht für jede einzelne Person zur Verfügung gestellt wird. Unsere Dozentin Frau Dr. Jaki hat sich dafür eingesetzt, dass wir alle eine Lizenz für diese Software bekommen. Sie hat uns auch geholfen, wenn wir Schwierigkeiten mit dem Programm hatten und ist individuell auf uns eingegangen. Das war wirklich toll. Unterstützt hat mich auch das International Office, wo ich einen Minijob habe. Von dort habe ich zu Beginn der Pandemie die wichtigsten Informationen erhalten, genauso wie vom AStA. Ich fühlte mich auf jeden Fall unterstützt und hatte nicht das Gefühl, der Situation hilflos gegenüberzustehen.  

    Wie hast du das digitale Semester rückblickend insgesamt erlebt?

    Insgesamt habe ich das Semester eher als negativ erlebt. Es war eine neue und einzigartige Erfahrung, die mit einigen Herausforderungen verbunden war. Ich fand es anstrengender als ein Präsenzsemester. Mir hat es aber gezeigt, dass es tatsächlich möglich ist, von Zuhause aus zu studieren. Am Anfang konnte ich mir das nicht vorstellen. Ich wusste nicht, wie das bei praktischen Kursen möglich sein soll, aber rückblickend kann ich sagen, dass ich wirklich etwas gelernt habe. Ohne besonderen Einsatz von Studierenden und Dozierenden, wie zum Beispiel von Frau Jaki, wäre dies aber nicht möglich gewesen.

    Gibt es deiner Meinung nach auch Vorteile der digitalen Lehre?

    Positiv an der digitalen Lehre ist, dass man nicht so früh aufstehen muss wie sonst. Ich habe mir einfach eine halbe Stunde vor einem Seminar den Wecker gestellt und bin Zoom beigetreten. Manchmal konnte ich auch mehrere Dinge gleichzeitig kombinieren, beispielsweise einem Dozenten zuhören und zu dem Gesagten etwas im Internet recherchieren. Wenn Themen aufkamen, die für mich nicht relevant waren, habe ich an einer anderen Aufgabe gearbeitet und so ein bisschen Zeit gespart. Das war wirklich praktisch. Klasse fand ich auch, dass uns so viele Materialien online zur Verfügung gestellt wurden.

    Was denkst du darüber, dass das nächste Semester ebenfalls digital stattfinden wird?

    Wenn es eine Wahl gäbe, würde ich ein Präsenzsemester bevorzugen, unter anderem weil es weniger anstrengend ist als ein digitales Semester. Im Präsenzsemester ist zudem ein Dialog zwischen Dozierenden und Studierenden sehr viel einfacher. Dennoch finde es richtig, dass das nächste Semester digital stattfinden wird. Wenn eine zweite Krankheitswelle aufkommt, ist dies mit Blick auf die Sicherheit aller am besten. Es ist nur schade, dass es keine andere Möglichkeit gibt. Und es ergeben sich viele weitere Fragen daraus, wenn die Lehre weiterhin digital erfolgt.

    Welche Fragen sind das, die sich daraus ergeben?

    Warum sollten beispielsweise Personen aus anderen Ländern zum Studium noch hierher hinkommen? Auch ich könnte einfach von Griechenland aus studieren. Ich persönlich finde es sinnvoller, in Hildesheim zu sein, weil ich doch ab und an Dinge an der Universität erledigen muss. Andere haben diese Möglichkeit nicht, weil sie beispielsweise aufgrund der aktuellen Situation keine Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland bekommen.

    Ich persönlich mache mir nicht so viele Sorgen um meinen weiteren Studienverlauf, weil ich bald meinen Abschluss machen kann. Aber bei anderen Studierenden wurden Praktika abgesagt oder ihre Stunden in Hiwi-Jobs vermindert. Ich kann mir auch vorstellen, dass Studierende, die im nächsten Semester neu anfangen, verunsichert sind. Deshalb bin ich auch gerne Ansprechpartnerin für internationale Studierende im Rahmen meiner Stelle beim International Office. Dort unterstütze ich neue Studierende bei der Suche nach einer Unterkunft, bei rechtlichen Angelegenheiten und bei einer ersten Orientierung im Studium.

    Was würdest du anderen Studierenden in der aktuellen Situation raten?

    Passt auf euch auf. Bleibt geduldig und stark. Es lohnt sich, sich bei Schwierigkeiten an die Uni zu wenden, die sich wirklich bemüht, für uns da zu sein.

     

    Das International Office
    Das International Office ist die Anlaufstelle der Universität Hildesheim für alle Austausch- und Gaststudierende und solche, die es werden wollen. Informationen zu einem Austauschstudium während der Corona-Pandemie finden internationale Studieninteressierte in dem Corona FAQ auf der Website des International Office: https://www.uni-hildesheim.de/io/incoming/corona-faq-informationen-fuer-internationale-studieninteressierte-zur-bewerbung-fuer-das-wise-202021/

     

    ]]>
    Fachbereich 3 International Office dig. Semester Pressemeldungen Startseite
    news-19482 Tue, 22 Sep 2020 11:44:00 +0200 Your Goal - Your Action: Beratungsangebot des Green Office startet https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/your-goal-your-action-beratungsangebot-des-green-office-startet/ Wer kulturelle, soziale oder ökologische Projekte mit Nachhaltigkeitsfaktor auf die Beine stellen will, erhält fortan kostenlose Unterstützung im Green Office der Uni.
    Your Goal - Your Action, so heißt das kostenlose Beratungs- und Bildungsangebot, das die Universität Hildesheim ab Montag, 28. September, bereitstellt.  Studierende und andere Interessierte werden damit bei der Entwicklung und Umsetzung von eigenen sozialen, kulturellen oder ökologischen Projekten mit Nachhaltigkeitsfokus unterstützt.

    Die Beratung findet sowohl online als auch im Hildesheimer „Green Office“ in der Universität statt. Auf der Homepage www.uni-hildesheim.de/deinprojekt steht neben einem kostenlosen und interaktiven E-Learning-Angebot zu den Themen Projektmanagement und Nachhaltigkeit auch ein Projektkatalog mit vielen Projektideen bereit.  Die Pressestelle der Universität sprach mit der Projektkoordinatorin Sira Möller.


    Frau Möller, was machen Sie im Projekt Your Goal – Your action?

    Sira Möller: Ich arbeite als Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Nachhaltigkeitsbüro Green Office der Universität Hildesheim und bin zudem freischaffende Theaterkünstlerin. Aus meinen beiden Arbeitsbereichen bringe ich die Leidenschaft mit, Ideen in die Realität umzusetzen. Ich glaube daran, dass wir alle dazu beitragen können, unsere Gesellschaft nachhaltiger und friedlicher zu gestalten. Mit Your Goal - Your Action zeige ich Interessierten, wie das gehen kann.

    Wie kam es zu der Idee?

    Sira Möller: Im Jahr 2016 hatte ich eine Projektidee: Ich wollte ein Grünes Sommerfest in Hildesheim organisieren. Jedoch hatte ich nur wenig Zeit, kaum Geld und ich wusste nichts über administrative Abläufe. Was ich mir zu Beginn so einfach und schön vorgestellt hatte, endete in einem Desaster. Ich war überarbeitet und erreichte viel zu wenig Publikum - das war wirklich demotivierend.
    Jetzt, vier Jahre später, weiß ich, dass Projektideen auch ohne Erfahrungen erfolgreich umgesetzt werden können, wenn es eine Infrastruktur gibt, die Engagierte unterstützt.

    Was kann man sich unter einer Infrastruktur für Engagierte vorstellen?

    Sira Möller: Die meisten von uns sind durch Studium, Job oder Familie schon sehr ausgelastet. Wer neben seinem Alltag noch gesellschaftlich aktiv werden möchte, benötigt zu viel Zeit und Energie, um sich das notwendige Know-How anzueignen und wichtige Fragen zu klären: “Wie kann das Projekt finanziert werden? Welche Aufgaben müssen erledigt werden? Wie erreiche ich mein Publikum?”
    Für Your Goal - Your Action habe ich all diese Fragen gebündelt und aus ihnen heraus ein kostenloses E-Learning-Angebot erstellt. Zusätzlich biete ich auch individuellee Beratungsgespräche.

    Wieso ist Engagement im Nachhaltigkeitsbereich so wichtig?

    Sira Möller: Nachhaltigkeitsbelange haben noch zu selten Vorrang. Das zeigt sich am zunehmenden Ressourcendruck, der steigenden Erderwärmung und der Ausbeutung von Mensch und Tier. Es ist Zeit, selbst aktiv zu werden und die Transformation zur Nachhaltigen Entwicklung mitzugestalten. Jede_r von uns kann Verantwortung für unsere Gesellschaft und für unseren Planeten übernehmen und nebenbei die eigenen Kompetenzen sinnvoll ausbauen.


    Das Green Office der Universität Hildesheim:

    Das Green Office setzt sich für die Etablierung des Themas Nachhaltigkeit an der Universität Hildesheim ein. Die Universität wird zu einem Ort, an dem Nachhaltigkeit als Querschnittsthema gelebt, gelehrt und beforscht wird. Your Goal – Your Action ist ein Beratungs- und Bildungsangebot vom Green Office der Universität Hildesheim.

    Kontakt:

    Sira Möller (M.A.), Projektkoordination
    E-Mail: moeller.greenoffice@uni-hildesheim.de
    Telefon: 05121.883.40012
    Mobil: 0176.45975218
    Bürozeiten: Di - Do, jeweils von 9 bis 16 Uhr

    Was es zusätzlich zu Your Goal - Your Action zu wissen gibt:

    Ziele für Nachhaltige Entwicklung

    Auf einem Gipfel der Vereinten Nationen (UN) wurde im September 2015 die Agenda 2030 verabschiedet. Sie ist der Fahrplan für eine Nachhaltige Entwicklung des Planeten. Ihr Kernstück ist ein ambitionierter Katalog mit 17 Zielen, den Sustainable Development Goals (Ziele für Nachhaltige Entwicklung), die bis zum Jahr 2030 umgesetzt werden sollen. Er fordert eine Nachhaltige Entwicklung sowohl auf ökologischer, sozialer als auch ökonomischer Ebene. Inhaltlich orientiert sich das Hildesheimer Beratungs- und Bildungsangebot an den Zielen für Nachhaltige Entwicklung (SDGs) der UN, die Anlehnung findet sich auch im Namen Your Goal - Your Action wieder. Die 17 Ziele verdeutlichen, wie divers die fachlichen Zugänge zum Thema Nachhaltigkeit sind und bieten dadurch unterschiedlichst interessierten Menschen eine Teilhabe am Diskurs.

    Wie kam es zu dem Projekt?

    2017 startete der Rat für Nachhaltige Entwicklung den Bildungswettbewerb „Zukunft, fertig, los!“, bei dem sich das Green Office mit der Idee von Your Goal - Your Action bewarb. Eine Expert_innenjury lud aus knapp 100 Bewerbungen 21 Ideen zum SDG-Speed-Dating nach Berlin ein, darunter auch die Idee des Green Office der Universität Hildesheim. Dort wurde die Idee vor potentiellen Förder_innen aus Stiftungen, Unternehmen und Politik vorgestellt. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt lud das Green Office daraufhin zu Besprechungen ein. 2019 kam dann die Förderzusage. Weitere Infos zum Projekt: www.uni-hildesheim.de/deinprojekt

    ]]>
    Green Office Pressemeldungen
    news-19441 Thu, 17 Sep 2020 11:28:09 +0200 Dritter Band des Jahrbuchs für Kinder- und Jugendtheologie erschienen https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/dritter-band-des-jahrbuchs-fuer-kinder-und-jugendtheologie-erschienen/ „Eigentlich sind wir alle Geschenke – Religiöse Bildung im Elementarbereich“, so lautet der Titel des Jahrbuchs für Kinder- und Jugendtheologie, das die Religionspädagogen Christina Kalloch und Martin Schreiner jüngst im Calwer Verlag Stuttgart herausgegeben haben. Das 240 Seiten starke Buch ist der dritte Band des Jahrbuchs für Kinder- und Jugendtheologie und widmet sich der religiösen Bildung im Elementarbereich. Es enthält fundierte Einführungen und Überblicke, aktuelle empirische Studien und wertvolle Praxisanregungen. Der Band wendet sich an alle Erzieherinnen und Erzieher, Aus-, Fort- und Weiterbildungslehrkräfte sowie Trägervertreterinnen und -vertreter. Themen sind unter anderem das Theologisieren mit Kindergartenkindern, die inklusive religiöse Bildung, religiöse Vielfalt, differenzsensible Bildung, alltagsintegrierte religiöse Bildung, frühkindliche Gotteskonzepte, religiöse Elementarbildung und das christliche Profil in der Erzieher_innenfortbildung

    Entstehung des Buches
    Das Buch entstand als inhaltliche Standortbestimmung der Kindertheologie im Vorschulbereich und präsentiert Ergebnisse, die auf der internationalen ökumenischen Tagung „Kindertheologie im Elementarbereich“ im September 2018 in Hildesheim vorgestellt wurden.

    Die Beiträge
    Den Band eröffnet Gerhard Büttner mit Beobachtungen zur religiösen Situation im Vorschulalter unter pädagogischer und theologischer Perspektive. Angela Kunze-Beiküfner liefert einen Überblick zum Theologisieren mit Kindergartenkindern im Kontext alltagsintegrierter religiöser Fortbildung. Einflussfaktoren und Merkmale frühkindlicher Gotteskonzepte stellt Anna-Katharina Szagun in ihrem Beitrag über Kinder als Konstrukteure vor. Helena Stockinger berichtet über ein empirisches Projekt zum Umgang mit religiöser Differenz im Kindergarten. Henning Schluß und Christian Andersen präsentieren zentrale Ergebnisse ihrer Studie zur Pluralität in Wiener Kindertageseinrichtungen. Die beiden Studien von Christina Kalloch zum Theologisieren mit Kindern zum Thema „Tod“ und Martin Schreiner zum Thema „Dankbarkeit“ beschließen den ersten Teil des Bandes „Theoretische Grundlagen und empirische Einblicke“.
    Den zweiten Teil des Bandes „Pädagogische Berichte und Anregungen“ eröffnen Ulrich Walter mit einem Beitrag über das bibeldidaktische Arbeiten mit dem Friedenskreuz und Martina Steinkühler mit Erzählimpulsen für die pluralitätssensible religiöse Elementarerziehung. Die religiöse Bildung in niederländischen Kitas beschreibt Henk Kuindersma, während Bianca Kobel über religionssensible Bildung in Kindertageseinrichtungen des CJD berichtet. Den evangelischen Kindergottesdienst im Spannungsfeld zwischen empirischer Bildungsberichterstattung und riskantem Resonanzraum stellt Dirk Schliphake vor. Gerhard Büttner rundet den Band mit einer Rezension zu vier Neuerscheinungen zu „Gott im Spiel – Godly Play“ ab.

    ISBN 978-3-7668-4521-4
    Calwer Verlag
    28,95 Euro

    Christina Kalloch ist Professorin für Praktische Theologie mit dem Schwerpunkt Religionspädagogik an der Universität Hildesheim. Außerdem ist sie Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Katholische Theologie und Mitglied in der Ständigen Kommission für das Qualitätsmanagement für Lehre und Studium im Fachbereich 1.

    Martin Schreiner ist Professor für Evangelische Religionspädagogik am Institut für Evangelische Theologie der Universität Hildesheim. Darüber hinaus ist er Vizepräsident für Stiftungsentwicklung, Transfer und Kooperationen, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Evangelische Theologie.

     

    ]]>
    Fachbereich 1 Evangelische Theologie Katholische Theologie Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-19507 Mon, 14 Sep 2020 12:54:00 +0200 Studieren in der Pandemie - Wie erlebten Studierende das digitale Sommersemester und den Studienalltag während der Corona-Pandemie? https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/studieren-in-der-pandemie-wie-erlebten-studierende-das-digitale-sommersemester-und-den-studienallt/ Online-Vorlesungen und Video-Chat statt Präsenzveranstaltungen, geschlossene Mensen, Sport- und Kulturzentren, leere Bibliotheken und Studentenwohnheime. Die Pandemie hatte diverse Auswirkungen auf die Gesamtsituation der Studierenden. Wie haben Studierende in Deutschland das digitale Sommer-Semester 2020 bewältigt und wie haben sie den durch die Pandemie veränderten Studienalltag erlebt? Dies untersuchte ein Forschungsteam der Universität Hildesheim in der bundesweiten qualitativen Online-Befragung Stu.diCo., an der über 3.000 Studierende teilnahmen. Die Forscher_innen analysierten die Daten von 2.350 Studierenden.

     

    Die Studie Stu.diCo.

    Für die Studierenden in Deutschland beginnt schon bald das Wintersemester 2020/21 und damit das zweite Semester unter Pandemie-Bedingungen. Dies bedeutet vielerorts, dass für die Studierenden ein weiteres digitales Semester stattfinden wird.

    Der veröffentliche Bericht der Online-Befragung Stu.diCo. präsentiert erste Ergebnisse und deskriptive Befunde, welche für die weitere digitale Ausgestaltung der Hochschulstudiengänge genutzt werden können. Darüber hinaus haben die Forscher_innen die zahlreichen offenen Antworten der Teilnehmenden analysiert. Ziel war es, möglichst schnell erste Befunde noch vor dem Start des Wintersemesters zu veröffentlichen, um diese in die Gestaltung des Studiums im Wintersemester 2020/21 einfließen zu lassen. Anschließend gilt es, die Ergebnmisse in den Forschungsstand der Hochschulforschung einzuordnen.

     

    Wohlbefinden, Sorgen, Ängste und Motivation

    Stu.diCo. setzt sich von Untersuchungen ab, die vor allem auf die Evaluation der digitalen Lehre und die technische Ausstattung sowie die damit zusammenhängenden Problemlagen der Studierenden fokussieren. Dahingegen sollen mit dieser Studie auch das Wohlbefinden, die Sorgen und Ängste, die Studienmotivation und die mentale Verfassung der Studierenden betrachtet werden.


    Die Teilnehmenden

    Der Altersdurchschnitt der Befragten lag bei rund 24 Jahren. Nur 5,5 Prozent der Befragten gaben an, über 30 Jahre alt zu sein. Somit ist Stu.diCo. eine der wenigen Studien in Deutschland, die sich explizit auf das junge Erwachsenenalter beziehen. Von den Befragten waren 70,7 Prozent Bachelor-Studierende und 24,4 Prozent Master-Studierende. Am stärksten vertreten waren Studierende aus Niedersachsen (56,7 Prozent) und Bayern (16,6 Prozent).


    Die prägnantesten Ergebnisse

    „Es gibt nicht die typische Studentin oder den typischen Studenten – entsprechend unterschiedlich fallen die Bewertungen zum digitalen Studieren und zur Änderung des Lebensalltags aus“, sagt Dr. Severine Thomas, Teil der fünfköpfigen Forschungsgruppe von Stud.diCo am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim.


    Höhere Arbeitsbelastung durch digitales Studieren

    Allgemein beurteilten 72,4 Prozent der befragten Studierenden die Arbeitsbelastung im digitalen Semester als höher im Vergleich zum Präsenzsemester.


    Noch ein weiteres digitales Semester?  Bitte nicht!

    Die Vorstellung, noch ein weiteres Semester digital zu studieren, beurteilten 59,4 Prozent der Befragten als schlecht. Die Frage, ob sie ihr Studium um ein Semester verlängern würden, wenn dies kostenneutral wäre, beantworteten knapp über 50 Prozent mit „Ja“.

    Herausforderungen in der Home-Learning-Situation

    Als belastende Faktoren nannten die Studierenden unter anderem die fehlende Infrastruktur der Hochschule (Mensa, Bibliothek etc.), der fehlende persönliche Kontakt zu anderen Studierenden, die Notwendigkeit, sich um andere Familienmitglieder kümmern zu müssen und/oder den fehlenden Platz zum ungestörten Arbeiten. Auch Einsamkeit, Ablenkung, technische Einschränkungen sowie die fehlende persönliche Betreuung durch die Lehrenden wurden als Hürden des digitalen Lernens aufgeführt.

    Chancen des Digitalen Lernens

    Als positiv bewerteten die Befragten die Zeitersparnis durch wegfallende lange Anfahrtswege zum Studienort, mehr Flexibilität in der Arbeitsgestaltung und das Kennenlernen neuer digitaler Angebote.

    Finanzielle Situation

    Bei mehr als der Hälfte der Befragten (52 Prozent) wirkte sich die Pandemie finanziell nicht aus. 37 Prozent der Befragten gab an, weniger Geld als vorher zur Verfügung zu haben. Knapp 44 Prozent der Studierenden gaben jedoch an, dass sie sich um die Finanzierung ihres Studiums insgesamt sorgen.

    Sozial entleerter Studienalltag

    Fast alle Studierende beklagten den Stillstand des sozialen und kulturellen Austauschs. 79 Prozent der Befragten vermissen das Campusleben. 85,4 Prozent fehlt der Kontakt zu anderen Studierenden. Die Hälfte der Teilnehmenden vermisste sehr die Möglichkeit, Lehrende anzusprechen. Doch nicht alle Studierenden litten gleichermaßen unter diesen Einschränkungen. Die Bewertungen rangierten von Aussagen wie "Das digitale Semester ist eines der besten, die ich je hatte, in Bezug auf meinen Lernfortschritt und das Vorankommen im Studium." bis zu "Ich habe durch die online Lehre meinen Spaß an meinem Studium verloren."

    Das Ergebnispapier

    Das Paper „Stu.diCo. – Studieren digital in Zeiten von Corona – Erste Ergebnisse der bundesweiten Studie Stu.diCo.“ von Anna Traus, Katharina Höffken, Severine Thomas, Wolfgang Schröer und Katharina Mangold finden Sie unter https://dx.doi.org/10.18442/150


    Kontakt zum Forschungsteam der Studie Stu.diCo.

    Dr. Severine Thomas und Anna Traus
    Universität Hildesheim
    Institut für Sozial- und Organisationspädagogik
    E-Mail: severine.thomas@uni-hildesheim.de / anna.traus@uni-hildesheim.de

    Projektteam CareHOPe:
    Prof. Dr. Wolfgang Schröer, Dr. Severine Thomas, Dr. Katharina Mangold, Anna Traus und Katharina Höffken

     

     

     

     

    ]]>
    Pressemeldungen Startseite
    news-19433 Fri, 11 Sep 2020 14:33:17 +0200 Die Sekretariate im Digitalen Semester: Interview mit dem Arbeitskreis Sekretariate https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/die-sekretariate-im-digitalen-semester-interview-mit-dem-arbeitskreis-sekretariate/ Nicht nur Student*innen und Dozierende mussten sich im digitalen Semester auf viele Neuerungen einstellen, auch und gerade die Sekretariate der Universität waren mit einigen Herausforderungen konfrontiert, wie beispielsweise den digitalen Arbeitsprozessen. Drei Mitglieder des Arbeitskreises Sekretariate berichten von ihren Eindrücken der vergangenen Monate: Karin Burg (Sekretariat des Dekanats FB 2), Kay-Sarah Alsleben (Sekretariat des Instituts für Medien Theater und Populäre Kultur) und Kerstin Hinze-Melching (Sekretariat des Dekanats FB 4 und Geschäftszimmer Abt. Wirtschaftsinformatik und Maschinelles Lernen). Frau Burg, Sie sind Sprecherin des Arbeitskreises Sekretariate. Was genau wird in diesem erarbeitet und wie kam er zustande?

    Frau Burg: Der Anstoß zur Gründung des Arbeitskreises war eine Wanderausstellung über die historische Entwicklung der Sekretariate und die Arbeitsbedingungen in den Hochschulsekretariaten. Diese war von Wissenschaftlern der Universität Hannover erarbeitet und vom Gleichstellungsbüro an die SUH geholt worden. Einige Kolleginnen haben zwei Poster über die Situation in unserer Universität ergänzt. Diese Gruppe kam auf Zuruf zusammen und hat sich dann verstetigt. Mittlerweile sind wir 15 bis 20 Personen. Wer interessiert ist, kommt dazu und kann vom Erfahrungsaustausch profitieren. Seit letztem Jahr haben wir auch eine eigene Homepage.

    Einmal im Semester organisieren wir zusammen mit Gundula Sperling eine uniinterne Weiterbildung für alle Interessierten.

    Als vom Präsidenten die Aufforderung kam, sich an der letzten Entwicklungsplanung der Uni zu beteiligen, fühlten wir uns wertgeschätzt. Das war zusätzliche Motivation für die gemeinsame Arbeit.

    Frau Hinze-Melching: 2017 bei der Vorbereitung unserer Wanderausstellung waren wir erst sieben Leute. Dass daraus ein Arbeitskreis entstand und fortbesteht, ist wirklich erfreulich. Ich merke allerdings immer wieder, dass unsere Präsenz an der Uni noch nicht so gegeben ist. Und auf der Wanderausstellung hätten wir uns mehr Informationsstreuung auch in die oberen Etagen gewünscht.

    Wie ist denn momentan die Lage an den Sekretariaten, gibt es mehr zu tun als sonst?

    Frau Alsleben: Viel mehr Arbeit an sich gab es nicht, es kam nur alles digital rein. Selbst Telefonate wurden für mich jetzt seltener. Ich habe meine ganze Arbeit ausschließlich per Email bekommen oder über Videokonferenzen mit meinen Vorgesetzten.

    Positiv war, dass wir die Schulung für Datenschutz im Homeoffice und für das LSF auch online machen konnten. Ich hatte das Gefühl, dass der Austausch mit den Dozierenden und den Professor*innen enger war, weil wir jetzt wöchentliche Videokonferenzen hatten. Vor Ort kam es auch mal vor, dass ich meine Vorgesetzten zwei Wochen nicht gesehen habe. Daher war der Austausch für mich jetzt enger.

    Also wurde paradoxerweise durch mehr Distanz der Austausch intensiver?

    Frau Alsleben: So kann man es sagen.

    Frau Hinze-Melching: Das läuft an der Uni sehr unterschiedlich. Ich hatte diese wöchentlichen Besprechungen mit meinen Vorgesetzten leider nicht. Aber wie auf einmal durch Distanz zumindest partiell Nähe zustande kommen kann, dafür konnte ich zumindest durch die wöchentlichen Institutssitzungen ein Gefühl bekommen. Und ich denke, da viele Menschen nur noch in ihren Zimmern oder vor ihren Monitoren gesessen haben, wurde dies auch generell befürwortet.

    Durch meine 13 Jahre am Institut konnte ich sehr autark arbeiten, aber ich dachte mir häufig, wenn jemand Neues - sagen wir im März - begonnen hätte, das wäre sehr schwierig gewesen.

    Frau Burg: Ich arbeite im Dekanat des Fachbereichs 2. Unsere wöchentliche Dekanatsbesprechung wurde im Sommersemester als Telefonkonferenz durchgeführt. Am Rhythmus änderte sich nichts, aber dass man sich nicht in Präsenz gegenübersitzen konnte, fand ich schade.

    Die Institute entscheiden also über die Vorgehensweise weitgehend autark?

    Alle: Ja, genau.

    Wie haben sich die Aufgaben bei Ihnen in den Sekretariaten verändert?

    Frau Hinze-Melching: Neuland war definitiv, wie Kay gesagt hat, dass wir ganz viel per Email bekommen haben oder per Email abgeben mussten. Wir sind die Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Verwaltung, und gerade für letztere war auch einiges neu, was manchmal schwierig war. Wenn gewisse Termine eingehalten werden müssen, kann man nicht auf eine eingescannte oder direkte Unterschrift warten. Letztendlich musste ich mir meinen eigenen Weg suchen, Formular ohne Unterschrift durchboxen und auf eine Bestätigung per Mail warten, die aber genauso rechtskräftig ist. Uns sitzen eben Fristen und Zeiten im Nacken und umstellen mussten wir uns alle.

    Frau Alsleben: Das kann ich bestätigen, wir können nicht auf allen Dokumenten digitale Unterschriften einfügen. Auf PDFs, beispielsweise für Lehraufträge, ist dies gar nicht möglich. Und dort könnte man zukünftig vielleicht Änderungen anstoßen. Wir mussten teilweise postalisch Unterlagen an unsere Vorgesetzten schicken, und diese Unterlagen mussten dann erst wieder zurückkommen. Das dauert natürlich.

    Frau Hinze-Melching: Mir fiel in der Handhabung von digitalen Dokumenten auch auf, dass Kolleginnen beispielsweise ein Formular per Mail erhalten haben, dieses ausdruckten und eingetütet an die Verwaltung geschickt haben. An dem Punkt wurde ein unnötiger Zwischenschritt eingebaut. Das müsste von uns Kolleginnen einheitlich gestaltet werden. Und darin besteht auch die Chance unseres Arbeitskreises, solche Prozesse zu vereinheitlichen.

    Also wirken die letzten Monate in dem Sinne auch zwangsläufig als Beschleuniger der digitalen Arbeitsprozesse?

    Frau Burg: Genau, so ist es. Ich finde es allerdings nicht immer konstruktiv, wenn Arbeitsprozesse nur mittels Formularen bearbeitet werden. Wenn etwas neu strukturiert wird und/oder mehrere Personen und Einrichtungen beteiligt sind, ist es manchmal hilfreich, wenn die Beteiligten gemeinsam planen und absprechen. Ich wäre sehr froh, wenn auch Fachbereichssitzungen wieder in Präsenz stattfinden können. Man kann besser aufeinander reagieren und direkter ins Gespräch kommen als bei Webkonferenzen.

    Frau Hinze-Melching: Man kann seinem Chef im Flur einfach besser in die Hacken treten als über die Online-Sitzungen. (lacht) Mein Chef weiß, was ich meine.

    Frau Alsleben, Sie haben in den letzten Monaten komplett im Homeoffice gearbeitet, wie hat das für Sie funktioniert?

    Frau Alsleben: Ich habe zwei Kinder, drei und sechs Jahre alt. Für mich war es daher etwas holprig, weil ich nebenher auch noch das Homeschooling gemacht habe und natürlich die Kinderbetreuung. Ich arbeite 30 Stunden die Woche und konnte eigentlich nie meine sechs Stunden am Stück durchziehen, wie jetzt hier an der Domäne, sondern nur mit Unterbrechungen.

    Frau Hinze-Melching: Ich denke, da spricht die Kollegin für viele Frauen mit jüngeren Kindern, diese Leistung ist ja sehr beachtlich.

    Frau Burg: Besonders über den langen Zeitraum, in dem nicht absehbar war, wann es wieder einen Normalbetrieb geben wird.

    Gab es vor der Pandemie schon die Möglichkeit, Homeoffice zu machen?

    Frau Alsleben: Ich konnte das einmal die Woche am Freitag machen, das ist aber eher die Ausnahme. Ich sitze im Sekretariat zusammen mit einem Kollegen, der vor Ort die Stellung hält, und nur dadurch war das Homeoffice jetzt möglich.

    Würden Sie sich wünschen, dass es auch nach der Pandemie mehr Möglichkeiten fürs Homeoffice gibt?

    Frau Hinze-Melching: Ja, das haben wir auch in einer Schulung auf die Liste gesetzt, dass die Regelungen auf jeden Fall variabler gestaltet werden sollten. Ich fürchte, da herrscht bei einigen noch ein wenig Skepsis, aber die Anwesenheit in einem Bürozimmer heißt ja nicht, dass man besser oder effektiver arbeitet. Ganz im Gegenteil, ich denke, dass in diesem Punkt noch sehr viel an Effektivität und Flexibilität gewonnen werden kann.

    Frau Burg: Wenn man kompliziertere Arbeiten hat, für die man Ruhe braucht, lassen sie sich manchmal besser von zuhause aus erledigen. Im Büro, bei vollem Betrieb, gibt es häufiger Unterbrechungen. Wenn wir Arbeitsaufgaben per Mail bekommen, können wir manche schieben und eine Aufgabe erst einmal zu Ende bringen.

    Frau Hinze-Melching: In Sekretariaten wird darauf nicht immer Rücksicht genommen, auch wenn es eigentlich feste Sprechzeiten für Studierende gibt. Die Leute kommen einfach ins Büro und es wird erwartet, dass man sich um die Angelegenheiten sofort kümmert.

    Frau Burg: Bisher ist Homeoffice bis zum 30.09. befristet und man wird sehen, wie es danach weitergeht. Viele Kolleginnen wünschen sich, das Homeoffice weiterhin flexibel gestalten zu können.

    Erstellt von Pressestelle, Thore Fahrenbach

    ]]>
    dig. Semester Nachrichtentyp /-inhalt Pressemeldungen Startseite
    news-19432 Fri, 11 Sep 2020 14:00:29 +0200 Arbeitskreis „Wissenschaft und Kultur“ der SPD-Landtagsfraktion besucht die Stiftung Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/arbeitskreis-wissenschaft-und-kultur-der-spd-landtagsfraktion-besucht-die-stiftung-universitaet-hil/ Die Entwicklung der Stiftung Universität Hildesheim in den vergangenen Jahren, neue, innovative Studienangebote, Baumaßnahmen sowie die Bedeutung der Universität für die Kultur und Gesellschaft der Stadt und für den Arbeitsmarkt der Region – dies waren die Themen eines Treffens des Arbeitskreises „Wissenschaft und Kultur“ der SPD-Landtagsfraktion mit dem Präsidenten der Stiftung Universität Hildesheim, Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang-Uwe Friedrich. Neben der Vorsitzenden des Arbeitskreises, Dr. Silke Lesemann, nahm an dem Treffen der Hildesheimer Abgeordnete Bernd Lynack teil. Entwicklung der Stiftungsuniversität Hildesheim

    Seit Beginn der Amtszeit von Präsident Friedrich im Jahr 2002 ist die Stiftung Universität Hildesheim kontinuierlich gewachsen. Wegbereitend war die Überführung der Universität von der Trägerschaft des Landes Niedersachsen in die Trägerschaft der öffentlich-rechtlichen Stiftung Universität Hildesheim am 1. Januar 2003.

    Der Haushalt der Universität stieg von 26,4 Millionen Euro im Jahr 2003 auf fast das Dreifache, und zwar auf 72,8 Millionen Euro im Jahr 2018. Seitdem stieg auch die Zahl der jährlich eingeworbenen, formelrelevanten Drittmittelerträge von damals 1,17 Millionen Euro auf 8,39 Millionen Euro im Jahr 2019.

    Studierendenzahl verdoppelte sich in den vergangenen 18 Jahren

    Seitdem hat sich die Zahl der Studierenden mehr als verdoppelt. Studierten im Wintersemester 2003/2004 über 4000 junge Menschen an der Universität Hildesheim, waren im Wintersemester 2019/2020 insgesamt 8765 Studierende dort eingeschrieben.

    Lehramts-Studierende stellen an der Stiftung Universität Hildesheim, die aus der im Jahr 1946 gegründeten Pädagogischen Hochschule Alfeld hervorgegangen ist, rund ein Drittel der Studierenden dar. Stark gestiegen ist in den letzten Jahren die Zahl der Informatik-Studierenden auf rund 800. Neu hinzugekommen ist der Studiengang Psychologie mit inzwischen mehr als 500 Studierenden.

     Dr. Silke Lesemann, Fraktionssprecherin der SPD-Landtagsfraktion für Wissenschaft und Kultur, sagte: „Die Universität Hildesheim hat sich in den vergangenen Jahren hervorragend entwickelt. Der Ausbau der Studienangebote ging mit einem großen Anstieg der Studierendenzahl einher. Dass Hildesheim seine Attraktivität als Wissenschaftsstandort steigern konnte, ist auch ein wesentlicher Verdienst von Professor Friedrich.“

    Auch die Zahl der Beschäftigten wuchs um das Doppelte

    Auch die Zahl der an der Universität Hildesheim Beschäftigten stieg zwischen den Jahren 2003 und 2019 um mehr als das Doppelte von 382 auf 840 Personen. Die Zahl der Professuren wuchs auf rund 100. Im gleichen Zeitraum erhöhte sich auch der Frauenanteil unter den Professuren auf gut 40 Prozent.

    Anstieg der Personenzahl erfordert Bautätigkeit

    „Die gestiegenen Studierenden- und Mitarbeitenden-Zahlen machen eine umfangreiche Bautätigkeit zwingend erforderlich“, sagte Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich. Der aktuelle Bau der neuen Mensa, der mit 20 Millionen Euro Kosten veranschlagt wird, ist das größte Bauprojekt der Universität seit ihrem Bestehen.

    Der Universitätspräsident verwies zudem auf ein Gutachten der Landeshochschulkonferenz (LHK), demzufolge 4,3 Milliarden Euro nötig seien, um die Universitäten und Hochschulen in Niedersachsen angemessen sanieren, modernisieren und erweitern zu können. „An der Stiftung Universität Hildesheim ist allein in den vergangenen zehn Jahren die zur Verfügung stehende Quadratmeterzahl je Studierendem durchschnittlich von 6,9 auf 4,9 gesunken“, beklagte Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

    Neue Studienvariante „Digitale Sozialwissenschaften“ startet im Wintersemester

    Der Universitätspräsident präsentierte den Politikerinnen und Politikern die neue Variante „Digitale Sozialwissenschaften“ im Bachelorstudiengang „Internationales Informationsmanagement“, die ab Herbst 2020 erstmalig angeboten wird. Studierende dieses interdisziplinären Studiengangs erwerben die Fähigkeit zur Analyse aktueller, gesellschaftlicher Phänomene, den sicheren Umgang mit sozialwissenschaftlichen Theorien und Forschungsbefunden sowie Kenntnisse von Strukturen und Prozessen digitaler politischer Kommunikation. Der Erwerb fundierten technologischen Wissens in Verbindung mit sozialwissenschaftlichen Kompetenzen und Analysefähigkeiten gehört ebenso zu den Studienzielen wie der kompetente und kritische Umgang mit großen Datenmengen („Big Data“).

    In diesem Zusammenhang verwies der Universitätspräsident auch auf den großen Erfolg der im Wintersemester 2016/17 eingeführten englischsprachigen Studienvariante „Data Analytics“, die  Studieninteressenten aus der ganzen Welt anzieht. Das Angebot hat große Relevanz für den regionalen und überregionalen IT-Fachkräftebedarf.

    Zum Abschluss des Austauschs zwischen Politik und Wissenschaft besuchte die SPD-Delegation das „Center for World Music“ der Universität Hildesheim. Direktor Professor Dr. Raimund Vogels führte durch das musikethnologische Forschungszentrum von internationaler Bedeutung.

    Bernd Lynack lobt Uni-Präsidenten als „großartigen ‚Außenminister der Universität‘“

    Bernd Lynack, Mitglied der SPD-Landtagsfraktion und des Landtags für den Wahlkreis Hildesheim, zeigte sich erfreut über den kontinuierlichen Austausch zwischen Stadt und Universität, der unter Präsident Friedrich fortgeführt und ausgebaut wurde. Er sagte: „Mit dem Präsidenten der Universität haben wir einen großartigen ‚Außenminister unserer Universität‘, der stets den konstruktiven Dialog sucht. Mehr Studierende und eine moderne Ausstattung steigern die Attraktivität und Zukunftsfähigkeit Hildesheims natürlich immens. Das begrüße ich sehr.“

    Erstellt von Pressestelle, Gabriele Gerner

    ]]>
    Pressemeldungen
    news-19421 Tue, 08 Sep 2020 17:37:22 +0200 Kulturpolitik: Professor Julius Heinicke https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/kulturpolitik-professor-julius-heinicke/ Seit dem Sommersemester 2020 forscht und lehrt Prof. Dr. Julius Heinicke am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim. Der Wissenschaftler wurde auf die Professur für Kulturpolitik berufen. Heinicke befasst sich als Inhaber des UNESCO-Lehrstuhls „Cultural Policy for the Arts in Development“ mit der Rolle der Künste innerhalb gesellschaftlicher Entwicklungsprozesse. „Als Kulturpolitikwissenschaftler beschäftigt mich die Frage, auf welche Art und Weise kulturelle Strategien, Traditionen, Wissens- und Denkweisen politisch und gesellschaftlich wirkungsmächtig werden“

    Interview mit Prof. Dr. Julius Heinicke

    Herr Professor Heinicke, wie erleben Sie das erste Semester an der Universität Hildesheim? Aufgrund der Coronavirus-Pandemie lehren Sie digital.

    Die Corona Epidemie stellt nicht nur den Kulturbereich – insbesondere auch internationale Kooperationen, um deren Bestehen ich mich einsetze und sorge –, sondern auch die Lehre auf den Kopf. Ich habe mich sehr auf die Arbeit auf dem Kulturcampus gefreut, den gegenseitigen Austausch,  das Wahrnehmen und Erleben von Kunst, Diskussionen und Gesprächen. In der Online-Lehre versuche ich, so viel Informationen wie möglich im Vorfeld bereitzustellen, damit die Unsicherheit im digitalen Aufeinandertreffen nicht zu groß ist. Ich stelle für jede Sitzung Arbeitspapiere bereit, welche die Leitthemen, Fragen und Literatur der Sitzung  umreißen, das gibt ein wenig Sicherheit, wenn mal nicht alles technisch so funktioniert. Ich versuche, die Sitzungen abwechslungsreich zu gestalten, aber ich denke, wir alle können in bestimmten Situationen diesen Bildschirm, mit dem wir nun auch noch sprechen müssen, nicht mehr sehen. Wir lernen viel dazu und die Situation schweißt zusammen, das leibhaftige Miteinander ist jedoch – das zeigt sich deutlich – digital nicht ersetzbar.

    Sie wurden zum 1. März 2020 auf die Professur für Kulturpolitik an der Universität Hildesheim berufen. Was macht man eigentlich als Professor für Kulturpolitik? Worum geht es in Ihrem Beruf?

    Als Kulturpolitikwissenschaftler beschäftigt mich einerseits die Frage, auf welche Art und Weise kulturelle Strategien, Traditionen, Wissens- und Denkweisen politisch und gesellschaftlich wirkungsmächtig werden. Die Künste und ihre Ästhetiken bilden als kulturelle Ausdrucks- und Reflexionsformen einen Schwerpunkt, jedoch gehe ich von einem sehr weit gefassten Verständnis von Kunst bzw. Ästhetik aus, welches durchaus kulturelle Rituale, Zeremonien und Traditionen einschließt. Diese Öffnung vermag es, westlich tradierte Vorstellungen, die tendenziell exkludierend wirken können, zu befragen und zu öffnen.

    Andererseits betrachtet die Kulturpolitik Rahmenbedingungen und strategische Konzeptionen künstlerischen und ästhetischen Schaffens. Welche Strategien und Muster verbergen sich hinter den Arbeitsweisen von Kulturinstitutionen und Kulturszenen und deren Förderprogrammen? Welche Änderungen und Neuausrichtungen fordern gesellschaftliche, soziale und kulturelle Wandlungsprozesse ein?  Welche politischen Aufgabenfelder und Herausforderungen stellen sich ihren Akteur*innen?

    In der heutigen Zeit, welche Aufgaben hat die Kulturpolitik, können Sie das an einem Beispiel veranschaulichen?

    Zurzeit findet innerhalb der Kultur- und Kunstlandschaften ein Paradigmenwechsel statt, innerhalb dessen Kulturpolitik eine Schlüsselrolle einnimmt: Debatten um Präsenz von Vielfalt im Theater, neue Leitungsmodelle, Rückgabeforderungen und die Frage nach Provenienz in Museen, das Kulturschutzgesetz, Kürzungsforderung in den Landtagen und Stadträten, die Diskussionen um Diskurshoheit, Austausch auf Augenhöhe, Good Governance, Demokratisierung und Krisen- und Konfliktprävention, der Wettbewerb um politisch-nationale Narrative in der internationalen Kulturarbeit, reaktionäre Einflussnahmen und die Reaktionen „Der Vielen“; mit alledem muss sich die Innen- und Außenkulturpolitik zurzeit auseinandersetzen.

    Es kann also durchaus behauptet werden, dass in Kunst- und Kulturszenen aktuelle politische und gesellschaftliche Fragen an Brisanz gewinnen und somit auch die Forschung und Lehre der Kulturpolitik herausfordern. Die öffentliche Förderung von Kultur gerät zunehmend in das gesellschaftspolitische Spannungsfeld. Einerseits ist Kultur- und Kunstschaffen aufgrund des Potenzials, gesellschaftliche Vielfalt zu verhandeln und erlebbar zu machen, wichtiger denn je. Andererseits wird dies auch infrage gestellt und eher auf die Förderung bzw. den Schutz einer essentialistischen Vorstellung von Kultur gepocht. Mit diesen Themenfelder muss sich die Kulturpolitikwissenschaft heutzutage auseinandersetzen.

    Warum haben Sie sich für Hildesheim und das Institut für Kulturpolitik und den Kulturcampus Domäne Marienburg als künftigen Ort Ihrer Forschung und Lehre entschieden?

    Der Kulturcampus und das Institut für Kulturpolitik bieten ideale Voraussetzungen. Wolfgang Schneider hat Kulturpolitik in ihren gesellschaftlichen Dimensionen und politischen Ausdrucksformen entscheiden geprägt und bietet vielerlei Anknüpfungspunkte. Die interdisziplinäre Ausrichtung der Studiengänge, die Breite an ästhetischen Fächern, aber auch die Verbindung mit angewandten, sozialen, vermittelnden und pädagogischen Formaten erscheinen für mich richtungweisend, denn meines Achtens können Kultur- und Kunstinstitutionen sich nur im engen Austausch mit sozialen und gesellschaftlichen Räumen und ihren Akteur*innen den gegenwärtigen Fragen und Herausforderungen stellen.

    Die Insellage des Campus macht ein intensives Arbeiten möglich und gibt Freiraum für Experimente. Allerdings birgt sie auch Gefahr, einer zu homogenen Ausrichtung, eines In-sich-Abschließens und der Dominanz einzelner Diskurse. Andererseits ist das Institut für Kulturpolitik bekannt und im positiven Sinne berüchtigt für seine internationale Ausrichtung, insbesondere seit der Etablierung des UNESCO-Lehrstuhls. Dies ist eine Chance, regionale Themen und Arbeitsweisen der Kulturpolitik mit internationalen, globalen oder einfach anderen lokalen Praktiken und Theorien zu konfrontieren, diskutieren und analysieren. Ich bin ein großer Verfechter der internationalen Ausrichtung akademischer Institutionen. Denn so schmoren sowohl theoretisch-methodische als auch praktische Formen des Wissens und Vermittelns nicht im eigenen Saft, sondern müssen sich mit anderen Ansätzen auseinandersetzen und neue Modelle und Lösungen finden. Diese „internationale“ Kompetenz und Erfahrung sollte meines Achtens ein jede*r Hochschulabsolvent*in mitnehmen dürfen. Damit dies gelingen kann, nehme ich meine Lehre, aber auch die Vermittlung der eigenen Forschungen in die Pflicht.

    Welche Forschungsfrage steht aktuell im Mittelpunkt Ihrer Arbeit – welchem Problem sind Sie gerade auf der Spur?

    Ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit der Frage, auf welche Art und Weise Kultur- und Kunstlandschaften dazu beitragen, Orte der Aushandlung und des Erfahrens von Diversität zu sein. Das heißt eben auch, die unbequemen Seiten des Miteinanders in den Blick zu nehmen: das Aushalten und Verhandeln von Verschiedenheit, die eigene Verantwortung hierfür, die Frage nach Respekt und Toleranz, gleichzeitig das Wahren von Grund- und Menschenrechten. Ich suche weltweit nach kulturpolitischen Konzepten, welche ähnliche Verhandlungsprozesse beschreiben. In den Forschungen zu meiner Habilitationsarbeit bin ich auf ein Konzept von Achille Mbembe gestoßen, welches er „Entähnlichung“ nennt. Anders als Strategien der Assimilation setzt Entähnlichung auf das bewusste Erleben von Verschiedenheit, das durchaus gemeinschaftlich erfahren werden kann und somit eine Form der Gesellschaftsbildung ist.

    Ich untersuche, welche Rolle Kunst- und Kulturräume und deren Akteur*innen für das Schaffen von Sphären der Entähnlichung spielen. Ich frage mich, ob ein solcher Ansatz der Reflexion von Vielfalt als kulturpolitisches Konzept international verhandelbar ist und gleichzeitig in der Region, in der unmittelbaren Umgebung, eine Rolle zu spielen vermag.

    Die globale Welt bricht ja über die verschiedensten Kanäle und Medien in unsere Wahrnehmung hinein. Wahrscheinlich braucht es eben gerade eine Konzeption von Räumen leibhaftigen Zusammenkommens, die Kultur- und Kunstinstitutionen und deren Szenen ja zweifelsohne sind, welche die Menschen unterstützen, dies fassen, begreifen uns reflektieren zu können.

    Inwieweit spielt die empirische Forschung in Ihrem Alltag eine Rolle?

    Eines der ersten Seminare meines Studiums der Kultur- und Theaterwissenschaften an der Humboldt-Universität lautete „Lebensstile: Theorie und Empirie“. Das Beobachten und Befragen von kulturellen Wirkungsweisen und Strategien wurde mir praktisch in die akademische Wiege gelegt. Mich haben zum Beispiel schon immer die Hierarchien im klassischen Theater gestört, von Anfang an. Empirisch ist dies auf allen Ebenen nachweis- und auswertbar, in den Entscheidungen, während der Proben, der Bezahlung etc. Die Herausforderung, mit der ich mich seitdem konfrontiert sehe, ist das Abstrahieren dieser Beobachtungen, dabei sind empirische Methoden der Datenerhebung zum Teil hilfreich, aber nicht nur. Meiner Erfahrung nach sollte dies stets mit theoretischen Methoden und Analysen einhergehen, ob nun diskurs- oder dispositivanalytisch oder aber vielleicht auch im Sinne einer art based research. So verbergen sich hinter den Hierarchien im Theater natürlich gendertheoretisch relevante Mechanismen, eine ganz bestimmte Vorstellung von Ästhetik und einer Autonomie von Kunst, in welcher Konzepte und Vorstellungen zum Beispiel der Aufklärung wirkungsmächtig werden, die wiederum koloniale Züge tragen können. Dies zu entdecken und zu analysieren gelingt nur auf transdisziplinäre Weise. Ich weiß, das ist ein wissenschaftliches Minenfeld, dem wir uns jedoch stellen müssen, auch im Sinne einer postkolonialen Verantwortung der Wissenschaften und ihrer Methoden.

    „In den Seminaren erarbeiten wir in einer Werkstatt Modelle und Visionen für die Region, eine große Rolle spielt die Hildesheimer Bewerbung Kulturhauptstadt Europa 2025“

    Was kennzeichnet Ihre Lehre – womit werden Sie und Ihre Studentinnen und Studenten sich demnächst zum Beispiel beschäftigen?

    Auf die Lehre und die gemeinsame Arbeit mit den Studierenden freue ich mich sehr. In den letzten drei Jahre arbeitete ich im Coburger Weg, einem Projekt des Qualitätspakts Lehre, in welchem wir Formate wie problemorientiertes Lernen, interdisziplinäre Lehre, aber auch Projektwerkstätten erprobt und entwickelt haben, einige Impulse nehme ich mit nach Hildesheim. In den Seminaren erarbeiten wir in einer Werkstatt Modelle und Visionen für die Region, eine große Rolle spielt natürlich die Hildesheimer Bewerbung Kulturhauptstadt Europa 2025. Studierende haben viele spannende Ideen, wie sie sich die Kulturlandschaft in Zukunft vorstellen, diese werden wir gemeinsam entwerfen, diskutieren und analysieren. Es wird aber auch eine Einführung in die Methodik und Theorie der Kulturpolitik geben – dieses Feld ist, in der Wissenschaftslandschaft noch weitgehend unberührt. Auch in dem eher historisch ausgerichteten Seminar „Kulturpolitische Linien seit der Antike“, werden verschieden Wirkungsweisen befragt und analysiert, auch jenseits Europas. Im Master konzentriere wir uns auf internationale Strategien der Kulturpolitik vor dem Hintergrund postkolonialer Theorie.   

    Das Institut für Kulturpolitik hat sich bisher intensiv mit der Freiheit der Künste und der Rolle von Künstlerinnen und Künstlern in politischen Umbrüchen befasst. Der UNESCO-Lehrstuhl hat etwa in den vergangenen Jahren unter dem Motto „Arts Rights Justice“ (Künste, Recht, Gerechtigkeit) ein Fortbildungsprogramm für verfolgte Künstlerinnen und Künstler sowie Kulturmanager gestartet. Ich habe in Ihrer Publikationsliste gelesen, dass Sie sich zum Beispiel mit dem Theater in Zimbabwe im politisch-ästhetischen Spannungsfeld befassen. Wird die internationale Analyse von Kunst und Kultur in Krisenzeiten weiterhin ein Forschungsthema der Hildesheimer Kulturpolitik sein? Mit welchen Forschungsfragen befassen Sie sich zum Beispiel?

    Seit fast zwanzig Jahren arbeite und forsche ich im südlichen Afrika, vor allem in Südafrika und Zimbabwe. In beiden Ländern werden Kunst- und Kulturpraktiken eingesetzt,  um sich den enormen gesellschaftlichen Herausforderungen aufgrund politischer Umbrüche und Neuanfänge zu stellen. Ich sage bewusst nicht Krisen, denn die sind allseits bekannt. Vielmehr habe ich innovative Techniken und Fragestellungen in diesen Ländern beobachten können und habe einige Wirkungsweisen hierzulande erst durch die Perspektive anderer Kulturen begriffen. Die Bedeutung der sozialen Felder für Kunstschaffen, die politische Kraft von Kulturarbeit (auch in Krisenzeiten), die Rolle der Kunst in der Schaffung von Sphären zur Aushandlung und Versöhnung sind Themen, die mich seitdem beschäftigen.

    Analysen von Kulturpolitik im internationalen Vergleich werden weiterhin für das Institut grundlegend sein. Wolfgang Schneider und sein Team – so Daniel Gad mit dem Arts Rights Justice Programm – haben viele wichtige Projekte und Publikationen hervorgebracht, an die ich gut anknüpfen kann. Ich werde verstärkt auch der Frage nachgehen, welche kulturpolitischen Narrative und Strategien im internationalen Kontext noch ungehört sind, aber wertvolle Hinweise geben. Immer mehr Autor*innen mit neuen Blickwinkeln kommen zu Wort – hier gibt es noch viele zu wenig wahrgenommene Stimmen und Fragestellungen, dich ich in meiner Forschung aufgreifen möchte. Letzte Woche (Anmerkung: Das Gespräch wurde im Frühjahr vor der Coronavirus-Pandemie geführt) war ich mit der Graduiertenschule „Performing Sustainability“ in Ghana. Ich habe dort also meinen ersten Arbeitstag an der Uni Hildesheim verbracht. Die ghanaischen und nigerianischen Master- und PhD-Studierenden haben spannende Sichtweisen auf die Rolle von Kultur auch in Fragen der Nachhaltigkeit vorgestellt. Diese Perspektiven aufzugreifen und zu diskutieren, auch in Hildesheim, ist eine Aufgabe der internationalen Arbeit des Instituts.

    „Es ist eine große Ehre, den UNESCO-Lehrstuhl übernehmen zu dürfen"

    Ein weiterer Blick in die Zukunft: Das Institut für Kulturpolitik erreichte jüngst die Neuigkeit aus Paris, dass der UNESCO-Lehrstuhl „Cultural Policy for the Arts in Development“, der sich seit 2012 mit der Kulturpolitik für die Künste innerhalb gesellschaftlicher Entwicklungsprozesse auseinandersetzt, verlängert wird. Die 3. Phase des UNESCO-Lehrstuhls beginnt im Mai 2020 und läuft bis Mai 2024. Das Präsidium der UNESCO hat Sie als Inhaber des UNESCO-Lehrstuhls vorschlagen. Zum Semesterstart kam die Bestätigung von der UNESCO aus Paris, dass Sie der neuer UNESCO-Lehrstuhlinhaber sind. Welchen Auftrag hat der UNESCO-Lehrstuhl, was ist das Ziel dieser Arbeit?

    Es ist eine große Ehre, den UNESCO-Lehrstuhl übernehmen zu dürfen. Im Verlauf des Interviews deutete es sich vielleicht schon an: viele meiner Vorstellungen über Lehre und Forschung fließen in dem Lehrstuhl zusammen. Der UNESCO Chair in Cultural Policy for the Arts in Development hat nach meiner Interpretation den Auftrag, international kulturpolitische Denk- und Handlungsräume zu erschaffen, in welchen Wissenschaftler*innen, Künstler*innen und kulturpolitische Akteur*innen gesellschaftliche Transformations- und Wandlungsprozesse mittels Kunst- und Kulturarbeit initiieren, begleiten und analysieren. Der Lehrstuhl fungiert also einmal als Ideenschmiede und Thinktank, als Vermittler zwischen den unterschiedlichen Akteur*innen, aber auch als wissenschaftlicher Begleiter und Erschaffer von Metaebenen, die es ebenso braucht.

    Nehmen wir ganz konkret die UNESCO Convention on the Protection and the Promotion of the Diversity of Cultural Expressions aus dem Jahre 2005: Eine Aufgabe des Lehrstuhls ist es, nicht nur in verschiedenen lokalen, regionalen und  internationalen Gesellschaftskontexten Debatten zu initiieren, welche kulturellen Ausdrucksweisen „geschützt“ und welche innovativen „gefördert“ werden sollten, was ja je nach Region und Anliegen ganz unterschiedlich sein kann. Darüber hinaus hat der UNESCO Chair jedoch den Auftrag, diese vielfältigen Debatten zusammenzubringen, den Austausch zu fördern und dies zu analysieren und wissenschaftlich auszuwerten.

    Der Kulturcampus spielt hier eine entscheidende Rolle. Er ist ein idealer Ort für internationale Tagungen und Workshops, welche die Studierenden mitgestalten können und auf Akteur*innen aus aller Welt stoßen. Gleichzeitig können sie in der Studienvariante „Kulturpolitik im internationalen Vergleich“ an den internationalen Partnerinstitutionen des Lehrstuhls die Vielfalt der Interpretationen und Konzepte der Kulturpolitik erfahren. In ähnlicher Weise verstehe ich meinen Auftrag als Lehrstuhlinhaber. Die Diskussion mit den weltweiten Partner*innen, die Unterstützung von Programmen und Initiativen, welche sich eben den Prinzipien der „Protection and Promotion of Diversity of Cultural Expressions“ verpflichtet fühlen, die wissenschaftliche Begleitung derlei Initiativen, oder aber auch die kritische Reflexion dieser. Sicherlich ist das internationale Handeln und Verhandeln nicht frei von Hierarchien und kolonialen Strukturen, westlich-abendländische Sichtweisen dominieren immer noch die Verbünde und Kooperationen. Auch hier wird sich der UNESCO Chair verhalten müssen, kritische Methoden entwickeln und nachhaltige Konzepte erarbeiten. Wir haben viel vor, aber ich denke, der Kulturcampus und die Stiftung Universität Hildesheim sind der ideale Ort dafür.

    Die Fragen stellte Isa Lange.

    Das Gespräch wurde zu Beginn des Sommersemesters 2020 geführt.

    Mehr erfahren über die Studienvariante: Bachelor Plus „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis – Kulturpolitik im internationalen Vergleich“

    UNESCO-Lehrstuhl am Institut für Kulturpolitik

    In Hildesheim ist ein Zentrum für kulturpolitische Forschung in Deutschland entstanden: Hier lehrt und forscht der erste und bisher einzige Universitätsprofessor für Kulturpolitik. Die UNESCO hat 2012 die Arbeit von Professor Wolfgang Schneider mit einem UNESCO-Lehrstuhl „Cultural Policy for the Arts in Development“ (Kulturpolitik für die Künste innerhalb gesellschaftlicher Entwicklungsprozesse) ausgezeichnet. Seit 2020 ist Professour Julius Heinicke der Nachfolger und hat den UNESCO-Lehrstuhl inne.

    Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hildesheim untersuchen mit Partnern aus dem Mittelmeerraum, afrikanischen und arabischen Ländern die Rolle von Künstlerinnen und Künstlern in politischen Umbrüchen. Sie befassen sich in Forschung und Lehre mit der Rolle des Künstlers in der Gesellschaft, mit dem Schutz und der Förderung von künstlerischen Ausdrucksformen, mit künstlerischen Freiheitsrechten und Menschenrechten sowie kulturpolitischen Rahmenstrukturen für kulturelle Bildung. Die Zielsetzungen der UNESCO-Konvention zur kulturellen Vielfalt stellen hier einen wesentlichen Bezugspunkt dar.

    Das Institut für Kulturpolitik bildet den Nachwuchs in den Studiengängen „Kulturvermittlung“ und „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“ aus. Studentinnen und Studenten können den Schwerpunkt „Kulturpolitik im internationalen Vergleich“ wählen und innerhalb des vierjährigen Bachelor Plus-Studiums für ein Jahr an Partnerhochschulen in Marseille/Frankreich, Istanbul/Türkei, Vilnius/Litauen, Pretoria/Südafrika oder Casablanca/Marokko gehen. Die Forschungsprojekte der Studentinnen und Studenten im Masterstudium „Kulturvermittlung“ führen die Studierenden regelmäßig in alle Weltregionen. Geschäftsführer des UNESCO-Lehrstuhls ist seit 2012 der Kulturwissenschaftler Dr. Daniel Gad.

    ]]>
    Fachbereich 2 Kulturpolitik Pressemeldungen
    news-19506 Fri, 04 Sep 2020 12:28:00 +0200 Aktives Forschungsmanagement - Workshops zum Forschungsdatenmanagement und den „Coffee Lectures“ https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/aktives-forschungsmanagement-workshops-zum-forschungsdatenmanagement-und-den-coffee-lectures/ Die Universität Hildesheim informiert in einer neuen Veranstaltungsreihe im Wintersemester 2020/21 über das Forschungsdatenmanagement. Annette Strauch ist an der Universität Hildesheim für das Forschungsdatenmanagement zuständig. Forscherinnen und Forscher sollten „den kompletten Forschungsprozess dokumentieren“, sagt Strauch. Der Umgang mit Forschungsdaten ist essentiell für die wissenschaftliche Tätigkeit. In „Coffee Lectures“ und Workshops kommen Studierende, Forscherinnen und Forscher mit Expertinnen und Experten aus der Fachcommunity und anderen Vertretern der Universitäten und externen Fachleuten zusammen.

    Dabei hat Annette Strauch vor allem das praxisbezogene, fächerübergreifende, fachspezifische und auch generische FDM im Blick. Also all das, was den größten Nutzen und Mehrwert (nicht Mehrarbeit!) für Forscherinnen und Forscher bringt. In der Praxis sollen es Muster sein, Workflows, Fallbeispiele und Standards, zum Beispiel Metadatenstandards. Hilfreiche Beispiele für Forscherinnen und Forscher veranschaulichen, wie bereits andere ihr Datenmanagement organisiert haben und was sich dabei bewährt hat und was nicht.

    Die „Coffee Lectures“ (Dauer etwa 30 Minuten) und Workshops finden mehrmals im Semester statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
    Alle Veranstaltungen werden aufgrund der aktuellen Corona-Infektionslage DIGITAL übertragen.
    Wo? Über das Tool BBB, siehe Veranstaltungskalender der SUH: www.uni-hildesheim.de/veranstaltungen/veranstaltungskalender/

    Kontakt bei Fragen: fdm@uni-hildesheim.de


    Dies sind die Termine im Wintersemester 2020/21:

    ONLINE Veranstaltung – Workshop (Vertiefungskurs): Strukturieren und Ordnen im Forschungsdatenmanagement - wie geht das?
    Donnerstag, 24. September 2020 um 14:00 Uhr
    Workshop der Universitätsbibliothek zum Forschungsdatenmanagement (ca. 120 Minuten).
    Wo? Die Veranstaltung wird mit dem Webkonferenzsystem auf Basis von BigBlueButton (BBB) bereitgestellt.
    Wann? 14.00-16.00 Uhr
    Referentin: Annette Strauch, M.A.
    Thema: Forschungsdatenmanagement
    Teilnahme: bbb.uni-hildesheim.de/b/ann-aq9-9kr

    ONLINE Veranstaltung – Workshop (Vertiefungskurs): Strukturieren und Ordnen im Forschungsdatenmanagement - wie geht das?
    Donnerstag, 22. Oktober 2020 um 14:00 Uhr
    Workshop der Universitätsbibliothek zum Forschungsdatenmanagement (ca. 120 Minuten).
    Wo? Die Veranstaltung wird mit dem Webkonferenzsystem auf Basis von BigBlueButton (BBB) bereitgestellt.
    Wann? 14.00-16.00 Uhr
    Referentin: Annette Strauch, M.A.
    Thema: Forschungsdatenmanagement
    Teilnahme: https://bbb.uni-hildesheim.de/b/ann-a3e-qu6


    ONLINE Veranstaltung – Coffee Lectures Forschungsdatenmanagement (DFG-Beitrag): "Forschungsdaten im digitalen Wandel. Aus der Arbeit der Deutschen Forschungsgemeinschaft"
    Mittwoch, 28. Oktober 2020 um 12:30 Uhr
    Kurzvorträge der Universitätsbibliothek zum Forschungsdatenmanagement (ca. 30 Minuten)
    Wo? Die Veranstaltung wird mit dem Webkonferenzsystem auf Basis von BigBlueButton (BBB) bereitgestellt:
    bbb.uni-hildesheim.de/b/ann-6cx-v3t
    Referent: Dr. Johannes Fournier (DFG), Programmdirektor Gruppe Wissenschaftliche Literaturversorgungs- und Informationssysteme


    ONLINE Veranstaltung – Coffee Lectures Forschungsdatenmanagement: "Data Sharing und Replikationen in den Wirtschaftswissenschaften"
    Mittwoch, 11. November 2020 um 12:30 Uhr
    Kurzvorträge der Universitätsbibliothek zum Forschungsdatenmanagement (ca. 30 Minuten)
    Wo? Die Veranstaltung wird mit dem Webkonferenzsystem auf Basis von BigBlueButton (BBB) bereitgestellt:
    bbb.uni-hildesheim.de/b/ann-6pe-799
    Referent: Ralf Toepfer (ZBW), Publikationsdienste, Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft


    ONLINE Veranstaltung – Coffee Lectures Forschungsdatenmanagement: "HilData"
    Mittwoch, 25. November 2020 um 12:30 Uhr
    Kurzvorträge der Universitätsbibliothek zum Forschungsdatenmanagement (ca. 30 Minuten)
    Wo? Die Veranstaltung wird mit dem Webkonferenzsystem auf Basis von BigBlueButton (BBB) bereitgestellt:
    bbb.uni-hildesheim.de/b/ann-avy-4ww
    Referent: Jan Timo Zimmermann (UB Hildesheim), Leitung Mediothek


    ONLINE Veranstaltung – Coffee Lectures Forschungsdatenmanagement: Bereich materielle und immaterielle Kulturgüter
    Mittwoch, 09. Dezember 2020 um 12:30 Uhr
    Kurzvorträge der Universitätsbibliothek zum Forschungsdatenmanagement (ca. 30 Minuten)
    Wo? Die Veranstaltung wird mit dem Webkonferenzsystem auf Basis von BigBlueButton (BBB) bereitgestellt:
    bbb.uni-hildesheim.de/b/ann-fj6-a2z
    Weitere Informationen:
    www.uni-hildesheim.de/bibliothek/forschen-publizieren/forschungsdatenman... - Weitere Informationen zum Forschungsdatenmanagement finden Sie auf der Website der Universitätsbibliothek Hildesheim
     

    Abbildung: Patrick Hochstenbach hochstenbach.wordpress.com

     

    ]]>
    Pressemeldungen
    news-19502 Fri, 04 Sep 2020 11:11:00 +0200 Bewerbung auf einzelne Studiengänge noch möglich - Bewerbungsfrist an der Universität Hildesheim endet am Montag, 14. September https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/bewerbung-auf-einzelne-studiengaenge-noch-moeglich-bewerbungsfrist-an-der-universitaet-hildesheim-end/ Studieninteressente können sich noch bis Montag, 14. September, an der Universität Hildesheim für Plätze in verschiedenen Studiengängen bewerben. Freie Studienplätze gibt es noch im Studiengang „Informationsmanagement und Informationstechnologie (B.Sc.)“, dessen Studienvariante „Angewandte Informatik (B.Sc.)“, sowie in „Internationale Kommunikation und Übersetzen (B.A.)“, „Wirtschaftsinformatik (B.Sc.)“ und in verschiedenen Zwei-Fächer-Bachelor-Kombinationen für das Lehramt. Die Anmeldung ist möglich unter www.uni-hildesheim.de. Informationsmanagement und Informationstechnologie (B.Sc.)

    Der Bachelorstudiengang Informationsmanagement und Informationstechnologie (B. Sc.) vermittelt, wie man große Informationsmengen managt und technisch beherrschbar macht. Studierende lernen,  entsprechende IT-Systeme und Abläufe in Unternehmen zu verstehen, zu entwerfen, und zu realisieren. Der Studiengang vereinigt dabei Inhalte der Informatik, der Informationswissenschaft und der Betriebswirtschaft.

    Angewandte Informatik (B.Sc.)
    (Studienprogramm des Bachelor-Studiengangs Informationsmanagement und Informationstechnologie)

    Die Welt wird von einer unvorstellbaren Menge an Informationen überflutet: Die weltweit gespeicherte Datenmenge verdoppelt sich etwa alle anderthalb Jahre. Immer mehr Daten, immer mehr Wissen, immer mehr Kommunikation. Studierende lernen, diese Datenflut zu organisieren, passende Abläufe und passende Software zu planen und einzuführen – und dabei alle Mitarbeiter_innen im Unternehmen einzubinden.

    Internationale Kommunikation und Übersetzen (B.A.)

    Der Bachelorstudiengang Internationale Kommunikation und Übersetzen (B. A.) richtet sich an Studieninteressierte, die neben der Begeisterung für Sprachen, Texte und verschiedene Kulturen auch ein Interesse für neue Technologien und Medien mitbringen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Grundlagen des professionellen Übersetzens.
    Wirtschaftsinformatik (B.Sc.). Das interdisziplinäre Fachgebiet setzt sich aus Inhalten der Informatik und der Wirtschaftswissenschaften, insbesondere der Betriebswirtschaftslehre, zusammen. Studierende lernen, wie Unternehmen ihre Abläufe durch Systeme der computergestützten Informationsverarbeitung effizienter gestaltet werden können.


    Kombinationen im Lehramtstudium

    Für folgende Kombinationen im Zwei-Fächer-Bachelor ist noch eine Bewerbung möglich: Lehramt an Grundschulen (Mathematik, Physik und Sachunterricht), Lehramt an Hauptschulen (Mathematik in Kombination mit Informatik, Physik, Politik, Technik oder Katholischer Theologie), Lehramt an Realschulen (Mathematik in Kombination mit Informatik, Physik, Politik, Technik oder Katholischer Theologie).

        
    Bewerbungsverfahren und Informationen für Studieninteressierte

    Die Bewerbung erfolgt online auf www.uni-hildesheim.de. Informationen zum Bewerbungsverfahren erteilt die Infoline der Zentralen Studienberatung. Diese ist erreichbar unter Telefon 05121-883-55555 und per E-Mail an: infoline@uni-hildesheim.de

     

     

     

    ]]>
    Pressemeldungen
    news-19305 Mon, 31 Aug 2020 09:29:00 +0200 Barrierefreie Kommunikation: Studentin Laura Marmit ausgezeichnet https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/barrierefreie-kommunikation-studentin-laura-marmit-ausgezeichnet/ Laura Marmit studiert an der Universität Hildesheim im Masterstudiengang „Barrierefreie Kommunikation“. Für ihr wissenschaftliches Poster zu ihrem Forschungsprojekt, in dem sie sich mit Untertiteln für die Zielgruppe prälingual Gehörloser beschäftigt, wurde die Masterstudentin während einer internationalen Konferenz zu Barrierefreier Kommunikation in der Schweiz ausgezeichnet. Laura Marmit studiert an der Universität Hildesheim im zweiten Semester im Masterstudiengang „Barrierefreie Kommunikation“. Die 25-Jährige hat zuvor ihr Bachelorstudium am Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft der Universität Mainz absolviert und ein besonderes Interesse für den Bereich „Untertitelung für Hörgeschädigte“ entwickelt.

    Für ihr wissenschaftliches Poster zu ihrem Forschungsprojekt, in dem sie sich mit Untertiteln eigens für die Zielgruppe prälingual Gehörloser beschäftigt, wurde die Masterstudentin während der 3. Schweizer Konferenz zur Barrierefreien Kommunikation, die in diesem Jahr aufgrund der Coronavirus-Pandemie digital stattfand, mit dem „BfC 2020 Best Poster Award“ ausgezeichnet.

    „Ich beschäftige mich speziell mit den besonderen Rezeptionsbedingungen prälingual, also von Geburt an, Gehörloser. Da diese, je nach Erstsprache und Art der Beschulung, oftmals Schwierigkeiten mit der Schriftsprache haben, weil sie eine Art Fremdsprache für die Betroffenen darstellt, hatte ich im Rahmen meiner Bachelorarbeit zum Thema ‚Integrierte Titel in Leichter Sprache für prälingual Gehörlose – ein Schritt in Richtung Zielgruppenspezifizierung in der Filmuntertitelung?‘ die Ambition, Untertitel zu erstellen.“

    Diese Untertitel sollten, so erläutert Laura Marmit, sprachlich an die Bedarfe der Zielgruppe angepasst sein und als Zusatzangebot zu den herkömmlichen „Untertiteln für Hörgeschädigte“ bereitgestellt werden können.

    Im nächsten Schritt sollen die Untertitel in einer Studie von der Zielgruppe evaluiert werden

    „Im Zuge dessen habe ich erstmals vom Konzept der Leichten Sprache sowie der Forschungsstelle Leichte Sprache an der Universität Hildesheim erfahren. Bereits von Prof. Dr. Ursula Bredel und Prof. Dr. Christiane Maaß empfohlen, schien auch mir Leichte Sprache ein geeignetes Mittel, Text – in meinem Fall Untertitel –Menschen mit prälingualer Gehörlosigkeit verständlicher zu machen. Zusätzlich lag es mir am Herzen, auch mit Blick auf die Platzierung und Gestaltung der Untertitel ein bestmögliches Ergebnis zu erzielen“, so Laura Marmit. Die Studentin hat das Konzept der „Integrierten Titel“ nach Fox angewandt, bei dem die Titel nicht am unteren Bildrand, sondern dynamisch innerhalb des Bildes in Sprechernähe platziert werden, was dem Betrachter beziehungsweise der Betrachterin unter anderem eine schnellere Sprecheridentifizierung ermöglicht.

    Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit hat die Studentin versuchsweise integrierte Titel in Leichter Sprache für prälingual Gehörlose erstellt. In einem weiteren Schritt plant sie, innerhalb ihres Projekts im Masterstudium in Hildesheim, die erstellten Titel anhand einer Studie von der Zielgruppe evaluieren zu lassen sowie die sprachliche Rezeption der Titel durch die Zielgruppe anhand eines Eyetrackers zu untersuchen.

    ]]>
    Fachbereich 3 Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation Leichte Sprache Pressemeldungen
    news-19396 Tue, 25 Aug 2020 13:50:00 +0200 Schnelle Evolution unter Klimawandel https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/schnelle-evolution-unter-klimawandel/ Forschungsteam zeigt, wie sich bestimmte Pflanzen schnell an geringere Niederschläge anpassen Bestimmte Pflanzenarten können unter Dürrebedingungen sehr schnell evolvieren. Das zeigt eine neue Studie mit Beteiligung von Johannes Metz, Professor für Vegetationsökologie und Naturschutz an der Universität Hildesheim, und geleitet von Katja Tielbörger, Professorin an der Universität Tübingen. Das bedeutet, dass die Pflanzen veränderte Eigenschaften entwickeln und in ihren Genen festschreiben und sich so an die neuen Bedingungen anpassen können. Diese schnellen evolutiven Anpassungen können die Gefährdung von Pflanzenarten durch den Klimawandel reduzieren.

    Allerdings waren die Pflanzen im Experiment nicht in der Lage, alle wichtigen Merkmale schnell und dauerhaft an den Wassermangel anzupassen. Die Studie erscheint in der Fachzeitschrift Ecology Letters.

    Trockenheit im Langzeitexperiment

    Für die Untersuchung nutzte das Forschungsteam ein außergewöhnliches Langzeitexperiment in Israel, das von Tielbörger geleitet wurde. Über zehn Jahre wurden dort auf 40 großen Versuchsflächen mit natürlichen Pflanzengemeinschaften im Freiland die Niederschläge manipuliert, also entweder zusätzlich bewässert oder der Regen mit Hilfe von speziellen Dächern reduziert. „Solche großen Langzeitexperimente sind weltweit etwas Besonderes, denn sie sind schwer zu finanzieren und dauerhaft durchzuführen. Sie sind aber wichtig, um Evolution von Pflanzen unter naturnahen Bedingungen erforschen zu können“, sagt Metz. Er hat viele Jahre in dem Projekt mitgearbeitet und ist Erstautor der neuen Studie. Eine zusätzliche Stärke des Langzeitexperiments war, dass es in verschiedenen Klimaregionen Israels durchgeführt wurde. „So konnten wir die Reaktion der Pflanzen auf die Regenmanipulationen im Experiment mit Anpassungen an ihr natürliches Klima vergleichen“.

    Zunehmende Trockenheit aufgrund des vorangetriebenen Klimawandels ist ein wichtiges Thema im Nahen Osten. Während die Region bereits heute durch Wasserknappheit geprägt ist, sagen Klimamodelle für die kommenden Jahrzehnte noch weniger Niederschlag vorher – bei steigenden Temperaturen. Viele Trockengebiete der Erde erwarten ähnliche Szenarien.

    Im Fokus der neuen Studie steht das Brillenschötchen (Biscutella didyma), eine für die Region typische, kurzlebige Art, die von mediterranen Gebieten bis hin zu Wüsten vorkommt. „Wir haben hier eine große Zahl von Eigenschaften betrachtet, deren genetische Informationen gut erforscht sind und die großen Einfluss auf die Überlebensfähigkeit der Pflanze haben“, erklärt der Wissenschaftler. Beobachtet wurde, dass ursprünglich an feuchtere Bedingungen gewöhnte Pflanzen unter künstlicher Dürre innerhalb von nur zehn Jahren einen früheren Blühzeitpunkt entwickelten und mehr Ressourcen in die Samenproduktion steckten. „Das sind typische Anpassungen an trockene Bedingungen, wie wir sie z.B. bei Wüstenpflanzen finden“, erklärt er. „Das Experiment liefert uns so einen starken Hinweis darauf, dass die Evolution dieser Eigenschaften tatsächlich eine Anpassung an den reduzierten Regen darstellte.“

    Interessanterweise gab es aber auch mehrere überlebenswichtige Eigenschaften, die im Experiment nicht evolvierten, wie zum Beispiel die Effizienz der Wassernutzung oder die Länge der Samenruhe. „Die Botschaft unserer Studie ist daher nur bedingt optimistisch“, erläutert Metz. „Zwar konnten wir belegen, dass eine schnelle Evolution bei wichtigen Pflanzeneigenschaften möglich ist; daneben gibt es aber auch Eigenschaften, bei denen die Anpassungsprozesse womöglich zu langsam ablaufen, um mit dem Klimawandel Schritt zu halten.“

    Publikation:

    Johannes Metz, Christian Lampei, Laura Bäumler, Herve Bocherens, Hannes Dittberner, Lorenz Henneberg, Juliette de Meaux, and Katja Tielbörger (2020). Rapid adaptive evolution to drought in a subset of plant traits in a large-scale climate change experiment. Ecology Letters, doi: 10.1111/ele.13596

    ]]>
    Fachbereich 4 Biologie & Chemie Biologie Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-19380 Mon, 24 Aug 2020 12:43:09 +0200 Eine andere Art des Lehrens https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/eine-andere-art-des-lehrens/ Das Forschungsteam der Chemie gehörte zu den ersten, die in diesem außergewöhnlichen Semester laborpraktische Übungen an der Universität Hildesheim digital anboten. Direkt am ersten Semestertag begann um 8 Uhr die Video-Übertragung des Seminars zur physikalischen Chemie. Dr. Jacqueline Claus, Dr. Jan Hinrichs und Markus Herrmann berichten von ihren Erfahrungen. Wie haben Sie es geschafft, sich so gut auf den Semesterstart vorzubereiten?

    Jacqueline Claus: Die Anschaffungen, die die Abteilung Chemie in vorausgegangenen Semestern im Rahmen der Digitalisierung der Lehre getätigt hat, haben uns eine sehr gute Basis geliefert. Herr Herrmanns technische Affinität und Herr Hinrichs Ideengabe haben dazu geführt, dass der Semesterstart gelungen ist. Somit war es mir möglich, die erste Veranstaltung in diesem Sommersemester optimal abzuhalten.

    Jan Hinrichs: Vor allem aufgrund der bereits in den vorangegangen Semestern vorgenommenen Digitalisierung der Lehre und Beschaffung entsprechender Hardware (v. a. mobiler Endgeräte) lagen bereits gute Voraussetzungen für die Umsetzung vollkommen digitaler Lehre vor. Nach Ankündigung des digitalen Semesters haben wir in den wenigen Wochen vor dem Semesterstart – v. a. aufgrund des Engagements und technischen Know-Hows unseres Mitarbeiters Herrn Herrmann - das Zusammenspiel von Hard- und Software optimieren können.

    Markus Herrmann: Allen guten Vorbereitungen zum Trotze zeigte sich tatsächlich erst am ersten ‚live‘-Tag, wie gut (oder eher wie nicht ganz optimal) die Technik im Produktiveinsatz funktionierte.

    Wie gestalten Sie Ihre digitalen Seminare?

    Jacqueline Claus: Die Veranstaltungen des Moduls „Physikalische Chemie I“ haben alle live per Videokonferenz im BigBlueButton stattgefunden. Dabei teile ich mit den Studierenden Powerpoint-Präsentationen und stehe am Smartboard, um wichtige Punkte zu notieren. Die Studierenden können sich über die Chat- und Audiofunktion aktiv an den Veranstaltungen beteiligen. Zusätzlich werden im Learnweb die Vorlesungsfolien und die Mitschriften der jeweiligen Veranstaltung hochgeladen, um eine Benachteiligung von Studierenden mit störungsanfälliger Internetverbindung zu vermeiden.
    In der Laborübung „Physikalische Chemie I“ haben die Studierenden Versuche zu den Inhalten der Vorlesung theoretisch vorbereitet. Mit den Studierenden erarbeite ich die theoretischen Grundlagen sowie die Auswertung der Versuche und moderiere die Durchführung der Versuche, welche von Herr Herrmann oder mir – unter Anleitung von den Studierenden – live per Videokonferenz praktisch durchgeführt wurden.
     
    Jan Hinrichs:
    Im Rahmen meiner Vorlesung „Organische Chemie“ bespreche ich live per Videokonferenz und Bildschirmfreigabe animierte Powerpoint-Folien. Neben den Folien habe ich den Studierenden einige kurze Lehrvideos und Zusammenfassungen zu essentiellen Themen im Learnweb zur Verfügung gestellt, um eine eventuelle Benachteiligung von Studierenden mit schlechter Internetverbindung bei Live-Videokonferenzen zu kompensieren. Im Online-Seminar „Umweltrelevante Aspekte“ der Chemie habe ich die Studierenden in den ersten Terminen soweit vorbereitet, dass sie selbstständig Powerpoint-gestützte Fachvorträge im Videokonferenzsystem BigBlueButton halten und im Anschluss eine Diskussionsrunde mit allen Teilnehmenden führen können.
    In der Laborübung „Organische Chemie“ werden begleitend zur Vorlesung verschiedene Versuche von den Studierenden theoretisch vorbereitet und per Videokonferenz live vor Ort unter Anleitung durch die Studierenden von Herrn Herrmann unter Mitwirkung einer studentischen Hilfskraft durchgeführt. Ich bespreche dabei im Vorfeld die theoretischen Hintergründe und agiere als Moderator.

    Welche Hilfsmittel kommen im Chemielabor zum Einsatz, um digitale Seminare möglichst anschaulich zu gestalten?

    Markus Herrmann: Anfänglich haben wir gerade in den Laborpraktischen Veranstaltungen mit verschiedenen Wegen der Ton- und Bildübertragung gearbeitet. Neben neuen Softskills (Kameraführung, Beleuchtung und Videoschnittsoftware) war jedoch für mich am erstaunlichsten, dass das Smartphone im live-Betrieb die besten Ergebnisse lieferte: Mobilität, Bild- und Tonqualität und Stabilität waren überzeugend.

    Sicher muss man im digitalen Raum auch Abstriche machen. Was geht ihrer Meinung nach in digitalen Seminaren verloren?

    Jacqueline Claus: Der persönliche Kontakt bleibt dabei auf der Strecke. Vor allem Studierenden, die zum Sommersemester die Universität gewechselt haben, fehlt die Möglichkeit Kommilitonen kennenzulernen und Lerngruppen zu bilden. An vielen Stellen wird deutlich, dass für den direkten Kontakt mit den Studierenden die Mimik und Gestik eine zentrale Rolle in der Kommunikation spielen. Diese geht in der Interaktion zwischen den Studierenden und uns als Dozierenden im digitalen Raum weitestgehend verloren.  

    Jan Hinrichs: Der reduzierte persönliche Kontakt der Studierenden untereinander führt u. a. dazu, dass die Bildung kleinerer Lerngruppen ausbleibt und Studierende mit Verständnis- bzw. Lernschwierigkeiten noch mehr auf sich selbst gestellt sind. Daneben ist die Interaktion und zwischen Lernenden und Lehrenden enorm eingeschränkt.

    Markus Herrmann: Das Erlernen von praktischen Fertigkeiten, der richtige Umgang mit Laborgeräten und das eigene Durchführen von Schauversuchen lassen sich im digitalen Raum niemals adäquat ersetzen.

    Gibt es Dinge, die digital sogar besser funktionieren als in Präsenzseminaren?

    Jacqueline Claus: Nein. Ich denke nicht, dass die Studierenden in einer Webvideokonferenz laborpraktische Kompetenzen erwerben können. Für eine optimale laborpraktische Ausbildung und Lernerfolge der Studierenden im Fach Chemie ist der direkte Kontakt unverzichtbar.

    Jan Hinrichs: Nein. Ich bin davon überzeugt, dass Seminare und unsere Laborübungen von der Einbindung der Studierenden und von der Interaktion zwischen Lernenden und Lehrenden leben und dies eine Voraussetzung für gute Lernerfolge ist. Diese Interaktion ist bei Web-Videokonferenzen enorm eingeschränkt, zumal die teilweise langsame Internetverbindung einiger Studierender gar keine Videoübertragung zulässt.

    Markus Herrmann: Naja, die Anwesenheit der Montags-Veranstaltung um 8:00 Uhr hat sich verbessert!

    Glauben Sie, dass Sie in Bezug auf die Gestaltung Ihrer Präsenzseminare etwas aus dieser Zeit mitnehmen werden?  Gibt es beispielsweise digitale Methoden, die Sie neu kennengelernt haben und auch weiterhin nutzen wollen, selbst dann, wenn es nicht mehr notwendig ist?

    Jacqueline Claus: Dieses Semester hat viele Herausforderungen an uns alle gestellt. Wir haben diese gemeistert, aber mit deutlichen Abstrichen. Mir fehlt die Möglichkeit die Studierenden anzusehen, da ich im direkten Kontakt schnell erkennen kann, ob Sie die Zusammenhänge verstehen oder ich auf eine Thematik genauer eingehen muss. Natürlich sind digitale Medien nützliche Hilfsmittel, können aber die Präsenz der Studierenden in der Vorlesung und vor allem der Laborübung nicht ersetzen.

    Jan Hinrichs: In dieser Zeit ist mir, mehr als jemals zuvor, bewusst geworden, wie wichtig die Präsenz von Studierenden und der direkte Blickkontakt in den Veranstaltungen sind. Bei all den technischen Möglichkeiten lebt die Lehre meines Erachtens von menschlicher Interaktion und dem Einfühlungsvermögen des Lehrenden. Dieser kann z. B. anhand der Blicke der Zuhörerschaft erkennen, ob Sachverhalte verstanden wurden. Im direkten Austausch bzw. persönlichen Gespräch können fachliche Unklarheiten deutlich schneller geklärt werden.

    Haben Sie von Studierenden Rückmeldungen zu Ihren Seminaren bekommen?

    Jacqueline Claus: Ja. Die Studierenden haben sich gefreut, dass wir in der Lage waren alle Veranstaltungen anzubieten.

    Jan Hinrichs: Ja. Die Studierenden waren froh, dass wir uns trotz der kurzen Vorbereitungszeit für sie so „ins Zeug gelegt“ haben, sämtliche Veranstaltungen dieses Semesters angeboten und – so gut es eben ging – digital umgesetzt haben.

    Sie gehören zu den „Lotsen“ der Universität, die ihre Erfahrungen bei der Umsetzung labortechnischer Übungen im digitalen Raum an andere Lehrende weitergeben. Wie würden Sie Dozierende ermutigen, die nicht wissen, wie sie ihre Seminare digital gestalten können?

    Jacqueline Claus: Es ist eine andere Art des Lehrens, die neue Grenzen und Möglichkeiten liefern kann. Digitale Seminare entwickeln sich im offenen und stetigen Austausch mit erfahrenen Dozierenden, technisch versierten Kollegen und den Studierenden weiter.
     
    Jan Hinrichs: Da die Gestaltung bzw. Umsetzung der digitalen Lehre neben Geduld bei der Anwendung sehr viel Kreativität, Kenntnis der technischen Möglichkeiten und Grenzen erfordert, ist der Austausch mit bereits erfahreneren und technisch versierteren Dozierenden enorm hilfreich. So können bereits etablierte Lösungen zur erfolgreichen Umsetzung digitaler Lehrformate adaptiert werden und im gemeinsamen Dialog (auch mit den Studierenden) optimiert werden.

     

    Das Interview führte Marie Minkov, studentisches Mitglied im Redaktionsteam der Pressestelle.

     

    ]]>
    Biologie & Chemie Chemie dig. Semester Pressemeldungen Startseite
    news-19326 Tue, 18 Aug 2020 10:20:00 +0200 Das HAISEM-Lab Projekt entwickelt Engineering-Kurse für KI-Anwendungen https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/das-haisem-lab-projekt-entwickelt-engineering-kurse-fuer-ki-anwendungen/ Die vielfältige Nutzung und die ständige Weiterentwicklung von künstlicher Intelligenz verändert IT-Systeme und deren Entwicklung. Um in der Praxis nützlich zu sein, müssen sowohl KI-Methoden als auch die spezialisierte Hardware in übliche Software-Systeme integriert werden. Um von den modernen Techniken zu profitieren ist insbesondere wichtig, dass Fachkräfte der Industrie diese Techniken verstehen und anwenden können. Aus diesem Grunde wurden im Rahmen des Projekts HAISEM-Lab nun spezielle Online-Kurse wie Software Engineering von KI-Anwendungen, FPGA-Hardwarearchitekturen für KI oder Best Practices zur KI Optimierung ins Leben gerufen. Die vielfältige Nutzung und die ständige Weiterentwicklung von künstlicher Intelligenz verändert IT-Systeme und deren Entwicklung. Dabei beanspruchen die immer komplexeren KI-Modelle so viel Rechenleistung und Energie, dass konventionelle Computersysteme an ihre Grenzen stoßen. Deshalb wird vermehrt am Einsatz spezialisierter Hardware (z.B. GPUs, FPGAs, ASICs und TPUs) gearbeitet, die bereits an verschiedenen Stellen im industriellen Umfeld eingesetzt werden. Um in der Praxis nützlich zu sein, müssen sowohl KI-Methoden als auch die spezialisierte Hardware in übliche Software-Systeme integriert werden. Beispielsweise werden dabei Daten von Sensoren gelesen oder Aktoren wie Roboter angesteuert. Zur Planung und Realisierung solcher Systeme sind entsprechende Ansätze aus dem Software Engineering erforderlich.

    In diesem Grenzgebiet arbeitet das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte HAISEM-Lab Projekt (http://haisem-lab.de/), in dem das Forschungszentrum L3S an der Leibniz Universität Hannover, das Institut für Mikroelektronische Systeme der Universität Hannover und die Arbeitsgruppe Software Systems Engineering (SSE) der Universität Hildesheim zusammenarbeiten. „HAISEM steht übrigens für Hardware-optimierte AI Applications using modern Software Engineering Methods“ erläutert Lena Fette, Mitarbeiterin der Arbeitsgruppe SSE. „Um von den modernen Techniken zu profitieren ist es aber auch wichtig, dass Fachkräfte der Industrie diese Techniken verstehen und anwenden können.“, fährt Lena Fette fort. Genau das ist ein Kernziel von HAISEM-Lab, d.h., diese Techniken zu erproben, zu evaluieren und in Form von Kursen Interessierten zugänglich zu machen.

     „Ursprünglich waren hierfür Präsenzkurse vorgesehen, aber in Zeiten der Corona-Pandemie bieten wir die Kurse auch online an“ sagt Leonhard Faubel, ebenfalls Mitarbeiter der Arbeitsgruppe SSE. Die nächsten drei Kurse des Projekts finden als Webinare im September statt: Dazu zählt ein Kurs zum Software Engineering von KI-Anwendungen, ein Kurs über FPGA-Hardwarearchitekturen für KI und ein Kurs mit Best Practices zur KI Optimierung. Mehr Informationen zu den Kursen sowie die Möglichkeit zur kostenfreien Anmeldung gibt es auf der Projektwebseite http://haisem-lab.de/. „Um etwas Appetit zu bekommen, stellen wir in den nächsten Wochen kleine Videos zu einzelnen Themen auf Youtube bereit“, merkt Leonhard Faubel an. „Wer sich davor noch über Grundlagen im Software Engineering informieren möchte, kann sich gerne bei unserem Schwesterprojekt UpgradeIT (https://www.upgrade-it-wissen.de/) in einen Kurs einschreiben, der im August stattfinden wird“, betont Dr. Holger Eichelberger, Projektleiter für HAISEM-Lab in der Arbeitsgruppe SSE und merkt an: „Ein größeres Event zu KI und Spezialhardware ist für Ende Oktober geplant, das wir dann hoffentlich persönlich vor Ort durchführen können.“

    ]]>
    Fachbereich 4 Maschinelles Lernen Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-19306 Mon, 17 Aug 2020 11:20:00 +0200 „Wir tauschen unsere verschiedenen digitalen Wege aus und jeder kann von dem anderen lernen“ https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/wir-tauschen-unsere-verschiedenen-digitalen-wege-aus-und-jeder-kann-von-dem-anderen-lernen/ Die Lotsinnen und Lotsen der digitalen Lehre stehen für Fragen und Austausch zur Verfügung und können bei der Konzeption von digitalen Lehrveranstaltungen während der Coronavirus-Pandemie unterstützen. Ihre Expertisen liegen unter anderem im Bereich „Digitale Klausuren“, „Laborpraktische Arbeiten“ und „Social Reading“. Professorin Julia Rieck gehört zum Vorstand des Instituts für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik und lehrt in der Abteilung „Operations Research“. Sie ist als Lotsin der digitalen Lehre für den Bereich „Online Seminare“ zuständig und weiß, welche Potentiale und Hindernisse dieses Format bietet und welche „goldenen Regeln“ für die Verständigung im virtuellen Seminar hilfreich sind. E-Learning 2020: Digitale Lehre
    https://www.uni-hildesheim.de/e-learning2020/digitale-lehre/

     

    Interview mit Prof. Dr. Julia Rieck über Online-Seminare

    Frau Professorin Rieck, haben Sie bereits viel mit Online-Seminaren gearbeitet, bevor es als Maßnahme in der aktuellen Lage gängige Praxis wurde?

    Tatsächlich haben wir in der Abteilung Betriebswirtschaftslehre und Operations Research vor der Corona-Pandemie noch nicht mit Online-Seminaren gearbeitet. Davor haben wir aber generell schon kleine Projekte in den Bereichen der digitalen Lehre und des digitalen Lernens gemacht. Insbesondere dürfen beispielsweise seit dem letzten Jahr die IT-Studierenden ihren Bericht zum Wirtschaftspraktikum in Form eines Screencasts abgeben. Aufgrund erster Erfahrungen war der Schritt zur Realität für uns dann nicht mehr ganz so groß. Wir haben uns sehr schnell in die neue Situation eingefunden und intensiv unsere Online-Seminare geplant.

    Sehen Sie neben der Kontaktreduzierung als Schutzmaßnahme weitere Vorteile, welche Online-Seminare bieten?

    Online-Seminare haben Vor- und Nachteile gegenüber der klassischen Präsenzlehre. Ein Vorteil ist sicherlich, dass Online-Seminare unabhängig von einem bestimmten Standort sind. Somit müssen Dozent/-in und Studenten/-innen nicht anreisen. Eine Teilnahme ist sogar aus dem Ausland denkbar. Zudem ist eine anonyme Teilnahme möglich. Dies führt in vielen Fällen dazu, dass die Studierenden deutlich mehr Fragen anonym im Chat stellen, als dies bei einer Präsenzveranstaltung der Fall wäre. Außerdem ist die Durchführung von Umfragen einfach einzubauen, was den Vorlesungsstoff auflockern und bereichern kann.

    Mit welchen Fragen und Anliegen wenden sich Dozierende an Sie? Wo benötigen sie Beratung, wo gibt es Verunsicherungen?

    Es gibt sehr wenig Beratungsbedarf von Dozierenden. Wir tauschen unsere verschiedenen digitalen Wege aus und jeder kann von dem anderen lernen. Insgesamt gehe ich davon aus, dass sich alle mittlerweile gut mit Online-Seminaren zurechtfinden.


    Auf der Webseite der Universität Hildesheim ist ein „Knigge“ für Online-Seminare zu finden – gibt es noch weitere „goldene Regeln“, um Komplikationen in der digitalen Kommunikation entgegen zu wirken?

    Die Regeln im „Knigge“ für Online-Seminare sind sehr sinnvoll. Insbesondere sollten alle Teilnehmer/-innen von Online-Seminaren Störgeräusche (z.B. ein klingelndes Telefon) vermeiden, auf eine strikte Sprechdisziplin achten und die Anzahl der übertragenen Videos gering halten. Möchte man im Online-Seminar seinen Desktop teilen, sollte sichergestellt sein, dass der „virtuelle Schreibtisch“ aufgeräumt ist. Zudem sollte auch bei Online-Seminaren eine maximale Zeitvorgabe (von z.B. 90 Minuten) nicht überschritten werden.

    Was muss alles möglicherweise angepasst werden, um ein Seminar in die digitale Lehre zu transferieren – müsste sich die Vortragsweise verändern? Ist Inhalt grundsätzlich zu reduzieren?

    Natürlich ist es sehr stark davon abhängig, in welcher Disziplin ein Seminar stattfindet. Müssen Versuche z.B. in der Chemie oder Biologie zur Anschauung durchgeführt werden oder Kunstwerke erschaffen werden, ist die Umstellung auf die digitale Lehre nicht ohne weiteres möglich. In der Betriebswirtschaftslehre kann fast alles transferiert werden. Es kann ein virtueller Raum verwendet werden, in dem die Kommunikation über einen Chat oder über Audio und Video verläuft. Außerdem können auch mehrere virtuelle Räume gleichzeitig geöffnet werden, um Lern- und Diskussionsgruppen zu bilden. Bei allen Online-Gesprächen oder Online-Seminaren sollte man sich aber immer bewusst machen, dass Körpersprache und Mimik nur sehr eingeschränkt einsetzbar sind. Es ist daher wichtig, auf Formulierungen zu achten, um nicht missverstanden zu werden.
    Der inhaltliche Umfang ist nicht per se aufgrund der digitalen Lehre zu reduzieren. Es ist jedoch wichtig, den Lernstoff möglichst anschaulich aufzubereiten, damit er in einem Online-Seminar gut nachvollzogen werden kann. Durch diese Aufbereitung kann es dazu kommen, dass der Inhalt einer regulären Präsenzveranstaltung während eines Online-Semesters nicht vollständig abgebildet werden kann. Dann ist eine sinnvolle Anpassung des Umfangs natürlich einer Überladung der Online-Seminare vorzuziehen.

    Wie ist damit umzugehen, wenn Studierende nicht über die notwendige technische Ausstattung verfügen, um an Online Seminaren zu partizipieren?

    Bei einer fehlenden technischen Ausstattung muss auf jeden Fall geholfen werden. Am Fachbereich 4 gibt es ein paar Leih-Laptops, die bei fehlender Hardware-Ausstattung ausgeliehen werden können. Falls die Internet-Verbindung abbricht, dann sollten die Studierende zusätzliche Sprechstunden erhalten, um Fragen zum Stoff stellen zu können. Bei der Auswahl der Seminar-Plattform sollte außerdem darauf geachtet werden, dass es möglichst wenig technische Voraussetzungen (z.B. bezüglich des Betriebssystems) gibt, um keine Studierenden unbewusst auszuschließen.

    Glauben Sie, dass der derzeitige Fokus auf digitale Lehre längerfristig die Art des Lehrens und Lernens verändern wird?

    Ich denke, dass die Potentiale der digitalen Lehre dazu führen, dass Dozenten/-innen und Studierende auch längerfristig verschiedene Technologien sinnvoll nutzen werden. Beispielsweise können in Online-Seminaren unkompliziert Umfragen durchgeführt werden. Der zusätzliche Einsatz von Online-Tests zur Selbstkontrolle ermöglicht es den Studierenden, ihren Lernerfolg bereits im Laufe des Semesters zu überprüfen. Werden Lernmaterialien in Form von Videos bereitgestellt, dann ist ein zeitlich und örtlich flexibler Zugriff möglich, was insbesondere Studierenden mit pflegebedürftigen Angehörigen und Kindern zugutekommen kann.
    In unserer Abteilung haben wir über die Online-Seminare hinaus neue digitale Lernformate erprobt und sehr erfolgreich eingesetzt. Diese werden wir auch in den kommenden Semestern nutzen. Auf der anderen Seite fehlt insbesondere bei asynchronen Veranstaltungen vielen Beteiligten die sonst übliche Möglichkeit zum direkten Austausch. Daher sollten nicht alle Veranstaltungen ungeprüft online stattfinden.

    Das Interview führte Jorinde Markert, studentisches Mitglied im Redaktionsteam der Pressestelle.

     

    ]]>
    Fachbereich 4 Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik dig. Semester Pressemeldungen Startseite
    news-19292 Mon, 17 Aug 2020 09:31:00 +0200 Umweltstudium in der Corona-Krise: Interview mit der Studentin Janika Ballhöfer https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/umweltstudium-in-der-corona-krise-interview-mit-der-studentin-janika-ballhoefer/ Janika Ballhöfer studiert im zweiten Semester den Master „Umwelt, Naturschutz und Nachhaltigkeit“. Ihr Studium lebt zu einem großen Teil von der Präsenz vor Ort in der Natur, weshalb sie von den Corona-Beschränkungen besonders betroffen ist. Welche Möglichkeiten gibt es, mit dieser Situation umzugehen? Janika, dein Studiengang klingt für mich nach viel Arbeit unter freiem Himmel und weniger nach Vorlesungssälen und langen Tagen in der Bibliothek.

    Wir haben natürlich auch theoretische Seminare und einiges an Literatur, mit der wir arbeiten, aber tatsächlich legt mein Studiengang einen starken Fokus auf die Praxis, im Sommersemester sogar noch mehr als im Winter. Bei Exkursionsveranstaltungen gehen wir gemeinsam raus in die Natur und führen zum Beispiel Bodenuntersuchungen oder Vegetationsaufnahmen in Biotopen durch. Im Winter finden dann wiederum mehr Veranstaltungen im Labor statt, wie im Bereich der Umweltchemie.

    In Anbetracht der Corona-Beschränkungen scheinen praktische Übungen nur schwer umsetzbar. Konnten deine Exkursionen stattfinden?

    Nein, leider nicht. Fast alle meine Exkursionsveranstaltungen sind in diesem Semester entfallen. Bis Ende September wurde ein Exkursionsstopp beschlossen, was natürlich sehr schade ist, da diese quasi das „Highlight“ unseres Studiums sind. Einige dieser Exkursionen würden normalerweise in der vorlesungsfreien Zeit national aber auch international stattfinden. Viele meiner Kommiliton*innen wären beispielsweise auf die Azoren gegangen und ich hätte auf Kreta eine meeresbiologische Tauchexkursion gemacht. Vor Kurzem konnte ich allerdings an einer ersten Freilandübung im Naturschutzgebiet „Steinberg bei Wesseln“ teilnehmen, was uns durch eine Sondergenehmigung ermöglicht wurde. Unser Dozent Prof. Dr. Johannes Metz hat sich sehr dafür eingesetzt, dass wir diese Genehmigung erhalten, für die die Aufstellung eines Hygieneplans erforderlich war. Wir sind individuell zum Veranstaltungsort angereist und haben Masken getragen. Die Übung konnte außerdem nur eingeschränkt durchgeführt werden, da Arbeitsmaterialien und Messgeräte nicht hin- und hergereicht werden durften, aber in Anbetracht der Situation fand ich das super umgesetzt.

    Und wie sieht es mit den theoretischen Veranstaltungen aus?

    Unsere Vorlesungen finden natürlich online statt. Häufig erarbeiten wir uns im Selbststudium Themen und fassen diese in Referaten oder Präsentationen zusammen. Anschließend beschäftigen wir uns mit den Arbeiten unserer Kommiliton*innen. Wir Studierende befinden uns gerade im Austausch mit unseren Dozent*innen, um gemeinsam nach Möglichkeiten zu suchen, wie ein interaktiver Austausch bei Online-Veranstaltungen gelingen kann.

    Wird es die Möglichkeit geben, die ausgefallenen Übungen nachzuholen?

    Im kommenden Wintersemester vermutlich nicht. Eventuell werden Ersatzleistungen angeboten, um die nötigen Credits für den Master zu bekommen. Diese Leistungen haben aber natürlich nicht denselben Lerneffekt wie die eigentlichen Übungen. Falls auch im kommenden Semester keine Präsenzveranstaltungen stattfinden können, überlege ich, ein Urlaubssemester einzulegen, da mein Master regulär nur zwei Jahre umfasst und ich nicht die Hälfte dieses Studiums online absolvieren möchte.

    Gibt es auch Aspekte, die du in den letzten Monaten als bereichernd wahrgenommen hast?

    Zunächst einmal fand ich mein Semester inhaltlich sehr spannend. Und dann gab es auch noch eine tolle Initiative der „Students für Future“, welche eine Ringvorlesung zum Thema „Klimawandel, Umwelt und Gesellschaft“ durchgeführt haben. Diese Veranstaltungen wurden mit unserem Studienkoordinator geplant und verschiedene Dozent*innen aus mehreren Fachbereichen wurden mit einbezogen. Dadurch konnte ein spannender, fachbereichsübergreifender Austausch stattfinden.

    Das Interview führte Thore Fahrenbach, studentisches Mitglied im Redaktionsteam der Pressestelle.

    ]]>
    Biologie & Chemie Biologie MSc Umwelt dig. Semester Pressemeldungen Startseite
    news-19318 Tue, 11 Aug 2020 18:39:00 +0200 Informationsverhalten in Krisenzeiten: Studie der Uni Hildesheim zeigt wichtige Rolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und von Tageszeitungen während der Corona-Pandemie https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/informationsverhalten-in-krisenzeiten-studie-der-uni-hildesheim-zeigt-wichtige-rolle-des-oeffentlich/ Ein Forschungsteam um Prof. Dr. Thomas Mandl, Dr. Stefan Dreisiebner und Sophie März vom Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie der Universität Hildesheim untersuchte in einer Studie das Informationsverhalten in Krisenzeiten. Nun liegen Ergebnisse vor. Die Studie unterstreicht die bedeutende Rolle seriöser Quellen in der Informationsversorgung während Krisenzeiten. Über 75% der Befragten gaben an, seit Beginn der Coronavirus-Pandemie mehr Nachrichten und Informationen zu konsumieren. Die Studie der Universität Hildesheim zeigt, dass BürgerInnen während der Covid-19 Pandemie vermehrt aktuelle und qualitativ hochwertige Information schätzen und nutzen, insbesondere des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und von Tageszeitungen. 84% gaben an mit der Informationsversorgung zufrieden zu sein. Ein interessanter Zusammenhang zeigt sich hierbei zwischen Zufriedenheit und Mediennutzung: Personen mit geringer Zufriedenheit mit der Informationsversorgung zu Covid-19 nutzen auch signifikant weniger den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und Tageszeitungen. Dies unterstreicht die bedeutende Rolle seriöser Quellen in der Informationsversorgung zu Krisenzeiten.

    Wie glaubwürdig und zuverlässig sind gefundene Informationen im Netz?

    Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass sich mit Beginn der Corona-Krise erhöhte Zugriffe bei fast allen Nachrichten-Angeboten zeigten, aber seriöse Quellen wie deutschlandfunk.de und auch lokale Sites wie br.de oder ndr.de erhalten weitaus mehr Zugriffe.

    „Im Kern stand die Hypothese, dass seriöse Informationen in Zeiten der Corona-Pandemie wieder ernst genommen werden“, sagt Professor Dr. Thomas Mandl. Der Informationswissenschaftler erforscht unter anderem seit vielen Jahren das Informationsverhalten und befasst sich mit der Frage, wie glaubwürdig und zuverlässig gefundene Informationen im Netz sind.

    Eine Online-Umfrage sollte untersuchen, inwieweit Menschen ihr Informationsverhalten während der Krise wahrnehmen und welche Kriterien sie bei Informationsquellen als wichtig erachten. Dazu gaben die TeilnehmerInnen an, welche Informationsquellen sie regulär und welche sie während Covid-19 nutzten, um eine Veränderung zu erkennen. Zudem wurde der Erhalt von Fake News berücksichtigt. Ein Wissenstest prüfte den Kenntnisstand der TeilnehmerInnen in Bezug auf den Virus. Die Umfrage wurde im Zeitraum vom 12. April bis zum 17. Mai 2020 in den deutschsprachigen Ländern durchgeführt. Teilgenommen haben über 308 Personen, davon waren 60% weiblich.

    Coronavirus-Pandemie: Erhöhter Bedarf an Informationen

    Die Ereignisse belegen zunächst den erhöhten Bedarf an Informationen. Über 75% der Befragten gaben an, seit Beginn der Krise mehr Nachrichten und Informationen zu konsumieren. Über 72% arbeiteten im Homeoffice, und 20% zählen sich zu Risikogruppen. Die Häufigkeit der Mediennutzung änderte sich am stärksten für offizielle Quellen wie beispielsweise das Robert-Koch-Institut, gefolgt vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk und Tageszeitungen. „Konform mit anderen Mediennutzungsstudien, greifen auch während der Krise ältere Personen tendenziell eher auf Zeitungen und Fernsehen zurück“, so Studien-Co-Autorin Sophie März. Jüngere TeilnehmerInnen bevorzugen teils eher soziale Medien und Streaming Dienste. Soziale Netzwerke werden jedoch auch zum Großteil genutzt, um öffentlich-rechtlichen Kanälen und seriösen Quellen zu folgen. Die Informationsqualität kann somit nicht mehr nur durch das Medium unterschieden werden. Als Kriterien für die Auswahl von Informationsquellen werden Glaubwürdigkeit und journalistische Qualität am wichtigsten eingeschätzt. Die Personen, die sich der Risikogruppe zugehörig fühlen, legen signifikant mehr Wert auf regionale Information, die Eignung für die Familie und gute Unterhaltung.

    84% gaben an mit der Informationsversorgung zu Covid-19 zufrieden zu sein. In Bezug auf die Zufriedenheit mit der Informationsversorgung während der Krise können weitere Zusammenhänge festgestellt werden. Personen, die unzufrieden waren, nutzen signifikant weniger den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, Tageszeitungen und offizielle Quellen wie beispielsweise das Robert-Koch-Institut. Personen, die unzufrieden waren, gaben generell an weniger Wert auf offizielle Quellen und mehr Wert auf die Bedeutung von Eignung für die Familie zu legen. Das persönliche Kennen des Autors, die Unabhängigkeit von Staat, Politik und Wirtschaft und die Möglichkeit, dass Meinungen geäußert werden dürfen werden von dieser Gruppe ebenfalls als wichtiger erachtet.

    Ungefähr 80% der TeilnehmerInnen gaben an, bereits mit Fake News zu Covid-19 konfrontiert worden zu sein, insbesondere in Sozialen Medien. Somit scheinen die Anstrengungen der sozialen Medien bei weitem nicht auszureichend, um diese einzudämmen. Der Wissenstest wurde von fast allen TeilnehmerInnen korrekt gelöst, was für einen generellen guten Informationsstand spricht. Die Ergebnisse zeigten aber auch, dass die Omnipräsenz von Covid-19 und daraus resultierende große Informationsmenge insbesondere in der Anfangsphase der Krise bei einigen Personen zu einem Gefühl der Hilflosigkeit und Überforderung führte, was teilweise auch zu einer bewussten Einschränkung des Medienkonsums führte. So der Studien-Co-Autor Dr. Stefan Dreisiebner, welcher mit einigen TeilnehmerInnen auch Interviews führte: „Etliche TeilnehmerInnen berichteten von einem Gefühl der Erleichterung, als Corona-Berichte im Laufe des Mai/Juni wieder zunehmend von anderen Schlagzeilen abgelöst wurden“.

    Einschränkend ist anzumerken, dass 70% der TeilnehmerInnen über einen Universitätsabschluss verfügten, weshalb die Ergebnisse der Studie nicht repräsentativ für die Gesamtbevölkerung sind. Der vollständige wissenschaftliche Artikel, welcher bisher noch kein Peer-Review durchlaufen hat, ist unter folgender Adresse zu finden: http://arxiv.org/abs/2007.13833

    Das Forschungsteam hatte im Frühjahr 2020 zur Teilnahme an der Studie aufgerufen (Presseinformation vom 1.5.2020).

    ]]>
    Fachbereich 3 Informationswissenschaft und Sprachtechnologie Pressemeldungen
    news-19319 Tue, 11 Aug 2020 18:02:00 +0200 Ausgezeichnet: Fachbereich 4 ehrt Studierende für hervorragende Leistungen https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/ausgezeichnet-fachbereich-4-ehrt-studierende-fuer-hervorragende-leistungen/ Der Fachbereich „Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik“ der Universität Hildesheim zeichnet Studierende und Absolvent_innen für herausragende Leistungen aus und gratuliert den diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträgern ganz herzlich. Sebastian-Thrun-Preis

    Für seine hervorragenden Leistungen im Studium und in der Forschung im Gebiet der Informatik wird Christian Ackermann mit dem Sebastian-Thrun-Preis 2020 ausgezeichnet.

    Der Sebastian-Thrun-Preis wird an eine_n Absolvent_in im Bachelor of Science oder Masters of Science „Informationsmanagement und Informationstechnologie“ (IMIT) oder einen Promovierten der Informatik vergeben. Der Preis zeichnet besonders hervorragende Leistungen im Studium und in der Forschung auf dem Gebiet der Informatik aus. Die Vergabe verläuft über eine Kommission. Der Preis beinhaltet einen Besuch in den USA bei Sebastian Thrun. Dieser hat in den 1980er Jahren an der Universität Hildesheim Informatik studiert. Der Sebastian-Thrun-Preis wird seit 2014 vergeben.

    Arwed-Löseke-Preis für Wirtschaftsinformatik

    Für seine herausragenden Leistungen im Bereich der Wirtschaftsinformatik wird Patrick Jähne mit dem Arwed-Löseke-Preis 2020 ausgezeichnet.

    Der Fachbereich „Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik“ ist seit jeher tief mit dem Unternehmer Dr. h.c. Arwed Löseke verbunden, der sich in herausragender Weise für Hildesheim als Wissenschaftsstandort eingesetzt hat. Ein besonderes Interesse hatte er im Bereich Wirtschaft und Informatik. Die Stiftungsuniversität ehrt sein Andenken durch die jährliche Vergabe des Arwed-Löseke-Preises für Wirtschaftsinformatik. Der Preis wird seit dem Jahr 2015 vergeben. Dabei wird der Arwed-Löseke-Preis durch den Fachbereichsrat an die/den best_e Studierende_n der Wirtschaftsinformatik vergeben.

    Preisträger_innen der Absolventenpreise des Fachbereichs „Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik“ sind:

    • Wirtschaftsinformatik (B.Sc.):
      Ann-Kristin Rosemeyer

    • Informationsmanagement und Informationstechnologie (IMIT) (B.Sc.):
      Leon Schaffert

    • IMIT, Studienvariante Angewandte Informatik (M.Sc.):
      Christian Ackermann
      Adam Krafczyk

    • Umweltsicherung (B.Sc.):
      Tana Sinner

    • Umwelt, Naturschutz und Nachhaltig (M.Sc.):
      Lisa-Marie Hille
      Saskia Dröge

    • Data Analytics (M.Sc.):
      Torben Windler

    • 2-Fächer-Bachelor:
      Meeri-Liisa Beste
      Annika Hanelt

    ]]>
    Fachbereich 4 Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Informatik Geographie Biologie & Chemie Mathematik & Angewandte Informatik Pressemeldungen
    news-19320 Tue, 11 Aug 2020 15:20:00 +0200 Nachruf – Gedenken an Brigitte Constantin https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/nachruf-gedenken-an-brigitte-constantin/ Die Universität Hildesheim trauert um Brigitte Constantin. Mit großem Engagement hat sie über viele Jahre als Stifterin jungen Menschen geholfen, die finanziellen Hürde ihres jeweiligen Studiums zu bewältigen. Dies war der ehemaligen Sozialarbeiterin ein wichtiges Anliegen. „Wir brauchen in unserem Staat begabte Menschen. Wie sollen so eine Demokratie und die Wirtschaft laufen, wenn wir keine gut ausgebildeten Leute haben?“ Das sagte Brigitte Constantin vor gut sieben Jahren in einem NDR-Fernsehinterview als Antwort auf die Frage, warum sie mit einem Deutschlandstipendium ihr doch eigentlich fremde Studierende fördere.

    Seit 2011 gibt es das Deutschlandstipendien-Programm und von Anbeginn war Brigitte Constantin als Förderin dabei. Neun Jahre förderte sie Studierende der Universität Hildesheim mit einem Stipendium und in aller Regel ergab sich daraus auch eine persönliche Beziehung. Vor allem aber half sie damit jungen Menschen, eine finanzielle Hürde zu meistern und erfolgreich ihr jeweiliges Studium zu absolvieren. Dies war der ehemaligen Sozialarbeiterin ein offenbar sehr wichtiges Anliegen.

    Brigitte Constantin hat am universitären Leben rege teilgenommen und war häufig Gast bei Universitätsveranstaltungen und Feierstunden. Dabei beindruckte sie nicht nur mit ihrer Großzügigkeit, sondern durch ihre wohlwollende und bescheidende Art. Gerade dadurch ist sie auch weiterhin ein leuchtendes Vorbild für andere, obschon sie gerade das gar nicht sein wollte.

    "Mir selbst werden die Treffen und Gespräche mit Frau Constantin fehlen, was aber immer bleiben wird, ist die Erinnerung an eine großzügige und freundliche Frau", sagt Markus Langer, Leiter des Bereichs Friend & Fundraising der Stiftung Universität Hildesheim.

    Brigitte Constantin ist am 19. Juli 2020 unerwartet an ihrem letzten Wohnort Göttingen verstorben.

    In stillem Gedenken und Trauer.

    ]]>
    Fachbereich 4 Mathematik & Angewandte Informatik Pressemeldungen Personalportal
    news-19308 Wed, 05 Aug 2020 20:13:00 +0200 Studium an der Uni Hildesheim: MINT-Lehramt an Haupt- und Realschulen https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/studium-an-der-uni-hildesheim-mint-lehramt-an-haupt-und-realschulen/ Die Universität Hildesheim bietet spannende Bachelorstudienplätze an: Studieninteressierte können sich noch für das Studium zum Beispiel in den Studiengängen Lehramt an Haupt- und Realschulen, insbesondere für naturwissenschaftliche Fächer, oder für Studiengänge wie Internationale Kommunikation und Übersetzen sowie Wirtschaftsinformatik. Auf dieser Website der Studienberatung finden Sie alle Informationen rund um die Themen „Bewerben“ und „Einschreiben" an der Universität Hildesheim:

    Jetzt bewerben und einschreiben an der Uni Hildesheim!

    MINT-Lehramtsstudium an der Universität Hildesheim

    Studieninteressierte können sich noch bis zum 20. August 2020 für einen Bachelorstudienplatz im Bereich Lehramt an Haupt- und Realschulen bewerben. Die frühe Kombination von Theorie und Unterrichtspraxis ist seit über 70 Jahren ein Kernelement der Hildesheimer Lehrerausbildung.

    Freie Studienplätze an der Universität Hildesheim im Lehramt an Haupt- und Realschulen sind zum Beispiel in den Fächern Technik, Chemie, Physik, Wirtschaft, Mathematik und neben den MINT-Fächern zum Beispiel auch im Fach Politik vorhanden.

    Bachelorstudiengang „Internationale Kommunikation und Übersetzen“

    Die Universität Hildesheim bildet seit 40 Jahren Übersetzerinnen und Übersetzer aus. Eine Bewerbung um einen Studienplatz im Bachelorstudiengang „Internationale Kommunikation und Übersetzen“ ist bis zum 14. September 2020 möglich. Die Studierenden lernen etwa, Filme, Literatur und technische Benutzerhandbücher zu übersetzen.

    Zum Studium gehört ein Auslandsaufenthalt. Die Studentinnen und Studenten erweitern so ihren Wortschatz und bekommen ein noch besseres Gefühl für die Sprache und die Kultur des Gastlandes. Die Universität kooperiert mit Partnerhochschulen, zum Beispiel in Alicante, Madrid, Murcia und Barcelona in Spanien, in Paris, Clermont-Ferrand, Pau und Tours in Frankreich sowie in Irland, Finnland, Belgien, in der Türkei, Indien, Kolumbien und Mexiko.

    Im Video berichtet Studentin Andrea
    über ihr Studium
    „Internationale Kommunikation und Übersetzen“

    Informationsmanagement und Informationstechnologie (B.Sc.)

    Der Bachelorstudiengang Informationsmanagement und Informationstechnologie (B.Sc.) vermittelt, wie man große Informationsmengen managt und technisch beherrschbar macht. So können Sie entsprechende IT-Systeme und Abläufe in Unternehmen verstehen, entwerfen, realisieren und einführen.
    Zusätzlich lernen Sie, wie Sie diese Systeme und Abläufe an andere kommunizieren und IT-Systeme so entwerfen, dass Sie auch von Laien intuitiv und einfach nutzbar sind. Der Studiengang vereinigt dabei Inhalte der Informatik, der Informationswissenschaft und der Betriebswirtschaft. Zusätzlich haben Sie vielfältige Wahlmöglichkeiten, um Ihr Studium an Ihre Fähigkeiten und Interessen anpassen zu können. Es ist so noch während des Studiums möglich, die Akzente zwischen stärkerer Technik-Orientierung (z.B. Vertiefung Angewandte Informatik) und stärkerer Fokussierung auf Abläufe in Unternehmen und Informationsmanagement zu
    verschieben.

    Angewandte Informatik (B.Sc.)

    Studienprogramm des Bachelor-Studiengangs Informationsmanagement und
    Informationstechnologie (B.Sc.)

    Die Welt wird von einer unvorstellbaren Menge an Informationen überflutet: Die weltweit gespeicherte Datenmenge verdoppelt sich ca. alle anderthalb Jahre. Immer mehr Daten, immer mehr Wissen, immer mehr Kommunikation. Es braucht Menschen, die diese Datenflut organisieren, passende Abläufe und passende Software planen und einführen – und dabei alle Mitarbeiter_innen im Unternehmen einbinden. Hier knüpft der Bachelorstudiengang Angewandte Informatik (B.Sc.) an: Er vermittelt Techniken, Methoden und Werkzeuge, um Systeme zu entwickeln, die komplexe Abläufe und große Informationsmengen technisch beherrschbar machen. Dabei steht immer die Anwendbarkeit der Systeme in realen wirtschaftlichen Kontexten im Mittelpunkt. Zusätzlich lernen Sie, wie Sie diese Systeme und Abläufe an andere kommunizieren und IT-Systeme so entwerfen, dass sie auch von Laien intuitiv und einfach nutzbar sind. Der Bachelorstudiengang Angewandte Informatik (B.Sc.) setzt Schwerpunkte im Bereich der Informatik und verknüpft die dort erlangten Grundkenntnisse mit Anwendungsgebieten der Betriebswirtschaft und der Informationswissenschaft. Noch während des Studiums ist es möglich, Schwerpunkte in Gebieten wie beispielsweise Software Engineering, Künstliche Intelligenz,
    Intelligenter Informationssysteme, Computerlinguistik, Operations Research oder Medieninformatik zu setzen.

    Bachelorstudiengang Wirtschaftsinformatik

    Die Wirtschaftsinformatik ist ein interdisziplinäres Fachgebiet, dessen Inhalte aus der Informatik und den Wirtschaftswissenschaften, insbesondere der Betriebswirtschaftslehre, zusammengesetzt sind. Heutzutage ist in jedem Unternehmen die effiziente Verwaltung und Verarbeitung von Informationen entscheidend für den geschäftlichen Erfolg und die langfristige Kundenbindung. Nur mit computergestützten Systemen können extrem große Mengen an Informationen und Daten sinnvoll verarbeitet und gewinnbringend genutzt werden.

    Wirtschaftsinformatiker_innen befassen sich mit der Konzeption, Entwicklung, Einführung und dem Betrieb von Systemen zur computergestützten Informationsverarbeitung in Unternehmen. Ziel des Bachelorstudiengangs Wirtschaftsinformatik (B.Sc.) ist es, Sie auf diese Tätigkeiten vorzubereiten und Ihnen - immer im Hinblick auf die dynamische Entwicklung des Berufsfeldes - zukunftsorientiertes Wissen zu vermitteln. Im Laufe des Studiums erwerben Sie fundierte Kenntnisse in den Bereichen Wirtschaftswissenschaften und Informatik und erhalten damit die besten Voraussetzungen, um Lösungen zur Produkt- und Geschäftsprozessgestaltung unter ökonomischen Rahmenbedingungen bereitstellen zu können.

    Lehramt studieren:
    Interview mit dem Lehramtsstudenten Nikolai Wagner

    „An der Universität Hildesheim studiere ich in einer familiären Atmosphäre und während meines Studiums gehe ich ziemlich früh in die Schule“

    Nikolai Wagner studiert Lehramt an der Universität Hildesheim. Der 21-Jährige hat die Fächerkombination Physik, Informatik und Soziologie gewählt. Im Interview gibt er Einblicke in das Studium.

    Herr Wagner, Sie studieren Lehramt, was macht das Lehramtsstudium in Hildesheim besonders?

    Aus meiner Sicht haben wir in Hildesheim im Vergleich zu anderen Hochschulen zwei große Vorteile: Zum einen sind wir in den jeweiligen Fächern mit viel wenigeren Studierenden zusammen, weshalb es zu einer familiären Atmosphäre kommt und man sich so viel besser mit anderen Studierenden austauschen kann. Zum anderen sind wir selbst heute noch ziemlich früh in der Schule, wodurch wir so noch vor vielen anderen bereits unterrichten und erste Erfahrungen machen können.

    Was fasziniert Sie am Lehrerberuf?

    Mich fasziniert es, Schülerinnen und Schülern etwas beibringen zu können und anhand ihrer Blicke sehen zu können, dass sie etwas neues verstanden haben.

    Wie ist Ihr Studium aufgebaut, welche Seminare und Vorlesungen besuchen Sie zum Beispiel?

    Im Studium besuche ich Vorlesungen und Seminare in den Fächern Physik, Informatik, Soziologie und in den Erziehungswissenschaften, Pädagogik und Psychologie. Dabei ist jedes Fach für sich aber auch noch unterschiedlich strukturiert. So habe ich in Psychologie zum Beispiel nur drei Veranstaltungen und in Informatik fünf Vorlesungen und sieben Seminare. Jedoch ist die Didaktik natürlich auch ziemlich wichtig und deswegen habe ich bereits seit dem zweiten Semester einige Vorlesungen und Seminare, in denen uns die Didaktik der jeweiligen Fächer gelehrt wird.

    Was fasziniert Sie an den naturwissenschaftlichen Fächern wie Physik und Informatik?

    Das Beste an diesen Fächern ist, dass sie sich stetig weiterentwickeln. So gibt es immer wieder etwas Neues, was entdeckt oder erforscht werden kann. Es ist aber auch ziemlich faszinierend, irgendwann verstanden zu haben, wie bestimmte Teile der Natur funktionieren und dass sie alle irgendwie miteinander verknüpft sind.

    Ihr Tipp für Studieninteressierte?

    Wenn ihr noch unsicher sein solltet, dann fragt doch einfach mal nach, ob ihr euch zum Beispiel bestimmte Seminare anschauen könnt und sonst gibt es für euch bei der Zentralen Studienberatung (ZSB) auch noch eine gute Beratung.

    Die Fragen stellte Isa Lange.

    ]]>
    Pressemeldungen
    news-19307 Wed, 05 Aug 2020 15:21:16 +0200 Studie: Vertrauen in Medien in Zeiten der Corona-Pandemie. Welchen Medien vertrauen Menschen? https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/studie-vertrauen-in-medien-in-zeiten-der-corona-pandemie-welchen-medien-vertrauen-menschen/ Studie der Entwicklungspsychologie startet: Dr. Petra Sandhagen untersucht das Vertrauen in Medien in Zeiten der Corona-Pandemie. An der bundesweiten Online-Studie ist eine Teilnahme ab 18 Jahren ab sofort möglich. Vertrauen in Medien in Zeiten der Corona-Pandemie
    Jetzt an der Studie teilnehmen!

    Die Wissenschaftlerin Dr. Petra Sandhagen vom Institut für Psychologie der Universität Hildesheim untersucht in einer bundesweiten Online-Studie das Vertrauen in Medien in Zeiten der Corona-Pandemie.

    „Abstandsregeln und Maskenpflicht, Lockerungen und Hotspots: Die Auswirkungen des Coronavirus betreffen seit Monaten die Menschen in Deutschland und weltweit. Wir möchten untersuchen, wie sich Menschen informieren, welche Medien sie nutzen, wie sich der neue Alltag gestaltet und wie Personen die aktuelle Situation wahrnehmen“, erläutert die Entwicklungs- und Medienpsychologin Dr. Petra Sandhagen.

    Nachrichtenportale von öffentlich-rechtlichen Sendern, Nachrichtenmagazinen und Zeitungen erhalten hohe Klickzahlen. Der Bedarf an Informationen sei einerseits hoch, andererseits scheinen manche Menschen des Themas überdrüssig zu sein, so Sandhagen. In der Studie wird nun untersucht: Welchen Medien vertrauen Menschen in Zeiten der Corona-Pandemie? Welche psychologischen Einflussfaktoren wie zum Beispiel Optimismus oder auch persönliche gesundheitliche oder wirtschaftliche Betroffenheit gibt es?

    In der Online-Fragebogenstudie befasst sich die Wissenschaftlerin mit dem Vertrauen der Menschen in Medien und mögliche Einflussfaktoren dazu. Die Mitarbeiterin der Universität Hildesheim möchte unter anderem herausfinden, welche Einflussfaktoren dazu führen, welchen Medien Menschen vertrauen und welche unterschiedlichen Nutzer_innengruppen mit welchen Informationsbedürfnissen es gibt. Die zweite Erhebungswelle der Studie hat begonnen.

    Die Forscherin sucht von sofort an Studienteilnehmerinnen und Studienteilnehmer. An der Online-Fragebogenstudien können Erwachsene ab 18 Jahren teilnehmen. Das Ausfüllen des Fragebogens dauert etwa 30 Minuten. Der Fragebogen ist über folgenden Link erreichbar:

    ww3.unipark.de/uc/vertrauen_in_medien_2/

    Weitere Erhebungen sind Ende des Jahres 2020 und im nächsten Frühjahr 2021 vorgesehen. Teilnehmer_innen können zu einem oder zu mehreren Zeitpunkten mitmachen.

    Die Arbeitsgruppe „Entwicklungspsychologie“ am Institut für Psychologie der Universität Hildesheim wird von Professor Werner Greve geleitet.

    ]]>
    Universität Hildesheim Psychologie Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-19293 Wed, 05 Aug 2020 09:41:00 +0200 Anerkennung ausländischer Abschlüsse: Online-Portal startet https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/anerkennung-auslaendischer-abschluesse-online-portal-startet/ Wie gelangen Fachkräfte aus dem Ausland in den deutschen Arbeitsmarkt, um zum Beispiel als Lehrerin oder Erzieher zu arbeiten? Ein forschungsteam um Professorin Carola Iller hat mit Partnern in der Region ein digitales Wissensmanagement für Ratsuchende und Beratende entwickelt, das Portal ist ab sofort online verfügbar: https://anerkennung-hildesheim.de. Damit sollen Personen, die Studienleistungen im Ausland erbracht haben, schneller und zielgerichteter zu einem in Deutschland anerkannten Hochschulabschluss gelangen. Wie gelangen Fachkräfte aus dem Ausland in den deutschen Arbeitsmarkt, um zum Beispiel als Lehrerin oder Erzieher zu arbeiten? Zwei Jahre lang hat das Projekt „VerAn – Vernetzung der Anerkennungsberatung für ein Hochschulstudium“ die Aufbau- und Entwicklungsarbeit geleistet, um die vielfältigen Beratungsangebote zur Anerkennung ausländischer Studienleistungen institutionenübergreifend miteinander zu vernetzen. Ziel des Projektteams war es, Menschen mit im Ausland erworbenen Studienleistungen schneller und zielgerichteter zu einem in Deutschland anerkannten Hochschulabschluss zu führen. Die Wissenschaftlerinnen konzentrierten sich auf pädagogische Berufsfelder.

    Der Fachkräftebedarf insbesondere bei Erzieherinnen und Erziehern sowie Lehrerinnen und Lehrern ist hoch. Das IQ Netzwerk in Niedersachsen berät Menschen, die im Ausland einen Beruf erlernt haben, und begleitet sie auf dem Weg zur Anerkennung ihrer Abschlüsse und Leistungen in Deutschland: Von den etwa 1400 Personen mit ausländischen Abschlüssen, die sich seit 2016 für den Lehrerberuf in Niedersachsen interessieren und hier Beratung suchen, kommt nur ein äußerst geringer Teil in den Hochschulen an. Die Hürden für diese Personengruppen sind hoch. Dies sei nicht nur sprachlich begründet, sondern auch durch eine bürokratische Anerkennungspraxis, die zu wenig das Können der Personen berücksichtigt, sondern nach formalen Abschlüssen entscheidet, so die Hildesheimer Wissenschaftlerinnen.

    Um die diversen Beratungsangebote zur Integration in den Arbeitsmarkt zu verbessern, haben die Erziehungswissenschaftlerinnen der Universität Hildesheim in den letzten zwei Jahren mit der Volkshochschule sowie mit dem IQ Netzwerk Niedersachsen, mit der Agentur für Arbeit, mit dem Jobcenter und der Hochschule HAWK zusammengearbeitet. Dabei wurden bestehende Beratungsangebote in der Region vernetzt, der Austausch zwischen den Beratungseinrichtungen gefördert und das Beratungspersonal sowohl extern als auch hochschulintern fortgebildet.

    Die Wissenschaftlerinnen haben mit den Partnern ein digitales Wissensmanagement für Ratsuchende und Beratende entwickelt, das Überblick und Transparenz im Anerkennungsverfahren ausländischer Hochschulabschlüsse leisten soll. Das Portal führt Ratsuchende und Beratende zusammen und vernetzt Beratungsinsitutionen.  Es liefert einen detaillierten Überblick über den gesamten Anerkennungsprozess und die weiteren Schritte bis zur Integration in den Arbeitsmarkt, weiterführende Informationen und Ansprechpersonen zu konkreten Fachfragen, ein Forum zur Vernetzung und zum Austausch. Akademiker_innen mit ausländischen Abschlüssen oder Studienleistungen können über das Portal einen Selbstcheck durchführen und erhalten Hinweise auf dem Weg in den Arbeitsmarkt bzw. in ein Hochschulstudium, Informationen zu Ansprechpersonen in der Region Hildesheim für konkrete Fragen sowie weiterführende Informationen. Das Portal  ist online abrufbar unter: anerkennung-hildesheim.de

    Ein weiteres Ergebnis des Teams um Professorin Carola Iller sind Handlungsempfehlungen für Ministerien, Landesschulbehörde und Beratungsagenturen. Die Eingliederung von Menschen mit im Ausland erworbenen Studienleistungen in den Arbeitsmarkt über eine Anerkennung ihres Abschlusses, ggf. mittels Nachqualifizierung sollte nicht an finanziellen Möglichkeiten scheitern. Der Weg zur beruflichen Anerkennung ist lang und nicht selten von Umwegen gekennzeichnet. Die Frustration seitens der Ratsuchenden ist hoch, umso mehr, wenn sie keinen Überblick haben, welche Schritte insgesamt bis zur Anerkennung erforderlich sind. Die personellen Rahmenbedingungen in den Institutionen im Arbeitsfeld der Anerkennungsberatung sind nicht immer optimal. In den anerkennenden Stellen gibt es häufig personelle Engpässe, was u.a. zu einem Mangel an Serviceorientierung führt. Nicht immer liegt ausreichendes Wissen über Ausbildungsinhalte in anderen Staaten vor. Um Ratsuchende schneller und zielgerichteter zu einem in Deutschland anerkannten Hochschulabschluss zu führen, sollte es in den anerkennenden Behörden ausreichend qualfiziertes Personal geben.

    Das zweijährige Projekt wurde im Rahmen der „Offenen Hochschule Niedersachsen“ durch den Europäischen Sozialfond und das Land Niedersachsen gefördert.

    Wer Fragen zu den Projektergebnissen und Handlungsempfehlungen hat, erreicht die wissenschaftliche Leiterin Prof. Dr. Carola Iller unter carola.iller@uni-hildesheim.de, Julietta Adorno via E-Mail unter adorno@uni-hildesheim.de.

    ]]>
    Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-19278 Mon, 03 Aug 2020 17:38:00 +0200 Kulturelle Teilhabe in der DDR: Tagung und Publikation von Professorin Birgit Mandel https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/kulturelle-teilhabe-in-der-ddr-tagung-und-publikation-von-professorin-birgit-mandel/ Professorin Birgit Mandel hat in einem Forschungsprojekt Ziele, Strukturen und Wirkungen von Maßnahmen kultureller Teilhabe in der DDR erstmalig aufgearbeitet. Dabei hat die Forscherin des Instituts für Kulturpolitik der Universität Hildesheim unter anderem Originaldokumente der SED-Kulturpolitik, Praxisanleitungen für Kulturfunktionäre und Studien von DDR-Kultursoziologen analysiert sowie 65 Interviews mit Zeitzeugen geführt. Die Forschungserkenntnisse werden auf einer Tagung und in einer Publikation im Oktober 2020 vorgestellt. In einem Forschungsprojekt der Universität Hildesheim unter Leitung von Prof. Dr. Birgit Mandel, in das auch Studierende der Hildesheimer Kulturwissenschaften eingebunden waren, wurden Fragen zu Zielen, Strukturen und Wirkungen von Maßnahmen kultureller Teilhabe in der DDR erstmalig aufgearbeitet. Dabei hat das Forschungsteam Originaldokumente der SED-Kulturpolitik, Praxisanleitungen für Kulturfunktionäre, Studien von DDR-Kultursoziologen sowie rückblickende Analysen zur Kulturpolitik analysiert. Zentrale Erkenntnisse konnten zudem aus 65 Interviews mit Zeitzeug_innen und aus 33 Interviews mit Expert_innen aus Kulturwissenschaft, Kulturvermittlung, Kulturpolitik und Kunstschaffenden gewonnen werden.

    Tagung im Oktober 2020: Vorstellung der Forschungspublikation „Staatsauftrag: ‚Kultur für alle‘ – Ziele, Programme und Wirkungen kultureller Teilhabe und Kulturvermittlung in der DDR“

    Professorin Birgit Mandel stellt gemeinsam mit Birgit Wolf die Forschungserkenntnisse in der Forschungspublikation „Staatsauftrag: ‚Kultur für alle‘ – Ziele, Programme und Wirkungen kultureller Teilhabe und Kulturvermittlung in der DDR“ (Birgit Mandel/Birgit Wolf, transcript Bielefeld 2020, Publikation erscheint im Oktober 2020) vor. Die Vorstellung der Publikation ist Teil einer Tagung am Donnerstag, 29. Oktober 2020, von 10.00 Uhr bis 19.00 Uhr in der Stadtbibliothek Berlin Mitte.

    Durch den staatlichen Auftrag, „Kultur für alle“ als Teil sozialistischer Persönlichkeitsentwicklung zu garantieren, wurden in der DDR in einem engmaschigen System niedrigschwellige und sozialräumlich verankerte Aktivitäten der Kulturvermittlung etabliert, vom Kindergarten über die Betriebe bis in die staatlichen Wohnanlagen und die Kulturhäuser auf den Dörfern. Vor allem über die betriebliche Kulturarbeit sollten alle Menschen in ihrem Alltag erreicht werden. Das „künstlerische Volksschaffen“ wurde als Massenbewegung ausgebaut, anfänglich sogar mit der Perspektive, die Grenzen zwischen Laienkunstschaffen und professionellem Kunstschaffen zunehmend aufzulösen.

    „Die Förderung der Künste, der künstlerischen Interessen und Fähigkeiten aller Werktätigen und die Verbreitung künstlerischer Werke und Leistungen sind Obliegenheiten des Staates und aller gesellschaftlichen Kräfte. Das künstlerische Schaffen beruht auf einer engen Verbindung der Kulturschaffenden mit dem Leben des Volkes“, so formulierte die Verfassung der DDR den staatlichen Auftrag einer „Kultur für und von allen“.

    Auf welche Weise mit welchen Strukturen, Formaten und welchem Verständnis von Kulturvermittlung und kultureller Bildung wurde in der DDR versucht, Kunst und Kultur der breiten Bevölkerung und vor allem den Arbeitern und Bauern einer „klassenlosen Gesellschaft“ zugänglich zu machen? Wurden Ziele einer „Kultur für alle und von allen“ erreicht? Gelang es auch nicht kunstaffine Werktätige aus wenig bildungsorientierten Schichten zum einen für sogenannte Hochkulturformen zu interessieren, zum anderen sie zum eigenen künstlerisch-kreativen Schaffen zu motivieren?

    Inwieweit verhinderte die ideologische Funktionalisierung kultureller Arbeit als sozialistische Persönlichkeitsbildung kulturelle Selbstbildungsprozesse? Welche Freiräume gab es in den Künsten und der kulturellen Arbeit? Und welche Impulse lassen sich aus den Erfahrungen der DDR Kulturarbeit für aktuelle Diskurse zur kulturellen Teilhabe und kulturellen Bildung gewinnen?

    Auf der Tagung werden Ergebnisse des Forschungsprojekts der Universität Hildesheim präsentiert und mit Expertinnen und Experten, die in der DDR in den Bereichen Kulturvermittlung, Kulturwissenschaft, Kulturpolitik und Kunst aktiv waren, reflektiert, darunter Wolfgang Thierse, Gerd Dietrich, Susanne Binas-Preisendörfer. Mit Expertinnen und Experten aus aktuellen Kontexten Kultureller Bildung und Kulturpolitik – unter anderem Kerstin Hübner, Tobias Knoblich, Manja Schüle – wird darüber diskutiert, welche Erfahrungen für die Ausgestaltung von Kulturpolitik für kulturelle Teilhabe der Gegenwart produktiv sein könnten.

    Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung, der Landesbibliothek Berlin und der Kulturpolitischen Gesellschaft statt. Eine Anmeldung ist möglich per E-Mail an Forum.kbz@fes.de.

    Die Veranstalter bitten um Ihr Verständnis, dass sich mit Blick auf die weiteren Entwicklungen in der Corona-Pandemie auch die Veranstaltungsplanung ändern könnte. Alle angemeldeten Teilnehmer*innen werden die Veranstalter darüber bis Mitte Oktober 2020 informieren.

    ]]>
    Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-19294 Thu, 30 Jul 2020 15:39:05 +0200 Neue Primatenart im Regenwald Madagaskars entdeckt: „Jonah‘s Mausmaki“ https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/neue-primatenart-im-regenwald-madagaskars-entdeckt-jonahs-mausmaki/ Ein Forschungsteam aus sechs Ländern hat unter der maßgeblichen Mitwirkung von Dominik Schüßler, Doktorand am Institut für Biologie und Chemie der Universität Hildesheim, Lemuren in den Regenwäldern Nordost-Madagaskars untersucht. Mit Hilfe moderner genetischer Methoden und der Vermessung der Körpermaße wurde eine bisher unbekannte Art von Mausmakis entdeckt. Die neue Art, der „Jonah‘s Mausmaki“ (Microcebus jonahi), ist mit einer Länge von der Nasen- bis zur Schwanzspitze von rund 26 cm und einem Körpergewicht von etwa 60 g ein echtes Fliegengewicht. Diese kleinen nachaktiven Primaten leben in einer begrenzten Region in den Tieflandregenwäldern Nordost-Madagaskars und ernähren sich von Insekten und Früchten. Obwohl Microcebus jonahi gerade erst wissenschaftlich beschrieben wurde, ist die Art bereits vom Aussterben bedroht. Ein Forschungsteam aus sechs Ländern hat unter der maßgeblichen Mitwirkung von Dominik Schüßler, Doktorand der Universität Hildesheim, und Apl. Prof. Dr. Ute Radespiel von der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover Lemuren in den Regenwäldern Nordost-Madagaskars untersucht. Mit Hilfe moderner genetischer Methoden und der Vermessung der Körpermaße wurde eine bisher unbekannte Art von Mausmakis entdeckt.

    Die neue Art, der „Jonah‘s Mausmaki“ (Microcebus jonahi), ist mit einer Länge von der Nasen- bis zur Schwanzspitze von rund 26 cm und einem Körpergewicht von etwa 60 g ein echtes Fliegengewicht. Diese kleinen nachaktiven Primaten leben nur in einer begrenzten Region in den Tieflandregenwäldern Nordost-Madagaskars und ernähren sich von Insekten und Früchten.

    Obwohl „Jonah’s Mausmaki“ gerade erst wissenschaftlich beschrieben wurde, ist er bereits vom Aussterben bedroht. Der Verlust des natürlichen Lebensraums und der stete Landnutzungswandel führen zur Isolation von Populationen, was schnell zu ihrem Verschwinden führen kann. Doch es gibt Hoffnung: Eine ganze Generation von Naturschützerinnen und Naturschützern aus Madagaskar und anderen Teilen der Welt setzt sich intensiv für den Erhalt von Arten und ihrer Lebensräume ein. Eine Symbolfigur hierfür ist Professor Jonah Ratsimbazafy geworden. Sein langjähriger und unermüdlicher Einsatz für den Schutz der natürlichen Ressourcen des Landes haben ihn zum Vorbild einer ganzen Generation gemacht. Ihm zu Ehren trägt die neuentdeckte Art seinen Namen.

    „Die gerade in zwei Forschungsartikeln veröffentlichten Ergebnisse sind nicht nur für die Beschreibung der biologischen Vielfalt Madagaskars ein wichtiger Beitrag, sondern sind auch ein Zeichen für die zunehmende Kooperation internationaler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in diesem Forschungsgebiet: Um wissenschaftlichen Artenschutz zu betreiben, müssen wir zusammenarbeiten“, sagt Dominik Schßler. So waren an diesen aktuellen Arbeiten insgesamt 29 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, Frankreich, Portugal, Australien, Madagaskar und den USA beteiligt.

    Weitere kooperative Projekte sind bereits in Bearbeitung mit dem Ziel, die Vielfalt der Mausmakis zu verstehen, ihre Entstehungsgeschichte zu entschlüsseln und so zu ihrem Fortbestehen beizutragen.

    Die wissenschaftliche Beschreibung von Jonah’s Mausmaki ist unter folgendem Link abrufbar:
    https://onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1002/ajp.23180

    Informationen zur Person: Doktorand Dominik Schüßler

    Im Rahmen seiner Promotion untersucht Dominik Schüßler die Verbreitung, Entstehungsgeschichte und Anpassungsfähigkeit von Lemuren im Nordosten Madagaskars. Dieses Projekt ist das Resultat einer Kooperation zwischen Apl. Prof. Dr. Jasmin Mantilla-Contreras vom Institut für Biologie und Chemie der Universität Hildesheim (unter Leitung von Prof. Dr. Horst Kierdorf) und Apl. Prof. Dr. Ute Radespiel vom Institut für Zoologie der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover sowie dem Institut für Geographie der Universität Hildesheim unter der Leitung von Prof. Dr. Martin Sauerwein.

    ]]>
    Fachbereich 4 Geographie Biologie & Chemie Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-19254 Fri, 17 Jul 2020 19:15:00 +0200 May-Britt Kallenrode zur Präsidentin der Universität Hildesheim gewählt https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/may-britt-kallenrode-zur-praesidentin-der-universitaet-hildesheim-gewaehlt/ Frau Prof. Dr. May-Britt Kallenrode, Präsidentin der Universität Koblenz-Landau und habilitierte Physikerin, ist zur Präsidentin der Universität Hildesheim gewählt worden. Die Amtszeit beträgt sechs Jahre. Der Senat der Universität Hildesheim wählte Prof. Dr. May-Britt Kallenrode am heutigen Freitag mit großer Mehrheit (9 Ja-Stimmen, 2 Enthaltungen, 2 Nein-Stimmen). Der Stiftungsrat bestätigte anschließend die Wahl. Kallenrode soll die Nachfolge von Herrn Prof. Dr. Dr. h. c. Wolfgang-Uwe Friedrich antreten, der nach fast 20 Jahren als Präsident der Universität Hildesheim zum 31.12.2020 in den Ruhestand gehen wird.

    Der Vorsitzende des Stiftungsrats, Herr Dr. Uwe Thomas, gratulierte Kallenrode zur Wahl: „Frau Prof. Dr. Kallenrode hat mit ihrer Bewerbung sowie den anschließenden Gesprächen sowohl die Findungskommission als auch den Senat und den Stiftungsrat der Universität Hildesheim überzeugt. Sie bringt umfassende Erfahrungen in Forschung, Lehre und im Management einer Universität mit.“ Zeitnah werden nun Verhandlungen aufgenommen, damit der Amtsantritt wie geplant am 01.01.2021 erfolgen kann. Gleichzeitig sprach Thomas allen Beteiligten am Findungs- und Entscheidungsprozess seinen herzlichen Dank aus. „Die Zusammenarbeit, das Engagement und nicht zuletzt die gezeigte Flexibilität angesichts der ungewöhnlichen Rahmenbedingungen in den letzten Wochen waren von höchster Professionalität geprägt. Darauf darf die Universität Hildesheim stolz sein“, formulierte er in einem Schreiben an die Mitglieder der Universität.

    Prof. Dr. May-Britt Kallenrode ist seit 2017 Präsidentin der Universität Koblenz-Landau. Die habilitierte Physikerin forschte und lehrte zuvor von 2000 bis 2017 als Professorin für Umweltphysik und Modellierung an der Universität Osnabrück und war sieben Jahre Vizepräsidentin für Forschung und Nachwuchsförderung mit dem Ressort Forschung, Nachwuchsförderung, Gleichstellung sowie Wissens- und Technologietransfer. Sie baute dort unter anderem das Zentrum für Promovierende und PostDocs auf. Zuvor war sie vier Jahre als Professorin für Physik an der Universität Lüneburg tätig. Ihr Studium der Physik, Mathematik, Chemie und Meteorologie absolvierte sie in den 1980er Jahren an der Christian-Albrechts Universität Kiel, wo sie anschließend als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Reine und Angewandte Kernphysik arbeitete, 1989 promovierte und sich 1994 in Physik mit einer Arbeit zum Thema „Stoßwellen und energiereiche Teilchen in der inneren Heliosphäre“ habilitierte. In ihrer Forschung befasst sich Kallenrode mit Solar-Terrestrischen Beziehungen, Modellierung und Extremereignissen.

    Der Weg zum Wahltag

    Für das Amt der Präsidentin oder des Präsidenten der Universität Hildesheim, das im Januar 2020 ausgeschrieben wurde, gab es eine Reihe von Bewerbungen. In Einklang mit dem Niedersächsischen Hochschulgesetz wurde eine Findungskommission zur Vorauswahl möglicher Kandidatinnen und Kandidaten eingerichtet. Nachdem die Kommission zwischen März und Mai aufgrund der Corona-Pandemie nicht hatte tagen können, fanden im Juni Vorstellungsgespräche unter Einhaltung zahlreicher Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen statt.

    Zwei Personen wurden im nächsten Schritt zu einer Anhörung vor einem erweiterten Teilnehmerkreis eingeladen. Diese fand am 17.07.2020 vor rund 100 Personen statt. Alle Gruppen der Universität, d.h. Professorinnen und Professoren, wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Studierende sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Technik und Verwaltung waren vertreten. Nach einer Vorstellung der beiden Personen stellten sich diese den zahlreichen Fragen der Zuhörerinnen und Zuhörer. Im Anschluss daran tagten die relevanten Gremien zur Abgabe einer Empfehlung und letztlich zur Beschlussfassung.

    ]]>
    Pressemeldungen
    news-19252 Fri, 17 Jul 2020 09:13:49 +0200 Vorlesungszeit des Sommersemesters 2020: Dankesschreiben von Präsident Prof. Friedrich https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/vorlesungszeit-des-sommersemesters-2020-dankesschreiben-von-praesident-prof-friedrich/ Heute geht die Vorlesungszeit des Sommersemesters 2020 zu Ende. In einem Schreiben an alle Mitglieder der Universität bedankt sich Universitätspräsident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich für die sehr konstruktive und kreative Arbeit mit der es gelungen sei, den Universitätsbetrieb in der Coronavirus-Pandemie aufrecht zu erhalten. Schreiben des Universitätspräsidenten Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich
    vom 17.07.2020

    An alle
    Mitglieder der Universität Hildesheim

    Liebe Mitglieder der Universität Hildesheim,

    heute geht die Vorlesungszeit des Sommersemesters 2020 zu Ende. Durch Ihre sehr konstruktive und kreative Arbeit ist es gelungen, den Universitätsbetrieb aufrecht zu erhalten. Sie haben Entbehrungen erlitten, dem Druck standgehalten und in ihren jeweils besonderen Arbeits- und Lebenssituationen Außergewöhnliches geleistet. Dafür sage ich Ihnen allen im Namen des Präsidiums herzlichen Dank!

    Für das Wintersemester bereiten wir eine schrittweise Öffnung vor, vorausgesetzt die Entwicklung der Pandemie erlaubt uns dies. Genau das ist unter Hybridsemester zu verstehen. Wir wollen schrittweise zur Präsenzuniversität, die unsere Bestimmung ist, zurückkehren. Sie werden kontinuierlich über die Lagebeurteilung des Landes und unsere Planungen informiert werden.

    Ich erlebe erstmalig während meiner achtzehnjährigen Amtszeit, dass im Juli noch keine Studienganszielvereinbarung mit dem Land geschlossen werden konnte. Die Verantwortung dafür liegt zum Teil bei mir, denn ich habe konkrete Forderungen an das Land gerichtet, über die noch keine Einigung erzielt werden konnte. Es geht um finanzielle Vereinbarungen zum Hochschulpakt, über die ich im Senat berichtet habe. Das Problem ist komplex, und hier und heute ist nicht der Ort, Details zu referieren. Ich hoffe sehr, dass die letzte derartige Vereinbarung, die ich als Präsident unterzeichnen werde, der Stiftung Universität Hildesheim neue Perspektiven eröffnet und ich werde Sie zeitnah informieren.

    Danke für alles, was Sie leisten!

    Mit besten Wünschen
    Ihr

    Wolfgang-Uwe Friedrich

    ]]>
    Pressemeldungen
    news-19277 Fri, 17 Jul 2020 09:07:00 +0200 Weltweiter Marktführer unterstützt Universität Hildesheim im Bereich Industrie 4.0 https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/weltweiter-marktfuehrer-unterstuetzt-universitaet-hildesheim-im-bereich-industrie-40-1/ Ein Forschungsteam der Universität Hildesheim entwickelt gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft ein neuartiges Ökosystem um den rasanten Fortschritt der künstlichen Intelligenz im Bereich der Produktionstechnik nutzbar zu machen. Thomas Hildebrandt von Phoenix Contact war Ende Juli 2020 zu Besuch am Samelson-Campus der Universität Hildesheim. Das Unternehmen ist weltweit Marktführer und Innovationsträger im Bereich der Elektrotechnik. In dieser Rolle bietet Phoenix Contact unter anderem eine offene Ökosystem-Lösung namens PLCnext an, die intelligente und anpassbare Automatisierungen von Produktionen ermöglicht. Im Rahmen seines Besuches übergab Thomas Hildebrandt zwei Geräte der PLCnext-Lösung an die Arbeitsgruppe Software Systems Engineering (SSE) der Universität Hildesheim, vertreten durch Dr. Holger Eichelberger. Diese Übergabe steht sinnbildlich für die enge Kooperation zwischen Phoenix Contact und der Arbeitsgruppe SSE im Rahmen des Forschungsprojekts „IIP-Ecosphere“, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Rahmen des KI-Innovationswettbewerbs „Künstliche Intelligenz als Treiber für volkswirtschaftlich relevante Ökosysteme“ gefördert wird. Das Ziel des Forschungsprojekts ist die Schaffung eines KI-Ökosystems, welches eine nächste Ebene in der intelligenten Produktion ermöglicht.

    Arbeitsgruppe Software Systems Engineering der Universität Hildesheim entwickelt mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft eine virtuelle Plattform für Künstliche Intelligenz

    Im Rahmen von „IIP-Ecosphere“ entwickelt die Arbeitsgruppe SSE zusammen mit anderen Partnern aus Industrie und Wissenschaft eine virtuelle Plattform für Künstliche Intelligenz (KI), die KI-Methoden direkt bis auf Produktionsgeräte bzw. auf Edge-Geräte nahe an der Produktion verteilen und diese adaptiv steuern soll. „Mit diesen zwei Geräten haben wir die besondere Möglichkeit, direkte Erfahrungen mit Echtzeitsteuerungen in diesem Bereich zu machen und unsere Ansätze und Forschungsergebnisse praxisnah zu testen. Wir sind Phoenix Contact für diese direkte Zusammenarbeit sehr dankbar“ sagt Dr. Holger Eichelberger.

    Ebenfalls bei dem Besuch dabei war Monika Staciwa, Studentin der Studienvariante „Angewandte Informatik“ des Bachelor-Studiengangs „Informationsmanagement und Informationstechnologie (IMIT)“ an der Universität Hildesheim. Als Teil ihres Studiums arbeitet Monika Staciwa bei der Arbeitsgruppe SSE derzeit an ihrer Projektarbeit, in der sie sich mit der Verteilung von KI-Komponenten auf die übergebenen Geräte von Phoenix Contact beschäftigt. Die Einbindung der Studentin in einen solchen Unternehmensbesuch zeigt einmal mehr die enge Verzahnung von Praxis, Forschung und Lehre an der Universität Hildesheim, von der Studierende, Forschende und Wirtschaftsunternehmen gleichermaßen profitieren.

    Im Forschungsprojekt „IIP-Ecosphere“ erarbeitet die Arbeitsgruppe SSE mit weiteren Partnern wie der Lenze-Gruppe, Bitmotec oder Artis Marposs Monitoring Solutions an der geräteübergreifenden Verteilung von KI-Komponenten auf derartige Geräte, wozu Phoenix Contact und Monika Staciwa wesentliche Beiträge leisten. Erste Ergebnisse sollen Interessierten in der Deutschen Messe Technology Academy in Zusammenarbeit mit dem VW Digital Campus zugänglich gemacht werden, wobei insbesondere Herr Hildebrand von Phoenix Contact, die Arbeitsgruppe SSE und das Forschungszentrum L3S aus Hannover beteiligt sein werden.

    Über das Forschungsprojekt „IIP Ecosphere – Next Level Ecosphere for Intelligent Industrial Production“

    Ein Forschungsteam der Universität Hildesheim entwickelt gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft ein neuartiges Ökosystem um den rasanten Fortschritt der künstlichen Intelligenz im Bereich der Produktionstechnik nutzbar zu machen. Davon profitieren vor allem mittelständische Unternehmen. Für die intelligente Produktion (Industrie 4.0) gilt künstliche Intelligenz als Schlüsseltechnologie, um die Produktivität zu steigern. Besonders kleinen und mittelständischen Unternehmen fehlen für den KI-Einsatz allerdings die technischen Voraussetzungen, das Know-how und die passenden Geschäftsmodelle. Die Forschung hierzu treiben die Forschungsteams der Hildesheimer Professoren Klaus Schmid und Lars Schmidt-Thieme in dem Forschungsprojekt mit voran.

    ]]>
    Fachbereich 4 Informatik SSE Pressemeldungen
    news-19253 Fri, 17 Jul 2020 09:04:00 +0200 Wissenschaftskommunikation: Podcast des Instituts für Geschichte startet https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/wissenschaft-16/ Ab sofort erscheint ein Podcast des Instituts für Geschichte: Studierende des Fachs Geschichte berichten über historische Themen und aktuelle Forschung. „HI*story“ – Der Geschichts-Podcast der Universität Hildesheim.
    Gemacht von Studierenden für alle, die sich für geschichtliche Themen interessieren.

    Seit einigen Semestern produziert Dr. Sanne Ziethen am Institut für Geschichte der Universität Hildesheim Radio mit Studierenden. In diesem Sommersemester haben Studierende des Fachs Geschichte den Podcast „HI*story“ entwickelt. Der Podcast berichtet über historische Themen und nimmt sowohl die Forschung und Arbeit des Hildesheimer Instituts für Geschichte, aber auch andere historische aktuelle Themen in den Blick. Damit soll der Podcast zur Wissenschaftskommunikation des Instituts beitragen. Inhaltlich geht es in den ersten Folgen zum Beispiel um Museen in Zeiten der Pandemie, um die Mediendiskussion über den Film „Vom Winde verweht" oder um ein im Universitätsverlag erschienenes Buchprojekt.

    „Ziel unseres Podcasts ist es, dass die Studentinnen und Studenten komplexe historische Zusammenhänge auf das Wesentliche zusammenfassen und sich Gedanken darüber machen, wie diese einem Podcasthörer vermittelt werden können. Außerdem hat ein Podcast den Anspruch, Inhalte unterhaltsam zu gestalten“, sagt die Dozentin Dr. Sanne Ziethen.

    Von der Coronavirus-Pandemie ist auch die Produktion des Podcasts betroffen. Statt Interviews Auge in Auge zu führen erfolgte die Produktion digital. „Da wir uns in diesem Semester nicht persönlich treffen konnten, haben sich alle Studierenden die Programme für Tonaufnahme und Tonschnitt selber angeeignet. Interviews wurden per App aufgenommen und Vieles musste improvisiert werden“, sagt Sanne Ziethen. Auch das Logo und die Jingle-Musik für die Podcast-Reihe wurden im Seminar entwickelt.

    Der Podcast erscheint zunächst ein Mal im Semester und ist kostenfrei abrufbar unter folgendem Link: https://soundcloud.com/user-575837463/hi-story-1

    ]]>
    Fachbereich 1 Geschichte Pressemeldungen
    news-19267 Thu, 16 Jul 2020 16:26:00 +0200 Interview mit Jan Timo Zimmermann: „Das E-Learning bietet neue Möglichkeiten, sich Wissen anzueignen“ https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/interview-mit-jan-timo-zimmermann-das-e-learning-bietet-neue-moeglichkeiten-sich-wissen-anzueignen/ Jan Timo Zimmermann gehört zum Projektteam „E-Learning 2020“ der Universität Hildesheim, das die technische Infrastruktur entwickelt, so dass Lehrende und Studierende weiterhin während der Coronavirus-Pandemie im Austausch sind, lernen, Wissen vermitteln und miteinander diskutieren können. Der Informationswissenschaftler und Bibliothekar arbeitet seit 2013 in der Universitätsbibliothek und betreut unter anderem das Lernmanagementsystem für die Universität. Dieses „Learnweb“ bildet das Zentrum für die digitale Lehre, so können Lehrveranstaltungen aller Fachbereiche digital angeboten werden – von den „Methoden der empirischen Sozialforschung“ bis zur „digitalen Medienkultur“, von der „Einführung in die Literaturwissenschaft“ bis zum „betrieblichen Informationsmanagement“. Digitale Vorlesungszeit: Was das Learnweb alles leisten kann

    Herr Zimmermann, wie funktioniert das E-Learning an der Universität Hildesheim?

    Unser E-Learningsystem nennen wir „Learnweb“, dort werden nahezu alle Materialien für Vorlesungen und Lehrveranstaltungen abgelegt. Im digitalen Semester ist unser „Learnweb“ der zentrale Dreh- und Angelpunkt für die digitale Lehre und der Anlaufpunkt für alle Studierenden und Lehrenden.

    Wie erleben Sie die digitalen Formen des Lehrens und Lernen in dieser digitalen Vorlesungszeit aufgrund der Coronavirus-Pandemie?

    Es gibt sehr viele Nachfragen, was im System funktioniert und umgesetzt werden kann, sowohl telefonisch als auch per E-Mail. Viele Lehrende und auch Studierende haben bestimmte Vorstellungen, wie das digitale lehren und lernen funktioniert – zum Beispiel wünschen sie sich  Möglichkeiten für Online-Klausuren und synchrone Kommunikationstools mit Präsentationsfunktion. Die Lehrenden prüfen intensiv, wie sich das umsetzen lässt.

    Was ist eine technische Unterstützung, die den Lehrenden hilft, um die Wissensvermittlung und den Austausch, der essentiell ist für eine Universität, am Leben zu erhalten?

    Der zentrale Ort für den Austausch bildet das Videokonferenz- und Chatsystem „BigBlueButton“ (BBB), das wir in Zusammenarbeit mit dem Rechenzentrum implementiert haben. Es ermöglicht richtig gute synchrone digitale Kommunikation und transformiert sozusagen die Lehrveranstaltungen ins Digitale. Man kann mit BBB Folien zeigen, man kann sich gegenseitig austauschen per Audio, Video oder Chat und den Bildschirm teilen, um anderen zum Beispiel Powerpoint-Folien und Webseiten zu zeigen. Wir stellen nicht nur die reine Infrastruktur zur Verfügung, sondern auch den Support. Wir versuchen, möglichst viel Beratung und technische Unterstützung zu bieten. Nicht jeder muss selber seine Online-Lehrveranstaltungen  technisch aufbauen und betreuen.

    Was empfehlen Sie Studierenden?

    Den Studierenden kann ich empfehlen, dass sie die Möglichkeiten, die sich jetzt bieten, auch tatsächlich nutzen – sie können sich unabhängig von Ort und Zeit mit dem System vertraut machen und sich selbst Kenntnisse und Kompetenzen aneignen. Sie können durch die digitale Lehre unabhängig vom Hörsaal oder der Lehrveranstaltung lernen. Sie müssen zum Beispiel nicht am Montag von 10:00 bis 12:00 Uhr in Hörsaal 2 sein, sondern können flexibler lernen. Die Studierenden sollten das eigene Lernverhalten auch überprüfen, sie haben jetzt sozusagen mehr Eigenverantwortung für ihr Zeit- und Lernmanagement – das ist auch eine Fähigkeit, die sie gut im weiteren Berufsleben anwenden können: sich Wissen selber anzueignen, zielorientiert vorzugehen und Prioritäten zu setzen. Das E-Learning bietet den Studierenden auch die Chance, ‚über den Tellerrand‘ zu schauen. Jetzt gibt es digital Wege, Dinge zu lernen, die nicht direkt auf dem Studienstundenplan stehen. Als Kulturwissenschaftler kann ich zum Beispiel auch eine Data-Analytics-Veranstaltung und als Umweltwissenschaftlerin eine philosophische Vorlesung besuchen, wenn die Lehrenden einverstanden sind, das bietet neue Chancen.
    Eine unserer Erfahrungen ist, dass die Anzahl der Teilnehmenden signifikant gestiegen ist, seitdem etwa die Veranstaltungsreihe zum Forschungsdatenmanagement vollständig online angeboten wird, was bedeutet: Es werden Hemmschwellen abgebaut. Ich gehe davon aus, dass das bei den Studierenden auch so ist.

    Was empfehlen Sie Lehrenden?

    Die Lehrenden sollen möglichst weiter offen bleiben und verschiedene Dinge testen: Was eignet sich digital besonders gut an Lehrinhalten und Lehrmaterialien, und wie kann ich das Gewohnte ins Digitale transformieren?

    Was kann man denn digital noch umsetzen, was kann das Learnweb noch leisten? Welche Palette an Möglichkeiten haben Lehrende mit dem Learnwebsystem?

    Es fängt an bei der Speicherung von Lehrmaterialien, das ist die Basis – also etwa die Bereitstellung von Dokumenten in einer Vorlesung in der Wirtschaftsinformatik in einer Eins-zu-Eins-Transformation in den digitalen Raum via Videokonferenz und Präsentation, die man online verfolgen kann. Die Lehrenden probieren aus, was für ihre Lehrveranstaltung das richtige Format ist. Viele Lehrende zeichnen auch Videovorlesungen auf, zu Hause am Laptop – wir nennen das „Screencasts“ –, die sich die Studierenden anschauen und diese werden dann im Nachhinein besprochen mit allen Kursteilnehmern in einer Videokonferenz. Dann gibt es im Learnwebsystem kollaborative Texteditoren, mit denen man gemeinsam gleichzeitig an Texten arbeiten kann und genau sieht, was der oder die andere in dem Moment tippt. Es gibt ein Tool, mit dem Hausarbeiten und Aufgaben eingereicht und online im System bewertet werden können, so dass die Studierenden sofort eine Rückmeldung bekommen, wenn die Lehrenden die Durchsicht abgeschlossen haben. Wir haben Tools integriert für digitale Sprechstunden und zur Online-Gruppenfindung und Gruppenverwaltung – die Lehrenden können Gruppen definieren, etwa 5 Personen pro Gruppe, und die Studierenden können sich dann selbstständig auf diese Gruppen aufteilen. Gruppenarbeiten, die früher in Seminarräumen und bei Raumnot organisiert werden musste, können heute digital quasi nahezu grenzenlos und ortsunabhängig ablaufen.

    Wie erleben Sie diesen Wandel, der durch die Coronavirus-Pandemie stärker forciert wird; diesen Zeitsprung, den die gesamte Universität erlebt, mitten im Digitalen angekommen zu sein, weil es gar nicht anders geht, weil sich Lehrende und Studierende momentan in Präsenz nicht treffen dürfen? Das Lernmanagementsystem betreibt die Universität Hildesheim seit 2008 – dies mussten Sie nicht in der Not in kurzer Zeit auf die Beine stellen, sondern waren vorbereitet?

    Richtig, wir waren vorbereitet, das Learnweb wurde auch vorher schon immer gut genutzt, aber ich erlebe jetzt in der Corona-Krise, dass die Lehrenden sich Gedanken darüber machen, wie sie das, was sie bisher gemacht haben, erweitern können. Wie kann ich das Etablierte digital umsetzen und eventuell um neue Dinge ergänzen? Die Nachfrage nach einzelnen Möglichkeiten steigt sehr stark an. Auch die Nutzung des Learnweb steigt stark an, weil mehr oder weniger alle das E-Learning jetzt nutzen müssen. Und ich bemühe mich, möglichst viel und gezielt zu beraten, so dass die Potentiale des Learnweb auch gut genutzt werden und einige Lehrende auch Neues entdecken und ausprobieren.

    Das ist in dieser Krise ein positiver Hoffnungsschimmer, dieses Engagement der Lehrenden in allen Fachgebieten zu erleben, was an Ideen für die digitale Lehre entwickelt und umgesetzt wird.

    Absolut! Ich erlebe eine sehr positive Grundstimmung der Lehrenden. Jeder, mit dem ich gesprochen habe, ist bereit, sich auf diese neuen Herausforderungen einzustellen und das auch zu nutzen und das Ganze neu zu denken. Und wenn kleine Probleme auftreten, lassen diese sich meist sehr gut lösen.

    Die Fragen stellte Isa Lange.

    ]]>
    Universitätsbibliothek dig. Semester Pressemeldungen Startseite
    news-19229 Tue, 14 Jul 2020 17:01:30 +0200 Banner weht am Kulturcampus: Universität unterstützt weiter die Bewerbung Hildesheims um den Titel Europäische Kulturhauptstadt https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/banner-weht-1/ Die Stiftung Universität Hildesheim unterstützt die Bewerbung der Stadt Hildesheim um den Titel „Europäische Kulturhauptstadt 2025“ weiter intensiv mit gemeinsamen Projektideen und durch ein internationales Netzwerk. Hildesheim auf dem Weg zur Europäischen Kulturhauptstadt:
    Beiträge der Stiftung Universität Hildesheim​

    Die Stiftung Universität Hildesheim sieht in der Bewerbung der Stadt Hildesheim um den Titel „Europäische Kulturhauptstadt 2025“ eine absolute Relevanz und ist seit Beginn des Bewerbungsprozesses eng in diverse Planungs- und Umsetzungsschritte eingebunden. Die Auseinandersetzung mit der Frage „Wie wollen wir in Zukunft leben?“ steht dabei im Fokus. Die Attraktivität Hildesheims ist der Uni von großer Bedeutung. So unterstützt die Universität den weiteren Bewerbungsprozess mit gemeinsamen Projektideen und durch ein Netzwerk an Kulturwissenschaftler*innen aus ganz Deutschland, Europa und weltweit. Dieses Engagement umfasst auch eine Beteiligung an einem Plan B, sollte die Bewerbung nicht erfolgreich sein.

    Insbesondere sind folgende Universitätseinrichtungen an einzelnen, teils mehreren Projekten im zweiten „Bid Book“ beteiligt:

    • Institut für Bildende Kunst und Kunstwissenschaft
    • Center for World Music
    • Institut für Kulturpolitik und dessen UNESCO-Lehrstuhl
    • Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft
    • Institut für Medien, Theater und Populäre Kultur
    • Institut für Musik und Musikwissenschaft
    • Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation

    Seit Mitte Juli 2020 weht am mittelalterlichen Burgturm am Kulturcampus Domäne Marienburg, dem Sitz des Fachbereichs „Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation“ ein Banner, mit dem die Universität Hildesheim ihre Unterstützung der Bewerbung um den Titel als Europäische Kulturhauptstadt Ausdruck verleiht. Dekan Prof. Dr. Stefan Krankenhagen, Vizepräsident Prof. Dr. Martin Schreiner und Kulturpolitikforscher Dr. Daniel Gad haben den Banner am 14. Juli 2020 eingeweiht.

    Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität beraten das Hildesheimer Kulturhauptstadt-Projektteam konzeptionell und vermitteln Partner weltweit.

    ]]>
    Fachbereich 2 Kulturpolitik Pressemeldungen
    news-19215 Mon, 13 Jul 2020 17:43:00 +0200 Musik als Möglichkeit, Zeugnis von Gemeinsamkeit und Vielfalt https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/musik-als-moeglichkeit-zeugnis-von-gemeinsamkeit-und-vielfalt/ Im Juli werden gleich zwei Mal verschiedene Orte der Stadt von Studierenden des Musikinstituts der Universität Hildesheim bespielt. Wie Musik gleichzeitig Zeugnis von Gemeinsamkeit und Vielfalt sein kann und welche Wege gefunden wurden, auch während der Coronavirus-Pandemie musikalische Erlebnisse zu kreieren; darüber sprechen die Studierenden Max Krause, Mira Heller und Laura Wenzlaff im Interview. Autorin dieses Artikels ist die Studentin Jorinde Markert.

    Konzert „Lebenskarussell“ am 18. Juli 2020: Musikalische Erkundungen in einer transkulturellen Welt. Eine Klanginstallation.

    Die Suche nach verbindenden Elementen von fernem und nahem, altem und neuem musikalischem Material war Ausgangspunkt für dieses Semesterprojekt unter der Leitung von Jan Hellwig und Ulrich Wegner. In einer Installation werden Berichte von persönlichen Erfahrungen zusammengebracht mit musikalischen Klängen aus verschiedenen Teilen der Welt.

    Am Konzert wirken Valentin Graser, Mira Heller, David Kammermeier, Max Krause, Sophie Renner, Max Schneider, Elsa Vogels und Laura Wenzlaff mit. Das Konzert Lebenskarussell findet statt am 18. Juli 2020 um 16:00 Uhr im Dommuseum Hildesheim. Der Eintritt ist frei.

    Interview mit den Studentinnen Mira Heller und Laura Wenzlaff

    „Der Großteil unseres Projekts 'Lebenskarussell' hat sich in Onlinemeetings abgespielt. Der kreative Prozess wurde damit auf eineungewohnte Ebene gehoben, der sich rückblickend als sehr erfahrungsreich erwiesen hat. Der Begriff Lebenskarussell kommt von der Idee der verschiedenen Stationen, die jeder Mensch in seinem Leben durchläuft – egal, woher er kommt. Kindheit, Jugend, Heimat, Liebe,...“

    Seit wann arbeitet ihr an dem Projekt und wie kam es dazu?

    Das Sommersemester 2020 sollte ursprünglich das Projektsemester der kulturwissenschaftlichen Studiengänge werden. Aufgrund der aktuellen Situation wurde dies abgesagt. Unsere Musikdozenten Jan Hellwig und Ulrich Wegner bastelten ihre Idee des Projektsemesters in ein Seminar und eine Übung, mit dem Titel „Rewind-Play.Fast Forward“. Wir arbeiten also an dem Projekt schon das gesamte Semester. Unsere Ergebnisse und unsere Arbeit dieser Übung halten wir fest und präsentieren sie am 18. Juli 2020 im Dommuseum als eine Klanginstallation, diese trägt den Titel „Lebenskarussell“.

    Wie habt ihr das Material erschlossen, nach welchen Kriterien ausgewählt?

    Das Projekt versucht, transkulturelles Material zu erstellen und mit dem Gedanken eines „Culturalsoundmappings“ zu arbeiten. Ausgangspunkt der Arbeit waren die Aufnahmen aus dem Südirak in den 1978er, die im Rahmen der Feldforschung vom Musikethnologen Ulrich Wegner entstanden sind. Die Frage ist also, wie kann man sie durch Bearbeitung in eine neue Umgebung einbetten oder wie kann man diese Musik wieder neu aufleben lassen. Kriterien waren, dass die inhaltliche Bedeutung beibehalten wird und dass die Auswahl nicht nur aus rein musikalischen Gründen stattgefunden hat. Die Einbettung in ein neues musikalisches Umfeld findet dabei mit eigenen Texten und selbst komponierter Musik statt. Wir haben für uns selbst erschlossen, was es heißt in einer transkulturellen Welt zu leben und dabei gemerkt, wie sehr wir mit anderen Menschen auf anderen Teilen der Welt vernetzt sind. Dieser Umstand sollte ebenso individuell zur Geltung kommen. Also haben Freunde aus Ägypten, Tunesien, Indien, Afghanistan ebenso kleine Musik Soundschnipsel beigesteuert oder Gedichte längst vergangener Dichter rezitiert.

    Wie kommt es zu dem Titel „Lebenskarussell“ – wird das Leben sich hier als kreisende Bewe-gung vorgestellt? Findet sich die Idee „Karussell“ auch in der Strukturierung der Installation wieder?

    Der Begriff ,,Lebenskarussell" kommt von der Idee der verschiedenen Stationen, die jeder Mensch in seinem Leben durchläuft - egal, woher er kommt. Kindheit, Jugend, Heimat, Liebe,... Das sind auch wiederkehrende Themen, daher das Bild des Karussells. Diese verschiedenen Stationen können dann in der Klanginstallation gehört und erfahren werden. Jede Sounddatei ist einem Lebensthema zugeordnet. Wiederkehrend ist ein gutes Stichwort. Schließlich erlebt man ja auch mehrmals Liebe oder anderer Gefühle in seinem Leben. Das Karussell wird sich teilweise in der Strukturierung der Installation wiederfinden.

    Im Infotext zum Projekt heißt es, ihr sucht nach „verbindenden Elementen“ – habt ihr welche gefunden? In welcher Form?

    Uns ist aufgefallen, dass die Themen, die in unserem Material aus dem Irak der 1970er Jahre behandelt und verarbeitet werden uns teilweise gar nicht so fremd sind. Liebeslieder, Hoch-zeitsmusik oder Trauergesänge finden sich sowohl in unseren als auch in anderen Kulturen wieder. Die Musik klingt natürlich sehr verschieden. Manchmal wirkt sie fremd auf westlich geprägte Ohren. Die Quellen, also die Themen, um die sich die Stücke aber drehen ist die gleiche über Kulturen hinweg. Daran wollten wir anknüpfen. Jeder und jede von uns hat das auf seine und ihre individuelle Art weitergesponnen. Jede/r hat seinen/ihren individuellen Zugang zu den Materialien gefunden. Unser Konzert besteht also nicht aus einem einzigen Endprodukt, sondern aus der Zusammensetzung und das Zusammenspiel der verschiedenen Ergebnisse.

    Wie hat sich die aktuelle Krisenlage auf die Arbeit am Projekt ausgewirkt – ergaben sich Hindernisse oder auch neue Perspektiven?

    Der Großteil unseres Projekts hat sich in Onlinemeetings abgespielt. Für alle Beteiligten ergab sich so eine neue Lernsituation und neue Herausforderungen. Der kreative Prozess wurde damit auf eine ganz andere und ungewohnte Ebene gehoben, der sich rückblickend aber als sehr interessant und erfahrungsreich erwiesen hat.

    Laura Wenzlaff: Zum Beispiel hatte ich persönlich bisher nur Live-Musik praktiziert. Das Arbeiten mit den Sounddateien und die Produktion von Musik in Audioprogrammen haben die Möglichkeiten meiner eigenen künstlerischen Arbeit immens erweitert.

    Die Fragen stellte Jorinde Markert.

    -------

    Wandelkonzert

    Am 12. Juli 2020 findet zum 24. Mal das Wandelkonzert statt – diesmal mit dem Titel „live • digital“. Um 14:14 Uhr startet das Programm am ersten der fünf Spielorte, dem Marktplatz Hildesheim. Von dort geht es weiter zur Kirche am heiligen Kreuz, dem Dom Museum, der Michaeliskirche und dem Roemer- und Pelizaeus-Museum. Eine kleine Reise durch die Stadt, die gleichzeitig auch auf eine eine Durchquerung durch die Stadien des antiken Dramas und der Krisenlage der letzten Monate mitnehmen möchte. Der Eintritt ist frei.

    Das „Bühne frei!“-Team 2020 besteht aus Fabian Hoffmann, Max Krause und dem Musikdozenten Jan Hellwig. Die Aufführungen finden statt um:

    • 14:14 Uhr – Marktplatz Hildesheim
    • 15:15 Uhr - Kirche zum Heiligen Kreuz (Video)
    • 16:16 Uhr – Dommuseum Hildesheim
    • 17:17 Uhr – Michaeliskirche
    • 19:19 Uhr - Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim

    Interview mit Student Max Krause

    „Wir haben versucht die Situation, in der wir uns befanden, und immer noch befinden, in einen künstlerischen Rahmen zu integrieren“

    Hattet ihr von Anfang an eine klare Vision, welche Art von musikalischem Erlebnis ihr kreieren wollt?

    Max Krause: Das Wandelkonzert gestaltet sich mit einem bunten und vielfältigen Programm. Als Team haben wir ein Programm mit einem großen kulturellen Spektrum zusammengestellt. Dieser Wunsch bestand bei uns schon früh im Seminar. Die Rahmenbedingungen waren jedoch durch die COVID-19-Situation von Anfang an nicht komplett klar, da es wöchentlich neue Informationen zur Durchführung von Veranstaltungen gab. Die endgültige Zusage zur Durchführung der Veranstaltung kam erst vor wenigen Wochen.

    Das 24. Wandelkonzert findet unter dem Titel „live • digital“ statt – kam euch diese Idee mit der aktuellen Krisenlage, die ja vermehrt gesellschaftliches Geschehen ins Digitale verlagert hat, oder bestand die Idee für das Thema bereits vorher?

    Der Bereich „live“ ist bei den Wandelkonzerten bereits seit den Anfängen vorhanden. Das genaue Format „live • digital“ ergab sich im Verlauf des Semesters. Letztendlich sind wir froh darüber, dass schließlich nur ein verhältnismäßig kleiner Teil digital geworden ist (eine von fünf Locations). Der digitale Bereich ist eine situationsbedingte Verlagerung, welche die Vorbereitung für das Wandelkonzert um eine interessante Ebene erweitert hat.

    Wie kam es zu der Auswahl und Reihenfolge der Spielorte? Stehen sie in Verbindung zu den Schlagworten, die ihr für eine musikalische Nachzeichnung der Corona-Krise gewählt habt: „Exzentrizität – Ungewissheit – Isolation – Hoffnung auf Erlösung – Katharsis/Verzweiflung“?

    Die Schlagworte weisen auf den Verlauf eines klassischen Dramas hin. Wir haben versucht die Situation, in der wir uns befanden, und immer noch befinden, in einen künstlerischen Rahmen zu integrieren. Da die Zahl fünf die Anzahl unserer Stationen darstellt, kamen wir auf dieses dramenorientierte Konzept. Die Beiträge werden sich thematisch an den jeweiligen Themen der Stationen orientieren.

    Was für musikalisches Material wird bei dem Konzert zu hören sein? Findet sich das Thema „digital“ auch in der Wahl der musikalischen Mittel wieder?

    Das musikalische Material weist eine große Vielfalt auf. Es finden sich klassische Beiträge, zum Beispiel Gitarre, Gesang, Orgel, Klavier und Co., norddeutsche Folkmusik, balinesische Musik, Rap, Metal und vieles mehr. Es gibt Wortbeiträge, komponierte Musik aber auch einen gewissen Anteil an improvisierter Musik, welche im jeweiligen Moment entstehen wird. Im Vorfeld haben wir außerdem verschiedene Videos in der Kreuzkirche aufgezeichnet. Diese werden am Tag des Wandelkonzertes veröffentlicht. Den Besucherinnen und Besucher wird zwischendurch Zeit gelassen, sich die Beiträge im Internet anzuschauen, sodass man sowohl Livemusik hört als auch Videos von Beiträgen einer Location sehen kann. Diese werden dann auf unserer Instagram- und Facebook-Seite zu sehen sein.

    Ihr setzt mit dem 24. Konzert dieser Reihe eine längere Tradition fort – was ist für dieses Format wichtig?

    Eine Wichtigkeit stellt bei dem Konzert für uns die Repräsentation der Hildesheimer Veran-staltungsorte dar. In Hildesheim gibt es viele Möglichkeiten der kulturellen Teilhabe und diese Orte tragen seit Jahren zur lokalen Kultur bei. Außerdem ist eine kulturelle Vielfalt für uns von Wichtigkeit. Es ist immer interessant neue Musik zu entdecken und zu genießen. Dafür möchten wir beim Wandelkonzert ausreichend Gelegenheit bieten.

    Die Fragen stellte Jorinde Markert.

    ]]>
    Pressemeldungen
    news-19084 Mon, 13 Jul 2020 12:52:00 +0200 Studie: Studieren digital in Zeiten von Corona / Wie erleben Studierende das digitale Sommersemester? https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/studie-studieren-digital-in-zeiten-von-corona-wie-erleben-studierende-das-digitale-sommersemester/ Wie erleben Studierende das digitale Sommersemester und den neuen Studienalltag während der Corona-Pandemie? Ein Forschungsteam der Universität Hildesheim untersucht in einer bundesweiten Studie, wie die Studierenden das digitale Semester bewältigen und wie es ihnen damit geht. Studieren digital in Zeiten von Corona
    Jetzt teilnehmen an der Studie „Stu.diCo“

    Die weltweite Corona-Pandemie beeinflusst auch den Alltag an deutschen Hochschulen und hat massive Auswirkungen auf die Studierenden. Die Maßnahmen und die Durchführung des Semesters als digitales Semester haben einen völlig neuen Studienalltag entstehen lassen, welcher an vielen Hochschulen auch im Wintersemester fortgesetzt wird. Ein Forschungsteam der Universität Hildesheim möchte nun herausfinden, wie die Studierenden diese andere und neue Form des Studiums bewältigen und wie es ihnen damit geht.

    Die Teilnahme an der Studie ist ab sofort (3. Juli 2020) bis 24. Juli 2020 online möglich. Teilnehmen können alle Studierenden, die an einer deutschen Universität immatrikuliert sind. Die Anonymität der Teilnehmenden ist gewährleistet. Die Befragung dauert etwa 20 Minuten. Unter den Teilnehmenden werden 20 Gutscheine je 20€ verlost.

    Dies ist der Link zur Online-Befragung: www.soscisurvey.de/stuDiCo/

    Die Studierenden werden dazu befragt, wie es ihnen im digitalen Sommersemester geht und wie sie den Studienalltag unter diesen Bedingungen gestalten. Herausgefunden werden soll auch, was gut läuft an den Hochschulen und was die Studierenden als hilfreich erleben, aber auch wo es hakt und wo sie sich weitere Unterstützung wünschen. Ebenso soll abgefragt werden, auf welche Unterstützungsnetzwerke die Studierenden zurückgreifen können und welche Unterstützung sie sich noch wünschen würden.

    Diese Ergebnisse sollen noch im Sommersemester ausgewertet werden und in die Planung der digitalen Formate des Wintersemesters einbezogen werden, um den Studierenden auch unter diesen erschwerten Bedingungen eine möglichst hohe Qualität der Hochschullehre zu bieten und nachhaltige Informationen über die Umsetzung digitaler Lehrformate zu erhalten.

    Zum Forschungsteam gehören Prof. Dr. Wolfgang Schröer, Dr. Severine Thomas, Dr. Katharina Mangold, Anna Traus sowie Katharina Höffken vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim. Prof. Dr. Schröer und Dr. Severine Thomas erforschen seit vielen Jahren die Lebenslagen junger Menschen und haben bereits eine Umfrage von Kindern und Jugendlichen zum Umgang mit der Corona Pandemie durchgeführt (Studie „JuCo“ und Studie „KiCo“). Dr. Katharina Mangold und Anna Traus forschen zur Lebenslage von Studierenden und haben dabei einen besonderen Fokus auf nicht-traditionelle Studierende und Care Leaver an Hochschulen.

    Kontakt zum Forschungsteam der Studie „Stu.diCo“:

    Dr. Severine Thomas und Anna Traus
    Universität Hildesheim
    Institut für Sozial- und Organisationspädagogik
    E-Mail: severine.thomas@uni-hildesheim.de / anna.traus@uni-hildesheim.de

    Projektteam CareHOPe:

    Prof. Dr. Wolfgang Schröer, Dr. Severine Thomas, Dr. Katharina Mangold, Anna Traus und Katharina Höffken

    Medienkontakt:

    Isa Lange
    Pressesprecherin, Universität Hildesheim
    E-Mail: presse@uni-hildesheim.de
    Telefon: 05121 88390100 und 0177 8605905

    ]]>
    Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Forschung Pressemeldungen Startseite Studierendenportal
    news-19214 Mon, 13 Jul 2020 08:35:00 +0200 Universität Hildesheim als Fairtrade-University ausgezeichnet https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/universitaet-hildesheim-als-fairtrade-university-ausgezeichnet/ Den fairen Handel auf dem Campus fördern und in den Uni-Alltag integrieren – dafür steht das Fairtrade-Siegel, mit dem die Universität Hildesheim ausgezeichnet wurde. Anlässlich der Auszeichnung lädt das Nachhaltigkeitsbüro der Uni, das Green Office, zur digitalen Themenwoche „Fairer Handel” ein. Den fairen Handel auf dem Campus fördern und in den Uni-Alltag integrieren – dafür steht das Fairtrade-Siegel, das vom gemeinnützigen Verein TransFair e.V. im Juli 2020 an die Universität Hildesheim verliehen wird.

    Das Fairtrade-Siegel ist allbekannt auf Lebensmitteln und lässt sich auch in den universitären Alltag einbringen, verdeutlicht das Team des „Green Office“, dem  Nachhaltigkeitsbüro der Hildesheimer Universität. 30 Hochschulen haben sich bereits erfolgreich als Fairtrade-University beworben, nun zieht die Stiftung Universität Hildesheim mit.

    Ziel dabei ist es, das Bewusstsein von Studierenden und Beschäftigten der Universität Hildesheim für den Stellenwert des fairen Handels zu fördern und konkrete Veränderungen zugunsten eines höheren Anteils fair gehandelter Produkte in der Hochschulgastronomie und bei Bewirtung und Catering zu erreichen. Das Studentenwerk bietet beispielsweise bereits ausschließlich fair gehandelten Kaffee an.

    Zum Video der Preisverleihung (auf youtube.com)

    Digitale Themenwoche „Fairer Handel”

    Die offizielle Auszeichnungsfeier kann angesichts der aktuellen Coronavirus-Situation noch nicht wie geplant stattfinden. Stattdessen startet alternativ am Montag, 13. Juli 2020, die digitale Themenwoche „Fairer Handel”, die Studierende, Lehrende und Bürgerinnen und Bürger über Facebook, Instagram und auf der Homepage des Nachhaltigkeitsbüros „Green Office“ verfolgen können.

    Die geplanten Inhalte der digitalen Themenwoche „Fairer Handel” sind unter anderem:

    • Informationen rund um die Auszeichnung als Fairtrade-University
    • Tipps und Ideen rund um fairen Handel im Beruf und privat
    • Filme und Videos zum Thema
    • ein Quiz, bei dem es tolle Preise zu gewinnen gibt.

    Das Team des Nachhaltigkeitsbüros freut sich über rege Teilnahme und steht für Rückfragen zur Verfügung.

    Kontakt:

    Green Office, Stabsstelle Hochschulentwicklung, Stiftung Universität Hildesheim

    www.uni-hildesheim.de/greenoffice/ueber-uns/kontakt/

    www.uni-hildesheim.de/greenoffice
    Facebook @greenofficehildesheim, Instagram @greenofficehildesheim

    ]]>
    Green Office Pressemeldungen
    news-19203 Tue, 07 Jul 2020 13:20:22 +0200 Ängste im Kindesalter: Was denken die Kinder? Welche Rolle spielen die Eltern? Studie der Entwicklungspsychologie startet https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/aengste-im-kindesalter-was-denken-die-kinder-welche-rolle-spielen-die-eltern-studie-der-entwicklun/ Wie entwickeln sich Ängste im Kindesalter, etwa vor gefährlichen Viren oder Kriminalität? Für eine Studie sucht ein Forschungsteam der Entwicklungspsychologie der Universität Hildesheim ab sofort Studienteilnehmer. Teilnehmen können Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren und jeweils ein Elternteil. In einer neuen Studie befasst sich ein Forschungsteam um Entwicklungspsychologin Dr. Cathleen Kappes mit Ängsten im Kindesalter und welche Rolle Eltern bei der Entwicklung der Ängste spielen. Auch die Angst vor der Coronavirus-Pandemie soll aus der Perspektive der Kinder untersucht werden. Die Forscherin der Universität Hildesheim möchte unter anderem herausfinden, wie sich die aktuelle Zeit auf das Angstempfinden von Kindern auswirkt und wie verschiedene Ängste zusammenhängen. Die Studie untersucht insbesondere aber auch, wie sich die Furcht vor Kriminalität entwickelt und ob Kriminalitätsfurcht einen eigenständigen Angstbereich darstellt.

    „Ängste werden eher selten aus der Perspektive der Kinder selbst erfasst. Dabei weicht ihre Wahrnehmung durchaus von der Erwachsener ab. Um ein besseres Verständnis ihrer Ängste gerade auch in der aktuellen Zeit zu gewinnen, möchten wir die Kinder selbst zu Wort kommen lassen. Dabei interessiert uns auch, inwieweit Eltern eine Rolle bei der Angstentwicklung spielen“, sagt Cathleen Kappes.

    Studienteilnehmer gesucht: Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren mit jeweils einem Elternteil können ab sofort teilnehmen

    Das Forschungsteam sucht ab sofort Studienteilnehmer. An der Studie können Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren mit jeweils einem Elternteil teilnehmen. Zunächst füllt ein Elternteil einen Online-Fragebogen aus (etwa 20 Minuten, flexibler Zeitpunkt) und erhält einen Eindruck vom Bildmaterial, welches auch das Kind sehen wird. Zu einem vereinbarten Termin wird dann später ein Interview mit dem Kind im virtuellen Raum ohne Eltern (etwa 45 bis 60 Minuten) durchgeführt. Um an der Studie teilzunehmen, tragen Eltern einen Termin für das Interview ihres Kindes unter dem Link terminplaner4.dfn.de/KsuTgfntWwDlWJCt ein, sie erhalten anschließend per E-Mail weitere Informationen zum Ablauf der Studie. Als Dankeschön erhalten Studienteilnehmer einen Büchergutschein im Wert von 7,50 Euro.

    Die Studie ist eine Begleitstudie zu einem vom Bundesforschungsministerium geförderten Verbundprojekt, welches seit Frühjahr 2019 läuft und in Rahmen dessen Instrumente entwickelt werden sollen, die raumbezogen das Sicherheitsgefühl von Kindern und Jugendlichen aus deren Perspektive erfassen.

    Die Arbeitsgruppe „Entwicklungspsychologie“ am Institut für Psychologie der Universität Hildesheim wird von Professor Werner Greve geleitet.

    ]]>
    Fachbereich 1 Psychologie Pressemeldungen Startseite
    news-19090 Mon, 06 Jul 2020 14:44:16 +0200 Zur Beschäftigungssituation des akademischen Mittelbaus: Ergebnisse der dritten Mittelbau-Befragung erschienen https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/zur-beschaeftigungssituation-des-akademischen-mittelbaus-ergebnisse-der-dritten-mittelbau-befragung/ Über die Bedarfe und Anforderungen des akademischen Mittelbaus gibt der im Juni 2020 erschienene Bericht „Zur Beschäftigungssituation des akademischen Mittelbaus“ Auskunft. Darin werden die Ergebnisse der dritten Befragung der wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeiter_innen der Universität Hildesheim vorgestellt. Die Universität Hildesheim hat das Leitziel guter und fairer Arbeitsbedingungen für den akademischen Mittelbau in ihrer Entwicklungsplanung „MINERVA 2025“ verankert. Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist Teil des Leitbildes der Universität.

    „Hochschulentwicklung ist eine Gemeinschaftsaufgabe“

    „Hochschulentwicklung ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Damit sie gelingt, brauchen wir umfassende Informationen über die Arbeitsbedingungen“, sagt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

    Eine Arbeitsgruppe der Konferenz der wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeiter_innen (KWM) hat zum dritten Mal eine Befragung unter den wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeiter_innen der Universität Hildesheim durchgeführt, die Beschäftigungssituation des Mittelbaus erhoben und ausgewertet. Die Befragung „Zur Beschäftigungssituation des akademischen Mittelbaus“ erfolgte in Kooperation mit dem „audit familiengerechte hochschule“ sowie mit Unterstützung des Präsidiums.

    Die Ergebnisse der Befragung sollen dabei helfen, Maßnahmen anzustoßen sowie die Wirksamkeit von in den Vorjahren vorgenommenen Schritten zu evaluieren. Die Ergebnisse der Mittelbaubefragung sollen auch Impulse für das 2019 gegründete Graduiertenzentrum der Universität liefern, das die akademische Personalentwicklung durch Angebote zur Qualifizierung, Finanzierung und Beratung fest etabliert.

    „Die Mittelbaubefragung gibt einen differenzierten Einblick in die Arbeitsbedingungen des Mittelbaus und die verschiedenen Anforderungen, bei denen es insbesondere auch darum geht, die Lehre mit der eigenen wissenschaftlichen Weiterqualifizierung zu vereinbaren. Zusammen mit anderen Befragungen, etwa einer Bedarfserhebung zu gewünschten Angeboten des Graduiertenzentrums, liefert sie eine gute Grundlage für die akademische Personalentwicklung. Dabei wird klar, anders als der Begriff „Mittelbau“ suggeriert, wie heterogen diese Gruppe ist. Dies muss akademische Personaentwicklung berücksichtigen. Deutlich wird zudem, was wir in nächster Zeit verstärkt angehen sollten. Dazu gehören m.E. vor allem auch die Mitarbeiter_innengespräche, die noch zu wenig stattfinden“, sagt Professorin Meike Sophia Baader, Vizepräsidentin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs.

    47 Prozent (229 Personen) der wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeiter_innen und Lehrkräften für besondere Aufgaben haben sich an der Befragung beteiligt.

    „Der hohe Befristungsanteil im Wissenschaftssektor ist für viele Befragte ein sehr relevantes Thema. Die Universität Hildesheim wird insgesamt als positiver Arbeitgeber wahrgenommen und der kollegiale Umgang sehr geschätzt“

    „Aktuelle Zahlen der Personalstatistik für Hildesheim zeigen, dass 74 Prozent der Beschäftigten im Mittelbau befristet sind. Bundesweit sind es an allen Hochschulen 80 Prozent. Schaut man im Vergleich auf die Befristungszahlen von allen abhängig Beschäftigten in Deutschland, haben von diesen gut 12 Prozent einen befristeten Arbeitsvertrag. Der hohe Befristungsanteil im Wissenschaftssektor ist daher für viele Befragte ein sehr relevantes Thema“, sagt Per Holderberg. Der wissenschaftliche Mitarbeiter leitete die dritte Erhebung und nahm die Auswertung vor.

    Weiter führt Per Holderberg aus: „Hintergrund ist ein Bundesgesetz: Die Wissenschaftler_innen in Deutschland unterliegen bei der Befristung von Arbeitsverträgen dem sogenannten Wissenschaftszeitvertragsgesetz. Das Sonderbefristungsrecht gilt für alle Arbeitsverträge, bei denen die Beschäftigung zur Förderung der eigenen wissenschaftlichen oder künstlerischen Qualifizierung dient beziehungsweise die Stelle aus Drittmitteln finanziert wird. Wissenschaftler_innen an der Stiftung Universität Hildesheim geben im Durchschnitt eine Vertragslaufzeit von 35 Monaten an. Bei der Arbeitszeit heben die Befragten eine hohe Mehrarbeit hervor: Während Vollzeitbeschäftigte angeben 7 Stunden mehr pro Woche als vertraglich vereinbart zu arbeiten, liegt der Anteil bei den Beschäfigten mit einer halben Stelle bei 13 Stunden. In der Befragung von 2019 wurde erstmal erfasst wofür die Befragten ihre Arbeitszeit aufwenden. Über 50 Prozent der Zeit fließt in die Lehr- und Prüfungsverpflichtung sowie die Betreuung der Studierenden und Promovenden. Die Lehre in Hildesheim hat einen außerordentlich hohen Stellenwert, der sowohl der Betreuung und Ausbildung der Studierenden zu Gute kommt, aber auch einen individuellen Zielkonflikt für die eigene wissenschaftliche Weiterqualifikation oder projektbezogene Forschungen darstellen kann. Wir konnten ebenfalls mit der Befragung herausfinden, dass 58 Prozent der Befragten zum Arbeitsplatz pendeln. Die Wissensarbeiter_innen an Hochschulen sind soziologisch betrachtet die Avantgarde einer immer mobiler werdenden Arbeitsgesellschaft. Für die Vereinbarkeit von Promotion, Familie, Beruf und Karriere sind die vertraglichen Arbeitsbedingungen insgesamt von einer hohen Unsicherheit gekennzeichnet. Einerseits wirkt sich dies negativ auf die Familienplanung aus (43 Prozent geben an, einen Kinderwunsch zurückzustellen: bei Frauen liegt der Wert mit 50 Prozent doppelt so hoch wie bei den Männern!). Andererseits heben die Mitarbeiter_innen auch die hohe subjektive Zufriedenheit, Autonomie und die intrinsische Motivation an der wissenschaftlichen und künstlerischen Arbeit hervor. Es herrscht eine hohe Identifikation mit der Profession. Die Universität Hildesheim wird insgesamt als positiver Arbeitgeber wahrgenommen und der kollegiale Umgang sehr geschätzt. Für folgende Befragungen wünschen sich große Teile des Mittelbaus die Erweiterung um einen qualitativen Zuschnitt der Evaluation der Arbeitsbedingungen, welche die individuelle Situation, in der sich viele Beschäftigte befinden, stärker sichtbar macht.“

    „Es ist gut und wichtig, dass wir die Arbeitssituation der wissenschaftlichen und künsterlischen MitarbeiterInnen regelmäßig abfragen. So sehen wir auch von Seiten der Mittelbauvertretung, was gut läuft, aber vor allem auch, wo noch Probleme und Hindernisse sind, die wir im Dialog mit der Hochschulleitung adressieren müssen und die wir bei erfreulicherweise gelingender Kommunikation mit dem Präsidium auch adressieren können. Wir freuen uns auf ein gemeinsames Umsetzen unserer im Mittelbaubericht ausgesprochenen Empfehlungen“, so das SprecherInnenteam der Konferenz der wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeiter_innen (KWM).

    Die regelmäßige Befragung des akademischen Mittelbaus und die Evaluation der Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen ist in den Leitlinien „Wissenschaft als Beruf attraktiv machen“ vorgesehen, die im Jahr 2017 von den Gremien der Universität erarbeitet wurden. Dadurch wird gewährleistet, dass der Dialog über die Beschäftigungsbedingungen des Mittelbaus zwischen der Hochschulleitung und der KWM eng auf dessen gegenwärtige Bedarfe hin ausgerichtet wird. Von besonderer Bedeutung sind auch Mitarbeiter_innengespräche, zu denen akademische Führungskräfte verpflichtet sind.

    Die Mittelbaubefragung finden Sie online unter folgendem Link:

    Holderberg, Per (2020): Zur Beschäftigungssituation des akademischen Mittelbaus – Ergebnisse der dritten Befragung der wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeiter_innen der Stiftung Universität Hildesheim. Universitätsverlag Hildesheim.

    ]]>
    Sozialwissenschaften Pressemeldungen
    news-19085 Fri, 03 Jul 2020 07:59:00 +0200 Universitätsgesellschaft würdigt besondere wissenschaftliche Leistungen https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/universitaetsgesellschaft-wuerdigt-besondere-wissenschaftliche-leistungen/ Die Universitätsgesellschaft Hildesheim verleiht drei Preise für herausragende akademische Leistungen. Geehrt werden die Sprachwissenschaftlerin Lena Kliemke, die Mathematikerin Laura Lilienthal und die Erziehungswissenschaftlerin Dr. Anne Piezunka für ihre Bachelorarbeit, Masterarbeit und Promotion. Die Förderpreise sind mit jeweils 500 Euro dotiert Die Universitätsgesellschaft Hildesheim e.V. hat für 2020 drei Preise zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses der Universität Hildesheim ausgeschrieben. Es wurden drei hervorragende Abschlussarbeiten prämiert, jeweils eine Bachelorarbeit, eine Masterarbeit und eine Dissertation.

    Die Preisträgerinnen Dr. Anne Piezunka, Laura Lilienthal und Lena Kliemke zeichnen sich aus durch intrinsische Motivation, Kreativität, wissenschaftliche Expertise sowie die Fähigkeit, theoretische Überlegungen in die Praxis zu überführen und Erkenntnisse daraus wieder in der Theorie zu reflektieren.

    Die Auszeichnungen sollen die Leistungen der Nachwuchswissenschaftler*innen würdigen und Impulse für kreative Forschungsansätze geben. Sie sind mit jeweils 500 Euro dotiert. Die Förderkommission der Universität Hildesheim ist in das Verfahren eingebunden und gibt dem Vorstand der Universitätsgesellschaft eine Empfehlung.

    Die Preisträgerinnen sind:

    Beste Bachelorarbeit

    Lena Kliemke (Fachbereich 3 Sprach- und Informationswissenschaften): Wortbildungsstrategien im Deutschen bilingualer und monolingualer Kinder im Grundschulalter

    Beste Masterarbeit

    Laura Lilienthal (geb. Niemann) (Fachbereich 4 Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik): Verbalisieren von Bauanleitungen für eine räumliche Szene – eine Studie mit Grundschulkindern unterschiedlicher Klassenstufen

    Beste Dissertation

    Dr. Anne Piezunka (Fachbereich 1 Erziehungs- und Sozialwissenschaften): Ist eine gute Schule eine inklusive Schule? Entwicklung von Messinstrumenten durch Schulinspektionen

    Würdigungen und Glückwünsche kamen vom Vorstand der Universitätsgesellschaft, vertreten durch den Vorsitzenden Heinz-Werner Ernst und Dr. Hartmut Häger, dem Vizepräsidenten der Universität Hildesheim, Prof. Dr. Martin Schreiner und dem Oberbürgermeister der Stadt Hildesheim, Dr. Ingo Meyer.

    Einen ausführlichen Bericht über die Preisverleihung finden Sie auf der Website der Universitätsgesellschaft.

    ]]>
    Pressemeldungen
    news-19089 Fri, 03 Jul 2020 07:36:00 +0200 Arbeitsgemeinschaft Katholische Dogmatik und Fundamentaltheologie: Stellungnahme zur künftigen Priesterausbildung https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/arbeitsgemeinschaft-katholische-dogmatik-und-fundamentaltheologie-stellungnahme-zur-kuenftigen-pries/ Der Hildesheimer Theologieprofessor René Dausner hat an einer Stellungnahme zur künftigen Priesterausbildung mitgewirkt und reagiert auf Vorschläge der Deutschen Bischofskonferenz zur Qualitätssicherung der Priesterausbildung in Deutschland. Die Arbeitsgemeinschaft Katholische Dogmatik und Fundamentaltheologie des deutschen Sprachraums, in dessen Vorstand Prof. Dr. René Dausner vom Institut für Katholische Theologie der Universität Hildesheim Mitglied ist, hat eine Stellungnahme zum aktuellen Papier der Deutschen Bischofskonferenz veröffentlicht.

    In der Stellungnahme formuliert der Hildesheimer Theologieprofessor gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen unter anderem aus Erfurt, Salzburg, Würzburg und Tübingen: „Das Positionspapier einer Arbeitsgruppe der Deutschen Bischofskonferenz zur künftigen Priesterausbildung hat eine breite innerkirchliche Diskussion ausgelöst. Die Reduzierung auf wenige Ausbildungsstätten der Priesterausbildung gefährdet den Bestand Katholisch-Theologischer Fakultäten an staatlichen Universitäten und trägt ihrer Bedeutung für die Wissenschaftskultur in Deutschland nicht angemessen Rechnung. [...] Das neue Positionspapier orientiert sich am Priesterseminar als einem Lebensraum, der für Priesteramtskandidaten reserviert bleibt. Es hält damit an einem geschichtlich überkommenen Modell fest, das die Logik eines klerikalen Milieus verstärkt, statt von den komplexen Herausforderungen einer pluralen und zunehmend säkularen Gesellschaft her zu denken. Ihnen muss sich eine zeitgemäße Ausbildung von Theolog*innen im kirchlichen Dienst stellen.“

    Die vollständige Stellungnahme lesen Sie hier.

    ]]>
    Fachbereich 1 Katholische Theologie Pressemeldungen Startseite
    news-19082 Thu, 02 Jul 2020 15:20:00 +0200 Zentrum für Digitalen Wandel lädt zur Debatte über das Thema Informationskompetenz https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/zentrum-fuer-digitalen-wandel-laedt-zur-debatte-ueber-das-thema-informationskompetenz/ Das Zentrum für Digitalen Wandel der Universität Hildesheim lädt zur öffentlichen Videokonferenz ein: Am 7. Juli 2020 stellt Prof. Dr. Joachim Griesbaum vom Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie der Universität Hildesheim neue Forschungserkenntnisse zum Thema Informationskompetenz vor. Die Online-Veranstaltung ist öffentlich und kostenfrei und beginnt um 18:15 Uhr. Informationskompetenz ist ein wichtiges und zugleich schweres Thema. Wichtig, da Informationskompetenz sowohl professionelle als auch alltagsbezogene Angebote betrifft, etwa den Bereich des E-Commerce, gesundheitsbezogene oder politische Information; schwierig, da Informationskompetenz auf Nutzerseite oftmals als bereits vorhanden eingeschätzt wird. Zudem ist Informationskompetenz nicht leicht zu vermitteln.
    Prof. Griesbaum wird in seinem Vortrag neue Forschungserkenntnisse zum Thema Informationskompetenz vorstellen und dabei auch konzeptuelle Perspektiven sowie pragmatische Ansätze zur Vermittlung von Informationskompetenz präsentieren.
    Hildesheimer Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, mitzudiskutieren. Die Online-Veranstaltung ist öffentlich und findet via Videokonferenz (BigBlueButton) statt, die Teilnahme ist kostenfrei. Wenn Sie teilnehmen möchten, besuchen Sie die Internetseite www.uni-hildesheim.de/zfdw. Dort finden Sie den Link zur Videokonferenz und die Zugangsdaten.

    Infos zur Veranstaltungsreihe

    Die Veranstaltungsreihe „KURZWEIL“ des Zentrums für Digitalen Wandel / Center for Digital Change der Universität Hildesheim diskutiert aktuelle Themen des Digitalen Wandels. Dabei verfolgt die Reihe „KURZWEIL“ ein interaktives Konzept: So werden zunächst aktuelle akademische Projekte und Erkenntnisse aus unterschiedlichen Fachbereichen und Einrichtungen der Universität präsentiert. Im Anschluss daran wird auch das Publikum mit den Expertisen und Fragen einbezogen – dies können Beobachtungen aus der beruflichen Praxis sein, Alltagserfahrungen oder Sichtweisen anderer Fachdisziplinen. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen im Zuge des Coronavirus, wird die Veranstaltungsreihe „KURZWEIL“ des Zentrums für Digitalen Wandel der Universität Hildesheim vorerst weiterhin digital stattfinden .

    ]]>
    Sozialwissenschaften Fachbereich 3 Informationswissenschaft und Sprachtechnologie Zentrum für Digitalen Wandel Pressemeldungen
    news-19052 Tue, 30 Jun 2020 11:30:00 +0200 Zwei Welten? Integrationspolitik in Stadt und Land https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/zwei-welten-integrationspolitik-in-stadt-und-land/ Wissenschaftler der Universitäten Hildesheim und Erlangen-Nürnberg legen Studie zu den Auswirkungen der Fluchtmigration 2015/2016 auf die kommunale Integrationspolitik vor. Während das lokale Integrationsmanagement vielerorts professionalisiert und ausgebaut wurde, ist die Finanzierung bis heute oft nicht gesichert. Die Wissenschaftler empfehlen Bund und Ländern zu prüfen, Integration zur kommunalen Pflichtaufgabe zu machen. Entscheidend für gute Integrationspolitik ist weniger die Größe einer Kommune als das persönliche Engagement von Schlüsselpersonen. Die Fluchtmigration der Jahre 2015/2016 hat die Integrationspolitik in deutschen Städten, Landkreisen und Gemeinden nachhaltig verändert: In vielen Kommunen wurde in der Folge ein lokales Integrationsmanagement auf- oder bestehende Strukturen ausgebaut. Gleichzeitig ist die Finanzierung integrationspolitischer Maßnahmen oft nicht gesichert, Kommunen sind bis heute stark von befristeten Projektgeldern, Bundes- oder Landesförderung abhängig. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Zwei Welten? Integrationspolitik in Stadt und Land“, die Wissenschaftler der Universitäten Hildesheim und Erlangen-Nürnberg vorgelegt haben. Unter anderem empfehlen sie Bund und Ländern zu prüfen, Integration zur kommunalen Pflichtaufgabe zu machen. Gefördert wurde die bislang größte qualitative Studie zum kommunalen Integrationsmanagement von der Robert Bosch Stiftung GmbH.

    Für die Studie untersuchte ein Forscherteam um den Hildesheimer Professor Hannes Schammann und Professorin Petra Bendel von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg die Strukturen lokaler Integrationspolitik von deutschlandweit 92 Kommunen. 68 Prozent der analysierten Kommunen haben demnach ihren integrationspolitischen Ansatz als Reaktion auf die Zuwanderung 2015/2016 systematisch überarbeitet, jede dritte Kommune verfügt inzwischen über ein Integrationskonzept.

    Zuwanderung 2015/2016 als Katalysator für Integrationspolitik
    Kommunen treten in der Integrationspolitik inzwischen selbstbewusst auf. So gaben vier von fünf Befragten (85,9 Prozent) an, auf der jeweiligen Landesebene Einfluss auf die Integrationspolitik nehmen zu wollen, mehr als die Hälfte zielte sogar auf die Bundesebene ab. „In vielen Kommunen hat der ‘lange Sommer der Migration‘ als Katalysator für das Integrationsmanagement gewirkt“, so Hannes Schammann. „Dass Integration gelingt, hängt wesentlich davon ab, ob es für die jeweiligen Gegebenheiten die passenden Strukturen gibt – und kann vom informellen Integrationsmanagement durch den Bürgermeister selbst bis hin zu professionalisierten Einheiten, etwa in Form eines Migrationsamtes, reichen.“ Insgesamt identifizieren die Wissenschaftler sieben Typen des kommunalen Integrationsmanagements. Um auf schwankende Bedarfslagen reagieren zu können, empfehlen sie den Kommunen den Aufbau flexibler Strukturen.

    Größe der Kommune nicht für Integrationserfolge entscheidend
    Das Gegensatzpaar „Stadt“ und „Land“ taugt laut den Autoren der Studie kaum dazu, Unterschiede in der kommunalen Integrationspolitik zu erklären. So sei die Größe der Kommune nicht entscheidend für Integrationserfolge, wie oft angenommen. Auch die sozioökonomische Situation und parteipolitische Mehrheiten einer Kommune scheinen weniger wichtig zu sein. Vielmehr spielen lokale Narrative und das persönliche Engagement von Schüsselpersonen eine zentrale Rolle. „Erfolgreiche Integrationsarbeit darf nicht vom Engagement Einzelner abhängen“, sagt Dr. Maja Pflüger, verantwortlich für das Thema Einwanderungsgesellschaft in der Robert Bosch Stiftung. „Viele Kommunen haben erst in den vergangenen Jahren begonnen, ihr Integrationsmanagement zu professionalisieren. Diese Strukturen gilt es weiter zu stärken und nachhaltig auszubauen.“ So gaben fast 95 Prozent der befragten Kommunen an, dass sie bereits vor 2015 über intensive Erfahrung mit Migration verfügten. Dennoch betonten sowohl kleine Gemeinden wie größere Städte, dass sie sich auf die Zuwanderung der Jahre 2015/16 nicht gut vorbereitet sahen.

    Zur Methode
    Die Studie „Zwei Welten? Integrationspolitik in Stadt und Land“ untersucht die kommunale Integrationspolitik in 92 ausgewählten Kommunen in zwölf deutschen Bundesländern (23 kreisfreie Städte, 24 Landkreise und 45 kreisangehörige Kommunen; Liste aller Kommunen auf Anfrage). Dazu wurden in den vergangenen zwei Jahren 182 Interviews mit Vertretern von Verwaltung und Zivilgesellschaft geführt und ausgewertet.

    Die vollständige Studie finden Sie zum Download unter www.bosch-stiftung.de/studie-zwei-welten.

    Über die Robert Bosch Stiftung
    Die Robert Bosch Stiftung GmbH gehört zu den großen, unternehmensverbundenen Stiftungen in Europa. In ihrer gemeinnützigen Arbeit greift sie gesellschaftliche Themen frühzeitig auf und erarbeitet exemplarische Lösungen. Dazu entwickelt sie eigene Projekte und führt sie durch. Außerdem fördert sie Initiativen Dritter, die zu ihren Zielen passen.

    Die Robert Bosch Stiftung ist auf den Gebieten Gesundheit, Wissenschaft, Bildung, Bürgergesellschaft sowie Internationale Verständigung und Kooperation tätig.

    Die Robert Bosch Stiftung bekennt sich zu den Werten und dem Vorbild ihres Stifters, Robert Bosch, und setzt dessen philanthropisches Wirken fort. Mit mehr als 50 Jahren Erfahrung verfügt sie in ihren Fördergebieten über ein breites Wissen, die Qualifikation zur Entwicklung von Lösungen und ein umfangreiches Netzwerk von Partnern, Experten und Praktikern.

    Die Robert Bosch Stiftung ist alleinige Trägerin des Robert-Bosch-Krankenhauses in Stuttgart und der zugehörigen Forschungseinrichtungen, Dr. Margarete Fischer-Bosch-Institut für Klinische Pharmakologie (IKP), Robert Bosch Centrum für Tumorerkrankungen (RBCT) und Institut für Geschichte der Medizin (IGM). Sie ist außerdem Gesellschafterin des UWC Robert Bosch Colleges in Freiburg, der Deutschen Schulakademie in Berlin und des International Alumni Center (iac) in Berlin. Die Robert Bosch Stiftung hält rund 92 Prozent der Geschäftsanteile an der Robert Bosch GmbH und finanziert sich aus den Dividenden, die sie aus dieser Beteiligung erhält. Seit ihrer Gründung 1964 hat die Robert Bosch Stiftung rund 1,8 Milliarden Euro für ihre gemeinnützige Arbeit ausgegeben.

    ]]>
    Fachbereich 1 Sozialwissenschaften Migrationspolitik Politik Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-19057 Tue, 30 Jun 2020 08:47:00 +0200 Stellungnahme zur sozialen Teilhabe von jungen Erwachsenen https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/stellungnahme-zur-sozialen-teilhabe-von-jungen-erwachsenen/ Der Hildesheimer Sozialpädagoge Prof. Dr. Wolfgang Schröer hat als Vorsitzender des Bundesjugendkuratoriums eine aktuelle Stellungnahme zur sozialen Teilhabe von jungen Erwachsenen mit erarbeitet. Stellungnahme des Bundesjugendkuratoriums

    Zentrales Anliegen der Stellungnahme des Bundesjugendkuratoriums ist es, die Jugendpolitik und die einzelnen Politikfelder zu einer systematischen Auseinandersetzung mit demjungen Erwachsenenalter aufzufordern und gemeinsam eine Politik zu gestalten, die gleichberechtig-te Formen sozialer Teilhabe für junge Erwachsene im institutionellen Gefüge unserer Gesellschaft ermöglicht. Auch die aktuelle Corona-Krise hat gezeigt, dass das junge Erwachsenenalter stärker in den Vordergrund der politischen Aufmerksamkeit gerückt werden muss.

    Ausgangspunkt der umfassenden Stellungnahme ist die bisher sehr segmentierte Betrachtung und Regulierung des jungen Erwachsenenalters in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen von Ausbildung, Bildung, Studium, Erwerbsarbeit, Familienförderung, Gesundheit etc. Dadurch entstehen Friktionen in der Förderung, Parallelstrukturen und konkurrierende Unterstützungslogiken in den Kommunen, Ländern und im Bund. Im Fokus der Stellungnahme stehen die Veränderungen in der sozialen Teilhabe von jungen Erwachsenen in unserer Gesell-schaft und die sich dadurch ergebenden nachhaltigen Folgen für ihre weitere Lebensgestaltung.

    Das Bundesjugendkuratorium zeichnet mit den formulierten Forderungen eine vielfältige Herausforderungsstruktur für die Jugendpolitik und alle darin involvierten Politikfelder. Um kohärente Lösungsansätze entwickeln zu können, empfiehlt das Bundesjugendkuratorium die Einrichtung einer Enquetekommission „Junge Erwachsene“, die auf der Grundlage einer umfassenden Analyse der Veränderungen und Flexibilisierungen im institutionellen Gefüge des Aufwachsens und ihrer Auswirkungen auf die Lebenslage der jungen Erwachsenen erstmalig einen systematischen politikfeldübergreifenden Entwurf für eine Jugendpolitik des jungen Erwachsenenalters erarbeitet.

    Die Stellungnahme steht auf www.bundesjugendkuratorium.de/stellungnahmen zum Download bereit.

    Das Bundesjugendkuratorium (BJK) ist ein von der Bundesregierung eingesetztes Sachverständigengremium. Es berät die Bundesregierung in grundsätzlichen Fragen der Kinder- und Jugendhilfe und in Querschnittsfragen der Kinder- und Jugendpolitik. Dem BJK gehören bis zu 15 Sachverständige aus Politik, Verwaltung, Verbänden und Wissenschaft an. Die Mitglieder wurden durch die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für die Dauer der laufenden Legislaturperiode berufen.

    ]]>
    Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Pressemeldungen
    news-19033 Fri, 26 Jun 2020 11:49:16 +0200 Generation Corona? Studie untersucht die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf die Zukunftsperspektiven von jungen Menschen https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/generation-corona-studie-untersucht-die-auswirkungen-der-coronavirus-pandemie-auf-die-zukunftspersp/ Die nächsten Schritte der Lebensplanung in Bildung, Beruf und Familie sind durch die Coronavirus-Pandemie schwerer absehbar. Soziologen der Universität Hildesheim untersuchen in einer Studie, wie junge Menschen auf die Unsicherheit in Übergangsprozessen in Familie, Beruf und Ausbildung reagieren. Das Forschungsteam sucht bundesweit Teilnehmer im Alter von 18 bis 30 Jahren. Jetzt teilnehmen an der Studie
    „Biographische Zukunftsperspektiven und Distant Socializing in der Social-Web-Generation“

    Die Krise der COVID-19-Pandemie gehört zu den schärfsten zeitgeschichtlichen Zäsuren seit dem 2. Weltkrieg. Weltweit führte sie in kürzester Zeit zu erheblichen Veränderungen des Alltags und der Lebenssituation durch den „Lockdown“ und die Verhaltensnormen des „Social Distancing“, also des räumlichen Abstands voneinander. Angesichts der Folgen, die der Lockdown besonders für junge Menschen hat, ist in der Presse und von manchen Wissenschaftlern auch schon eine „Generation Lockdown“ beziehungsweise eine „Generation Corona“ ausgerufen worden.

    Auswirkungen auf die Zukunftsperspektiven von jungen Menschen

    Ein Forschungsteam um Prof. Dr. Michael Corsten, Dr. Sascha Oswald und Tobias Wittchen vom Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim untersucht im Forschungsprojekt „Biographische Zukunftsperspektiven und Distant Socializing in der Social-Web-Generation“ aus generationssoziologischer Perspektive, die COVID-19-Pandemie und ihre Auswirkungen auf die Zukunftsperspektiven von jungen Menschen. Wie reagieren junge Menschen auf die Unsicherheit in Übergangsprozessen?

    „Es ist nicht mehr sicher, wovon in nächster Zeit auszugehen ist. Werde ich das Abitur machen können? Werden das nächste Schuljahr oder das Semester wieder in Präsenz stattfinden können? Wird Urlaub im Ausland wieder möglich sein so wie früher? Oder gibt es eine zweite Welle und die Grenzen werden doch wieder geschlossen? Werden die gerade geöffneten Kitas dann wieder bald geschlossen werden müssen? Die nächsten Schritte der mittelfristigen Lebensplanung in Bildung, Beruf und Familie sind also schwerer absehbar“, sagt der Soziologe Professor Michael Corsten. Die Folgen des Lockdowns betreffen die junge Generation besonders, weil die Weichenstellungen im Bildungsprozess, in der Berufskarriere oder der Paar- und Familienentwicklung gerade im Alter von 18 bis 30 vorgenommen werden, aber gerade hier die nahen Zukunftsperspektiven besonders schwer einzuschätzen sind. Wie führt die Krise zu einer neuen Lebensperspektive, und wie kompensieren junge Menschen die Einschränkungen? Professor Michael Corsten nennt ein Beispiel aus dem Sport, etwa wenn sich junge Menschen digital fit halten, indem sie von gemeinsamen Zumba-Kursen im Club auf Youtube-Fitnesstutorials umsteigen. Ein Beispiel, das zeigt, das nicht alle Folgen Ausstieg und Stillstand bedeuten so Corsten. Aber lässt sich das, was im Freizeitbereich möglich scheint, so einfach auf Berufswelt, Bildung und Familiengründung übertragen?

    Können 18- bis 30-Jährige, die mit digitalen Medien aufgewachsen sind, die Einschränkungen der sozialen Kontakte durch den Einsatz digitaler Medien besser als andere kompensieren?

    Eine weitere Auswirkung des Lockdowns besteht darin, dass digitale Medien verstärkt genutzt werden, um physische Kontakte und die Kommunikation unter Anwesenden zu ersetzen. Hier sind es nun gerade wiederum die 18- bis 30-Jährigen, die von Kindesbeinen an mit den neuen digitalen Medien aufgewachsen sind und die Möglichkeiten der Kommunikation im Social Web zu nutzen verstehen, so das Forschungsteam. Dies könnte sie befähigen, die Einschränkungen der sozialen Kontakte und der Kommunikation in den Kontexten von Bildung, Beruf oder Familie besser als andere zu kompensieren.

    Das Hildesheimer Forschungsteam untersucht, wie die Krise sich auf die Wahrnehmung der nahen Zukunft in der Generation der heute jungen Erwachsenen auswirkt. Die eigenen Lebensentwürfe lassen sich im Rahmen der Krise unterschiedlich „leicht“ beziehungsweise „schwer“ verwirklichen. Von welchen Bedingungen und Gegebenheiten sind die Perspektiven der Menschen in unserer Gesellschaft abhängig? Spielt hierbei die Lebensphase eine besonders wichtige Rolle? Fällt es jungen Erwachsenen, die mit Digitalen Medien und dem Social Web aufgewachsen leichter, auf die Veränderungen der Kontaktpflege zu reagieren, etwa in Form eines „Distant Socializings“?

    Um dies herauszufinden, befragen die Soziologen ab Ende Juni 2020 in dem Forschungsprojekt möglichst viele Menschen aus ganz unterschiedlichen Gruppen in einem offenen Gespräch online oder telefonisch. An der Studie teilnehmen können alle Personen im Alter zwischen 18 und 30.

    Mehr zum Forschungsprojekt und zur Teilnahme an der Studie finden Sie online unter „Biographische Zukunftsperspektiven und Distant Socializing in der Social-Web-Generation“:
    https://www.uni-hildesheim.de/index.php?id=22799

    In dem Forschungsprojekt wirken auch Studierende aus dem Methodenbüro für sozialwissenschaftliche Forschung mit. Das Forschungsprojekt wird mit einer Anschubfinanzierung aus dem Fonds zu Erforschung der COVID-19-Pandemie gefördert, den die Hochschulleitung der Universität Hildesheim eingerichtet hat.
     

    Medienkontakt:
    Pressesprecherin der Universität Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121 883 90100 und 0177 8605905)

    Foto: © Fly_dragonfly, iStock

    ]]>
    Fachbereich 1 Sozialwissenschaften Soziologie Forschung Pressemeldungen Startseite
    news-19012 Wed, 24 Jun 2020 09:33:53 +0200 UNESCO Chair der Universität Hildesheim erforscht die Rolle von Kulturen und Künsten in Krisen- und Umbruchzeiten https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/unesco-chair-der-universitaet-hildesheim-erforscht-die-rolle-von-kulturen-und-kuensten-in-krisen-und/ Hildesheim ist ein Zentrum für kulturpolitische Forschung in Deutschland: Die UNESCO hat die Hildesheimer Forschung mit einem UNESCO-Lehrstuhl „Cultural Policy for the Arts in Development“ ausgezeichnet. Seit 2020 forscht und lehrt Professour Julius Heinicke an der Universität Hildesheim, der UNESCO-Chair wurde erfolgreich um weitere vier Jahre verlängert, im Auswärtigen Amt in Berlin erfolgte die Staffelübergabe von Professor Wolfgang Schneider an Professor Julius Heinicke. Die UNESCO hat das Konzept des UNESCO Chairs in Cultural Policy for the Arts in Development (UNESCO-Lehrstuhl für die Künste in Entwicklungsprozessen) für weitere vier Jahre positiv evaluiert. Prof. Dr. Julius Heinicke wurde als neuer Inhaber des UNESCO-Lehrstuhls bestätigt. Am Freitag, 19. Juni 2020, fand die symbolische Staffelübergabe von Prof. Dr. Wolfgang Schneider an seinen Nachfolger Prof. Dr. Julius Heinicke auf Einladung der Staatsministerin für internationale Kulturpolitik Michelle Müntefering im Auswärtigen Amt statt.

    „Die Arbeit des Hildesheimer UNESCO Chairs begeistert mich seit Langem“, erklärt die Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission Prof. Dr. Maria Böhmer. „Wolfgang Schneider hat uns in den vergangenen Jahren gezeigt, welche Rolle die Kultur in gesellschaftlichen und politischen Umbrüchen spielt und wie sie dadurch Wandel befördert“, so Böhmer weiter. „Am Lehrstuhl werden Kunstfreiheit und Menschenrechte nicht nur diskutiert. In Hildesheim wird gelehrt, wie wir Tag für Tag für sie einstehen können. Dafür möchte ich Professor Schneider ganz herzlich danken und freue mich darauf, die inspirierende Zusammenarbeit der letzten Jahre jetzt mit Professor Heinicke fortsetzen zu können.“

    Hildesheimer Forschungsteam untersucht: Welche Rolle spielt die Kultur in gesellschaftlichen und politischen Umbrüchen?

    In der nun folgenden Phase setzen Prof. Dr. Julius Heinicke und der Geschäftsführer Dr. Daniel Gad samt Team auf die Fortführung und Etablierung erfolgreicher Kooperationsprogramme mit Künstler*innen weltweit wie die „Arts Rights Justice“-Sommerakademie, Forschungskooperationen mit internationalen Organisationen, so zum Beispiel „Kultur und Konflikt“ mit der GIZ in Mali oder dem internationalen Netzwerk der UNESCO Chairs zur Forschung im Bereich Vielfalt kultureller Ausdrucksformen.

    In Zeiten großer gesellschaftlicher Umbrüche und globaler Wandlungsprozesse, welche die international agierenden Künstler*innen und kulturpolitische Akteur*innen maßgeblich beeinträchtigen und herausfordern, versteht sich der Chair in Zukunft verstärkt als unabhängige Forschungsinstitution, welche kulturpolitische Diskurse unter einem kritischen und postkolonialen Fokus voranbringt. Das Team strebt wissenschaftliche Kooperationen und Begleitstudien mit Projekten, Initiativen und Programmen kulturpolitischer Akteur*innen und Stakeholdern wie etwa der Deutschen UNESCO-Kommission, dem Goethe-Institut, dem ifa, der GIZ, dem BMZ und dem Auswärtigen Amt sowie ausgewählten Partner*innen insbesondere in der arabischen Region und auf dem afrikanischen Kontinent an.

    Internationales Bachelor-Plus-Studienprogramm in den Kulturwissenschaften: Zusammenarbeit mit Universitäten in Marokko, Ghana und Nigeria

    Einen Schwerpunkt bilden die Einbindung und der Austausch mit Studierenden, Doktorand*innen und Wissenschaftler*innen weltweit.

    So werden im internationalen Bachelor-Plus-Studiengang in Hildesheim, in Kooperationen mit einem pan-arabischen Masterstudiengang in Marokko und der DAAD Graduate School „Performing Sustainability“ in Zusammenarbeit mit den Universitäten Cape Coast, Ghana, und Maiduguri, Nigeria, und in weiteren internationalen Promotionsprogrammen Diskurse und Debatten um Postkolonialismus, Antirassismus, Nachhaltigkeit, Kulturelle Diversität und Kunstfreiheit kritisch reflektiert und vorangebracht.

    Prof. Dr. Julius Heinicke forscht seit März 2020 als Professor für Kulturpolitik an der Universität Hildesheim und untersucht zum Beispiel Schnittstellen zwischen Hochkultur und kultureller Bildung

    Der Kulturwissenschaftler Julius Heinicke wurde zum 1. März 2020 auf die Professur für Kulturpolitik der Universität Hildesheim berufen. Er studierte an der Humboldt-Universität zu Berlin Kultur- und Theaterwissenschaften und promovierte dort über Theater und Politik in Zimbabwe. Bevor er eine Professur für angewandte Kulturwissenschaften an der Hochschule Coburg antrat, forschte er am Institut für Theaterwissenschaft der Freien Universität Berlin. Seit 2017 leitet er das Forschungsprojekt „Schnittstellen zwischen Hochkultur und kultureller Bildung”.

    Seine Habilitationsschrift „Sorge um das Offene: Verhandlungen von Vielfalt mit und im Theater” wurde 2019 im Verlag Theater der Zeit veröffentlicht.

    Seit vielen Jahren kooperiert Julius Heinicke in Kunst- und Forschungsprojekten mit Kolleg*innen im südlichen Afrika, vor allem in Südafrika und Zimbabwe. In beiden Ländern werden Kunst- und Kulturpraktiken eingesetzt, um sich den gesellschaftlichen Herausforderungen aufgrund politischer Umbrüche und Neuanfänge zu stellen. Heinicke spricht hier bewusst nicht von Krisen, denn diese sind allseits bekannt. Vielmehr hat er innovative Techniken und Fragestellungen beobachten können, durch deren Perspektive einige Wirkungsweisen hierzulande erst reflektierbar werden.

    Die Künste können Sphären zur Aushandlung und Versöhnung schaffen

    Die Bedeutung der sozialen Felder für die Künste, die politische Kraft von Kulturarbeit auch in Krisenzeiten, die Rolle der Kunst in der Schaffung von Sphären zur Aushandlung und Versöhnung sind Themen, die Julius Heinicke beschäftigen. Dabei will er verstärkt auch der Frage nachgehen, welche kulturpolitischen Narrative und Strategien im internationalen Kontext noch ungehört sind, aber wertvolle Hinweise geben. Immer mehr Autor*innen und Künstler*innen mit neuen Blickwinkeln kommen zu Wort – hier gibt es noch viel zu wenig wahrgenommene Stimmen und Fragestellungen, die Heinicke in seiner Forschung aufgreifen möchte.

    Vor dem Hintergrund der „UNESCO Convention on the Protection and the Promotion of the Diversity of Cultural Expressions“ aus dem Jahre 2005 hat der Hildesheimer Lehrstuhl die Aufgabe, nicht nur in verschiedenen lokalen, regionalen und internationalen Gesellschaften Debatten zu initiieren, welche kulturellen Ausdrucksweisen „geschützt“ und welche  „gefördert“ werden sollten, was je nach Region und Anliegen ganz unterschiedlich sein kann. Vielmehr sollen diese vielfältigen Debatten zusammengebracht, der Austausch gefördert und die so entstehenden Diskurs- und Handlungsräume wissenschaftlich analysiert und ausgewertet werden. Innovative und zeitgemäße Formen des Wissens, Debattierens, Forschens und Reflektierens sollen gemeinsam mit den Partner*innen erarbeitet werden.

    Kontakt:

    Prof. Dr. Julius Heinicke, UNESCO Chair in Cultural Policy for the Arts in Development
    Stiftung Universität Hildesheim, Universitätsplatz 1, 31141 Hildesheim
    E-Mail: julius.heinicke@uni-hildesheim.de
    Kulturcampus Domäne Marienburg – Studieren mit Spielraum. | Institut für Kulturpolitik | UNESCO-Chair: https://www.uni-hildesheim.de/unescochair/

    Medienkontakt:

    Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, Telefon: 05121 88390100 und 0177 8605905)

    ]]>
    Fachbereich 2 Kulturpolitik Pressemeldungen
    news-19016 Wed, 24 Jun 2020 08:42:00 +0200 Soziale Dienste: Beruf und Studium an der Universität Hildesheim kombinieren https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/soziale-dienste-beruf-und-studium-an-der-universitaet-hildesheim-kombinieren/ Im dualen Masterstudiengang „Soziale Dienste“ kombinieren die Studentinnen und Studenten Theorie und Berufspraxis. Berufstätige aus der Kinder- und Jugendhilfe, dem Allgemeinen Sozialen Dienst, der Altenhilfe und weiterer sozialer Dienste am Arbeitsmarkt können sich ab sofort für das Studium „Soziale Dienste“ bewerben. Der Studienbeginn an der Universität Hildesheim ist im Oktober 2020. Seit 2019 bildet die Universität Hildesheim Fachkräfte im bundesweit ersten universitären berufsintegrierenden dualen Masterstudiengang „Soziale Dienste“ aus.

    Für das kommende Wintersemester 2020/21 ist die erneute Bewerbung für Studieninteressierte, die im Feld der Sozialen Dienste arbeiten, möglich. Die Studierenden können beispielsweise aus der Kinder- und Jugendhilfe, dem Allgemeinen Sozialen Dienst, der Altenhilfe, aber auch weiterer sozialer Dienste am Arbeitsmarkt kommen. Die Bewerbungsfrist endet am 15.07.2020.

    Weitere Informationen finden Sie online unter: www.uni-hildesheim.de/sozialedienstedual.

    Beruf und Studium kombinieren

    Die Studentinnen und Studenten sind während des dualen Masterstudiums weiterhin in ihrem Beruf tätig. Berufsintegrierend bedeutet, dass die Studierenden berufstätig sein müssen und die Berufspraxis teilweise als Lernort in die Verrechnung der Creditpoints für den Studiengang eingeht.

    Zu den Schwerpunkten des Hildesheimer Studiums gehören „Soziale Dienste in der Kinder- und Jugendhilfe“ und „Soziale Dienste am Arbeitsmarkt“.

    „Soziale Dienste sind essenziell für unsere Gesellschaft, um aktuelle Herausforderungen wie zum Beispiel den demografischen Wandel oder die notwendige Flüchtlingsarbeit zu bewältigen. Soziale Dienste stehen aber schon heute, noch viel stärker als Wirtschaftsunternehmen, vor dem Problem des Fachkräftemangels. Die Nachfrage nach qualifiziertem Fachpersonal ist hoch. Mit dem dualen Masterstudium tragen wir dazu bei, dass aktuelle Forschungserkenntnisse im Berufsalltag ankommen“, sagt Professorin Inga Truschkat vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Uni Hildesheim.

    Mit dem Studienangebot leistet die Universität Hildesheim einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung auf wissenschaftlich hohem Niveau in diesen wichtigen gesellschaftlichen Feldern.

    ]]>
    Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Pressemeldungen
    news-18992 Mon, 22 Jun 2020 10:09:00 +0200 Studierende in Not – Sparkasse hilft Studierenden mit einer Spende für den Corona-Notfonds https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/studierende-in-not-sparkasse-hilft-studierenden-mit-einer-spende-fuer-den-corona-notfonds/ Vor allem aufgrund im Verlauf der COVID-19-Pandemie verloren gegangener Studierendenjobs gerät die Finanzierung des Lebensunterhalts vieler Studierender ins Wanken. Die Sparkasse Hildesheim Goslar Peine unterstützt nun Studierende der Hochschulen in ihrem Geschäftsgebiet mit einem Gesamtbetrag von 16.000 Euro, darunter Studierende der Universität Hildesheim. Spenden Sie für den Corona-Sozialfonds:
    Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

    Aktuelle Studien gehen davon aus, dass bis zu 40 Prozent der Studierenden bedingt durch die Pandemie für ihre Studienfinanzierung notwendige studentische Jobs verlieren werden oder bereits verloren haben. Gleichzeitig steigen für viele auch noch finanzielle Verpflichtungen, schränkt Familientätigkeit die Handlungsspielräume ein und muss teilweise auch technisch nachgebessert werden, um im digitalen Semester am Ball zu bleiben.

    Verfügbar sind derzeit Studienkredite der KfW, die allerdings zurückgezahlt werden müssen und insofern zu einer Verschuldung schon während des Studiums führen. Mittel aus dem durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung zur Verfügung gestellten Notfonds können jetzt beantragt werden. Mit einer Auszahlung ist gegen Ende des Monats zu rechnen. Das geht aus einer aktuellen Pressemitteilung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung hervor. Für maximal drei Monate können Studierende hieraus monatlich maximal 500 Euro erhalten.

    Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, Hochschulangehörige und auch Studierende selbst haben bisher für den Corona-Sozialfonds der Uni Hildesheim gespendet

    Die drei Hochschulen im Geschäftsgebiet der Sparkasse, die Stiftung Universität Hildesheim, die HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaften und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen sowie die Technische Universität Clausthal, haben, um in dieser Situation unbürokratisch, zielgerichtet und vor allem sehr schnell helfen zu können, daher bereits vor Wochen eigene Notfonds ins Leben gerufen, um wenigstens übergangsweise die größte Not zu lindern. An der Universität Hildesheim hat ein Team um Vizepräsident Professor Martin Schreiner und Markus Langer vom Friend- und Fundraising einen Spenden-Aufruf für den Corona-Sozialfonds bereits Anfang Mai gestartet. Auf Antrag schütten diese Fonds Einmalzahlungen aus, um Studierenden die Überbrückung finanzieller Engpässe zu ermöglichen.

    Ohne Spenden wäre dies indes nicht möglich. Privatpersonen, Unternehmen, Hochschulangehörige und auch Studierende selbst können hier fördern und tun das auch.

    Die Spende der Sparkasse stockt diese Fonds nun ganz erheblich auf, erweitert die Handlungsspielräume und erleichtert Entscheidungen. Vor allem aber sind die Hochschulen damit auch noch dann handlungsfähig, wenn im September die angekündigten Bundeshilfen bereits wieder auslaufen. Die Hochschulen sind sehr dankbar für dieses Engagement der Sparkasse Hildesheim Goslar Peine.

    Aus diesem Anlass trafen sich Vertreter von Hochschulen und Sparkasse auf dem Hildesheimer Marktplatz – physisch distanziert, aber in ihrem Engagement für die Studierenden vereint.

    Michael Senft, Vorstand der Sparkasse Hildesheim Goslar Peine, machte dabei deutlich, dass es der Sparkasse in dieser Krise auch ein Anliegen sei, im Rahmen ihres regionalen Engagements auch die Studierenden der ansässigen Hochschulen zu fördern. Eine Hilfe, die von den Hochschulen dankbar angenommen wird.

    Vizepräsident Prof. Dr. Martin Schreiner: „Die Sparkasse ermöglicht es uns mit ihrer Spende, flexibel auf die Notsituation von Studierenden zu reagieren“

    „Die Sparkasse stockt mit ihrer Spende die uns zur Verfügung stehenden Mittel ganz erheblich auf. Das wiederum ermöglicht es uns, flexibel auf die Notsituation von Studierenden zu reagieren. Ich bin mir sicher, unsere Studierenden werden dies als Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt zurückgeben. Viele engagieren sich schon seit vielen Jahren ehrenamtlich in Hildesheim und sind aus dem städtischen Leben nicht wegzudenken“, sagt Prof. Dr. Martin Schreiner, Vizepräsident der Stiftung Universität Hildesheim.

    Seine Kollegen ergänzen: „Herzlichen Dank für diese großzügige und großartige Unterstützung des HAWK Zukunftsfonds, die zeigt, dass Hochschulen und regionale Wirtschaft trotz Corona-Abstands eng verbunden sind. Unsere Studierenden können sie trotz öffentlicher Förderung sehr gut gebrauchen, denn damit können wir ihnen schnell und unbürokratisch beistehen. Wir wissen aus der HAWK, dass die Studierenden alles tun, um sich selbst zu helfen. Aber wenn sie sich einmal bei uns melden, dann ist ihre finanzielle Situation wirklich schwierig“, sagt HAWK-Präsident Dr. Marc Hudy.

    „Wir freuen uns sehr, dass wir dank des Engagements der Sparkasse weitere Studierende der TU Clausthal unterstützen können und so zumindest deren finanziellen Sorgen entschärfen können. Gerade die vielen internationalen Studierenden in Clausthal sind besonders von der Pandemie betroffen. Durch den Nothilfefonds wird die Verbundenheit der Region mit ihren Universitäten und ihren Studierenden somit auch international sichtbarer.“ ergänzt Prof. Gunther Brenner, Vizepräsident der Technischen Universität Clausthal.

    Die drei Hochschulen benötigen auch weiterhin Spenden, um einer steigenden Nachfrage seitens der Studierenden begegnen zu können. Die drei Präsidien rufen daher – auch im Namen der Studierendenschaften - weiterhin zu Spenden für in Not geratene Studierende auf.

    Die Universität Hildesheim dankt allen Spenderinnen und Spendern für die Unterstützung für den Corona-Sozialfonds!

    Bitte unterstützen Sie den Corona-Sozialfonds! Informationen für Spender*innen:

    Stiftung Universität Hildesheim: www.uni-hildesheim.de/freunde-foerderer/spende-corona/

    HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaften und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen: https://www.hawk.de/de/forschung/transfer-und-kooperationen/zukunftsfonds-der-hawk

    Technische Universität Clausthal: www.tu-clausthal.de/universitaet/einrichtungen/presse-und-oeffentlichkeitsarbeit/pressemitteilungen/artikel/nothilfefonds-fuer-studierende-der-tu-clausthal

    ]]>
    Sozialfonds Friend- & Fundraising Pressemeldungen
    news-18983 Wed, 17 Jun 2020 14:25:00 +0200 Ergebnisbericht des Forschungsprojekts „Helmut Kentlers Wirken in der Berliner Kinder- und Jugendhilfe“ https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/ergebnisbericht-des-forschungsprojekts-helmut-kentlers-wirken-in-der-berliner-kinder-und-jugendhil/ Ein Forschungsteam des Instituts für Erziehungswissenschaft und des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim um Prof. Dr. Meike Baader, Dr. Carolin Oppermann, Dr. Julia Schröder und Prof. Dr. Wolfgang Schröer hat in Berlin den Ergebnisbericht zum Forschungsprojekt „Helmut Kentlers Wirken in der Berliner Kinder- und Jugendhilfe“ vorgestellt. In diesem Bericht stellt das Forschungsteam der Universität Hildesheim die Ergebnisse der Aufarbeitung zu „Helmut Kentlers Wirken in der Berliner Kinder- und Jugendhilfe“ vor. Im Fokus der Aufarbeitung standen drei zentrale Fragekomplexe:

    1. Wie kann die Aufarbeitung die Anliegen der Betroffenen unterstützen?

    2. Welche organisationalen Strukturen und Verfahren haben welches Wirken von Helmut Kentler in der Berliner Kinder- und Jugendhilfe wie ermöglicht und welche Verflechtungen mit anderen Verfahren und Prozessen lassen sich nachzeichnen?

    3. Welche Konsequenzen können für die gegenwärtige Kinder- und Jugendhilfe und fachlichen Entwicklungen abgeleitet werden? Diese Fragen wurden aus insgesamt vier verschiedenen Forschungsperspektiven beleuchtet: Betroffenenbeteiligung und -interviews, Aktenanalyse, Zeitzeug*inneninterviews und einer Rekonstruktion des fachöffentlichen Diskurses.

    Ergebnissbericht „Helmut Kentlers Wirken in der Berliner Kinder- und Jugendhilfe“ online:
    Universitätsverlag Hildesheim (open access) (15.06.2020)

    RESULTS IN ENGLISH

    Medienkontakt:

    Das Forschungsteam beantwortet fachliche Fragen ausschließlich per E-Mail. Bitte nehmen Sie in diesem Fall Kontakt zu Isa Lange, Pressesprecherin der Universität Hildesheim (presse@uni-hildesheim.de, 05121 88390100), auf.

    ]]>
    Fachbereich 1 Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Sozial- und Organisationspädagogik Pressemeldungen
    news-18968 Wed, 17 Jun 2020 09:08:00 +0200 Übergang ins Berufsleben: Create Your Career / Aktionswoche des Career Service https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/uebergang-ins-berufsleben-create-your-career-aktionswoche-des-career-service/ Wer sich im Übergang ins Berufsleben befindet oder auf der Suche nach beruflichen Perspektiven ist, sollte die Aktionswoche des Career Service im Juni 2020 nicht verpassen. Wer sich im Übergang ins Berufsleben befindet oder Ideen für die berufliche Entwicklung sucht, muss trotz des digitalen Semesters nicht auf die Aktionswoche des Career Service verzichten.

    Vom 22. bis 27. Juni 2020 können Studierende Unternehmen aus der Region Hildesheim als Arbeitgeber kennenlernen und sich in Online-Workshops über Praktika und Jobs im Ausland informieren, ein Bewerbungstraining absolvieren und die persönliche Bewerbungsmappe checken lassen (https://www.uni-hildesheim.de/zsb/aktionswoche/). Studierende können sich ab sofort anmelden.

    „Wir freuen uns sehr, dass Arbeitgeber veschiedener Branchen, wie zum Beispiel Heise Medien, die JVA Hameln, Hannover Rück, itelligence AG oder MediFox“, bereit sind, Einstiegsmöglichkeiten in das Unternehmen kurzfristig auch digital vorzustellen" sagt Anna-Elise Aupperle von der Zentralen Studienberatung der Universität Hildesheim.

    Tipps zum Netzwerken, Umgang mit Karriereportalen und interkulturelles Training „Beruf International“

    Darüber hinaus erhalten Studierende durch Workshops Tipps zum Netzwerkaufbau und zur Projekt- und Selbstvermarktung sowie Hilfe bei der richtigen Nutzung und dem Umgang mit Karriereportalen wie XING und LinkedIn. Für Kulturwissenschaftlerinnen und Kulturwissenschaftler ist die Veranstaltung über das Forschen und Arbeiten im Ausland spannend, hier erhalten sie einen Überblick über relevante Institutionen der internationalen Zusammenarbeit. Außerdem können Studierende am interkulturellen Training „Beruf International“ teilnehmen.

    Neben Angeboten zum richtigen Bewerben und Netzwerken, die für alle Studiengänge relevant sind, gibt es auch Veranstaltungen, die explizit für Informatikerinnen und Informatiker relevant sind. Zudem bietet das IO eine umfangreiche Veranstaltung in englischer Sprache zum Bewerben in Deutschland und bei deutschen Unternehmen für ausländische Studierende an.

    ]]>
    Fachbereich 4 ZSB Career Service Pressemeldungen
    news-18973 Mon, 15 Jun 2020 09:15:00 +0200 Uni Hildesheim bildet Profis für Digitale Sozialwissenschaften aus https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/uni-hildesheim-bildet-profis-fuer-digitale-sozialwissenschaften-aus/ Die Universität Hildesheim bildet Studentinnen und Studenten in einem neuen Bachelorstudium „Digitale Sozialwissenschaften“ ab Herbst 2020 aus. Studierende befassen sich zum Beispiel mit Hate Speech, Desinformation und anderen zentralen Fragen der digitalen Gesellschaft. NDR ONLINE, 12.06.2020, Leben im digitalen Wandel / Digitale Sozialwissenschaften /
    Hate Speech, Bots und Datenschutz / Uni: Programm bundesweit einzigartig

    Die Studierenden erlernen im Bachelorstudium „Digitale Sozialwissenschaften“, aktuelle soziale Phänomene der Digitalisierung zu untersuchen und zu erklären. Das Studium beginnt erstmals im Oktober 2020, Studierende schließen mit einem „Bachelor of Arts“ ab. Eine Bewerbung um einen der 25 Bachelorstudienplätze ist bis zum 15.08.2020 möglich.

    Das Studium ist besonders geeignet für Studierende, die sich für die sozialen und politischen Herausforderungen und Chancen, die der digitale Wandel mit sich bringt, interessieren.

    „Wir bilden Fachleute aus, die den digitalen Wandel umfassend, mit einem ganzheitlichen Blick, in seinen technischen als auch gesellschaftlichen Folgen verstehen“, sagt Prof. Dr. Wolf Schünemann. Der Politikwissenschaftler am Institut für Sozialwissenschaften forscht im Bereich Politik und Internet. Derzeit untersucht er im Rahmen von mehreren Verbundprojekten gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus der Informationswissenschaft, Sprachtechnologie und Medienlinguistik, wie Hate Speech durch Künstliche Intelligenz erkannt werden kann und welche Regulierungsansätze es in Europa gibt. Mit dieser fächerübergreifenden Expertise in Hildesheim analysieren Forschungsteams zum Beispiel im „Data Science Lab“, einem Labor für datenwissenschaftliche Analysen, mit spezieller Hard- und Software große Datenbestände der Online-Kommunikation – zum Beispiel Webseiten, Online-Plattformen, soziale Netzwerke – und werten politische Kommunikation in sozialen Netzwerken aus.

    Studieninhalte reichen von Politikwissenschaft und Soziologie über Informationswissenschaft bis Sprachtechnologie

    Im neuen Bachelorprogramm „Digitale Sozialwissenschaften“ erlernen Studierende die Grundlagen sozial- und informationswissenschaftlicher Theorien und Forschungsmethoden. Das interdisziplinäre Bachelorprogramm bietet eine deutschlandweit einzigartige Verbindung von Politikwissenschaft, Soziologie, Informations- und Sprachwissenschaft. Studierende erwerben im Bachelor ein fundiertes technologisches Wissen gepaart mit sozialwissenschaftlichen Kompetenzen und Analysefähigkeiten.

    Neben der Untersuchung und Erklärung aktueller sozialer Phänomene der Digitalisierung beschäftigen sich die Studierenden mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf die politische Kommunikation und ihre Akteure. Fragestellungen sind zum Beispiel: „Wie nutzen Politikerinnen und Politiker soziale Medien?“, „Kann Partizipation an politischen Entscheidungen durch digitale Angebote verbessert werden?“ oder „Wie beeinflusst der digitale Wandel die Lebenschancen verschiedener gesellschaftlicher Gruppen?“.

    Analyse von vielfältigen Themen wie Auswirkungen der Digitalisierung auf die politische Kommunikation, Hassrede im Netz, Informationskompetenz oder Datenschutz im internationalen Vergleich

    Zentrale gesellschaftliche Herausforderungen der Digitalisierung, zum Beispiel zu den Themen Hassrede im Netz, Fake News, Informationskompetenz oder Formen der Selbstrepräsentation in sozialen Medien werden dabei von den Studierenden wissenschaftlich analysiert und bearbeitet. Auch die neuen digitalen Instrumente auf Grundlage Künstlicher Intelligenz, zum Beispiel Social Bots, stehen im Fokus. Die Studierenden lernen, welche informationswissenschaftlichen und sprachtechnologischen Konzepte dahinterstecken und befassen sich mit digitalpolitischen Regulierungsfragen wie Datenschutz und Netzfreiheit im internationalen Vergleich.

    Darüber hinaus vermittelt das Studium ein breites Methodenspektrum – von Informationsmanagement, Datengewinnung und Datenauswertung bis hin zur Erstellung benutzerfreundlicher Webseiten und Anwendungen im internationalen Kontext.

    Ein Semester ist vorgesehen, um Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Dies geschieht in der Regel in einem Auslandssemester an einer der über vierzig Partnerhochschulen der Universität Hildesheim.

    Das Bachelorprogramm „Digitale Sozialwissenschaften“ ist eine Studiengangsvariante des Studiengangs „Internationales Informationsmanagement“.

    Berufsperspektiven

    Nach dem Bachelorstudium „Digitale Sozialwissenschaften“ eröffnen sich Absolventinnen und Absolventen vielfältige Berufsperspektiven, etwa im Journalismus und Medien (z. B. Datenjournalismus), in der öffentlichen Verwaltung (z. B. elektronische Verwaltung), in Parteien und Parlamenten (z. B. Newsrooms, digitaler Wahlkampf), bei Stiftungen, Gewerkschaften und Verbänden, in internationalen Institutionen und Organisationen (z. B. digitale Diplomatie), in der Erwachsenenbildung (z. B. digitale Bildung, Medienkompetenz) oder in der Unternehmensberatung und Wirtschaft (z. B. Online-Marketing, Akzeptanz und Einführung innovativer digitaler Lösungen).

    Neues Bachelorstudienangebot „Digitale Sozialwissenschaften an der Uni Hildesheim ab Wintersemester 2020/21

    Sie möchten aktuelle soziale Phänomene der Digitalisierung untersuchen? Sie interessieren sich für die sozialen und politischen Herausforderungen des digitalen Wandels?

    Ab jetzt bewerben unter:

    www.uni-hildesheim.de/diso-bachelor
    www.uni-hildesheim.de/diso

    ]]>
    Fachbereich 3 Informationswissenschaft und Sprachtechnologie Zentrum für Digitalen Wandel Pressemeldungen Personalportal
    news-18935 Fri, 12 Jun 2020 10:59:00 +0200 Bundesweiter Digitaltag: Neues Forschungsportal des Zentrums für Digitalen Wandel und Tagung zu Informationskompetenz https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/bundesweiter-digitaltag-neues-forschungsportal-des-zentrums-fuer-digitalen-wandel-und-tagung-zu-info/ Während des bundesweiten Digitaltages am 19. Juni 2020 stellt ein Forschungsteam des Zentrums für Digitalen Wandel das neues Forschungsportal vor. Das Forschungsteam des Projekts „Informationskompetenz und Demokratie" der Universität Hildesheim richtet außerdem vom 18. bis 20. Juni eine kostenfreie internationale Online-Tagung mit Vorträgen sowie Workshops aus. Die Universität Hildesheim arbeitet während des Digitaltages mit der HAWK, der Volkshochschule, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft HI-REG und der Firma Compra zusammen. Am Digitaltag, der in diesem Jahr am Freitag, 19. Juni 2020, stattfindet, möchten unter anderem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hildesheim durch Veranstaltungen und Aktionen erfahrbar machen, welche Chancen sich durch die Digitalisierung ergeben und welche Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen sind.

    Denn die Veränderungen durch die Digitalisierung gehen die gesamte Gesellschaft an. Das Einkaufen, der Arztbesuch, die Urlaubsplanung und vieles mehr – alles wird immer weiter digital vernetzt. Privatpersonen, Unternehmen, Vereine, Behörden, Institutionen oder öffentliche Akteure sind eingeladen, durch ihre Aktionen Entwicklungen der Digitalisierung für Bürgerinnen und Bürger erleb- und erfahrbar zu gestalten.

    Für Hildesheim und die Region gibt es daher in diesem Jahr erstmalig eine eigene Website für den Digitaltag zum Mitmachen und Erleben:

    http://hildesheim-digital.de/

    Hier haben sich die HAWK, die Stiftung Universität Hildesheim, die Volkshochschule Hildesheim, die Wirtschaftsförderungsgesellschaft HI-REG und die Compra GmbH mit Unternehmen, Institutionen und anderen Akteuren in der Region Hildesheim zusammen getan, um zu zeigen, welche Bedeutung die Digitalisierung in der Region besitzt.

    Neues Forschungsportal des Zentrums für Digitalen Wandel

    Zentrum für Digitalen Wandel

    Das Zentrum für Digitalen Wandel / Center for Digital Change (ZFDW) stellt zu diesem Termin sein neues Forschungsportal vor und wird dazu einen digitalen Portalrundgang entwickeln.

    Das neue Forschungsportal des ZfDW informiert jeden Interessierten interaktiv über die akademische und praktische Forschung, einschlägige Veranstaltungen und aktuelle Nachrichten zum Digitalen Wandel an der Universität Hildesheim.

    Online-Tagung des Projekts „Informationskompetenz und Demokratie" der Universität Hildesheim

    Internationale Online-Konferenz „Informationskompetenz und Demokratie"

    Ein Forschungsteam des Projekts „Informationskompetenz und Demokratie" der Universität Hildesheim richtet vom 18. bis 20. Juni 2020 eine kostenfreie Online-Tagung mit Vorträgen sowie Workshops aus. Dabei diskutieren unter anderem Fachleute aus den USA, der Türkei, Indien, Schweden und Bosnien und Herzegowina über unser Informationsverhalten, Algorithmen in der politischen Meinungsbildung und wie Kinder den Umgang mit Informationen lernen können (https://informationskompetenz.blog.uni-hildesheim.de/).

    Digitaltag findet bundesweit statt

    Die HAWK hat eine regionale und ergänzende Dachmarke und zusammen mit der Compra GmbH die Website für den Digitaltag entwickelt, um den verschiedenen regionalen Aktionen und Akteuren in Bildungsinstitutionen und Unternehmen einen verbindenden Rahmen und somit einen gemeinsamen Wiedererkennungswert zu geben. Durch die gemeinsame Website wird eine Plattform geschaffen, auf der die Angebote des Tages übersichtlich für alle Interessierten abzurufen sind.Unternehmen und Institutionen, die Angebote und Veranstaltungen für diesen Tag auf die Website eintragen lassen wollen, können sich per E-Mail an die HAWK unter info@hildesheim-digital.de wenden.Die Angebote und Veranstaltungen werden vielfältig sein. Prof. Stefan Wölwer von der HAWK-Fakultät Gestaltung erläutert in seinem Vortrag „Digital is so yesterday! Die Zukunft gehört den hybriden Kultur- und Arbeitstechniken“, die Potentiale des Interaction Designs und stellt innovative Gestaltungsmöglichkeiten zur Digitalisierung vor.

    Unter dem Motto „digitale VHS gemeinsam gestalten“ ruft die Volkshochschule Hildesheim die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises und der Stadt Hildesheim zum Digitalen Dialog auf. Gestalten Sie mit uns gemeinsam die digitale Zukunft unserer Volkhochschule Hildesheim.

    Der Digitaltag findet bundesweit seit vielen Jahren statt und wird von einem Bündnis bestehend aus 21 Organisationen aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Kultur, Wirtschaft und öffentliche Hand getragen. In diesem Jahr findet der Digitaltag auf bundesweiter Ebene aus gegebenen Anlass online über die Website https://digitaltag.eu statt. Dort finden sich auch viele verschiedene Ideen, welche Aktionen sich für diesen Tag eignen und wie diese gestaltet werden können.

    ]]>
    Fachbereich 3 Informationswissenschaft und Sprachtechnologie Fachbereich 4 Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Informationssysteme und Unternehmensmodellierung Zentrum für Digitalen Wandel Pressemeldungen
    news-18972 Thu, 11 Jun 2020 15:42:00 +0200 Einblick in das Studienangebot der Uni Hildesheim: Digitale Campustage am Dienstag und Freitag https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/einblick-in-das-studienangebot-der-uni-hildesheim-digitale-campustage-am-dienstag-und-freitag/ Einen Einblick in das Studienangebot der Universität Hildesheim erhalten Studieninteressierte während der ersten Online-Infotage am Dienstag, 16. Juni 2020, und Freitag, 19. Juni 2020. Lehrende und Studierende infomieren über einzelne Studiengänge und im Live-Chat können Studieninteressierte ihre Fragen rund um Bewerbung und Zulassung stellen. Entdecken Sie virtuell den Campus der Uni Hildesheim:
    Hier geht's zu den digitalen Campustagen
    am Dienstag, 16. Juni 2020, und Freitag, 19. Juni 2020

    Die Studierenden Jana und Ben zeigen Ihnen den Campus (Video Hauptcampus, Video Bühler-Campus)! Jana und Ben unterstützen Sie als Anker-Peers, unser studentisches Beratungsteam, bei Fragen rund um das Studium.

    Das Studium an der Universität Hildesheim eröffnet Studieninteressierten hervorragende Perspektiven. Einen Einblick in das Studienangebot der Universität Hildesheim erhalten Studieninteressierte während der ersten Online-Infotage am Dienstag, 16. Juni 2020, und Freitag, 19. Juni 2020.

    Bei den digitalen Campustagen erhalten Studieninteressierte einen ersten Rundumblick und können sich in Themen-Veranstaltungen gezielt über das Hildesheimer Studienangebot informieren und anschließend mit Studierenden, Lehrenden und der Studienberatung ins Gespräch kommen.

    Studieninteressierte können sich zum Beispiel ab 14:00 Uhr über das Hildesheimer Lehramtsstudium für Grund-, Haupt- und Realschulen, den Bachelorstudiengang  „Sport, Gesundheit und Leistung“, den Bachelorstudiengang „Internationales Informationsmanagement“ und das neue Bachelorprogramm „Digitale Sozialwissenschaften“ informieren.

    Live-Chats, Talkrunden und Videos über den Hildesheimer Campus runden das Programm ab.

    Alle Details und das Programm finden Sie online:

    Online-Infotage für Studieninteressierte
    Universität Hildesheim
    Dienstag, 16. Juni 2020, und Freitag, 19. Juni 2020
    https://www.uni-hildesheim.de/infotage/

    ]]>
    ZSB Studieninteressierte Studierende Pressemeldungen Studierendenportal
    news-18971 Wed, 10 Jun 2020 16:17:56 +0200 Preis für Institutionelle Kulturvermittlung / Professorin Birgit Mandel: „Kulturvermittlung ist eine Kernaufgabe“ https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/preis-fuer-institutionelle-kulturvermittlung-professorin-birgit-mandel-kulturvermittlung-ist-eine/ Professorin Birgit Mandel hat gemeinsam mit der Commerzbank-Stiftung den Preis für institutionelle Kulturvermittlung in Deutschland entwickelt. Die Auszeichnung ist mit insgesamt 80.000 Euro für strategische Kulturvermittlung in Institutionen dotiert. 121 Kultureinrichtungen haben sich bundesweit beworben, nun steht die Shortlist mit 21 Favoriten fest. „Der Preis würdigt die Arbeit von Kultureinrichtungen, die ihre Strukturen nachhaltig so aufgestellt haben, dass Kulturvermittlung eine Kernaufgabe ist, Vielfalt in den Einrichtungen gelebt wird und zugleich neue, innovative Programme und Formate entwickelt werden in Auseinandersetzung mit unterschiedlichen (neuen) Publikums- und Bevölkerungsgruppen“, so die Hildesheimer Wissenschaftlerin Prof. Dr. Birgit Mandel. Die Wissenschaftlerin leitet an der Universität Hildesheim im Fachbereich „Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation“ den Studiengang „Kulturvermittlung“.

    Erstmals wurde der Preis für institutionelle Kulturvermittlung „ZukunftsGut“ im Europäischen Kulturerbejahr 2018 ausgerufen. Der Preis ist mit 80 000 Euro der bislang höchst dotierte Preis für Kulturvermittlung.

    Mit dem Preis werden Kultureinrichtungen ausgezeichnet, die Kulturvermittlung als organisationsübergreifende Gesamtstrategie begreifen, um neue Perspektiven auf „kulturelles Erbe“ im weitesten Sinne zu entwickeln und sich proaktiv zu öffnen für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen. Anders als bei anderen Preisen der Kulturellen Bildung werden also nicht nur beispielhafte Projekte ausgezeichnet, sondern Gesamtstrategien für Vermittlung.

    Ausgezeichnet werden Einrichtungen, denen es nach Meinung der Fachjury am erfolgreichsten gelingt, Kulturvermittlung nachhaltig in ihrem Haus und seinen künstlerischen Strategien zu verankern als alle Bereiche betreffende Mission. Dies stärkt den Stellenwert von Kulturvermittlung als Kernfunktion in den Einrichtungen und unterstützt Transformationsprozesse.

    Die Commerzbank-Stiftung hat nun die Shortlist für „ZukunftsGut 2020“ mit 21 Kulturinstitutionen aus dem gesamten Bundesgebiet veröffentlicht. Hieraus wird die Fachjury in einem zweiten Schritt die drei Preisträger ermitteln, die dann im Rahmen einer öffentlichen Preisverleihung in Frankfurt am Main am 30.09.2020 bekanntgegeben werden. Auffällig ist das starke Bewerberfeld, fast alle der 121 Bewerbungen erfüllen die Kriterien grundsätzlich. Vieles was vor einigen Jahren noch als herausragend galt – etwa dauerhafte Partnerschaften mit Schulen, Outreach, partizipative Projekte, Ko-Kreation und Kuration sowie vielfältige Veranstaltungen über das Kernprogramm hinaus – ist inzwischen Standard in allen Häusern.

    Shortlist 2020 – 21 Einrichtungen:

    Die Jury des Preises „ZukunftsGut“ hat nach intensiver Diskussion folgende Einrichtungen in die Short List aufgenommen, die für eine besonders engagierte und vorbildhafte transformative Kulturvermittlung und Öffnung der Einrichtung in eine breite Bevölkerung stehen.

    • Badisches Landesmuseum Karlsruhe
    • Badisches Staatstheater
    • Berliner Ensemble
    • Düsseldorfer Schauspielhaus
    • Konzerthaus Berlin
    • Kulturforum Witten
    • Kunsthalle Emden
    • Kunsthalle Tübingen
    • Kunsthaus Dresden
    • Lab Bode Berlin
    • Landesbühnen Sachsen
    • Münchner Kammerspiele
    • Museum der bildenden Künste Leipzig
    • Nationaltheater Mannheim
    • Niedersächsisches Staatstheater
    • Schauspiel Stuttgart
    • Staatsoper Stuttgart
    • Theater Erlangen
    • Traumschüff Potsdam
    • Wilhelm-Hack Museum
    • Zimmertheater Tübingen

    Birgit Mandel, Professorin für Kulturvermittlung an der Universität Hildesheim, hat den Preis gemeinsam mit der Commerzbank-Stiftung entwickelt und 2018 erstmalig verliehen.

    Die Jury-Mitglieder sind:

    •    Inez Boogaarts, Geschäftsführerin Poetry International Rotterdam
    •    Tom Braun, Geschäftsführer der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung
    •    Teresa Darian, Verantwortliche kulturelle Bildung in der Kulturstiftung des Bundes
    •    Marc Grandmontagne, Vorstand Deutscher Bühnenverein
    •    Astrid Kießling-Taşkın, Vorständin Commerzbank-Stiftung
    •    Stefanie Reiter, Baukulturvermittlerin und Vorsitzende Arbeitskreis Kulturerbevermittlung des Bundes)
    •    David Vuillaume, Geschäftsführer Deutscher Museumsbund
    •    Birgit Mandel (fachliche Leitung), Professorin für Kulturvermittlung an der Universität Hildesheim und Stiftungsratsmitglied der Commerzbank-Stiftung

    Rückblick – die bisherigen Preisträger: Staatsschauspiel Dresden, Historisches Museum in Frankfurt, Theater Oberhausen

    Verliehen wurde der erste Preis 2018 an das Staatsschauspiel Dresden als „Erfinder“ der Bürgerbühne, die sich als neue, eigene Sparte im Stadt- und Staatstheatersystem zu etablieren beginnt. Seit 2009 verhandeln Bürger*innen unterschiedlicher Generationen, Berufe und sozialer Herkunft am Staatsschauspiel Dresden Themen, die sie gemeinsam mit theatralen Mitteln bewegen, und präsentieren diese mit hoher Publikumsresonanz auf der großen Bühne. Menschen begegnen sich, die im normalen Leben kaum Berührungspunkte haben. Mit den Produktionen, in die alle Abteilungen des Theaters involviert sind, verändern sich nicht nur das Programm und das Publikum, sondern auch die Organisationskultur des Theaters.

    Den zweiten Preis erhielt das Historische Museum in Frankfurt, das sich mit der Mission „Frankfurt Jetzt!“ konsequent für gegenwärtige Fragen der Stadtbevölkerung in einer Einwanderungsgesellschaft öffnet und diese aktiv einbezieht in die Konzeption seiner Ausstellungen. Auch die Sammlung und die Dauerausstellung werden kommentiert und ergänzt durch Beteiligung der Bürgerschaft, etwa gemeinsam mit Frankfurter*innen mit Migrationserfahrung. Gleichzeitig erweitert das Museum seine Präsentationen in den öffentlichen und den digitalen Raum.

    Der dritte Preis ging an das Theater Oberhausen, das exemplarisch ist für die Suche eines Stadttheaters nach einer neuen Bedeutung als Treffpunkt für vielfältige Gruppen einer Stadtgesellschaft. Diese können den Theater-Ort für eigene Projekte und Präsentationen nutzen, und umgekehrt geht das Theater in vielen Projekten in den öffentlichen Raum, um mit der Bevölkerung in direkten Austausch zu kommen. Auch in seiner eigenen Personalpolitik öffnet sich das Theater für eine diverse Mitarbeiter*innenschaft und versucht, diese in neuen Teamstrukturen stärker in die Verantwortung für die Entwicklung neuer Projekte einzubeziehen.

    ]]>
    Fachbereich 2 Kulturpolitik Pressemeldungen
    news-18942 Tue, 09 Jun 2020 12:13:11 +0200 Professorin Annette Pehnt wird mit „Rheingau Literatur Preis“ ausgezeichnet https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/professorin-3/ Die Schriftstellerin und Leiterin des Instituts für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft der Universität Hildesheim, Prof. Dr. Annette Pehnt, wird mit dem „Rheingau Literatur Preis“ ausgezeichnet. Ihr Roman „Alles was Sie sehen ist neu“ sei „ein Schlüsselroman, denn er öffnet die Welt“, schreibt die Jury in ihrer Begründung. Der „Rheingau Literatur Preis“ geht dieses Jahr an die Schriftstellerin und Leiterin des Instituts für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft an der Universität Hildesheim, Prof. Dr. Annette Pehnt. Das teilte das Rheingau-Literatur-Festival mit.

    Die 1967 in Köln geborene Autorin erhalte die Auszeichnung für ihren 2020 erschienenen Roman „Alles was Sie sehen ist neu“. Die Ehrung wird in diesem Jahr zum 27. Mal vergeben, sie ist 11 111 Euro dotiert. Zusätzlich zu dem Preisgeld beinhaltet der Literaturpreis noch 111 Flaschen Riesling.

    In „Alles was sie sehen ist neu“ erzählt Annette Pehnt von der Reise einer Gruppe deutscher Kulturbürger in ein fernöstliches Land namens Kirthan. Sie kommen mit festen Erwartungen, doch sie finden einen Staat in tiefer Ambivalenz zwischen Tradition und Vormarsch in die Moderne, schreibt die Jury. „Alle westlichen Wahr- und Weisheiten kommen dort an ein Ende, und bald droht auch dem Reiseprogramm der Abbruch. In diesem Moment verlässt Annette Pehnts Roman die Deutschen und begibt sich auf den Spuren des kirthanischen Reiseleiters zu dessen Lebensstationen über drei Jahrzehnte hinweg. Das Buch ist ein Schlüsselroman, denn es öffnet die Welt“, heißt es in der Jurybegründung.

    Zur Jury gehören Prof. Dr. Heiner Boehncke, der künstlerische Leiter des Rheingau Literatur Festivals, Dr. Viola Bolduan, ehemals Feuilletonchefin Wiesbadener Kurier, Dr. Alf Mentzer, Literaturredakteur bei hr2-kultur, Andreas Platthaus,  Literaturchef der F.A.Z., sowie die freie Literaturkritikerin Insa Wilke.

    Annette Pehnt forscht und lehrt als Professorin für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus am Kulturcampus

    Annette Pehnt forscht und lehrt seit 2018 als Professorin für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Literarisches Schreiben, Kreatives Schreiben, Literatur und ästhetische Praxis, Deutsche Gegenwartsliteratur seit 1989 und Kinderliteratur. Sie lehrt zu Strategien und Szenarien des Schreibens und Lesens, Fragen der Poetik, der Schriftlichkeit und des Kulturbetriebes und befasst sich mit Kinderliteratur als eigenständigem literarischem System und der Frage, welche Wirklichkeiten in der aktuellen deutschsprachigen Kinderliteratur aufgegriffen werden. Vor zwei Jahren hat Pehnt in Hildesheim die Initiative ergriffen, eine „Hildesheimer Poetikdozentur“ einzurichten, die die vielfältigen Facetten des Schreibens in die Stadtgesellschaft trägt.

    Das Hildesheimer Literaturinstitut ist eine der wenigen Institutionen in Deutschland, in denen das Kreative und Literarische Schreiben studiert und erforscht wird.

    Rezension zu Annette Pehnts Roman „Alles was Sie sehen ist neu“
    in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, von Andreas Platthaus

    ]]>
    Fachbereich 2 Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft Pressemeldungen Personalportal
    news-18936 Tue, 09 Jun 2020 08:27:00 +0200 Literaturfestival Prosanova: „Wir wollen Stimmen einen Raum geben, die noch nicht gehört werden“ https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/literaturfestival-prosanova-wir-wollen-stimmen-einen-raum-geben-die-noch-nicht-gehoert-werden/ Beim Literaturfestival „Prosanova“ geben 40 junge Gegenwartsautor*innen Einblicke in ihr Schreiben, ihre Texte und literarischen Verfahren. Erstmals wird das Festival aufgrund der Coronavirus-Pandemie im digitalen Raum realisiert. Seit 2005 findet das bundesweit größte und bekannteste Festival für junge, deutschsprachige Gegenwartsliteratur im Rhythmus von drei Jahren in Hildesheim statt. Das Festivalteam besteht größtenteils aus Studierenden des Fachbereichs „Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation“ der Uni Hildesheim. Seit 2005 findet dieses bundesweit größte und bekannteste Festival für junge, deutschsprachige Gegenwartsliteratur im Rhythmus von drei Jahren in Hildesheim statt. Aufgrund der aktuellen Coronavirus-Pandemie wird das Literaturfestival „Prosanova“  in diesem Jahr online inszeniert (Programm: https://prosanova.net). Am Donnerstag, 11. Juni 2020, startet das Festival und bietet bis 14. Juni ein breites Programm.

    Eine Plattform für junge Gegenwartsliteratur, die gleichsam etablierte wie noch unveröffentlichte Stimmen einlädt

    Das Organisationsteam hat 40 junge Gegenwartsautor*innen eingeladen, ihr Schreiben, ihre Texte und literarischen Verfahren in Hildesheim zu inszenieren und in über 30 Veranstaltungen im digitalen Raum vorzustellen. Die künstleriche Leitung des Literaturfestivals um Elske Beckmann, Carla Hegnon, Simoné Lechner, Selma Matter, Judith Rinklebe und Mirjam Wittig hat ein vielfältiges Programm auf die Beine gestellt und bietet eine Plattform für junge Gegenwartsliteratur, die gleichsam etablierte wie noch unveröffentlichte Stimmen einlädt und der die Abbildung der Mannigfaltigkeit literarischer Diskurse zentrales Anliegen ist.

    „Im Literaturbetrieb werden normalerweise renommierte Namen durchgereicht. Wir wollen dagegen Stimmen einen Raum geben, die noch nicht so viel gehört werden“, sagt Elske Beckmann, die an der Universität Hildesheim Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus studiert.

    Über „Prosanova“

    „Prosanova“ ist ein Festival für junge Literatur, das seit 2005 alle drei Jahre in Hildesheim stattfindet und neue Lesungsformate, Schreibworkshops und Literaturperformances bietet. Dabei lädt das Festivalteam, das größtenteils aus Studierenden des Fachbereichs „Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation“ der Universität Hildesheim besteht, sowohl etablierte Schriftsteller*innen, als auch bislang unveröffentlichte Autor*innen dazu ein, das Festival mitzugestalten.

    Die künstlerische Leitung setzt sich zusammen aus der Redaktion der Literaturzeitschrift „BELLA triste“. Sowohl die Zeitschrift, als auch das Festival verstehen sich als eine Plattform für junge Literatur, deren Förderung und Verbreitung.

    Seit seiner Gründung versucht „Prosanova“, neue Formate zu finden, um Literatur weiter zu denken und für ein größeres Publikum zugänglich zu machen.

    Das Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft der Universität Hildesheim unterstützt das Prosanova-Team, darunter Studierende der Studiengänge Kreatives Schreiben und Literarisches Schreiben.

    NDR Kultur: Prosanova Festival liest Klappentexte

    ]]>
    Pressemeldungen
    news-18923 Mon, 08 Jun 2020 10:18:00 +0200 Wie 100 Fahrzeuge den optimalen Weg einschlagen: Forschungsteam optimiert die Routenplanung für Fahrzeugflotten https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/wie-100-fahrzeuge-den-optimalen-weg-einschlagen-forschungsteam-optimiert-die-routenplanung-fuer-fahr/ Wie können Logistik-Unternehmen oder mobile Pflegedienste ihre großen Fahrzeugflotten optimal einsetzen? Wie reagieren sie auf veränderte Bedingungen auf der Strecke – etwa wenn neue Kunden eingeplant oder Baustellen umschifft werden müssen? Mit diesen Forschungsfragen befassen sich die Betriebswirtschaftlerin Professorin Julia Rieck und der Informatiker Professor Lars Schmidt-Thieme. Sie kombinieren in einem Forschungsprojekt bis 2022 betriebswirtschaftliche Methoden der Tourenplanung mit Techniken der Künstlichen Intelligenz. Das Forschungsteam der Universität Hildesheim hat das Bundesforschungsministerium überzeugt, das die Forschung mit 700.000 Euro