Dr. Simone Niehoff
Polyphone Performance
Nicht-hierarchische Arbeitsweisen und Dramaturgien der Vielstimmigkeit
Das Forschungsprojekt befragt zeitgenössische Aufführungspraktiken im Bereich Theater und Performance, die verschiedene, oft gegensätzliche, häufig autobiografische Perspektiven innerhalb vielschichtiger Dramaturgien zusammenbringen. Es entsteht eine Pluralität miteinander verwobener Stimmen, die als „polyphone Performance“ bezeichnet werden soll. Die einzelnen Stimmen treten im Aufführungsereignis als eigenständige hervor und werden häufig in nicht-hierarchischen Arbeitsprozessen entwickelt – diese Wechselbeziehung soll in den Blick genommen werden. Allerdings scheint polyphone Performance ein exemplarisches Phänomen der Gesellschaft der Singularitäten zu sein. Wann handelt es sich also um eine kritische Praxis, die nicht nur ästhetische, sondern auch soziale Vielfalt und Zusammenhalt verhandelt, und wann um ein Produkt des kulturellen Kapitalismus?
Zur Person
Dr. phil. Simone Niehoff studierte Schauspieldramaturgie in München und promovierte 2017 an der Ludwig-Maximilians-Universität zum Thema „Theatrale Interventionen: Subversiv-mimetische Dramaturgien und agonale Öffentlichkeiten“. Nach ihrer Promotion war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Theaterwissenschaft der LMU und Koordinatorin des Internationalen Doktorandenkollegs MIMESIS. Sie ist seit April 2021 Mitglied des Graduiertenkollegs „Ästhetische Praxis“.
ORCID iD: 0009-0006-6843-9804
Publikationen
Monografie und Herausgeberschaften:
2018: collaborator to the editorial team: Daniel Becker/Annalisa Fischer/Yola Schmitz (Hg.), Faking, Forging Counterfeiting. Discredited Practices at the Margins of Mimesis, Bielefeld: Transcript.
2017: Theatrale Interventionen: Subversiv-mimetische Dramaturgien und agonale Öffentlichkeiten. Dissertation, LMU München: Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften, 2017, DOI: 10.5282/edoc.27422.
Aufsätze:
Im Erscheinen: Meriam Bousselmi, Florentine Muhry, Simone Niehoff, Simon Niemann: „A Conversation about Critique – und Kritik der Kritik“, in: Martina Groß, Fiona McGovern: Kritische ästhetische Praxis, Paderborn: Brill Fink.
Im Erscheinen: „A Utopian Intervention to Face the Apocalypse: Gorleben’s ‘Free Republic of Wendland’ as Protest Performance, Eco-village and Founding Moment of the German Anti-nuclear Movement”, Sinais de Cena III.4. (Open Access)
2025: Simone Niehoff, Eva Renvert, Matthias Warstat, Mimmi Woisnitza: „‚Wie stehen die Fronten?‘ Konfliktlinien, Rhetoriken und Verfahren der Dringlichkeit im ‚Proletarischen Arbeitertheater‘ um 1930‘“, in: Doris Kolesch, Jenny Schrödl, Lisa-Friederike Seidler, Thore Walch, Matthias Warstat (Hg.): Matters of Urgency, Herausforderungen der Gegenwart in Theater und Wissenschaft, Berlin: Berlin Universities Publishing, S. 123-143, DOI: 10.14279/depositonce-22414. (Open Access)
2022: „Künstlerische Interventionen als inhärent übergriffige Akte: Wie das Zentrum für politische Schönheit scheitert“, in: Ulf Otto/Johanna Zorn (Hg.), Ästhetiken der Intervention. Ein- und Übergriffe im Regime des Theaters, Berlin: Theater der Zeit, 91–1062016: „Einladung zum Widerspruch. Publikumspartizipation in Some use for your broken claypots von Christophe Meierhans”, in: Beate Hochholdinger Reiterer/Géraldine Boesch (Hg.), Spielwiesen des Globalen, Berlin: Alexander, 47–55.
2018: „Unmasking the Fake. Theatrical Hoaxes from Dreadnought Hoax to Contemporary Artivist Practice“, in: Daniel Becker/Annalisa Fischer /Yola Schmitz (Hg.), Faking, Forging Counterfeiting. Discredited Practices at the Margins of Mimesis, Bielefeld: Transcript, 223–238.
2016: „Einladung zum Widerspruch. Publikumspartizipation in Some use for your broken claypots von Christophe Meierhans”, in: Beate Hochholdinger Reiterer/Géraldine Boesch (Hg.), Spielwiesen des Globalen, Berlin: Alexander, 47–55.
Kontakt
niehoffs[at]uni-hildesheim.de
+49 5121 883 -20764
Domäne, Haus 3
Nach Vereinbarung
Sprecher
Prof. Dr. Jens Roselt
Koordination
Dr. Sonja Dinter
Postanschrift
Stiftung Universität Hildesheim
DFG-Graduiertenkolleg 2477 „Ästhetische Praxis“
Universitätsplatz 1
31141 Hildesheim
Standort
Kulturcampus Domäne Marienburg
Domänenstraße, Haus 3
31141 Hildesheim
Kulturcampus Gebäudeplan
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