Der Weg der Promotion

Mittwoch, 12. Januar 2022 um 13:23 Uhr

Das International Office hat am 14. Dezember 2021 anlässlich des Weihnachts-Netzwerktreffens für internationale Promovierende einen philosophischen Abend unter dem Titel „Der Weg der Promotion. Ein Gespräch unter Promovierenden“ in Zusammenarbeit mit der Philosophie-Doktorandin Francesca Greco veranstaltet.

Auf der – Corona bedingt – online Veranstaltung waren alle Promovierenden der Universität Hildesheim eingeladen ins Gespräch über den ideellen Weg einer Promotion sowie über den eigenen Weg in die laufende Promotion zu kommen, diese Wege zu reflektieren und miteinander offen zu diskutieren. Insgesamt 16 Teilnehmenden aus allen Fachbereichen der Universität haben sich an die Diskussion aktiv beteiligt.

Einen ersten philosophischen Impuls wurde von Frau Greco anhand des Gedankens des „Zwischen“ eingeleitet. Die Stellung der Promovierenden im Bereich des akademischen Lebens wurde als einen zwiespältigen Zwischenzustand zwischen Originalität und Wissenschaft, zwischen Studium und Arbeit dargestellt. Nachdem Frau Greco drei Interpretationen des Zwischen in Anlehnung an Philosophen wie Platon als Potenz, Nietzsche als Wüste und Kimura als konstitutiv des menschlichen Lebens vorgeschlagen hat, hat sie die Teilnehmenden zum Gespräch eingeladen.

Voraussetzung für das Gespräch war allerdings eine kleine Übung, die Frau Greco gleich beim Einstig in die Veranstaltung eingeleitet hat. Die Übung bestand in einer aktiven, sozusagen leiblichen Positionierung in das Zwischen durch den Einsatz verschiedener Sprache. Sprache und Fremdsprache stellt sowieso ein großes Thema für internationale Promovierenden dar, da sie durch Sprachen in einen neuen und manchmal befremdlichen Zustand hineingeworfen sind und das Prozess eine Fremdsprache als Alltag- oder Arbeitssprache vertraut zu machen höchstens technisch, aber nicht kognitiv oder emotional – in einem Wort, philosophisch – selten angesprochen wird. Die Teilnehmenden stammten aus unterschiedlichen Muttersprachen wie Englisch, Französisch, Italienisch, Japanisch, Portugiesisch, Türkisch und, natürlich, auch Deutsch manchmal unabhängig von ihrer Herkunft, während die offiziellen Sprachen für die Veranstaltung – wie im akademischen Bereich oft der Fall ist – nur Englisch und Deutsch waren. Den Teilnehmenden wurde gefragt auf die Sprache zu sprechen, die für sie in dem Moment am angenehmsten war oder spontaner vorkam. Frau Greco hat gleich den Auftakt gemacht, indem sie – als Italienisch Muttersprachlerin – auf Deutsch gesprochen hat, da diese die Sprache ist, in der sie die vorgestellten Gedanken bekommen und durchgedacht hat. Um den Einstig nicht zu entfremdend zu machen, hat sie jedenfalls ihre Kerngedanken in einen kurzen Power Point in englischer Sprache eingeblendet. Die Sprache – als konktrete Manifestation des Zwischen – wurde sofort zum Thema der Diskussion gemacht und alle Teilnehmenden sind über die Erfahrung der Verlust und der Bereicherung durch Sprache zum Wort gekommen. Die Teilnehmenden haben sich auf diese Übung und auf diese Art des Austausches besonders gefreut und das hat sie in die perfekte Stimmung für einen offenen Gespräch über die eigenen Gedanken und Erfahrungen gesetzt: Das Gespräch lief für zwei Stunden sehr angenehm und lebendig in zwei Sprachen gleichzeitig, gerne auch zusammengemischt. In der Diskussion wurde darüberhinaus festgestellt, dass Fremdsprachen Türe eröffnen, und, dass einen Zwischenzustand Gelegenheiten sich zu verbessern schenkt Gerade im Studium sowie im Berufsleben sind Fähigkeiten dieser Art von unschätzbarem Wert. Alle Teilnehmenden haben ein sehr positives Feedback hinterlassen, der sich an den Wunsch anschloss weitere Gespräche durchzuführen, um weitere interkulturelle und interdisziplinären Brücken im Bereich der Promotion zu schlagen.  

Wir bedanken uns nochmal für diese spannungsvolle Diskussion bei unserer internationalen Promovierende Francesca Greco und den Teilnehmenden alle, die aktiv mit eigenen Erfahrungen und Wissen beigetragen haben.