Die Bewerberstädte um den Titel Europäische Kulturhauptstadt bewerten den Bewerbungsprozess als wichtigen Impuls, Entwicklungsbewegungen zu untermauern, zu stärken und auszuweiten. Von Bedeutung dabei ist die Erkenntnis, dass es neben dem Ziel, den Titel zu erhalten, besonders auch darum geht, bleibende Veränderungen in verschiedenen Bereichen zu schaffen (Kultur, Soziales, Bildung, Mobilität u.a.) – unabhängig vom Zeitpunkt eines möglichen Endes einer Bewerbung. Ein Plan B muss dabei stets mitgedacht werden. Das Konzept der Europäischen Kulturhauptstadt bewegt sich in den letzten Jahren zudem weg von großen finanzkräftigen Städten hin zu Städten, die für eine größere Zahl anderer Städte in Europa ein Beispiel sein können. Somit stehen die Chancen Hildesheims gut, den Titel trotz des geringen Budgets zu erlangen.

Eine besondere und in Brüssel bereits gewürdigte Stärke Hildesheims ist es, dass einerseits die Motivation zur Bewerbung aus der Bürgerschaft kam und andererseits das Team des Projektbüros HI2025 im wesentlichen Personen sind, die Hildesheim bereits seit vielen Jahren gut kennen und die keine wie sonst vielfach üblich von außen eingekauften Kulturhauptstadt-Manager sind. Untermauert wird dies durch ein seit Jahrzehnten durch die Universität Hildesheim gespeistes, kulturpolitisch fachlich versiertes und sehr gut vernetztes Netzwerk an Kultur-, Bildungs- und Sozialakteuren in Stadt und Landkreis.

Für die Stiftung Universität Hildesheim gibt es zwei zentrale Beweggründe sich an diesen Entwicklungsbewegungen zu beteiligen:

1. Die Stadt (und ebenso der Landkreis) sind als ein ideales Labor für die vier Fachbereiche und ihre verschiedenen Disziplinen – und keinesfalls allein für den Fachbereich 2 der Kulturwissenschaften von Interesse. Kulturhauptstadt werden ist kein alleiniges Kulturthema, sondern stark interdisziplinär angelegt.

2. Die Stiftung Universität Hildesheim muss ein Interesse an einem attraktiven Standort haben. Gerade die Studierenden-Bewerberzahlen in den Kulturwissen-schaften sind in den letzten Jahren dramatisch zurückgegangen, auch weil inzwischen ähnliche Studiengänge an attraktiveren Orten angeboten werden. Auch zur Gewinnung qualifizierter Mitarbeitenden ist ein attraktiver Standort von großer Bedeutung.