DAAD-Lang- und Kurzzeitdozenturen

DAAD-Lang- und Kurzzeitdozenturen

1. Kurzzeitdozentur

2. Langzeitdozentur

 

1. DAAD-Kurzzeitdozenturen


Eine Kurzzeitdozentur ist ein in der Regel mindestens vierwöchiger, höchstens sechsmonatiger Lehraufenthalt eines deutschen Hochschullehrers bzw. einer Hochschullehrerin an einer ausländischen Hochschule.

Durch die Förderung von Kurzzeitdozenturen soll es ausländischen Hochschulen ermöglicht oder erleichtert werden, besonders qualifizierte deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zur Veranstaltung von Kursen in wissenschaftlichen Spezialgebieten oder für interdisziplinäre Zusammenhänge einzuladen; mit dem Programm soll zugleich die Leistungsfähigkeit der deutschen Wissenschaft im Ausland dargestellt werden.

Gefördert werden insbesondere solche Dozenturen, die

  • der Fortbildung von Graduierten in Form von Kompaktkursen, Blockkursen oder Spezialkursen dienen,
  • im Verbund mit anderen Programmen des DAAD oder anderer wissenschafts- bzw. forschungsfördernder Institutionen stehen,
  • der Vorbereitung, Begleitung oder Nachbetreuung einer Langzeitdozentur dienen.

Dozenturen im Undergraduate-Bereich können dann gefördert werden, wenn Engpässe im Lehrangebot der Gasthochschule überbrückt werden müssen.

Stipendienhöhe

Der DAAD übernimmt Reise- und Aufenthaltskosten unter Anrechnung der Leistung der Gasthochschule; in der Regel ist eine Beurlaubung unter Fortzahlung der Dienstbezüge Voraussetzung für die Kurzzeitdozentur.

Laufzeit

4 Wochen bis 6 Monate

Bewerbungsvoraussetzungen

Erforderlich ist eine Einladung durch die gastgebende Hochschule, die sich auch an den entstehenden Kosten in angemessener Weise beteiligen soll (Honorar, Unterbringung o.Ä.); sie ist in der Regel veranlasst durch schon bestehende wissenschaftliche Kontakte, die oft auf frühere Deutschlandaufenthalte von Mitgliedern der Gasthochschule, auf wissenschaftliche Kongresse etc. zurückgehen. Das Lehrvorhaben und der Umfang der Lehrtätigkeit müssen vor Antragstellung mit der Gasthochschule abgestimmt werden. Im Allgemeinen wird pro Woche eine mindestens achtstündige Lehrbelastung vorausgesetzt. Antragsteller ist der eingeladene deutsche Hochschullehrer. Er sollte die Anbindung an eine deutsche Hochschule haben, in der Regel über Lehrerfahrungen an einer deutschen Hochschule verfügen und in der Regel die Staatszugehörigkeit zu einem EU-Mitgliedsstaat haben.

Bewerbungsunterlagen

Antragsformulare mit detaillierten Erläuterungen sind in den Regionalreferaten erhältlich (bitte das gewünschte Zielland bzw. die Region angeben).

Bewerbungstermin und -ort

Eine Bewerbung kann jederzeit erfolgen, mindestens aber zehn Wochen vor einer der viermal jährlich stattfindenden Sitzungen des Fachgutachterausschusses.

Weitere Infos finden Sie auf der Seite des DAAD.

 

DAAD-Langzeitdozenturen


Eine Langzeitdozentur ist eine sechs Monate übersteigende Lehrtätigkeit auf einer von einer ausländischen Hochschule eingerichteten Stelle, deren Förderung der Fachgutachterausschuss beschlossen hat. Ein Stelleninhaber kann bis zu fünf Jahre gefördert werden.

Verfahren

 

 

  • Die Entscheidung über die Einrichtung einer Langzeitdozentur setzt den Antrag einer ausländischen Hochschule voraus, die die Aufgabenstellung und Qualifikation des benötigten Dozenten bzw. der Dozentin definiert und die erforderliche Infrastruktur bereitstellt (Arbeitsplatz, ortsübliche Vergütung, Zugang zu den wissenschaftlichen und verwaltungsmäßigen Hilfsmitteln). Für die Entscheidung, ob eine Dozentur gefördert werden soll, sind wissenschaftspolitische, bildungspolitische, außenkulturpolitische und entwicklungspolitische Kriterien maßgebend. Der Antrag (Formblatt: "Stellenbeschreibung") soll von der ausländischen Hochschule über die deutsche Auslandsvertretung bzw. die DAAD-Außenstelle an den DAAD geleitet werden.
  • Der Fachgutachterausschuss entscheidet über die Förderung und Förderungsdauer einschließlich möglicher Verlängerungen der beantragten Dozentur. Das Sekretariat der Vermittlungsstelle im DAAD sucht durch eine Ausschreibung geeignete Bewerberinnen und Bewerber und stellt sie dem Gutachterausschuss vor. Dieser entscheidet dann, welcher Kandidat oder welche Kandidaten der Gasthochschule zur Einstellung vorgeschlagen werden soll.
  • Wenn die ausländische Hochschule bereits einen deutschen Wissenschaftler oder eine Wissenschaftlerin nominiert hat, beurteilt der Gutachterausschuss die fachliche und persönliche Eignung des Eingeladenen und entscheidet über die Förderung sowie über die Förderungsdauer der Dozentur.
  • Wird eine Bewerberin oder ein Bewerber von der ausländischen Hochschule akzeptiert, erhält sie oder er vom DAAD eine Förderungsvereinbarung, mit der sich der DAAD zur Gewährung der unter "Stipendienleistungen" erläuterten Leistungen verpflichtet. Die Förderung wird zunächst für einen Zeitraum von bis zu zwei Hochschuljahren zugesagt; im allseitigen Einvernehmen kann ein Stelleninhaber höchstens fünf Jahre gefördert werden.

 

Aufgaben

 

  • Jeder Inhaber einer Langzeitdozentur hat im Rahmen der hochschulrechtlichen Bestimmungen des Gastlandes die Aufgabe, an der Gasthochschule sein Fach in Lehre und Forschung zu vertreten. Da er Mitglied des Lehrkörpers ist, hat er in der Regel alle mit diesem Status verbundenen Rechte und Pflichten und kann dementsprechend auch zur Teilnahme an Gremiensitzungen und zur Übernahme von Verwaltungsaufgaben und von Beratungsfunktionen verpflichtet sein.
  • Darüber hinaus ist er ein Ansprechpartner für die Hochschulangehörigen aller Fachrichtungen, soweit es um Kontakte zu wissenschaftlichen Einrichtungen in Deutschland, um Studien- und Forschungsmöglichkeiten sowie um Stipendien- und Förderungsprogramme deutscher wissenschaftsfördernder Institutionen geht. Er sollte insbesondere im Rahmen der DAAD-Programme beratend und vermittelnd tätig werden.



Stipendienhöhe

 

  • Da die Dozentinnen und Dozenten mit ihrer Gasthochschule ein Dienstverhältnis eingehen, werden sie in der Regel von ihr wie ein einheimisches Mitglied des Lehrkörpers besoldet. Der DAAD gewährt im Rahmen besonderer Bestimmungen als zusätzliche Leistungen eine monatliche Ausgleichszulage, Zuschüsse zu den Übersiedlungskosten, Schulbeihilfen, Zuschüsse zur Alters- und Hinterbliebenenversorgung und zu den Kosten der Gesundheitsvorsorge einschließlich einiger Beihilfen in Krankheitsfällen.
  • Voraussetzung für Beihilfe in Krankheitsfällen ist, dass der Dozent sich und seine Familie auf eigene Kosten ausreichend gegen Krankheit versichert. Eine Krankenversicherung mit Auslandsdeckung kann vom DAAD vermittelt werden. Dozenten und Dozentinnen an außereuropäischen Hochschulen können einen Fahrtkostenzuschuss für Heimaturlaubsreisen, für Vorstellungsreisen und zur Teilnahme an internationalen wissenschaftlichen Kongressen erhalten. Auf Antrag kann nach Beendigung der Dozentur für höchstens drei Monate ein Überbrückungsgeld gewährt werden.
  • Außerdem besteht die Möglichkeit, sich nach mindestens dreijähriger Förderung um ein Rückkehrstipendium (bis zu neun Monaten) zu bewerben.



Laufzeit

1 Jahr bis fünf Jahre

Bewerbungsvoraussetzungen

 

  • Für die Vermittlung als Langzeitdozentin bzw. Langzeitdozent ist die Staatszugehörigkeit in einem EU-Mitgliedstaat erforderlich. Bewerberinnen und Bewerber müssen eine entsprechende fachliche Qualifikation und in der Regel die Befähigung für eine Hochschullehrtätigkeit in Deutschland haben und über Lehrerfahrungen an einer deutschen Hochschule verfügen.
  • Ein erhebliches sprachliches Differenzierungsvermögen im mündlichen Gebrauch der Fremdsprache ist unabdingbare Voraussetzung für einen Erfolg der Lehrtätigkeit. Die für die jeweiligen Unterrichtsaufgaben erforderlichen Sprachkenntnisse müssen vor der Ausreise erworben werden. Dabei werden Grundkenntnisse der Unterrichtssprache schon bei der Bewerbung vorausgesetzt; Ausnahmen gelten für selten gelehrte Sprachen. Eine Vertiefung der Sprachkenntnisse ist im Rahmen eines mindestens sechswöchigen Vorbereitungskurses im Institut für Auslandskunde der Deutschen Stiftung für internationale Entwicklung (DSE) möglich.
  • Es wird vorausgesetzt, dass Bewerber und Bewerberinnen in der Regel während der letzten beiden Jahre vor der Bewerbung ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland gehabt haben; enge Kontakte zu einer deutschen Hochschule sind auch während der Tätigkeit im Ausland unverzichtbar.



Infos

finden Sie hier

Sonstiges

Hinweise für Angehörige des öffentlichen Dienstes Der Bewerber bzw. die Bewerberin hat die erforderlichen dienstrechtlichen Anträge rechtzeitig auf dem Dienstweg und in Abstimmung mit dem DAAD selbst zu stellen. Der DAAD ist bereit, Urlaubsanträge bei den zuständigen Behörden zu unterstützen, wenn er vom Bewerber bzw. der Bewerberin hierzu ermächtigt wird.