Studium in Russland mit DAAD-Stipendium

Sonntag, 06. Dezember 2015  / Alter: 2 Jahre

Während der Studienzeit in Nowgorod wachsen Freundschaften: beim gemeinsamen Singen und Kochen. Nina Henke studiert seit Herbst in Russland. Gerade in politischen Krisenzeiten – etwa aktuell die Lage zwischen Russland, der Europäischen Union und der Ukraine – dürfen der „Austausch zwischen Menschen und die wissenschaftlichen Beziehungen nicht abreißen“, sagt Professorin Beatrix Kreß. Studierende können sich noch für ein DAAD-Stipendium für einen Studienaufenthalt in Russland bewerben.

Seit Herbst 2015 lebt Nina Henke im Nordwesten Russlands in der Nähe von St. Petersburg. Die Studentin der Universität Hildesheim baut an der Uni ihre russischen Sprachkenntnisse aus, dabei hilft auch das Sprachtandem mit einer Studentin. Mit dem Doppelstudium können sich Studierende aus Hildesheim und Nowgorod für eine berufliche Tätigkeit im deutsch-russischen Arbeitsumfeld, etwa in Unternehmen, Hochschulen und im Bildungswesen qualifizieren. Fotos: Henke

In diesem Semester haben Studentinnen und Studenten aus Hildesheim erstmals ihr Studium im Schwerpunkt „deutsch-russische Beziehungen“ an einer russischen Universität begonnen. Der Doppelabschluss im Bereich „Interkulturelle Kommunikation“ der Universitäten Hildesheim und Nowgorod wird durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) gefördert. Insgesamt vergibt die Universität Hildesheim drei Stipendien an deutsche Studierende und drei Stipendien an russische Studierende pro Jahr. Die Universität Hildesheim unterstützt Studentinnen und Studenten beim Erwerb von russischen Sprachkenntnissen. An der Universität Nowgorod finden die Lehrveranstaltungen in russischer und deutscher Sprache statt.

Ein Studienaufenthalt im Ausland sei nicht nur für jene relevant, die später im Ausland arbeiten werden, sagt Beatrix Kreß, Professorin für Interkulturelle Kommunikation an der Universität Hildesheim. Wer etwa in einem international tätigen Unternehmen arbeitet, müsse interkulturelle Kompetenzen mitbringen. Russisch ist mit etwa 160 Mio. Muttersprachlern eine Weltsprache und Lingua Franca in vielen Ländern. Gerade in politischen Krisenzeiten – etwa aktuell die Lage zwischen Russland, der Europäischen Union und der Ukraine – dürfen der „Austausch zwischen Menschen und die wissenschaftlichen Beziehungen nicht abreißen“, so Kreß.

Eine der ersten Studentinnen, die in Hildesheim und Nowgorod studiert ist Nina Henke. Die 22-Jährige studiert an der Universität Hildesheim „Internationales Informationsmanagement“. Seit Herbst 2015 lebt sie im Nordwesten Russlands in der Nähe von St. Petersburg. Ihre Russischkenntnisse waren, als sie sich für das Doppelstudium beworben hat, „noch auf null“. „Die Kultur und die Menschen in diesem Land haben mich schon länger interessiert, da ich viele Freunde mit einem russischen Hintergrund in Deutschland habe. Außerdem war es mir so möglich ein ganzes Jahr im Ausland zu verbringen und eine neue Sprache zu erlernen, in der Hoffnung dies – wie auch Englisch –  flüssig sprechen zu können“, sagt Nina Henke. Es sei „mit sehr viel Arbeit verbunden“, aber sie habe sich vorgenommen „diese Herausforderung zu meistern und sehr gut abzuschließen“.

Ein Tag in Nowgorod beginnt mit dem Weg zur Universität. „Da mein Unterrichtsgebäude nur etwa 1,5 km von meinem Wohnort entfernt liegt, gehe ich sehr gerne zu Fuß, oder nehme auch mal den Bus wenn dieser gerade vorbeifährt“, berichtet Nina Henke. Der Unterricht in der Universität sei „anders als in Deutschland“. „Ich verbringe die gesamte Unterrichtswoche in einer Gruppe, wie in einer Klasse, nur das die Räume gewechselt werden.“ Einmal in der Woche geht die Gruppe zwei Stunden zum Sportunterricht. „Meine Uni-Tage sind derzeit noch relativ kurz, da meine russischen Sprachkenntnisse noch nicht sehr gut ausgereift sind.“ Viele Veranstaltungen, die allein auf Russisch stattfinden, besucht sie im nächsten Semester. Aktuell besucht sie Seminare über die Geschichte der deutschen Sprache und Stilistik und baut ihre Sprachkenntnisse im Fremdsprachenunterricht aus. „Außerdem nehme ich an einem Sprachtandem mit einer russischen Studentin und an einem Übersetzungspraktikum teil.“

Es sei „sehr, sehr wichtig, die Wissenschaftsbeziehungen zu pflegen und vor allen Dingen auch durch Austauschprogramme aufrecht zu erhalten“. Sie findet Freunde in Russland, auch außerhalb der Studienzeit, etwa beim gemeinsamen Kochen und vorherigem Einkaufen oder beim gemeinsamen Singen und Gitarre spielen. Sie singt russische Songs und trifft sich mit Studierenden zum „Brettspiel Abend“. „Wir spielen ALIAS oder Mafia. Alles in allem ist es nicht viel anders als Freizeit mit Freunden in Deutschland zu verbringen, nur dass man Kommunikationshürden vorfindet, die es zu überwinden gilt.“

Bis Juli 2016 verbringt sie ihre Zeit im Ausland. „Ich studiere am Universitätscampus Antonovo, dem Standort für das Institut der Philologie. Nicht weit von dort befindet sich das Wohnheim, in dem ich untergekommen bin. Dort habe ich ein eigenes kleines Zimmer, sowie Dusche und Badezimmer. Bereits in Hildesheim hat sie die Sprache einmal in der Woche in einem Kurs an der Volkshochschule erlernt und ist nun im Sprachniveau von A1 bis A2 angekommen. „Es wäre klasse, noch ein breiteres Angebot für Russisch an der Universität Hildesheim anzubieten.“

Deutsch-russische Beziehungen: Doppelstudium und Stipendium

Wer sich für ein Studium „Interkulturelle Kommunikation: deutsch-russische Beziehungen“ und ein DAAD-Stipendium interessiert, kann Professorin Beatrix Kreß kontaktieren (E-Mail: kressb@uni-hildesheim.de). Das Doppelstudium umfasst einen einjährigen Aufenthalt in Nowgorod. Der Studienaufenthalt in Nowgorod findet im 3. und 4. Semester statt.

Mit dem Studium kann man sich für eine berufliche Tätigkeit im deutsch-russischen Arbeitsumfeld, etwa in Unternehmen, Hochschulen, im Bildungswesen, in sozialen Institutionen oder in NGOs qualifizieren. Am Ende der Studienzeit erlangen Studierende jeweils einen Abschluss im Bachelorprogramm „Internationales  Informationsmanagement“ der Universität Hildesheim sowie in „Linguistik: Übersetzung und Übersetzungswissenschaft“ der Staatlichen Universität Nowgorod.
Weitere Informationen zum Doppelstudium findet man online (PDF).

Beratung für Studierende: Wie man einen Auslandsaufenthalt plant

Interesse geweckt? Wann und wie man einen Auslandsaufenthalt in das Studium integrieren kann – das Team des International Office berät Studierende, wo es hingehen kann und wie man den Aufenthalt plant und finanziert. Regelmäßig bieten sie „Info-Talks" an, die nächsten im Dezember und Februar. Etwa 150 Erasmus-Partnerhochschulen gehören zum Netzwerk, weltweit arbeitet die Universität mit über 250 Partnerhochschulen zusammen. Türkei, Schweden, Polen, China: Online kann man sich durch Partneruniversitäten, Förderprogramme und Erfahrungsberichte klicken.

Medienkontakt: Pressestelle Uni Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

Von: Pressestelle, Isa Lange

Seit Herbst 2015 lebt Nina Henke im Nordwesten Russlands in der Nähe von St. Petersburg. Die Studentin der Universität Hildesheim baut an der Uni ihre russischen Sprachkenntnisse aus, dabei hilft auch das Sprachtandem mit einer Studentin. Mit dem Doppelstudium können sich Studierende aus Hildesheim und Nowgorod für eine berufliche Tätigkeit im deutsch-russischen Arbeitsumfeld, etwa in Unternehmen, Hochschulen und im Bildungswesen qualifizieren. Fotos: Henke