Prof. Dr. Alexander Merkl

Alexander Merkl, geb. 1987, Studium der katholischen Theologie, lateinischen Philologie und Erziehungswissenschaften in Regensburg (mit Auszeichnung), zwischen 2012 und 2016 Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Ulrich G. Leinsle OPraem und Herbert Schlögel OP, 2015 Promotion zum Dr. theol. an der Universität Regensburg (summa cum laude), Projektleitertätigkeit am Institut für Theologie und Frieden und Lehrtätigkeit an der Universität Hamburg bis 2017.

Am 1. Mai 2017 wurde Alexander Merkl zum Juniorprofessor für Theologische Ethik an der Universität Hildesheim ernannt. Im Dezember 2019 wurde die Juniorprofessur positiv zwischenevaluiert.

Die Habilitation im Fach Moraltheologie erfolgte im Dezember 2020 an der Universität Bonn bei Jochen Sautermeister mit einer Arbeit zum Thema "Vitia capitalia. Moralhistorische Rekonstruktionen, humanwissenschaftliche Erweiterungen und theologisch-ethische Grundlegungen zu den Sieben Hauptlastern". Erteilung der venia legendi im Fach Moraltheologie und Ernennung zum Privatdozenten im Juni 2021.

Arbeits- und Forschungsschwerpunkte 

  • Friedensethik
  • Medizinische Ethik
  • Ethik der Tugenden und Laster
  • Ethische Fragen der Europäischen Union

Die Dissertationsschrift wurde mit dem Buchpreis "Theological Book of the Year" der "European Society for Catholic Theology" in der Kategorie "emerging scholar" ausgezeichnet.

Zwischen den Jahren 2012 und 2014 erwarb Alexander Merkl das "Zertifikat Hochschullehre Bayern" am Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsdidaktik in Regensburg.

Er ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Moraltheologie und der Internationalen Vereinigung für Moraltheologie und Sozialethik sowie Mitherausgeber des internationalen E-Journals "Ethics and Armed Forces".

Publikationen

Habilitation

Die Habilitation wird demnächst in der Reihe "Studien zur theologischen Ethik" erscheinen: Merkl, Alexander, Von Todsünden und Hauptlastern. Rekonstruktionen und Neureflexionen (SthE 169), Basel/Würzburg 2021.

 

Inhalt (kurz)

Als anthropologische Grundphänomene sind die Hauptlaster unter dem populären Begriff der «Sieben Todsünden» hochaktuell. Stolz, Zorn, Habgier oder Neid betreffen das Sein und Handeln jedes Menschen. Was aber zeichnet ein Hauptlaster im Unterschied zur Emotion oder zur Todsünde aus? Lassen einzelne Hauptlaster wie Stolz oder Zorn nicht auch eine positive Deutung zu? Diesen und weiteren Fragen geht die Arbeit nach. Ihr Ziel ist es, gegen jede moralisierende Engführung ein theologisch-ethisch tragfähiges Verständnis der Hauptlaster zu entwickeln, das die Handlungswirklichkeit des Individuums wahrnimmt und Hauptlaster nicht nur als schematisch gebundene, negative Grundhaltungen begreift, sondern auch als kontextualisierte Begriffe und Selbstentwicklungsaufgaben.

 

Inhalt (lang)

Als anthropologische Grundphänomene und weithin bekanntes moralisches Minimalkorrektiv sind die Hauptlaster (lat. vitia capitalia/principalia) hochaktuell und nicht nur soziologisch oder psychologisch attraktiv. Sie betreffen jeden Menschen, dessen Erfahrung und Streben, dessen Sein und Handeln in existentieller und je individueller Weise. Sie zählen damit zu den fundamentalmoralischen, obgleich gegenwärtig erkennbar vernachlässigten Grundbegriffen Theologischer Ethik. Im populären Sprachgebrauch aber werden sie mehrheitlich mit dem (falschen) Begriff der ‚Sieben Todsünden‘ gleichgesetzt. Sie werden trivialisiert, pathologisiert und profanisiert.

Eine Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Bearbeitungen des Themas zeigt aber nicht nur Defizite auf. Impulse, Anfragen und Anregungen motivieren allerlei Leitfragen: Was zeichnet ein Hauptlaster im Unterschied zur Emotion oder (Tod-)Sünde aus? Wie entstehen Hauptlaster? Wie kann der Mensch mit ihnen umgehen lernen? Lässt der Hauptlasterbegriff eine positive Deutung konkreter Einzellaster wie Zorn und Stolz zu? Sind die vitia capitalia tatsächlich historisch überholte „Begriffe einer vergessenen Moral der Missbilligung des Menschlichen“ (G. Schulze) und einer glücksfeindlichen Anthropologie? Wie lassen sich die Sieben Hauptlaster begründungstheoretisch nicht nur als eine additive Reihe separater Laster, sondern als eine kohärente und absichtsvoll komponierte Gesamteinheit verstehen?

Hiervon nimmt die Habilitationsschrift ihren motivischen Ausgang mit dem Ziel, eine möglichst zeitgemäße, theologisch-ethisch verantwortete Rede von den Sieben Hauptlastern grundzulegen. Dieses Vorhaben fußt im Kern auf zwei großen Säulen: Dies ist zum einen die Relecture der eigenen Traditionsbestände. Hierzu wird die multikontextuale Traditionsgeschichte der Hauptlasterlehre beginnend bei deren (nicht-)christlichen Ursprüngen über deren patristische Ausarbeitungen bis hin zur Scholastik mit einem Fokus auf der Hauptlasterlehre des Thomas von Aquin analysiert. Am Ende stehen moralhistorische Rekonstruktionen zu Tradition, Begriff und Reihung der Hauptlaster. In der Spannung schematischer Kontinuität und kontextbedingter Variabilität deckt die Untersuchung dabei nicht nur einen Plural von Hauptlasterreihen und -traditionen auf. Sie bestimmt einen formalen Hauptlasterbegriff, kennzeichnet die vitia capitalia als lokalisierte Begriffe und weist auf unterschiedlichste theologische, anthropologische, begründungs- und handlungstheoretische Einbindungen der anfänglich acht, dann bald sieben Hauptlaster hin. 

Zum anderen wird der humanwissenschaftliche Ergänzungsbedarf des moralhistorischen Zugangs offengelegt. Die vielfältigen biopsychischen und psychosozialen Bedingtheiten, die Seins- und Handlungswirklichkeit des ‚Vitalindividuums‘ als Ganze rücken in den Blick der ethischen Reflexion. Die Frage nach dem ‚Warum‘ von Lasterhaftigkeit wird virulent. Dem Verstehen der ‚Wurzeln der Wurzelsünden‘ und der Befähigung zu Entwicklung und Umkehr wird der Vorrang vor dem Bewerten zuerkannt. Entgegen jeder moralisierender Engführung führt dies dazu, Hauptlaster als aktionale und intentionale Selbstentwicklungsaufgaben über die gesamte Lebensspanne hin zu deuten, deren Überwindung nicht nur eine positive sittliche Leistung, sondern auch einen Ausgangspunkt zum Guten markieren kann. 

Dissertation

„Si vis pacem, para virtutes“. Ein tugendethischer Beitrag zu einem Ethos der Friedfertigkeit (Studien zur Friedensethik 54), Baden-Baden/Münster 2015.

 

Die Arbeit beschäftigt sich aus einer theologisch-ethischen Perspektive heraus mit der Relevanz von Tugenden für die Friedensethik. Sie nimmt ihren motivischen Ausgang beim Hirtenwort „Gerechter Friede“ (2000) der Deutschen Bischöfe und dem US-amerikanischen Friedenswort „The Harvest of Justice Is Sown in Peace“ (1993). Auf der Basis einer Vielzahl deutschsprachiger und angloamerikanischer Beiträge erfolgt eine systematische Grundlegung (virtue theory), die in einige konkrete Anwendungsfelder (bspw. Menschenrechte, Zivilgesellschaft) überführt und mit inhaltlich präzisierten „Tugenden der Friedfertigkeit“ ergänzt wird (virtue ethics).

 

Gutachter: Prof. Dr. Herbert Schlögel OP, Prof. Dr. Erwin Dirscherl

 

Rezensiert von:

o   Marco Hofheinz in "Theologische Literaturzeitung" 141 (2016) 12, 1423-1425.

o   Markus Henkel in "Das Historisch-Politische Buch" 64 (2016) 6, 227.

o   Dorian Winter in "Münchener Theologische Zeitschrift" 68 (2017), 92-93.

o   Dieter Witschen in "Theologie und Philosophie" 92 (2017) 4, 596-599.

 

Auszeichnung:

o   Buchpreis 'Theological Book of the Year' der European Society for Catholic Theology in der Kategorie ‚emerging scholar‘

Monographien

1. Moraltheologie kompakt. Ein theologisch-ethisches Lehrbuch für Schule, Studium und Praxis, Münster 2017. (zus. mit Kerstin Schlögl-Flierl)

Rezensiert von:

Stefan Meyer-Ahlen in "Theologisch-praktische Quartalschrift" 166 (2018) 2, 211-212.

o  Werner Wertgen in "Amosinternational" 12 (2018) 2, 51-52.

 

2. "Bildung stiften" – Überlegungen zu einer Ethik des Stiftens (Hildesheimer Universitätsreden Neue Folge Heft 7), Hildesheim 2017.

Aufsatzbeiträge in Zeitschriften und Sammelbänden
  1. Die Niederlande als Beispielfall für die anhaltende Debatte um die 'Euthanasie' – Zur möglichen normativen Kraft moraltheologischer Reflexion für die pastorale Praxis, in: Schlögl-Flierl, Kerstin/Prüller-Jagenteufel, Gunter M. (Hrsg.), Aus Liebe zu Gott – im Dienst an den Menschen. Spirituelle, pastorale und ökumenische Dimensionen der Moraltheologie, Münster 2014, 239-252.
  2. 'Fruchtbarkeitsversicherung': Social (egg) freezing? Zur medizinethischen Vertretbarkeit eines neuen reproduktionstechnologischen Verfahrens in theologisch-ethischer Perspektive, in: Ethica 22 (2014) 4, 291-314
  3. Syrienkonflikt und IS-Terror vor dem Horizont christlicher Friedensethik, in: Stimmen der Zeit 141 (2016) 3, 159-168. (nochmals abgedruckt in: Militärseelsorge Dokumentation 54 (2016), 129-138.)
  4. Catholic peacebuilding – Annäherungen an ein friedensethisches Konzept, in: Theologie der Gegenwart 59 (2016) 2, 127-138.
  5. Menschenwürde und Menschenrechte – naturrechtlicher Rückbezug und Konkretion, in: Ethica 24 (2016) 3, 233-251. (zus. mit Herbert Schlögel)
  6. Ärztliches Ethos – gegenwärtige Herausforderungen ärztlichen Handelns, in: Zeitschrift für medizinische Ethik 62 (2016) 3, 203-218.
  7. Europas 'Rendezvous' mit der Globalisierung – Grundlinien einer christlichen Migrationsethik, in: Militärseelsorge Dokumentation 54 (2016), 139-152.
  8. Europäische Außen- und Sicherheitspolitik. Politische, theologische und ethische Wahrnehmungen, in: Stimmen der Zeit 142 (2017) 1, 49-58. (nochmals abgedruckt in: Militärseelsorge Dokumentation 55 (2017), 65-73.)
  9. Schlüsselbegriff Resilienz. Die europäische Sicherheitsagenda in ethischer Lesart, in: Amosinternational 11 (2017) 2, 30-36.
  10. Amoris laetitia. Anmerkungen aus moraltheologischer Sicht, in: Trierer Theologische Zeitschrift 126 (2017) 3, 262-270.
  11. "Der Friede ist möglich". Die Päpste und die Weltfriedenstage, in: Internationale Katholische Zeitschrift Communio 46 (2017) 5, 535-545.
  12. Stiftungsethik an Hochschulen. Mehr als ein Geben und Nehmen von Geld, in: Stimmen der Zeit 143 (2018) 2, 123-132.
  13. Introducing Civil Clauses against Expanding Military Research at German Universities? A Descriptive and Ethical Analysis of the Discussion, in: S&F Security and Peace 36 (2018) 2, 98-103. (zus. mit Kerstin Schlögl-Flierl)
  14. "Mir je vedno mogoč" Papeške poslanice za svetovni dan miru, in: Mednarodna Katoliška Revija Communio 28 (2018) 2, 105-112.
  15. Einführung: Die Europäische Union als ethisches Projekt im Spiegel ihrer Außen- und Sicherheitspolitik, in: Merkl, Alexander/Koch, Bernhard (Hrsg.), Die EU als ethisches Projekt im Spiegel ihrer Außen- und Sicherheitspolitik (Studien zur Friedensethik 63), Baden-Baden/Münster 2018, 13-32.
  16. The European Union and its Values – Normative Guiding Principles or Moral 'Fig Leaf'?, in: Ethics and Armed Forces (2018) 2, 4-9. / Die Europäische Union und ihre Werte – normative Leitvorstellungen oder moralisches "Feigenblatt"?, in: Ethik und Militär (2018) 2, 4-9.
  17. The Meaning of Military Virtues for Peace – a Moral Theological Approach, in: Koch, Bernhard (ed.), Chivalrous Combatants? The Meaning of Military Virtue Past and Present (Studies on Peace Ethics 65), Baden-Baden/Münster 2019, 107-120.
  18. Nichtinvasive Pränataldiagnostik als Kassenleistung? Ein neues ökumenisches Bewährungsfeld, in: Herder Korrespondenz 73 (2019) 1, 21-24. (zus. mit Kerstin Schlögl-Flierl)
  19. Der "reife Mensch" (Max Weber). Über die Tragfähigkeit der Distinktion zwischen Gesinnungs- und Verantwortungsethik im Anwendungskontext von Migration und Flucht, in: Gehler, Michael/Merkl, Alexander/Schinke, Kai (Hrsg.), Die Europäische Union als Verantwortungsgemeinschaft. Anspruch und Wirklichkeit (Arbeitskreis Europäische Integration, Historische Forschungen, Veröffentlichungen 12), Wien 2020, 257-276.
  20. Konstruktive Konfliktkultur, in: Internationale Katholische Zeitschrift Communio 49 (2020) 4, 450-459. (zus. mit Bischof Franz Josef-Overbeck) (nochmals abgedruckt in: Militärseelsorge Dokumentation 58 (2020), 45-53.)
  21. Stichwort: Tugend "Tapferkeit", in: Wort und Antwort 62 (2021) 2, 50-52.
  22. Konziliar, polyperspektivisch und subjektsensibel. Fundamentalmoralische Skizzen zum gegenwärtigen Selbstverständnis Theologischer Ethik, in: Münchener Theologische Zeitschrift 72 (2021) 1, 53-66.
  23. "Europa, finde zu dir selbst!" (Re-)Visionen europäischer Theologie, in: Stimmen der Zeit 147 (2021) 6, 425-433.
  24. Das "trügerische Gespenst des Krieges" (FT 260). Ein Umbruch in der kirchlichen Friedenslehre?, in: Nothelle-Wildfeuer, Ursula/Schmitt, Lukas (Hrsg.), Unter Geschwistern? Die Sozialenzyklika Fratelli tutti: Perspektiven – Konsequenzen – Kontroversen (Katholizismus im Umbruch 14), Freiburg i. Br. 2021, 193-206.
  25. „Frieden schaffen, auch mit Waffen?“ Einordnungen und relecture einer friedensethischen Schrift Peter Fonks, in: Brantl, Johannes (Hrsg.), Personen gestalten Institutionen – Institutionen prägen Personen. Leben im Spannungsfeld individueller und sozialer Verantwortung. FS für Peter Fonk, Regensburg 2021, 563-578.
  26. Der Nächste bitte! Impfen als Schlüssel zur Bewältigung der Corona-Pandemie, in: Herder Korrespondenz 75 (2021) 7, 23-26. (zus. mit Kerstin Schlögl-Flierl)
Herausgeberschaften

1. Mitherausgeber des internationalen E-Journals "Ethics and Armed Forces. Controversies in Military Ethics & Security Policy" / "Ethik und Militär. Kontroversen der Militärethik und Sicherheitskultur" http://www.ethikundmilitaer.de/de/home/

 

2. Die Europäische Union als ethisches Projekt im Spiegel ihrer Außen- und Sicherheitspolitik (Studien zur Friedensethik 63), Münster/Baden-Baden 2018. (zus. mit Bernhard Koch)

Rezensiert von:

o   Tobias Schrörs in "Frankfurter Allgemeine Zeitung" vom 19. März 2019 Nr. 66, Seite 6.

o   Hartwig von Schubert in "Theologische Literaturzeitung" 144 (2019) 6, 626-628.

o   Johannes Frühbauer in "Amosinternational" 13 (2019) 3, 45-46.

o   Martin Kirschner in "ET-Studies" 10 (2019) 2, 365-367.

 

3. Die Europäische Union als Verantwortungsgemeinschaft. Anspruch und Wirklichkeit (Arbeitskreis Europäische Integration, Historische Forschungen, Veröffentlichungen 12), Wien 2020.

Rezensionen
  1. Jahrbuch für Christliche Sozialwissenschaften: Menschenrechte in der katholischen Kirche, in: Ethica 23 (2015) 4, 372-374.
  2. Grimm, Dieter, Europa ja – aber welches? Zur Verfassung der europäischen Demokratie, in: Stimmen der Zeit 142 (2017) 4, 287-288.
  3. Werkner, Ines-Jacqueline/Ebeling, Klaus (Hrsg.), Handbuch Friedensethik, in: Amosinternational 12 (2018) 1, 45-47.
  4. Ott, Konrad, Zuwanderung und Moral, in: Theologie und Philosophie 93 (2018) 1, 114-116.
  5. Klöcker, Katharina, Freiheit im Fadenkreuz. Terrorbekämpfung als christlich-ethische Herausforderung, in: Theologische Revue 114 (2018) 4, 334-335.
  6. Sturma, Dieter/Heinrichs, Bert (Hrsg.), Handbuch Bioethik, in: Zeitschrift für medizinische Ethik 66 (2020) 1, 122-124.
  7. Rink, Sigurd, Können Kriege gerecht sein? Glaube, Zweifel, Gewissen – Wie ich als Militärbischof nach Antworten suche, in: Theologisch-Praktische Quartalschrift 168 (2020) 4, 425-427.
  8. Hilpert, Konrad (Hrsg.), Theologische Ethiker im Spiegel ihrer Biografie. Stationen und Kontexte, in: Amosinternational 14 (2020) 3, 48-49.
  9. Curran, Charles E., Diverse Voices in Modern US Moral Theology, in: Theologische Literaturzeitung 145 (2020) 11, 1103-1105.

Dritt- und Sondermittelprojekte

Zukunftsdiskurs des Nds. Ministeriums für Wissenschaft und Kultur

Projekttitel: „Die Europäische Union als Verantwortungsgemeinschaft – gestern, heute und morgen“

Programm: „Zukunftsdiskurs“ des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur aus Mitteln des Niedersächsischen Vorab der VolkswagenStiftung.

Gesamtvolumen: 98.149,00 Euro inkl. einer Mitarbeiterstelle E 13 90%

Projektlaufzeit: März 2019 bis Juni 2020

Kooperationspartner: Prof. Dr. Michael Gehler (Direktor des Instituts für Geschichte der Universität Hildesheim)

Internetauftritt: www.uni-hildesheim.de/zukunftsdiskurs-eu

 

Ausschreibungstext:

„Der demokratische Staat lebt von der freien politischen Meinungsbildung seiner Bürgerinnen und Bürger. Demokratische Entscheidungen sind ohne gesellschaftliche Diskurse nicht denkbar. Umso wichtiger ist es, dass diese Diskurse in aller Offenheit und auf der Grundlage eines fundierten Wissens geführt werden. […] Vor diesem Hintergrund stehen die Hochschulen und Forschungseinrichtungen als öffentliche Einrichtungen in einer besonderen Verantwortung, einen Beitrag für das demokratische Gemeinwesen zu leisten. Hochschulen und Forschungseinrichtungen bündeln das aktuelle Wissen. Sie sind Orte der methodischen Kritik und des zivilisierten Diskurses – eines wissenschaftlichen fundierten Dialoges, in dem das bessere Argument den Ausschlag gibt. Hochschulen und Forschungseinrichtungen können somit wichtige Beiträge für die politischen und gesellschaftlichen Debatten leisten. Solche Beiträge sollen mit der Ausschreibung ‚Zukunftsdiskurse‘ stimuliert werden. Sie richtet sich vor allem an die Geistes- und Sozialwissenschaften in Niedersachsen. Um deren Funktion als herausragende Impulsgeber für die geistige, politische, soziale, ökonomische und kulturelle Entwicklung unserer Gesellschaft zu stärken, fördert das MWK mit den Zukunftsdiskursen Projekte, die insbesondere im Rahmen von wissenschaftlichen Veranstaltungen aktuelle, zukunftsgerichtete Fragestellungen in origineller Weise aufgreifen. Die Projekte sollen als qualifizierter Beitrag zur gesellschaftlichen Debatte verstanden werden, sowohl im Sinne des Impulses als auch als Beitrag zu deren Versachlichung. Die Wahl des Projektthemas sollte sich an den großen gesellschaftlichen Themen der Zeit orientieren. Dazu gehören unter anderem die Frage nach einer europäischen Identität angesichts der Krise der Europäischen Union, die Zukunft der bisherigen Wirtschafts- und Sozialordnung vor dem Hintergrund der Globalisierung und Digitalisierung, die Folgen der Migration für die politische Kultur und das demokratische Gemeinwesen und das Spannungsverhältnis von Regionalisierungstendenzen in einer globalisierten Welt.“

Sammelbandprojekt: Die EU als ethisches Projekt

Titel: „Die EU als ethisches Projekt im Spiegel ihrer Außen- und Sicherheitspolitik“ (siehe Herausgeberschaften)

Förderung mit 8.000 Euro (Lektorat und Drucklegung) durch die Katholische Friedensstiftung sowie mit 2.000 Euro (Essaypreis) durch die Katholische Militärseelsorge

 

Betreute Abschlussarbeiten (Bachelor/Master)

Erstgutachten

Im Bereich der Theologischen Ethik wurden seit 2017 bislang 46 Abschlussarbeiten (Bachelor, Master) verfasst, unter anderem zu den folgenden Themen:

  1. ‚Targeted killing‘ als Anti-Terror-Maßnahme? Eine ethische Bewertung 
  2. Abtreibung – theologisch-ethisch völlig undenkbar?
  3. Terrorismusbekämpfung aus theologisch-ethischer Sicht
  4. Ein Plädoyer für die Gender-Theorie als Grundkategorie in der Theologischen Ethik
  5. Eine ethische Diskussion über Herausforderungen des Einsatzes robotischer Systeme in der Altenpflege
  6. CRISPR/Cas, eine Revolution in der Gentechnik – eine ethische Diskussion um Chancen und Risiken
  7. Suizid. Eine theologisch-ethische Einzelfallbetrachtung
  8. Sterbehilfe. Zu einer ethischen Bewertung der aktiven Sterbehilfe – eine gemeinsame ökumenische Position?
  9. Ehescheidung und Wiederheirat – thematische Impulse zum Spannungsfeld Wiederverheirateter Geschiedener im Rahmen von Amoris laetitia
  10. Nichtinvasive pränatale Bluttests als Kassenleistung? Zu einer aktuellen medizinethischen Kontroverse
  11. Aktive Sterbehilfe – ein selbstbestimmtes Ende in Würde?
  12. Eine theologisch-ethische Auseinandersetzung mit dem Thema der Organspende unter Berücksichtigung der aktuellen Debatte um die Widerspruchslösung
  13. Transsexualität als Herausforderung für Kirche, Theologie und Ethik
  14. Die atomare Abschreckung im Kontext der Friedensethik
  15. Der theologisch-ethische Paradigmenwechsel "von der Sexualmoral zur Beziehungsethik" am Beispiel der nichtehelichen Lebensgemeinschaften
  16. Ist der Konsum tierischer Produkte ethisch vertretbar? Eine Auseinandersetzung aus der Perspektive der theologischen und philosophischen Tierethik
  17. Doping im Sport als konkretes Beispiel des Enhancements aus ethischer Perspektive. Ist das generelle Verbot von Doping im Sport gerechtfertigt?
  18. Grundriss einer theologischen Gewissenslehre an der Konkretion von Gewissensentscheidungen in der Medizin
  19. Weibliche Sexualität. Geschlechterspezifische Differenzierungen eines theologisch-ethischen und kirchlichen Allgemeinbegriffs
  20. Gewalt für den Frieden? Eine theologisch-ethische Fallanalyse zur Rechtfertigung von kriegerischen Auseinandersetzungen anhand des Afghanistaneinsatzes
  21. Der theologisch-ethische Paradigmwenwechsel "von der Sexualmoral zur Beziehungsethik" am Beispiel homosexueller Partnerschaften 
  22. Theologisch-ethische Herausforderungen im Bereich der digitalen Medien. Bedarf, Grundlagen und Konkretionen einer Social-Media-Ethik
  23. Zorn als Hauptlaster
  24. Social freezing – der zukünftige Weg zur Familiengarantie. Das Einfrieren von Eizellen im theologisch-ethischen Diskurs
  25. Einfach für alle. Für alle einfach? Theologisch-ethische Überlegungen zur Beratung im Kontext der Pränataldiagnostik
  26. Stammzellforschung – eine theologisch-ethische Analyse der Forschung an embryonalen Stammzellen
  27. Eine Impfpflicht zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten?
  28. Die ethischen Herausforderungen der Covid-19 Pandemie unter besonderer Berücksichtigung der Triage
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Tätigkeitsbereiche:

  • Institut für Katholische Theologie [Juniorprofessor]
  • Schlichtungsstelle [Stellv. Mitglied]
  • Fachbereichsrat Fachbereich 1 (7:2:2:2) [Stellvertreter Gruppe Professoren_innen (Stellv. P)]

Ausgewählte Buchpublikationen