• För Künkel
    För Künkel
    Universitätsplatz 1, 31141 Hildesheim
    Kulturcampus Domäne Marienburg, Haus 3 (KC.Hs3.1.01)
    +49 5121 883-20774

Foto: Clemens Heidrich

För Künkel

Neben meiner Promotion an der Universität Hildesheim zu den künstlerisch-handwerklichen Arbeitsweisen von Szenografie und Kostüm bin ich als künstlerisch forschende Szenografin und Kostümbildnerin tätig. Ich arbeite theoretisch und praktisch mit Materie und Objekten, Texturen und Texten in den darstellenden Künsten, u. a. am HAU, Staatstheater Hannover, Theater Dortmund, Sophiensaele, Národní divadlo Brno, National Theatre of Namibia.

Als Mit-Verfasserin der Veröffentlichung „Szenografie und Kostüm in den Freien Darstellenden Künsten - Handreichung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit“ (2025) des Vereins SK Freie Szene e. V. setze ich mich für bessere Arbeitsbedingungen im Beruf ein.

 

Seit 2016 forsche ich zum narrativen Potential von Materie – insbesondere Steinen, Sand, Erde – im Kontext relationaler Raumtheorien. Ausgangspunkt sind dabei materielle Formationen, deren Geschichten sich über geologische Zeiträume hinweg entfalten und in globale Zusammenhänge wie tektonische Verschiebungen, Landschaftsveränderungen und klimatische Dynamiken einschreiben.

 

Zwischen 2018 und 2024 habe ich zu Zirkusgebäuden, Bühnentechnik und Arbeitspraxis von Artist*innen in Berlin um 1900 geforscht, deren Ergebnisse in dem Materialband "Zirkuskunst in Berlin um 1900 - Einblicke in eine vergessene Praxis" (2024) und in dem Beitrag „Streiflichter auf Künstlerinnen* der Berliner Zirkus- und Varietészene um 1900“ (2023) veröffentlicht sind.

Als beratende Künstlerin für das performingarchive.org entwickle ich Gesprächsformate, die dazu einladen, Methoden eigener Archivierung praktisch zu erproben, deren Potenziale zu reflektieren und sie in Beziehung zu bestehenden Archiven, historischen Quellen und institutionellen Praktiken zu setzen.

 

www.foerkuenkel.de

Promotionsprojekt

Tüfteln, Entwerfen, Probieren, Vollziehen – Szenografie und Kostüm in den Freien Darstellenden Künsten als Ästhetische Praxis (AT)

In meiner Dissertation forsche ich zu den Arbeitsweisen von Szenograf*innen und Kostümbildner*innen, die vornehmlich in den Freien Darstellenden Künsten arbeiten, also in Arbeitskontexten, die jenseits fester Werkstattstrukturen und institutionalisierter Theaterhäuser zu verorten sind. In der Abwesenheit klassischer Theaterwerkstätten und im Kontext flexibler, oft kollektiver Produktionsweisen entstehen, so meine These, handwerklich-experimentelle Praktiken, die zwischen künstlerischem Vorhaben und praktischen Bedingtheiten situiert sind.

Diese Praxis des „Selbermachens" ist gleichzeitig von kontinuierlicher und oft vielfältiger handwerklicher Spezialisierung geprägt. Zahlreiche Methoden, etwa das Skizzieren räumlicher oder körperlicher Möglichkeiten in Gesprächs- und Probenprozessen, die Arbeit mit unbekannten Materialien oder das Tüfteln nach neuen Lösungen, stellen körperlich-sinnliche Lernprozesse dar. Ein Wissen, das sich im Vollzug zeigt und durch praktisches Tun weiter ausgebaut wird. Die Arbeit ist zudem durch ein hohes Maß an verbaler und nonverbaler Kommunikation mit und durch das Material gekennzeichnet.

Mein Erkenntnisinteresse gilt der Frage, wie sich diese Arbeitspraxis und ihr spezifisches Wissen erforschen, beschreiben und sichtbar machen lassen, welche Spuren diese Praktiken hinterlassen und auf welche Weise Wissenstransfer stattfindet. Methodologisch ist die Arbeit zwischen Probenforschung und Craft Sciences verortet. Mithilfe von Gesprächen mit Künstler*innen über ihre Arbeitsprozesse, literaturgestützter Kontextualisierung, Archivrecherchen sowie meiner eigenen künstlerischen Praxis als Erfahrungswissen aus der Position der Practitioner-Researcherin untersuche ich die Wechselbeziehungen von Material, Werkzeug und Körper, Methoden des Lernens und Experimentierens sowie Selbstverständnis, Kontinuitäten und Brüche in der Praxis.

Akademische Ausbildung

2025–andauernd Promotionsprojekt „Tüfteln, Entwerfen, Probieren, Vollziehen – Szenografie und Kostüm in den Freien Darstellenden Künsten als Ästhetische Praxis“ (AT)

DFG-Graduiertenkolleg 2477 „Ästhetische Praxis“, Universität Hildesheim

2015–2017 Inszenierung der Künste und Medien, Schwerpunkt Theater (Master of Arts)

Stiftung Universität Hildesheim

2007–2011 Szenografie – Kostüm (Bachelor of Arts)

Hochschule Hannover

Akademische & Wissenschaftliche Positionen

April 2025–vorauss. April 2028 Wissenschaftliche Mitarbeiterin

DFG-Graduiertenkolleg 2477 „Ästhetische Praxis“, Institut für Medien, Theater und Populäre Kultur, Universität Hildesheim

Forschungsschwerpunkte

Arbeitsweisen von Szenografie und Kostüm in den Freien Darstellenden Künsten, Probenforschung, Craft Sciences, theatrale Raumstrategien, Theaterhistoriografie 

Veröffentlichungen

Herausgeberschaft

Künkel, För/Hildbrand, Mirjam (Hg.): Zirkuskunst in Berlin um 1900 – Eine vergessene Praxis. Berlin 2024. (Open Access: tdz.de/shop/produkt/zirkuskunst-in-berlin-um-1900)

Aufsätze und Beiträge in Sammelbänden

Künkel, För: Der Grundriss als Spur in die Theaterwerkstatt. In: Schüßler, Lea/Eisele, Theresa (Hg.): [Publikationsprojekt zur Arbeit mit und über theaterhistorische Quellen] (AT). Berlin: Neofelis Verlag (in Druck, vorauss. 2027).

Künkel, För/Hildbrand, Mirjam: Streiflichter auf Künstlerinnen* der Berliner Zirkus- und Varietészene um 1900. In: Oberkrome, Freia/Schüßler, Lea (Hg.): Arbeiten zwischen Medien und Künsten. Feministische Perspektiven auf die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Berlin: Neofelis Verlag 2023, S. 25–51. (neofelis-verlag.de/verlagsprogramm/wissenschaft/kultur-sozialwissenschaften/1066/arbeiten-zwischen-medien-und-kuensten)

Beiträge in Zeitschriften und Journalen

Künkel, För: Zwischen Entwurf und Umsetzung. Interviews als Zugang zu handwerklich-künstlerischem Prozesswissen in den Freien Darstellenden Künsten. In: thewis. Onlinezeitschrift der Gesellschaft für Theaterwissenschaft (in Vorbereitung, vorauss. Herbst 2026).

Künkel, För/Gaspar, Renata: Den Haufen durchdenken. In: Mittel & Zweck. Zeitschrift für relationales Denken, H. 2 (2021).

Künkel, För/Gaspar, Renata: Looking through the Rubble – Material Traces of Impermanence. In: Global Performance Studies 4 (2021), H. 2. (gps.psi-web.org/article/view/91/87/)

Künkel, För/Hildbrand, Mirjam: Zirkuskünste in Berlin um 1900 – multimedial, experimentell und unerforscht. In: w/k – Zwischen Wissenschaft und Kunst, Online-Journal mit Peer Review (2020). (wissenschaft-kunst.de/extrabeitraege/zirkuskuenste-in-berlin/)

Künkel, För/Gaspar, Renata: Fragments of our Correspondence: Migrating Sediments. In: Kaleni Kollectiv (Hg.): Owela – The Future of Work. Festivalzeitschrift der Ruhrfestspiele Recklinghausen. Recklinghausen 2019.

Lehre

SoSe 2026 Vortrag: „Diese ‚Care-Work Sachen‘ in der Arbeit von Kostümbildner*innen“

Ringvorlesung „Taking Care: Ästhetische Praxis als Gegenstand und Methode kulturwissenschaftlicher Forschung“, FB 2 Kulturwissenschaften & Ästhetische Kommunikation, Universität Hildesheim

SoSe 2026 Seminarbeitrag: „Collaboration and its Temporalities“

Gastbeitrag mit Renata Gaspar im Seminar „Forschende Theaterpraxis: Erinnern, was vergessen wurde“

WiSe 2025/26 Workshop: „Rhetorik als ästhetische Praxis“

DFG-Graduiertenkolleg 2477 „Ästhetische Praxis“ · Ko-Leitung mit Hannah Chodura und Elisabeth Graaf

WiSe 2022/23 Seminar und Übung: „Dialog mit dem Archiv – Künstler*innen der Berliner Varieté-, Zirkus- und Kabarettszene zwischen 1869 und 1914“

Ko-Leitung mit Mirjam Hildbrand, Institut für Medien, Theater und Populäre Kultur, Universität Hildesheim

SoSe 2022 Seminar und Exkursion: „Rewriting History on Stage: Intersektionale Räume und kritische ästhetische Praxis“

Ko-Leitung mit Martina Groß, Festivalcampus Niedersachsen, Festival Theaterformen Braunschweig, Universität Hildesheim

SoSe 2021 Seminar und Exkursion: „We Are in This Together – Storytelling with Non-Human Protagonists“

Ko-Leitung mit Renata Gaspar, Festival Theaterformen Hannover, Universität Hildesheim

Konferenzbeiträge

25.–26. Juni 2026 Panelbeitrag: „Situated Knowledges – Zirkus als Kulturerbe aus der Perspektive zeitgenössischer Archivpraktiker*innen“

Symposium „Das Archiv im Kleinen: Laien-Praxen, Sammeln und Schaffen in den darstellenden Künsten in Paris, Berlin und Wien im 20. Jahrhundert (Kabarett, Zirkus, Varieté, Music Hall)“, Centre Marc Bloch, Berlin

7.–8. Oktober 2021 Mit Hildbrand, Mirjam: „Streiflichter auf Künstler*innen der Zirkus- und Varietészene um 1900“

Workshop „Arbeiten zwischen Medien und Künsten. Feministische Perspektiven auf die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts“, Freie Universität Berlin/Humboldt-Universität zu Berlin

5.–6. März 2020 „Architektur und Technik in Berliner Zirkusspielstätten um 1900“

Symposium „Zirkus und die Avantgarden: Multimediale Technologien und populäre Körpermaschinen“, Freie Universität Berlin – EXC 2020 Temporal Communities

8.–11. November 2018 Mit Hildbrand, Mirjam: „30.000 Liter Spreewasser stürzten aus der Zirkuskuppel“ – Bühnentechnik im Zirkus um 1900

Lecture Performance, Kongress der Gesellschaft für Theaterwissenschaft „Theater und Technik“, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Akademische Selbstverwaltung und Peer Review

April 2026–Oktober 2026: Sprecherin des Graduiertenkollegs 2477 „Ästhetische Praxis“

Mitglied der Arbeitsgruppe „Theaterhistoriografie“ der Gesellschaft für Theaterwissenschaft

Kollegiales Peer Feedback für: Schüßler, Lea/Eisele, Theresa (Hg.): [Publikationsprojekt zur Arbeit mit und über theaterhistorische Quellen] (AT). Berlin: Neofelis Verlag (in Druck), im Auftrag der Arbeitsgruppe Theaterhistoriografie der Gesellschaft für Theaterwissenschaft

Kollegiales Peer Feedback im Rahmen des Workshops zur Sonderausgabe thewis 2026/1 „(Theater)Kulturen der Mündlichkeit? Oral History als theaterwissenschaftliches Verfahren“, Onlinezeitschrift der Gesellschaft für Theaterwissenschaft.

Sprecher
Prof. Dr. Jens Roselt

Koordination
Lisa Kalkowski

Postanschrift
Universität Hildesheim
DFG-Graduiertenkolleg 2477 „Ästhetische Praxis“
Universitätsplatz 1
31141 Hildesheim

Standort
Kulturcampus Domäne Marienburg
Domänenstraße, Haus 3
31141 Hildesheim

Kulturcampus Gebäudeplan
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