STARK

Soziales TrAining von Raumwahrnehmung und RaumKognition (zur vorschulischen Förderung des mathematischen Grundverständnisses)

Projektlaufzeit: 01.08.2017 - 31.07.2020

Gefördert durch: Niedersächsisches Vorab

Projektteam: Prof. Dr. Kristian Folta-Schoofs, Prof. Dr. Barbara Schmidt-Thieme, Dr. Jasmin Kizilirmak, Dr. Martina Wernicke, Tessa Kemmesies

Kooperationspartner: Stadt Garbsen, Familienzentren Murmelstein und St. Raphael, Kindertagesstätten Berenborstel, am Hespe, Schwarzer See, Garbsen Mitte und Versöhnung

Beratende Mitwirkung: Diakonie Himmelsthür, Frühförderung Förderzentrum im Bockfeld

 

Projektbeschreibung

Obwohl die positiven Effekte einer frühkindlichen Förderung auf den Schulerfolg, die sozio-emotionale Entwicklung und das Selbstkonzept von Kindern vielfach nachgewiesen wurden, existieren bislang erst wenige Trainings einer vorschulischen mathematischen Förderung, die zudem vorwiegend auf den Bereich der arabischen Zahlen fokussieren (z. B. sprachliche Zahlenrepräsentation, Zahlenform, Repräsentation des Platz x Wert-Systems, Größenrepräsentation, rechnerisches Faktenwissen). Dem Training von nicht-sprachlichen Repräsentationsformen wurde in der vorschulischen mathematischen Förderung bislang erst wenig Beachtung geschenkt. Insbesondere existieren keine einschlägigen Studien, in denen die vorschulische Förderung von Fähigkeiten der Raumwahrnehmung und Raumkognition als primäre Prävention durchgeführt und deren Wirkungen umfassend evaluiert wurde.

Im Forschungsprojekt STARK geht es darum, ein (neuro-)didaktisch fundiertes Konzept einer nicht-sprachbasierten (und daher besonders für Kinder mit Migrationshintergrund oder besonderem Förderbedarf geeigneten) und inklusiv-vermittelnden Förderung von Kindern in Kindertagesstätten zu entwickeln und im Praxisfeld zu testen. Das Förderprogramm richtet sich an Kinder, die etwa 6 Monate vor ihrer Einschulung in die Grundschule stehen. Es zeichnet sich durch mathematikdidaktische Zugänge aus, die stark auf die unmittelbare Lebens- und Erfahrungswelt der Kinder Bezug nehmen (z. B. körperlich-sensorische Erfassung von Raum- und Objektmerkmalen – auch im Verhältnis zum eigenen Körper; handlungs- und bewegungsorientiertes Lernen). Zudem erfolgt eine sinnvolle Verzahnung von Übungen zur Raumwahrnehmung (z. B. Wahrnehmung der Hauptraumachsen, Unterscheidung der Neigungswinkel von Linien und Objekten, Beurteilung von Längen und Größen, Wahrnehmung von räumlichen Abständen und Positionen, Einschätzung von Entfernungen, Formunterscheidung, subjektive Geradeausrichtung) und zur Raumkognition (z. B. mentale Vorstellung, mentaler Perspektivenwechsel, symbolische Repräsentation, räumlich-topographische Orientierung, Konstruktion von geometrischen Figuren, Objektzerlegungen, visuell-räumliches Arbeitsgedächtnis). Die einzelnen Trainingsmodule sollen nicht nur die Fähigkeiten des Kindes zur Raumwahrnehmung und Raumkognition verbessern helfen, sondern ebenso einer kindgerechten Stärkung der Selbstkompetenz und sozio-emotionalen Kompetenz sowie einer Verbesserung von Fähigkeiten der Selbst- und Fremdwahrnehmung Vorschub leisten. Im Rahmen einer Evaluation wollen wir untersuchen, in welcher Weise sich eine Teilnahme am Förderprogramm positiv auf den Übergang und die Integration in die Grundschule sowie den gemeinsamen Einstieg in den Mathematik- und Deutschunterricht der ersten Grundschulklasse auswirken kann.

 

Gefördert im Niedersächsischen Vorab durch: