Veranstaltungen des DFG-Graduiertenkollegs „Ästhetische Praxis“

Wintersemester 2020/21

Weitungen ästhetischer Diskurse – postkoloniale und globale Perspektiven

Online Roundtable Discussions

DFG-Graduiertenkolleg „Ästhetische Praxis“, DFG-Koselleck-Projekt „Geschichten der Philosophie in globaler Perspektive“, Center for World Music

Interesse an der Teilnahme? Mail an: GRK2477@uni-hildesheim.de

Durch postkoloniale und globale Perspektiven haben sich in den letzten Jahrzehnten die ästhetischen Diskurse signifikant erweitert und verschoben. Die Theorie versucht damit Anschluss zu Gewinnen an ästhetische Praktiken, die schon längst nicht mehr eurozentrischen Verengungen gehorchen. So ermöglicht der postkoloniale Blick nicht nur eine Neulektüre der Geschichte ästhetischer Praktiken, sondern hebt auch die politischen Dimensionen ästhetischer Praxis und der Theorien der Ästhetik gegenwartsbezogen in die Aufmerksamkeit. Verbunden mit den postkolonialen Perspektivierungen lassen sich auch verschiedene Ebenen globalisierter Kunst- und Ästhetikdiskurse neu erschließen.
In drei Gesprächsrunden werden diese Fragen in verschiedener Hinsicht adressiert: Michaele Ott und Ivo Ritzer sprechen über „dividuelle Kompositkulturen“ im Feld afrikabezogener Medienwissenschaft. Monica Juneja und Christian Utz sprechen über die Möglichkeit einer global orientierten Geschichtsschreibung von bildender Kunst und Musik. Simon Gikandi und Ruth Sonderegger sprechen über den Zusammenhang des Kolonialismus mit der Entstehung ästhetischer Diskurse im 17. und 18. Jahrhundert in Europa.

Donnerstags, 16 – 18 Uhr (online, BigBlueButton)

29.10.2020
Postkoloniale Konstellationen in den zeitgenössischen Künsten und der Ästhetik
Gäste: Michaela Ott (Professur für Ästhetische Theorien, Hochschule für bildende Künste Hamburg) und Ivo Ritzer (Juniorprofessur für Medien, Universität Bayreuth)

19.11.2020 (engl.)
Globalisierung von Kunst- und Musikgeschichte im 20. Jahrhundert
Gäste: Monica Juneja (Professur für „Global Art History“, Universität Heidelberg) und Christian Utz (Professor für Musiktheorie/Musikanalyse, Kunstuniversität Graz)

03.12.2020 (engl.)
Kolonialismus und Ästhetik
Gäste: Simon Gikandi (Robert Schirmer Professor of English, Princeton University) und Ruth Sonderegger (Professur für Philosophie und ästhetische Theorie, Akademie der bildenden Künste Wien)


Widening Aesthetic Discourse – Postcolonial and Global Perspectives

Online Roundtable Discussions

DFG Research Training Group “Aesthetic Practice”, DFG Koselleck Project “Histories of Philosophy in a Global Perspective”, Center for World Music

Interested? Please contact: GRK2477@uni-hildesheim.de

Over the past decades, postcolonial and global perspectives have significantly widened and re-arranged aesthetic discourses. Cultural and philosophical theory is trying to keep pace with aesthetic practices, that have ceased to obey Eurocentric constrictions long ago. Thereby, a postcolonial view carries the potential not only for a re-reading of the history of aesthetic practices. It also brings the political dimension of aesthetic practice and theory of aesthetics in the present to the fore . Based on postcolonial perspectivation, different layers and aspects of globalized discourses on art and aesthetics can be made accessible for analysis  in novel ways.
These questions are addressed from different angles in three online roundtable discussions: Michaela Ott and Ivo Ritzer will discuss “dividuation” and “composite cultures” from the point of view of Africa-focused media studies. Monica Juneja and Christian Utz will talk about the possibility of a global history and historiography of visual arts and music. Simon Gikandi and Ruth Sonderegger will engage in an intellectual exchange on the connectedness of colonialism and the emergence of aesthetic discourses in 17th- and 18th-century Europe.

Thursday, 16:00 – 18:00 h (Central European Winter Time) (online, BigBlueButton)

29.10.2020
Postkoloniale Konstellationen in den zeitgenössischen Künsten und der Ästhetik
(Postcolonial constellations in contemporary arts and aesthetics, discussion in German )Invited Guests: Michaela Ott (Professor of Aesthetic Theories, Hochschule für bildende Künste  Hamburg) and Ivo Ritzer (Junior Professor of Media in Africa, University of Bayreuth)

19.11.2020
Globalization of art history and music history in the course of the 20th century
Invited Guests: Monica Juneja (Professor of Global Art History, University of Heidelberg) and Christian Utz (Professor of Music Theory / Music Analysis at the University of Music and Performing Arts Graz)

03.12.2020
Colonialism and aesthetics
Invited Guests: Simon Gikandi (Robert Schirmer Professor of English, Princeton University) and Ruth Sonderegger (Professor of Philosophy and Aesthetic Theory, Academy of Fine Arts Vienna)

 

Sommersemester 2020

"Praxis denken!" - Interdisziplinäre Ringvorlesung

Die Veranstaltung wird digital durchgeführt!

Ringvorlesung im Vorlesungsverzeichnis LSF, Ringvorlesung im Learnweb (Zugang mit Veranstaltungsnummer)

Die Veranstaltung ist öffentlich, alle Interessierten innerhalb und außerhalb der Universität sind zur Teilnahme herzlich eingeladen. Um als Gast einen Zugang zu erhalten, wenden Sie sich bitte an: GRK2477@uni-hildesheim.de

Programm

In der akademischen Welt ist häufig von einer „Praxis“ außerhalb der Wissenschaft die Rede, z.B. dann, wenn gefordert wird, dass wissenschaftliche Studien und Ergebnisse auch für die „Praxis“ relevant sein sollen oder wenigstens Praxisbezug enthalten, indem sie sich mit der „Praxis“ beschäftigen. Zudem gibt es aber auch in den Wissenschaften selbst sowie in der Philosophie Ansätze, die sich als praxistheoretisch, pragmatisch oder praxeologisch begreifen. Manche von diesen Ansätzen streben nach einem besonderen Theorie-Praxis-Verhältnis oder -Verständnis, andere wiederum sehen sich als Fachrichtung mit einer bestimmten „Praxis“ (wie Musikmachen, Schauspielen, Literarisch Schreiben etc.) als ihrem besonderen Gegenstand konfrontiert. So untersuchen Disziplinen wie die Politologie oder die Pädagogik die Praxis der Politik oder der Erziehung; in den Kultur- und Kunstwissenschaften geht es um „ästhetische“ oder „künstlerische“ Praktiken.

Die Ringvorlesung „Praxis denken!“ interessiert sich für die Art und Weise, wie in den unterschiedlichen Fachgebieten über Praxis gesprochen und gedacht wird. Dazu wurden ausgewiesene Vertreter*innen aus einer ganzen Reihe von Fächern eingeladen, um ihr jeweiliges Verständnis von Praxis darzulegen. Insofern werden in der Ringvorlesung Vorträge aus der Erziehungswissenschaft, der Kunstgeschichte, den Kulturwissenschaften, der Philosophie, Politikwissenschaft, der Psycholinguistik und der Soziologie die Bedeutungen von Praxis im Rahmen ihrer Fachrichtungen vorstellen und reflektieren.

 

– –

Wintersemester 2019/2020

„Partizipation – Körper – Vollzug: Dimensionen ästhetischer Praxis“

1. Jahrestagung des Graduiertenkollegs 2477

13.-15.02.2020, Kulturcampus Domäne Marienburg, Hohes Haus, Aula

Programm

Seit der klassischen Antike wurde Praxis in Abgrenzung von anderen Tätigkeitsformen durch das Merkmal ausgezeichnet, ihren Zweck ausschließlich in sich selbst zu haben. Praxis findet ihre Vollendung in ihrem Vollzug. Dieser Vollzug verkörpert sich in Handlungen, Gesten und Haltungen, die mehrere Subjekte miteinander teilen und die ihnen Partizipationsmöglichkeiten jenseits einer Subordination unter ein abstraktes Allgemeines eröffnen. So beschreibt Aristoteles die Praxis des gemeinsamen Musizierens als Einüben eines Differenz- und Freiheitssinns, der ihm als Voraussetzung eines hierarchiefreien Miteinanders der Verschiedenen in der Polis gilt.

Die Tagung setzt sich zum Ziel, das Konzept der Praxis in seinem Potential für die ästhetische und kunstwissenschaftliche Theoriebildung zu erschließen. Ästhetische Praxis verstehen wir in einer ersten Annäherung als ein Tätigsein, in dem sich Körper, soziale Situationen und Artefakte im freien Spiel wechselseitig konstituieren. Ihren noch zu profilierenden Begriff wollen wir durch Bezugnahme auf neuere Forschungen zu partizipativen Kunstformen und zur Rolle des Körpers bzw. Leibes im ästhetischen Schaffen und Wahrnehmen vor dem Hintergrund performativitätstheoretischer Thematisierungen des Vollzugs konturieren.

Folgende Fragen sollen im Mittelpunkt stehen: Wie lässt sich ästhetische Praxis begreifen und wie lassen sich ästhetische Praktiken in einer ihnen angemessenen Weise rekonstruieren? Welche Rolle spielen Körper und Formen des Körperbewusstseins in ästhetischen Praktiken? Wie werden darin Körper konstituiert und ihre räumlichen Konfigurationen geprägt oder verschoben? Welche Rolle spielen (nicht-) werkvorbereitende Formen des Vollzugs wie Übungen, Proben und Improvisation? Welche Chancen der Partizipation und Vergemeinschaftung ergeben sich in und ausgehend von zeitgenössischen ästhetischen Praktiken?

 

„Embodied Practices between Phenomenology and Performance“

Wissenschaftlicher Theorie-Praxis-Workshop in Verbindung mit der Mixed-Reality-Installation „Conspiracy Archives“ (Susan Kozel in collaboration with Jeannette Ginslov, Keith Lim, and Margrét Sara Guðjónsdóttir).

06.-07.12.2019, Kulturcampus Domäne Marienburg, Hohes Haus, Aula (Workshop), Steinscheune (Installation)

Teilnehmende (externe Gäste): Margret Sara Guðjónsdóttir (Installation, Choreographie und praktische Übung), Selin Gerlek, Prof. Susan Kozel PhD, Jun.-Prof. Dr. Michela Summa, Laura Siegmund (Performerin)

This workshop aims to explore the embodied character of practices from a phenomenological perspective, so as to bring this phenomenological account into dialogue both with “Performative Esthetics” (Erika Fischer-Lichte) and with performances as embodied esthetic practices. This topic is addressed from both a theoretical and practical point of view: the workshop includes the artistic installation »CONSPIRACY ARCHIVES«, as well as a session of somatic exercises based on Margrét Sara Guðjónsdóttir’s choreographic method.

Programm/Flyer

 

„Professional Wrestling in Theorie und Praxis“

Wissenschaftlicher Theorie-Praxis-Workshop in Verbindung mit öffentlichem Professional Wrestling Showing IN DEFENSE OF COMMON SENSE (eine Produktion von Jos Diegel, Künstler & Filmemacher, Wrestling Manager, Offenbach)

mit den PRETTY BASTARDS (MAGGOT & PRINCE AHURA) (WXW, GHW, nGw, u.v.m.), (WXW Tag Team Champions & GHW Tag Team Champions , WXW Tag Team Festival Gewinner 2019), FARMER JOE (CWE, nGw, GHW, SWE, u.v.m.), DICK DANGER (Rookie) (CWE, nGw) und MR. VAN VUGT (nGw, CWE)

28.-29.11.2019, Kulturcampus Domäne Marienburg, Burgtheater (Showing/Praxis), Haus 2a/004 (Workshop/Theorie)

Der Workshop „Professional Wrestling in Theorie und Praxis“ fragt nach dem Moment der Pose im Professional Wrestling, dem Moment zwischen den Bewegungen, aus dem sich die „Action“ des vermeintlichen Kampfes speist. Dieser Frage nähern wir uns auf verschiedenen Ebenen, bei einem live Professional Wrestling Showing, einem Vortrag zur Pose (Prof. Dr. Bettina-Brandl-Risi, Theaterwissenschaft, FAU Erlangen-Nürnberg) sowie einem „handfesten“ Professional Wrestling Training.

Programm/Flyer

 

„Ästhetische Praxis. Ein Graduiertenkolleg stellt sich vor“

Veranstaltung im Rahmen des Jubiläumswoche der Kulturwissenschaften

25.10.2019, 13:00 bis 15:00 Uhr, Kulturcampus Domäne Marienburg, Raum: Hs 50/402

13:00 Uhr Dr. Lucilla Guidi: „Performance und Sprachspiele als transformative Ereignisse“

13:30 Uhr Marie‐Charlotte Simons: „Every_body: Pose! Die Pose im Professional Wrestling und Bodybuilding“

14:00 Uhr Salvatore Calabrese: „Wer bin 'ich', wenn ich schreibe? Überlegungen zu einer Poetik des wissenschaftlichen Schreibens“

14:30 Uhr Tobias Wittchen: „Selfie‐Machen als bildästhetische Praktik“

 

 

__ __

Sommersemester 2019

Vorträge im Rahmen des Workshops "Ereignis und Agency" mit Gernot Böhme, Dieter Mersch und Rainer Winter

Donnerstag, 4. Juli 2019

10.00 s.t.
Andreas Hetzel (Hildesheim) Begrüßung und Einführung

10.15-11.45
Gernot Böhme (Darmstadt) Die Atmosphäre von Bildern 

14.45
Jens Roselt (Hildesheim) Begrüßung und Einführung

15.00-15.45
Dieter Mersch (Zürich) Künstliche und künstlerische Intelligenz - Zur Kritik der Algorithmisierung von Kreativität

Freitag, 5. Juli 2019 

13.45-14.00
Andreas Hetzel (Hildesheim) Begrüßung und Einführung 

14.00-14.45
Rainer Winter (Klagenfurt) Macht, Eigensinn und die Emergenz des Politischen

 

Ort der Veranstaltung: Universität Hildesheim, Kulturcampus Domäne Marienburg, Domänenstrasse 1, Hohes Haus/Aula (Hs 50/302)

Programmflyer

 

Vorlesung "Ästhetische Praxis"