Foto: Clemens Heidrich

Zur Person

Frieder Behrens studierte Kulturwissenschaften in Lüneburg: Im Bachelor mit Schwerpunkt Musik und auditive Kultur sowie Digitale Medien/Kulturinformatik, im Master mit Schwerpunkt Sound Studies. Als freier Musikplaner und Autor arbeitet er seit 2023 für Deutschlandfunk Kultur. Darüber hinaus ist er seit 2019 als Produktionsleiter für das Hamburger Kulturfestival altonale tätig. Seit April 2025 ist Frieder Behrens Wissenschaftlicher Mitarbeiter am DFG-Graduiertenkolleg 2477 „Ästhetische Praxis“.

Promotionsprojekt

Promotionsprojekt: Musikalische Kurzvideos. Intermediale ästhetische Praktiken Musikschaffender an der Schnittstelle von Auditivem und Visuellem

In seinem Promotionsvorhaben beschäftigt sich Frieder Behrens mit musikalisch-ästhetischen Praktiken in Kurzvideos. Auf TikTok, Instagram und YouTube sehen wir Musiker*innen, die sich dabei filmen, wie sie im Studio, im Park, im Wohnzimmer ihre Tracks performen, ihre Songs singen, ihre Instrumente spielen. Darin kommt ein audiovisuelles Zurschaustellen des Musikmachens zum Ausdruck, das vielfältige Fragen hinsichtlich der Verhältnisse auditiven und visuellen Handelns in musikalischer Praxis aufwirft.

Theoretischer Ausgangspunkt der Arbeit sind Überlegungen zur Medienkonvergenz: Die visuellen und die auditiven Ebenen musikalischer Praxis sind erst durch die Erfindung der Phono- und der Fotografie als solche festhalt- und trennbar. Daraus entwickelte sich eine musikalische Praxis, die primär darauf ausgerichtet war, musikalische Ereignisse in auditiven Speichermedien zu binden. Smartphones und Plattformen provozieren nun eine musikalische Praxis, in der die visuell-festhaltbare Ebene musikalischen Handelns als genuiner Teil ästhetischer Strategien von Pop-Künstler*innen fungiert.

Wenn primär auf ein audiovisuelles Produkt hingearbeitet wird, verschwimmen traditionelle, wirkmächtige Trennlinien zwischen Ton und Bild. An dieser Stelle setzt die Untersuchung an und fokussiert sich auf die Frage, wie Visuelles und Auditives in den konkreten Produktionsvollzügen von Musiker*innen miteinander verschränkt sind. Dabei sollen neue Formen des Musikmachens markiert werden, in denen Musiker*innen ihre musikalisch-kompositorischen Entscheidungen auch anhand ihrer visuellen Inszenierbarkeit treffen.

Publikationen

Ausgewählte journalistische Beiträge

„Hits aus dem Baukasten? Sampling in digitalen Zeiten“ Tonart, Deutschlandfunk Kultur, 5. Februar 2025. Online verfügbar

„Wie live ist elektronische Musik?“ Tonart, Deutschlandfunk Kultur, 15. Juli 2024.

„Synth-Fluencer: Leidenschaft oder Marketing?“ Tonart, Deutschlandfunk Kultur, 7. Dezember 2023. Online verfügbar

„Welche Bedeutung hat das Musikvideo in der Streaming-Ökonomie?“ Tonart, Deutschlandfunk Kultur, 2. Oktober 2023. Online verfügbar

Sprecher
Prof. Dr. Jens Roselt

Koordination
Lisa Kalkowski

Postanschrift
Universität Hildesheim
DFG-Graduiertenkolleg 2477 „Ästhetische Praxis“
Universitätsplatz 1
31141 Hildesheim

Standort
Kulturcampus Domäne Marienburg
Domänenstraße, Haus 3
31141 Hildesheim

Kulturcampus Gebäudeplan
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