Hildesheim:
A European Province of Culture.

Beiträge der Stiftung Universität Hildesheim​

Rosen, Rüben und der Sinn des Lebens: Hildesheim verpasst den Titel zur Europäischen Kulturhauptstadt 2025

Mittwoch, 28. Oktober 2020 um 13:10 Uhr

And the winner is…: Chemnitz! Die zwölfköpfige internationale Jury zur Auswahl der Kulturhauptstadt Europas hat entschieden: Chemnitz wird Europäische Kulturhauptstadt 2025. Chemnitz konnte sich gegen die vier anderen Städte der sogenannten Shortlist-Nominierung Hannover, Hildesheim, Magdeburg und Nürnberg durchsetzen.

„Die Stiftung Universität Hildesheim gratuliert der Gewinnerin des Europäischen Kulturhauptstadtwettbewerbs, dankt dem grandiosen Team des Projektbüros Hildesheim 2025 und dem unermüdlich tätigen Freundeskreis Hildesheim 2025 für die Riesenleistung und freut sich auf die mannigfaltigen Veranstaltungshighlights in der Stadt und in der Region Hildesheim in den nächsten Jahren dank des Plans B“, sagt Prof. Dr. Martin Schreiner, Vizepräsident der Stiftung Universität Hildesheim.

BidBook mit deutlicher Handschrift der Hildesheimer Kulturwissenschaften

„Allein die Tatsache, dass Hildesheim und der Landkreis sich auf den Weg gemacht haben, diesen wichtigen Titel zu erringen, zählt enorm. Die Bewegung, die nun in der Stadt zu spüren ist, wird nicht klanglos verschwinden und wir freuen uns als Ort von Theorie und Praxis der Kultur diesen Prozess weiter mitzugestalten“, vermerkt Prof. Dr. Stefan Krankenhagen, Dekan des Fachbereichs Kulturwissenschaften und Ästhetische Praxis.

Neue Kulturvermittlungsansätze aus der „European Province of Culture“

„Auch wenn Hildesheim nicht offizielle Kulturhauptstadt Europas geworden ist, wird es mit Sicherheit einen Plan B geben. Durch den Bewerbungsprozess hat sich die Kooperation unseres Instituts mit den städtischen Kultur-Akteuren intensiviert und wir freuen uns, diese dabei zu unterstützen, einige der großartigen Ideen für kulturelle Teilhabe und Kulturvermittlung aus der Bewerbung umzusetzen und wissenschaftlich zu begleiten!“, so Prof., Dr. Birgit Mandel, Professorin für Kulturmanagement.

„We Care“ unterstreicht die Solidarität und ein offenes Verständnis von Kunst- und Kulturschaffen

Kulturpolitikprofessor Prof. Dr. Julius Heinicke ergänzt: „Mit ‚We Care – Beets, Roses and the Meaning of Life‘ hat das Team des Projektbüros Hildesheim 2025 auf Solidarität und ein weites und offenes Verständnis von Kunst- und Kulturschaffen gesetzt, ein Ansatz, der aus internationaler Perspektive ungemein wichtig und richtungsweisend ist. Der UNESCO-Lehrstuhl freut sich darauf, mit allen Akteur*innen und Mitstreiter*innen diese bedeutsamen Ideen und Impulse weiterzuverfolgen. Auch ohne den Titel werden es mit Plan B aufregende und bunte Jahre, die für die Zukunft der internationalen Kulturpolitik und deren Forschungsarbeiten von unschätzbarer Bedeutung sind.“



„Die Bewerbung hat enorm viel Kreativität freigesetzt“

Professor Dr. Bettina Uhlig vom Institut für Bildende Kunst und Kunstwissenschaften fügt hinzu: „Ich bedauere sehr, dass Hildesheim das Rennen nicht für sich entscheiden konnte. Dennoch hat Hildesheim gewonnen, denn die Bewerbung hat enorm viel Kreativität freigesetzt, Netzwerke entstehen lassen und kulturelle Projekte entworfen. Eines davon ist das Projekt ‚Little Big Minds‘ – eine Kooperation zwischen der Universität Hildesheim, dem Dommuseum und weiteren Akteur*innen im Bereich der kulturellen Bildung. In diesem Projekt geht es darum, den Ideen, Gedanken und Fragen von Kindern in Bezug auf die Bedeutung eines kulturellen Erbes in der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft auf die Spur zu gehen. Wir werden dieses Projekt zwar nicht in dem Umfang realisieren können, wie wir das als Kulturhauptstadt getan hätten – aber wir sind von dem Grundgedanken des Projektes so überzeugt, dass wir es in einer etwas kleineren Variante dennoch durchführen werden, denn das kulturelle Erbe von Hildesheim gehört nicht nur den Erwachsenen, sondern ebenso den Kindern.“

Es begann mit einer „Werkstatt der Verrückten“

Dr. Daniel Gad, Geschäftsführer des UNESCO-Lehrstuhls am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim, hat im Namen der Stiftung Universität Hildesheim den Bewerbungsprozess von Januar 2016 an begleitet. Was mit einer „Werkstatt der Verrückten“ auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg begann und einer Potenzialstudie und mit einer ersten Begegnung der damals neun deutschen Bewerberstädte am gleichen Ort seine Fortsetzung fand, führte zur beachtenswerten Shortlist-Nominierung. „Almuni der Hildesheimer Kulturwissenschaften haben der Bewerbung eine besondere Note gegeben“, sagt Dr. Daniel Gad.

„Mit dem Abschluss des Stadt- und Bistumsjubliäums startete der Bewerbungsprozess um den Titel Europäische Kulturhauptstadt. Die Bewerbung war ein gewaltiger Motor, das in vielen kulturpolitischen Fragen festgefahrene Hildesheim in Bewegung zu setzen. Diese Bewegung wird mit dem Ende des Laufes um den Titel nicht enden. Gerade konkrete Unternehmungen wie die Kulturstrategie der Stadt oder auch das Cultural Hub am Angoulêmeplatz werden die vielfachen neuen und neu belebten Kooperationen in der Stadt und mit dem Landkreis Rahmen und zur Fortsetzung verhelfen. Bereits diese Aktivitäten eröffnen nun sehr konkrete Möglichkeiten, Hildesheim als beachteten und attraktiven Ort weiterzuentwickeln und zu präsentieren.“

Text: Gabriele Gerner (Pressestelle)

Motivation

Die Bewerberstädte um den Titel Europäische Kulturhauptstadt bewerten den Bewerbungsprozess als wichtigen Impuls, Entwicklungsbewegungen zu untermauern, zu stärken und auszuweiten. Von Bedeutung dabei ist die Erkenntnis, dass es neben dem Ziel, den Titel zu erhalten, besonders auch darum geht, bleibende Veränderungen in verschiedenen Bereichen zu schaffen (Kultur, Soziales, Bildung, Mobilität u.a.) – unabhängig vom Zeitpunkt eines möglichen Endes einer Bewerbung. Ein Plan B muss dabei stets mitgedacht werden. Das Konzept der Europäischen Kulturhauptstadt bewegt sich in den letzten Jahren zudem weg von großen finanzkräftigen Städten hin zu Städten, die für eine größere Zahl anderer Städte in Europa ein Beispiel sein können.

Bereits heute ist deutlich zu beobachten, dass Hildesheim auf vielen Ebenen in Bewegung geraten ist, Kommunikationskanäle auszubauen, Strukturen zu verbessern und neue Ideen zu konkretisieren. Somit stehen die Chancen Hildesheims gut, den Titel trotz des geringen Budgets zu erlangen. Eine besondere und in Brüssel bereits gewürdigte Stärke Hildesheims ist es, dass einerseits die Motivation zur Bewerbung aus der Bürgerschaft kam und andererseits das Team des Projektbüros HI2025 im wesentlichen Personen sind, die Hildesheim bereits seit vielen Jahren gut kennen und die keine wie sonst vielfach üblich von außen eingekauften Kulturhauptstadt-Manager sind. 

Untermauert wird dies durch ein seit Jahrzehnten durch die Universität Hildesheim gespeistes, kulturpolitisch fachlich versiertes und sehr gut vernetztes Netzwerk an Kultur-, Bildungs- und Sozialakteuren in Stadt und Landkreis.

Seit 2016 begleitet die Stiftung Universität Hildesheim maßgeblich den Entscheidungsfindungs- und Bewerbungsprozess der Stadt Hildesheim auf dem Weg zur Kulturhauptstadt Europas. Für sie gibt es zwei zentrale Beweggründe sich an diesen Entwicklungsbewegungen zu beteiligen.

1. Die Stadt (und ebenso der Landkreis) sind als ein ideales Labor für die vier Fachbereiche und ihre verschiedenen Disziplinen – und keinesfalls allein für den Fachbereich 2 der Kulturwissenschaften – von Interesse. Kulturhauptstadt werden ist kein alleiniges Kulturthema, sondern stark interdisziplinär angelegt.

 2.  Die Stiftung Universität Hildesheim hat ein Interesse an einem attraktiven Standort. Auch zur Gewinnung begeisterter Studierender und qualifizierter Mitarbeitenden ist ein attraktiver Standort von großer Bedeutung.

Hildesheim auf dem Weg zur Europäischen Kulturhauptstadt 2025

Hildesheim war bisher über Jahrzehnte die kleine Großstadt, mit einer bis heute vererbten gestörten Stadt-Identität der Bürger, wohl weil es nicht mehr das „Nürnberg des Nordens“ der Zeit vor 1945 mit seiner reichhaltigen Fachwerkarchitektur und „nur die kleine Stadt neben“ der Landeshauptstadt Hannover sowie den Industrie- und Universitätsstädten Braunschweig und Göttingen ist. Doch wird es gelingen, dieses belastete Erbe aufzulockern und vielmehr in die Gegenwart und Zukunft zu blicken? Wird es gelingen, die aktuellen Entwicklungsprozesse zu verstetigen, gar Hildesheim als Modellstadt für innovative Ansätze, als Vorbild für so viele anderen kleinen Großstädte und großen Kleinstädte in Deutschland und Europa zu begreifen?

Eine Stadt macht sich auf den Weg

Ein wesentlicher Augenöffner für die Stadtverwaltung und die Stadtgesellschaft Hildesheims war der Entschluss, das 1200 jährige Stadt- und Bistumsjubiläum im Jahr 2015 mitsamt der Ausrichtung des Tages der Niedersachsen zu feiern und dabei festzustellen, dass Potenziale für ein Hildesheim mit weit mehr positiven Visionen und Umsetzungen sowie eine Stadtgesellschaft, die mitwirken und dabei sein möchte, sehr wohl vorhanden sind. So wirkt es von außen folgerichtig, verbleibt aber mit Blick auf die Jahrzehnte lange Zurückhaltung insbesondere seitens der Stadtverwaltung geradezu erstaunlich, dass unmittelbar im Nachklang des Jubiläums die Idee aufkam, sich um den Titel Europäische Kulturhauptstadt zu bewerben. Wobei zu diesem Zeitpunkt noch nicht allen klar war, dass dies weit größere Schritt bedarf als bloß die vorhandenen Kirchen und die bereits bestehenden Kulturaktivitäten international sichtbarer zu machen. Zu dieser Zeit im Winter 2015 und teilweise noch heute wird diese Idee von so manchem als ein Greifen nach den unerreichbaren Sternen gesehen. Doch die zu beobachtende Bewegung offenbart das Gegenteil. Die Idee Kulturhauptstadt zu werden ist durchaus auch für Hildesheim ein erreichbares Ziel, allerdings in Anlehnung an Bedingungen nun auch richtig, sprich umfänglich und konsequent zu handeln.   

Umgang mit den Schwächen

Ohne Zweifel ist Hildesheim eine Stadt, die in vielem sehr normal ist. Jedoch ist der Mangel an Selbstbewusstsein gepaart mit bisher scheinbar begrenzter Offenheit für innovatives Handeln durchaus eine Frage der Identität der Stadtbevölkerung. Bezeichnend ist, wie sehr die Zerstörung der Stadt zum Ende des zweiten Weltkriegs und damit die optische Unterstreichung auf eine Reduktion einer über Jahrhunderte wichtigen größeren Stadt, die nun vergangen ist, die heutigen Menschen, die im Grunde nur dieses heutige Hildesheim kennen, zu prägen scheinen. Man kann dies ganz gut daran beobachten mit welch unterschiedlichem Selbstbewusstsein sich die Bürger von Städten wie Münster oder München im Vergleich zu denen aus Hildesheim darstellen.
Womöglich ist Hildesheim aber auch ganz einfach eine klassische Provinzstadt, die durch ihre Größe von mal mehr und mal weniger als 100.000 Einwohnern gerade so zu den Großstädten zählt. Neben dem befragten Identitätsgeist in der Stadt und dem architektonisch weiterhin gestörten Stadtbild zeigt sich, dass sich junge und innovative Köpfe viel zu selten für ein Leben in dieser Stadt entscheiden. Dies ist beachtlich, beheimatet Hildesheim mit den verschiedenen Kreativstudiengängen an den beiden ansässigen Hochschulen doch Studiengänge, bei denen seit nunmehr gut vier Jahrzehnten die kreativen Köpfe, bspw. im Advertising Design oder der Kulturvermittlung ausgebildet wurden, die heute bundesweit und vielfach in Leitungsfunktionen die Kultur- und Kreativszene maßgeblich mitgestalten.
Fakt ist, zu wenige davon sind in Hildesheim geblieben oder wieder zurückgekehrt. Doch haben diejenigen, die geblieben sind, wohl entscheidenden Einfluss gehabt auf einen vorhandenen Reichtum der Stadt weit über umfassend zerstörte und in kleinen Teilen, quasi exemplarisch wieder aufgebaute Architektur hinaus. Physische und temporäre Orte des Kulturlebens ebenso wie Netzwerke und Kommunikationsstrukturen quer durch die Stadt wären ohne diese kreativen Alumni schwerlich denkbar gewesen. Umso mehr muss es nun ein Anliegen sein, Strukturen zu schaffen, die die Verweildauer der innovativen Köpfe in Hildesheim erhöhen. War die Umstellung auf das Bachelor- und Mastersystem der Studiengänge seit den 2010er Jahren zunächst für dieses Anliegen ein herber Rückschlag, sind doch die überwiegende Mehrheit der Studierenden heute nicht mehr fünf sondern nur noch zwei bis drei Jahre in der Stadt, so müssen Mechanismen gefunden und angewendet werden, die es für eben diese Zielgruppe atmosphärisch und finanziell attraktiv machen, länger zu bleiben. Ein Brainstorming über Werk- und Wirkstätten sowie eine entsprechende Wirtschaftsförderung hat bereits begonnen, auch wenn hier große Schritte noch folgen müssen.

Das Gegenmodell bieten

Womöglich ist Hildesheim einer der Überraschungskandidaten unter den Bewerberstädten um den Titel Europäische Kulturhauptstadt 2025. Wird doch schnell der Eindruck erweckt, dass sich aus dem finanzkräftigsten Mitgliedsland der Europäischen Union, welches sich zudem selbst als Kulturnation versteht, allein die üblichen Verdächtigen auf den Weg machen würden. Nach Berlin 1988, Weimar 1999 und Essen/Ruhr in 2010 passen in dieses Bild die Bewerberstädte Dresden, Hannover, Magdeburg und Nürnberg mitsamt ihres umfangreichen Startkapitals durchaus hinein. Doch gibt es mit Hildesheim – sicher auch den weiteren eher kleinen Bewerberstädten – scheinbare Gegenspieler, die womöglich am Ende für die Jury der Europäischen Kulturhauptstadt das passendere Konzept vorlegen werden.
Die bisherige Botschaft aus Brüssel ist eindeutig: Das individuelle Konzept ist entscheidend für den Erfolg. Somit hat Hildesheim die gleichen Chancen, wie jeder andere Bewerber. Zudem zeigen nicht allein kleine Mitgliedländer der EU und insbesondere die letzten Jahre, dass Kulturhauptstadt auch anders als „groß“, „protzig“ und aufbauend auf umfänglich Vorhandenem verstanden werden kann. Vielmehr geht es darum, aus sich herauszuwachsen und zudem Grundlagen zu schaffen, diese Bewegung über das konkrete Jahr des Titels weit hinaus zu erhalten. Es entsteht auch der Eindruck, dass die Idee der Europäischen Kulturhauptstadt immer mehr daran interessiert ist, gerade auch solche Städte zur Bewerbung zu motivieren, deren Fähigkeit durch die bestehenden und kommenden gesellschaftlichen Herausforderungen, ob nun die Zukunft der Innenstädte oder Themen wie Klimawandel oder Migration, zunächst finanziell und kapazitär begrenzt erscheinen, durch geschickte Konzepte es aber bewerkstelligen, sich erfolgreich diesen Aufgaben widmen zu können.

Der Motor Kulturhauptstadtsbewerbung

Hildesheim ist eines der Beispiele, welches zeigt, wie sehr der Bewerbungsprozess um den Titel Europäische Kulturhauptstadt als Motor zur Bewegung von Stadtentwicklungsprozessen generell funktioniert. Eine durch Hildesheimer Bürger in 2016 in Auftrag gegebene Studie zum Bewerbungsprozess zu 2010 zeigte sehr eindringlich, dass praktisch alle Bewerberstädte den Bewerbungsprozess als positiv und sinnvoll bezeichnet haben und als Wegbereiter für bleibende Veränderungen verstehen. Die Studie zeigte aber auch, dass Hildesheim beispielsweise was die innerstädtische Vernetzung, die Selbstorganisation der Kulturszene, die Formulierung der Bedarfe, gerade der freien Kulturszene in kulturpolitischen Konzepten und die Bereitschaft zum Mitgestalten außerhalb der reinen Stadtverwaltung bereits längst und seit mehr als einem Duzend Jahren sehr gut aufgestellt ist - Aspekte, die Bewerber um 2010 als wesentliches Ergebnis eines Bewerbungsprozesses sehen. Der Motoreneffekt der Kulturhauptstadtbewerbung öffnet hier auf einmal die Bereitschaft der Stadt, diesen Analysen der Akteure der Kulturpraxis ernsthafte Aufmerksamkeit zu schenken, nachdem allzu viele Jahre eine fast schon zementierte Ignoranz der Stadt seitens derartiger Beteiligungsformate und dem Willen nach neuen Konzepten für die Stadt zu realisieren, vorherrschte.

Ein Wettbewerb ohne Verlierer

Doch ist es relevant zu verstehen, dass dieser Wettbewerb eigentlich keine Verlierer vorsieht. Ein Plan B wird auch von der Jury der Europäischen Union gefordert. Und nicht nur aufgrund der Tatsache, dass nun mal nur einer den Titel erlangen wird, auch mit Blick auf die generelle Nachhaltigkeit, sprich die Verstetigung des Bewegungswillens, wird deutlich, dass der Plan B das wohl viel wesentlichere Ziel des Ganzen ist. Der Stadtentwicklungsprozess ist das Entscheidende, der Titel ist ein relevanter Motor, ja sicherlich auch aus einer inhaltlichen Perspektive ein wichtiges Ziel und aus Sicht der Idee der Europäischen Union ein wichtiges Programm zur intraeuropäischen Identitätsstiftung, Motivation und dem gegenseitigen Austausch, letztlich aber ist er nur die Ehrung eines fest zu verankernden Schritts, die Strukturen und das Handeln einer Stadt zu durchdenken und sinnvoll weiterzuentwickeln. Wenn dies nicht passiert, dann ist der Titel Europäische Kulturhauptstadt nur ein einmaliges Feuerwerk, welches nur in der Erinnerung bleibt statt im nachfolgenden Stadtleben Grundlagen des Handelns anzubieten.   
Um so mehr braucht es Klarheit darüber für was die Idee den Titel zu erhalten Motor sein kann. Sicherlich geht es hier im ersten Schritt auch um Geld, insbesondere wenn wie oben beschrieben das Geld für eine Bewerbung nicht allein aus öffentlichen Quellen kommt. Doch ist der Titel auch Motor im Sinne davon Inspirationskraft zu geben, Mut zu erzeugen, Prozesse anzugehen, experimentierfreudig zu sein und über sich hinauszuwachsen und das bisher Undenkbare zu verwirklichen.

Wer sind die Impulsgeber?

Hildesheim ist nicht besonders groß und Vorbehalte dennoch als Vorreiter groß, innovativ und zukunftsgerichtet zu handeln prägen das Stadtbild seit Jahrzehnten. Um so bemerkenswerter ist es, dass die niedersächsische Stadt seit wenigen Jahren geradezu Sprünge hinein in eine Bewegungsfreude und die Schaffung von Strukturen vollzieht, die sie deutlich von der im Raume schwebenden Bezeichnung, die „heimliche Kulturhauptstadt“ zu sein und sich damit zu begnügen abhebt.
Eine entscheidende Rolle spielte an dieser Stelle seit 2015 sicherlich eine Gruppe von gut vernetzten, tendenziell wohlhabenden Bürgern, die zur Vorbereitung der Beschlüsse in Stadtrat und Kreistag den Bewerbungsprozesse beginnen zu wollen den Verein Freundeskreis 2025 gegründet haben. Diese Motivation aus der Bürgerschaft heraus macht den Hildesheimer Prozess gemessen an anderen Städten besonders, er wird aber nur dann erfolgreich sein, wenn über den Oberbürgermeister hinaus alle Leitungsebenen der Stadtverwaltung dieses Ziel ernsthaft aufgreifen und wenn entscheidende Teile der Bevölkerung den Prozess unterstützen und mitgestalten.
Markant ist hier, dass die wie erwähnt seit langem gut vernetzte Szene der öffentlichen und freien Kulturszene erst aus der über Jahre angestauten Frustration und Entmutigung, meist keinerlei Gehör für bereits vorliegende gute Konzepte einer sinnvollen Kulturförderung in der Stadt zu erhalten, abgeholt gar überzeugt werden musste. Wohl begründet waren die Vorbehalte groß, dass die Stadtverwaltung nicht bloß ein Kulturhauptstadt-Feuerwerk anstrebt ohne die nötigen echten Strukturveränderungen anzugehen.

Ziel ist der Stadtentwicklungsprozess

Noch einmal: Die Frage, wie sehr es um das wirkliche Erreichen des Titels geht und gehen muss ist sicherlich keine leichte. Selbstverständlich kann der Bewerbungsprozess nur dann erfolgreich durchlaufen werden, wenn er ernst genommen wird. Zeitgleich ist es gerade in einer finanziell knapp aufgestellten Stadt wie Hildesheim eine Handlungsvoraussetzung, dass private Investoren mitwirken. Diese sind aber scheinbar zunächst nur zu gewinnen, wenn es um das Erreichen des reinen Titels, sprich der größten Auszeichnung  - Platz 1 auf der Sieger-Tribüne – als wesentlichem Ziel, geht. Doch ist es abzusehen, dass im Dezember 2019 etwa vier der aktuell acht Bewerberstädte aus dem Wettbewerb ausgeschieden sein werden. Will Hildesheim den aktuell spürbaren Wind der Veränderung aufrechterhalten, dann ist es ein wesentlicher Schritt, allen Beteiligten – den Köpfen wie den Geldgebern, ganz gleich aus welchem Lager – bewusst zu machen, dass das Eigentliche nicht der Titel, sondern der Motor zur Veränderung – zum Re-Thinking der Stadt in ihrem gesamten Facettenreichtum – ist. Die Rückvergewisserung im Plan B zur Bewerbung als dem eigentlichen Plan A ist folglich unerlässlich und stärkt ganz automatisch die Erfolgsaussichten im Wettbewerb bestehen zu können.
Denn am Ende geht es ganz gleich, ob eine Stadt Europäische Kulturhauptstadt geworden ist oder nicht, um die Frage „Was bleibt?“. Gemeint ist dies als,
erstens: „was bleibt als Erbe einer vormaligen Kulturhauptstadt?“,
zweitens: „was bleibt als Errungenschaft einer Kulturhauptstadtbewerbung?“,
sowie drittens: „was bleibt für andere, die sich aus welchem Grund auch immer gar nicht um den Titel Europäische Kulturhauptstadt bewerben werden, dennoch ebenso Bedarfe haben, Stadtentwicklungsprozesse zu realisieren?“.

Tool-Kit eines Plan B

Aus dem aktuellen Geschehen der Stadt Hildesheim heraus lassen sich im wesentlichen sechs Bereiche darstellen, die quasi als ein Tool-Kit eines Plan B erscheinen:

1) Starke, überzeugte, einflussreiche und interdisziplinär agierenden Leitungsfunktionen innerhalb der Stadtverwaltung. 

Die aktuellen Bewegungen Hildesheims scheinen auch damit zusammenzuhängen, dass es innerhalb weniger Jahre gleich drei qualifizierte Wechsel von Leitungspersonen an den wichtigen Knotenpunkten Soziales, Kultur und Bau-Infrastruktur gegeben hat. Wenn dies auch keine geplante und konzertierte Strukturveränderung war, so zeigt sie aber doch, dass die richtigen Personen in den Leitungsfunktionen entscheidende Grundlagen für langfristige Veränderungsprozesse bieten.

2) Ernstnehmen und Anerkennen derer, die sich aus bürgerschaftlichem Engagement für die Stadt einsetzen

So einige Schritte zu aktuellen Veränderungen und zu dem Willen dies fortzusetzen entstammte wie oben dargestellt dem bürgerschaftlichem Engagement. In der Fortsetzung des Gedankens einer lebendigen Demokratie und der Idee „Die Stadt sind wir und nicht bloß ernannte und gewählte Vertreter“ wird deutlich, welche Relevanz die Anerkennung und das Zulassen dieser parallelen Akteure zur offiziellen Stadtverwaltung sind.

3) Clustergruppen zu zentral wichtigen, teils interdisziplinären Themen

Viele Themen der Veränderung brauchen viel Zeit und sie brauchen die passende Dramaturgie der Evaluation, Analyse und Strategieentwicklung. Folglich sind Clustergruppen, die mit den richtigen ExpertInnen besetzt sind, in ihrem Wirken wertgeschätzt und in bestehende Entscheidungsstrukturen integriert werden, relevante Vehikel Stadtentwicklungsprozesse mittel- und langfristig abzusichern.

4) Ergebnisse und Resultate erzeugen

Grundlage und Resultat des Stadtentwicklungsprozesses muss es fortwährend – also auch mittendrin – sein, Ergebnisse zu erzeugen, die den Mitdenkenden das ernsthafte Gefühl vermitteln, die Bewegung hält an, führt zu spürbaren und sinnvollen Veränderungen und zur Verbesserung an den Stellen, wo Bedarfe formuliert wurden.

5) Verweildauer erhöhen

Es gilt geeignete Strukturen zu schaffen, die die Verweildauer von kreativen Köpfen in den Stadt erhöhen, die Anreize bieten, dass sich kreative Köpfe in der Stadt ansiedeln, die berufliche und private Perspektiven auffächern, sich in der Stadt mittel- bis langfristig anzusiedeln und bestehen zu können.

6) Kulturpolitische Konzeption

Unerlässliche für die oben genannten Schritt ist eine kulturpolitische Konzeption, welche die wesentlichen strategischen Rahmungen formuliert. Teil dessen ist fast schon automatisch ein passender Beteiligungsprozess die Inhalte mitbestimmen zu können. Doch ist es auch wichtig zu verstehen, dass das Resultat dem fortlaufenden Prozess unterliegt, sprich ein Monitoring der Inhalte und der begleitenden Implementierungsstrategie stattfinden muss.

2020

Planungen zu „Squares of Encounter“

Der libanesische Performance-Künstler Omar Rajeh ist zu Gast in Hildesheim. Einen Tag lang begleitet ihn Daniel Gad auf eine Location-Scouting-Tour quer durch Hildesheim, mit dem Ziel das Gefüge der Stadt verstehen zu lernen und unentdeckte oder vernachlässigte Orte für künstlerische Interventionen zu identifizieren. Der anschließende Beratungsprozess unter Beteiligung des internationalen Netzwerks des UNESCO-Lehrstuhls schafft das Fundament für das BidBook-Projekt „Squares of Encounter“.

Zeit: März 2020

„Urban Places Reloaded Vol.1“

Ursprünglich geplant für Juli findet coronabedingt im September das Platzprojekt „Urban Places Reloaded Vol.1“ in Kooperation mit der Kulturfabrik Löseke statt. Hierzu wird für 10 Tage der bisher kaum beachtete Angoulêmeplatz bespielt. Eine Bühne, ansprechende Sitzgelegenheiten und ein Programm aus Kulturpräsentation und Gesprächsforen schaffen den Rahmen dafür über das Potenzial dieses Platzes, die Aufwertung des Stadtteils und wichtige Themen für das Kulturleben und die Stimmung in Hildesheim mit einem vielfältigen Publikum zu diskutieren.

Zeit: Juli/September

Evaluationskonzept von Hildesheim 2025

Prof. Dr. Birgit Mandel konzipierte und begleitete die Entwicklung eines Evaluationskonzeptes für die Arbeitsphase als Kulturhauptstadt

Zeit: Januar bis August

Forschungsförderungsantrag „Wirkung hoch 100“

Der Fachbereich Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation der Universität legt in Kooperation mit der HAWK einen Forschungsförderungsantrag im Wettbewerb „Wirkung hoch 100“ des Deutschen Stifterverbandes vor. Darin wird das BidBook-Konzept „ReRouting Culture“ aufgegriffen. Unabhängig vom Titelerwerb wird so die kulturwissenschaftliche Forschung mit Akteuren aus Stadt und Landkreis vertieft und Auswertungspotenziale für die konkrete Praxis gesucht.

Zeit: seit August 2020

Zahlreiche weitere Projekte
Zahlreiche weitere Projekte im BidBook Hildesheim2025 wurden unter Mitwirkung der folgender MitarbeiterInnen der Universität konzipiert:

Dr. Fuhr, Prof. Dr. Heinicke, Prof. Dr. Ismaiel-Wendt, Prof. Dr. Matzke, Prof. Dr. McGovern, Prof. Dr. Pehnt, Prof. Dr. Rebstock, Prof. Reinwand-Weiss Prof. Dr. Uhlig, Prof. Dr. Vogels, Dr. Wortmann

Hildesheim2025-Banner am Domänenturm

Seit Mitte Juli 2020 weht am mittelalterlichen Burgturm am Kulturcampus Domäne Marienburg, dem Sitz des Fachbereichs „Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation“, ein Banner, mit dem die Universität Hildesheim ihre Unterstützung der Bewerbung um den Titel als Europäische Kulturhauptstadt Ausdruck verleiht. Dekan Prof. Dr. Stefan Krankenhagen, Vizepräsident Prof. Dr. Martin Schreiner und Kulturpolitikforscher Dr. Daniel Gad weihen den Banner am 14. Juli 2020 ein.

Zeit: Juli 2020

Beratung zum Cultural Hub

Eine Facette des Hildesheimer BidBooks und zugleich ein fester Bestandteil der Entwicklungsstrategie unabhängig vom Titel-Erwerb ist das sogenannte Cultural Hub. In einem geräumigen Leerstandsobjekt am Angoulêmeplatz wird ab dem Jahr 2021 ein zusätzlicher Ort für Kreativität und Kultur in Hildesheim aufgebaut. Die Universität Hildesheim unterstützt diese Initiative mit Know-How und der Mitnutzung im Rahmen von bspw. Ateliers, Lehrveranstaltungen und Coachings.

Zeit: seit Juli 2020

Auswahl-Jury-Visit

Am 20. Oktober stellt sich Hildesheim der Auswahl-Jury an drei Orten. Die Universität Hildesheim beteiligt sich am Angoulêmeplatz in dem Gebäude, in welchem der Cultural Hub begründet werden wird, durch Dekan Prof. Dr. Stefan Krankenhagen.

Zeit: Oktober 2020

„Die Entscheidung“: Veranstaltung am 28.10.2020

Unter Federführung der Universität veranstaltet der Freundeskreis2025 auf dem Platz an der Lilie am 28.10. zur Verkündung der Europäischen Kulturhauptstadt 2025 ein Event, zu dem einerseits der nunmehr fünfjährige Bewerbungsprozess Hildesheims und zugleich die offizielle Verkündung der Jury durch die Kulturstiftung der Länder präsentiert wird.

Rückblick (2016 - 2019)

Kirchenkritiker contra Bischof: Diskussion zum Thema „heilig“

Der Freundeskreis Kulturhauptstadt Hildesheim lädt zum Podium mit Bischof Heiner Wilmer und Religionskritiker Philipp Möller im Audimax der Universität Hildesheim ein. Mit weiteren Gästen wie Michael Fürst, Vorsitzender des Zentralverbandes der jüdischen Gemeinden von Niedersachsen, und Dr. Sadiqu Al-Mousllie, Vorsitzender des Zentralrates der Muslime in Deutschland, wird es darum gehen herauszufinden, was Menschen in Hildesheim für ihr Leben und ihre Stadt wichtig ist. Melden Sie sich hier an.

Zeit: Montag, der 6. Mai 2019, 19:00 Uhr

Die Europäische Union als Verantwortungsgemeinschaft gestern – heute – morgen

Zukunftsdiskurs

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Zukunftsdiskurs werden historische Fundamente und theologisch-ethische Reflexionen zu Fragen der Vergangenheits-, Gegenwarts- und der Zukunftsverantwortung der Europäischen Union diskutiert. An fünf Tagen organisieren Prof. Dr. Michael Gehler und Prof. Dr. Alexander Merkl Podiumsdiskussionen, Hildesheimer Europagespräche und ein öffentliches Bürgerforum zu den Themen. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

Übersicht

Freitag, 5. April 2019 | 18:30 Uhr bis 21:00 Uhr

Öffentliche Podiumsdiskussion mit Impulsvorträgen von Experten_innen verschiedener Fachrichtungen

Freitag, 26. April 2019 | 18:00 Uhr bis 21:00 Uhr und

Samstag, 27. April 2019 | 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr

Dreigeteiltes Bürgerforum zu Vergangenheitsverantwortlichkeiten, Gegenwartsherausforderungen und Zukunftsbewältigungen der EU

Donnerstag, 27. Juni 2019 | 18:30 Uhr bis 21:00 Uhr

Öffentliche Abschlussveranstaltung an der Universität Hildesheim mit Abschlussdiskussion

Wissensspeicher Musik in der musealen Praxis

Im gemeinsamen Forschungsprojekt „Wissensspeicher Musik in der musealen Praxis“ führen das Center for World Music der Universität Hildesheim und das Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim ihre ethnologischen und musikethnologischen Sammlungsbestände zusammen.

„Kulturhauptstadt“ in der Lehre, Sommersemester 2017 und 2018

Prof. Dr. Birgit Mandel bot im Sommersemester 2017 ein Seminar zur Europäischen Kulturhauptstadt an mitsamt einer Exkursion nach Aarhus2017. Im Sommersemester 2018 veranstaltete das Institut für Kulturpolitik in Anbindung an dessen ECoC-Lab eine Exkursion nach Leeuwarden2018. Diese war auch Inspirationsquelle für die Exkursion des Hi2025-Projektbüros nach Leeuwarden2018 im Herbst 2018. Dr. Daniel Gad bot im Wintersemester 2018/2019 das Seminar „Creative City“.

Inhausbefragung

Die vier Fachbereiche der Universität zu internationalen und europäischen Projekten der Universität wurden als mögliche Anknüpfungspunkte für das Konzept von Hi2025 von Daniel Gad und Charlotte Rauth befragt.

Mittsommernacht 2018

Die Mittsommernacht 2018 fand mit dem Motto „Europa – Let´s work together!“ statt. Daran angebunden war die einwöchige Ausstellung „Europäische Momente“ (u.a. M. Donato Diez) in der Aula sowie ein erneuter Einsatz des Pavillions „Ideensammlung zu Hi2025“.

Netzwerksbeteiligung

Prof. Dr. Martin Schreiner war von Anbeginn an Mitglied der neu geschaffenen Lenkungsgruppe2025 und Dr. Daniel Gad wirkt weiterhin im Freundeskreis2025 mit.

Koordinationsstelle
Zum Start der 2. Phase (Einreichung des Bid-Books) wurden Vizepräsident Prof. Dr. Martin Schreiner und Dr. Daniel Gad vom Präsidium mit der Koordination der Beteiligung der Universität Hildesheim am Bewerbungsprozess beauftragt. Sie erhielten 15.000,- Euro Projektmittel (zunächst für 2018 und 2019).

Werkstatt der Verrückten

Prof. Dr. Wolfgang Schneider und Dr. Daniel Gad konzipierten einen zweitägigen Workshop auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg im Auftrag von Arbeitsgruppe2025 und Freundeskreis2025. Aufgabe der vier geladenen Expertinnen und Experten, Olaf Kröck, Prof. Dr. Barbara Kotte, Dr. Rüdiger Sareika und Prof. Dr. Martin Thumm war es eine erste inhaltliche Ausrichtung einer Bewerbung Hildesheims auszuloten.

Arbeitsgruppe2025, Forum2025 und Freundeskreis2025

Dr. Daniel Gad, Geschäftsführer des UNESCO-Lehrstuhls am Institut für Kulturpolitik, koordinierte von 2016 bis 2017 zusammen mit Hartwig Kemmerer, vormaliger Leiter der Volkshochschule Hildesheim, die AG2025 und wirkte beim Aufbau des Freundeskreises2025 mit, der Gruppe von engagierten Bürger_innen, die den gesamten Prozess angeschoben haben.

Kulturpolitischer High Noon 
– Nach dem Krieg? Kulturpolitik in Syrien!

Zu dem Thema Künstler*innen in der Kulturpolitik wird ein Podiumsgespräch mit Wolfgang Schneider, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Kulturpolitik, und den syrischen Künstlern Khaled Barakeh und Srour Alwani in der Raumstation im Ratskeller stattfinden – einer kreativen Leerstandnutzung durch das Theaterpädagogische Zentrum. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

Zeit: Mittwoch, 17. April 2019, 12 Uhr

„Kulturhauptstadt“ in der Lehre, Sommersemester 2019

Zusammen mit Matthias Müller thematisiert Dr. Daniel Gad die Erschließung neuer Infrastrukturen durch die Kulturszene in dem Seminar „Let’s miet – kreative Leerstandsnutzung in Hildesheim“.

Zeit: Do , 10-12 Uhr, wöchentlich vom 11. April bis 11. Juli 

Mit der Frage, wie die Kommunikation zwischen Kulturcampus und Stadtgesellschaft in Hildesheim eingegangen werden kann, beschäftigen sich Prof. Dr. Birgit Mandel, Julia Speckmann und Klaus Wilhelm in dem Seminar „Kommunkation zwischen dem Kulturcampus und der Stadtgesellschaft“.

Zeit: Mo, 15-18 Uhr am 29.4., 6.5., 20.5., 3.6., 17.6., 24.6., 1.7. 

Das Seminar „Kulturelle Bildung und urbanes Lernen“ von Dr. Kiwi Menrath behandelt kulturelle Bildungsformate für die aktive Beteiligung von Menschen am urbanen Raum.

Zeit: Di, 12-14 Uhr, wöchentlich vom 9. April bis 9. Juli

Netzwerkveranstaltung des Projektbüros 

Pecha Kucha – Europageschichten aus Hildesheim wurden von und für Hildesheimer Bürgerinnen und Bürger am 1.März 2019 präsentiert; im Auftrag des Hi2025-Projektbüros und finanziert durch die Universität Hildesheim von Matthias Müller konzipiert und durchgeführt. Weitere Informationen finden Sie hier.

Kulturstrategie der Stadt

Die Universität beteiligt sich an der Entwicklung einer Kulturstrategie der Stadt Hildesheim und leitet das Cluster Nachhaltigkeitskultur. Diese ist Voraussetzung für eine Kulturhauptstadtbewerbung. 

Recherche

Verschiedene Hintergrund- und Detail-Recherchen für das Projektbüro wurden durch die wissenschaftliche Hilfskraft Charlotte Rauth durchgeführt.

Netzwerktagung

Die Netzwerktagung des Projektbüros “All together now” fand am 3. November 2018 statt. Sie wurde im Auftrag des Hi2025-Projektbüros und finanziert durch die Universität Hildesheim durch Matthias Müller konzipiert und durchgeführt.

Befragung
Zum Campusfest 2018 wurde im Rahmen des Pavillions „Ideensammlung zu Hi2025“ eine Befragung von Studierenden und Bürger*innen Hildesheims mit anschließender Auswertung durchgeführt. Konzept und Durchführung durch Prof. Dr.  Martin Schreiner, Dr. Daniel Gad und Hilfskraft Charlotte Rauth sowie weiteren Hilfskräften.

Gründung des Projektbüros

Die Gründung des Projektbüros und die Auswahl des Hi2025-Teams wurde durch Dr. Daniel Gad begleitet und beraten.

Kulturhauptstadtforum

Im Juni 2017 lud das Institut für Kulturpolitik alle deutschen und österreichischen (für 2024) Bewerber zu einem erstmaligen gegenseitigen Austausch zur Bewerbung auf den Kulturcampus Domäne Marienburg. In Folge dessen gründete das Institut für Kulturpolitik das ECoC-Lab, eine Forschungsplattform ausgehenden vom aktuellen deutschen Bewerbungsverfahren. Es folgten inzwischen fünf weitere Foren, jeweils in einer sich bewerbenden Stadt sowie eines in Berlin in der Niedersächsischen Landesvertretung.

Politische Zustimmung

Die Beratungen führten im April 2017 zu einem einstimmigen Beschluss des Stadtrates von Hildesheim, den Weg zur Einreichung eines Bid Books zu begehen, gefolgt durch Zustimmungen praktisch aller Kommunen im Landkreis.

Studie zur Entscheidungsfindung:

Kristina Jacobsen, Doktorandin von Prof. Dr. Wolfgang Schneider am Institut für Kulturpolitik, erstellte im Auftrag von Arbeitsgruppe2025 und Freundeskreis2025 eine Studie, die alle deutschen Bewerberstädte um den Titel 2010 mit der Klärung befragte, welcher Mehrwert einer Bewerbung identifiziert wurde.

Konstituierende Sitzung

Auf Einladung des Instituts für Kulturpolitik der Universität Hildesheim fand im Frühjahr 2016 die konstituierende Sitzung für einen Bewerbungsprozess in der Aula des Hohen Hauses auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg statt. Prof. Dr. Wolfgang Schneider lieferte dazu die zentralen Hinweise für eine aussichtsreiche „Bewerbungsarchitektur“, bestehend aus einer abklärenden (AG2025) und einer beratenden (Forum2025) Gruppe, einer Studie zur Entscheidungsfindung und eines Workshops, der erste Impulse für eine thematische Zielrichtung geben sollte.