Foto: Clemens Heidrich

Frieder Behrens

Frieder Behrens studierte Kulturwissenschaften in Lüneburg: Im Bachelor mit Schwerpunkt Musik und auditive Kultur sowie Digitale Medien/Kulturinformatik, im Master mit Schwerpunkt Sound Studies. Als freier Musikplaner und Autor arbeitet er seit 2023 für Deutschlandfunk Kultur. Seit April 2025 ist Frieder Behrens Wissenschaftlicher Mitarbeiter am DFG-Graduiertenkolleg 2477 „Ästhetische Praxis“. Forschungsschwerpunkte sind musikalische Technikkulturen, Plattformen und visuelle Inszenierungen populärer Musik. Seine Forschung ist dabei von langjähriger Praxis am (Jazz)Klavier, Synthesizer, DAW und Plattenspieler geprägt.

Promotionsprojekt

Promotionsprojekt: MusikmachVideos. Mediale Konstruktionen musikalischer Praxis

Auf TikTok und anderen Video-Plattformen kursieren unzählige Clips, in denen Musiker*innen zeigen, wie sie Musik machen: Beats werden gebaut, Spuren geschichtet, Sounds bearbeitet, Songs vor der Kamera performt. Mein Dissertationsprojekt untersucht diese Videos als spezifische mediale Inszenierungen des Musikmachens, die ich als MusikmachVideos bezeichne – in Anlehnung an Johannes Ismaiel-Wendts Begriff der MusikmachDinge.

Ausgangspunkt ist die Annahme, dass solche Videos musikalische Praxis nicht einfach abbilden, sondern Wissen über sie erzeugen. Sie legen nahe, was als Musikmachen gilt, welche Handlungen, Geräte und Körper als relevant erscheinen, wie Verhältnisse zwischen Menschen und MusikmachDingen vorgestellt werden und welche ästhetischen, sozialen und kulturellen Ordnungen dabei sichtbar oder unsichtbar gemacht werden. MusikmachVideos suggerieren damit nicht nur bestimmte Vorstellungen von Produktion, sondern erzeugen eigene mediale Wirklichkeiten des Musikmachens.

Das Projekt untersucht erstens das Dispositiv in dem MusikmachVideos produziert, verbreitet und rezipiert werden. Zweitens fragt es nach den gängigen Inszenierungsstrategien, mit denen musikalische Praxis in diesen Videos hervorgebracht wird. Drittens interessiert, welches Wissen über musikalische Praxis, über Subjektkonzepte, Mensch-Maschine-Verhältnisse und Kulturalisierungen in ihnen vermittelt wird. Viertens geht es darum, inwiefern diese Darstellungen auf musikalische Praxis zurückwirken – etwa dann, wenn Produktionsweisen, Arrangements oder Performances bereits im Hinblick auf ihre audiovisuelle Darstellbarkeit mitgestaltet werden.

Publikationen

Ausgewählte journalistische Beiträge

„Die unerwarteten Revivals des Jahres 2025“ Tonart, Deutschlandfunk Kultur, 23. Dezember 2025. Online verfügbar

„TikTok mit eigener Distributions- und Promo-Plattform ‚SoundOn‘“ Tonart, Deutschlandfunk Kultur, 9. September 2025. 

„Hits aus dem Baukasten? Sampling in digitalen Zeiten“ Tonart, Deutschlandfunk Kultur, 5. Februar 2025.

„Wie live ist elektronische Musik?“ Tonart, Deutschlandfunk Kultur, 15. Juli 2024.

„Synth-Fluencer: Leidenschaft oder Marketing?“ Tonart, Deutschlandfunk Kultur, 7. Dezember 2023. Online verfügbar

„Welche Bedeutung hat das Musikvideo in der Streaming-Ökonomie?“ Tonart, Deutschlandfunk Kultur, 2. Oktober 2023. Online verfügbar

„Neue Musikkarrieren: Vom TikToker zum Popstar“ Tonart, Deutschlandfunk Kultur, 29. August 2023. 

Vorträge

10.-11.07.2026: „MusikmachVideos – Audiovisuelle Wissenswelten“ Vorstellung Dissertationsvorhaben, IASPM D-A-CH - Collegium Musicum Populare (CMP), Universität Salzburg

28.-30.05.2026: „Was höre ich, was ich nicht sehe? Selektionslogiken in MusikmachVideos“ 7. IASPM D-A-CH-Konferenz, Universität Oldenburg

Sprecher
Prof. Dr. Jens Roselt

Koordination
Lisa Kalkowski

Postanschrift
Universität Hildesheim
DFG-Graduiertenkolleg 2477 „Ästhetische Praxis“
Universitätsplatz 1
31141 Hildesheim

Standort
Kulturcampus Domäne Marienburg
Domänenstraße, Haus 3
31141 Hildesheim

Kulturcampus Gebäudeplan
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